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Shownotes
Am 14. Juni 2023 soll ein US-Amerikaner im Allgäu bei Schloss Neuschwanstein eine Touristin vergewaltigt und getötet und eine weitere in eine Schlucht gestoßen haben. Noch am selben Tag wird der vermeintliche Täter von der Füssener Polizei festgenommen. Wie es dazu kam, das hören Sie in der ersten Folge des AZ-Podcasts „Mord am Märchenschloss“. Die zweite Folge dreht sich um die Beweise, die Polizei und Staatsanwaltschaft bei den Ermittlungen gefunden haben, und die bei den Beamten bis heute einen tiefen Eindruck hinterlassen haben.
Im Gespräch mit Franziska Jahn und Benedikt Siegert aus der Redaktion berichten Christopher Treff und Thomas Hörmann von der Staatsanwaltschaft Kempten von ihren Ermittlungen im Fall des „Neuschwanstein-Mordes“ und warum sie einige der digitalen Geräte des Täters bis heute, Jahre später, noch immer nicht geknackt haben.
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Eine derart brutale Tat kam mir selber noch nie unter. Entweder ist hier einem jungen Mann da komplett die Sicherung durchgebrannt, oder er ist einfach ein Psychopath. Den Fall werde ich wahrscheinlich nie vergessen. Mord am Märchenschloss. Ein Verbrechen im Schatten von Schloss Neuschwanstein. Eine Produktion der Allgäuer Zeitung.
Mein Name ist Franziska Jahn. Und ich heiße Benedikt Ziegert. Diese Podcast-Folge behandelt explizite Gewaltbeschreibungen. Beschreibung. Wenn ihr euch damit schwer tut, dann spult an entsprechender Stelle am besten vor. Am 14. Juni 2023 soll ein US-Amerikaner im Allgäu bei Schloss Neuschwanstein eine Touristin vergewaltigt und getötet und eine weitere in eine Schlucht gestoßen haben.
Noch am selben Tag wird der Täter von der Füssener Polizei festgenommen. Wie es dazu kam, das hört ihr in der ersten Folge dieses Podcast. In dieser Folge soll es um die Beweise gehen, die Polizei und Staatsanwaltschaft bei den Ermittlungen gefunden und die bei den Beamten bis heute einen tiefen Eindruck hinterlassen haben.
Nach diesem 14. Juni sitzt der Täter Troy B. also in Haft. Die Ehrenamtlichen der Bergwacht, die die Opfer geborgen haben, die Polizei, die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft haben einen langen Tag hinter sich. Doch mit der Festnahme des Täters beginnt die eigentliche Ermittlungsarbeit erst. Besonders für Jürgen Zöllinger von der Kriminalpolizei Kempten, den wir aus der ersten Folge schon kennen.
Und Bene, die Arbeit beginnt auch für die Kemptener Staatsanwaltschaft. Genau, zuständiger Staatsanwalt war damals Christopher Treff und der ist damals am Tag der Tat selbst gleich noch nach Schwangau zu Schloss Neuschwanstein gefahren. Als ich losgefahren bin, war tatsächlich noch nicht mal klar oder nicht sicher, dass es überhaupt was strafrechtlich Relevantes ist.
Die Eingangsmeldung war eher tatsächlich unfallbasiert. Es hieß, ein bis zwei Personen sind vom Hang abgestürzt. Es steht im Raum, dass jemand nachgeholfen hat, alles weiteres aktuelle Abklärung, Seminarkolizei, das Anfahrt, Polizei war schon da, Rettungsschraubers im Einsatz, Polizei hat Schraubers im Einsatz und das sind dann halt einfach Pelle, da sollte, so ist es zumindest bei uns hier, kann auch von der Staatsanwaltschaft einfach ein Ansprechpartner vor Ort da sein, damit man halt nicht jedes Masseneil vergreifen muss, sondern dass man direkt jemanden da hat.
Später, als Treu B. dann schon auf der Polizeiinspektion in Füssen war, hat er kurz mit ihm gesprochen. Vernommen hat Treff ihn nicht, weil zu dem Zeitpunkt ein Tötungsdelikt schon im Raum stand und da muss sich ein Beschuldigter nicht mehr zwingend vor der Polizei oder Ermittlungsbehörden dazu äußern.
Aber um zu klären, ob Troy B. in Deutschland einen Anwalt kennt oder ob die Justiz einen für ihn bereitstellen soll, sprich einem Pflichtverteidiger, hat Treff dann kurz mit ihm auf Englisch gesprochen in Füssen. Der war tatsächlich ganz ruhig da. Der hat mir aufmerksam zugehört, hat die zwei, drei Fragen, die ich an ihn hatte, ruhig beantwortet.
Das war jetzt aber auch tatsächlich jetzt kein Gespräch, wo man irgendwie einen tieferen Eindruck kriegt. Das war auch gar nicht das Ziel für mich in dem Moment, sondern für mich ging es einfach nur darum, dafür zu sorgen, dass das Verfahren von der prozessualen Seite direkt von Beginn an sauber geführt wird, dass es nicht irgendwann zum späteren Zeitpunkt irgendwie Ärger gibt.
Und ja, für mich war klar, der braucht einen Verteidiger, weil das, was da im Raum stand, ist auch von Beginn an klar. Und auch die Kratzer, diese Furchen, die die 22-jährige Troy B. Im Gesicht zugefügt hat, als sie ihrer Freundin hat helfen wollen, waren wohl deutlich sichtbar. Zwar hätten die auch andere Gründe haben können als einen Kampf, aber es war wohl offensichtlich, dass das keine normale Wanderung war, die er dahinter sich hatte.
Und ich meine, du Bene hast ja auch die Bilder gesehen von dem Täter, oder? Ja, absolut. Und diesen Eindruck auf den Fotos, den werde ich nicht vergessen. Der Mann war wirklich gezeichnet von diesen Kampfspuren, von Spuren eines Überlebenskampfes, kann man tatsächlich sagen. Und wenn man es vielleicht mit einem Vergleich aus dem Tierreich formulieren müsste, kann man sich das vorstellen, wie wenn er Tiger mit seinen Tatzen am Menschen übers Gesicht fährt, so hat er ausgesehen.
Als Troy B. dann vom Ermittlungsrichter vernommen wurde, hat er die Tat bestritten und noch eine völlig andere Version der Dinge erzählt, an der er aber später gar nicht mehr festgehalten hat. Anfangs hat er noch behauptet, aus Notwehr gehandelt zu haben. Also er habe die beiden jungen Frauen getroffen.
Dann hätten sie ihn aber angegriffen und er hätte sich nur verteidigt. Das hat ihm die Staatsanwaltschaft aber da schon nicht mehr abgenommen. Ich habe es mir angehört, was er dazu gesagt hat, aber das war für mich auch in sich schon überhaupt nicht stimmig, was er da vor uns gegeben hat. Es hat sich ja spätestens mit der Vernehmung der Übernehmenden, das war ja auch zwei Tage nach der Tat schon, ein sehr eindeutiges Fehl ergebe, was auch zu den Beobachtungen der sonstigen Zeugen gepasst hat, die ja den Beschuldigten während der Tatausführung überrascht hatten, die ihn dann später auch wiedererkannt haben.
Ja, es sprach sehr früh sehr viel gegen den damaligen Beschuldigten und es ist halt immer, immer mehr dazu gekommen. Und spätestens als dann das ganze Ergebnis der Digitalforensik vorlag und Bilder, Videos von der Tat, die eigentliche Beweisführung im Visetab nachzuweisen, war dann, nachdem alles ausgewertet wurde, für sich genommen, meines Erachtens nicht allzu kompliziert.
Gerade bei dem Fall besonders war ja auch die hohe Medienaufmerksamkeit. Deutschlandweit, aber auch internationale Presse hat über den Fall berichtet. Und das Interesse kam sicher auch daher, dass das Ganze bei Schloss Neuschwanstein, einem der Touristenspots bei uns im Allgäu, passiert ist. Mit einem krassen Wiedererkennungswert.
Aber Journalistinnen und Journalisten haben natürlich auch jede Menge Fragen, wenn sowas passiert. Und die musste die Staatsanwaltschaft dann parallel zu den Ermittlungen auch noch beantworten. Und das kann manchmal auch hinderlich sein, sagt Oberstaatsanwalt und Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Kempten, Thomas Hörmann.
Es ist natürlich so, wir wollen Auskünfte auf einer relativ gesicherten Grundlage schon geben. Und bei so einem Ereignis, wo natürlich Presse vor Ort ist und vielleicht auch Kollegen von Ihnen, die jetzt keinen seriösen Schamanismus betreiben. Da werden vielleicht manchmal auch oft falsche Sachen dann an uns herangetragen, die wir bestätigen sollen oder auch eben Dinge, die möglicherweise wahr sind und sich auch so ereignet haben, die wir als Ermittlungsbehörde aber in diesem Zeitpunkt noch gar nicht bestätigen wollen, weil das vielleicht aus ermittlungstaktischen Gründen nicht gewünscht ist.
Man stelle sich nur vor, man hat eben bestimmte Tatsachen oder Umstände, die auch die flüchtigen Täter hindeuten. Das werden wir vielleicht gar nicht jetzt in der Öffentlichkeit haben, weil man ja noch nach dem sucht. Vielleicht wird durch bestimmte Dinge in einem Mischung sofort gefährdet. Und weil Neuschwanstein so ein touristisches Ausflugsziel ist, kursierten auch schon wenige Minuten und dann auch Stunden später Fotos und Videos im Internet auf den sozialen Plattformen, die zum Beispiel den Einsatz des Rettungshubschraubers gezeigt haben.
Und sogar auch ein Video davon, wie Troy B. von der Polizei auf diesem Wanderweg abgeführt wird. Ja, und genau dieser Umstand kann laut Hörmann schon manchmal zu dem Problem führen, dass Dinge nach außen dringen, die nicht dem wahren Ermittlungsstand entsprechen und die er in der Pressestelle dann wieder versuchen muss, einzufangen.
Wir haben die Aufgabe, neu krassachlich zu ermitteln, zu und zu geben den Beschuldigten. Und natürlich ist es so, dass geredet wird und dass Leute und die Öffentlichkeit sich manchmal eben ein Bild von dem Täter machen und das vielleicht sogar auch in sozialen Medien dreistgeben. Nichtsdestotrotz ist es so, wir versuchen die Wahrheit zu finden, den Fall aufzuklären.
Und so wollen wir das dann noch darstellen. Es kam dann relativ schnell raus, dass Troy B. Ebenfalls US-amerikanischer Staatsbürger war. Er selbst hatte eine Ferienwohnung in Oberstdorf gemietet. Und dort hat die Polizei dann so einiges gefunden, wie uns der Staatsanwalt berichtet hat. Der Beschuldigte, später dann der Angeklagte, hatte ein Smartphone dabei, hatte in seiner Unterkunft auch noch weitere digitale Datenträger.
Die sind im Nachgang alle beschlagnahmt und auch ausgewertet worden. Das war nicht ganz einfach, weil er doch relativ professionell dafür gesorgt hatte, gewisse Inhalte nicht einfach so einlesen zu können, softwarebasiert. Es ist dann aber relativ frühzeitig in den Ermittlungen dem Herrn Zwöllinger, der hat mich dann circa zwei Wochen nach der Tat angerufen und gemeint, er hätte im Rahmen der Erstauswertung von dem Handy, was er dabei gehabt hat, so kleiner gepixelte Aufnahmen gefunden, die darauf hindeuten, dass darauf die später Getötete zu sehen ist.
Und daraufhin sind wir dann die Suche gegangen nach einem geeigneten Sachverständigen im Bereich der Digitalforensik. Und die haben dann sämtliche Geräte von ihm halt geknackt quasi und so gut es geht ausgewertet. Und da haben sich dann halt vor allem Fotos von den beiden Geschädigten daraus ergeben und auch, die ja auch im Rahmen der Hauptverhandlungen abgespielt wurden, sind tatsächlich Videos, die er wegen der Vergewaltigung der Geschädigten, also der später Getöteten, aufgenommen hat.
Troy B. hat also, nachdem er die 21-Jährige angegriffen und die 22-Jährige schon in die Schlucht gestoßen hatte, sein Handy rausgeholt und gefilmt, wie er die 21-Jährige vergewaltigt. Dieses Video haben sich Christopher Treff und Jürgen Zöllinger von der Kriminalpolizei, zusammen unzählige Male angesehen, wie sie sagen.
In Echtzeit, in Zeitlupe, in Einzelbildern oder auch nur den Ton. Es war wohl viel Waldboden auf dem Video zu sehen, der wackelig aufgenommen wurde, aber eben auch anderes, sagt Zöllinger. Was hier auch sich ins Gedächtnis eingebrannt hat, ist wie im ersten Videoclip, die später Getötete nochmal tief Luft holt.
Und er dann die Kamera zur Seite legt und in der nächsten Sequenz ist dann sichtbar, dass er seinen Gürtel um den Hals der Getöteten gelegt hat. Also er hatte offensichtlich Angst oder die Befürchtung, dass sie wieder zu sich kommt und sich wehren könnte. Und dem hat er eben entgegengewirkt, dass er seinen Gürtel als hürrige Mittel verwendet hat.
Das ist natürlich sehr heftig, sowas dann anschauen zu müssen. Wie geht man als Beamter aber damit um? Man geht so damit um, dass derartige Sachen in ganz, ganz seltenen Fällen passieren, dass es nicht alltäglich ist und dass man durch die Sichtung von diesem Material dazu beitragen kann, derartige Fälle aufzuklären.
Sicherlich hilft bei der Verarbeitung auch, dass man darüber spricht, so wie wir jetzt. Und bis dato, toi toi toi, kann ich sagen, dass ich nicht nachts schlaflos aufwache mit Erinnerungen oder Bildern an diese Tat. Es geht sicherlich nicht einfach so an einem vorbei, als würde man jetzt irgendein 20-es Bild anschauen.
Ich meine, ich habe zu dem Zeitpunkt schon eine gewisse Zeit halt Kapital, Delikte oder auch sonstige Todesermittlungsverfahren, mitbetreut bei der Staatsanwaltschaft in Kempten. Und das war jetzt nicht das erste Mal, dass ich irgendwelche Fotos von toten Personen gesehen habe. Aber tatsächlich ein Video, auf dem ja unmittelbar die Tatausführung zu sehen ist, das hat man halt einfach nicht im Regelfall.
Und die ganze, also es waren ja nur kurze Auszüge, aber das darauf zu sehen war, das hat schon einen gewissen Eindruck hinterlassen. Also ich habe die Bilder und auch die Tonsprung dazu. Jetzt, wenn ich darüber spreche, also das kommt alles wieder, das ist immer noch da. Zum damaligen Zeitpunkt, also ich habe es teilweise allein geschaut, teilweise auch mit dem Zöllinger von der Kriminalpolizei zusammen, haben wir uns die Videos immer und immer wieder angeschaut und gefühlt bei jedem Mal an schon irgendwas Neues entdeckt.
Das schleift sich umso häufiger man das anschaut, irgendwie so eine, ja, vielleicht so ein Stück weit Professionalität, so eine, ja, man schaut es sachlich an und ist halt einfach darauf fokussiert, möglichst alles, was in irgendeiner Form mit der Tatum zusammenstehen könnte, aus diesen Fotos, aus den Videos herausbilden, fehlt dann sowohl Tonspur als auch Bildspur. Genau, weil darum geht es ja am Ende.
Das Video der Tat war aber nicht das einzige, was die Beamten bei Troy B. Auf den digitalen Geräten gefunden haben. Nein, bei weitem nicht. Die haben eine hohe Anzahl an pornografischem Material gefunden, das Gewaltdarstellungen gezeigt hat. Dazu gab es noch jede Menge Hentais, also gezeichnete Comics mit Sexualdarstellungen, die laut Söllinger auch schon auf seine mögliche Vorliebe für asiatische Frauen hingedeutet haben.
Dann hatte er noch heimlich angefertigte Videos seiner Schwester auf dem Handy, die schon einige Jahre alt waren und die er in einem verschlüsselten Ordner versteckt hatte. Und nicht nur diese Videos, sondern auch die Videos der Tat und einige Fotos, die er unmittelbar davor schon von den zwei jungen Frauen auf dem Wanderweg gemacht hat, hat er wohl kurz nach der Tat mit einer Verschlüsselungs-App gleich verschlüsselt, sodass die Beamten nicht gleich auf den ersten Blick erkennen konnten, was dahinter steckt.
Da war für die Polizei dann einiges an Arbeit nötig, um diese Videos sichtbar zu machen. Warum aber Troy B. all diese Videos gespeichert hat, können Sie bis heute nicht beantworten. Ich kann natürlich nicht in den Menschen hineinschauen, warum er sich das speichert, aber mir fällt jetzt keine andere Motivation ein, als es für den späteren Gebrauch zu asservieren.
Als Trophäe, als Beute, Erinnerung, Vorlage für Masturbationshandlungen, wie auch immer. Ob die Tat geplant war oder ob er die beiden jungen Frauen an diesem Juni-Tag spontan angegriffen hat, wissen sie nicht. Dass er sich im Vorhinein aber zumindest schon mal mit Sex mit Frauen unter Anwendung von Gewalt thematisch befasst hat, das zeigt seine Videosammlung.
Daraus habe ich für meinen Teil schon geschlussvoll, dass die Tat, die er da begangen hat, ihn halt einfach in massiver Weise sexuell erweckt hat. Und er hat die Tat sicherlich jetzt nicht irgendwie über Wochen geplant, weil die Begegnung mit den späteren Geschädigten war definitiv rein zufällig. Auch das haben ja die Ermittlungen ergeben. Aber eine gewisse Neigung, meine ich, bei ihm schon zu erkennen.
Der Sachverständige hat sich dazu ja auch in die Richtung geäußert, dass da sicherlich eine gewisse Auffälligkeit da ist. Aber definitiv mit der Einschränkung, dass da jetzt nicht irgendwie eine Erkrankung in dem Zusammenhang vorliegt, dass man jetzt irgendwie sagt, dass die Schuldfähigkeit zum Tatsitpunkt irgendwie erheblich eingeschränkt oder aufgehoben gewesen ist.
Die Ermittlungen im Fall Neuschwanstein sind jetzt drei Jahre her. Was bleibt, wenn die Schlagzeilen verschwinden? Gerade wenn man sich dann auch vielleicht irgendwelche Materialien, Fotos, Videos anschaut, ich mache das aus einem, möglichst professionellen Blickwinkel, also meine ich zumindest, oder aus einem möglichst sachlichem Blickwinkel, das trifft sich vielleicht besser.
Ich schaue mir das an, ich schaue das gefiltert an, also schaue halt irgendwie, dass ich alles wahrnehme, was in irgendeiner Form für den Fall relevant sein könnte. Aber damit hat sich dann tatsächlich auch. Also ich gehe jetzt dann auch nicht irgendwie nach Hause und rede mit meiner Frau irgendwie groß jetzt über die Einzelheiten dieser Videos, sondern das ist was, das lasse ich dann das sein im Büro.
Also auch wenn der Fall extrem schlimm war, gab es auch positive Begleiterscheinungen. Unter anderem war das der Kontakt, der mit dem FBI daraus erwachsen ist. Doch da profitieren wir auch als gesamte Dienststelle heute noch davon. Die Kriminalpolizei hatte damals Kontakt mit dem FBI in den USA aufgenommen, damit die am Wohnort des mittlerweile Verurteilten ermitteln.
So hätte das FBI der Kripo Kempten Hinweise für entsprechende Passwörter oder Entschlüsselungscodes geben können. Nach fünf Monaten waren die Ermittlungen dann soweit abgeschlossen. Recht schnell für eine Tat von der Schwere, sagt Zöllinger. Und obwohl es exorbitante Datenmengen auszuwerten gab. Troy B. hatte zwei Mobiltelefone, ein Laptop, diverse Festplatten und etliche USB-Sticks.
Bis heute gibt es Datenträger, die die Polizei noch immer nicht geknackt hat. Trotz der Unterstützung durch das FBI. Es bleibt unsere Fantasie, was auf diesen Datenträgern wohl drauf sein mag. Doch weil die Beweislast in dem Fall ohnehin so erdrückend war, hat die Staatsanwaltschaft irgendwann beschlossen, den Fall möglichst schnell zur Anklage zu bringen.
Das ist dann auch passiert im Februar 2024. Um diesen Prozess, der dann stattgefunden hat, soll es in unserer nächsten Folge gehen. Dafür sprechen wir mit unserer Gerichtsreporterin, die mit dir, Bene, damals vom Geschehen im Gerichtssaal berichtet hat. Was wurde Troy B. von der Staatsanwaltschaft zur Last gelegt?
Wie hat er darauf reagiert? Wie haben die Menschen, die den Prozess verfolgt haben, das Geschehen erlebt? Und was bleibt, wenn die Schlagzeilen verschwinden? Mord am Märchenschloss. Ein Verbrechen im Schatten von Schloss Neuschwanstein. Eine Produktion der Allgäuer Zeitung. Redaktion Benedikt Siegert und Franziska Jahn. Produktion Franziska Jahn.
Technischer Support Stefan Michalik Besonderer Dank gilt Emi Jajes und Sascha Borowski Außerdem dem gesamten Team der Allgäuer Zeitung, Namentlich Lea Henkel und Jörg Schneider Ann-Kathrin Müller und Katrin Bussardt, Romina Goldschmidt und Linda Rossmannet.