HSV, wir müssen reden – der Fussball-Talk

Fiete Arp und Nicolai Remberg bringen Ex-HSV-Coach in Verlegenheit

Dienstag, 2. Dezember 2025 · 37 min

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Shownotes

Als Fabio Vieira am Sonntag um 17.25 Uhr den Volkspark in Ekstase versetzte, saß auch Alexander Hahn auf der Tribüne. Der Co-Trainer von Holstein Kiel schaute sich den Gegner im DFB-Pokal-Achtelfinale am Mittwochabend (20.45 Uhr/Sky) im HSV-Stadion an. Der ehemalige Co-Trainer der Hamburger war durchaus beeindruckt von der Qualität des HSV, der in Unterzahl in der Nachspielzeit den VfB Stuttgart besiegt hatte.
"Das Tor war ein krasser Moment für den HSV, der natürlich ein paar Aufschlüsse gegeben hat. Für mich und für uns als Holstein Kiel", sagt Hahn zwei Tage vor dem Spiel im Abendblatt-Podcast "HSV - wir müssen reden".

Hahn kam 2015 als Praktikant in der Spielanalyse zum HSV, ehe er 2018 unter Christian Titz vom Nachwuchs in den Trainerstab der Profis aufrückte. Dort blieb er unter Hannes Wolf, Dieter Hecking und Daniel Thioune, ehe er 2021 nach drei verpassten Aufstiegen zu Greuther Fürth in die Bundesliga wechselte.

Im letzten Jahr beim HSV hatte Hahn auch mit Merlin Polzin zusammengearbeitet, dem er am Mittwochabend an der Seite von Kiels Cheftrainer Marcel Rapp im Volksparkstadion gegenüber stehen wird. "Merlin war schon immer sehr akribisch", sagt Hahn über seinen ehemaligen Kollegen.

Mit Holstein Kiel stieg der 36-Jährige dann 2024 in die Bundesliga auf - zusammen mit dem jetzigen HSV-Profi Nicolai Remberg und den früheren HSV-Profis Fiete Arp, Lewis Holtby und Finn Porath. Was Hahn über eine Partyanekdote mit Arp sagt und wie er über "Rambo" Remberg denkt, hören Sie in der aktuellen Podcast-Folge.

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HSV, wir müssen reden. Der Abendblatt-Podcast rund um den Hamburger Sportverein. Was war das für ein Moment im Volksparkstadion? Fabio Balde, Fabio Vieira und dann flog das Dach weg im Volksparkstadion. Ein Wahnsinnssieg war das für den HSV am Sonntag gegen den VfB Stuttgart. Aber die Wahnsinnswoche geht direkt weiter mit zwei Nordderbys am Mittwochabend gegen Holstein Kiel und am Sonntag gegen Werder. Darüber wollen wir sprechen.

Mein Name ist Henrik Jakobs und ich habe heute wieder einen spannenden Gast dabei. Er war mal Co-Trainer beim HSV. Er macht gerade die UEFA Pro-Lizenz und er ist am Mittwochabend im Volksparkstadion dabei als Co-Trainer von Holstein Kiel. Herzlich willkommen, Alexander Hahn. Vielen Dank, Henrik. Ja, moin. Du kommst auch gerade direkt aus Kiel mit dem Auto rübergefahren und trotzdem ist das quasi hier für dich eine Art Heimspiel.

Klär doch, die Hörer mal auf, warum das so ist. Ja, richtig. Ich komme aus Kiel, gerade bin hierher gefahren, Aber mein Wohnort ist noch Hamburg. Da meine Frau Hamburgerin ist, sind wir eigentlich immer hier geblieben, außer die Zeit, wo ich in Fürth war. Da war es dann Nürnberg. Du bist ja jetzt schon eine Zeit lang in Kiel.

Drittes Jahr jetzt? Viertes. Viertes sogar schon. Das heißt jeden Tag hin und zurück? 45 Minuten. Okay, das geht darüber noch. Oh, das geht. Ich fahre recht schnell. Ich wollte gerade sagen, das fahren manche aus Wandsbeck nach Stelling. Ja, so argumentiere ich auch. Ja, und ich habe es gerade schon gesagt, du machst gerade deinen Fußballlehrer UEFA ProLizenz.

Ja, ihr seid, glaube ich, kurz vorm Ziel. Wann ist die Abschlussprüfung? Kannst du schon sagen, welches Thema dich dann erwartet? Ein paar Jungs und Mädels sind schon dran jetzt diese Woche und ich bin nächste Woche dran. Das Thema ist dann, man muss eine Abschlusspräsentation halten über seinen persönlichen Werdegang in der ProLizenz, was man dort gelernt hat, mitgenommen hat, wo man hin möchte.

Und darum geht es dann eigentlich und danach werden wahrscheinlich über die Präsentation Fragen gestellt. So stelle ich mir das vor. Okay, so stellst du dir das vor. Ja, eigentlich war es auch so der Tenor, was sie gesagt haben, aber man weiß natürlich nie, das ist immer ein kleines Geheimnis. Ja, letztes Jahr haben ja Merlin Polzin und Luik VW gleichzeitig da die Lizenz gemacht.

Du hast sie ja wahrscheinlich auch noch in deiner Zeit beim RSV kennengelernt. Luik, glaube ich nach dir, aber Merlin auch noch. Habt ihr euch da mal ausgetauscht, was dich da so erwartet? Ja, erstmal lieben Gruß. Merlin und ich, also jetzt über die Abschlusspräsentation nicht, aber generell über die Pro-Lizenz haben wir uns schon ausgetauscht.

Wir waren ja auch ein Modul schon beim HSV und es war schön, die beiden oder alle da zu sehen. Und da haben wir natürlich ein bisschen gequatscht. Genau, das war im Februar, als er hier beim HSV in der Zubo-Suchwart fiel vor allem auf, weil natürlich dann auch prominente Namen dabei waren, wie Heiko Westermann, alter Bekannter im Volksparkstadion.

Aber natürlich auch Sandro Wagner, ganz prominenter Name, weil er damals, glaube ich, sogar noch Co-Trainer bei der Nationalmannschaft war. Jetzt in Augsburg das erste Mal in der Bundesliga gerade seinen Job verloren beim FC Augsburg. Aber auch Sabrina Wittmann zum Beispiel, eine interessante Trainerin, einzige Profitrainerin gerade im deutschen Fußball beim FC Ingolstadt.

Schon ein spannender Gehergang, oder? Auf jeden Fall. Total tolle Menschen habe ich dort kennengelernt oder kennenlernen dürfen. Und mit ganz vielen bin ich auch noch in Kontakt und regelmäßig im Austausch. Und das macht echt total viel Freude, ja. Genau, und ich habe es eingangs schon gesagt, du warst mal beim HSV.

Das ist jetzt auch schon ein paar Jahre her. Du hast, glaube ich, 2015 angefangen. Damals unter Joe Zinnbauer bist du zu den Profis gekommen. Kannst du gleich nochmal genau sagen, warst dann im Nachwuchs eine Zeit lang, bist dann nochmal unter Christian Titz zu den Profis gekommen als Co-Trainer und hast dann mehrere Profi-Trainer noch erlebt.

Also dann ging es weiter mit Hannes Wolf, Dieter Hecking, Daniel Thun und genau, dann als Tim weiterkam, bist du dann nach Fürth gewechselt. Genau, so habe ich es mir notiert. Absolut, notiert. Sehr gut. Ja, mit Joe Zimbauer fängst du an. Ist der auch hier derjenige gewesen, der dich damals dann zum HSV gebracht hat?

Nee, also mit dem hatte ich nicht ganz so viel zu tun. Also mich hat damals Matze Kreuzer, das war der Chef der Analyseabteilung, der hat mich eingestellt. Ich musste während meines Studiums ein Praktikum machen und hatte dann quasi im Background, hatte ich eher Aufgaben im Office und war jetzt nicht viel oder gar nicht mit auf dem Platz, außer dass ich da das Highpod damals geschenkt habe. bei den Trainingseinheiten.

Genau, das habe ich ein halbes Jahr gemacht. Dann war ich ein Jahr weiterhin noch in der Spielanalyse tätig, ehe ich dann in den Nachwuchs gegangen bin. Genau. Okay. Und dann über Greuther Fürth bei Holstein Kiegel landet. Auch eine spannende Zeit erlebt. Dann mit dem Aufstieg in die Bundesliga. Ein Jahr habt ihr dort überlebt. Ja, war natürlich der Underdog.

Dann ging es wieder runter. Jetzt wieder zweite Liga. Ihr tut euch aktuell noch ein bisschen schwer, natürlich nach einem großen Umbruch im Sommer. Jetzt ist der RSV wieder Bundesligist, Nachdem ihr letztes Jahr ja noch dem HSV den Aufstieg so ein wenig versaut habt, hier damals mit dem Sieg in Hamburg, erinnere ich noch.

Entsprechend ist wahrscheinlich dann auch die Rollenverteilung jetzt am Mittwochabend, oder? Der FB-Pokal, Achtelfinale, Kiel zu Gast beim HSV. Der HSV-Bundesligist, ich glaube, da fahrt ihr dann erstmal als Außenseiter jetzt dahin, oder? Definitiv sind wir der Underdog, wenn wir gegen einen Bundesligist spielen und dann vor allem auch noch beim HSV. Aber wir wissen ja alle, wie es im Pokal läuft und wir malen uns da auf jeden Fall auch Chancen aus und fahren da hin, um zu gewinnen, ist natürlich klar.

Genau, jetzt am Sonnabend habt ihr gegen Hertha BSC zu Hause 1 zu 0 verloren. Dann am Sonntag warst du aber im Volksparkstadion. Ich war da, ja. Privat oder dann direkt im Auftrag von Hotchank Kiel, um mal den Gegner schon dir anzuschauen? Also erstmal war ich natürlich dann noch in Kiel und bin dann losgedüst zum Spiel.

Ich habe mir natürlich dann nochmal mein letztes Bild gemacht über den HSV beim Spiel gegen den VfB. Und war auch bis zum Schluss da und habe das Stadion auch noch explodieren hören, als dann das Tor gefallen ist. Also es war ein krasser Moment, glaube ich, für den HSV und hat natürlich ein paar Aufschlüsse gegeben für mich und für uns als Holstein Kiel.

Bist du dann auch noch jubelnd aufgesprungen, so mit deinem vielleicht noch HSV-Herz tief drin nach so vielen Jahren in Hamburg? Oder kann man das mittlerweile dann entsprechend trennen und in dem Fall dann wirklich als Konkurrent und kommender Gegner dir das angeschaut? Also ich bin aufgesprungen, weil ich nichts mehr gesehen habe.

Ich habe jetzt nicht gejubelt, nein. Ja, aber da sind wahrscheinlich alle aufgesprungen, als dann Fabio Baldé loslief. Du warst im Nachwuchs beim HSV, hast du den eigentlich noch mitgelebt? Den habe ich nicht mitbekommen, nee. Also zwei Jahre war ich dort im Nachwuchs und dann ging es ja dann wieder hoch.

Den habe ich, glaube ich, nicht mitbekommen, weil er zu der Zeit, glaube ich, auch noch einen Tag jünger war und nicht in den jungen Mannschaften gespielt hat, wo ich dann für verantwortlich war. Ja, wie hast du den HSV in diesem Spiel beobachtet oder erlebt dann auch, also es sah ja dann zum Schluss nicht mehr danach aus, als ob sie das noch gewinnen konnten in der ersten Halbzeit.

Ja, gut gestartet mit dem Tor von Robert Letzel, dann auch eine tolle Geschichte. Aber mit dem Platzverweis eigentlich war jeder dann wahrscheinlich froh, dass es noch zum Punkt gereicht hat. Wie hast du dann diesen Schlussmoment miterlebt? Ja, ich habe eigentlich ein ausgeglichenes Spiel gesehen. Natürlich ein paar Vorteile für den VfB, was das Spielerische angeht, aber immer wieder mit gefährlichen Nadelstichen vom HSV gerade in Kontern.

Und ich fand es im Großen und Ganzen jetzt nicht gänzlich unverdient, dass das Tor noch fällt. Es war ja wahrscheinlich eher ein unentschiedenes Spiel, aber so läuft es halt manchmal. Und vor allem, wenn der HSV zu Hause spielt, da muss man da auf jeden Fall besonders aufpassen. Und ich denke, die VfB Stuttgart-Spieler, die hätten sich da in dem Moment wahrscheinlich auch anders verhalten können.

Aber so läuft es halt manchmal und da war es glücklich für den HSV, dass sie dann in der Zahl noch das Tor machen konnten. Auch auf jeden Fall ein sehr, sehr wichtiger Sieg nach fünf sieglosen Spielen in Folge. Insbesondere für die Tabelle, aber natürlich auch für die Stimmung insgesamt. Wie verfolgst du insgesamt überhaupt noch so den HSV? Also klar, ihr seid jetzt in der zweiten Liga, das sind wahrscheinlich andere Klubs, die du dir anschaust, aber wie beobachtest du den HSV noch so aktuell?

Ich gucke schon recht viel noch, also generell Bundesliga, aber ich gucke schon noch in meinem Auge noch auf den HSV. Aber auf St. Pauli auch, weil es halt Hamburg ist und ich einfach das Geschehen gerne mitnehme. Also bin auch häufiger mal in Stadien in beiden. Und wie gesagt, gucke schon gerne noch hin und bin auch guter Dinge, dass beide Mannschaften in der Liga bleiben werden.

Der SV hat es dann ja in diesem Jahr endlich geschafft, die Rückkehr in die Bundesliga. Du warst ein paar Mal mit dabei, als es dann ganz knapp immer nicht gelungen ist. Da gab es ja wirklich dann die verrücktesten Saisonfinals, unter anderem dann mit Dieter Hecking, diese Corona-Phase, dann die verpasste Relegation.

Du hast ja auch mal einen Sieg gegen Stuttgart, einen sehr emotionalen Sieg miterlebt unter Dieter Hecking, 6 zu 2 damals. Das war so ein Spiel, ich erinnere mich noch, oh, wie ist das schön, haben die Zuschauer da gesungen. Und alle haben eigentlich nach dem Spiel gedacht, okay, dieses Jahr klappt es wirklich.

Du auch damals? Ja, das war krass, das stimmt. Aber danke nochmal für das Salz in der Wunde. Schon kein Problem. Das waren auf jeden Fall sehr emotionale Jahre und auch explizit das Spiel, was du ansprichst. Das war ein weltklassisches Spiel, das hat richtig Spaß gemacht. Da hat alles funktioniert. und natürlich war man da beseelt und hat mit Sicherheit auch sehr, sehr fest daran geglaubt, dass es klappt.

Den Ausgang kennen wir alle. Leider hat es nicht gereicht am Ende. Wenn du so an deine HSV-Jahre zurückdenkst, auch gerade so die Jahre in der zweiten Liga, welche Bilder oder welche Spiele kommen da so, die da direkt präsent sind? An welche Stadionmomente erinnerst du dich vielleicht noch so ganz besonders?

Also gerade so ein Tor wie gestern gegen Stuttgart, sowas gab es dann ja bei euch auch hier und da mal. Also ich habe ganz, ganz viele Momente, an die ich mich erinnere. Ein ganz krasser Moment war, also da war ich noch nicht bei den Profis, aber der Abstieg da im Stadion, das war schon echt krass, muss ich sagen.

Das hat viel mit mir gemacht und danach, als ich dann bei den Profis dann oben war, da gab es schon ein paar Highlight-Spiele. Also das Stuttgart-Spiel sprichst du an. Auch, ich meine, wir sind dann damals im DFB-Programm mit Hannes Wolf bis ins Halbfinale gekommen, das war auch total besonders, und sehr, sehr viele Spiele, aber auch die, die dann eher negativ behaftet sind, die dann hängen geblieben sind, also ein Spiel in Paderborn, wo es um alles ging, das war jetzt nicht im Volkspark, aber.

Und das war dann auswärts, wo ich mich daran erinnere, wie viel wir uns vornehmen, was wir an Energie reingesetzt haben, um dieses Spiel zu gewinnen und viele Dinge vorbereitet haben. Und dann am Ende verlieren wir dort und schaffen es dann nicht aufzusteigen mit diesem Spiel. Und das sind auch Momente, die dann hängenbleiben. Aber überwiegend sind natürlich die schönen Momente, die schönen Erlebnisse.

Wir haben ja doch mehr gewonnen als verloren, waren ja immer mithoben dabei, aber die hat man dann schon im Kopf. weil am Ende will man es mit dem HSV natürlich immer hochschaffen. So wollten wir es damals und haben wir leider nicht geschafft. Du hast aber sehr viele Trainer auch dann erlebt, sehr viele sehr unterschiedliche Trainer, auch einige Co-Trainer.

Jetzt, wo du selbst dann auch dabei bist, vielleicht dann irgendwann in Richtung Cheftrainer auch zu gehen. Von welchen Trainern konntest du dir so bestimmte Sachen dann abschauen? Also gerade Christian Titz in der Anfangszeit, da hat er schon einen sehr, sehr besonderen Spielstil, den er jetzt natürlich auch etwas angepasst hat.

Also ich glaube, wenn man jetzt in Hannover guckt, der Torwart steht ja nicht mehr kurz vor der Mittellinie. Dann aber natürlich auch Daniel Thun, der jemand war, der sich sehr, sehr stark immer neue Matchpläne überlegt hatte. Was hast du da so mitgenommen? Also für den HSV war es damals natürlich eher uncool, dass so oft der Trainer gewechselt wurde.

Jetzt im Nachhinein für mich persönlich ist es ein großes Privileg, mit so vielen Trainern zusammenarbeiten, dass ich mit so vielen Trainern zusammenarbeiten durfte, weil man natürlich ganz viel verschiedene Spielideen oder Führungsstile mitbekommt. Und ich habe ehrlich gesagt von allen was mitgenommen.

Und auch von Merlin, der damals unter Daniel schon da war und der ein sehr akribischer Arbeiter ist und von dem man auch viel mitnehmen konnte. Also es waren nicht nur die Cheftrainer, es waren auch Co-Trainer. Also es ist ein großes Privileg und ich bin echt dankbar dafür, weil die mich auf meinem Weg natürlich auch.

Oder meinen Weg quasi bereitet haben mit all den Ideen, die ich im Kopf habe über Fußball und das ist echt cool. Wir hören jetzt an dieser Stelle mal einen dieser Co-Trainer, der dich in dieser Zeit begleitet hat. Aktuell sehr, sehr erfolgreich bei Hannover 96 mit Christian Titz. Hören wir mal, wer da kommt.

Lieber Alex, jetzt ist es schon eine Weile her, dass wir beide zusammenarbeiten durften. War eine schöne Zeit. Vor allem habe ich einen Wettbewerber gehabt, mit dem man sich immer messen konnte vor und nach den Trainingseinheiten am Rebounder, auf dem Futsalcourt oder wo auch immer. Hat sehr viel Spaß gemacht, war auch immer ein harter Gegner.

Deswegen jetzt meine Frage, neben meiner Person, wer war denn der stärkste Trainer, Co-Trainer, Athletiktrainer, gegen den du bis hierhin je spielen durftest? Vor allem von den Jungs wissen wir, dass einige sehr gute Jungs dabei waren. Hier noch weiterhin einen schönen Podcast und eine erfolgreiche Zeit.

Seht zu, dass ihr die Dreier einsammelt bis Weihnachten und dann eine schöne Zeit. Ja, der eine oder andere wird ihn vielleicht erkannt haben, der eine oder andere vielleicht aber auch nicht. André Kilian war das, damals Co-Trainer unter Christian Titz, dann auch noch unter Hannes Wolf und jetzt natürlich dann auch mit Titz nach Magdeburg und jetzt nach Hannover 96, zu Hannover 96 gewechselt und ja, damals ein sehr, sehr beliebter Spielpartner.

Ich erinnere mich noch, dass ihr sehr, sehr häufig dann noch nach den Einheiten da zum Campus hochgelaufen seid. Liebe Grüße, André, ein super Typ, echt, ich mag ihn total gerne, toller Mensch, der manchmal mittrainiert hat bei uns und da hatten wir noch echt gute, also was heißt noch, wir hatten richtig gute Spieler damals mit Orel Mangala, Douglas, der auch dabei war, Hichang Wang und André war technisch echt nicht schlechter als die, der war echt richtig gut.

Aber neben ihm habe ich natürlich mit Dirk, Dirk Bremser, ganz, ganz viel gezockt. Und der war nochmal kompetitiver als André, würde ich sagen. Und mit dem habe ich mir auch heiße Fights geliefert. Kam natürlich mal ein bisschen auf die Kategorie an beim Tech-Ball. Da ist Bremser dann schon eine Ecke besser gewesen als André.

Aber ich würde sagen, wenn der Ball flach am Boden war, da war André schon sehr, sehr gut. Der Bremser auch aktuell jetzt wieder bei Holstein-Kiel, dein Spielpartner? Ähnlich wie beim HSV damals immer nochmal, ein kleines Battle irgendwo. Ja, Rappo ist auch dabei, wir spielen immer ein Turnier nach getaner Arbeit.

Hört sich echt so an, als würden wir nach dem Trainingsspiel gehen. Wir arbeiten schon noch, sind dann abends in der Halle und spielen ab und zu mal Techball, um echt einen Ausgleich zu haben von dem. Von dem Arbeitsalltag. Und da sind Bremse und Rapport sind da immer dabei. Und dann liefern wir uns ein paar heiße Matches.

Diese Trainingseinheiten, die du gerade angesprochen hast, mit Andrej Kijan dann teilweise auf dem Platz oder auch Mike Goebbels, der dann irgendwie linksverteilt gespielt hat. Und ich weiß gar nicht, ob du dann auch hier und da mal auf dem Platz warst, auf jeden Fall. Ja, du hast ja schon gesagt, ihr hattet damals super Einzelspieler, aber am Anfang der Vorbereitung noch ein bisschen Probleme, da den Kader entsprechend zusammenzukriegen.

Wenn man das jetzt vergleicht mit der aktuellen Mannschaft oder auch die, die letztes Jahr dann aufgestiegen ist, schon eine andere Kaderbreite dann auch gewesen. Wir waren natürlich auch total im Umbruch. Also da gab es natürlich einige Spieler, die sich eher in der ersten Liga gesehen haben und dann auch noch weg wollten.

Dementsprechend so Philipp Kostic als Beispiel war dann so, dass dann auf jeden Fall noch was passiert ist und das wussten wir aber und das war dann auch für Christian und das ganze Trainerteam klar und kam mir gut mit klar. Ja. Du hast Merlin Paulzin und Louis Quavier eben schon mal angesprochen, als ihr da im Februar zu Gast wart, haben die beiden ja auch einen Vortrag gehalten im Rahmen dieses Pro-Lizenz-Lehrgangs.

Was haben die euch da so erzählt? Auch ein bisschen was über ihre Philosophie jetzt beim HSV? Hast du da vielleicht schon ein bisschen was mitnehmen können, was Kiel jetzt am Mittwochabend erwartet? Nein, die beiden haben jetzt nicht komplett im Detail darüber gesprochen, wie die Philosophie ist, aber haben natürlich einige Einblicke geben können.

Das war auch total, also erstmal vielen Dank an der Stelle, das ist auch nicht selbstverständlich. Wir haben da ja auch beim Training zugucken dürfen. Das war echt cool und haben etwas darüber gesprochen, wie sie die Mannschaft führen und gab total nette Einblicke und coole Einblicke, an denen man sich auf jeden Fall auch orientieren kann.

Genau, mit Merlin hast du ja dann ja ein Jahr unter Daniel Thun noch zusammengearbeitet. Ihr kommt beide so ein bisschen aus dem Bereich Analyse auch. Gerade bei Daniel Thun war das ja auch mal ein sehr, sehr wichtiger Teil. Wie habt ihr euch damals so aufgeteilt? Wer war dann so für zum Beispiel Gegneranalyse zuständig?

Habt ihr euch da immer eng abgestimmt? Und ja, Merlin war schon auch näher dran an Daniel auf jeden Fall und war dann, so habe ich es wahrgenommen, so war es auch, war dann schon der erste Co-Trainer, der die rechte Hand von Daniel war. Und ich habe ihm dann ganz, ganz viel in der Analyse der Einzelspieler und der individuellen Analyse plus auch das eigene Spiel, haben wir uns gegenseitig natürlich ergänzt und haben ganz, ganz viel darüber gesprochen.

Wir hatten dann damals Sören Mayer, der hat die Gegnervorbereitung gemacht und dann waren wir eigentlich ein ganz gutes Team. Hättest du dir zu dem Zeitpunkt mal vorstellen können, dass Merlin dann so eine Karriere macht, den Aufstieg mit dem HSV schafft und jetzt als Cheftrainer dann den HSV in der Bundesliga betreut?

Ja, auf jeden Fall. Also so Geschichten schreibt der Fußball. Und Merlin ist ein total akribischer Arbeiter und ein guter Mensch. Und ich habe nicht gezweifelt, als er dann die Chance bekommen hat, dass er das erfolgreich beschreiben wird. Du hast schon gesagt, so klar, das akribische Arbeiten natürlich dann auch als Persönlichkeit jetzt auch gewachsen.

Das lernst du jetzt vielleicht dann auch im Fußballlehrer, was es dann so bedeutet, in der ersten Reihe zu stehen und dann auch entsprechende Themen zu moderieren, unter anderem ja auch unseren Bereich Medien. Wie sieht es da bei euch aus? Macht ihr da entsprechende Schulungen dann auch? Wird man da so ein bisschen drauf vorbereitet auf entsprechende Pressekonferenzen oder so? Ja, man versucht es auf jeden Fall.

Wir hatten ein Modul, wo es dann ausschließlich um Medienschulung ging. Es war total spannend, weil gerade für mich aus der zweiten Reihe als Co-Trainer natürlich nicht ganz so viel mediale Präsenz da ist. Und da gab es dann einige Einblicke und auch eine Pressekonferenz oder so eine Art Kreuzverhör, haben sie es damals genannt, wie man dann darauf reagieren sollte auf viele Fragen. Das war total spannend.

Total gut, so Einblicke mal zu bekommen. Und jetzt vor kurzem haben wir dann nochmal eine Pressekonferenz gegeben, als wir in Frankfurt waren. Und auch das ist schön zu üben, gerade für Leute, die, wie gesagt, das nicht so häufig machen. Ein paar erfahrene Haudingen haben wir da schon drin. Die haben es dann so runtergespult.

Und das ging dann von denen wahrscheinlich auch ganz leicht von der Hand. Hast du noch Kontakt zu Merlin dann auch oder zum HSV insgesamt? Ja, ab und zu schreiben wir. Jetzt ein paar Monate nicht mehr, aber mit Merlin habe ich noch Kontakt, ja. Ja. Wie hast du denn jetzt so den HSV beobachtet oder wie oft bist du dann auch für diese Themen zuständig im Trainerstab von Holstein-Kiel, dass du dich dann vor allem mit den Gegnern beschäftigst oder wo ist da so dein Schwerpunkt jetzt aktuell?

Mein Schwerpunkt, also eigentlich teilen wir uns alles, wir sind ein Team, was alle Themen untereinander aufteilt und wir haben zwei Analysten, die sich ganz viel um den Gegner kümmern. Marcel guckt selber sehr, sehr viel, den Gegner guckt viele Spiele, ich gucke ein paar Spiele und dann tragen wir zusammen und versuchen dann unsere gemeinsame Idee dann Richtung Mannschaft zu übertragen.

Also so ist meistens der Ablauf bei der Gegnervorbereitung. Ja, und ja, so welche Erkenntnisse habt ihr jetzt in der HSV-Vorbereitung gewonnen? Also der HSV spielt jetzt doch einen deutlich anderen Stil als noch in der Zweitliga-Zeit, hat da seine Ausrichtung komplett verändert, auch unter dem Trainer Melvin Poensin dann.

Rechnet ihr auch damit, dass er ähnlich spielt wie jetzt in der Bundesliga oder glaubst du, dass sie gegen euch auch nochmal vielleicht was ganz anderes machen? Was ganz anderes werden sie, glaube ich, nicht machen. Ich kann mir schon vorstellen, dass es ein etwas aktiverer Ansatz werden kann gegen uns.

Und dann kommt ein Zweitligist und gerade ist eher das Spiel das Tiefe verteidigen und kontern. Wir bereiten uns auf jeden Fall auch darauf vor, dass etwas höher angelaufen wird und dass wir darauf auch Lösungen haben. Mhm. Gibt es Kontakte noch so in die aktuelle Mannschaft? Also ein paar Spieler sind ja noch da, Daniel Heuer-Fernandes, Bakari hat da, auch wenn er jetzt aktuell überhaupt nicht zum Einsatz kommt. Ja, liebe Grüße an die beiden.

Da habe ich jetzt keinen Kontakt mehr zu. Ich hatte noch ab und zu mit Tom Mikkel Kontakt. Der ist jetzt ja auch nicht mehr in der Mannschaft dabei. Und gerade ist dann Rambo, den wir ja letztes Jahr noch in Kiel hatten. Mit dem stehe ich noch ab und zu in Kontakt. Auch an dieser Stelle liebe Grüße. Ich weiß nicht, ob er es hören wird, aber wir sehen uns ja dann am Mittwoch.

Rambo für alle, die es noch nicht wissen. Nikolaj Remberg natürlich, wobei sich mittlerweile der Name Rambo auch hier durchaus rumgesprochen hat, insbesondere natürlich auch aufgrund seiner Spielweise. Und ja, liebe Grüße auf jeden Fall zurück und ich könnte mir vorstellen, er wird diesen Podcast hören, denn jetzt hören wir ihn auch mal.

Moin Alex, Rambo hier, es freut mich schon, dich morgen mal wiederzusehen. Ich habe aber auch noch eine Frage, warum warst du eigentlich vor der Bayern-Woche so sauer im Training? Erklär uns das mal. Ich kann mich da nichts erinnern, Rambo. Sehr interessante Frage. Also erstmal aufklären. Spiel in München mit Kiel, meint er wahrscheinlich?

Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, was er weiß. Ich war nicht sauer, Rambo. Das ist so alles okay. Vielleicht habe ich den Techball verloren. Ich weiß es nicht. Ich habe keine Ahnung, worauf ich hinaus will. Gar keine Ahnung? Okay. Dann müssen wir das wahrscheinlich im Nachhinein mal aufklären. Das klären wir dann auch. Aber ihr habt letztes Jahr mit Kiel in München gespielt und ich meine 4-3 verloren. Nach 0-4 im Rückstand nochmal drei Tore gemacht.

Gab es irgendeinen Moment, wo du sauer warst? Es gab bestimmt mal einen Moment, wo ich sauer war, aber ich erinnere mich nicht an den Auslöser, ehrlich gesagt. Okay, dann klären wir das auf jeden Fall nochmal auf. Rambo wird ja auch morgen dann in der PK sitzen und über sein Wiedersehen dann mit Kehl sprengen. Ja, dann könnte er dem ja nochmal die Frage stellen.

Werde ich auf jeden Fall machen. Auf jeden Fall Nikolaj Ramberg, ein absoluter Volltreffer. Als Transfer beim HSV haben jetzt wahrscheinlich nicht so viele mit gerechnet, dass er so direkt gleich einschlägt und so ein Leistungsträger wird. Ich könnte mir vorstellen, du bist jetzt nicht sonderlich überrascht. Überhaupt nicht, ne.

Also ein toller Spieler, der seine Qualitäten natürlich in der Intensität auch im Zweikampf hat und auf jeden Fall eine Bereicherung für den HSV, weil er ein ganz tolles Gefühl hat für die Balance im Spiel. Und der ist in ganz, ganz vielen Situationen vielleicht nicht so auffällig, aber sehr, sehr wichtig.

Aber bei uns auch. Er hat auch einen krassen Karriereweg hingelegt, also vor drei Jahren noch in der Regionalliga gespielt bei Preußen Münster, dann aufgestiegen mit Münster in die dritte Liga, dann mit euch aufgestiegen bei Kiel in die Bundesliga dann gleich und jetzt beim HSV Leistungsträger. Das ist schon ein sehr, sehr, sehr steiler Weg jetzt und wohl erdient.

Absolut. Was traust du ihm da noch zu? Was geht da sogar vielleicht noch mehr? Ja, an sich traue ich ihm alles zu. Auch er, der bei Rambo ist so, der ist der Erste, der kommt, immer im Kraftraum ist, ist nie verletzt. Toi, toi, toi, drücke die Daumen, dass es so bleibt. Was natürlich auch immer toll ist für Trainer, dass man auf einen immer setzen kann, der sehr viel auch für sein Spiel tut, für dieses robuste Spiel.

Natürlich, das fängt nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben. Man sieht, wie trainiert er ist und ich hoffe, dass er noch eine große Karriere vor sich hat, weiterhin. Ich hoffe natürlich für alle HSV-Fans, dass er lange beim HSV bleibt, aber wir können das Geschäft ja auch alle mal gucken, wo es hinführt.

Aber da bin ich guter Dinge, dass Rambo da noch ein paar Schritte machen kann. Schauen wir mal. Die Schritte, die ihr dann auch geht, in den nächsten Wochen, jetzt am Mittwochabend beim HSV, rechnest du eigentlich mit einer großen Rotationen beim HSV? Also im letzten Spiel hat dann ja Daniel Peretz im Tor gespielt, wird wahrscheinlich dann auch am Mittwochabend wieder so sein.

Ich weiß jetzt nicht, ob so jemand wie Jonas Meffert dann vielleicht auch mal wieder in die Startelf rutscht, obwohl er jetzt gar nicht im Kader stand. Ist das auch schwierig für euch dann, sich darauf vorzubereiten, weil es noch so ein bisschen unberechenbar ist, wer dann da spielen wird? Ja, das Spiel, das ändert sich natürlich schon immer mit den Personalien, aber im Großen und Ganzen glauben wir, dass die Spielidee die gleiche bleibt.

Ob dann das Trainerteam vom HSV sich dazu entscheidet, andere Spieler spielen zu lassen. Das können wir nicht beeinflussen. Wir rechnen natürlich mit ein paar Spielern, die jetzt vielleicht gegen den VfB nicht gespielt haben, aber dass da jetzt eine ganz große Wechsel. Auch hier stattfindet, glaube ich nicht. Vielleicht kannst du aber schon ein bisschen verraten, wie denn Holstein Kiel auftreten wird.

Also ihr wart ja in der Bundesliga schon durchaus immer sehr mutig, auch als Aufsteiger, habt viele Tore geschossen, aber auch sehr, sehr viele Tore kassiert. Jetzt in der zweiten Liga, nach einem großen Umbruch im Sommer, tut ihr euch noch schwer. Dann aber jetzt zum Beispiel im DFB-Pokal in Wolfsburg gewonnen.

Ja, auch relativ souverän. Und jetzt in der Liga aktuell aber noch mit etwas Problemen. Liegt das dann vor allem auch an diesem Umbruch im Sommer? Ja, also auch. Generell wünschen wir uns natürlich, dass wir weiter umstehen würden. Ich glaube, die Spielleistungen waren häufig so, dass wir auf jeden Fall für mehr Punkte in Frage gekommen sind, als wir jetzt dann am Ende auch geholt haben.

Ja, also ich denke, der Umbruch ist ein großer Teil davon, warum wir vielleicht noch nicht ganz so in Fahrt gekommen sind. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass wir auf jeden Fall noch punkten werden, jetzt auch in der Hinrunde noch. und dann werden wir hoffentlich in der Rückrunde noch mal besser performen, müssen wir auch, ist unser Anspruch und das ist das große Ziel.

Was so die Spielweise angeht, kann man damit rechnen, dass ihr da weiterhin mutig und offensiv auftretet, so wie ihr es dann auch in der Bundesliga gemacht habt? Ja, ich meine, das ist unsere Philosophie. Wir haben mit Marcel Rapp einen Trainer, der ganz viel Wert auf Ballbesitz auch legt und wir wollen schon den Ball haben und fühlen uns nicht...

Wir fühlen uns damit wohl auch. Dementsprechend glaube ich schon, dass wir auch am Mittwoch den spielerischen Ansatz wählen können. Aber natürlich in Nuancen werden wir uns auf alles vorbereiten. In jeder Phase versuchen, gut zu sein, eklig zu sein und dem HSV versuchen Paroli zu bieten. Ihr hattet in den letzten zwei Jahren noch eine schöne Hamburger Gruppe bei euch mit vielen bekannten HSV-Gesichtern.

Also Rambo ist jetzt hier, aber Finn Porat zum Beispiel, Luis Holtby natürlich, Vite Arp. Ja, richtige Hamburger HSV-Connection. Aber wahrscheinlich dann auch in Kiel noch viel so unter euch zusammen. Ja, also bei den Spielern mehr als dann in Persona mit mir. Aber wir haben natürlich auch einige Geschichten, die wir gemeinsam erlebt haben.

Und es war echt immer schön, wenn wir darüber gesprochen haben. Ja, dann wollen wir mal einen von diesen Jungs hören und ja, viele werden seine Stimme natürlich direkt erkennen und du mit Sicherheit auch. Mein lieber Alex, ich grüße dich. Ich hoffe, du kriegst leicht schwitzige Hände, wenn du meine Stimme hörst, mit der Aufforderung eine Anekdote oder eine kleine Frage hier reinzuwerfen.

Was mir direkt in den Sinn gekommen ist, das frage ich mich nämlich jetzt schon ein bisschen länger. Wie man denn ohne jeglichen Einfluss von Alkohol und komplett nüchtern beide Aufstiegseier auf die Idee kommt, zum Knie rutscher auf der Bühne anzusetzen? Kannst du uns da mal vielleicht einen Einblick geben, was dich da gerettet hat?

Na, dann wünsche ich euch ganz viel Spaß, Alex. Ich bin gespannt. Habt's gut. Besten Gruß aus Dänemark. Ja, viele Grüße von Fiete Arp aus Odense. Viele Grüße. Ich habe auf jeden Fall jetzt schwitze gehen. Vielen Dank. Und im Gegensatz zu der Frage von Rambo, weißt du diesmal auch genau, worum es geht?

Ganz genau. Da war doch Alkohol im Spiel und du hast es schon verdrängt? Ja, da war auf jeden Fall Alkohol im Spiel. Und es war so, dass wir auf der Aufstiegsfeier am Rathausplatz gewesen sind in Kiel. Und das war echt voll, das müsst ihr euch vorstellen, so viele Menschen. Und das war echt eine geile Busfahrt dahin.

Und da haben wir dann doch ordentlich Gas gegeben auf der Fahrt schon dahin. Und dann wurden wir einzeln aufgerufen und das Trainerteam zum Schluss und die Bühne war aber aufgrund der ganzen alkoholischen Getränke, die die Jungs in der Hand hatten, relativ rutschig. Und als ich aufgerufen wurde, bin ich tanzen auf die Bühne und habe dann mit dem Gesicht gebremst. Davon gibt Fotos. Das ist echt neil.

Die Fotos müssen wir auf jeden Fall da nochmal rausnehmen. Die reiche ich. In unserem Zeitungsartikel vielleicht auch nochmal dazustellen. Okay, ich hätte jetzt gedacht, du bist da wollend sogar wie Van Torjuhl da reingerutscht. Ich würde zwar böse Stimmen behaupten, der Cheftrainer hat mich leicht geschubst, aber er verleugnet das.

Ja, aber das hat Vita Abt, glaube ich, auch im Interview vor ein paar Wochen bei uns betont, diese Aufstiegsmannschaft von Kiel, die war schon was ganz Besonderes, oder? Ja, das war echt ein geiles Jahr. Das muss man sagen, was da zusammengewachsen ist. Natürlich auch durch die gewonnenen Spiele, die wir dann hatten und die Serien, die wir gestartet sind, wächst natürlich sowas auch total schnell zusammen.

Und das hat aber mega Spaß gemacht, weil das in sich alles sehr gefestigt war, was wir gemacht haben und die Mannschaft so gelebt hat. Deswegen, das ist ein Jahr, was ich persönlich nie vergessen werde und vor allem auch die Feierlichkeiten danach. Das war echt cool. Sehr schön. Luis Holpier war ja auch dabei. Der hat auch ein richtig starkes Aufstiegsjahr gespielt.

Der, meine ich, war dann auch in Hamburg immer noch wohnhaft. Seid ihr öfter mal dann zusammen zum Training gefahren und wieder zurück? Das nicht. Doch wohl, der hat mich mal mitgenommen, als ich mein Auto dort gelassen habe, weil wir dann nach Hamburg geflogen sind und ich mein Auto in Kiel hatte. Dann hat er mich am nächsten Morgen mitgebracht, aber so oft waren wir jetzt nicht zusammen unterwegs.

Er hat nämlich in einer anderen Ecke in Hamburg gewohnt, das wäre ein großer Umweg gewesen für ihn. Ich habe damals in Norderstedt noch gewohnt, wir sind ja erst nach Hamburg wieder reingezogen. Luis Holtby spielt jetzt in den Niederlanden, Fiete Arp in Dänemark. Ist da noch regelmäßig Kontakt da? Mit Fiete habe ich letztens geschrieben, weil wir gegen ein dänisches Team getestet haben.

Und da hatten wir Austausch und haben über seine Standards gesprochen und wie es gerade bei ihm läuft. Also lieben Gruß nochmal. Macht sich sehr, sehr gut. Freut mich total an den Jungen. Bei ihm läuft es tatsächlich sehr gut. Richtig stark in die Saison gestartet. Auch jetzt am Wochenende wieder ein Tor geschossen.

Bei euch würde ich sagen, Kam er so ein bisschen wieder von seiner Entwicklung her auf den richtigen Weg, aber so den ganz großen Durchbruch hat er dann doch nicht geschafft. Wie siehst du so seine Entwicklung insgesamt? Vieles so nach seiner Zeit beim HSV und bei den Bayern war natürlich immer mit einer bestimmten Erwartungshaltung verbunden.

War die auch in Kiel vielleicht noch hier und da zu groß oder hattest du das Gefühl, dass er bei euch schon sehr, sehr gut aufgehoben war dann? Ja, ich glaube schon. Also Fiete war bei allen öffentlichen Terminen der gefragteste Mann. Und ich glaube, man hat schon gemerkt, dass Fiete ab total en vogue ist.

Und ich weiß jetzt nicht, was es persönlich mit ihm gemacht hat. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass er in ganz vielen Situationen einfach nur in Ruhe gelassen würde und einfach nur Fußball spielen möchte. Und das hat er bei uns gerade in der Aufstiegssaison eine echt gute Phase gehabt, wo er viele Tore geschossen hat und auch großen Anteil daran hatte, dass wir so erfolgreich waren.

Genau, jetzt läuft es aktuell gut bei ihm in Dänemark und tatsächlich kann er sich da dann auch wirklich wahrscheinlich zum ersten Mal in seiner Karriere jetzt wirklich nur auf Fußballspielen konzentrieren. Wenn du so sein Trainerberater gewesen wärst, hättest du ihm auch zu diesem Schritt dann geraten, vielleicht eigentlich nicht mal so komplett rauszuziehen?

Wüsste ich jetzt nicht, was ich ihm geraten hätte. Da hat er wahrscheinlich Leute für, die das besser können als ich. Ich hätte ihm geraten, dass er irgendwo hingeht, wo er auf jeden Fall spielt weil das ist das, was er kann wenn er spielt, ist er gut und das macht er jetzt gerade in Dänemark wie wir alle mitbekommen haben, echt, echt gut.

Schauen wir mal, wo es ihn dann in der Zukunft noch hinverschlägt, wo wir ihn dann mal wiedersehen. Wie sieht es denn bei dir eigentlich aus? Also du machst jetzt deinen Fußballlehrer. Viele Trainer, die da in den Lehrgängen sind, sind dann auf einem Karriereweg irgendwo dann natürlich auch mal in Richtung eines Clubs in einer Cheftrainerrolle.

Ist das so auch dein langfristiges Ziel? Generell muss ich sagen, dass ich in der Rolle, in der ich jetzt bin, unter dem Cheftrainer, unter dem ich jetzt arbeite, sehr, sehr glücklich bin. Und mir macht das echt Riesenspaß, vor allem, weil wir, was ich gerade schon erwähnt habe, alles im Team zusammen machen und ich viel Verantwortung dort bekomme.

Ich kann mir das, ehrlich gesagt, nicht cooler vorstellen, als Co-Trainer so zu arbeiten, als ich es jetzt mache. Und natürlich ist, wenn man die Pro-Lizenz macht, immer im Hinterkopf, dass man eventuell irgendwann mal was Eigenes machen möchte und vielleicht irgendwann mal in Richtung Cheftrainer geht.

Aber da habe ich mir jetzt persönlich kein zeitliches Ziel gesetzt, sondern ich arbeite jetzt als Co-Trainer bei Holstein Kiel, bin damit glücklich und versuche alles, dass wir in der Liga auf jeden Fall den Turnaround schaffen und möglichst bald ganz viele Punkte holen. Und da geht es dann nicht um mich, sondern einfach um die Sache.

Ja, du bist ja mittlerweile auch Vater geworden. Das ist natürlich dann wahrscheinlich auch nicht so ganz einfach als Trainer. Gerade an den Wochenenden ist man viel unterwegs. Auch abends kommt man eher wahrscheinlich spät nach Hause, wenn du dann auch noch aus Kiel nach Hause fährst. Ist das schwer so, das zu vereinbaren mit der Familie?

Ich habe eine Frau, die ist Weltklasse, die unterstützt mich, wo sie kann und bin total dankbar dafür, dass sie mir so den Rücken frei hält in allen Situationen und... Ja, aber es ist schon herausfordernd. Jetzt auch das Jahr mit der Pro-Lizenz war total herausfordernd, weil wir die freien Tage oder den einen freien Tag, den wir in der Woche haben, der ist ja meistens dann eh schon montags, was nicht ganz cool ist, weil dann die Freunde arbeiten sind und so weiter.

Und man dann natürlich noch mal montags vielleicht einfach mal runterfahren möchte, wenn man sechs Tage arbeitet oder vielleicht sogar noch arbeiten muss. Und dann war es jetzt bei der Pro-Lizenz noch so, dass ich alle zwei bis drei Wochen montags dann auch nicht mehr da oder nicht zu Hause war, weil ich dann noch in Frankfurt sein musste oder bei den Modulen sein musste.

Was ich natürlich gerne gemacht habe, aber auf jeden Fall herausfordernd für uns als Familie und auch herausfordernd für mich als Vater. Ich glaube, das kann jeder nachfühlen. Also die Liebe zum Kind, wenn man das dann nicht so häufig sehen kann, wie man es vielleicht möchte, das ist schon belastend, aber...

Das ist halt mein Job und ich mache den Job auch sehr, sehr gerne. Wenn man sich dann aber überlegt, ob man vielleicht irgendwann mal so auf dieses Trainerkarussell mit aufspringt. Du hast jetzt auch ein paar Kollegen im Trainerlehrgang. Jetzt aktuelles Beispiel Sandro Wagner, im Sommer ein super gefragter Trainer.

Jetzt das erste Mal dann als Bundesliga-Trainer in Augsburg hat es jetzt nicht funktioniert. Ist das dann zum Beispiel, wo man dann vielleicht so denkt, will ich das dann wirklich? Weil dann natürlich auch mal sehr, sehr viel von abhängt. Oder wie denkst du so in diesen Themen? Ja, man muss sich natürlich bewusst sein, dass dieses Geschäft total fluktuativ ist und das sehr, sehr schnell gehen kann, dass man sehr schnell gefragt ist, sehr schnell en vogue ist, aber dann auch schnell wieder raus sein kann und die Ergebnisse oder dieses Geschäft einfach von diesen Ergebnissen lebt.

Und das muss man wissen und auch jetzt bei Sandro ist es dann natürlich ein extremes Beispiel, weil er sehr viel in den Medien oder sehr viel Aufmerksamkeit von den Medien bekommen hat. Und ich habe ihn als total tollen Menschen wahrgenommen, der natürlich laut ist und seine Meinung hat, aber das total in positiver Art und Weise.

Und er wird auch seinen Weg weitergehen, auch wenn es dann mit Augsburg vielleicht nicht ganz so lief, wie er sich das vorgestellt hat. Ist ja gerade erst raus mit der Meldung. Aber auch Sandro ist ein Top-Trainer und er wird auch nochmal einen Verein finden und das wird er dann richtig, richtig gut machen. Da bin ich total überzeugt von.

Und wir sind dann gespannt, wo dich dann deine Wege vielleicht irgendwann mal hin verschlagen. Könntest du dir vorstellen, auch irgendwann nochmal zum HSV wieder zurückzukehren? Zu dieser Abschied dann ohne Aufstieg. Vielleicht ist da noch irgendwie so ein Kapitel, was du gerne irgendwann nochmal so weiterschreiben willst oder abschließen willst. Der HSV wird auf jeden Fall immer einen besonderen Platz haben.

Der hat mir ganz, ganz viel gegeben. Ganz viel über Fußball habe ich dort lernen dürfen und ist auf jeden Fall meine Wahlheimatstadt Hamburg und ich fühle mich sehr, sehr wohl hier, auch wenn ich mich aber bei Holstein total wohl fühle. Und das muss ich auch sagen, wenn mir jetzt einer sagen würde, du bist die nächsten 25 Jahre bei Holstein Kiel, dann fände ich das jetzt auch nicht verkehrt.

Und jetzt am Mittwochabend dann das Heimspiel für dich nach diesem Podcast dann im Volksparkstadion beim HSV, das Pokal-Achtelfinale. Wenn wir nochmal so kurz auf dieses Spiel gucken, was glaubst du, was wird das für eine Partie? Du hast gesagt, ihr spielt mutig, der HSV vielleicht dann ja auch mal etwas offensiver als jetzt in der Bundesliga. Glaubst du, es fallen ein paar Tore?

Ich hoffe, es fallen ein paar Tore auf unserer Seite, dass wir das Spiel gewinnen wollen. Das hatte ich ja gerade schon gesagt. Also Pokal, der wird immer seine eigenen Gesetze schreiben, das wird ja auch jeder sagen. Und ich hoffe, dass wir ganz, ganz lange das Spiel offenhalten können und dann am Ende das Spiel für uns entscheiden können. Ich glaube schon, dass es ein spannendes Spiel wird.

Ich glaube, zwei Trainerteams, die viel Wert auf Inhalte legen und vielleicht auch mal anpassen während des Spiels. Dementsprechend, glaube ich, wird es ein gutes Spiel werden. Das ist doch ein schönes Schlusswort. Dann sind wir sehr gespannt, ob es dann auch wirklich ein paar Tore geben wird und auf welcher Seite.

Wir werden natürlich dabei sein. Du wirst dabei sein, werden sie uns sehen und auf jeden Fall vielen Dank, dass du heute hier dabei warst, hat sehr viel Spaß gemacht. Mir auch, vielen Dank. Und wir melden uns dann in der kommenden Woche wieder nach dem nächsten Nordderby gegen Werder Bremen, da wird es mit Sicherheit auch einiges drüber zu sprechen geben und dann in der Woche darauf geht es nach Hoffenheim und bis dahin in Hamburg sagt man Tschüss, bei uns heißt das, auf Wiederhören. Ciao.

Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie in unserer Abendblatt-Podcast-App und auf abendblatt.de.

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