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Länger Leben· Staffel 1· Folge 8

Gesundheitsvorsorge: Diese Tests sollte jeder machen

Mittwoch, 10. Juni 2026 · 24 min

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Shownotes

In dieser Folge sprechen Natalja Fischer und Dr. Felix Bertram darüber, welche Vorsorgeuntersuchungen wirklich sinnvoll sind – und welche nur das Portemonnaie leeren.

Felix, der fast alle Tests selbst ausprobiert hat, erklärt, warum er ein Paradebeispiel für „zu viel Testerei“ ist und warum manche Selbstzahler-Tests mehr Verunsicherung als Klarheit bringen. Stattdessen empfiehlt er, sich auf die drei Bereiche zu konzentrieren, die 80 Prozent aller Todesfälle ausmachen: Herzgesundheit, metabolische Gesundheit und Krebsvorsorge.

Als ersten Schritt empfiehlt Felix, den Check-up 35 wahrzunehmen – eine kostenlose Vorsorgeleistung der gesetzlichen Krankenkassen, auf die Versicherte ab 35 alle drei Jahre Anspruch haben. Er erklärt aber auch, wo dieser Check-up an seine Grenzen stößt und warum zwei Blutwerte unbedingt zusätzlich bestimmt werden sollten: ApoB und Lipoprotein A.

Außerdem: Welche Krebsvorsorge die Krankenkasse übernimmt, warum der DEXA-Scan einer der wenigen Selbstzahler-Tests ist, den Felix wirklich empfiehlt, und warum Ganzkörper-MRT, Mikrobiomtests und Mikronährstoffanalysen seiner Meinung nach wenig bringen.

Zu guter Letzt zeigt Felix drei einfache Selbsttests für zu Hause, die ein guter Indikator für den eigenen Gesundheitszustand sind: das Taille-Größen-Verhältnis, den Flamingo-Test und den Dead Hang.

Nachtrag: Ein DEXA-Scan zur Knochendichtemessung kostet als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) bei Selbstzahlung in der Regel zwischen 50 € und 100 € Euro.

Weitere Insights gibt es auch hier:
• Bundesministerium für Gesundheit: Gesundheits-Check-up („Check-up 35“) (bundesgesundheitsministerium.de/checkup)
• Autorin testet Ganzkörper-MRT: „Wir finden bei fast allen irgendwas“ (morgenpost.de/ratgeber-wissen/article409084599…)
• Autorin wagt Mikronährstoffanalyse: „Mit diesem Mangel habe ich nicht gerechnet“ (morgenpost.de/ratgeber-wissen/article409459902…)
• Cholesterin und Lipoprotein: Diese 20 Euro beim Arzt können Ihr Leben retten (morgenpost.de/ratgeber-wissen/article410661485…)
• Lipoprotein(a): Ein vielen unbekannter Blutwert zeigt das Risiko für Herzinfarkt (morgenpost.de/ratgeber-wissen/article411175959…)e
Mehr zu Dr. Felix Bertram:
Website (felixbertram.com)
LinkedIn (linkedin.com/in/felix-bertram)
Instagram (instagram.com/drfelixbertram/?hl=de)

Buch: Hacking Age (GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH)

Mehr zu Natalja Fischer:
LinkedIn (linkedin.com/in/natalja-fischer-629180338)
Autorinnenprofil (morgenpost.de/autoren/natalja-fischer)

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Ich würde mich bei der Vorsorgeuntersuchung auf die drei Bereiche konzentrieren, die 80 Prozent aller Todesfälle ausmachen. Das ist Nummer eins ganz klar Herz-Kreislauf. Also viele Menschen merken das erste Mal, dass sie was am Herzen haben, wenn sie tot umfallen. Das sind etwa 50 Prozent, also erschreckend viele.

Investiert in eure Gesundheit und messt die Sachen, die relevant sind. Verzichtet aber auf unnötigen Kram. Das entleert nur euer Portemonnaie und bringt am Ende nicht viel. Nicht zu viele Tests machen und sich vor allem die von Tests nicht verrückt machen lassen. Auch mal an sich selber reinhören und spüren, lebe ich gesund, schlafe ich gut.

Länger Leben, der Longevity-Podcast mit Natalia Fischer und Dr. Felix Bertram. Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Länger Leben. Ich bin Natalia Fischer, Redakteurin bei Funke und mir gegenüber sitzt, wie immer, Felix Bertram. Hi Felix, schönes Laufst. Hallo, guten Morgen. Wir haben in der letzten Folge darüber gesprochen, wie man mit gesunder Ernährung, Sport und Schlaf seine Gesundheit und sein biologisches Alter beeinflussen kann.

Heute soll es darum gehen, wie man eigentlich herausfinden kann, wo man gesundheitlich steht. Und da gibt es ja ganz viele unterschiedliche Tests und Untersuchungen, die man machen kann. Und da wollen wir einen Überblick geben, was wirklich sinnvoll ist. Deine persönliche Longevity-Reise hat ja angefangen mit dem Test von deinem biologischen Alter.

Und für alle, die diese Folge nicht gehört haben, kannst du nochmal erklären, wie man sein biologisches Alter messen kann und ob dieser Test wirklich sinnvoll ist. Gerne. Vorweg will ich sagen, dass ich ein Beispiel bin für zu viel Testerei und sich verrückt machen mit Tests. Das ist mal nur vorab. Ich hätte damals mal eher in mich reinhören sollen und gucken, was läuft in meinem Leben eigentlich gut und lebe ich gesund oder nicht gesund und hätte da schon ganz viel rausfinden können ohne die Tests. Aber das nur am Rande.

Ich habe einen biologischen Alterstest gemacht. Das war ein Test, der das Immunsystem misst. Es gibt zwei verschiedene. Das ist der eine, den ich gemacht habe, der das Immunsystem und die Tendenz zu Entzündungen misst. Und es gibt auch einen epigenetischen Alterstest, den ich auch gemacht habe. Der erste war aber der, der das Immunsystem misst. Und der hat erschreckend ergeben, dass ich 25 Jahre älter bin als das, was in meinem Pass steht.

Das war damals 74. Ich war chronologisch 49. Das war natürlich ein Schock. Das war ja der Start von deiner Longevity-Reise und Anreiz, dass du dich mit deiner Gesundheit mehr befasst hast. Würdest du diesen Test denn allen empfehlen oder würdest du eher andere Tests empfehlen, um den allgemeinen Gesundheitszustand festzustellen?

Nein, ich würde diesen Test nicht empfehlen. Ich habe auch den anderen Test gemacht, der übrigens ergeben hat, dass ich 43 bin, also dann sechs Jahre jünger, als ich chronologisch war. Das zeigt ein bisschen, dass diese Tests nicht sehr zuverlässig sind und zu unterschiedlichen Aussagen kommen. Ich würde ihn deshalb auch nicht empfehlen, weil es ändert nichts an der Tatsache, dass ich etwas für meine Gesundheit tun sollte und es ist auch kein konkreter Marker, den ich.

Konkret mit einzelnen Handlungen relevant beeinflussen kann oder das vielleicht doch, aber er sagt nichts wirklich darüber aus, ob ich länger lebe, ob ich wirklich gesund bin auf Dauer und so weiter. Insofern, ich würde es nicht machen. Ich würde mich auf Tests konzentrieren, die sozusagen nicht nur einen Marker verändern, sondern einen Outcome, also ein Ergebnis.

Tests, die mir zeigen, lebe ich länger, habe ich ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen, für Krebs und so weiter. Also du würdest empfehlen, sozusagen zu testen auf Herz, dann metabolische Gesundheit, hast du öfters mal angesprochen, Wie kann ich das denn testen? Was sind da die relevanten Untersuchungen, die ich dann mal vornehmen sollte?

Genau, ich würde mich bei der Vorsorgeuntersuchung auf die drei Bereiche konzentrieren, die 80 Prozent aller Todesfälle ausmachen. Das ist Nummer eins ganz klar Herz-Kreislauf. Also viele Menschen merken das erste Mal, dass sie was am Herzen haben, wenn sie tot umfallen. Das sind etwa 50 Prozent, also erschreckend viele.

Das ist so ein stiller Killer, den man nicht so einfach spürt und den man früh entdecken sollte. Das zweite ist metabolisch. Was ist metabolisch? Also Stoffwechsel ist das Fachwort für Stoffwechsel. Diabetes ist die bekannteste metabolische Erkrankung, aber auch Herz und Nieren gehören dazu. Und die dritte Gruppe ist Krebs. Wollen wir vielleicht in die Organe einsteigen und mit dem Herz anfangen?

Gerne, lass uns mit Herz, das ist ja eines der wichtigsten, dann lass uns damit starten. Gut, ich unterteile jetzt mal in Sachen, die von der Krankenkasse in Deutschland bezahlt werden und die ich vielleicht noch ergänzen würde. Also es ist gar nicht so schlecht. Es gibt diesen generellen Check-up, der alle drei Jahre von der Kasse übernommen wird. Dieser Check-up 35? Check-up 35.

Da wird kontrolliert der Blutdruck. Die Anamnese ist ja auch wichtig. Was ist die Vorgeschichte? Auch vielleicht die Vorgeschichte der Familie spielt eine große Rolle. Und da werden sozusagen die Blutfettwerte gemessen, also Gesamtcholesterin, HDL, LDL. Das ist schon mal gar nicht schlecht, um ein gutes Gefühl dafür zu kriegen, wie steht es um meine Herz-Kreislauf-Gesundheit. Und den kann man alle drei Jahre machen. Der wird dann bezahlt, der ist sozusagen for free.

Richtig. Und das würde ich auch in Anspruch nehmen. Gibt es denn noch Sachen, die ich zusätzlich testen sollte, um meine Herzgesundheit zu ermitteln? Ja, ich würde an zwei Marker denken, die erst in den letzten Jahren so ein bisschen, in den Fokus gekommen sind, weil sie ein bisschen mehr aussagen als zum Beispiel Gesamtcholesterin oder die einzelnen Fettwerte. Das ist zum Beispiel...

Also Lipoprotein A und ApoB. ApoB ist ein Marker, der die Gesamtpartikelmenge zeigt. Man kann sich auch so vorstellen, das sind ganz viele Taxis, die im Blut rumschippern und die Gefahr laufen, in. Die Gefäßwände einzudringen und dort diese gefährlichen Plaques zu bilden. Also Anzahl A pro B sagt etwas über das Risiko aus, eine Atheosklerose, also eine Gefäßverkalkung zu bilden.

Deshalb wäre das ein Marker, den ich mir unbedingt anschauen würde. Lipoprotein A ist etwas ähnliches. Es zeigt die Partikel, die wirklich gefährlich sind und es ist sehr, sehr stark genetisch determiniert. Also es ist ein genetischer Marker, den man schon sehr, sehr früh hat. Also ich würde den sogar sehr früh im Leben messen, weil Arteosklerose, also Gefäßverkalkung, die da am Ende zu Schlaganfällen und Herzinfarkten führt...

Die kann man schon ganz früh im Leben erkennen. Insofern wäre Lipoprotein A einer der Marker, den man vielleicht sogar schon im teenischen Alter einmal messen sollte. Reicht ein einziges Mal, muss man nicht regelmäßig wiederholen. Aber dass man weiß, habe ich ein genetisches Risiko über andere Risiken hinweg.

Wie generelle Blutfettwerte und familiäre Prädisposition, habe ich einen konkreten Blutmarker, der das genetische Risiko zeigt. Und das ist Lipoprotein A. Und diesen Wert Lipoprotein A, den kann man im Blut feststellen einfach mit einem Blutbild oder wie kann ich den rausfinden? Genau, das ist ein ganz großes Missverständnis.

Patienten kommen oft zu mir und sagen, ich habe das große Blutbild gemacht und es ist alles gut. Und du siehst aber, die sind übergewichtig und dergleichen. Das große Blutbild sagt gar nicht viel. Also es ist das Basisblutbild und sozusagen das Differenzialblutbild. Das zeigt nur das Blut an sich. Also habe ich eine Anämie, also eine Blutarmut?

Habe ich eine Entzündung, eine akute? Habe ich einen Eisenmangel? Mehr nicht. Nein, ich muss ApoB und Lipoprotein A ganz konkret anfordern und ich muss das auch selber zahlen. Also ich sage dem Arzt bei dem Check 35 zum Beispiel, lieber Herr Doktor, ich hätte gern die beiden Werte auch noch, können Sie die abnehmen, ich zahle das aus meiner Hosentasche. Und das lohnt sich? Ich würde das machen.

Gesundheit ist das Wichtigste und die Basis von allem und bevor ich eine neue Playstation oder ein neues Handy kaufen würde, würde ich persönlich immer auch in meine Gesundheit investieren. Du hast angesprochen, neben Herzgesundheit ist auch die metabolische Gesundheit sehr wichtig. Was ist das genau? Metabolisch ist ein anderes Wort für den Stoffwechsel und die größte Gruppe der Erkrankungen hier ist der Diabetes, also die Blutzuckererkrankung.

Also Menschen haben dann einfach zu viel Zucker im Blut, Insulin ist nicht mehr so aktiv und schleust den Zucker nicht mehr in die Muskeln, um es dort zu verbrennen. Und das führt zu vielen Erkrankungen, die dann auch am Ende tödliche Folgen haben. Deshalb macht es Sinn, das auch zu prüfen. Die Krankenkasse zahlt bei dem Check 35 alle drei Jahre nüchtern Blutzucker. Das ist ein wichtiger Marker.

Aber auch hier würde ich zwei Werte dazunehmen. Das wäre Insulin und HbA1c. Insulin ist sozusagen die. Das Transportvehikel, das das Zucker in die Zellen, besser gesagt in die Muskeln transportiert, damit es dort verstoffwechselt werden kann. Wenn das Insulin nicht mehr vorhanden ist oder die Muskeln das Insulin nicht mehr so aufnehmen, dann lagert sich ja Zucker im Blut ab und am Ende in den Gefäßen und Nerven und führt zu diesen Schäden.

Und HbA1c ist ein Langzeitwert, der sozusagen nicht nur den momentanen Blutzuckerstatus zeigt, sondern den Blutzuckerstatus der vergangenen acht bis zwölf Wochen. Neben Herzgesundheit und metabolischer Gesundheit, das sind die wichtigsten Marke, hast du jetzt noch angesprochen, Krebsvorsorge, auch sehr wichtig.

Da gibt es auch einiges, was die Krankenkasse bezahlt. Welche Untersuchungen sind da denn sinnvoll und sollte man regelmäßig wahrnehmen? Ja, da bin ich der Meinung, dass die Krankenkasse eigentlich praktisch alles gut abdeckt, was mit hohem Risiko verbunden ist und wo auch eine Vorsorge Sinn macht. Eine Vorsorge versucht ja immer große Gruppen von Krebs zu erfassen.

Die ganz seltenen Krebsarten werden dann vielleicht nicht so entdeckt, aber die wichtigsten. Das ist in allererster Linie mal Darmkrebs. Ab 50 wird die Darmkrebsvorsorge bezahlt von der Krankenkasse. Wenn alles gut ist, muss man die auch nur alle zehn Jahre wiederholen. Das ist nichts, was man häufig machen muss.

Wenn es dann Polypen gibt oder irgendwelche Dinge, die werden dann meistens auch von dem Gastroenterologen direkt entfernt. Das ist eine sehr gute Vorsorgeuntersuchung. Das zweite ist Haut. Das sage ich nicht, weil ich selber Hautarzt bin, sondern weil es auch sehr wichtig ist. Hautkrebs kann man sehr gut erkennen, kann man sehr früh erkennen.

Es ist keine invasive Untersuchung. Das sieht der Hautarzt mit dem Auge und mit der Lupe. Das wird ab 35 bezahlt. Für Frauen gibt es die Brustkrebs- und Gebärmuttervorsorge. Brustkrebs wird ab 50 und Gebärmutter ab 30 von der Krankenkasse bezahlt. Man kann sich hier sicher überlegen, ob auch mal ein früherer Einstieg, je nach Familienanamnese und Vorgeschichte Sinn macht.

Das wird dann eventuell auch bezahlt, wenn die Vorgeschichte entsprechende Hinweise gibt. Das nur am Rande, das sollte man mit dem Arzt besprechen und für Männer die Prostatat, das macht ab 45 Sinn und wird ab 45 auch von der Krankenkasse bezahlt. Das deckt für mich eigentlich alle großen Krebsgruppen ab, bei denen es sinnvoll ist diese sozusagen zu screenen, also durch eine Vorsorgeuntersuchung frühzeitig zu erkennen.

Jetzt hast du schon gesagt, die Krankenkasse zahlt relativ viele Tests, ein paar müsste man noch extra zahlen, die Sinn machen. Dann gibt es aber noch ganz, ganz viele Selbstzahlerleistungen, die ja immer beliebter werden, wo es auch immer mehr Angebote gibt. Vielleicht können wir da nochmal drüber sprechen. Gerne. Und zwar die eine Sache, die ich jetzt immer öfter höre, ich glaube, du hast es auch gemacht, ist der sogenannte Dexascan. Was misst der genau und ist das sinnvoll, sowas mal zu machen?

Das ist einer der wenigen Tests, die ich tatsächlich sinnvoll finde. Der Dexascan ist sozusagen eine Durchleuchtung, ähnlich wie beim Röntgen, aber in einer ganz, ganz niedrigen Strahlenmenge, der etwas über meine Knochendichte sagt und über meine Körperzusammensetzung. Also wie viel Fett und wie viele Muskeln habe ich auch im gegenseitigen Verhältnis im Körper? Und das ist auch eine wichtige Aussage zur generellen Gesundheit.

Und auch zur Langlebigkeit. Weil man da auch ein Osteoporose-Risiko feststellen kann oder wieso sollte ich meine Knochendichte kennen? Ja, unbedingt. Einer der größten Risikofaktoren für einen vorzeitigen Tod ist der Sturz ab 65. Also wenn man mit 65 oder älter stürzt und sich was bricht wie die Hüfte, dann, gibt es ein relativ hohes Risiko, ich glaube so 23 Prozent, dass man im Folgejahr daran verstirbt, weil man einfach nicht mehr regeneriert, nicht mehr auf die Beine kommt und das sozusagen der letzte Sargnagel war für sein Leben.

Deshalb ist es wichtig, dass die neben den Muskeln, die ausgebildet sein sollten und die Kraft und Funktion haben sollten, ist auch die Knochendichte wichtig. Und das sieht man im Dexascan und dann kann man auch dagegen angehen. Also das kann an einem Vitamin-D-Mangel liegen, das kann aber auch daran liegen, dass man zu wenig trainiert. Also Muskeltraining stabilisiert auch die Knochen, vielleicht einen Calciummangel.

Das ist dann Aufgabe des Arztes, das rauszufinden. Aber Osteoporose, auch bei Frauen unbedingt, in der Perimenopause und Menopause sollten das unbedingt untersuchen. Was kostet der DEXA-Scan ungefähr? Da bin ich überfragt. Ich glaube, der ist aber nicht so dramatisch teuer. Ich würde jetzt mal schätzen zwischen 100 und 200 Euro. Können wir sonst noch mal im Nachgang rausfinden, den Show Notes verlinken.

Ein weiterer Test, der auch ganz spannend ist, der relativ teuer ist, ist das präventive Ganzkörper-MRT. Da legt man sich ja wirklich in die Röhre. Ich glaube, es kostet bis zu 900 Euro. Du hast das tatsächlich auch gemacht. Ist das sinnvoll, sowas mal zu machen? Ich habe tatsächlich fast alle Tests gemacht. Nein.

Menschen haben das Gefühl, dass dieser Ganzkörper-MRT alles entdeckt. Aber die beiden ganz großen Gruppen, die wir am Anfang genannt haben, die hat es gar nicht auf dem Schirm. Also Herz-Kreislauf- oder Arthiosklerose wird da überhaupt nicht entdeckt. Ebenso das ganze metabolische Thema, also Niere, Leber, Diabetes wird nicht diagnostiziert durch das MRT.

Das MRT sieht einfach Weichteilstrukturen und Veränderungen von Strukturen. Also das Thema Krebs könnte man hier adressieren. Das Problem ist nur, es hat sehr viele falsch positive Befunde. Das heißt, es sieht ganz viele Sachen, die eigentlich harmlos sind. Jetzt könnte man sagen, ja gut, ist ja nicht schlimm.

Doch, es ist mental schlimm. Wenn ich jetzt zum Beispiel, feststelle, dass im MRT hinter der Bauchspecheldrüse eine Raumforderung ist, also irgendein Gewebe, Struktur, Tumor, dann ist die Chance, dass das vielleicht gar nicht schlimm ist, durchaus hoch, und das rauszufinden ist sehr, sehr schwierig, weil ich muss irgendwie dahin kommen und muss irgendeine Probe nehmen, das ist gar nicht so einfach.

Und dann macht man das nicht, weil das Risiko vielleicht zu hoch ist, aber ich lebe mit diesem Wissen, dass ich dort eine Raumforderung habe oder einen Tumor und das ist eine hohe mentale Belastung. Man kann zwar dann nochmal ein MRT machen im Jahr, um zu gucken, ob sich das verändert hat. Noch mehr Untersuchungen. Noch mehr Untersuchungen. Aber ich glaube, ich würde ein MRT machen, wenn ich den Verdacht hätte, dass irgendwas ist oder wenn ich wirklich zu viel Geld habe und das mental aushalten kann, dass ich auch mit falsch positiven Befunden leben kann.

Aber es ist wie vieles im Moment, auch Geld verdienen mit irgendwelchen Tests, die am Ende nicht viel aussagen oder irgendeinen Marker benennen, der gar nicht relevant ist. An der Stelle ein Hinweis. Meine Kollegin Anne hat sich auch testweise in so ein Ganzkörper-MRT mal reingelegt, wie das genau abläuft, was das kostet und ob sie es empfehlen würde, hat sie aufgeschrieben und den Artikel verlinke ich euch ebenfalls in den Shownotes.

Ein weiterer Test, von dem man auch immer öfter hört aktuell, ist ja dieser sogenannte Mikrobiom-Test. Das wird per Stuhlprobe untersucht. Wozu soll das gut sein? Hier bin ich kein Freund von. Die Frage ist, was mache ich mit dem Testergebnis und kann ich was ändern? Ich habe das selber auch gemacht.

Ich habe mein Mikrobiom untersuchen lassen. Dabei kamen pathogene Keime heran. Also es zeigte sich, dass ich pathogene Keime habe, die aus dem Mundraum kommen. Ich habe dann dummerweise eine Antibiotika-Kur gemacht, die, glaube ich, am Ende mehr zerstört hat, als es gebracht hat. Das Mikrobiom ist noch nicht so gut erforscht, dass wir mit Mikrobiom-Tests wirklich etwas anfangen können und wirklich etwas steuern können.

Viel besser wäre es zu sagen, guck mal, ich tue was für mein Mikrobiom, ich ernähre mich gesund, ich achte darauf, dass ich genug Blaststoffe zunehme und dergleichen. Und dann mache ich eigentlich genau das Richtige und würde meinen Fokus gar nicht weiter auf das Mikrobiom setzen, zumindest nicht auf die Mikrobiom-Diagnostik, Entschuldigung, um es zu präzisieren.

Das heißt, den Test würdest du nicht empfehlen? Nein. Okay, viele machen ja auch Vitaminmängeltests, um mal festzustellen, ob sie irgendwo einen Mangel haben und entgegenwirken können. Auch das ist sehr beliebt und auch das ist eine Selbstzahlerleistung. Würdest du sowas empfehlen? Sollte man sich da mal testen lassen?

Auch nein. Vitaminmangel führt nicht so schnell zu einem Tod und der macht sich irgendwann schon bemerkbar. Insofern wäre das keine Empfehlung für ein generelles Screening. Wenn ich Symptome habe, die auf einen Vitaminmangel hindeuten, dann ja. Müdigkeit oder was könnte das sein? Müdigkeit oder irgendwelche Ragaden, also so Entzündungen an den Mundwinkeln oder irgendwelche Nervenveränderungen oder irgendwelche Zuckungen nachts oder irgendwie sowas.

Und wer das aber machen will, dann gibt es eigentlich zwei große Vitamingruppen, die relevant sind. Das ist Vitamin D und Vitamin B12. Damit habe ich schon die meisten potenziell relevanten Vitaminmängelzustände abgefangen, vielleicht noch Eisen ist jetzt kein Vitamin, aber das kann man noch anschauen, haben wir aber auch im Blutbild mit drin.

Das ist ja eigentlich eine gute Nachricht, dass die Tests, die wirklich wichtig sind, auch von der Kasse übernommen werden und zusätzlich gibt es noch einige, die du empfiehlst, aber von diesen teuren Ganzkörper-MRT-Mikrobiomen, das ist eigentlich gar nicht so wichtig. Das bin ich völlig dummer. Deshalb bin ich auch kritisch bei diesen ganzen Testereien, die im Moment überall stattfinden.

Es verwirrt Leute, es macht Leute verrückt und der Fokus geht verloren auf das, was wirklich wichtig ist. Wir wissen, was gesund ist und die meisten Menschen nehmen auch Tests als mentalen Entlastung und sagen, ja, meine Tests waren alle gut. Aber da muss man dann mal genauer hinschauen und schauen, was ist der Kontext und zeigen die Tests überhaupt das, was relevant ist. Entdecken die das, was du suchen willst. Ich bin da zurückhaltend, ja.

Neben diesen ganzen medizinischen Tests gibt es ja auch einige Tests, die man einfach zu Hause machen kann, kostenlos und direkt. Was sind da die Tests, die du empfehlen würdest, die man sich mal vornehmen sollte? Einer ist zum Beispiel sozusagen die Vorstufe von dem Dexascan, dass ich mal zu Hause messe, wie meine Körperzusammensetzung aussieht.

Und das macht man, indem man seinen Bauchumfang misst und seine Körpergröße und dann den Bauchumfang durch die Körpergröße. Also sagen wir mal, der Bauchrumpfarm ist 100 Zentimeter, 1 Meter und die Körpergröße ist 1,70. Dann teile ich diese 100 durch 1,70 und Werte unter 0,5 sind gut. Wenn ich aber über 0,5 habe, dann ist das ein Hinweis darauf, dass mein Bauch etwas zu groß ist im Verhältnis zu meiner Körpergröße.

Und das ist meistens auch ein Hinweis auf viszerales Fett, also Organfett, was eher schädlich ist und ungesund. Also ich muss nicht direkt das Dexascan bemühen und viel Geld ausgeben, sondern kann einfach mal diesen Talie-Körpergrößentest machen. Und dieser Test ist noch sinnvoller als zum Beispiel der BMI?

Ja, ein BMI kann verfälscht sein. Es gibt also Menschen, die sehr muskulös sind und sehr kräftig, die haben dann eventuell einen sehr hohen BMI, sind aber nicht adipös, sondern sind einfach nur schwer und muskulös und das sind gesunde Menschen. Deshalb ist der BMI ein bisschen irreführend. Das heißt, dieses Teil in Größe fällt, dass es noch genauer, noch konkreter, da kann man mehr feststellen.

Das entspricht mir der Body Composition, also der Körperzusammensitzung. Da kann ich mehr über das herausfinden, was relevant ist. Das ist eben dann das Körperfett und vor allem das viszerale Fett, das Bauchfett, das Fett, was im Innen, man kennt ja die Männer, die so Trommelbäuche haben. Das ist leider viszerales Fett und das ist nicht sehr gesund oder sehr ungesund, wenn man so sagen will.

Neben diesem Teil-Größe-Verhältnis hast du noch den Flamingo-Test, den du empfiehlst. Das klingt interessant, was ist das? Ja, Flamingos sind ja bekannt dafür, dass sie auf einem Bein stehen. Das ist dieser Test. Man steht auf einem Bein. Warum ist das wichtig? Koordination und Gleichgewicht ist im Alter extrem wichtig, um Stürze zu vermeiden. Hängt auch mit der Muskelkraft zusammen, aber auch mit der Sensorik.

Die Sensorik geht im Alter verloren. Sensorik heißt so dieses Gespür, was unter mir ist und ob ich auf unebenem Boden bin. Deshalb ist es mal gut, sich auf einem Bein zu stellen und zu gucken, ob ich das eine Minute durchhalte. Eine Minute musst du schaffen. Ja, das ist relativ einfach für die meisten Menschen.

Die meisten Stürze älterer Menschen passieren aber nachts im Dunkeln. Und jetzt gebe ich noch einen Tipp. Mach den Flamingo-Test mal mit geschlossenen Augen. Also eine Minute auf einem Bein bei geschlossenen Augen stehen. Das ist schwierig. Der dritte Test, den du empfiehlst in diesem Zusammenhang, ist der sogenannte Dead Hang. Das hat was damit zu tun, wie lange man an der Klimpstange hängen kann. Ja, ganz wichtiger Test. Der was über die Kraft und vor allem die Griffkraft sagt.

Also ich hänge mich an so einer Klimmzugstange. Mit beiden Händen? Mit beiden Händen. Das war ein bisschen. Schon mit beiden Händen. Hänge mich daran und lasse mich einfach runterhängen und gucke, wie lange ich da hängen kann. Und meistens denke ich, das schaffe ich locker. Das ist nicht so einfach. Und als Mann sollte man zwei Minuten schaffen.

Ich schaffe das manchmal nicht ganz, also es ist wirklich nicht so einfach und als Frau anderthalb Minuten frei hängen. Und das kann man auch trainieren, das wird wahrscheinlich besser, je öfter man das hat. Ja, natürlich. Dann gibt es ja noch viele Leute, die Fan sind, du trägst es auch, den Ring oder eine Uhr, also diese sogenannten Wearables, mit denen man seine eigenen Werte messen kann.

Würdest du das empfehlen, ist das sinnvoll, seine Werte zu tracken oder ist das schwierig, weil man es selber, wenn man jetzt nicht Arzt ist, so wie du, das nicht unbedingt einordnen kann? Es hat beides. Ich persönlich mag es sehr gerne, weil es für mich so ein Bio-Feedback gibt. Also zum Beispiel, ich messe meinen Schlaf und sehe dann, wenn der Schlaf schlecht war, gehe ich einmal zurück in den Vortrag und gucke, was war denn da.

Und meistens war es dann irgendwie Alkohol am Abend oder spätes Essen. Und so lerne ich, wie ich meinen Schlaf verbessern kann. Das Problem ist aber, dass diese ganzen Wearables meistens irgendwie so einen Score zeigen. Also du hast 85 Punkte für deinen Schlaf bekommen oder 70. Und das macht Menschen verrückt. Wichtiger ist die Schlafarchitektur, also runter zu scrollen, zu gucken, wie war mein Tiefschlaf, wie war mein REM-Schlaf, wie war die Sauerstoffsättigung, also habe ich regelmäßig geatmet in der Nacht, wie war meine Herzfrequenz, wie war meine Herzfrequenzvariabilität.

Dazu muss ich nicht Arzt sein, aber es macht Sinn, sich einmal schnell einzulesen, um was es geht. Ein anderer Wert ist dieser Vio2Max, also der Ausdauerwert. Dazu braucht es aber gewisse Referenzwerte. Also die Uhr kann das zwar messen, aber sie muss trotzdem die Herzfrequenz gleichzeitig messen, was ich am besten über so einen Herzgurt ableite.

Und ich muss irgendeine Leistung bringen, also beim Fahrrad eine Wattleistung oder beim Laufen, dass dieser Wert überhaupt gemessen werden kann. Und wir hatten gestern den Fall, dass jemand sagt, oh, ich habe so einen tiefen Via-to-Max, aber das ist ein Wert, der im Alltag gemessen wurde, also nicht bei maximaler Leistung.

Und deshalb muss man so ein bisschen sich einlesen in die Themen, um das auch zu verstehen und richtig interpretieren zu können. Und dann kann das helfen, das Leben so ein bisschen zu steuern. Über den Vio2Max sprechen wir ja auch in der Sportfolge, da könnt ihr auch sehr gerne nochmal reinhören, falls ihr es noch nicht getan habt.

Und damit sind wir auch fast schon wieder am Ende dieser Folge, Felix. Wie schade. Es geht schnell und es ist Zeit für unsere drei Longevity-Tipps. Was würdest du sagen heute nach der Folge über Check-Ups und Vorsorgeuntersuchungen, was sind deine drei wichtigsten Tipps? Also ich glaube erstmal, nehmt die kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen wahr, die die Krankenkassen zahlen. Die sind wirklich nicht so schlecht.

Ich war selber überrascht, als ich mich jetzt eingearbeitet habe. Das ist ganz gut und sollte man auf jeden Fall in Anspruch nehmen und ergänzen durch die paar Sachen, die wir vielleicht noch aufgelistet haben. Das ist kein großes Investment, aber bringt viel für die Gesundheit und die Steuerung der eigenen Gesundheit und der Maßnahmen, die man macht.

Zweitens, das wäre eigentlich der zweite Tipp, investiert in eure Gesundheit und messt die Sachen, die relevant sind, verzichtet aber auf unnötigen Kram, das entleert nur euer Portemonnaie und bringt am Ende nicht viel. Und der dritte Tipp ist einfach, nicht zu viele Tests machen und sich vor allem von Tests nicht verrückt machen lassen.

Auch mal an sich selber reinhören und spüren, lebe ich gesund, schlafe ich gut, schlafe ich ausreichend, bin ich gestresst, ernähre ich mich gesund und komme ich auf meine Bewegung, die für meine Gesundheit doch so viel wichtiger ist als viele, viele Tests. Vielen Dank für die Tipps, Felix. Ich hoffe, wir konnten ganz viele Hörerinnen und Hörer motivieren, ein paar von diesen Vorsorgeuntersuchungen wirklich wahrzunehmen.

Denn im Zweifel kann das die wirksamste Longevity-Maßnahme von allen sein. Danke dir, danke, dass du heute da warst und wir hören uns nächste Woche. Danke, freue mich. Im Laufe dieses Podcasts wollen wir mehr darüber erfahren, was wir für ein langes und gesundes Leben tun können. Abonniert uns gerne oder lasst uns eine Bewertung da.

Wenn ihr Fragen oder Anmerkungen habt, schreibt uns an längerlebenatfunkemedien.de. Wir hören uns nächste Woche.

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