
Mikro trifft Makro - Das Finanzmarktgespräch
Sonderfolge Dividendensaison 2025 im DAX
Mittwoch, 19. Februar 2025 · 23 min
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Shownotes
Dax Unternehmen wieder mit hohen Dividenden
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Heute tauchen wir tief in die Welt der Dividenden ein und werfen einen Blick auf die aktuellen Trends und Prognosen für das Jahr 2025. Der DAX hat im vergangenen Jahr beeindruckende Höhen erreicht und auch für 2025 sind spannende Entwicklungen zu erwarten. Das zeigen zumindest schon die ersten Wochen des Jahres.
Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen bleiben die Dividendenausschüttungen auf einem hohen Niveau. Welche Unternehmen sind die größten Dividendenzahler? Welche Branchen dominieren die Dividendenseis und wie hat sich die Ausschüttungspolitik der Unternehmen entwickelt? Wir sprechen darüber in dieser Sonderfolge "Micro trifft Makro".
Hallo und herzlich willkommen zu dieser Sonderfolge "Micro trifft Makro". Heute ist Montag, der 27. Januar 2025 und bei mir ist Joachim Schallmeier aus der volkswirtschaftlichen Abteilung der Dekabank. Guten Morgen Joachim. Schön, guten Morgen. Der DAX hat im Jahr 2024 erstmals die 20.000-Punkte-Marke durchbrochen, mittlerweile sogar noch mehr.
Wir stehen mittlerweile auch über den 21.000-Punkten und hat letztes Jahr auch ein beeindruckendes Kurs plus hingelegt mit immerhin 20 Prozent. Doch damit nicht genug. Auch in diesem Jahr dürften sich Anlegerinnen und Anleger auf satte Dividendenausschüttungen freuen mit einem erwarteten Volumen von 52,2 Milliarden Euro.
Verfehlt der DAX zwar die Rekordmarke aus dem Jahr, aber dennoch ist es ja eine relativ hohe Dividende, die da ausgezahlt wird. Und auch trotz der vielen Standortdebatten, die wir ja hier jetzt aktuell auch während des Bundestagswahlkampfs beispielsweise führen, haben sich die Unternehmen ja gut geschlagen und belohnen ihre Aktionärinnen und Aktionäre eben mit entsprechend hohen Dividenden.
Interessanterweise dominieren da einige wieder diese Ausschüttungen und vor allem der Versicherungssektor. Und das fand ich tatsächlich ganz spannend. Der schickt sich an die Poleposition unter den Dividendenzahlern zu übernehmen. Joachim, ihr habt euch das wieder sehr genau angeguckt. Ihr macht das jedes Jahr eigentlich, dass ihr euch so die Dividendensaison vornehmt und schaut, wie viel wird da wohl ausgezahlt, was steckt da alles drin.
Lass uns mal einen Blick auf die Werfen, die besonders relevant sind. Welche Unternehmen sind denn die größten Dividendenzahler im DAX? Ja, du hast gesagt, das ist wirklich nochmal eine super Dividendensaison, die wir da vor uns haben, nicht ganz die Rekordstände, aber mit 52,2, wahrscheinlich wird es sogar ein bisschen mehr, 52,5 ist das wieder fast ein Rekordwert.
Und ja, unter den Favoriten habe ich so ein bisschen Favoritenwechsel abgezeichnet. Wir haben nach wie vor einige wenige Unternehmen, die aber die Dividendenausschüttung dominieren. Also daran hat sich nichts verändert. Es sind wirklich die Top 7 Unternehmen, die einfach fast drei Viertel der Ausschüttung darstellen.
Größter Ausschüttler ist die Allianz, 11 Prozent aller Ausschüttungen, die im DAX vorgenommen werden, die stammen von der Allianz, gefolgt von der Deutschen Telekom, Siemens. Ja, und dann kommen erst die Automobile mit Mercedes VW. Das ist so die Rangfolge, also durchaus die ersten drei Unternehmen, die haben schon fast ein Drittel der Ausschüttungssumme und das sind mal Allianz, Deutsche Telekom und Siemens, die hier wirklich ganz schwergewichtig die Ausschüttungssumme dominieren.
Und wenn du jetzt mal draufschaust auf die Dividendenausschüttungen im Vergleich zum Vorjahr, wie hat sich das verändert bei den einzelnen Unternehmen? Ja, bei den einzelnen Unternehmensveränderungen im Gesamtjahr haben wir, wie gesagt, nicht ganz die Höchstmarke von 55 Milliarden, sondern eben 52,2 oder 52,5, damit rund 5 Prozent niedriger.
Dabei muss man sagen, dass für die 40 DAX-Unternehmen mehr als die Hälfte tatsächlich die Schätzung angehoben haben. Bei 23 Unternehmen rechnen wir mit einer Erhöhung der Ausschüttung, 9 Indexmitglieder werden die Dividende gleich lassen und somit kommt der Rückgang der Gesamtsumme auf nur acht Unternehmen.
Wenn wir da mal welche rausgreifen, dann ist es ganz klar und eindeutig sind vor allen Dingen die drei großen Automobilhersteller, also BMW, Mercedes und VW, die hatten im letzten Jahr noch 13,9 Milliarden Euro ausgeschüttet und die werden in diesem Jahr nur noch auf 9,9 Milliarden kommen. Also wenn man das mal so in Größenordnung setzt, dann ist es so, dass jeder vierte Dividenden-Euro im letzten Jahr tatsächlich von diesen drei Automobilwerten ausgeschüttet wurde und das dürfte jetzt nicht mal jeder fünfte Dividenden-Euro werden.
Also da hat das einfach ganz klar am stärksten reingeregnet bei den Automobilunternehmen, sonst ist noch die BASF zu nennen. Die hatte ja im letzten Jahr tatsächlich mehr ausgeschüttet an Dividende, als sie Gewinnerwirtschaft hat und das ist natürlich nicht nachhaltig und deswegen kommt es jetzt auch wenig überraschen, dass die BASF dann etwas stärker die Dividende hier zusammenschreicht und zwar um rund ein Drittel auf circa zwei Milliarden.
Ja und dann haben wir noch so einen Sondereffekt, die Airbus, wenn man das bei der Gesamtzahl sich anschaut, dann wird man denken Hoppler, da ist jetzt ein großer Dividendenrückgang drinne, aber da gab es im letzten Jahr eine Sonderausschüttung, von daher muss man das im Hinterkopf behalten, sodass tatsächlich die größten Rückgänge sind eben bei den drei Automobilwerten und bei der BASF.
Aber und das ist ganz wichtig hier positiv anzumerken, wir haben eben auch eine große Anzahl an Titel, nämlich 23, die Dividenden erhöhen und deswegen fällt der Rückgang eben relativ gering aus und die, die am stärksten erhöhen, sind die Deutsche Telekom, da geht's fast 650 Millionen Euro nach oben gegenüber dem Feuer und wichtig auch die Fresenius Medical Care, die ja Staatshilfen angenommen hatte und es wegen keine Dividenden ausschütten durfte, die wird jetzt in diesem Jahr wieder Dividenden ausschütten und das sind dann auch gleich etwas über 500 Millionen.
Ja das sind so die größten Bewegungen, die wir hier auf Einzeltitel in diesem Jahr haben werden. Vielleicht da nochmal eine kleine Nachfrage, denn du hast eben gesagt, BASF hat mehr ausgeschüttet, als Sie Gewinn gemacht haben im letzten Jahr, wie geht denn das überhaupt? Könnte man sich jetzt ja fragen, so als Autonormalanlegerin oder Anleger?
Ja auf Dauer geht das nicht, weil dann wird nämlich aus der Substanz herausgeschüttet. Das geht mal für ein Jahr und gerade bei zyklischen Unternehmen, die also hohe Gewinnschwankungen haben, hat man das durchaus in einzelnen Jahren, dass die Dividendenausschüttungen ja ein Großteil des Jahresgewinnsausmachten oder eben wie bei der BASF im letzten Jahr, in denen es sogar übersteigen.
Also das ist natürlich nicht nachhaltig, das ist nur dann der Fall, wenn Gewinne sehr stark schwanken bei zyklischen Unternehmen, also nicht ganz unüblich, dass man da mal etwas höher ausschüttet. Aber wir sehen es ja gerade bei der BASF oder auch bei den Automobilen, wenn die Gewinne eben dauerhafter etwas niedriger dann auch erwartet werden, dann müssen wir natürlich dann auch irgendwann eine Dividenden ran und die Dividenden dann auch kürzen.
Und genau das geschieht sowohl bei den Automobilen als auch eben bei der BASF. Jetzt haben wir eben schon gehört, die Automobilhersteller sind es nicht mehr, die dominieren. Wer dominiert denn die Dividendensaison? Ja das sind mittlerweile tatsächlich die Versicherer. Also wenn wir mal die drei großen Versicherer zusammenrechnen, die Allianz, die Münchner Rück und die Hannover Rück, dann schütten die mittlerweile fast genauso viel aus wie die drei großen Automobilkonzerne.
Und damit findet da tatsächlich so ein Stück weit ein Favoritenwechsel statt, denn historisch waren es natürlich insbesondere auch die Automobilkonzerne, die regelmäßig für sehr hohe Ausschüttungen standen. Also das ist sicherlich hier ganz klar zu nennen, so ein gewisser Favoritenwechsel, vor allen Dingen die Automobile hier eben stärker unter Druck und die Versicherer mit einer auch sehr stetigen Dividendenentwicklung, mit einer stetigen auch Anhebung der Dividenden, die sich jetzt einfach hier nach und nach nach vorne schieben und deswegen kann man schon sagen, die Versicherer sind hier wahrscheinlich auf dem Weg, die Top-Ausschütter im DAX zu werden.
Ja dann schauen wir vielleicht nochmal so ein bisschen auf diese Standortdebatte, die wir vorhin auch schon mal so anklingen haben lassen. Deutschland als Wirtschaftsstandort steht in der Diskussion, steht in der Debatte eigentlich derzeit. Da fragt man sich natürlich vielleicht auch, wiefern hat das denn vielleicht damit zu tun?
Also bei den Automobilherstellern dürfte es glaube ich relativ klar sein, dass die Probleme, die die Automobilhersteller derzeit haben, also insbesondere VW beispielsweise, sich dann auf Dividendenzahlungen niederschlagen. Ist das generelle Standortthema Deutschland denn auch was, was man bei den Dividendenzahlungen merkt oder sind die Unternehmen einfach global genug aufgestellt?
Ja man merkt das schon, wobei die größten Effekte tatsächlich von den Automobilherstellern ausgehen. Also sowohl was die Dividendenentwicklung anbelangt als auch die Gewinnentwicklung. Denn wenn wir uns mal anschauen, der DAX hat also der DAX in der Summe alle im DAX enthaltenen Unternehmen, ja im letzten Jahr eben auf Indexebene agrigiert rund 13 Milliarden Euro weniger verdient als im Vorjahr.
Und die Unternehmensgewinde sind ja nun mal die Basis für die Dividendenausschütterung, aber wenn man sich das jetzt mal anschaut von diesem 13 Milliarden Rückgang, kommen rund 12 Milliarden allein aus dem Automobilsektor. Und das zeigt einfach schon die Größendimension. Das heißt, ja wir haben einen erheblichen Rückgang in den DAX Gewinn, das stammt aber wirklich fast ausschließlich aus dem Rückgang eben im Automobilsektor.
Und wenn man das mal rausrechnet, dann muss man ganz klar sagen, der Rest der DAX Unternehmen ist deutlich stabiler, was die Unternehmensgewinnentwicklung anbelangt. Aber sicherlich ganz klar die konjunkturellen und strukturellen Herausforderungen, vor denen einfach die deutsche Volkswirtschaft steht, die machen sich eben auch zunehmend bei den DAX Unternehmen bemerkbar.
ist nach wie vor vollkommen richtig, dass rund 80 Prozent oder über 80 Prozent der Umsätze dieser DAX-Unternehmen im Ausland erzielt werden. Und deswegen sind die auch weniger anfällig hier für die Effekte, die sich eben aus der stagnierenden heimischen Volkswirtschaft ergeben. Aber sie können sich natürlich davon auch nicht vollkommen frei machen.
Also das muss man schon sagen und mit jedem Jahr, wo wir eben eine Stagnationsphase länger haben, dass so stärker sind dann auch die Effekte irgendwo auf die DAX-Unternehmen. Also von daher zusammengefasst ist es hauptsächlich ein Automobilthema. Die haben den stärksten Gewinneinbruch zu Verzeichnen gehabt.
Die müssen jetzt auch am stärksten die Dividende kürzen. Wenn man die Automobile mal rausrechnet, dann haben wir relativ stabile Gewinnentwicklungen der DAX-Unternehmen. Und auch perspektivisch, wenn wir mal nach vorne blicken jetzt ins Jahr 2025, dann muss man fest davon ausgehen, dass die DAX-Unternehmen in der Summe die Gewinne wieder leicht werden steigern können gegenüber dem letzten Jahr.
Liegt einfach an der stabilen globalen Wirtschaft. Und von daher ist der Gewinnausblick und damit natürlich auch der Dividendenausblick dann schon für das nächste Jahr sozusagen konstruktiv. Das lässt sich jetzt schon grob abschätzen. Ihr sagt immer sehr geil ein Konstruktiv. Übersetzt das doch mal für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer.
Was heißt denn, dass wenn man als Analyst von konstruktiven Märkten oder konstruktiven Gewinnausichten spricht? Ja, das heißt, dass man sich wieder stärker im normalen Rahmen der Bewegung einfach verhält. Also du hattest es ja eingangs gesagt, wir haben hervorragendes Kapitalmarkt. Hinter uns der DAX hat knapp 19 Prozent zugelegt.
Das ist ein außergewöhnlich gutes Kapitalmarkt. Das sollten wir nicht fortschreiben. Wenn wir jetzt sagen konstruktiv, auch vom Ausblick her, was wir für den DAX erwarten, dann heißt es, wir bewegen uns wieder in eher mal einem normalen Rahmen, also langjährigen Durchschnitten. Und das ist so für die Dividende eine Steigerung von fünf bis sieben Prozent und für die Kurse in der Region sieben bis neun Prozent.
Und damit haben wir ein vernünftiges, vernünftigen Ausblick, aber sicherlich nicht jetzt nochmal so ein enorm Ausblick wie was im letzten Jahr hat. Wechseln wir nochmal so ein bisschen in die Praxis. Wenn ich jetzt Aktien im Depot habe oder Aktienfonds im Depot habe, die jetzt eine Dividende ausschütten, dann kriege ich ja eine Auszahlung aufs Konto normalerweise.
Da kann man sich natürlich als Anlegerin oder Anleger freuen, kann sich da was Schönes von kaufen. Man könnte aber auch wieder reinvestieren eigentlich. Das heißt eine sogenannte Wiederanlage dieser Dividendenausschütterung machen. Insbesondere bei Aktienfonds ist das natürlich sehr beliebt. Warum ist das so wichtig aus seiner Sicht?
Zwei Effekte. Zum einen wird die Dividende immer ganz gerne vergessen, weil man auf die Kursentwicklung blickt. Aber gerade in einem Umfeld, wo auch die Kursentwicklung sich eben wieder ein bisschen normalisieren, was wir gerade gesagt haben, ist natürlich der Dividendenertrag schon ein wichtiger Teil vom Gesamtertrag, den ich einfach an der Aktie habe.
Also wir haben aktuell eine Dividendenrendite von etwas über drei Prozent und das ist natürlich schon mal ganz ordentlich, wenn man schon mal drei Prozent Rendite allein aus der Dividende bekommt. Das ist der erste Punkt. Der zweite ist, und das ist etwas, was ja oftmals unterschätzt wird, weil wir ja in der Regel nur lineare denken und nicht exponentiell.
Und genau da kommt dieser Zins-Effekt zum Tragen, den du gerade angesprochen hast. Also sprich man bekommt ja für seine Anlage dafür, dass man Eigentümer, das Unternehmens ist eben die Dividende ausgezahlt als Partizipation am Unternehmenserfolg und die wieder angelegt in die gleiche Aktie, da hat man dann eben diesen Zins-Effekt.
Und ich finde das ganz deutlich sichtbar einfach, wenn man hier den DAX-Index sich anschaut. Der DAX-Index ist ja ein Performance-Index, das heißt die Unternehmen, die im DAX-Index enthalten sind, Dividende ausschütten. Da wird automatisch sozusagen dieser ausgeschüttete Dividende in den DAX-Werten wieder angelegt.
Und da hat man eben genau diesen Effekt wieder angelegt, der Dividende und Zins-Zins-Effekt. Und das macht eben auch nochmal deutlich, wie wichtig es einfach ist, nicht nur die Dividende wieder anzulegen, sondern auch einfach diese regelmäßigen Ansparprozesse zu haben, wenn man sich beispielsweise mal nur die Kursentwicklung gegenüber liegt zu der Performance-Entwicklung.
Also mit den Zins-Zins-Effekten, dann haben wir seit Auflage des DAX-Index reine Kursentwicklungen. Da käme man auf eine im Allhin sehr, sehr ordentliche Wertentwicklung von 5,7 Prozent pro Jahr. Und mit der wieder angelegten Dividende sind es dann aber ganz beachtliche 8,5 Prozent pro Jahr. Und da sieht man eben einmal, wie wichtig die Dividende ist und zum zweiten, wie wichtig eben die regelmäßige Anlage und Wiederanlage von der Drehung ist.
Wenn wir das jetzt mal in absolute Zahlen umrechnen würde, wäre es noch beeindruckender, denn auch bei den 8,5 Prozent PA, das ist ja schon eine Durchschnittsrechnung. Da wird ja auch der Zins-Zins-Effekt dann wiederum deutlich. Also die zwei Prozent, die ich etwa mehr habe oder drei, die machen es ja auch nochmal wahnsinnig aus im Zins-Zins-Effekt, was man wirklich gerne vergisst und was wir irgendwie so mit dem Denken, was wir so Menschen verstanden nennen, häufig gar nicht so auf dem Schirm hat, dass das wirklich so einen großen Effekt ausmacht.
Nicht in den ersten zehn Jahren, aber ich glaube dann irgendwann, dann knallt es richtig rein, sag ich mal, dass man dann wirklich merkt, da geht es dann wirklich so weit auseinander, die Schere zwischen dem Kursindex und dem Performanceindex, dass man dann merkt, okay, das ist jetzt wirklich ein relevanter Unterschied.
Ja, man kann das meiner Meinung nach gar nicht oft genug betonen, denn das ist wirklich das entscheidende, was den langfristigen Anlageerfolg ausmacht. Und es ist weniger geht es darum, da den richtigen Einstiegszeitpunkt vom Timing her zu finden, gerade jetzt, wo wir wieder neue Rekordstände im DAX haben, haben wir ja oft diese Diskussion, sondern das Entscheidende für den langfristigen Anlageerfolg, für das langfristige Ansparen von Vermögen ist, einmal natürlich, dass man über einen längeren Zeitraum das betreibt, aber zum zweiten, dass man es einfach regelmäßig macht und dann eben auch von diesen Zins-Zins-Effekten im Zeitablauf profitiert.
Denn das ist genau nochmal der Booster sozusagen, der Turbo bei jeder Kapitalanlage. Dann lass uns zum Abschluss da nochmal ein Blick auf was anderes werfen. Wir haben jetzt immer über Dividenden und regelmäßiges Sparen jetzt auch ein bisschen gesprochen. Lass uns nochmal auf die Kursaussichten schauen.
Das DAX, wir stehen am Anfang des Jahres, jeder macht sich Gedanken, der DAX steht über 21.000 Punkte aktuell. Wie geht es weiter? Ist das jetzt Höchskurse? Lohnt es sich überhaupt noch anzulegen? Das ist noch eh der höchste Kurs jemals. Jetzt geht es eh wieder runter. Wie ist denn eure Einschätzung derzeit zum DAX?
Wie geht es da weiter? Wie sind die Kursaussichten, Abseits der Dividendenaussichten vielleicht? Also wir sind da ganz optimistisch gestimmt. Wir werden auch in zwei, drei, vier, fünf Jahren immer wieder über neue Rekordstände sprechen. Und zwar einfach vor allen Dingen aus dem Grund, den wir gerade ausführlich erläutert haben, nämlich dass die Dividenden wieder angelegt werden und die Zins- bis Zins-Effekte natürlich die DAX Performance weiter nach oben bringen.
Also deswegen, da braucht man gar keine Gedanken haben, dass wenn man in ein paar Jahren in den Rückspiegel schaut, dass die Kurse in ein paar Jahren des DAX-Index höher stehen werden als heute, dass es außer Frage gestellt. Das wird jetzt nicht in jedem einzelnen Monatquartal oder vielleicht sogar in einem einzelnen Jahr der Fall sein.
Da kommt sicherlich auch mal eine Korrektur rein. Das ist ganz klar. Wir haben immer die grundsätzlichen Perspektiven für die Aktienmärkte und damit auch für den DAX in den Tag. Wir haben eine stabile Weltwirtschaft. Wir haben Notenbanken, die weniger restriktive Zinsen verfolgen werden in diesem Jahr.
Wir haben vor allen Dingen weiter eine solide Unternehmensberichterstattung der Unternehmen. Wir haben jetzt ja gerade die Quartalsberichterstattung. Das sieht bislang sehr gut aus. Und damit muss man davon ausgehen, dass in diesem Jahr die Unternehmensgewinne höher sein werden als im letzten Jahr. Und wir haben von den Bewertungen her in der Ausgangslage jetzt keine übermäßig günstigen, aber eben auch keine übertrieben teuren Bewertungen.
Von daher, wenn man das alles zusammen nimmt, passt das. Die Automobile, die jetzt bei der Dividende so ein bisschen reingeregnet haben, die spielen für die DAX-Kursentwicklung ja nur noch eine ganz untergeordnete Rolle. Auch das muss man auseinanderhalten. Ja, die schütten noch viel Dividende aus. Aber sie haben ja nur noch eine sehr geringe Marktkapitalisierung.
Und der DAX-Index ist ja nach Marktkapitalisierung gewichtet. Das heißt, wir haben rund ein Fünftel der Dividendenzahlungen, zwar aus den Automobilwerten. Aber die Automobilwerte machen nur noch 5% Gewichtung im DAX-Index aus. Und deswegen ist die Kursentwicklung, die du angesprochen hast, da kommt es ganz stark darauf an, was machen die großen schwergewichtigen Titel im DAX?
Also die SAP, die ja das größte Gewichtung hat, die ist da das Entscheidende. Die spielt jetzt keine große Rolle bei der Dividende, aber ist eben entscheidend für die Kursentwicklung natürlich auch noch weiter eine Siemens-Allianz, die auch gute Dividendenzahler sind. Aber so muss man das ein bisschen auseinanderhalten.
Und Anlegerinnen und Anleger, die werden wieder ein gutes Anlagejahr vor sich haben, weil sie einmal eben hier fast wieder von Rekorddividenden profitieren und zum anderen sicherlich auch hier noch mal moderate Kurs zu wächst erwarten können. Joachim, das war wie immer sehr aufschlussreich. Vielen Dank für eure Einschätzung hier zu dem ganzen Dividendenthema.
Ich finde es immer spannend da mal reinzuschauen, was tut sich da eigentlich so? Und ich nehme an, wir werden uns nächstes Jahr um die Zeit wahrscheinlich wieder zusammenfinden und über das Thema Dividende sprechen und schauen wir mal, ob die Versicherer da ihre Poleposition erreicht haben und halten können oder ob es da vielleicht doch nochmal Verschiebungen gibt.
Es ist spannend bleiben bei den deutschen Unternehmen, aber man darf auch eins nicht vergessen. Bei aller Standortdebatte, alle deutschen Unternehmen, zumindest die aus dem DAX, die sind global ausgerichtet und da ist eher der Welthandel und das Weltgeschehen wichtiger als das, was im kleinen Deutschland passiert.
Das darf man glaube ich dabei und bei der Diskussion um den Standort Deutschland immer nicht vergessen, wenn wir über die ganz großen deutschen Unternehmen sprechen. Joachim, vielen Dank nochmal und an alle Zuhörerinnen und Zuhörer, vielen Dank fürs Zuhören. Abonnieren Sie gerne unseren Podcast, wenn Sie nicht schon abonniert haben.
Sie können uns auch finden auf Social Media, da können Sie gerne mal kommentieren, was Sie noch so interessieren würde oder vielleicht gibt es ja auch noch Fragen rund ums Thema Dividende, die wir nochmal mit aufnehmen sollen oder Fragen rund um den Kapitalmarkt generell, wo Sie sagen, das wird mich auch nochmal interessieren.
Und wenn Sie sagen, Social Media mag ich nicht so, dann schreiben Sie uns einfach, nein, kein Fax, das haben wir tatsächlich nicht mehr, aber eine E-Mail können Sie uns schreiben an Podcast@dk.de und dann schauen wir, wie wir Ihre Fragen und Anregungen im Podcast unterkriegen. Das war es von uns für heute, machen Sie es gut und bis bald, tschüss.
Mikro trifft Makro ist ein Podcast der DK Bank. Weitere Informationen zur DK Bank finden Sie unter www.dk.de/dk-gruppe