
Immer Hertha· Folge 255
Immer Hertha – Heimsieg, Fehlschussfestival und Neues zu Seguin & Co
Montag, 6. Oktober 2025 · 29 min
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Shownotes
Nach 153 Tagen gewinnt Hertha BSC beim 2:1 gegen Preußen Münster wieder ein Fußballspiel im Olympiastadion und glaubt plötzlich an die eigenen Fähigkeiten.
Warum Doppelpacker und Matchwinner Sebastian Grönning trotzdem nicht zufrieden war? Und wie der Crashout von Fabian Reese zu erklären ist? Darüber sprechen die Morgenpost-Sportredakteure Paul Gorgas und Nelis Heidemann in der neuen Folge des „Immer Hertha“-Podcasts.
Außerdem geht’s aus gegebenem Anlass um die halb-automatische Abseitstechnologie, den unglaublichen Chancenwucher, ein seltenes Erfolgserlebnis und die bevorstehende Länderspielpause, in der spannende personelle Entwicklungen zu erwarten sind.
Viel Spaß beim Reinhören!
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Friedrich Merz war noch nicht zum Bundeskanzler gewählt. Die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer war auch noch am Leben. Und der FC Bayern stand noch nicht als deutscher Fußballmeister fest. Die Welt hat sich ganz schön verändert, seit Hertha BSC das letzte Mal ein Heimspiel gewonnen hat. Auf den Tag genau fünf Monate oder 153 Tage war es am Samstag her.
Und dann ist es endlich wieder passiert. 2 zu 1 gegen Preußen Münster. Und der Mann, der mir heute wieder gegenüber sitzt, war damals noch kein Angestellter der Berliner Morgenpost als Hertha. Bis er das letzte Mal ein Heimspiel gewonnen hat. Grüß dich, Paul. Ja, grüß dich und schön, dass ich jetzt sein kann.
Auch für dich eine feierliche Premiere wahrscheinlich. Erstmals als Morgenpostangestellter über den Heimsieg berichtet. Ja, und natürlich auch Heimtore sehen. Also da sind ja ein paar Premieren gefeiert worden. Ich hatte wirklich vor dem Heimspiel, hatten wir darüber gesprochen, ich hatte wirklich nicht mehr in Erinnerung, was die Torhymne von Hertha Biers ist, weil sie so lange einfach nicht mehr gehört habe.
Die Stadion-Regie war, glaube ich, auch dann so verschreckt beim zweiten Tor, dass sie gleich vergessen haben, sie anzustellen. Ja, auch das noch passiert. Das war ein wilder Nachmittag, ihr merkt schon. Ich fand ja, eigentlich die beste oder die eindrücklichste Szene, die mir von diesem Tag so in Erinnerung geblieben ist, ist, als wir am Abend rauskamen aus dem Stadion.
Wir sitzen ja immer lange nach dem Spiel noch im Stadion, die Pressekonferenz, alles was so ansteht und dann kommen wir raus. Weißt du, wir waren völlig fertig von der ganzen Arbeit und auf einmal sehen wir den Himmel rot oder der Himmel leuchtet und wie so ein Silberstreif am Horizont. Die Hoffnung ist zurück bei Hertha BSC. Ja, das war sicher der Aufbruch in bessere Zeiten. So nehme ich, ja.
Die Engel von oben sind auch gleich mit dabei alle. Wir haben es schon angedeutet, es war ein spektakulärer Nachmittag. Es war wirklich, wirklich mal wieder richtig was los bei Hertha. Auch ein ganz ungekanntes Gefühl irgendwie. Ich hatte gestern frei und war mit ein paar Leuten unterwegs und die sagten, was war gestern bei Hertha los und so und was ging da ab?
Man hatte mal wieder richtig das Gefühl, glaube ich, wenn man nicht im Stadion war, dass man was verpasst hat bei Hertha und das gibt es selten oder kam es selten in letzter Zeit. Das stimmt, das stimmt. Ich glaube auch alle, die es gesehen haben, konnten sagen, dass es einfach überzeugend war von der ersten bis zur letzten Minute und auch das ist ja etwas, wo man ein bisschen zurückgehen muss bei Hertha, um sich an so ein Spiel zu erinnern.
Ja, wir gehen es deshalb heute mal ganz chronologisch durch, weil so viel los war. Fangen wir an, es ging früh los mit Fabian Rezes Wahnsinns-Tor zum vermeintlichen 1-0. Was dann vom VAR aberkannt wurde hinterher. Ich will mich jetzt nicht selbst beweihräuchern, aber du kannst es bezeugen. Als der Ball Richtung Außenlinie trollerte, sagte ich schon währenddessen, direkt, direkt, Fabian Rehse läuft zum Ball, schießt den Ball direkt. Ein Wahnsinns-Tor.
Was für ein Hammer, ne? Absolut, absolut. Und ich glaube, da waren noch ein paar tausend mit dir im Stadion, die da geschrien haben, schieß, schieß. Und das hat er auch gemacht. Und ja, also perfektes Tor, muss man so sagen. Man hat es ja auch richtig gemerkt. Aus der Distanz aus dem Winkel. Ja, da hat alles gestimmt eigentlich, bis auf den halben Zehennagel von Sebastian Gröning.
Ja, das war das Ding. Aber der Jubel von den Leuten, man hat es echt gemerkt, was das für eine Befreiung war scheinbar, diese Aktion. Und das frühe Tor, was Hertha ja auch letzte Woche in Nürnberg schon gelungen war, scheinbar. Jetzt auch im Heimspiel. Und das haben viele gefeiert. Fabian Riese konnte sich endlich mal wieder verbeugen vor dem Publikum, sein Signature-Jubel.
Und es schien der große Befreiungsschlag zu sein, aber dann hat sich der Kölner Keller eingeschaltet und diese Abseitssituation ist ja so eine, die auch immer für viele Diskussionen sorgt. Ja, absolut und da muss man glaube ich schon fast froh sein, dass es dieses Jahr diese halbautomatische Abseitserkennung gibt, wo dann eben so eine 3D-Grafik generiert wird und wo dann eben wirklich diese Fußspitze, also eine Schuhgröße war es glaube ich letztlich, angezeigt wurde.
Wenn wir noch diese Standbildlinien gehabt hätten, wie vor ein paar Jahren beim VHR, Ich glaube, dann wäre die Diskussion noch viel größer gewesen. Jetzt muss man natürlich sehr darauf vertrauen, dass da, ich glaube, der Chip im Ball den Abspielimpuls tatsächlich erfasst hat und so weiter. Und dass das eben wirklich Millimeterarbeitung genau ist.
Das ist ja die Frage. Wann setzt man den Punkt, wann der Ball berührt wird? Wann setzt man den Punkt, wo die Linie gezogen wird? Das haben ja auch einige bemängelt. Das kann man ja in so einem knappen Pensum kaum sagen. Als die halbautomatische Abseitserkennung irgendwie entstanden ist vor, ich glaube, zwei, drei Jahren, so Weltmeisterschaft und sowas waren ja da die Vorläufer.
Da wurde, glaube ich, immer gesagt, es geht um diesen Sensor im Ball, der eben diesen Abspielimpuls erfassen kann, um den es ja... Geht in so einer Situation, weil ja genau, wenn man das irgendwie einen Schiri da im Keller manuell anlegen würde, die Linien und sagen würde, das ist jetzt der Moment der Ballabgabe, dann kannst du so eine Entscheidung natürlich nicht treffen mit so wenigen Millimetern, um die es da geht.
Deswegen muss man da glaube ich sehr auf diese fortgeschrittene Technik vertrauen und ja, bitter für Fabian Rehse, der natürlich weiter jetzt wartet auf die Erlösung für ihn, was das erste Tor angeht. Also das wünscht er sich glaube ich sehr, auch wenn er fast wieder als mehrfacher Vorlagengeber hätte glänzen können.
Also das sieht man ja weiterhin, hin, dass die Rolle zu ihm passt. Aber ja, das Tor hätte er sich, glaube ich, sehr gewünscht. Vor allem, weil es so schön war. Ja, da kommen wir später noch zu Fabian Reeses Wutausbrüchen. Aber diese Abseits-Situation hat ja auch zu vielen Diskussionen gesorgt. Ich weiß nicht, vielleicht könnt ihr es mal in die Kommentare schreiben.
Habt ihr Ideen, wie man sowas irgendwie auflösen könnte? Aber irgendwo muss man ja nun mal diese Linie ziehen, meine ich. Und ja, dann war es halt nur eine Fußspitze, aber es ist dann Abseits nun mal. Auch wenn es bitter ist. Interessant war auch der Instagram-Post von Fabian Reese nachher noch, wo er dieses Bild auch noch mal geteilt hat.
Und das hat mich so ein bisschen erinnert an Deutschland gegen Dänemark letztes Jahr bei der EM. Da gab es die Situation bei einem ähnlichen, also mit einer ähnlichen Einheit sozusagen damals pro Deutschland Glück gehabt. Jetzt ist es gegen Hertha und Fabian Rehse schrieb dann von Mixed Emotions, obwohl der erste Heimsieg irgendwie eingeholt wurde.
Aber man hatte wirklich den Eindruck, wie er auch nachher in der Mixed Zone stand. Das war schon irgendwie ein harter Nachmittag auch für ihn, trotz diesem lang ersehnten ersten Sieg. Ja, das hat ihn richtig geärgert, nicht nur, weil es sein erstes Tor gewesen wäre, sondern weil es ja auch so Marke Todesmonats natürlich war.
Also es war einfach ein sehr, sehr schöner Treffer, den er, glaube ich, auch so für Hertha noch nicht erzielt hat bei all den schönen Toren, die er schon gemacht hat. Und ja, was natürlich so dem Fußballfan oder dem Fußballliebhaber wehtut in so einer Situation, das ist ja so die Entstehungsgeschichte des Tores.
Also es ist ja nicht unmittelbar die Torerzielung, die da durch Abseits verhindert wurde, sondern der Ball kommt eben erst dahin und dann geht er zur Seite raus und von da schießt er in Rese. Und dann geht es trotzdem um die Abseitssituation des langen Balls ursprünglich und das ist ja so ein bisschen das, was schmerzt.
Aber gut, man muss glaube ich der Technik da wirklich vertrauen, dass sie millimetergenau ist und millisekundengenau auch, was die Ballabgabe angeht. Aber ja, tut glaube ich jedem Fußballfan weh, dass das Tor nicht gezählt hat. Ja, es war wirklich bitter, aber die gute Nachricht, Hertha hat trotzdem irgendwie einen Schwung daraus ziehen können, hatte ich so das Gefühl.
Also dieser psychologische Effekt, haben wir auch letzte Woche darüber gesprochen, den man hat, wenn man ein frühes Tor schießt, dass man dann mit einer ganz anderen, breiteren Brust auch auftritt. Der ist trotzdem auf Hertha übergegangen und tatsächlich trifft Sebastian Gröning dann zum 1 zu 0 nach einer sensationellen Ecke von Mika Cuisance.
Hast du schon mal so eine Ecke gesehen? Die wäre auch ohne Gröning wahrscheinlich direkt ins Tor gegangen. Ja, sah so aus, dass sie sich da perfekt reingedreht hätte. Und ich glaube, es wurde ein bisschen über den Torwart auch hinterher diskutiert, Schenk von Münster, weil es natürlich nie gut aussieht, wenn so ein Ball über dich drüber rauscht im Fünfer.
Aber ich glaube, er hat entweder die Ecke auch einfach unterschätzt oder ich glaube, die war wirklich in so einer optimalen Höhe getreten. Ich weiß nicht, was für Windverhältnisse da so herrschen dann im Olympiastadion vor dem Marathon-Tor. Ob der nochmal Auftrieb bekommen hat, der Ball, und sich da nochmal drüber senkt.
Bei uns war es wieder zugig, kann man sagen, auf der Pressetribüne das erste Wintenheim-Spiel. Ja, da oben war es schön kühl. Nee, also es war die perfekte Ecke. Wäre wahrscheinlich auch so reingegangen. Aber gut, dafür ist dann eben auch ein Stürmer da, dass er den auch einfach reinmacht und nicht drauf ankommen lässt, ob er jetzt zum Innenpfosten springt oder wie auch immer. sondern es ist einfach wichtig, dass er dann da durchläuft an der Stelle und war auch, glaube ich, das erste Eckballtor, wenn ich es richtig gehört hatte, seit elf Monaten oder so.
Also zeigt nur wieder, dass das ein Nachmittag war, wo sehr viel gelungen ist bei Hertha. Patrick Ebert als Standardtrainer und viel kritisierter Mann. Jetzt war das natürlich... Auch nicht unbedingt die große revolutionäre taktische Variante. Es war auch einfach so eine ausgezeichnete Ecke von Cuisance.
Aber es hat ja sicherlich auch einen psychologischen Effekt, dass du einfach siehst, hey, wir können auch mal Tore nach einer Ecke machen und da den Ball über die Linie drücken. Sebastian Gröning macht das Tor, drückt den Ball über die Linie aus wenigen Zentimetern, hatte eine Toreschränkigkeit von 96 Prozent, glaube ich.
Auch X-Goals waren ja nochmal Thema am Nachmittag später. Hertha insgesamt fast fünf Stück, also Wahnsinn. Das wäre schon ein Kunststück gewesen, den nicht zu machen. Also ich hätte es vielleicht geschafft mit meinen beschränkten fußballerischen Qualitäten. Aber ja, das stimmt schon. Aber wir haben es eine Woche vorher in Nürnberg gesehen, dass es manchmal nicht so leicht ist, den Ball im Lirator zu schießen.
Und auch, reden wir bestimmt noch drüber, Marten Winkler hat ja später nachgewiesen, dass man das durchaus schaffen kann. Genau, sehr ähnlich, ja. Sebastian Gröning jedenfalls macht auch nach der Pause das 2 zu 0. Das war dann ein richtig schönes Stürmertor, ein richtig blitzsauberes Ding. Eiskart abgeschlossen. Man muss natürlich auch sagen, Gröning hatte vorher schon, das war dann unmittelbar vor der Pause, die Riesenchance, das 2 zu 0 zu machen.
Das hat er dann kurz nach der Pause nachgeholt. Wahrscheinlich wollte er einfach vor der Ostkurve jubeln. Ja, hat gut gepasst. Auf jeden Fall ist er auch gleich hin zu den Fans, hat dafür auch gelb gesehen, weil er sich auf diese Bande gesetzt hat, vor der Kurve, aus der Emotion heraus. Aber ja, genau, da hat man gesehen, dass er sich im Strafraum, glaube ich, wirklich wohl fühlt. Der sagt ja auch von sich selbst, der ist so der klassische Strafraumstürmer.
Das unterscheidet ihn ja auch ein Stück weit von David Kovnatski, der genau bekanntermaßen verletzt fehlt. Nur deswegen spielt ja Gröning überhaupt jetzt als Stürmer Nummer eins. Aber ja, Kovnatski war ja eher ein Stürmer oder ist ja eher ein Stürmer, der dann auch mal sich die Bälle tief abholt. Und Gröning, der lauert eben. Und das hat man beim ersten Tor gesehen, dass er eben diese Präsenz in der Luft hat und da auch zum Kopfball geht.
Und genau beim zweiten Tor ist er im Strafraum. Genau da kriegt er den Ball, versenkt ihn. Hätte ihm, glaube ich, gut getan, wenn er die erste Chance auch schon macht, weil das ähnlich war. Eigentlich Zeit, dann nimmt er noch an und scheitert am Torhüter. Kann man, glaube ich, auch kaltschnäuziger sein als Stürmer.
Aber dann war es umso wichtiger, das zweite Tor zu machen. Hat er ja auch selbst angesprochen nachher in der Mixzone, dass er meinte, ich muss heute eigentlich drei oder vier Tore machen, deswegen bin ich trotz Doppelpack nicht hundertprozentig zufrieden, aber dieses zweite immerhin war zum richtigen Zeitpunkt sicherlich nach der Pause schnell nachzulegen und auch ein schönes, super herausgespieltes Tor, also es fing an mit Toni Leistner mit einer sensationellen Grätsche, wie er den Ball gewandert.
Dann kommt der Ball zu Marten Winkler auf die linke Seite. Martin Winkler hat auch echt ein auffälliges Spiel gemacht. Also auch nicht immer ganz glücklich, da kommen wir gleich noch zu. Aber hat sich auf jeden Fall diesen Assist verdient und dann Conning mit dem ersten Kontakt. Das sind einfach diese Bälle, diese Angriffe, die eine Topmannschaft der zweiten Liga ausspielen muss und sieh an. Herder kann es ja sogar. Auch zu Hause.
Ja, das haben wir ja versucht, die letzten Wochen schon ab und zu mal durchscheinen zu lassen, dass die Qualität durchaus da ist und das ist natürlich auch für den Trainer eine Traumsituation. Ich meine, dein Nummer-Eins-Stürmer fällt bis Jahresende aus. Das ist eigentlich die bitterste Nachricht, die du so kriegen kannst.
Und dann kommt der Stellvertreter wieder in die Startelf und Netz direkt doppelt und zeigt, dass er da durchaus mithalten kann auf dem Niveau. Das war ja auch so ein Fragezeichen, muss man sagen, seit Saisonbeginn. Wie gut ist Gröning wirklich nach seiner Erfahrung in der dritten Liga? Der hat ja schon überall auf der Welt gefühlt gespielt.
Die Station nochmal angeguckt mir an den vergangenen Tagen. Also hat in Griechenland gespielt, in Spanien, in Südkorea mal für ein paar Monate. Also der hat schon viel gesehen, aber natürlich nirgendwo das ganz höchste Niveau erreicht. Und jetzt kommt er hier rein mit dieser neuen Rolle, also Stadel hat er ja schon gespielt, aber kommt mit dieser neuen Rolle als wichtigster Stürmer, hier zum Zug und liefert gleich ab. Also das ist ja eine traumhafte Situation für alle Beteiligten.
Und ja, ich glaube, er ist auch einfach ein ehrgeiziger Typ. Also er will auch trotz 28 Jahren, die er nun schon mal hat, diese Level noch erreichen und noch weiter ausbauen. Dafür arbeitet er auch viel. Das haben auch die Mitspieler uns bestätigt in der Mixzone, dass er da körperlich viel zugelegt hat.
Und so ist er auch einfach drauf, dass er immer zum nächsten Level will. Er hat gesagt, er fühlt sich im besten Fußballeralter. Also ich glaube, das kann wirklich noch eine richtig gute Personalie werden. Und wie gesagt, für Stefan Leitwild ist es natürlich die Ideallösung in den Momenten. Er hat ja auch gesagt, wie besonders das für ihn ist, vor so einer Kulisse zu spielen.
Also wir hatten 45.000 Zuschauer im Olympiastadion und das waren nur deshalb 45.000, weil Münster den Gästeblock mal wieder gut vollgemacht hat. 6.000, 7.000 waren so da. Das haben wir auch alle schon größer erlebt bei Hertha. Aber trotzdem ist es natürlich für neun Spieler super beeindruckend. Und gerade wenn du dann auf der Seite der Ostkurve bist, wo die Tribünen schon gut gefüllt sind.
Und vor allem war es ja auch so, dass es am Samstag nach langer Zeit mal wieder so war, dass wirklich die Leistung auf dem Spielfeld auch auf die Tribünen übergeschwappt ist. Diese Phase rund um das 2 zu 0, kurz davor, kurz danach, viele hohe Ballgewinne von Hertha, diese Chancen. Die Leute sind ausgeflippt auf den Tribünen, also richtig mitgegangen.
Da hatte man wirklich so das Momentum, boah, was geht denn jetzt hier gerade ab und jetzt bilden alle wieder eine Einheit. Das hat so lange gefehlt. Ja, das ist wirklich ein Funke, der übergesprungen ist, das hat angesteckt und man muss ja sagen, dass Stefan Leitl damit recht hatte, der ja im Vorfeld gepredigt hatte, wir brauchen kein Spektakel.
Letztlich wurde es sehr spektakulär, muss man sagen, aber das nur am Rande. Aber er hat ja vor allem gesagt, wenn man Zweitliga-Fußball spielt und halt diese vielen Duelle führt und dann aber auch gewinnt, das kann auch ein Stadion anzünden und damit hat er absolut recht gehabt, weil das war glaube ich Schlüssel dazu, dass genau das Stadion so mitgegangen ist.
Und letztlich war es ja auch der Schlüssel zum Erfolg. Also diese Mannorientierung gegen Münster, dass die Münsteraner dann wirklich immer auf den Füßen standen. Die konnten ihr Kombinationsspiel überhaupt nicht aufziehen. Dann diese schnellen Umschaltaktionen, weil du den Ball eben auch einfach relativ hoch gewonnen hast.
Dann die vielen Verlagerungen auf die Diagonalen, wie ja eben auch das zweite Tor, glaube ich, gefallen ist, dann wo der Ball zu Winkler geht und der dann den glücklich in die Mitte bekommt. Aber der Spielzug war ja trotzdem erkennbar. Also das hat einfach gematcht, muss man sagen, an diesem Nachmittag.
Da kam wirklich viel zusammen und da muss man eben auch, glaube ich, einfach Stefan Leitl Respekt zollen, dass er da völlig richtig lag mit seiner Herangehensweise und mit seiner taktischen Ausrichtung in diesem Spiel. Ja, und auch diese Aussage, die er nach dem Nürnbergspiel getätigt hat, dass die Leute nicht unbedingt FC Barcelona Fußball erwarten sollen, sondern auch mal die Grätsche wertschätzen sollen, das kann ja auch echt nach hinten losgehen, wenn man sich so an die Fans wendet.
Aber der Schulterschluss ist geglückt und man hat so das Gefühl gehabt, es kann sich wieder lohnen zu Hertha BSC zu gehen. Jetzt ist die Länderspielpause, dann das Ostseelspiel in Bochum und dann kommt diese Hammerwoche mit drei Heimspielen in Folge. Werden wir nachher noch drauf blicken. Aber ich glaube, da ist eine Menge Kredit zurückgewonnen worden am Samstag, wenn es auch nochmal unnötig spannend wurde.
Das ist das andere große Thema des Nachmittags. Der Chancenwucher. Also wir haben neben vielen kleineren Aktionen haben wir die Situation von Sebastian Gröning kurz vor der Pause gemacht, wo er das 2 zu 0 machen muss. Winkler muss das 3 zu 0 machen nach der Rehseflanke, wo er den Ball ja auch wirklich nur im Grunde eigentlich mit der Innenseite über die Linie drücken muss.
Aber er nimmt die Außenseite und dann springt er so komisch übers Tor. Ja, er wollte da unbedingt seinen stärkeren Fuß benutzen. Da wäre, glaube ich, die Wahl Innenseite, rechter Fuß, die einfacher gewesen. und so, genau. Sieht natürlich extrem blöd aus, wenn er dann aus zwei Metern oder so übers Tor geht.
Ja, wir hatten Jona Gotorstein, der mehrfach unglücklich agierte, irgendwie vorne fast so ein bisschen im Weg stand und sich auch einmal einen richtig fetten Anschiss von Fabian Rehse eingehandelt hat dafür. Winkler nochmal einen starken Abschluss, der an den Pfosten klatscht, also es war gerade in dieser Phase rund ums 2 zu 0, es war totaler Wahnsinn.
Ja, also man dachte da, genau, fallen die Tore 3, 4, 5. Chancen waren auf jeden Fall da, da ist auch Münster überhaupt nicht mehr zum Zug gekommen oder hatte gar keinen Zugriff mehr. Und natürlich muss Hertha da das Spiel zumachen. Das ist ja völlig unstreitig. Und ja genau, Fabian Rehse hätte glaube ich drei Scorer irgendwie mindestens landen können, wenn dann Torsten Zorn gerade nicht immer den Ball abnimmt.
Ja, muss man nur was sagen. Ja, tatsächlich. Deswegen sind da die Emotionen auch hochgekocht. Ich glaube, das steckt da auch so ein bisschen vielleicht in seinem... Mixed Emotions oder Mixed Feelings Post drin, dass er sich da auch einfach ein Stück weit geärgert hat über manche Szenen, nicht nur über den VAR.
Aber genau, es war das Problem letztlich für Hertha und es wurde auch wirklich so ein Problem hinten raus, weil das ist immer so im Fußball, wenn du 2-0 führst und dann geht es in die Schlussphase und dann fällt der Anschlusstreffer, dann wird es nochmal kribbelig und das hat man ja im ganzen Stadion gemerkt, dass da plötzlich so eine riesen Anspannung war.
Natürlich auch nach so einem Saisonstart, dann war glaube ich schnell die Angst da, dass jetzt der lang ersehnte erste Heimsieg nochmal passé gehen könnte. Es wäre ein typisches Hertha-Spiel gewesen, irgendwie wieder, wenn das noch nach hinten losgegangen wäre. Aber zunächst, also wir hatten den Anschlusstreffer in der 84.
Minute, sehr schönes Tor von Menido. Bitter für Tiag Ernst, kann er nicht halten, aber er hätte wirklich eine weiße Weste verdient gehabt. Es war ja vor allem in der ersten Halbzeit dieser Aktion, kurz vor der Führung, dieser Doppelsafe und wo dann Seefuhig den dritten Ball noch auf der Linie klärt, das ist einfach Tiag Ernst at its best Ernst gegen Preußen Münster war ja schon mal ein Thema in dieser Saison beim Pokalspiel.
Aber vor allem großartig an der Szene fand ich auch, wie Ernst dann nach der Klärungsaktion von Seefück auf den Zuge rankommt und ja und so. Das sind diese Szenen, glaube ich, die jeder Trainer sehen will. Ja, absolut. Also man merkt, dass der Zusammenhalt einfach riesig ist und dieser Defensivverbund, haben wir auch schon thematisiert, einfach viel wettmachen muss über Einsatz.
Aber das machen sie eben auch und so haben sie in der Szene geklärt. Dazu haben sie auch nur ein Gegentor letztlich kassiert gegen Münster, weil sie dann doch immer noch einen Fuß dazwischen haben. Und ja, Tjag Ernst ist einfach seit Wochen überragend aufgelegt. Das hatten wir auch schon thematisiert, aber das macht sich einfach bemerkbar.
Er bestätigt quasi in jedem Spiel die guten Leistungen aus dem Spiel davor. Und das hilft natürlich extrem, gerade in so einer Phase, wo sich Hertha findet und jetzt vielleicht auch gefunden hat. Ja, aber es wurde eben echt nochmal kribbelig und haben auch alle bemängelt nachher. Herr Stefan Leite war gar nicht so gut drauf, wie man das auch vielleicht erwartet hätte nach dem ersten Heimsieg.
Genau deshalb, weil sie dann eben doch noch mit Mann und Maus hinten reingedrückt wurden und irgendwie diesen Sieg verteidigen mussten. Und vor allem gab es natürlich in der Nachspielzeit dann die Chancenwucherszene schlechthin. Es war fast die letzte Aktion eigentlich, als Kevin Sesser alleine mit Mika Cuisance auf Torwart Johannes Schenk zuläuft.
Und jeder im Stadion sah den Ball schon vor sich im Netz zappeln und das 3 zu 0 bejubeln und ja, das, was dann folgte, war erbärmlich. Ja, also das ist eigentlich fast unerklärlich, was da passiert ist. Es gab keine schlechtere Lösung, als die, die Kevin Sesser in dem Moment getroffen hat. Das war wirklich peinlich, weil der Lupfer einfach, also wenn er ihn nebenher geschoben hätte oder sowas, okay.
Aber diesen Lupfer so in die Arme, ne? Ich bin auch der Meinung, wenn er den Abschluss selbst sucht und dann den Torwart anschießt oder an Pfosten oder übers Tor schießt, auch alles unglücklich, alles nicht besonders positiv. Aber klar, du machst dich lächerlich, wenn du so einen Lupfer versuchst und dann auch den Lupfer einfach schlecht ausführst.
Also das war ja nicht mal Pech, dass der nicht reingegangen ist, sondern es war einfach wirklich schlecht gemacht. dann eben noch die Situation, dass ein Mitspieler mitgelaufen ist. Also der Pass war vermutlich sowieso die bessere Option. Ich glaube, wir hatten alle im Hinterkopf, was vielleicht auch Kevin Sesser im Hinterkopf hatte, genau dieselbe Situation in Hannover.
Er kann es zumachen, indem er da allein aufs Tor zuläuft. Dann versucht er rüberzulegen in Hannover, scheitert damit, auch kläglich, aber hat vielleicht jetzt gedacht, ich muss es selbst probieren, um es irgendwie zu retten, diese Situation. Und ja, das ist gnadenlos schiefgegangen. Und das war auch noch richtig Thema dann nach Abpfiff.
Also genau, es war nicht nur diese Anspannung, die immer noch da war, sondern ja, das war wirklich Wut, die da teilweise herrschte bei den Verantwortlichen. Allen voran André Mjatovic, der Co-Trainer. Der hatte wirklich als ersten Impuls nach Abpfiff auf Kevin Sesser zuzulaufen und dem einen echten Einlauf zu verpassen auf dem Feld noch.
Hat, glaube ich, auf ihn eingeschimpft, hat sich dann umgedreht, ist zurück zur Bank gelaufen, hat da noch eine Wasserflasche durch die Coaching-Zone getreten. Also der hatte eine richtige Krawatte. Wir haben großartige Bilder davon gesehen, von der Szene nach dem Spiel, wo Mjatovic vor Cesar steht, ihn anschreit wirklich.
Alle drumherum irgendwie gucken sie auf den Boden und denkt man, hat Hertha dieses Spiel verloren? Aber es war natürlich verständlich nach so einer Situation. Toni Leisner ist auch gleich, glaube ich, zu Cesar hingerannt und ihn sich ins Gebet genommen. Fabian Rehse hat versucht nachher in der Mixzone zu beschwichtigen und gesagt, ja, das weiß er schon selber, dass er den rüberspielen muss.
Aber Kevin Sesser entwickelt sich so langsam wirklich zu einer tragischen Personalie diese Saison. Du hast die Szene gegen Hannover angesprochen. Es gab die Szene im Heimspiel gegen Paderborn, wo er diesen unsäglichen Fehlpass ohne Bedrängnis völlig ins Aus gespielt hat. Und wenn man mal bedenkt, mit was für Vorschusslorbeeren, der damals nach Berlin kam eigentlich als ein Spieler, der auch Europapokal mit Heidenheim hätte spielen können, da ist echt nicht mehr viel von übrig inzwischen.
Ja, es sind einfach diese Umstände und seine Rolle, die es jetzt so schwer machen auch für ihn. Also er kommt immer nur als Joker rein, er hat es nicht geschafft, sich über den Sommer einen Stammplatz zu erkämpfen in diesem Mittelfeld, was ja jetzt lange gar nicht gut besetzt war und trotzdem ist er immer nur zweite Wahl und immer wenn er reinkommt, hat man das Gefühl, er trifft unglückliche Entscheidungen und eben das alles vor dem Hintergrund gestandener Bundesligaspieler und jemand, der Hertha eigentlich so aufs nächste Level in dieser zweiten Liga geht, helfen sollte und nichts davon hat sich eigentlich eingelöst.
Es bleibt einfach wirklich eine unglückliche Personalie. Wahrscheinlich war ja auch genau das der Grund, warum er selber geschossen hat, weil er sich gedacht hat, wenn ich jetzt das Tor mache, dann kriege ich mal Selbstvertrauen, komme ich mal richtig an in dieser Saison und ja, das Gegenteil ist passiert.
Und er macht es ja eigentlich gut in der Szene, also der Weg dahin. Genau, vorher hat er noch technisch sehr anspruchsvoll, um da hinzukommen, aber mit dem Abschluss reißt du natürlich auch alles ein und ich glaube, Aber Lukas Schuler könnte irgendwo in den hintersten Wahrnehmungen noch etwas froh gewesen sein, weil er eine ähnlich aussichtsreiche Chance hatte, wo er auch selbst den Abschluss nehmen will und dann sich verdribbelt.
Also das hat natürlich auch noch ein bisschen überdeckt, die Szene von Kevin Cesar. Ja, es gab noch viel mehr Chancen-Szenen als diese großen, die wir jetzt einmal durchgesprochen haben. Aber schlussendlich ist es gut gegangen. Das ist das, was zählt. Erster Heimsieg der Saison für Hertha. Auch die Tabelle sieht schon wieder etwas freundlicher aus, Auch wenn es natürlich noch früh ist nach wie vor.
Aber jetzt geht man zumindest mal mit einem guten Gefühl in die Länderspielpause. Zwei Wochen Zeit. Hertha heute schon wieder auf dem Trainingsplatz. Du bist da gewesen heute Morgen. Wie war es? Ja, war eine ruhige Atmosphäre, war sehr windig. Es ist bestimmt der Rückenwind, den Hertha jetzt gerade hat. Sehr schön, stark.
Nee, aber es war auch deswegen ruhig, weil das Trainerteam nur in Teilen anwesend war. Der Cheftrainer Stefan Leitl hat gefehlt, sein Co. André Mijatovic auch. Die waren wohl auf einer Art Lehrgang von der DFL, einer Fortbildung mit anderen Trainern. Deswegen war es etwas gesittet, alles ruhige Spielform. Aber was wirklich Hoffnung gemacht hat, war, dass noch ein weiterer Rückkehrer sich aufgewärmt hat, zumindest mit dem Team, das war Niklas Kolbe, der sich, glaube ich, vier Rippen gebrochen hatte vor einigen Wochen.
Zweikämpfe natürlich noch nicht geführt, es war wirklich nur das Warm-up, was er mit dem Team absolviert hat, aber er ist quasi teilintegriert schon wieder im Mannschaftstraining, hat dann individuell weitergemacht. Dazu waren Diego Demme und Paul Seguin jetzt wieder fest im Mannschaftstraining, das ist ja schon einige Tage so, aber das ist natürlich auch etwas, was Sie bei Hertha alle gern sehen. Jay Brooks war nicht draußen zu sehen.
Der sollte eigentlich am Mittwoch, da steht ja ein Testspiel beim VfL Wolfsburg an, dann auch Spielzeit bekommen. Gemeinsam mit Diego Demme, bei Paul Seguin dauert es wohl noch länger. Ist jetzt die Frage, wenn Brooks heute nicht draußen trainiert hat, ob das dann klappt am Mittwoch. Aber zumindest sind das ja die positiven Nachrichten, dass es da einfach eine Reihe von Spielern gibt, die jetzt mehr und mehr zurückkommen und die jetzt auch wirklich Spielzeit bekommen sollen, die im Training voll dabei sind.
Das ist ja das, was sich alle wünschen. Und natürlich die Fragezeichen sind jetzt bei den neuen Verletzten, die es ja seit dem Wochenende gibt. Leon Jensen hat sich im Abschlusstraining verletzt. Oberschenkel ist wohl ein Faserriss, wie es heißt. Das wird also ein paar Wochen dauern. Wir haben ihn in der Mixzone gesehen nach dem Spiel. Da hat er gesagt, es wird jetzt nicht ewig dauern, aber ich glaube, ein paar Wochen sind es schon. Echt bitter, ne?
Genau, und dann eben im Spiel Dio Seefuhig. Den will ja auch keiner lange ausfallen sehen. Da ist, glaube ich, noch nicht ganz klar, wie schwer es ihn wirklich erwischt hat. Aber so die ersten... Und Informationen waren ja, es wird jetzt erstmal individuell trainieren, also es klang jetzt nicht ganz dramatisch, aber ich erinnere mich, dass wir hier auch schon saßen und über David Kupnacki und seinen Knöchel gesprochen haben und dann war es richtig übel.
Insofern sollte man da vielleicht nicht zu früh Entwarnung geben. Ja, wie sich das alles sortiert in der Woche, vor allem beim Testspiel am Mittwoch in Wolfsburg, ist ja die spannende Frage, werden wir natürlich beobachten auf morgenpost.de. Paul, du wirst vor Ort sein am Mittwoch in Wolfsburg und dann schauen wir mal, was jetzt mit Hertha los ist in dieser Situation, in dieser Länderspielpause ist, auf der einen Seite kann man natürlich sagen, Mensch, schade, dass jetzt Pause ist, so kannst du den Flow nicht weiter mitnehmen, auf der anderen Seite hast du jetzt ja richtig mal Rückenwind und kannst mit diesem guten Gefühl, kannst das mal richtig lange konservieren und vielleicht darauf aufbauen.
Wie seht ihr denn die Lage? Schreibt es uns doch gerne mal in die Kommentare. Glaubt ihr, dass Hertha jetzt endlich richtig in der Saison angekommen ist? Oder folgt jetzt gleich wieder die nächste Enttäuschung, der nächste Tiefschlag, wenn man denkt, dass es jetzt gerade läuft? Weil jetzt steht nach der Länderspielpause echt ein hartes Auswärtsspiel an beim VfL Bochum, die gerade heute ihren neuen Trainer vorstellen und dann das erste Spiel mit einem neuen Trainer gegen Hertha machen.
Das ist ein typisches Ding, oder? Passiert oft so. Da wird ja immer vom Aufbaugegner Hertha seit Jahrzehnten gesprochen eigentlich. Genau, der Trainereffekt wird da voll zur Entfaltung kommen. Das ist natürlich immer eine schwierige Angelegenheit. Dazu natürlich 20.30 Uhr eine Kastropper. Das kribbelt schon auch immer. Eine Kastropper, da gibt es richtig auf die Socken.
Das ist sowieso schon immer ein schweres Auswärtsspiel. Also ja klar, das wird eine große Prüfung für Hertha. Und die Sehnsucht ist riesig im Verein und bei den Fans ja sowieso, dass so eine Serie einfach mal Bestand hat und ausgebaut werden kann bestenfalls. Und machen wir uns nichts vor, du musst das Ding gewinnen, Bochum ist Vorletzter, die sind schon richtig abgeschlagen inzwischen an der Tabelle und das ist natürlich so ein Gegner gegen, den darfst du jetzt nichts liegen lassen, wenn du wirklich nochmal oben rankommen willst.
Da darfst du auch keine Luft ranlassen von Anfang an in diesem Spiel, dass die irgendwie denken, sie können da überhaupt irgendwas holen, also so musst du eigentlich in das Spiel reingehen mit eben diesen zwei Siegen im Rücken und diesem Anspruch, ein Spitzenteam zu sein, um dann eben wirklich mal einfach mehrere Spiele, jetzt nicht nur zwei am Stück, zu gewinnen, weil das ist ja genau das, was Hertha in den letzten beiden Saisons in der zweiten Liga gefehlt hat.
So eine echte Serie, so eine richtige Siegesstrecke, wo man eben einfach schnell tabellarisch klettert, wo man sich Woche für Woche mehr Selbstbewusstsein erspielt. Das wäre einfach unheimlich wichtig für die weitere Entwicklung der Saison. Ja, nach Bochum ist dann das Heimspiel gegen Düsseldorf, die heute auch ihren Trainer gewechselt haben, natürlich.
Auch das wird also eine heiße Nummer und das ist dann eben der Auftakt von dieser drei Heimspielewoche mit Pokal gegen Elversberg danach und dann das Heimspiel gegen Dynamo Dresden. Auch wenn du dir anguckst, auch Düsseldorf steht hinter Hertha in der Tabelle. Auch Dresden steht hinter Hertha in der Tabelle.
Da ist echt vieles möglich jetzt. Aber wir wissen auch alle, wie es ist mit Hertha. Und das haben ja auch alle fairerweise, muss man das dem Beteiligten ja zugestehen, dass alle gesagt haben, bloß nicht abheben jetzt. Wir wissen, es bleibt hart. Und Spiel für Spiel, Gegner für Gegner. Und dann gucken wir im März, April, wofür es reicht.
Ja, also wie gesagt, das Programm ist jetzt auch so, dass man aus verschiedenen Tabellenregionen einen Gegner schon hatte. und jetzt auch wieder hat. Also ich finde, da kann man noch gar nicht so viel ablesen, wo Hertha sich wirklich verorten sollte. Es fällt auf, dass sich Spiele vor allem gegen Mannschaften gewonnen haben, die jetzt immer noch vor ihnen in der Tabelle stehen.
Aber wie gesagt, der Anspruch von Hertha muss ja in dieser Liga sein, gegen jeden Gegner und auf jedem Platz bestehen zu können. Und insofern wird es, glaube ich, immer noch ein paar Spieltage dauern, bis man wirklich einen richtigen Gradmesser mal hatte für Hertha, beziehungsweise wirklich sagen kann, wo es noch hingehen kann in dieser Saison.
Wo es mit uns hingeht in diesem Podcast, ist jetzt auch in die Länderspielpause. Wir machen eine Woche Pause. Auch ihr könnt euch vielleicht mal ein bisschen erholen von der ganzen stressigen, emotionalen Hertha-Zeit zuletzt. Und auf morgenpost.de bleibt ihr natürlich weiterhin wie immer auf Ballhöhe.
Aber ansonsten hören und sehen wir uns dann in zwei Wochen am Montag nach dem Bochum-Spiel wieder. Bis dahin, danke fürs Zuhören und dabei sein. Tschüss. Macht es gut.