Leben zwischen Arbeit und Rente· Folge 115
Wie und wo wollen Babyboomer alt werden, Prof. Annette Spellerberg
Donnerstag, 6. August 2026 · 33 min
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Shownotes
...und was sollten Kommunen dafür tun
Zu Gast: Prof. Dr. Annette Spellerberg, Stadtsoziologin, RPTU Kaiserslautern-Landau, Projektleiterin von "Ageing smart"
Die wichtigsten Ergebnisse
• Nur 2 von 100 Eigentümer:innen der ziehen pro Jahr um. Warum eigentlich – und was heißt das für die eigene Wohnung, das eigene Haus?
• Jede:r Neunte fühlt sich einsam – aber gemeinsam wohnen ist oft nicht die Lösung. Was stattdessen hilft.
• Stadt oder Land: Wo lebt es sich als Babyboomer besser – und wo hapert es woanders?
• Was Ihre eigene Kommune aus dieser Studie lernen kann – und wo das erste Ergebnis schon sichtbar ist, zum Beispiel ein neuer Bürgerbus.
Die größte Überraschung der Forscherin – und was sie selbst am Ende noch gelernt hat.
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Diese Phase, die oft in dem Alltag, in den Medien beschrieben wird als Vorbereitung aufs Alter. Zieht doch bitte um in eine altersgerechte Wohnung, kümmert euch darum wie es euch später geht? Wie macht ihr das mit der Pflege? Ist überhaupt gar nicht im Horizont dieser Menschen schon aber das bestimmt nicht das Wohnen und das Wohngefühl und die Wohnbedürfnisse Und ich glaube Dieser Punkt ist noch nicht angekommen.
Wie wollen deutsche Babyboomer im Alter leben und was bedeutet das für die Kommunen, in denen sie leben? Mit diesen beiden Fragen hat sich das Forschungsprojekt Aging Smart beschäftigt fünf Jahre lang. Und jetzt ist es genau in diesen Tagen zum Ende gekommen! Ich kann Bilanz sehen mit der Projektleiterin, mit Professor Annette Spellerberg Stadtsoziologin und an der Universität Kaiserslautern.
Hallo, herzlich willkommen! Guten Tag. Ja, hello again weil wir uns vor drei Jahren schon mal gesprochen haben. Wir alle waren Jünger dieser Podcast gewissermaßen in den Kinderschuhen des Forschungsprojekts im Jugendalter um mal in dem Bild zu bleiben. Also gerade mal so im ersten Drittel und aus diesem Gespräch ist mir ein Satz besonders hängen geblieben.
Sie sagten über die Wünsche der Baby Boomer für ihr Alter ist eigentlich ganz wenig bekannt. Das hat sich jetzt grundlegend geändert. Geh ich mal voraus Herr Grundlegend, ich würde den Anspruch etwas bescheidener formulieren. Aber wir wissen natürlich ein bisschen mehr. Ja sehr sympathisch dass Sie das so beschreiten beschreiben.
sie haben immerhin einen Team von zehn Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Disziplinen geführt. Fragebögen rausgeschickt an die Einwohner in sieben Kommunen, darunter drei größere Städte im Mannheim Kaiserslaut an jener, die man kennt und vier kleinere Kommunen, den man vielleicht nicht so kennt. Aber kommen wir im Laufe des Gesprächs sicherlich noch auf die ein oder andere.
Gibt es denn einen kleinsten gemeinsamen Nenner, denen diese ganz unterschiedlichen Kommunen haben? In erster Linie möchten die Menschen mit hoher Lebensqualität wohnen. Das heißt, sie möchten sich wenn Sie jetzt in den Ruhestand übergehen entfalten. Wir bräuchten gut Wohnen sicherwohnen natürlich bezahlbar auch aber sie möchten Leben genießen.
diese Phase die oft in dem Alltag in den Medien beschrieben wird als Vorbereitung aufs Alter zieht doch bitte um eine alterskrechte Wohnung kümmert euch darum wie es euch später geht. Wie macht ihr das mit der Pflege? Ist überhaupt gar nicht im Horizont dieser Menschen? im Horizons schon Aber das bestimmt nicht.
und das Wohngefühl, die Wohnbedürfnisse. Und ich glaube dieser Punkt ist noch nicht angekommen. Hat sie das selbst ein bisschen überrascht oder können Sie es gut nachvollziehen? Das Wohnen ist der Lebensmittelpunkt. also dort entfalten sich die Menschen, sie gehen irgendwo hin zu Freunden zum Sport, wo immer.
Also das heißt für die individuelle Lebensqualität sind die Wohnverhältnisse gerade im Alter wenn die Arbeit wegfällt ganz entscheidend. Von daher ist es nicht so erstaunlich, aber die ganze Medienlandschaft ist eigentlich anders. Springt auf andere? Begrenzt euch doch bitte! Zieht um in kleinere Wohnungen.
In barrierefreiheit baut eure bodengleiche Dusche ein. Habt ihr schon den Treppenlift gedacht? also alles fragen die eigentlich die Menschen mit. Ja wunderbar, das ist wirklich erstaunlich was sie da herausgefunden haben. Das können Sie jetzt entspannt so sagen mit ihren vielen Daten. Aber es gibt ja nicht nur diesen gemeinsamen Nenner, den Sie da entdeckt haben.
Gemeinsam Interessen sondern durchaus Unterschiede insbesondere bei den Gleichaltrigen in Stadt und Land übrigens gleichartige Boomer. Sie haben die Jahrgänge fünfundfünfzig bis neunundsechzig angenommen wie auch das Statistische Bundesamt. Welche Unterschiede haben sie denn zwischen Stadt und land gefunden?
Anbetracht der Hitzewelle kann man sagen sind die Umweltbedingungen für sehr viele nachteilig. Wenn es verdichtet ist, verdichtet wohnen Klima natürlich nicht angemessen ist Zugang zu grün nicht unmittelbar erreichbar ist vielleicht über Straßen gehen die ungünstig sind wenn sie Bäume haben vielleicht noch schlechte Bäume etc.
also deswegen ist natürlich Grün in der Stadt ein zentrales Thema. das kriegt man nicht unmittelbar. Das hat man dann auf dem Land. Mit der Nachbarschaft ist es so, dass sie in den kleineren Orten intensiver ist. Die Kontakte sind intensiver. Freundschaften gibt es auch häufiger in der Nachbarschaft.
Sie ist auch wichtiger für viele Leute und in den Städten ist das Thema aber angekommen weil die Menschen gerade wenn sie eben nicht mehr arbeiten... ...die Familie auch nicht mehr vor Ort ist Einsamkeit ein großes Thema ist. Das heißt, die Städte wissen dass sie jetzt Treffpunkte einrichten müssen das die quartiersbezogenen Einrichtungen wichtiger geworden sind und dass diese Vernetzung gerade wichtiger wird wenn sowas wie Geschäfte nicht mehr vor Ort sind also wo man sich einfach und spontan trifft Dass es kaum mehr Gelegenheiten gibt sich auf der Straße zu treffen Smalltalk zu machen Und deswegen muss es stärker organisiert werden.
Ja, spannend. Heißt das denn die Städte sollten mehr dörflich werden als die Dörfer städtisch? Die Dörfern haben das Problem dass auch für die Babybommer jetzt häufig zu wenig Freizeitangebote haben. also die Menschen die wir befragt haben im ländlichen Raum sind unglaublich zufrieden mit ihren Wohnverhältnissen mit dem Ort.
sie sind sehr stark verbunden mit dem ort. aber sie sagen trotzdem Freizeitenmöglichkeiten könnten breiter sein vielfältiger. Sie vermissen Angebote. Und die sind ja wiederum nicht bekannt, weil wir schon mal gefragt, was möchten gerne die Babybomber in ihrer Freizeit tun? Auch wieder spannend. aber ich wollte jetzt noch auf etwas zurückkommen, das sie gerade angedeutet haben.
Sie haben eine Tagung gemacht zum Klima Wandel. Das war ursprünglich nicht vorgesehen im Forschungskonzept, wie passt jetzt Klimawandel ins altersprojekt dass sie da eigentlich machen? Es ist ein Altherns-Projekt. Wir haben einen Teilprojekt in der physischen Geografie. Da geht es um Klima und Lufthygiene.
Und was ich eben ansprach, zum Beispiel mit den Bäumen hatte die Grundlage dass der Kollege Sascha Henninger untersucht hat welche Bäume in den Städten überhaupt stehen. Kann man die klassifizieren typisieren und wie gut sind sie für die Lufthygiene? Ein Thema ist das bei großer Hitze diese Bäume Platanen wenn Sie viel Schatten spenden gleichzeitig Isoprene ausstoßen vorläufiger Vorläufer von Ozone für die, fürs Atmen und für die Lunge nicht gut sind.
Also das heißt Klima- und Gesundheit sind natürlich unmittelbar zusammenhängt gerade in Städten. also dass ist das eine. Und Gesundheit spielt natürlich ein ganz großes Thema im ländlichen Raum. Die Ärzteschaft die selbst häufig älter ist wo sind die? kann man die Standorte optimieren? wie kann man überhaupt die Versorgung sicherstellen.
Was kann man tun? Zum Arzt fahren oder vielleicht dahin ziehen, wo schon welche sind. Stichworte Mobilität und Umzugsverhalten haben sie auch erfragt, erforscht... was sind da die zentralen Findings? Umzugsverhalten war tatsächlich eine große Überraschung. also wir wissen dass ältere Menschen ungern umziehen oder sagen wir mit steigendem Alter sinkt die Umzugshandrate.
Bei den Babygummern ist es ja so, dass in der ganzen Nachhaltigkeitsdebatte gesagt wird zieht doch bitte in kleinere Wohnungen. Zieh doch in Städte Verkleinheit euch denkt an die Infrastrukturen, die ihr mal braucht. und wir haben herausgefunden jetzt repräsentativ das von den Eigentümerinnen In den letzten Jahren pro Jahr nur ein Prozent umgezogen sind bei den Mieterinnen nur sechs Prozent dass sich ein erheblicher Teil vergrößert statt verkleinert, das also bei den Mieterinnen eigentlich sich gar nichts tut an Wohnfläche freimachen und bei den Eigentümerinnen so wenig, dass überhaupt auf dem Wohnungsmarkt gar nichts passiert.
Also d.h., es ist eigentlich polar. Wir haben drei vier der umziehenden Eigentürmer. die haben nach dem Umzug Zwei Räume mehr als Personen im Haushalt, mindestens zwei. Durch Umzug vergrößern? Sie sehen mich jetzt sprachlos sozusagen auch wenn man es gerade nicht hört haben sie eine Erklärung dafür gefunden.
und gut hast mit viel Platz auch die Kinder zu Gast haben, sozial sein. Wie immer heißt diese Wohnung ist so zentral für das Wohlbefinden dass die Menschen sagen warum soll ich denn mich verkleinern? Auch ohne Not und selbst bei den Mieterinnen ist es ja so dass ein Teil wahrscheinlich zwangsweise sich verkleinern müssen wegen der Preise.
sie ziehen dann auch häufiger in kleinere Orte. aber auch von dem Mieterin ist eine Eindrittelinn etwa die sich vergrößern. Das ist wirklich, wirklich erstaunlich und was das für Kommunen bedeutet müssen wir natürlich auch noch mal darüber sprechen. Aber wir schichten jetzt die Themen einnahmen anderen ab.
Sie haben in fünf Jahren sich mit so vielen Themen beschäftigt und so viel herausgefunden. Jetzt mal zum nächsten Stichwort Freizeitwünsche. Wie sieht es denn da aus? Auf dem Land gibt es weniger die kulturellen Angebote in der ganzen Vielfalt, die es halt in Städten gibt. Das heißt das Alltagsverhalten richtet sich um Haus, Hof, Auto, Radfahren, Geselligkeit so etwas.
Das ist aber obwohl die Menschen das sehr schätzen zu wenig viele dass sie sagen ja haben wir nicht ein bisschen breiteres Sportangebot in der Ruhestandsphase Weiterbildungsangebote, sowas wie Volkshochschulen gibt es auf dem Land ja auch nicht. Alles das was der Entfaltung dient der Person Es ist kein Rückzug sondern die Menschen sagen ich habe zwanzig gesunde Jahre vor mir.
Ich möchte aus meinem Leben etwas machen und für diese Perspektive brauchen sie auch ein Angebot. Das ist vielleicht auch der Grund weshalb im Dunstkreis der größeren Städte Vieles wächst oder dieser Dunstkammer ist. wächst, weil da Angebot Großstadt näher attraktiv sind. Stichwort ist glaube ich, der Fachwort ist so urban.
Urban heißt nicht urban, nicht ländlich sondern tatsächlich in der Nähe eines verstitterten Raumes sodass die Menschen eigentlich ländig wohnen aber ganz nah zu den stetischen Angeboten sind. Also der berühmte Speckgürtel wie wir breit rechnen sich den Gürteln sehen Sie denn? kommt eigentlich auf die Erreichbarkeit wieder an.
Also zentrales Thema waren bei uns ja immer Erreichbarkheiten. und wenn man dann zum Beispiel in Niederolm ganz nah an der Autobahn liegt, und null Kommanix den Mainz und den Frankfurt ist, kann man in den Weinbergen wohnen um gleichzeitig an die Oper in Frankfurt vor der Haustür oder weniger. Wenn ich Zeit gleich die Früchte der Weinberge genießt.
Ja also das heißt in diesen Superbahnräumen nutzen die Leute natürlich genau wie auf dem Land, den PKW und haben im Grunde die Vorzüge von beiden Welten. Aufm Land ist das Auto nach wie vor neun plus alt ultra. es gibt kaum Alternativen, V ist unzureichend wissen wir alle eigentlich auch. Und deswegen diese Frage Wie kann man die Angebote vor Ort verbessern wenn man eben nicht direkt irgendwo anders hin kommt?
Interessant! Ja. Sehr stark lebensstilabhängig, die sind dann auch anders strukturiert wie lebensstehle also Richtung kulturelle Teilhabe vielseitiger auch den ganzen ich sag mal Kneipenvielfalt. Jetzt haben wir wieder Vorzüge des städtischen Raums geschildet und dennoch haben sie festgestellt elf Prozent über alle Kommunen hinweg erklären sich als einsam.
das scheint mir eigentlich eine vergleichsweise niedrige Zahl, da sind ja auch ganz andere mit Umlauf. Wie sind Sie denn zu diesem Befund gekommen? Ja wir haben gefragt also wir haben verschiedene sogenannte Anomie-Indikatoren erhoben und Einsamkeit ist ja was anderes als allein zu sein. Allein kann man sein ohne sich einsam zu fühlen, man kann unter Menschen sehr einsam sein und elf Prozent ist eine Größenordnung.
Da ist immer die Frage, dass Glas halb voll, halblehr. Es sind immerhin zehn Prozent, die sagen jeder Zehnte jede Zehnte ich vermisse Kontakte, die für mich sinnstiftend sind und das ich mich eingehoben ein aufgehoben fühle Und das finde ich nicht wenig. Nein, es ist natürlich nicht wenig. Aber während Corona und auch im Anschluss kursierten ganz andere Zahlen – ich erinnere mich an dreißig Prozent bei bestimmten Gruppen und mehr – aber nochmal zurück.
jetzt auch zu positiveren Befunden, soweit ich mich erinnert ist beispielsweise die Nähe zu Kindern, zu den eigenen Kindern ein Positivfaktor. Die meisten hatten Familie, die Kinder sind ausgezogen, aber die Kinder aus der Welt. Das ist auch ein ganz starker Faktor um sich emotional aufgehoben zu fühlen, bei den wenigen Umzügen ja einen Umzugsmotiv in die Nähe zu den Kindern zu ziehen.
Familien zur zylogischen Untersuchung zeigen auch das eigen ich am mindestens ein Kind irgendwie in der Nähe der Eltern bleibt wenn die anderen auch wegziehen außer bei den Akademikerinnen wenn eben der Arbeitsmarkt es nicht hergibt. aber selbstverständlich sind Kinder auch ein Schutz Und dann gibt es ja auch die Enkel, die dann wieder die nächste Aufgabe bringen und Erfüllung letztendlich.
So jetzt hatten wir schon den Scheinwerfer auf den großen Themenfeldern Wohnen, Gesundheit, Freizeit. Welches fehlt noch aus ihrer Studie? Ich finde ein zentrales Thema ist natürlich die ganze Frage des Arbeitsmarktes. das heißt in den ländlichen Kommunen ist das Erwerbstätigenalter vergleichsweise hoch.
Das heißt, da sind sehr viele Babybommer, die gehen bis zu einem Jahrzehnte in Ruhrstand. Die sind dann auch in den ländlichen Räumen zahlreicher, d. h., wir haben ein Vierel der Bevölkerung, die Babyboma sind und können nicht ersetzt werden durch die jugendlichen jungen Menschen erwerbstetige Bevölkerung.
D. h. gibt es eine riesige Lücke. Das kann bis zur Zweidrittel der Erwerbsstätigen gehen Und die kann man nur dann im Grunde durch Einwanderungen gewinnen, die im ländlichen Raum aber gar nicht natürlich so vorkommt. Die auch schwierig überhaupt zu gewinnen ist also Fachkräfte in den ländischen Räumen.
und ein zentrales Thema ist dabei dass gerade in den Kommunen, in den Verwaltungen, auch in der Bezirksregierung sehr viele Babybommer sind. und gerade auch in den öffentlichen Einrichtungen die Arbeitskräfte zu halten, zu gewinnen. Das wird ein ganz großes Thema werden. Ja auch spannend denn so ein bisschen klischierhaft denken wir ja so auf dem Land und im Specklötel da wohnen die Lorte nur um in die Stadt zu pendeln wo sie arbeiten aber sie waren ja durchaus so recht darauf hin dass eben auch in der Fläche auf dem land eine ganze Menge arbeitsplätze sind nicht zuletzt Verwaltung die dort auch bleiben soll.
Also häufig ist es ja so, wenn große Betriebe fehlen dann sind gerade die öffentlichen Arbeitgeber eine ganz zentrale Säule für Arbeitsplätze. Jetzt haben wir erst mal auf die großen Themen geschaut. Der Boomer, ich wiederhole es nochmal, die Jahrgänge fünfundfünfzig bis neunsechzig, die Sie da betrachten aber noch nicht auf die Gruppe selbst.
Fangen wir mal mit dem naheliegendsten Unterschied an. Unterscheiden sich Stadt und Land Boomer messbar? Alleine über das Angebot und die Lebensstile gibt es Differenzierungen. also die Orientierung auf Familie auf Haus Nachbarschaftliche Geschichten, naturnal Freizeitgestaltung sind eher ländlich. Klar ist ein Wechselspiel zwischen dem was ich möchte und wo ich wohne und das wird verstärkt und dann ist man ja auch im Grunde schon vergleichsweise alt geworden und die Pfade sind vergleichweise festgetrampelt wie Gerhard Schulze das formuliert hat.
in der Stadt haben wir größeres Angebot entsprechende Differenzierung also in Gruppen die sagen nein ich bin wirklich sehr kulturell interessiert klassisch hochkulturell, Theater-, Opa-klassische Konzerte Ausstellung und so etwas. Dann gibt es welche die sagen ich machen alles also weiß nicht wie sie groß geworden sind.
Ich bin natürlich mit Rockkonzerten Punk wie immer groß geworden. das machen ja heute auch wenn Sie die Bilder von Wacken gesehen haben sehr viel grauhaarige. Also das heißt gehen zu wackeln in ein Pankkonzert ins Theater zum Sport zum Fitness und so weiter, die sind sehr vielseitig unterwegs. Dann gibt es natürlich auch die, ich sag mal häuslichen, die sehr zurückgezogenen, die gibt's auch, die sagen Ich guck Fernsehen oder Streamer oder was immer und der Rest interessiert mich nicht mehr.
Die sind zum Teil auch nicht sehr zufriedener. Gibt's aber auch die? Die sind sehr zu friedener mit. Sie sagen Na ist prima so wie ich lebe Und damit hat man in der Stadt eine größere Bandbreite. Aber das ist auch nicht so als wenn die auf dem Land gar nicht finden würde. Also wenn jemand sehr kulturell interessiert ist, dann fährt er vielleicht alle zwei Wochen in eine Stadt und macht das dann.
Was bewirkt denn die Anspruchsunterschiede? Ist das Bildungsniveau oder noch was? Also zentrale Einflussvariable wie das immer so schön heißt für Lebensstil-Differenzierung ist alter. Das ist jetzt in diesem Fall ja sehr homogen. diese Gruppe, vierzehn Jahre aber die Bildung. Vielleicht kann ich noch eine Restriktion sagen für unsere Umfrage.
Wir haben kaum Migranten gefragt, wir haben einen deutschen Fragebogen und wir haben fünfzehn Prozent in dieser Altersgruppe. auch die Migrantinnen sind Und sie haben auch ne Breite, sind sehr vielfältig also von den Ex-Gastarbeitern über Asylbewerber spät aus Siedler sonstige Gruppen. Also diese sind auch sehr sehr vielfertig Und über die kann ich jetzt aber nichts sagen.
Warum haben dir die Fragebögen nicht bekommen oder nicht geantwortet? Doch, also wir haben ja aus der einen vom Einwohner-Melderamt eine Stichprobe gezogen. da waren sie drin. Aber es war ein deutschsprachiger Fragebogen, wer recht lang war und das ist so ein Selektionseffekt. Ist eigentlich schade! Da hätten Sie doch einige Einsichten und ein Blicke so ein bisschen verpasst.
Es ist immer die Frage, inwiefern der emigrantische Status aussagefähig ist. Also was verbirgt sich dahinter? Also wenn das Menschen sind, die die gleiche Berufslaufbahn hatten, gleiche Ausbildung, Kontakt gestalten sich hin und herbewegen wie ich sage mal die Mehrheitsgesellschaft wird der emigerantische Status keine große Rolle spielen.
Wenn das kulturell von der Sozialisation her vom Arbeitsmarkt ja vielleicht klare Richtungen geht wird es größere Unterschiede geben. und deswegen ist immer die Frage, wann ist der Migrationshintergrund oder die Erfahrungen der Migration überhaupt entscheidend? Und wofür hat eigentlich der Wechsel von Arbeit in Rente einen Einfluss?
also hinterlässt er messbare Spuren. typischerweise setzen die Menschen ihr Leben fort. Mit dem Antritt in den Ruhestand ändern sich die Persönlichkeiten nicht. Man hat eine Biografie, man hat Vorlieben, man wohnt und hat Freunde. Die Arbeit fällt weg. sie wird anders hoffentlich Sinnstiften gefüllt Aber ansonsten wird das Leben ja weitergeführt Und mit dem Sechsten-Sächsigsten Lebensjahr jetzt Einstieg in den Ruhestand wird man nicht schlachartig anders.
Also von daher ist dieses Datum gar nicht so entscheidend. Also man kann zum Beispiel sagen, dass Menschen die im Hochstand sind seltener umziehen als die noch jüngeren Babybommer jetzt. Es gibt dann schon Differenzierungen in einzelnen Feldern aber das bestimmt den Alltag nicht sehr außer natürlich Wegfall eines zentralen Lebensbereichs wenn man dann gearbeitet hat und das ist ganz entscheidend Das ist klar.
Aber die Lebensstile also das was man in der Freizeit macht Die Wertorientierung Grundhaltung Sehr schöne Abschluss des differenzierten Blick auf die Zielgruppe via Baby Boomer. Der zweite Teil der Forschungsfrage war ja, was machen die Kommunen jetzt mit all den Erkenntnissen? Die sie gewonnen haben.
Das ganze Gipfelte in einem DSS Decision Support System auf Deutsch ein Entscheidungsunterstützungssystem. so etwas könnte jeder von uns mal gebrauchen. Wie habe ich mir das vorzustellen? Wir sind zehn Partnerinnen gewesen, die zu bestimmten Themen arbeiten und Informationen in dieses Entscheidungs- und Unterstützungssystem einspeisen.
Bei uns sind das die Umfrageergebnisse, im Team zur Gesundheitsversorgung ist das über den ländlichen Superbahnraum Ärzteversorgungen, Altersstruktur der Ärzten. was können wir tun bis hin zu Handlungsempfehlungen? Was können die Kommunen tun um jetzt die ärztliche Versorgung zu sichern? Wir haben das Team um Klima, wir haben den Arbeitsmarkt, die kommunalen Finanzsituationen internationale Vergleiche etc.
Also das heißt alle diese Informationen sind eingegangen und die Kommunen selber haben auch, es ist ein iterativer Prozess gewesen gesagt was sie besonders interessiert und was sie interessierte waren die Wohnverhältnisse Die Versorgungsstrukturen vor allen Dingen auf dem Land Und der Zusammenhalt. also dass heißt dazu wollten Sie Informationen haben und das haben wir aufbereitet tabularisch, karten visuell und haben das jeder einzelnen Kommune zur Verfügung gestellt.
Und ein zentrales Thema sie haben auf Mathematik angespielt sind Erreichbarkeiten. also können die Menschen einen Schwimmbad erreichen eine Arztpraxis unter welchen Bedingungen wenn Sie Mobilitäts eingeschränkt sind Ein Bus haben ein Auto haben ein Rad fahren wie schnell? Also sehr differenziert. Das macht das Team Mathematick die sieben Kommunen im Grunde individuell erhalten.
Also das heißt, Sie können sagen wir haben ja Babyboomer Gruppe mit Durchschnittsgeschwindigkeit, die haben auch ein Fahrrad und die wollen irgendwohin. Wir haben aber ganz andere und kommen die auch dahin? oder was müsste passieren in Richtung Optimierung? Richtung Töpfpunktewug? werden die am besten anzusiedeln damit eine möglichst große Anzahl von Babyboomern diese Einrichtung erreichen können.
Ja, ist ja eine ganz großartige Dienstleistung die Sie da für Kommunen erbringen, diese irre Datensammlung. Gibt es denn schon erste Früchte Ihrer Arbeit? Also haben schon Kommunen Teilergebnisse umgesetzt? Also Mannheim hat tatsächlich einen Seniorenzentrum zusammengelegt und hat gesagt das soll jetzt an der Stelle sein aufgrund der Erreichbarkeitsanalysen.
Jena möchte gerne das ganze Tool der Erreichbarkeiten mit ihren Daten verknüpfen, weil die ja sind. Jena ist unglaublich gut ausgestattet was die ganze Datenverfügbarkeit angeht. zusammenführen von Daten, KI basiert und sie möchten das gerne integrieren, weil eben dieses Erreich- barkeitstool, ich würde mal sagen ungeschlagen ist.
solche Fragen in Geysar auf dem Land haben wir eine Zukunftswerkstatt gemacht Und dann haben sie tatsächlich auch gemerkt, oh ja wir wissen gar nicht über das Freizeitverhalten der Babyboomer. Was wollen die überhaupt? Und da haben gesagt okay das müssen wir mal rausfinden und das in die Hand nehmen und haben mit Ernachbar-Kommune überlegt wie sie ein Bürgerbus wieder ins Leben rufen um die Reichbarkeiten wiederum zu verbessern.
also ganz handfest praktisch. Ja ist ja eine großartige Dienstleistung die Sie dafür diese sieben Kommunen erbracht haben mit einem wahnsinnigen Datenschatz Ist der auch übertragbar, also könnte um den Stabheim mal zu nutzen München von Mannheim lernen zum Beispiel? Also dieses Tool kann man übertragen wenn man die Informationen hat.
Über das ganze Verkehrssystem... Wir haben ja alle Echtzeitinformationen darin über die Fahrpläne, die Taktungen alles was es gibt Wenn man diese Informationen hat, plus die Dinge, die man erreichen will. Kann man das übertragen? Man muss noch das ergänzen entsprechend und das ist nicht so trivial weil wir haben lange gebraucht um für die Kommunen zum Beispiel alle Nährversorgungsangebote Die kulturellen Angebote, die Sportstätten, die grünen Flächen also alles was für uns interessant war So aufzubereiten dass sie richtig sind damit auch die Erreichbarkeitsanalysen richtig sein können.
Wir haben mit Open-Street-Map gearbeitet, sehr viele Informationen sind falsch unzureichend gar nicht vorhanden veraltet also. das heißt man muss dann doch mal handwerklich sehr viel Arbeit investieren. aber das Grundgerüst ist vorhandene. Wenn Sie sagen Mann musst du es nutzen? Meinen sie damit die Kommunen?
Man könnte sich ja vorstellen irgendjemand macht sich selbstständig würde, dass die SS-Entscheidung zu einem Tool sozusagen nehmen. Man muss dann mit den Rechten in die Mathematik haben es entwickelt, da muss man das klären. aber viel Arbeit reingeflossen auch Ja, interessante Anregungen für Leute die demnächst in Rente gehen und ja dann die Zeit hätten für sowas.
Aber jetzt nochmal ganz im Ernst das ist ja Filetforschung. gehe ich jetzt recht in der Annahme dass die Kommunen ihnen die Bruder einrennen und sie entscheiden müssen wer jetzt zuerst die wertvollen Unterlagen des Entscheidungstool bekommt? Also es gibt unterschiedliche Interessen, das Land Niedersachsen hatte Interessen.
Die Kommunen in Nieder-Sachsen aber nicht weil sie gesagt haben... Ach! Es gibt auch so viele Datentools und jetzt hat man dann wieder ein Extrasystem. Das wollen wir gar nicht und das Personal ist knapp und wer will sich damit befassen? Und da müssen wir das in unsere Daten integrieren. Ist ein zusätzlicher Aufwand.
Das ist eigentlich jetzt nicht unsere Aufgabe. Okay also Nieder-Saxen ist nicht der Kunde. Gibt es auch ein positiv Beispiel? Für bestimmte Zwecke, also tatsächlich so eine Neustadt an der Weinstraße hier? die machen so einen Mobility on demand System wo es eine Flotte gibt am Busen-Busfahrern, wo es virtuelle Haltestellen gibt Wohnortner und dann hat man wie ein Taxi, die sammeln vielleicht noch ein paar Leute auf und zahlt aber ÖV-Tarife und das ersetzt möglicherweise eine Zelle Buslinie.
Ja, ist ja ein wunderbar konkretes Beispiel. davon gibt es sicherlich viel mehr in Ihrem Datenschatz oder in dem Buch das Sie zusammen mit Professor Rutziker geschrieben haben den Mathematikkollegen im Team wenn jetzt aus dieser Fülle Kommunalpolitiker am Bürgermeister sagen wir mal eine einzige Sache auswählen sollte welche empfehlen sie?
weil sie sagen dass das Wichtigste und Beste. Eine Erkenntnis. Naja, die Kommunen haben nicht viel Zeit, haben nicht wie Geld aber vielleicht gibt es doch was... Nicht gerecht zu arbeiten! Das heißt man muss über die Bedürfnisse der Menschen besser Bescheid wissen Und das ist jetzt nicht ein Ergebnis.
Aber näher dran sein näher dran sein um dann vielleicht was neues zu machen gibt mir jetzt die chance sie zu fragen. zum schluss gucken wir ja immer in die zukunft. und auch die frage an sie haben sie in letzter zeit etwas zum ersten mal gemacht außer diesen projekt? also ich gehe ja auch in eine neue lebensphase in zwei monaten überraschend Also ganz normal.
in sechsundsechzig Jahre bin ich in Pension. Ich habe zu meiner Verabschiedung ein Puzzle bekommen, damit ich wieder weiter was zu puzzlen habe. und das bin ich angefangen und das hab' ich ja fünfzig Jahre nicht gemacht. Ich weiß es nicht! Das ist wirklich etwas Neues! Ja großartig! Haben Sie in letzter Zeit auch mit etwas aufgehört?
Also etwas bewusst zum letzten Mal gemacht... Das hängt natürlich jetzt auch mit der Arbeit zusammen. Ich war sehr viel auf internationalen Konferenzen, was unglaublich Spaß macht und eine große Bereicherung ist. Und das war jetzt auch das letzte Mal im Kontext natürlich der Arbeit. Und es ist damit auch vorbei.
Ja vorbei sollte nicht das letzte Wort sein. deswegen nochmal die Frage nach angewandter, lebenspraktisch angewandte Wissenschaft. also ihre letzten fünf Jahre beispielsweise. haben sie da etwas gelernt mitgenommen was Sie jetzt für sich anwenden umsetzen wollen. Ja ich finde tatsächlich dass man etwas entspannter sein sollte und dieser Normativität sich nicht so beeindrucken lassen sollte weil wie gesagt die Babybouma gehen nicht auf sechzig Quadratmeter ziehen, nicht um etc.
Also wir sind alle in guter Gesellschaft und damit sich mit dem schlechten Gewissen nicht so belasten obwohl wir wissen dass die Klimakrise über uns steht und das wir dringend handeln müssen. aber alles vor dem Hintergrund es muss bedürfnisgerecht sein. Wir können die Leute nicht normativ in Dinge rein zwingen die nicht zu ihnen passen.
Das funktioniert für die Gesellschaft auch überhaupt nicht wenn das nicht ein Schlusswort ist. Ja, es war jetzt wirklich eine große Überraschung dass sie so dicht ist, dass wir so aktuell an so wichtigen persönlichen Ereignissen bei ihnen dabei sind ja natürlich die Daumen gedrückt für ihre Zukunft. Sie werden weiter im städtischen Raum wohnen bleiben wie schon vor drei Jahren und dann wird mit Sicherheit Vieles neu.
Alles Gute dafür! Ja, sehr gerne. Tschüss.