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Nimms Rad· Folge 49

Podcast mit Hanna Bauer von Schindelhauer Bikes: Über das perfekte Lastenrad, Prenzlberg-Muttis und mehr!

Montag, 15. April 2024 · 43 min

MP3

Shownotes

Nimms Rad – Der Podcast begrüßt Menschen, die sich mit der Zukunft urbaner Radmobilität beschäftigen – Expertinnen und Experten aus Forschung und Industrie, aus Verbänden und Politik. In dieser Ausgabe spricht Host Sissi mit Hanna Bauer, Nachhaltigkeits-Managerin bei Schindelhauer Bikes.

10 Kriterien für das perfekte Lastenrad! Hanna Bauer – Nachhaltigkeits-Managerin bei Schindelhauer Bikes – hat in ihrer 237-seitigen (‼️) Bachelor-Arbeit einen Anforderungskatalog für perfektes Lastenrad-Design herausgearbeitet. Im aktuellen Nimms Rad-Podcast erklärt sie Host Sissi ihre 10 Prinzipien mit einer vollen Ladung praktischer Beispiele.

Wer an Hannas Arbeit interessiert ist, kontaktiert sie am besten via LinkedIn (linkedin.com/in/hanna-bauer-97b965200)!

Viel Spaß beim Anhören!

Wie immer freuen wir uns natürlich auf Feedback im Forum oder unter podcast@nimmsrad.de

🎶 Musik 🙏: Adi Kudos (instagram.com/adi_kudos_music) & MaexMusic (instagram.com/maex_music)

Hier findest du eine automatische Transkription des Podcasts ohne Gewähr auf hundertprozentige Richtigkeit:

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Nimms Rad, der Podcast heute mit

Hanna Bauer.

Heimatort?

Ettenhausen.

Beruf?

Nachhaltigkeitsmanagerin.

Longtail oder Dreirad?

Longtail.

Forschung oder Handanlegen?

Forschung, aber in der Praxis und danach umsetzen.

Maultaschen oder Bulletten?

Maultaschen.

Hanna, welches Rad hast du in der letzten Zeit wo hingenommen?

Ich habe mir für diese Woche tatsächlich geschworen, mich nicht von Sonnenschein verleiten zu lassen und immer mit meinem 26er MTB verschnitt zu fahren, weil da Schutzbleche dran sind und der April macht was er will.

Ich bin schon viel nass geworden, ich habe keine Lust mehr.

Wie viele Räder hast du?

Fünf.

Oh, holy moly.

Darf ich fragen welche?

Meine Stadt Gorkir, mein 26er MTB.

Mit Schutzblechen seit letzten Sommer, was ich sehr gewohnt habe.

Hanna’s erster Lifehack.

Schutzblech am 26.

Ich habe es, ich würde sagen früh gelernt im Vergleich zu manchen Kollegen.

Mein Rennrad, dann ein Hardtail, was jetzt aktuell vorgestern seinen Dropper Post verloren hat, weil es diesen Sommer zum Langstreckefahren verwendet wird.

Dann ein Gravel, was ich sehr liebe, ein Old City Space Horse und natürlich mein Schilderhauer, meine Stadt Fixie.

Was natürlich jetzt fehlt und mir auffällt ist, du hast kein Lastenrad, weil wir sprechen heute über Lastenräder.

Erstmal herzlichen Glückwunsch zu deiner Bachelorarbeit. 200 fucking 37 Seiten, also da gibt es einige Doktorarbeiten, die deutlich schlanker ausfallen.

Meine Doktorarbeit war tatsächlich umfangreicher.

Ich habe mir den Titel rausgeschrieben „Empirisch und innovationsmethodisch fundierte Erarbeitung eines gendergerechten Anforderungskatalogs für einen Lastenrad“.

Was hast du denn bitte für einen Hintergrund, dass man auf so ein Thema kommt?

Also mein Studium heißt „nachhaltiges Produktmanagement“.

Das heißt, ich bin eigentlich Produktmanagerin, also komme aus der BWL.

Wo studierst du?

In Geisling an der Steige auf der Schwäbischen Alb.

Und wohne aber inzwischen seit fast zwei Jahren on off in Berlin.

Und unsere Hochschule ist Hochschule für Wirtschaft und Umwelt und der Studiengang läuft geradeaus.

Und ist jetzt zusammengefasst mit unserem Schwesternstudiengang zu dem neuen Bachelor of Science „nachhaltiges Management“.

Und ich hatte eben noch diesen Produktmanagement-Fokus und dadurch in Verbindung mit der absolut Fahrradliebhaberin Nerv von Freyda.

Und arbeite eben bei einem Fahrradhersteller als Frau in der Fahrradbranche und in der Fahrradszene unterwegs.

Und dann noch mit Nachhaltigkeitsbezug, dann stand ich irgendwann im Büro und habe gemerkt, ah, die „Invisible Woman“ von Caroline Chiraperez gelesen gehabt.

Also okay, bei uns überlegen fünf Dudes, eventuell ein Lastenrad zu designen.

Und ich kenne die Situation, ich glaube, ich kann mir vorstellen, wie das aussieht.

Da müsste man nochmal was machen.

Und so kam dann das Thema.

Und dann habe ich zwei tolle Profs gefunden, die das Thema betreut haben.

Und jetzt ist es doch, ja.

Wo arbeitest du?

Wo sind diese fünf Dudes?

Bei Schindelhauer Bikes.

Wie kam das?

Ich habe mich schlicht und ergreifend verboren.

Wir mussten im Studium im fünften Semester einen Praxissemester machen.

Und ich wusste, okay, ich fahre liebend gerne Fahrrad.

Ich würde gerne zu einem Fahrradhersteller im besten deutschsprachigen Raum.

Hab dann, ich glaube, 29 Bewerbungen geschrieben.

Und die einzigen beiden, die sich gemeldet haben, einer davon war Schindelhauer.

Und dann hatten wir einen Gespräch und waren so, okay, das passt.

Dann komme ich nach Berlin.

Und das war wann?

Im März 2022 habe ich dort angefangen, jetzt zwei Jahre her.

Okay.

Ich glaube, wir müssen so ein bisschen das Thema gendergerecht klären.

Das schreckt ja auch immer viele, viele ab.

Männer fühlen sich angegriffen, Frauen fühlen sich irritiert.

Ja, Gerechtigkeitsfrage, unsere Gesellschaft sowieso hoch sensibel.

Kannst du uns gendergerechtes Design vielleicht erst mal erklären?

Also ich kann es versuchen.

Ich kann den Ansatz, den ich versucht habe, umzusetzen, kurz erklären.

Und ich habe gerade nochmal nachgelesen, es gibt so eine relativ gute Definition, die ich verwendet habe, die über Erklärung bedarf, von Uta Bredes.

Das ist eine deutsche Professorin und diese Designprofessorin, die gendergerechtes Design mitdefiniert, würde ich sagen.

Und sie sagt, gendergerechtes Design ist in der Gender-Thematik demokratisches Design.

Und ich finde diesen Begriff Demokratie sehr passend, weil er gleichzeitig eben impliziert, dass alle Beteiligten die gleichen Rechte haben, gleiches Gehör finden, Zusammenlösungen erarbeiten.

Und es impliziert aber auch genau das, was wir alle wissen, Demokratie ist Arbeit und es ist immer auch irgendwo ein Kompromiss.

Und das finde ich sehr gut.

Und jetzt anhand von einem Beispiel, das zu machen, das gängigste Beispiel, das zum Beispiel auch auf LinkedIn immer wieder die Runde macht, was einfach super catchy ist.

Ich bin eine Frau, die Fahrrad fährt, ich will einfach nur verdammte Bremshebel, die ich mit meiner Hand erreichen kann.

Das ist so das catchyste Beispiel.

Es gibt Bremshebel, das gibt es die einfach sehr großen, es gibt Bremshebel, wo die sehr weit weg vom Lenker sind, wo ich eine sehr große Hand brauche, um die gut greifen zu können, vor allem, wenn ich schnell bremsen muss, wenn ich eine Gefahrenbremsung machen muss.

Und es gibt Bremshebel, die kann ein Mensch einstellen, dass diese Differenz eben kleiner oder größer werden kann.

Und das ist eigentlich das perfekte Beispiel dafür, weil ich habe was, was ein Problem darstellt für eine gewisse Gruppe, das sogar eine Gefahr darstellt im dümmsten Fall.

Wenn du nicht bremsen kannst, ratterst du ein Auto oder in den Steinen, je nachdem, wo du fährst.

Oder auch ein Ausschlusskriterium.

Genau.

Oder du kaufst das Rad oder die Bremshebel nicht.

Und wenn das aber mit einem super einfachen technischen Twist designed ist, ist es anpassbar für egal, welche Handgröße.

Und das ist ein wichtiger Punkt.

Gendergerecht denkt nicht in Genderkategorien Mann und Frau, sondern denkt außerhalb dieser Kategorien.

Also akzeptiert jede Form von Gender, jedes Gender.

Und das bezieht sich im Fall von Bremshebeln auf die Handgröße von egal welcher Person.

Und das ist nicht vorangestellt.

Frauen oder weiblich gelesene Personen haben anatomisch kleinere Hände als männlich gelesene Personen, was nicht immer stimmt.

Es ist einfach anpassbar.

Was nicht immer stimmt bedeutet auch, dass es dein Punkt, du hinterfragst so ein bisschen die Reduktion der weiblichen Bedürfnisse auf die körperlichen Genderunterschiede, also auf die Anatomie.

Was sind denn dann die Bedürfnisse der Frauen?

Beispiel hast du glaube ich angeführt, das Babou Mini, das jetzt tatsächlich auch vom Rückruf betroffen ist.

Was kritisierst du an der Ausrichtung des Babou Minis?

Babou Roasting ist …

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