Anmelden

Im Bett mit Anna-Maria und Anis Ferchichi - Der Bushido Podcast

Wenn das ganze Weltbild wackelt

Freitag, 24. Juli 2026 · 39 min

MP3

Shownotes

+++

Alle Rabattcodes und Infos zu unseren Werbepartnern findet ihr hier: linktr.ee/bushido_podcast

+++
Es wird wieder deep in dieser Folge, denn Anna-Maria und Anis geben Euch einen Einblick in die Ängste, die sie hatten - vor allem um die Kinder. Und es geht um die Frage, wie man es schafft, dieses Gefühl wieder loszulassen, um die Angst vor der Angst nicht noch weiter anzufüttern und allen ein möglichst unbeschwertes Leben zu ermöglichen. Auch sich selbst.
Dieser Podcast wird vermarktet von Julep Media: sales@julep.de

Wir verarbeiten im Zusammenhang mit dem Angebot unserer Podcasts Daten. Wenn Sie der automatischen Übermittlung der Daten widersprechen wollen, melden Sie sich hier: datenschutz@julep.de

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Kinder! Ruhe bitte! Ich hab euch doch gerade erklärt, dass wir jetzt einfach mal kurz Zeit für uns brauchen. Wir müssen was aufnehmen. Ey, ernsthaft, Leute? Ist das wirklich euer Ernst? Meine Güte, lass mich doch nicht immer schimpfen. Mama hat gerade gesagt, kurz Ruhe bitte. Wir sind doch gleich fertig, okay?

Ganz kurz mal nur Mama und Papa. Bis gleich. Dankeschön. Hau ab jetzt, los! Willkommen bei Im Bett mit Anna-Maria und Anis Faschichi, der Bushido-Podcast. Herzlich willkommen meine Damen und Herren, liebe Zuhörerinnen und liebe Zuhörer. Diese Stimme und diese Ansage vor allem sollte euch bekannt vorkommen, denn ihr habt wieder reingeschaltet in euren Lieblings-Podcast Im Bett mit Anna-Maria und Anis. Mein Name ist Anis.

Hi, ich bin's Anna-Maria. Wie war das heute so? Heute? Nee, Ansage so wieder, so marktfreiermäßig. Ich hab nicht zugehört, ich hab tatsächlich nachgedacht, während du... Ich hab nicht zugehört. Kennst du das nicht manchmal, wenn jemand redet und man... Nee, ich hör dir immer zu. Nee, das stimmt nicht. Doch, immer. Jedes einzelne Wort...

Immer. Schon allein. Immer, nie. Absolutismus ist nie gut. Superlativ ist immer ganz gut, wenn man so Sachen behauptet. Schatzi, wie geht's dir heute? Bisschen kühl habe ich gehört heute Morgen. Wir sind so ein bisschen so von unserer Wetter-App heute mal wieder, ist ja jetzt auch nichts Neues, aber wir sind echt mal wieder so ein bisschen hinter das Licht geführt worden, oder?

Aber soll ich mal sagen, seitdem wir in Dubai gewohnt haben, ich kann verstehen, Menschen haben wir jetzt gerade uns drüber enthalten, als wir hergefahren sind, dass Menschen so ausgehungert sind nach Licht. Licht finde ich extrem wichtig, total. Wenn es so grau ist, das schlägt aufs Gemüt nach einer Zeit, das stimmt schon.

Aber Wärme ist sehr anstrengend. Und ich war früher, bevor ich nach Dubai gezogen bin, ich habe ja mal in Madrid gewohnt, danach war ich auch genervt von der ständigen Wärme, also es war wirklich ausrüstig und man dachte, oh. Da ist auch schon ein bisschen wärmer in Madrid? Ja, da ist schon sehr heiß und.

Im Alltag ist es nicht sinnvoll, die Hitze, die belastet dann nur, weil wir Deutschen kennen das ja so, dass wir Wärme eigentlich nur kennen und sondern aus unseren Urlauben oder punktuell dann mal im Sommer kurz, das ist hier immer nur kurz. Das heißt, Menschen, die jetzt nicht längere Zeit im Ausland waren und dort auch einen Alltag hatten, stellen sich das als das Absolute vor.

Habe ich ja selber auch immer früher. 9 plus ultra. Und wenn man das dann aber hat, also wenn du irgendwo in Sevilla wohnst oder in, keine Ahnung, Alicante, was auch immer, oder auch in der Türkei, so Zentraltürkei oder so, da hast du im Sommer auch 48 Grad oder 47 Grad. Das ist so belastend für Tier, Mensch, Agrarwisch, was auch immer, also für alles. Das ist nicht erstrebenswert.

Und das kann man sich ja eben nicht aussuchen, ob es dann 27 Grad sind oder 47. Und ich habe das jetzt wieder gemerkt, als es so richtig heiß war hier. Wie lange war das? Zwei Wochen in München? Ja, das waren schon zehn Tage mindestens. Ich fand es so anstrengend und es hat mich auch wirklich so genervt. Klar, man hat seine Sachen zu tun und dann schon allein Koffer. Ich hatte meinen Koffer nach Amerika.

Ich wollte nicht auspacken. Ja, was war da los? Der stand eine Woche. Wo war die Anna-Maria, die sofort alles ein- und auspackt, sobald sie den Fuß auch schon nur ins Hotelzimmer und oder nach Hause in unser Scharfzimmer, was war los? Ja, das war die Wärme. Ich habe mich so drei, viermal gebückt und dachte so, oh ne, so diese Hitzewallung, dachte ich, auf gar keinen Fall, meine Sachen können genau da liegen bleiben.

Und als wir jetzt zurück sind aus den Dolomiten, habe ich in meine Wetter-App geschaut und dachte so, oh nee, es wird jetzt wieder mindestens, es stand eine Woche 29 Grad. Und dann weißt du, das Haus heizt sich auf. Die Pferde lassen wir dann in Ruhe, die Mädchen gehen nicht reiten. Den Hunden geht es nicht gut. Das ist ja einfach eine Tatsache.

Also ich meine, die sind nicht mal freiwillig. Maschi ist nicht in den Garten gegangen. Die Tür war offen und der hat keinen Fuß rausgesetzt. Das heißt, die suchen, der hat sich dann im Flur in so einer Ecke verkrochen. Pudding hat auch immer sehr gelitten. Genau, die suchen sich das ja dann selber auch den kühlsten Bodenplatz, also irgendwelche kalten Fliesen im Keller oder was auch immer aus.

Und da habe ich mir gedacht, jetzt habe ich richtig gemerkt, jetzt wird es wieder so heiß, wir müssen packen für den Ding. Also ich finde, ich selber habe gemerkt, wirklich gemerkt, dass ich das gar nicht Sonne gerne, aber dann so 23, 24 Grad ist perfekt. Das Licht, wie du gesagt hast, das Licht ist halt echt existenziell.

Die Wärme ist, bis zu einem Punkt ist okay, wenn du so morgens rausgehst und du das Gefühl hast, du bist perfekt angezogen. Es ist nicht zu warm, nicht zu kalt. Das ist natürlich immer das Perfekte. Aber wenn du dann wirklich das Gefühl hast, die Jeans klebt irgendwie am Knie und am Oberschenkel, das macht auch einfach keinen Spaß. Und da bin ich auch selber ein bisschen therapiert von.

Als wir in den Dolomiten waren jetzt die letzte Woche und du dann mir erzählt hast, dass praktisch in München oder generell dann auch wieder eine Hitzewelle so ansteht. So vom Bild her, wie du gerade erzählt hast, war das für mich ein bisschen so kätselndes. Du kommst nach Hause, da ist dann so ein Schlägertyp und der hat dann so einen Holzstab in der Hand und da schlägt sich so in die Hand.

Und die Hitze wartet so auf dich, dass du nach Hause kommst, dass du mal wieder einen auf den Deckel bekommst. Weil es mir aufgefallen ist und so beschreibst du auch deine Gefühle in der Therapie. Ich war schon bei ein paar Sessions, als wir unsere Megakrise hatten letztes Jahr. Hatten wir auch gemeinsame Therapiestunden. Und da ist mir aufgefallen, dass du dein Gefühlsleben immer sehr sinnbildlich beschreibst.

Das würde mir nie einfallen. Also es ist so krass, wie jeder einen anderen Bezug zu seinen Gefühlen hat und wie er die ausdrückt. Du drückst sie immer in Metaphern aus. Ganz krass aber. Also die Hitze, ja, das ist wie so eine Walze, die über dich rüberrollt. Ich habe so Schlägertypen. Ja genau, du hast halt eine richtig bildliche Vorstellung und das machst du mit allen Gefühlen, die du hast. Das Ganze habe ich noch nie.

Ich mache das nicht absichtlich. Nee, nee, aber... Wirklich, aber du hast so erzählt und ich habe mir das so vorgestellt und ich habe tatsächlich so einen Typen gesehen. Brauchst du eine Vorstellung, um das dann so zu fühlen oder kommt das so automatisch? Das ist so automatisch. Das ist so wie, wenn Leute, keine Ahnung, was ich auch ganz oft habe, ist, wenn ich Musik höre, dann sehe ich halt so Farben und so.

Dann höre ich so, ich höre jetzt beispielsweise, keine Ahnung, Instrumente damals, als ich noch Musik gemacht habe. Oh, Leonora vermisst Bushido. Das sagt sie so oft, ne? Das ist so niedlich. Aber weißt du, was ich eines Tages mache? Nur für sie, ne? Wenn sie vom Kindergarten zurückkommt, werde ich so eine kleine Bühne aufbauen.

So wirklich so richtig, so wie wahrscheinlich auch wir. Warte, wir haben noch so Europaletten in der Garage. Werde ich so Europaletten hinstellen. Werde ich so kleine Fakeboxen so hinstellen, weiß ich meine. Und dann werde ich so sagen, so komm schnell, du bist jetzt rechtzeitig zum Bushido-Konzert und so. Und dann werde ich extra, in ihrem Zimmer auf dem Tisch.

Ein kleines Privatkonzert, nur für Leonora. Die will immer Bushido hören. Wo ist Bushido? Wann wird Papa wieder Bushido? Dann hat sie jetzt auch immer die Hand gehoben, von vorne nach hinten und so. Das ist echt ganz cool. Ich sehe auch Farben und so. Das passiert einfach nur. Das ist jetzt nichts, was ich wirklich...

Ja, aber dann hast du ja schon eine andere Art. Wie zum Beispiel Leute lernen. Das ist ja auch so unterschiedlich. Die einen haben das visuell und die anderen haben das audit. Du musst immer alles aufschreiben. Das ist so ein Ding, wo ich gar nicht mit klarkomme. Habe ich das einmal geschrieben und ich muss es in meinen Wörtern, ich könnte nie mit einem Skript am Laptop in der Uni sitzen und dann lese ich mir das, das ist ja alles schon gut strukturiert.

Nein, und ich war auch so eine, ich musste dann die Überschrift, das waren ja auch diese Zwänge, die ich dann in der Schule hatte, ich habe Stunden damit verbracht zu Hause. Hast du schon Aufzähl gehabt oder was? Na klar. In schön aufzuschreiben zur Überschrift. Also die Überschrift hatte dann zwei Kästchen zum nächsten Punkt.

Wenn es Unterpunkte gab, wurden die doppelt nachgeschrieben, damit die Schrift ein bisschen dunkler ist. Aber nachdem ich diese Dinge gemacht habe, konnte ich dann noch 15 Punkte schreiben. Das war einfach so krass in meinem Kopf. Das ist ja eben der Punkt. Du schreibst es ja, so habe ich es jedenfalls beobachtet, ich glaube es zumindest, du schreibst es nicht auf, damit du es dann hast und dir da so permanent durchliest, sondern du musst es nur einmal aufgeschrieben haben und das reicht.

Das ist so, wo ich denke, mir krass so, okay, alles komisch, ne? Ist dir aufgefallen, dass ich das Ding nicht anfasse? Das ist mit den Fingern immer so kurz, immer vorher, aber ich würde es nicht machen, damit du sagst, siehst du, jetzt fängst du wieder an mit deinem Untersetzer. Sehr gut. Sehr aufgefallen? Wird dir warm gerade?

Ein bisschen, ja. Mir auch. Er hat nämlich gefragt, ob er hier den Ventilator anlässt. Ich so, nee, nee, das geht, aber müssen wir es vielleicht machen. Und seitdem er die Tür zugemacht hat, merkt man, jetzt geht es hier los. Das heißt, wir können es nachher dann doch nochmal anmachen. Okay, sehr schön. Ansonsten, Schatzi, wie war es denn die letzten Tage?

Dolomiten waren wir jetzt das zweite Mal? Ja. Haben wir uns so fünf Tage wirklich einfach so aus dem Leben rausgegönnt. Gar nicht großartig vorgeplant. Wir haben die Situation bei uns gerade, dass unsere Kinder, beziehungsweise die älteren Kinder, sind ja auf einer internationalen Schule. Das sorgt sehr für Verwirrung an meinen Storys. Ich kriege da sogar richtig so, kann ja gar nicht sein.

Ja, kann ja nicht sein, natürlich. Man denkt sich ja Sachen auch nicht aus. Gut, dass dann der Internetdetektiv dann wieder rausgefunden hat, dass das gar nicht sein kann. Oder welche Ferien könnt ihr denn jetzt schon haben? Dann denkst du, okay, ich antworte dann aber, internationale Schule, Privatschule, anderer Ferienplan.

Finde ich aber eigentlich ganz okay, weil jetzt zum Beispiel in Dolomiten war es noch gar nicht voll. Ja, wir waren relativ abseits von dem ganzen Ferientrubel. Man hat ein bisschen mehr Flexibilität. Man muss sich überlegen, die ganzen Fußballer haben ihre Kinder auf der Schule oder viele. Das heißt, die haben ja immer schon im Juni frei. hey, du musst ja ein bisschen Flexibilität haben, sonst kannst du ja nie wieder mit deinen Kindern in Urlaub fahren.

Du hast ja vor allem auch viele Kinder dort auf der Schule, wo du auch wirklich merkst, dass die Eltern einfach flexibel sein müssen. Ob es jetzt so ein Fußball ist mit Saison und sowas alles, Vorbereitungen und Pausen und dann auch vielleicht Diplomaten, Selbstständige, die halt eben flexibel sein müssen, weil es halt oft so ist, wenn du halt eben kein Angestellter bist und sagen kannst, hier, pass mal auf, ich möchte dir von hier bis hier meinen Urlaub einreichen und den natürlich dann auf deine Ferienkinder abstimmst, dann ist das schwierig.

Deswegen ist es eigentlich ganz cool und das ist dann jetzt eigentlich auch der Grund, warum wir auch was zu unserer, Ich will jetzt nicht Kinderplanung sagen, sonst werden hier wieder Fake News gestreut. Aber warum wir auch unsere Planung so ein bisschen, was die Drillinge betrifft, auch geändert haben. Unsere Meinung hat sich jetzt nach einem halben Jahr...

Also eigentlich haben wir gesagt, es hat zwei Seiten, finde ich. Alle Kinder, unsere großen Kinder sind... Ich meine, mein Vater hat Germanistik studiert und wir sind deutsch. Wir sind deutsch. Auch wenn du andere Wurzeln hast, ich andere Wurzeln habe. Wir sind in Deutschland geboren. Also ich sehe uns als deutsch. Und mit.

Einer Familie, die Vorfahren hat die Sohn, meine Oma, was auch immer, mein Vaters Vater ist irisch-amerikanisch, dein Vater ist Tunesier, also wir haben ja schon andere Wurzeln, trotzdem sind wir in Deutschland aufgewachsen, sehen uns als deutsch, unsere Kinder sind deutsch, auch wenn sie andere Wurzeln haben.

Und sprechen dann die Sprache grammatikalisch, ist für mich wichtig, dass sie die gut sprechen. Durch das Englische jetzt machen sie den Satzbau oft Englisch, das merke ich. Sie übersetzen sich das Englische ins Deutsche und haben dann den Satzbau, so auch Alia und Laila manchmal, obwohl die noch echt fit sind.

Bei ISA haben wir ja schon mal gesagt, der ist nie auf eine deutsche Schule gegangen, ich glaube ein halbes Jahr, der hat Deutsch nie wirklich gehabt. Der schreibt Lautschrift. Und ich denke, dass Schreiben überholt ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in Deutschland noch lange so ist. In anderen Ländern wird es fortschrittlicher sein.

Wer schreibt noch handschriftlich? Gar nichts. KI wird immer mehr überholt sein. Also irgendwann wird man, glaube ich, schriftlich nichts mehr lernen. Kann ich mir vorstellen. Das wird sich alles irgendwann ergeben. Dauert wahrscheinlich noch. Und bis dahin sollte man der Sprache mächtig sein. Natürlich macht man Fehler.

Deutsch ist kompliziert, darüber reden wir gar nicht. Entschuldigung, Issa schreibt übrigens Englisch. Ich war gestern mit ihm auf dem Weg zum Orthopäden, wegen seinem eventuell angebrochenen C. Und wir haben über Fußball gesprochen und haben eine Mannschaft nicht hinbekommen, die noch spielen musste.

Dann hat er irgendwie im Internet gegoogelt und dann hat er das einfach alles auf Englisch. Er macht alles auf Englisch. Auch deren For-You-Pages sind auf Englisch, bei den Mädchen, die Filme gucken. Sie geben sich Mühe vor uns, weil du das ja auch immer möchtest, dass sie Deutsch sprechen, weil es auch anstrengend ist, finde ich.

Weil die reden ja auch Sachen, die wir auch teilweise dann gar nicht... Das ist so die Jugendsprache, auf Englisch ist dann auch nochmal anders, genau. Und dann hatten wir uns entschieden, die Training auf eine deutsche Schule zu geben, weil wir gesagt haben, so hey, die müssen, die sollten. Und eigentlich ist es von dem Aspekt absolut richtig, finde ich.

Aber jetzt kommt ein ganz großes Aber. Und das ist die Flexibilität, die leider das deutsche Schulsystem einem nicht gibt. Das wenn man sagt... Genau. Und wir haben ja nun mal die großen Kinder auf einer internationalen Schule. Bedeutet, wir hätten konträre Ferien, Und zwar richtig, nicht eine Woche oder so, sondern wirklich mehrere Wochen.

Aber da gibt es schon auch Fußballer, die haben sie hier auf der deutschen Schule. Müsste ich mal nachfragen, wie die das da handhaben, ob die jetzt nicht Ferien machen konnten mit ihren Kindern. Weißt du. Weil da fängt es ja dann schon an, dann Bayern hat sehr spät Ferien. Berlin hat glaube ich ab heute. Genau, und das wäre für uns, also das geht nicht. Also ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dann die nächsten fünf, sechs Jahre, dass wir alle zusammen keinen Sommerurlaub mehr machen können. Schwierig.

Genau, oder die einen zu Hause sind, dann gehen die wieder in die Schule, dann bleiben die nächsten zu Hause, dann haben wir vier Monate Kinder zu Hause, auf gar keinen Fall. Das hat schon bei Issa genervt mit dem Fußballtraining. Wenn ja natürlich jetzt offizielle Ferien in Bayern sind, dann hat er kein Fußballtraining.

Das heißt, er hat aber Schule, kommt von der Schule nach Hause, hat dann auch kein Fußballtraining und du weißt, dann fällt ihm die Decke auf den Kopf. Andersrum natürlich wieder, wenn die irgendwie Training haben und er im Urlaub ist, so das war jetzt beispielsweise, weil er mit seinem Kumpel nach Mallorca geflogen ist, weil sie Ferien haben, hier aber das Training läuft, das ist allein schon nervig.

Genau, und da muss man ein bisschen drüber nachdenken, weil wir schon eine Familie sind und dann denke ich auch immer noch, wenn Alia jetzt irgendwann dann ins Ausland gehen wird, jetzt vielleicht nicht nächstes Jahr, vielleicht übernächstes Jahr, dann kommt das ja auch noch dazu. Das sehen wir jetzt bei dem einen Freund von unserem Sohn.

Die Eltern reisen andauernd in die USA, weil das Mädchen dort aufs College geht. Ja, stimmt. Das heißt, da muss man dann ja auch Zeit für haben, besuchen. Das kannst du ja nicht einfach sagen, hier kommt immer her, man muss ja dann auch mal dahin. Und das hat uns dazu führen, wie sagt man? Dazu geführt? Genau, dass wir uns entschieden haben.

Vielleicht sollte ich auch nochmal Deutsch kurz machen. Dass wir dann doch die Drillinge auch auf die internationale Schule direkt geben. Und dass mit dem Deutsch dann eben, entweder macht man ein bisschen, dass man das selber fördert oder man sagt, gut. Ich glaube, wir haben hier in Deutschland jetzt unabhängig davon immer noch, aber trotzdem viele Schnittstellen, wo dann eh auch Deutsch gesprochen wird.

Mir geht es nicht um die Sprache, mir geht es um Schrift. Das ist wie viele, die Arabisch sprechen, die können aber kein Arabisch lesen. Das finde ich sehr schade. Die Sprache, die du sprichst, solltest du auch lesen können. Das selbe Prinzip. Genau, und das ist da ungefähr das gleiche Prinzip. Wahrscheinlich noch schwieriger, weil Schrift anders ist.

Aber es ist das gleiche Prinzip. Und ich würde es sehr, sehr komisch finden, wenn ich eine Sprache sprechen würde, das nicht richtig lesen könnte oder schreiben. Das eine geht mit dem anderen einher. Ja, und da ist so ein bisschen Cholera-Pest. Aber ich denke, dass das schon schöner ist, wenn alle gemeinsam auf eine Schule, alle morgens mit dem Schuh losgehen. Stell dir mal vor, sieben Kinder.

Ja gut, da wollen wir nicht drüber reden. Das ist mir im Kopf dann sofort. Ja, aber ich stelle mir vor, weil ich ja praktisch mein Leben lang immer alles alleine gemacht habe und ich gar keine Bindung auch jetzt zu meinem Geschwister-Teil habe. Du hast zwei Geschwister, du hast eine Halbschwester nach oben hin, also eine ältere Schwester. Eine ältere Schwester, selbe Mutter und einen jüngeren Bruder, selbe Mutter.

Und da ich da ja nie irgendwie großartig eine Bindung aufgebaut habe, war es für mich eigentlich immer okay und völlig normal, dass ich alleine meine Sachen gemacht habe. Schule, Freunde, Unternehmung. Aber wenn ich mir jetzt vorstelle, unsere Kinder, die werden einfach zu siebt, Das ist eine Großfamilie, die stehen mit sieben Leuten, so clanmäßig, stehen die da an der Busseitestelle.

Issa will wieder Dominanz zeigen, weißt du? Das bedeutet für alle, die es nicht mitbekommen haben, dass Issa hat so ein Ding am Laufen mit den anderen Kindern, die irgendwie morgens da... Einem Jungen. Mit einem speziellen, ne? Er muss immer als erstes in diesen Bus rein. Das ist komplett einander Waffel, ne? Aber die streiten sich nicht und schubsen sich auch nicht, aber das ist so, wer ist als erstes an der Busseitestelle?

Dieses Staring-Contest, dieses so in die Augen gucken, wer guckt als erstes weg. Und er hat so ein Issue, er musste immer als erstes in den Bus. Und dann habe ich ihn gefragt, warum machst du das? Er sagt, ja, ich würde Dominanz zeigen. Ja, der hat da wirklich nichts mehr. Aber er ist total beliebt auf der Schule, alle kennen seinen Namen.

Alle Mädels umarmen ihn, weil er ist halt der kleine Fußballspieler da. Und ich glaube, da ist er auch ganz stolz. Er hat seine Mannschaft zum Sieg geführt. Die haben so Häuser auf der Schule. Und sein Haus war irgendwie so wirklich so letzter, weil irgendwie alle nicht so motiviert waren. Haben in den verschiedenen Wettbewerben auch nicht so gut abgeschnitten und dann gab es dieses Schul-Fußballturnier wo die Häuser gegeneinander angetreten sind und da haben die einfach gewonnen.

Und die ganze Schule hat zugeguckt und so und da hat es mich so gefreut. Da war ich auch sehr stolz. Da haben sie echt Punkte gesammelt für ihr Haus. Was ich ganz täglich finde, alle unsere Kinder sind im selben Haus. Das wusste ich gar nicht. Die sind alle im selben Haus. Also ich muss zugeben, bei Montri war ich total hinterher mit diesen ganzen Sachen und das ist das Es schleift schon ein bisschen, wenn man so viele Kinder hat. Ich kriege das mit den ganzen Klassen so durcheinander. Mit den Lehrern.

Dann die Gesichter, die Namen. Wollen wir mal erzählen, was Jibi geschrieben hat? Wir haben so gelacht. Jibi ist ja auch immer so trocken. Wir hatten ja mal dieses kleine Fauxpas-Ding mit seinem... Also Vokabeltest, also man muss dazu sagen, unsere Kinder haben wirklich alle gute Zeugnisse und sie machen nichts dafür. Keiner sitzt zu Hause und lernt für gar nichts.

Und das machen die einfach so nebenbei und. Die machen das gut. Die haben einen Schulwechsel, Landeswechsel, Kontinent, die machen das. Und wenn dann mal so ein Fauxpas ist, ist es auch überhaupt nicht schlimm. Und die vergessen auch mal Sachen, das kommt bei uns auch vor. Und Gibi hatte dann einen Vokabeltest.

Zehn Vokabeln. Ich sag so, und Gibi, wie war es? Er so, ja, neun von zehn. Ich so, Mann, gut. Boah, super, ist ja fast eine Eins. Er so, falsch. Ja. Ich guck ihn so an. Ey, no, also, man weiß ja ein paar, ich sag, neun von zehn falsch ist schon auch echt heavy. Und er hat das aber auch, fand das auch gar nicht schlimm, hat das auch gar nicht so trocken. Und dann kam neulich, also es kommen dann, die Schule ist sehr streng, auf der sie sind. Oh mein Gott.

Sobald irgendwie irgendwas dort gemacht wird, was nicht, also man kriegt sofort eine Notification. Sofort. Da ist nichts mit, wir reden mal beim Elternabend. Nach sechs Monaten kommt raus irgendwie. Genau, nein, sofort und auch so Behavior Points, aber auch im Guten, da auch, dass wenn sie besonders gut mitgemacht haben.

Und dann hat Gibi auch so eine, also dann kommt da eine Mail von einer Lehrerin und dann müssen wir das an all unsere Kinder schicken, weil wir gar nicht wissen, von welchem Fach genau. Das sind irgendwie sieben verschiedene Fächer oder neun verschiedene Fächer, das heißt neun verschiedene Lehrer mal vier, also ich steig da nicht mehr durch.

Und dann müssen wir halt die Kinder fragen, hey, ging das an dich, ging das an dich? Und Entschuldigung, weißt du, was passiert ist? Ich habe diese Nachricht, du kannst gleich erzählen, was drin steht oder stand. Ich habe diese Nachricht gescreenshottet, habe das an alle Leute geschickt, also an unsere Kinder.

Jeder hat gesagt, keine Ahnung, ist nicht von mir, ist nicht von mir. Nachdem aber alle Kinder geantwortet haben, dass es nicht von denen ist, denke ich mir so, ey, warte mal ganz kurz. Also entweder weiß jemand, wer es ist und will es mir nicht sagen. Ich dann der Lehrerin geantwortet und meinte, hey, vielen, vielen Dank für diese Nachricht.

Ich habe aber so viele Kinder oder wir haben so viele Kinder auf der Schule. Können Sie mir bitte sagen, um wen es hier geht? Und dann hat sie den Namen genannt. Und dann hat sie mir geschrieben, ach so, sorry, es geht hier um Dschibrail. Und dann kam es dann mich und dann habe ich diese Antwort von wegen so, es geht hier um Dschibrail-Faschichi, habe ich gescreenshortet.

Wir waren in Italien. Wir konnten nicht mehr. Wir waren auf Sardinien. Wenn man so Nachrichten bekommt und wir mussten so lachen, dass uns die Tränen gelaufen sind. Wir konnten nicht mehr. Sie hat dann gesagt, du doch, antwortet, du doch. Sie hat dann geantwortet, dir müsste da sowieso, danke für die Frage, es geht hier um Gibral Fashichi.

Und dann Kindly, also hochachtungsvoll, mit netten Grüßen mäßig, mit freundlichen Grüßen, dann der Name. Kindly Catherine. Genau, sagen wir mal Catherine. Und die sind ja auch so, dass sie sich ja dort mit den Vornamen ja auch melden. Ist ja nicht wie hier von wegen Frau Fashichi, sondern Anna Maria halt so.

Also bla bla bla und dann so Kindly Catherine Keine Ahnung wie Und nachdem mir aber alle unsere Kinder schon geschrieben hatten so ein Motto Um mich geht es nicht, um mich geht es nicht, um mich geht es nicht. Sehe ich da, okay, es geht um Gibi, alles klar. Ich screenshotte das. Wir waren ja gerade in Italien, auf Sardinien mit unseren Freunden.

Wir liegen sozusagen in dem Schlafzimmer, in dem Apartment von unseren Freunden, also gästemäßig. Ich schicke ihm das. Du hast dich gerade fertig gemacht, irgendwie so abgeschminkt oder umgezogen. Also es war Betty-Zeit. Ich liege schon im Bett, weil ich muss ja nichts machen, Hose ausziehen, also bist du auf meine Unterhose, liege im Bett. Dann lese ich die Antwort von Gibi.

Und ich fange an zu lachen und ich habe so laut gelacht, dass du erst so, ey, jetzt hör doch mal auf das ist zu laut, weil wir hatten ja Freunde und noch andere Leute in diesem Apartment wir waren vier Paare, ja es waren ja wirklich viele Leute da und du, Mann jetzt hör doch mal auf, jetzt schrei mal hier nicht so rum und ich habe richtig laut gelacht, und ich konnte nicht mehr und ich habe einfach nur dieses Handy genommen, habe nichts mehr gesagt, habe dir das Handy gegeben, du liest es, Das war der WhatsApp-Chat mit Gibi. Und du hast noch lauter gelacht als ich.

Er hat einfach geantwortet, ganz trocken, ich kenne keine Kindly Catherine. Er dachte, es wäre ein Name. Kindly der Vorname, Catherine der Nachname. Er sagt so, du, ich weiß davon gar nichts. Es ging um irgendeine Hausaufgabe oder irgendwas. Also weder sagt mir diese Hausaufgabe was und außerdem kenne ich auch keine Kindly Catherine. Es ist so witzig.

Das war ein bisschen wie mit seinem Vokabeltest. Es war so unglaublich. Es war so witzig. Und dann haben wir aber natürlich wieder, es ist genau das passiert, was wir, oder was ich auch schon wieder eigentlich erwartet habe. Wir haben es dann zu Hause unseren Kindern gezeigt. Die fanden es dann nicht so witzig. Ne, da kriegen wir auch immer voll Ärger, ne? Und dann werden wir so gedisst.

Und dann fangen sie an, auf Englisch zu reden. Ja, die denken, sie sind cool. Oder ah, das ist die Millennial, der Millennial Humor und so. Der ist schon seit 30 Jahren out und so. Ja, nur so. Boah, wir werden so gedisst, ne? Also unfassbar. Wo ich mir denke, yo. Aber nicht, weil sie Gibi verteidigen, So, das hätte man ja auch.

Weil unser Verhalten sich stört. Ja, genau. Wo ich mir denke, so, ja, cool. Alia guckt so, okay, cool. Und guckt wieder geradeaus. Du, das fällt mir gerade ein, weil wir waren ja alleine in Porte Tervo, dass als jetzt wir in den Dolomiten waren, hatte mir jemand bei Instagram geschrieben, eine Dame, mit der bin ich dann auch in Dialog gegangen, also ich antworte dann ja auch mal, ne?

Die hatte mir geschrieben so, oh, krass, dass du dich traust, dein Kind alleine, ne, dass der es alleine ohne euch Urlaub macht. Also Issa war auf Ibiza mit Freunden. Nee, Mallorca. Ah ja, Issa, Mallorca, sorry, genau. mit Freunden auf Ibiza. Nach Ibiza aufs Katamaran, genau, auf dem Boot. Und er hatte ja auch einen Bootsunfall vor einem Jahr.

Und dann habe ich so kurz nachgedacht und dachte so, nein, ich kriege jetzt auch kein schlechtes Gefühl, auch wenn die Dame das nicht machen würde. Und dann habe ich ihr geantwortet. Ach, sie würde es nicht machen? Genau, aber die hat mir jetzt auch gar keinen Vorwurf gemacht. Aber einfach nur, krass, dass du dich das traust. Ich mache mir so viel Sorgen und ich würde da sein.

Und dann habe ich ihr gesagt, genau solche Gedanken, die du hast, hindern vom Leben. Man kann sich Gedanken machen, wenn es soweit ist und bis dahin sollte man ans Gute, so in der Art, habe ich ihr gesagt, ich möchte an solche Dinge glauben und habe ich da echt lange drüber nachgedacht, bevor ich ihr geantwortet habe, gesagt, nee, ich möchte gar nicht so sein.

Meine Kinder gehen auch in die Schule, dann bin ich auch nicht da, wenn was passiert oder wenn sie bei ihren Freunden sind und natürlich möchte man da sein, wenn etwas passiert, aber ich kann meine Kinder deshalb nicht einsperren. Und wir geben sie nicht mit irgendjemandem mit, es gibt jetzt auch nicht viele Menschen, die unsere Kinder mit in Urlaub nehmen können. Genau.

Aber den Menschen vertraue ich sowieso. Und passieren kann immer irgendwas, haben wir selbst gesehen. Wir waren dabei, wir waren am Strand, Jibre hätte sterben können an diesem Strand, an diesem Morgen und wir waren dabei und hätten nichts machen können. Klar waren wir da und ich weiß nicht, ob man sich Vorwürfe macht, wenn man nicht da war, wahrscheinlich, nicht. Aber die Sache an sich würde, glaube ich, gar nichts ändern, wenn was ganz Schlimmes passiert. Also ich denke nicht.

Aber ich möchte gar nicht so denken. Und nach Gibis Unfall letztes Jahr hatte ich das drei, vier Wochen. Er konnte ja nicht mehr ohne mich sein. Ich habe das gemerkt, ja. Er konnte keine Sekunde ohne mich sein. Also sowohl bei ihm als auch bei dir. Genau. Er war, er konnte nicht mal ohne mich schlafen. Er musste mit Kopfhörern schlafen. Ja.

Mit meiner Hand halten. Also ich habe echt gedacht, oh, wir haben sofort eine Traumatherapie angefangen, weil es auch gut ist, abgefangen worden ist. Das hat bis heute Auswirkungen. Man merkt ihm das an. Also so Dinge kommen ja dann auch irgendwann wieder. Die verschwinden auch nicht über Nacht. Genau, genau. Die arbeiten in dir.

Und das arbeitet ja immer noch alles auf. Und da habe ich gemerkt, ich habe mich nicht mehr normal gefühlt und dachte so krass, ich habe so eine Angst vorm Leben gehabt, weil ich gemerkt habe, ein so schöner Moment, ein so wunderschöner Morgen. Ich weiß noch, mein Gefühl an dem Morgen war, wir hatten eine leichte Diskussion.

Das war so kurz vor unserer Krise. Wir hatten eine leichte Diskussion. Ich bin einfach zum Sport gegangen, du hättest gern gehabt, dass ich ein bisschen mit dir kuschle morgens und dann habe ich so zu dir gesagt, Mann, Annis, ey, wir haben so ein wunderschönes Leben, warum denn jetzt so eine Diskussion, so war der Tenor.

Und ich habe so gefühlt, ich habe so rumguckt und dachte so, nein, wir haben ein wunderschönes Leben und dann passiert das. Und es war so ein Spaßmoment, der ist auf die Sofa gegangen, auf dem Meer, was vom Boot gezogen wurde, ist aufs Seil gefallen und das hat seinen Arm fast komplett durchtrennt. Und es war wirklich ganz, also es war ein wirklich lebensgefährlicher Unfall, und da hat mein Gehirn nicht verstanden, dass eine so spaßige Sache und eine Sache, die man immer schon macht, wie kann was, was Spaß macht, aber es sind ja meistens diese Spaßmomente, genau.

Und es hat mir, ich habe richtig gemerkt, wie ich in diesen Wochen danach mit mir selber kämpfen musste, dass meine Seele sich komplett verändert und so dunkel wird, ängstlich, schrecklich. Sich Gedanken macht um Dinge, die ich eh nicht beeinflussen kann, die passieren könnten, aber ich kann ja nicht in der Gegenwart versuchen, ein Problem zu lösen oder zu verhindern, was es noch gar nicht gibt.

Und vielleicht auch nicht kommt, das ist ja der Punkt. Und in dieser Phase war das aber so und meine Gedankenspirale war nur noch so und ich dachte mir so, scheiße. Entschuldigung, du hast auch zu mir zu Hause gesagt, die Mädchen, die hören jetzt alle auf zu reiten. Keine Pferde mehr, wir verkaufen Pferde. Kein Skifahren, kein Fußball.

Alleine vor die Tür. Wir fahren jetzt nur noch selber irgendwo hin. Keine Fahrer mehr, die ja auch für uns gearbeitet haben, die auch total verlässlich waren. Es ging jetzt nicht darum, dass man plötzlich gesehen hat, dass es tatsächlich Gefahren gibt. Die es ja gibt. Du kannst die Treppe runterfallen. Das ist deine eigene Treppe im Haus. Wir kennen jemanden, der zwei Leute verloren durch Treppensturz ist.

Das musst du dir mal vorstellen. Es ist ja so, es kann ja immer viel passieren. Eigentlich kann alles passieren. Wenn du es mit so Wahrscheinlichkeitsrechnungen so nimmst, kann alles passieren. Jederzeit, natürlich. Jetzt hier in diesem Raum kann uns ein Elefant auf den Kopf fallen. Es kann passieren. In Wahrscheinlichkeitsrechnung ist es möglich.

So fangen wir jetzt nicht an, aber es könnte vielleicht Lamm auf den Kopf fallen. Ja, das wahrscheinlicher als der Elefant, aber es kann auch ein Elefant, also verstehst du, es gibt so absurde Dinge, genau. Und das ist genauso, wenn du Opfer eines Gewaltverbrechen bist, draußen, wahllos, du wirst dich ja nie wieder sicher fühlen.

Weil du weißt, es kann passieren, zu jeder Zeit. Und es ist passiert, und es ist ja eben genau der Punkt, dass du dann in diesem Moment, verlierst du ja etwas. Du verlierst ja jetzt nicht wie soll ich das sagen, ich wollte jetzt nicht Jungfräulichkeit sagen, aber auch Dein Glauben, deine Naivität auch Deine Sicherheit, deine Naivität Diese positive Naivität, weißt du, eben genau das was sich letztlich dazu, immer wieder morgens dazu bringt, rauszugehen Ich hab mal eine Doku, du weißt selber.

Dass bei mir auch meine Angstzustände extrem schlimm waren, dass ich teilweise nicht rausgegangen bin. Ich dir das ja oft nicht erzählt habe, du dadurch auch dachtest, dass ich halt einfach so ein anteilsenloser Anteil... Warum hast du mir das reichen erzählt? Ich weiß es nicht. Du weißt, es hätte umso eh, es hätte so viel geändert.

Ja, natürlich. Ich weiß es selber nicht. Vielleicht wollte ich mich da selber auch nicht, ich wollte es vielleicht auch nicht zugeben oder so, weißt du was ich meine, weil man da irgendwie, ich selber das vielleicht immer, so weggedrückt habe. und in der Zeit habe ich auch auf YouTube so eine Arte-Doku gesehen über Angst.

Über Menschen, die Angst haben. Menschen, die seit Jahren nicht mehr ihre Wohnung verlassen. Das ist reell. Das gibt es. Das ist nicht Quatsch. Noch und nöcher, glaube ich. Und die Menschen, die das verloren haben, die enden so, die gehen nicht mehr raus. Ja, weil die Angst wird ja auch größer. Die Angst vor der Angst. Wie ein Loch im Zahn.

Von alleine wird das nicht besser. Und das merkt man, wenn man auf so einer Clip besteht. Und ich habe das wochenlang gemerkt und ich habe mir gedacht, ich kann Dinge jetzt nicht ändern, die irgendwann. Und ich werde meine ganze Zukunft, meine ganze Gegenwart, die unser Kinder alles, nicht opfern für etwas, was irgendwann vielleicht passieren könnte.

Passiert, muss ich damit leben. Und in dem Moment ist es wie betrügen. Eifersüchtig sein bringt dir gar nichts. Dein Partner betrügt dich, wenn er dich betrügen möchte. So, Punkt. Das heißt, du kannst das gar nicht weder verhindern, noch eifersüchtig sein, noch kontrollieren. Gegenseitigen Standort und so. Und dann hab ich mir, da hatte ich mal eine Freundin, die mir sagt, wenn mein Mann hier und da ist, ich hab halt einen Standort.

Und da hab ich sie angeguckt und sagst, okay, ich würde das Handy einfach im Hotel lassen und dann nehme ich mir ein Zweißhandy oder fahre ohne. Also das hindert dich doch nicht. Ja, es gibt immer irgendwelche... Möchte ich jetzt wirklich auf einen Standort gucken, wo mein Mann sich gerade... Also ich finde so Sachen, das geht mir schon viel zu weit.

Ich bin dann diesen einen Morgen durch Dubai, über die Straße gefahren, die Sonne ging auf, ich bin zum Sport und ich habe richtig in mir gemerkt, dass ich mir selber gesagt habe. Ich entscheide mich dafür, das nicht zu machen. Ich möchte, dass das Leben schön ist. Unser Leben ist schön, aber diese Angst, das war so krass. Also dieses Gefühl, dass das passieren kann, habe ich vorher noch nicht mal.

Bei Amaya hatte ich das auch, dass ich einfach nur gemerkt habe, hier passiert was, was ich nicht beeinflussen kann. Mein Kind wird wahrscheinlich in meinem Bauch sterben. Ich muss es weiterhin in mir tragen. Ich kann das erst beerdigen, wenn es auf die Welt kommt. Also es war so fürchternd. Aber ich habe einfach nur Trauer gespürt. Ich hatte eine ganz große Trauer in mir.

Das, was mit Gibi passiert ist, hat mein ganzes Weltbild wackeln lassen. Ich habe mich noch nie in meinem Leben zu keiner Zeit so gefühlt. Und ich habe erahnen können, wie es sich anfühlt, wenn du mit sieben Kindern dahin fährst und du mit sechs zurückkommst. Und ich bin froh, dass mein Charakter so ist, dass ich mich selber stabilisieren kann, dass mein Geist, meine Seele sich erholt und ich wieder umschwenken kann, weil es bringt niemanden was.

Was daraus resultiert hat, wir haben einen Pony verkauft, was sehr schreckhaft war, wo schon zweimal zu stürzen und da habe ich auch zu dir gesagt, man wird gewarnt und dann sollte man auch reagieren. Und dann sollte man es wahrnehmen, wenn es wirklich so sein könnte und man wirklich, Evidence hat, dass man vielleicht eingreifen sollte, bevor was passiert.

Und das mit dem Pferd hat auch Sinn gemacht, weil es war ungefähr so, du hast ein, keine Ahnung, du bist 17 Jahre irgendwie, hast du dieses betreute Autofahren, bist noch nicht so ganz sicher und bekommst dann aber so ein Ferrari geschenkt. Ja, nee, nee. Weißt du, mit 1200 PS oder ein Lamborghini. Das war nicht die richtige Zeit, genau. Genau, richtig so. War auch alles okay, das war auch vernünftig.

Aber es hat eben nicht dazu geführt, eben, weil ich ja an dieser Autofahrt morgens habe ich mich entschieden, nein, ich lasse das nicht zu. Dass diese Sache, ich möchte, dass unsere Kinder nicht mit dem Gefühl aufwachsen, es kann jederzeit was passieren, ich immer Angst um sie habe, natürlich mache ich mir ständig Gedanken, aber die machst du ja mit dir selber aus.

A, mit dir selbst, B, mit mir als Partner, als Vater. Wir als Elternteile haben natürlich auch unsere Zeiten und unsere Gespräche, die vielleicht auch mal ein bisschen düsterer sind. Aber weil wir sind Erwachsene, wir haben die Verantwortung für unsere Kinder. In dieser Verantwortung liegt aber auch, dass wir das eben nicht so random nach außen strahlen. Dass die Kinder uns angucken und jederzeit denken so.

Du überträgst das, du überträgst das auf deine Kinder. Und er hat jetzt einen so wunderschönen Urlaub dort auf Ibiza auf einem Katamaran. Mit ganz tollen Menschen. Ist er eine Woche, schickt jeden Tag Sprachnachrichten, wunderschöne Fotos, springt von der Klippe, genau, angelt. Und er ist so glücklich, hält uns ja aber auf dem Laufenden.

Klar, wenn ihm dort jetzt etwas passiert, wären wir nicht sofort da, aber man weiß es ja eben nicht. Und nehme ich ihm jetzt all diese und genau wie ist er, diese Erlebnisse, die sie... Die Möglichkeiten. Erfahrungen. Genau, die sie sammeln können. Die Narben. Wir haben alle Narben. Du hast Narben, ich habe Narben. Weißt du, wenn wir uns die unsere Narben angucken.

Wir kennen die Geschichte dazu. Natürlich gucken wir jede Narbe an und denken uns so, oh Mann, hätte ich mal in dem Augenblick nicht das gemacht, wäre ich nicht den Schritt nach links gegangen, dann wäre ich nicht in die Fensterscheibe gefallen. Natürlich denkt man nicht so, super cool, aber irgendwie gehört es dann doch zu einem dazu.

Ja, und ich möchte Vertrauen haben. Ich möchte Vertrauen ins Leben haben, in die Menschen. Das sollte man nicht verlieren, ja. Und das heißt nicht, dass man sich nicht sorgt, aber diese, ich kenne diese übermächtige Angst, als es damals losging mit Personenschutz, weißt du das noch? Nicht mal ein Babysitter durfte mit den Kindern raus. Ich bin jahrelang, habe ich die nicht einen Tag ohne mich.

Und da hätte das ich, also wir hatten doch, wir hatten schon zwei, zwei, drei Mal in unserem Leben eine Situation, wo man hätte für immer so machen müssen, aber wir haben, also ich habe mich dagegen entschieden. Und da habe ich das auch jahrelange gemacht, dass ich dachte, ich möchte, dass die immer in meiner Nähe sind.

Aber man muss loslassen. Punkt. Aber trotzdem aufmerksam bleiben. Natürlich. Ja, nicht, also sorry, nicht irgendwie. Aber trotzdem finde ich, dieses Loslassen. Ist wichtig. Man kann das leider nicht kontrollieren. Für uns als Eltern ist es wichtig, für die Kinder ist es wichtig, für die Entwicklung, für das Formen, auch wie das Nein sagen.

Und ich finde auch, das war wie mit unseren Kindern, als sie kleiner waren, die sind dann schon immer auch als Baby zu meinen Eltern. Die waren dann auch mal eine Woche bei meinen Eltern, als die, weiß ich nicht, acht, neun Monate alt waren. Und da haben auch viele gesagt, oh, das könnte ich nicht. Ja, am Anfang fühlt es sich sehr komisch an, aber sie sind dort, wo meine Eltern sind, meine Familie nicht bei Fremden ist, wenn ich eine Freundin nimmt, die mit.

Und sie sehen, meine Eltern sind weg, aber sie kommen wieder. Und das schafft unsere Kinder haben ja alle ein gewisses Selbstbewusstsein, was viele andere nicht haben, weil sie A, diese Riesengruppe sind. Auch Vertrauen, das ist Vertrauen, schafft Vertrauen. Auch zu gehen und wiederzukommen, schafft auch Vertrauen.

Und dann gibt es so Kinder, die irgendwo übernachtet haben, noch nie mit 8, 9, 10 und sich überhaupt nicht lösen können. Und dann stelle ich mir vor, jetzt stell dir mal vor, den Eltern passiert mal was. Das ist ja noch, also man muss ja ein bisschen sich lösen können. Du stehst nie auf einem Bein. Ja, das verstehe ich gar nicht.

Mann, wenn du auf einem Bein stehst, dann bist du immer wackelig. Du bist immer nicht in so einer Balance. Weißt du, ich meine so, erst mit dem zweiten Bein schaffst du dann auch mal standfest zu sein. Und deswegen meine ich so, wenn du dein Kind sich so sehr auf dich selbst so fokussieren lässt. Du es so abhängig von dir machst. Ich finde auch, dass viele Eltern oder auch gerade Mütter eine wirklich krasse Abhängigkeit schaffen. Ja, aber dann ist es so, als würde man nur auf einem Bein stehen.

Und wenn dann warst du so ein kleiner Schubser und du fällst halt sofort um. Muss jeder natürlich selber wissen. Ich verurteile niemanden, der das anders macht. Aber wir werden viel verurteilt. Ja, ist okay. Damit können wir auch leben oder müssen wir auch leben, ist okay. Aber noch einmal, also jeder natürlich so, es steht ihm frei so zu leben und auch seine Kinder natürlich so zu erziehen, wie er das gerne möchte, Man kann anderer Meinung sein. Auch wenn du immer da bist, niemand kann sein Kind zu 100% schützen vor irgendwas. Und das ist leider die Tragik, die dahinter ist. Du kannst es nicht. Du kannst es nicht. Egal, was man muss.

Du kannst dein Bestes geben. Ja, man sollte es auch. Du kannst immer so nah wie möglich an die 100% rankommen. Aber dann ist es... Und wenn es in 99,9% ist. Wir hatten das auch schon. Wir sind so viele Menschen. Und mir war es ja immer wichtig, jedes Kind eine nennen, weil ich mir vorgestellt habe, wenn ein Kind auf Toilette muss, jemand, das abgelenkt fällt, dann ist da trotzdem eine, die schaut.

Weil ich mir immer gedacht habe, keiner macht das so wie ich. Ich bin die Mama. Das ist auch wieder dann wahrscheinlich so ein Denken. Aber wir hatten das auch, dass Amaya mitten auf der Straße stand in Dubai. Weißt du das noch? Ich weiß. Und danach habe ich diese Tür für immer abgeschlossen. Und ich war so sauer auf alle Angestellte, weil ich gesagt habe, hey, ihr wisst, dass sowas wie die Pooltür trotz Zaun, weißt du, wie oft der Zaun offen stand?

Meine Angst vor diesem Pool war, du weißt das noch, deshalb konnte ich manchmal gar nicht auf einen anderen Kontinent fliegen, weil ich gesagt habe, ich sehe ja, wie unsere Angestellten sind. Die vergessen es immer wieder. oder der Gärtner morgens. Obwohl ich gesagt habe, egal was ihr macht, diese Tür war sie nicht offen. Und Amaya stand einmal mitten auf der Straße.

Und du weißt, wie die Leute da fahren. Trotz vier Erwachsenen im Haus. Mit ihren Lambos und Ferraris und Rolls Royce und so. Und das sind dann eben diese Momente, die ich meine. Man ist zu Hause, man sind mehrere, jeder passt auf. Und trotzdem kannst du nicht jede Millisekunde. Und das meine ich ja. Und deshalb sollte man einfach diese Worst Case Szenarien sich nicht ausmalen, weil sie hindern dich einfach am Leben.

Immer erst dann damit befassen, falls es Gott bewahre natürlich dazu kommen sollte, dann natürlich damit befassen und so, aber vorher sich das Leben halt nicht unnötig limitieren einfach. Wow. Ich brauche jetzt den Ventilator. Ja, kennt man so gar nicht von uns. Mensch, wir waren jetzt aber richtig tiefgründig zum Ende hin. Wow.

Von der lustigen Gibi, Kindly Catherine. So witzig. Ich kenne keine Kindly Catherine. Aber ich freue mich, wenn er wiederkommt am Samstag. Okay, Leute. Ich hoffe, ihr habt ein wenig Spaß gehabt bei unserer Folge. Ihr könnt natürlich nächste Woche wieder reinschalten, wenn es heißt, im Bett mit Anna-Maria und Anis.

Ansonsten bekommt ihr diesen Podcast als Wodcast. Heißt es so? Ja, es ist... Finde ich nicht schön. Aber wie ist das? Man klickt auf den Link und dann kommt man direkt zur Videopodcast-Folge, oder? Ja. Manche Leute schreiben mir, sie finden den nicht. Ja. Okay. Die werden wahrscheinlich so einiges nicht finden. Nein, du kommst...

Ich bin auch so eine, die das nicht findet. Komisch, aber... Komisch, also bei mir hat das... Ich habe auf denselben Knopf gedrückt, aber es ist wirklich so. Ich sehe es da selber. Ja, ich gehöre auch zu denen. Genau. Ich fühle es. Ihr bekommt unseren Vodcast exklusiv bei oder auf? Auf RTL Plus. Auf RTL Plus. und unseren Audio-Podcast bekommt ihr zwei Wochen exklusiv bei RTL Plus und ansonsten danach dann überall, wo es Podcasts gibt.

Also schaltet rein und ich hoffe, wir hören und jetzt vor allem sehen wir uns nächste Woche wieder, wenn es heiß im Bett mit Anna-Maria und Anis. Also, alles Gute, Leute und besorgt euch eine Klimaanlage. Wir haben jetzt drei, bekommen gestern. Yay. Ciao. Tschüss.

Anmelden oder registrieren

0:00 / 0:00