On Air - Der Blasmusik Podcast· Staffel 5

Auf einen Kaffee mit Sebastian Denzler - Wieso gründet man ein Projektorchester?

Montag, 11. November 2024 · 29 min

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Shownotes

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Sebastian Denzler, Hobbymusiker aus Leidenschaft, hat jetzt ein eigenen sinfonisches Blasorchester gegründet. Wieso, weshalb und welche Ziele er hat, das erzählt er hier.

Wer Interesse hat
Es werden auf jeden Fall noch gesucht: Schlagwerk, Euphonium und Waldhorn, Fagott und Oboe
Homepage: Klangfabrik Sinfonisches Blasorchester (klangfabrik-sbo.de)
Ausschreibung: tinyurl.com/23gpwnnq
Wer mich und meine Arbeit etwas unterstützen möchte: patreon.com/andyschreck
Ich würde mich sehr darüber freuen.

Musik: Dirk Mattes

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Willkommen zu einer neuen Folge von Auf einen Kaffee mit das Kurzformat hier beim Blasmusik Podcast, bei dem ich mit einem Gast über ein Thema spreche. Heute Gast Sebastian Denzler. Er hat sich bei mir gemeldet, weil er über sein neues Projektorchester reden will. Wir reden aber nicht nur über das Projektorchester, sondern auch darüber, warum immer mehr Projektorchester gegründet werden und ob das vielleicht die Zukunft ist.

Das Thema ist sehr knapp gefasst, deswegen bin ich gerade am Überlegen, ob das nicht sogar mal eine ausführliche Diskussionsrunde wert wäre. Vielleicht könnt ihr euch hierzu mal euch melden, ob euch dieses Thema interessieren würde. Ich wünsche euch auf jeden Fall jetzt ganz viel Spaß mit Sebastian Denzler und seiner Klangfabrik.

Wie trinkst du deinen Kaffee?

Gerne frisch gemahlen aus dem Siebträger und spart tatsächlich. Ich habe mir das während Corona da Maschine besorgt und seitdem deutlich weniger. Aber Qualität statt Quantität war da meine Devise.

Okay, verstehe, weil es ist natürlich auch ein bisschen zeitaufwendiger. Das so ein bisschen zeleprädieren.

Es geht aber tatsächlich. Also es ist gar nicht so der Aufwand tatsächlich. Ich habe mir hätte es auch gedacht am Anfang, aber es geht tatsächlich.

Okay. Du bist ja heute hier, um quasi einerseits um eine Thematik anzusprechen, die ich auch so ein bisschen beobachte und auf der anderen Seite natürlich auch so ein bisschen dein Projekt vorzustellen, weil du hast ein Blasorchester gegründet. Quasi. Oder bist gerade noch in der Gründungsphase. Ja, genau.

Wir haben ein Blasorchester gegründet, Symphonisches Blasorchester Klangfabrik e.V. nennt sich das. Als eingetragener Verein haben wir Anfang Juni gegründet, nach längeren Überlegungen. Ja, mittlerweile haben wir um die 45 Anmeldungen schon, die teilnehmen wollen. Also es ist nicht mehr aufzuhalten, von dem her kann man schon fast nicht mehr sagen, in Gründung, sondern es ist gegründet.

Sehr gut, das ist ja cool. Hattet ihr Bedenkt, dass das nicht ganz so angenommen wird?

Ich habe tatsächlich keine Bedenken gehabt. Ich habe mit einigen gesprochen, die das bei uns in der Region Südostoberbayern, sage ich jetzt mal, so Rosenheim und Umgebung vor 12, 13 Jahren mal hatten und haben gesagt, naja, die größte Schwierigkeit wird sein, Musiker zu finden. Wobei das tatsächlich der Gedanke, also ich habe es deswegen mit dann gegründet, weil ich einfach mit vielen Musikern gesprochen habe, die alle gesagt haben, sie hätten da Bock auf sowas halt außerhalb von dem normalen Betrieb einfach auch mal was anderes machen zu können, was man sonst halt auch vielleicht nicht machen kann.

Wenn du mich vorher gefragt hättest, was die größte Herausforderung ist, wäre ich nie auf die Idee gekommen, zu sagen, ein Konto zu eröffnen als Verein. Aber es ist tatsächlich bis heute ein Thema. Das ist echt phänomenal. Wir haben es in einem halben Jahr noch nicht geschafft, dass wir das Thema bei der Bank hingekriegt haben.

Aber das ist ein anderes Thema.

Okay, damit habe ich jetzt auch nicht gerechnet, dass das ein Thema sein kann. Was veranlasst dich, ein Orchester zu gründen?

Grundsätzlich, ich habe, würde ich sagen, als Hobbymusiker klassisch meine Ausbildung gemacht, habe dann die Regierausbildung irgendwann beschlossen zu machen, nachdem ich über mehrere Jahre Jugendkapelle, Jugendorchester hatte. Und habe einfach dann für mich die Passion gefunden, wenn man so sagen will, oder den Spaß daran gefunden.

Und habe dann war dann auf der Suche, klassisch wie es halt so ist, wenn man Dirigierausbildung fertig hat, nach einem Orchester und habe mich auch bei dem einen oder anderen beworben und habe da vordirigiert und habe jeweils so ein bisschen festgestellt, naja, die suchen schon einen Dirigenten, aber irgendwie wollen die halt keinen, der probt, jetzt mal ein bisschen überspitzt formuliert vielleicht, sondern die wollen halt einen Animator und jemanden, der einen Witz macht und da Geschichten erzählt.

Und ich habe mir also gedacht, naja gut, aber das will ich halt nicht. Oder ich war dann da und dann waren halt irgendwie Orchester mit 60 Leuten, ist mir angekündigt worden und da waren 20 Leute da. Und dann habe ich gesagt, was ist denn mit den anderen 40? Ja, Probenanwesenheit wäre so ein Thema, wo du dich darum kümmern solltest.

Dann habe ich ja gesagt, naja, aber also ich verstehe schon, dass das mit Aufgabe des Dirigenten ist, aber das kann ja nicht die einst, die alleinige Aufgabe gleich sein, wenn ich Orchester übernehme. Ja, und dann gibt es ja das Thema schon seit längerem in meinem Kopf, ob man sowas macht, ob man sowas projektbezogen aufzieht und ja, just do it.

Das finde ich eine gute Einstellung. Bleib mal ganz kurz bei diesem Proben bei der Teilnahme. Das ist ja so ein Thema, ich finde es ja sowieso schwierig, wenn das am Anfang schon so ist. Wenn man neu reinkommt und heißt, ja, es sind eh nur 20 davon, 60 ist deine Aufgabe, dann denke ich mir, gerade am Anfang, wenn jemand Neues da ist, sollte es ja zumindest nochmal anders da sein, weil ja, da ist ja meistens die Motivation nochmal größer mit, wer ist da, was passiert da Neues?

Und so, wenn das aber da schon so schwierig ist, dann kann man davon ausgehen, dass das ja im Laufe der Zeit sowieso noch ein bisschen schlechter wird.

Genau, das war mein Gedanke an der Stelle, ja. Das war ein Punkt, den ich dann gesagt habe, warum ich das eben nicht mache. Ich meine, wenn, ich kenne es von mir aus dem Verein, wenn da mal Gastdirigenten kamen, dann war nicht das Thema, dass ich die Musiker motivieren muss, dass es die Pommen, sondern die waren dann interessiert, wer kommt denn da und wer da kann ja was lernen, ein anderer Aspekt wieder.

Und so hätte ich es ehrlich gesagt auch erwartet. Und dann, ja, wenn ich von vornherein mit dem Thema zu kämpfen habe, war halt für mich so das Thema, wann kann ich mich da mit der Musik beschäftigen.

Genau. Du hast mich ja auch angeschrieben und auch die Fragestellung in Raum geworfen, ob Projektorchester so ein bisschen die Zukunft sein werden. Und es ist total spannend, weil wie lange ist das her? Wahrscheinlich schon gut zehn Jahre hat schon ein Freund von mir das so in den Raum geworfen und hat gesagt, ja, Vereiner, das wird nicht mehr ewig lang gut gehen.

Es ist ja eine provokative Aussage, darüber bin ich mir bewusst. Ich habe aber ein Interview von Andreas Horber im Kopf, damals war er, glaube ich, auch einer Geschäftsführer vom MON, wo er gesagt hat, dass man auch in den Verbänden übergreifend der Denken muss, weil einfach die Gemeinden sich mittelfristig, langfristig das nicht mehr funktionieren wird, dass jede Gemeinde a Blazzorchester oder eine Musiktabelle mit einem Musikvereinen mit 40, 50, 60 Teilnehmern hat, die halt Lust haben, alles und jeden Termin im Jahr zu spielen, jede kirchliche Veranstaltung, jede weltliche Veranstaltung, vielleicht nur ein Konzert drumherum.

Und das war tatsächlich auch das, was ich von vielen widergespiegelt bekommen habe, dass einfach viele sagen, naja, mir macht es echt Spaß und das unterm Jahr dann ein Bier zählt und was es da an Veranstaltungen gibt. Aber so wirklich die Chance, dass man sich dann halt sich fokussiert auf ein Konzert vorbereitet, habe ich eigentlich nicht.

Weil die Besetzung vielleicht nicht vollständig ist, nicht ausgewogen ist, weil ich eigentlich gar nicht die Zeit habe dafür, weil ja so viele andere Sachen sind. Deswegen halt ein bisschen auch die provokative Aussage, vielleicht ist es ein, vielleicht das Projektorchester der falsche Begriffe, vielleicht ist es ein übergeordnetes Denken, was notwendig sein wird.

Es zeigt sich jetzt auch tatsächlich, was ich nie gedacht hätte, aber das Orchester setzt jetzt mittlerweile als Musiker aus neun oder zehn Landreisen in ganz Oberbayern zusammen. Also die fahren da teilweise mehrere hundert Kilometer, um damit zu spielen, und jetzt haben wir ja noch keinen Ton gespielt, also die wissen jetzt, was ich erzähle, aber scheinbar ist da das Interesse schon, du hast Found.

Ja, das zeigt natürlich, dass eigentlich die Motivation ja da ist. Also wer sich freiwillig in ein Auto setzt und dann noch das Wochenende dafür, ich nenne es mal, opfert, es ist ja nicht so wie unter der Woche, man hat nur seinen fixen Termin. Der will ja spielen. Jetzt stelle ich mal eine provokative Aussage dagegen.

Machen Projektorchester Vereine kaputt?

Nein, glaube ich nicht. Zum einen, weil es nicht so viele Projektorchester geben wird, es steckt natürlich wahnsinnig viel Arbeit drin, das muss man auch ganz klar sagen. Und zum anderen, glaube ich, können die Vereine davon profitieren. Also das habe ich auch so überall bei mir oder haben wir auch überall mit draufgeschrieben, dass es ja ein Geben und Nehmen ist.

Da ein junger, motivierter in ein Projektorchester geht und vielleicht eine Literatur spielen kann, die er sonst nicht spielt, der kann er ja nur lernen davon, und die Erfahrung kann er wieder mitnehmen. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, als junger Musiker mal in einem Sinfonieorchester aufzuhelfen mit 18, 19.

Die Erfahrung, die kann man keiner nehmen, wenn ich die Erfahrung gemacht habe und da zwischen zwei Profis irgendwo sitze oder fast Profis und da mitspielen kann, Literatur, die ich sonst nicht spielen kann, das ist eine Erfahrung, da können die anderen nur profitieren davon, von dem er sehe ich, das ist nur positiv.

Nur Projektorchester wird logischerweise auch nicht funktionieren.

Wie auf, also wie viel Mann hast du jetzt in der Orga bei dir dabei?

Es sind acht, neun Leute im Kernteam. Also wir haben zu viert gestartet und seit vier Wochen sind wir jetzt zu neunt. Okay. Über die Monate hat es sich aufgebaut.

Und wie ist der Plan? Wie viele Konzerte oder Konzertphasen oder Projektphasen wird es dann geben?

Eine, maximal zwei im Jahr. Wir planen jetzt gerade die erste mit dem Konzert am 22. März 2025. Die Projektphasen laufen dann im Januar, Februar und eben März. Und ja, muss man einfach schauen, wie es angenommen wird, wie auch die Rückmeldung der Teilnehmer ist, ob man zwei Phasen macht, ob man eine Phase macht.

Es soll ja im überschaubaren Rahmen bleiben für die Leute. Also wir machen das Ganze mit acht Probentage, sind es, glaube ich. Also wenn ich Probenwochenende sind es acht, neun Termine. Plus Konzert, also es ist, ja, es sind acht, neun Termine, aber es soll im Rahmen bleiben, sodass für jeden irgendwo darstellbar ist.

Erwartest du, dass dann jemand achtmal auch da ist oder wie gehst du damit um, wenn einer sagt, boah, ich würde super gern mitmachen, aber ich kann nur sechs Mal?

Ja, das ist schwierig zu beantworten. Grundsätzlich gehe ich schon davon aus, wenn jemand da mitmachen will, dass er dann auch da ist. Ich kann natürlich denjenigen nicht verpflichten. Was wir schon sehr klar jetzt in der Kommunikation formulieren, dass natürlich die Noten, das Notenmaterial so weit im Vorfeld verschickt wird, dass die Leute auch entsprechend Zeit haben, sich vorzubereiten und dann auch vorbereitet kommen.

Grundsätzlich ist immer die Frage, was ist mir wichtiger, Anwesenheit oder vorbereitet? Am liebsten logischerweise beides. Aber ich glaube, ich kann keine 100% Anwesenheit verlangen, es würde ja eigentlich kein Musikverein erwarten, 100% Anwesenheit. Wenn jetzt jemand sagt, ich kann nur einen Termin, dann ist es logischerweise zu wenig oder ich kann nur die Hälfte.

Das ist einfach so Abwägung. Ich meine, es gibt natürlich auch Instrumente, wo wir alle wissen, die gibt es halt nicht so oft wie andere. Und wenn jetzt ein Oboe sagt, naja, ich kann aber zwei Termine nicht, würde aber da gern mitspielen, dann ist es, glaube ich, eine andere Situation, ohne jetzt da zwei Klassengesellschaften aufmachen zu wollen, wie wenn das der andere sagt.

Wo ich halt vielleicht 20 Anmeldungen auf 14 Stimmen habe, keine Ahnung.

Wie war das jetzt bei der Planung? Es gibt ja Sachen, die sind ja, wenn man es mir überlegt, ein Orchester zu neu aufzubauen, die sind ja auch eine Hürde. Also neben Probenraum, wobei das geht wahrscheinlich noch, ist ja Schlagwerk so ein ganz großes Thema. Das muss ja irgendwie dastehen mit Kessel Pauger und den ganzen Kram, den man so braucht.

Wie macht ihr das?

Ich habe da tatsächlich den Vorteil, dass ich den Probenraum nutzen kann, wo wir quasi mit der Musikkapelle proben, wo ich auch mitspiele. Und auch die Vorstandsschaft oder der Vorstand da schon gesagt hat, naja, ihr könnt bei dem Schlagwerk auch verwenden. Und da haben wir ein relativ volles Instrumentarium, da fehlt ein bisschen was an Startspielen.

Das ist tatsächlich vielleicht die Situation, die hat man sonst so nicht. Ganz viele, mit denen ich gesprochen habe im Vorfeld, haben das als wesentlich im Punkt gesagt, ja. Proberaum und Schlagwerk ist das größte Thema. Wobei die alle eigentlich Proberaum gesagt haben. Proberaum ist das die größte Baustelle.

Okay. Wie war so die Rückmeldung aus deinem näheren Bekanntkreis, hast du gesagt hast, ich ziehe das jetzt durch?

Nein, da kam von, wie hast du da Zeit dafür, bis hin so findet eine coole Idee, war da alles dabei.

Aber gab es viele Bedenkenträger oder eher, die das positiv gesehen haben?

Nee, überwiegend positiv tatsächlich.

Welche Literatur spielt ihr jetzt am ersten Konzert?

Wir haben jetzt Hauptwerk The Wind in the Willows von Johann de May. Von Fluch der Karibik, da gibt es Arrangement von Guido Renert, das haben wir im Programm stehen. Dann haben wir von Alfred Reed, ein relativ kurzes Werk, Viva Musiker heißt es. Ja, und also wir haben acht Stücke plus Zugabe auf dem Programm, Königsmarsch von Richard Strauss geht's los.

In der Instrumentation von Guido Renert, dann Toccata for Band von Frank Erickson, der Klassiker für Blasorchester Literatur, würde ich jetzt mal sagen. Pershire Majesty von Samuel Hazel, dann im Wind in the Willows, Viva Musiker, Cassiopeia von Palas Marques, Band of Brothers, habe ich eine kurze Nummer aus Holland mir organisieren können und dann Flucht der Gerie geben und die Zugabe Olympic Spirit von John Williams.

Also ein schon breites Programm mit Fokus symphonisch, aber halt auch irgendwie was, was Spaß macht für die Musiker, damit natürlich auch ein bisschen Zugpferd dahinter ist, dass die im ersten Jahr mitmachen. Genau.

Welches Instrument spielst du selber? Posaune. Posaune. Weil ich mir gerade überlegt habe, als Trompeter hat man da dann schon viel zu tun bei dem Programm. Wenn da noch Zugabe Experites, hat man schon, also weiß man, was man getan hat am Schluss.

Ja, da hat man als Trompeter sicher viel zu tun. Tatsächlich waren die beiden Sätze, die als erstes voll waren, Posaune und Trompete. Ich glaube natürlich, dass das Programm da auch zieht. Ich habe da jetzt glücklicherweise gleich die Situation, bei beiden Sätzen so besetzt zu sein, dass ich gut wechseln kann.

Also da muss nicht einer Durchgängig Erste spielen, sondern das ist so ein bisschen 50-50 aufgeteilt, sage ich jetzt mal. Das ist gut. Es ist natürlich schaut raus auf die Situation, sonst wird es echt anstrengend, wenn der einer Durchgängig Erste blasen muss.

Hast du Rückmeldungen aus deinem Musikverband? Ich weiß nicht, welcher Kreis ist das bei dir?

Das ist MON. Also Musikbundober-Niederbahn, Bezirk in Chimgau ist das bei mir. Nee, bisher kam keine Rückmeldung.

Okay.

Also weder in die eine noch in die andere Richtung.

Du hast auch nicht versucht, über den Verband dir irgendwie organisatorische Hilfe zu holen oder so?

Ich habe da schon mit dem einen oder anderen gesprochen, aber ich habe jetzt direkt den Verband eingebunden. War jetzt aber ehrlich gesagt da gar nicht, weil ich es nicht wollte oder so, sondern es war einfach gar nicht nötig oder wir waren gar nicht an dem Punkt. Also ich glaube, da konnte ich auch mit den verbinden, ja.

Okay. Wie viele Auswahlorchester gibt es bei euch in der Gegend?

Direkt im Landkreis, wo ich jetzt bin, gibt es gar keins. Es gibt eins eher Richtung Salzburg verortet. Es ist aber an einer Stadtkapelle angegliedert. Das ist eher so Stadtkapelle Plus, würde ich jetzt mal benennen, sagen. Und dann gibt es was Richtung, wirklich in Richtung Salzburg. Und dann ist eigentlich nur so das Symphonische Blasorchester vom MON, was es bei uns gibt.

Es gibt zwei, drei gute Stadtkapellen oder gute Blasorchester. Wobei das natürlich dann auch, kann ich nicht einfach so mitspielen, sag ich jetzt mal. Von dem her gab es eigentlich nichts, was vielleicht auch das Ganze ein bisschen angefeuert hat von Dynamiker.

Woher weißt du im Moment, wer wie deine Mitspieler sind?

Also haben die sich einfach nur beworben und du nimmst sie einfach oder ich hab, wir haben ein Online-Anmeldungsformular und ich frage vom Prinzip ab, wo die schon gespielt haben und welche Stimme sie in ihrem Verein spielen, also wo sie in welchem Verein sie spielen, welche Stimme sie da spielen und was sie schon an Literatur gespielt haben.

Weil ich, also ich will mir da nicht gegen diese Leistungsabzeichen-Thematik stellen, aber weil es einfach viele gute Musiker gibt, die ich kenne, die kein Leistungsabzeichen haben. Und wenn ihr jetzt sage, Silber, dann ist halt jemand, der gerade Silber gemacht hat, ist halt bei Weitem vielleicht nicht da wie jemand, der Silber und fünf, sechs, sieben Jahre Erfahrung hat.

Nur D3, also Goldabzeichen, da wirst du nie im Leben ein Orchester zusammenbringen, würde ich jetzt mal behaupten. Und von dem her habe ich einfach gesagt, ich habe halt zum Beispiel eine kleine Assistin dabei, die hat, glaube ich, gar kein Abzeichen, ich weiß gar nicht, und die hat dann gesagt, sie hat seit vier, fünf Jahren kein Unterricht mehr und sie würde jetzt dafür Unterricht nehmen, ob das dann in Ordnung ist, wenn sie mitspielt.

Also eine bessere Situation kannst du ja gar nicht haben, wenn jemand dafür extra wieder zum Unterricht geht.

Auf jeden Fall. Was ist deine Vision von dem Orchester? Wo glaubst du oder wo hättest du gern, dass sich das hin entwickelt?

Die Vision von dem Orchester ist tatsächlich, ein Blasorchester zu haben, wo ich mit handwerklicher Qualität, aber vor allem, wo ich in die Probenarbeit Fokus auf künstlerische Aspekte, Satzbalance, Artikulation, Interpretation Wert legen kann. Also das muss nicht sonderlich schwer sein, da müssen spezielle Stücke gespielt werden, sondern einfach, dass wenn jemand aus dem Publikum zu mir kommt und sagt, das war wirklich vom Sound her cool, das hat mich berührt, das hat mich bewegt.

Wenn die Musiker da Spielfreude haben, das ist das, was uns da treibt und was wir so als Vision drüber stehen haben. Qualitativ hochwertige Konzerte und Freude an der sinfonischen Blautmusik.

Ich bin mir gerade nicht sicher, aber habe ich das richtig gelesen, dass du jetzt auch in Blauenstein dirigierst?

Ja, ich bin bei der Dirigentenakademie dabei, wo am 30. November Konzert ist, ja, hast du richtig gelesen.

Gut aufgepasst. Was nimmst du aus der Probenarbeit mit dem Orchester? Also das Orchester habe ich das letzte Mal 2015, 16 beim Deutschen Orchesterwettbewerb gehört, war auch das erste Mal, muss man dazu sagen, und war sehr schwer begeistert davon. Deswegen frage ich, was nimmst du aus der Arbeit mit dem Orchester mit?

Ich habe noch nicht, ich hatte noch keine Probe, ich habe am Freitag die erste Tuti-Probe. Die haben, also was ich jetzt aus der Vorbereitung mitnehme, dass die echt top organisiert sind, da hat jeder Satz, ich glaube, in den Klarinetten haben sogar Stimmproben gemacht, vier Satzproben bzw. Stimmproben vor der ersten Tuti-Probe.

Das heißt, ich gehe jetzt mal davon aus, dass die echt top vorbereitet kommen. Was ich da definitiv für mich mitnehme, ist der, ich sage mal, diese erste Situation vor ein Orchester zu kommen, was grundsätzlich die Werke ja dann offensichtlich oder erwartungsgemäß gut erarbeitet hat und die auch spielen kann.

Also dass ich gleich mit anderen Aspekten einsteigen kann, wie rein mich nur um die Technik oder Rhythmik zu kümmern. Mal ja auf einem anderen Niveau mit den Leuten zu arbeiten, also ich gehe davon aus, dass die einfach gleiches Thema besser vorbereitet möglicherweise sind, weil es ist eine schwierigere Literatur, muss man ganz klar sagen.

Also da habe ich in der Vorbereitung des Stücks nach Press Jerusalem von Reed schon einiges mitgenommen, weil es natürlich eine ganz andere Klangsprache ist. Ein ganz anderes Werk ist jetzt vergleichbar mit, keine Ahnung, Wind in the Willows von The Mail, ist eine ganz andere Welt. Ja. Wird auf alle Fälle spannend.

Schade, weil, also schade, dass wir das Gespräch davor gemacht haben, weil es mich tatsächlich interessiert. Ich würde gerne nachher nochmal sprechen. Genau. Was würdest du, wenn du es dir aussuchen könntest, von Musikvereinen mehr erwarten?

Boah, das ist eine schwierige Frage. Von den Vereinen als Orgateam dahinter oder von den Vereinen als Musiker?

Gut, als Musiker wahrscheinlich, dass sie natürlich besser vorbereitet sind und öfter da sind. Aber wenn du jetzt, also wenn wir auf der einen Seite sagen, okay, Projektorchester ist vielleicht die Zug Der musikalischen Landschaft, dann könnte man ja auch rückwirkend fragen, was machen Vereine falsch oder wo könnte man dann nachsteuern.

Also ich glaube, was die breite Vereinsbasis tatsächlich hat, dass sie vielleicht im weitesten Sinne unternehmerischer denken müssten. Also nicht so nach dem Motto, this haben wir schon immer so gemacht, aber die letzten 20 Jahre so, and deswegen ist es ja gut. Sondern sie vielleicht einfach mal zu schauen, this is tatsächlich ein Thema where you said, the Verein muss sich as my six ständig weiterentwickeln und die Zeit dreht sich ja immer schneller.

Also bewerten Sie mit dem Thema Social Media. Ohne Social Media kann aus meiner Sicht so ein Thema, wie das Projektorchester nicht funktionieren, weil ich muss ja irgendwie Werbung machen, ich muss die Musiker erreichen, die werde ich es auch nicht erreichen. And ich glaube, das ist tatsächlich was where allgemein die Vereine sich einfach öffnen müssen for neue Ideen.

Wie kann ich die Musiker begeistern? Ich glaube, man muss mehr aktiv werden, die kommen nicht mehr von selber die Leute. Ich will jetzt auch gar nicht kritisieren, es ist einfach so. Das Angebot ist viel, viel breiter. Und ich glaube, das ist tatsächlich, was ich mir von den Vereinen wünschen würde, vielleicht da fokussierter zu sein in dem Sinne, ich mache nicht alles, ich sage vielleicht auch mal nein.

Ich lege meinen Fokus auf, keine Ahnung, ich will Top-Unterhaltungsmusik und marschieren. Dafür lege ich das Thema Konzerte vielleicht weniger. Oder ich will einfach ein, zwei geniale Konzerte im Jahr machen, dafür nehme ich halt zwei Unterhaltungsauftritte weniger im Jahr oder drei oder vier, wie auch immer.

Ich glaube, dass die ganze Blasorchesterwelt oder Blasmusikwelt ein bisschen differenzierter machen würde. Ich glaube aber, dass es ja gar nichts schlimmes ist, weil es wird nicht jeder den Fokus gleichlegen. Und dann spricht halt jeder eine definierte Zielgruppe an und die wissen klar, was sie erwarten.

Aber wenn ich natürlich als Verein jetzt sage, okay, ich mache Konzerte und mache ein bisschen weniger oder nehme überhaupt keinen Unterhaltungsabend oder Frühshoppen mehr, an dann ist das natürlich überhaupt so eine finanzielle Geschichte. Das wird ja auch oft gemacht, um Geld zu verdienen. Ist auch richtig, ja, klar.

Also man muss das ein bisschen differenzieren. Es ist, glaube ich, ganz schwer, das pauschal zu beantworten. Ich glaube, im weitesten Sinne muss man einfach offen sein für Neues, offen sein für Veränderungen. Das ist, glaube ich, tatsächlich der wesentlichste Punkt, ja.

Hast du den Verein damals eigentlich angenommen, diese 60-Mann-Orchester, was du nur... Nee, aus dem Grund?

Unter anderem aus dem Grund, ja, aber auch aus dem Grund, weil sie dir einfach auch nicht einig waren, wo sie hinwollten. Die einen haben gesagt, wir wollen die Unterhaltungsmusik professionalisieren und da mehr Literatur spielen. Und der andere Teil hat gesagt, wir wollen wieder sinfonische Konzerte spielen, Höchstglassniveau, Höchststufenniveau, also Stufe 5 mindestens, und das zweimal im Jahr und Wertungsspiele.

Und dann haben wir halt gesagt, wie stellt euch das vor? Wie viele Tage hat oder wie viele Monate hat bei euch im Jahr der Kalender? Also das funktioniert ja nicht. Das eine ist im Sommer, das andere ist im Herbst, die Leute müssen ja durchproben, die kommen ja nicht zu 50 Proben im Jahr, das ist ja auch nicht machbar.

Hast du im Moment einen Verein, den du dirigierst?

Ich habe in dem Verein, wo ich selber mitspiele, ist die Musikkapelle Sammerberg, die Jugendkapelle, die ich da mache.

Ah, okay.

Ja. Und eben dann die Klangfabrik.

Ja, das natürlich. Aber ich finde Projektorchester, also da kamen ja jetzt noch schon so ein bisschen raus, Projektorchester und Vereine sind ja zwei verschiedene Wellen und du kannst natürlich andere Maßstäbe ansetzen. Fängt ja schon in der Anwesenheit an. Also im Verein ist das ja alles so ein bisschen schwieriger gelagert.

Richtig. Weil du gerade Social Media gesagt hast, werdet ihr euer Konzert mitschneiden? Da gibt es noch keine Entscheidung drüber.

Wir werden auf alle Fälle im Vorfeld, in den Proben immer wieder Videos machen und da die für Werbezwecke nutzen. Wir werden auf alle Fälle Fotos machen im Konzert, das ist auch schon klar. Ob man es mitschneiden, weiß ich nicht, aber es ist natürlich auch eine Möglichkeit, um dann wieder werbewirksam das Material zu verbreiten.

Okay, gibt es noch irgendwas, worüber du sprechen willst zu dem Thema?

Nee, nicht konkret. Was ich sagen kann noch, wir haben noch Plätze frei in diversen Instrumentengruppen. Also wer den Podcast hört und in den wohnt, gerne anmelden. Wo fehlt es noch? Wo fehlt es noch? Tuba, Euphonium, Schlagwerk und Waldhorn. Das sind so die drei wesentlichen, vier wesentlichen Baustellen.

Okay. Ja, gerade Tuba ist halt schon. Wie viel habt ihr im Moment? Wie viel Tuben? Eine Tuba.

Eine Tuba, zwei Kontrabäse dafür. Also ein, zwei Tuben wären noch gut. Eine besser, zwei. Schlagwerk haben wir aktuell drei.

Okay. Ich verlinke dann auch Homepage und so, dass die direkt dann zu euch kommen. Sehr gerne. Und dann drücke ich mal die Daumen, dass das alles so wird und dass es natürlich dann auch nach dem Konzert sich weiterträgt. Und bin sehr gespannt, was ich so medial mitbekomme.

Ja, wir werden berichten, wir sind ja fleißig in den sozialen Medien unterwegs, um ein paar Werbungen zu machen.

Wird es mit Sicherheit mitbekommen? Und dann sprechen wir einfach spätestens nach eurem Konzert nochmal, wie so die Resonanz war, sowohl von den Musikern als auch außenrum. Würde mich sehr interessieren. Können wir von mir aus gerne machen, ja? Sehr, sehr gerne. Dann vielen Dank. Danke auch. Danke für die Zeit.

Danke. Gerne, gerne. Das war Sebastian Denzler. Und wenn ihr jetzt Interesse habt, in diesem Orchester mitzuspielen, in den Shownotes findet ihr alle nötigen Links, um euch direkt dort anzumelden. Mich würde interessieren, wie seht ihr das in der Zukunft? Wird es immer mehr projektbezogene Orchester geben und werden Vereine aussterben?

Werdet dafür, darüber mal eine ganze Folge zu machen oder sagt ihr, eigentlich ist das Thema gar nicht so ergiebig. Lasst es mich gerne wissen. Und wenn ihr euch auch für eine Folge hier bei Aufeigen Kaffee mit bewerben wollt, dann schreibt mir doch einfach unter blasmusikpodcast.gmx.de oder kontaktiert mich gerne über Instagram.

Dann schauen wir mal, wie wir das Termin nicht machen. Und dann darf ich euch hier recht herzlich begrüßen. Ich freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal wieder einschaltet. Macht's gut, euer Andi.

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