On Air - Der Blasmusik Podcast· Staffel 6· Folge 130

Martin Temmel (Global Kryner) - Der Groove is back!

Donnerstag, 6. November 2025 · 1 h 09

MP3

Shownotes

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Martin Temmel hat Bassposaune an der Universität Graz studiert. Als Zweitinstrumenten spielt er Schlagzeug und das er den Groove in sich hat, hat er lange Zeit als Posaunist der österreichischen Band Global kryner gezeigt. Vor ein paar Wochen gaben sie ihr Comeback bekannt und ich freue mich, dass ich ihn begrüßen darf
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Schnitt: Leander Machan
Musik: Dirk Mattes

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Ich habe das, was der Sebastian da bei Glowcriner kreiert hat, diesen Sound, diese Art Baselines in Verbindung mit einem Oberkraner Groove zu spielen, ich habe das schon sehr verehrt. Und ich war mir schon bewusst, in welche Fußstapfen mich da trete. Also es wäre bei Glowalcriner der falsche Weg, ein fertiges Arrangement zu schreiben, von vorne bis hinten.

Und das wird gespielt, punkt aus der Würde aus meiner Sicht die Kreativarbeit und dieser Globalcriner Zauberstaub, würde ich jetzt viel mehr behaupten, der würde dann fehlen. Entsteht die Globalcrunner Groove durch uns drei Akkordeon, Gitarre Posaune. Und da geht es in erster Linie darum, gemeinsam zu musizieren, die Ohren aufzumachen und nicht sein Solo-Konzert, auch wenn die Basslines noch gefühlt so geil sind.

Es geht darum, die Ohren aufzumachen und sich in das Gesamtkonzept einzufügen. Es war für mich in erster Linie sehr viel Herzschmerz, um ehrlich zu sein, weil einfach mein musikalisches Herzensprojekt einfach verschwunden war. Es war ja für mich und für den Markus Pechmann, der Tom Peter, wir sind ja gleichzeitig, wir sind Studienkollegen und wir sind auch gleichzeitig in die Band eingestiegen.

Es war irgendwie so ein Start von 0 auf 100 und ein Ende von 100 auf 0.

Mit was hast du das gefüllt? Das Gefühl? Wir sind on Air in 3, 2, 1. Herzlich willkommen bei Onair, dem Blasmusik-Podcast. Mein Name ist Andy Schreck und ich treffe mich mit Dirigenten, Komponisten, Musikern und Visionären aus der Welt der Blasmusik. Wir sprechen über Ansichten, neue Ideen, das Leben und natürlich Musik.

Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von OnER dem Blasmusik-Podcast. Ich darf alle neu hinzugekommenen recht herzlich begrüßen und nochmals ein ganz, ganz großes Dankeschön aussprechen. Dankeschön, denn wir haben in den letzten Tagen die 3000er Abonnentenmarke bei Spotify geknackt. Ich hätte niemals gedacht, dass so viele Menschen meinem Podcast folgen möchten.

Aber jetzt kommt ihr ins Spiel, denn es sind eigentlich viel, viel mehr, die diesen Podcast führen. Und wenn ihr mich unterstützen wollt, dann klickt doch jetzt, falls ihr es noch nicht gemacht habt, auf den Abonnieren-Button. Denn damit könnt ihr mir und dem Podcast helfen, noch mehr Reichweite zu gewinnen.

Also jetzt auf Abonnieren klicken und ein gutes Gefühl haben, mir einen kleinen Gefallen getan zu haben. Mein heutiger Gast ist Martin Temmel. Er war Posaunist einer Band, die mich in der Jugend abgeholt hat, umgehauen hat und gezeigt hat, dass Schubladendenken überhaupt nicht angebracht ist. Jetzt hat die Band ihr Comeback erklärt und ich freue mich riesig, dass sie wieder da sind.

Und ja, es handelt sich um die Global Crane. Ich habe sofort ein Interview angefragt und Martin hat nicht gezögert, dem nachzukommen. Wir unterhalten uns natürlich darüber, warum gab es überhaupt diese Pause gab, was hat er in der Zwischenzeit getan und kleiner Spoiler, mit dieser Antwort rechnet ihr mit Sicherheit nicht.

Außerdem sprechen wir darüber, was jetzt uns erwartet. Ist die Spielfreude noch genauso wie vorher? Wie war es im Studio und vieles, vieles mehr? Ich wünsche euch jetzt ganz viel Spaß mit Martin Temmel hier im Blasmusik-Podcast. Mein heutiger Gast hat Bas Posaune an der Universität Graz studiert. Als Zweitinstrument spielt er Schlagzeug und dass er den Groove in sich hat, hat er lange Zeit als Posaunist der österreichischen Band Global Griner gezeigt.

Vor ein paar Wochen gab sie ihr Comeback bekannt und ich freue mich, dass ich ihn begrüßen darf. Herzlich willkommen, Martin Temmel.

Lieber Andi, danke für die Einladung. Freut mich sehr, dass ich bei deinem Podcast dabei sein darf. Und natürlich auch ein Hallo an alle Hörer.

Martin, meine Standardfrage, bevor es dann so richtig losgeht, ist, welches Musikstück hast du dir als letztes Mal bewusst angehört?

Oh, das ist eine gute Frage. Bewusst, in letzter Zeit blieb sehr wenig Zeit, um bewusst Musik zu hören. Kann ich dir leider jetzt nicht beantworten. Das tut mir sehr leid.

Das ist überhaupt nicht schlimm, aber das zeigt, dass ihr tun habt. Genau, ich habe ja gesagt, ihr habt vor zwei, drei Wochen offiziell bekannt gegeben, dass es ein Comeback gibt. Vor einem halben Jahr oder so gab es ja schon so einen mysteriösen Instagram-Post, beziehungsweise der Instagram-Kanal ist aufgemacht worden, sodass man irgendwie schon erahnen konnte, dass vielleicht was passiert.

Wie geht es dir bzw. euch jetzt, seitdem es endlich raus ist, dass es weitergeht?

Ja, also wir haben uns natürlich immens auf den Moment gefreut, dass wir es wirklich offiziell rauslassen dürfen. Wir proben und planen ja schon längere Zeit im Hintergrund ein gutes Jahr, kann man sogar sagen. Aber wir haben wirklich das unter vorgehaltener Hand und unter großen Stillschweigen gemacht, um uns wirklich dementsprechend gut vorzubereiten, dass, wenn die Botschaft nach draußen geht, sich der Faden durchzieht und dass das alles durchgecheckt ist.

Und wir haben uns sehr darauf gefreut, es nach draußen posaunen zu können.

Wie schwer war das jetzt ein Jahr lang quasi unter Verschluss zu halten?

Sehr schwierig, sehr schwierig, weil, so wie du sagst, es gab ja vor eineinhalb Jahren mal auf Facebook ein Posting mit einem Foto. Ist das schon eineinhalb Jahre? Ehrlich?

Okay.

Das war letztes Jahr im Juli, genau. Okay. Und ja, da gab es ein Treffen in die Altbesetzung und da begann eigentlich das Brodeln und dann natürlich, so wie du das richtig festgestellt hast, natürlich mit der Eröffnung des Instagram-Accounts ist das Brodeln natürlich noch intensiver worden und die Fragen sind aufgetaucht.

Und wir haben uns immer relativ gut herumgeredet, sagen wir mal so.

Okay. Es kam, als ich angekündigt habe, dass ich mit euch sprechen darf, ein paar Zuhörerreaktionen, vor allen Dingen aus der jüngeren Generation. Ihr wart ja jetzt zwölf Jahre weg. Ab 2004 ging die Reise los. Da sind jetzt 20 Jahre dazwischen. Das heißt, ihr werdet auch ein neues Publikum erreichen, die vielleicht eure CDs und die Videos in YouTube noch kennen, aber die Anfangsphase gar nicht mitbekommen haben.

Du bist ja auch später dazu gekommen, aber vielleicht kannst du es trotzdem beantworten. Wie ging das damals los? Also wie kam die Idee überhaupt? Was hat mir dir dann erzählt, als du zur Band kamst, wie das überhaupt entstanden ist?

Die Geschichte an sich ist eine sehr klare und eine. Ja, die Grundidee hatte unser Bandleader, der Christoph Spörk, der sich ja schon lange Zeit mit Musik, mit Volksmusik, mit Crossover beschäftigt. Und der Christoph ist Christoph seine Frau, kommt aus Kuba. Und Christoph hat auch in Kuba studiert. Und ihm ist einfach aufgefallen, dass es irgendwie in Kuba diese typische Verschachtelung, die wir da im österreichischen und im deutschen Raum so kennen.

Da ist die Oberkleine Musik, da ist die traditionelle Volksmusik, da ist der Jazz, da ist die Popmusik. Diese klassische Verschachtelung gibt es dort drüben nicht. Und das war irgendwie so für ihm ein bisschen die zünde Idee, dass das doch auch bei uns funktionieren könnte. Und für den Start haben sich dann natürlich schon die richtigen Personen auch zusammengefunden, dass das dementsprechend funktioniert.

In der ersten Besetzung Thomas Gantscher, der Trompete, Sebastian Fuchsberger und der Posaune, da sind schon die richtigen Kreativköpfe aufeinander getroffen, um diesen Sound zu kreieren. Und dann ist das eigentlich sehr bombenartig eingeschlagen und hat für große Furore gesorgt, weil, wenn man ein bisschen das aus der negativen Perspektive betrachtet, zur damaligen Zeit die Oberkreinermusik, die ja eigentlich sehr hochgerätige slowenische Volksmusik ist und auch von unglaublich guten Musikern und Jazzmusikern ausgeübt wurde, ein bisschen verschrien war und ein bisschen so diese negative Wolke darüber war.

Deswegen hat es schon in der Szene ein bisschen für Furore gesorgt, weil der Christoph einfach hergegangen ist und die oberkreiner Musik gekoppelt mit Weltmusik auf die Konzertbühne gebracht hat.

Wie bist du denn groß geworden? Mit welcher Musik?

Also ich bin grundsätzlich in einer sehr musikalischen Familie groß geworden. Mein Vater ist ebenfalls studierter Bosaanist. Ich bin grundsätzlich mit traditioneller Blasmusik groß geworden und mit Oberkrainer. Eindeutig Oberkleinermusik. Das war irgendwie so sehr lebensbeeinflussend für mich. Also mein Vater hat schon sehr viel Oberkrainermusik gekurscht.

Und ja, das hat mich mein ganzes Leben irgendwie verfolgt und ja, sehr geprägt.

Ein Supporter dieser Folge ist Buffet Grampant Europas größtem Hersteller von Blasinstrumenten mit Sitz in Markneukirchen und Gerritz Ried. Buffet Grampant stellt alle Arten von Blasinstrumenten her, vom Schülerinstrument bis zum Profi-Instrument. Wenn ihr mal wieder auf der Suche nach einem neuen Instrument seid, weil euer Instrument entweder alt ist oder ihr vielleicht einfach mal auch was Neues ausprobieren möchtet, dann lege ich euch wirklich ans Herz mal bei den verschiedensten Marken von Buffy Grampon zu stöbern.

Den Link dazu findet ihr in den Shownotes. Und jetzt geht's weiter mit der Folge. Okay. Wie kamst du denn dann dazu? Also du hast ja schon deinen Vorgänger Sebastian Fuchsberger angesprochen, der ist ja dann irgendwann ausgestiegen. Wie kam man auf dich?

Ja, da gab es in der Zwischenzeit noch für kurze Zeit einen Bosanisten und zwar war das der Wolfgang Tischhard, ein Graz-Bosanist. Und der Wolfgang und ich, wir haben uns eben aufgrund meiner Grazzeit, und der Wolfgang ist auch ein Schüler meines Vaters gewesen. Und wir haben uns dann in Graz sehr oft abgesprochen, der Wolfi in Graz, wenn ihm Orchester gebraucht hat.

Und der Wolfi war dann für kurze Zeit Bosanist bei Global Kreiner. Und ich durfte dann den Wolfi vertreten, weil er mit einem Orchester auf Tour war. Und ich würde jetzt nichts Falsches erzählen, aber ich glaube, das richtig zu interpretieren. Der Wolfi hat dann doch gemerkt, okay Gott, die Orchesterwelt ist doch mehr meines.

Und so ist dann die Kurve entstanden, dass ich da in die Fußstapfen der Global Craner Posaune treten durfte.

War das für dich? Ja, also man kommt da in so eine erfolgreiche Band rein. Hat jemanden, dessen Namen natürlich jetzt auch kein Unbekannter ist vor sich gehabt. Wie fühlt man sich da, wenn ich es richtig recherchiert habe, was du ja quasi, als du angefangen hast, so Entzüge deines Studiums?

Richtig, ich war am Fertigwärmen meines Masterstudiums an der Cook in Graz und ich war schon sehr ehrfürchtig, das muss ich schon ganz ehrlich sagen, weil ich habe das, was da was der Sebastian da bei Glowcriner kreiert hat, diesen Sound, diese Art Baselines in Verbindung mit dem Oberkrainer-Groove zu spielen.

Ich habe das schon sehr verehrt und ich war mir schon bewusst, in welche Fußstapfen ich da trete, habe aber trotzdem versucht, in einer gewissen Weise doch schon auch meinen Stil mit einzubringen. Das hat natürlich seine Zeit gedauert, man muss da reifen, man muss in der Band ankommen, man muss in seiner Position ankommen.

Aber ja, ich war eindeutig sehr ehrfürchtig dieser Position gegenüber.

Wie bereitet man sich auf so einen Job vor? Das ist ja was ganz anderes als klassische Posa-Saune studieren. Es ist vom Sound her ganz anders. Du hast schon die Baselines angesprochen, die schon irgendwie war schon Obergrinder typisch und auf der anderen Seite dann doch nicht so ganz. Das war dann doch irgendwie sehr gruofig und sehr jazzig.

Wie bereitet man sich auf so einen Job vor?

Naja, meine erste Vorbereitung war eigentlich, die war ein bisschen crazy eigentlich, weil es gab zur damaligen Zeit so gut wie kein Notenmaterial von Globalcriner. Und mir wurde eine CD, eines Live-Mitschnitts, zugesandt, wo ein kurzer Text dabei war, wo drauf stand, das ist unser Live-Programm, so spielt wie er es.

Und du hast es angesprochen, die Baselines von Sebastian waren teilweise sehr komplex. Und auch für mich aus der traditionellen Oberkreinermusik kommend waren auch die Harmoniefolgen etwas schwierig. Und es ist mir tatsächlich nur bei einer Nummer gelungen, und das war Lady Marmalad, die ich ohne sie mir zu transkribieren, üben konnte.

Die restlichen Nummern habe ich mir wirklich einhart runtergehorcht und runtergeschrieben. Dann war es tatsächlich so, dass ich das Live-Programm auswendig drauf hatte, wir uns an einem Donnerstag in Wien in der damaligen Wohnung von Christoph getroffen haben und dann das Programm einmal durchgespielt haben und am Samstag nach, ich glaube, Deutschland war, geflogen sind und dann auf der Bühne gestanden sind.

Es war eine sportliche Erfahrung für mich.

Aber du hast schon die Harmoniefolgen angesprochen. Merkst du dir die Harmoniefolgen oder merkst du es dir auch haptisch, dass du weißt, wo du hinziehen musst? Also wie merkt man sich sowas? Also weil Volksmusik ist ja schon deutlich leichter. Da hast du drei Stufen, dann kommt vielleicht noch eine sechste Stufe dazu, aber da ist jetzt nicht viel.

Jetzt bei so Popmusik ist es ja doch, oder kann es unter anderem, gerade wenn es dann noch jazzharmonisch ist, doch ein bisschen komplexer waren.

Ja, es ist natürlich viel komplexer. Und das Interessante an der Glowcriner Baseline ist immer das, den guten Mittelweg zu finden, Brocken und Teile aus der Originalbaseline sich herauszufischen und diese eben dementsprechend in den Oberkriner Sound zu verpacken. Aber nach welchem System ich vorgehe, das ist schwer zu beantworten.

Es kommt immer aufs Stück drauf an. Es ist ganz verschieden. Es ist komplett verschieden. Mal so, mal so.

Okay. Aber du hast, hast du im Kopf, okay, zweite Stufe, erste Stufe, fünfte Stufe oder lernst du es einfach tatsächlich auswendig?

Beides. Es ist dann natürlich, wenn komplexe Baselines da sind, oder ich mir gewisse Übergänge auschecke, dann sind natürlich da schon einfach passagen auswendig zu lernen. Und sonst geht es in einer gewissen Weise schon um die Harmoniefolge, ja genau.

Ihr habt damals, wenn ich mich recht entsinne, das findet man ja leider nicht mehr so, aber wenn ich mich recht entsinne, als ihr aufgehört habt, habt ihr auf der Homepage irgendwie sowas damals, so einen kleinen Abschiedstext gehabt mit Sinngemäß, okay, wir wissen gerade selber nicht, was es ist. Pause, ist es Ende, ist es irgendwas, ihr habt das ja schon offen gelassen.

War dir irgendwie klar oder was war es für dich? War es eine Pause oder war es eher, okay, jetzt ist es vielleicht doch rum?

Es war für mich in erster Linie sehr viel Herzschmerz, um ehrlich zu sein, weil ja, weil einfach mein musikalisches Herzensprojekt einfach verschwunden war. Es war ja für mich und für den Markus Pechmann, der Tom Peter, wir sind ja gleichzeitig, wir sind Studienkollegen und wir sind auch gleichzeitig in die Band eingestiegen.

Es war irgendwie so ein Start von 0 auf 100 und ein Ende von 100 auf 0. Und es dauerte dann schon eine gewisse Zeit, das auch zu verdauen. Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob da gewisse Hoffnungen in der damaligen Zeit dabei waren, ob es wieder mal ein Revival geben wird, ob es die Band wieder geben wird.

Ich glaube, zur damaligen Zeit waren wir einfach leer, wir waren ideenlos und man hat gemerkt, diejenigen von uns, die mit einem Soloprojekt in Verbindung stehen, da ist die Sehnsucht sehr groß, sich im Soloprojekt zu verwirklichen und da mehr Energie und Zeit zu investieren. Und deswegen kam dann nach wirklich sehr langer Überlegungszeit und Durchspielen sehr vieler Szenarien eben dann die Entscheidung, eben Ende 2013 nach einer sehr unglaublich emotionalen und schönen Schlusstour einmal einen Strich unter die Rechnung zu setzen.

Was hat dir in der ersten Zeit am meisten gefehlt? Also ich könnte mir jetzt vorstellen, aber berichtige mich, wenn ich in so einer Band spiele, die ja immer wieder auch Songs covert, das Ohr automatisch bei irgendwelchen Popsongs mitgeht. Wie könnte das als obergreiner Version bei uns funktionieren?

Wenn ich jetzt, wenn man dann Tour hat und dann hört man auf, läuft das ja vielleicht immer noch ab. Und man sitzt so wehmütig da und sagt, ach, das wäre schon eine geile Nummer gewesen.

Ja, bestimmt. Das ist sicherlich auch ein Aspekt, der im Kopf unterwegs war. Aber es war eher die Sehnsucht nach der Bühne. Nach der Bühne, nach dem Flair auf der Bühne, nach den Gesprächen mit dem Publikum. Das ist eigentlich das, das gefehlt hat, muss ich ganz ehrlich gestehen.

Mit was hast du das gefüllt?

Das Gefühl habe ich mit sehr viel Sport gefüllt. Und natürlich, also ich bin jetzt keiner, der jetzt 13 Jahre zu Hause gesessen ist in seinem Stillen Kämmerchen und die Daumen gedreht hat und sehnsüchtig nach dem Anruf des Christoph Spörk gewartet hat. Das nicht. Es gab natürlich immer wieder kleine musikalische Projekte.

Ich habe schon zur Schlusskurve von Global Crainer den Musikverein geleitet bei mir im Ort. Das habe ich auch 15 Jahre lang gemacht. Also die Musik ist nicht ganz verschwunden aus meinem Leben. Aber die Musik auf diesem Niveau, die hat halt irgendwie gefehlt und war nicht so vorhanden. Aber in mir, wenn dieses Ende nahe rückt, dann ist es natürlich schon so, dass man ein bisschen Pläne schmiedet.

Was könnte man machen, was steht an, welche Möglichkeiten sind da? Und bei mir war es immer schon so, bei mir zu Hause stand eine leerstehende Landwirtschaft. Und mit der war ich immer sehr intensiv verbunden und an der ist mir immer schon was gelegen. Und seit Ende von Glowcrumner ging dann die Planungsphase los, wie hauche ich diese Landwirtschaft wieder Leben ein.

Und das war dann eine tatsächlich fast siebenjährige, sechs- oder siebenjährige Reise, um gewisse Szenarien durchzuspielen, mit was könnte ich mich identifizieren, was passt zur Gegebenheit. Und vor fünf Jahren ist dann eigentlich die zündende Idee gekommen, aufgrund eines Orflüsterers, eines sehr guten Freundes von mir, dass der Weg von mir und meiner leerstehenden Landwirtschaft sehr klar wurde.

Und ich habe dann vor fünf Jahren in die Selbstständigkeit eingetreten, bin jetzt wieder noch neben mein Werbslandwirt und führe eine Indoor-Fischzucht.

Okay.

Somit habe ich meine zwölf Jahre gefüllt.

Okay. Aber das heißt, du machst aber trotzdem ja noch Musik. Also wenn du sagst.

Genau. Also ich bin auch noch tätig als Musiklehrer in der Musikschule Bruck an der Mur für tiefes Blech und Steirische Harmonika. Und es sind zwei Tage in der Woche und die restliche Zeit verbringe ich am Hof. Es gab tatsächlich auch in der Zwischenzeit wieder auch ein Profi-Angebot, über das ich mich sehr gefreut habe, als mich der Bernhard Hohl angerufen hat und mich fragte, ob der Blechhaufen nicht ein Thema für mich wäre.

Wäre er eindeutig gewesen, aber der Zeitpunkt war leider der falsche, weil die Selbstständigkeit gerade losging und ich mir bewusst war, dieses Schiff gerät sehr ins Wanken, wenn ich da jetzt auch noch zusage. Und das war leider der falsche Zeitpunkt. Aber mittlerweile sind Die Erfahrungen in der Selbstständigkeit und meiner Fischzucht dementsprechend gut, dass ich mich das traue auf mich zu nehmen, mit Glowcrenner wieder etwas herumzutun.

Als was siehst du dich dann, als Musiker, als Fischzüchter, als Posaunuspielende Fischzüchter oder als was identifizierst du dich jetzt mittlerweile?

Die Musik ist sicherlich in diesen zwölf Jahren ein bisschen auf die Seite gerückt und dieser Aspekt der Landwirtschaft und der Fischzucht ist sehr in den Vordergrund gerückt. Und das ist interessant, weil sehr viele Kunden von mir wissen gar nicht, dass ich Profimusiker bin oder war. Und wie sich jedoch diese Glowalcrunner Tür wieder geöffnet hat, habe ich schon ganz ehrlich gesagt gemerkt, dass die Musik ein sehr wichtiger Teil meines Lebens ist.

Und es ist im Grunde genommen gleich wie in der Musik, ich bin da auch sehr offen und das ist ja das, was wir mit Globalcränern machen, diese weite Brücke zu spannen. Im Grunde genommen sehe ich das bei mir und in meinem Leben auch so. Also ich bin jetzt nicht der straighte, eingefahrene Musiker. Es gibt nur Musik in meinem Leben.

Punkt. Für mich ist immer die Vielfalt sehr wichtig. Und ich traue mich jetzt wirklich behaupten, in dieser Kombination, wie sie jetzt standfindet, habe ich mich gefunden und fühle mich unglaublich wohl, so wie das jetzt ist.

Wie schwer war das für dich damals zu sagen? Also weil man ist Musiker, man entscheidet sich zu studieren, man übt viel, dann warst du noch auf sämtlichen Bühnen der Welt gestanden und dann die Entscheidung zu treffen, okay, ich gehe jetzt erstmal einen komplett anderen Weg, ist ja gar nicht, glaube ich, so leicht.

Dann, du hast gesagt, dein Papa war selbst, studierte Musiker, also du kennst das ja. Wie schwer ist es dann, so eine Entscheidung zu treffen, das zuzulassen, zu sagen, okay, das war eine schöne Zeit, jetzt gucke ich aber erstmal nach was anderem.

Ich glaube, das ist eine Persönlichkeitsfrage, weil natürlich fällt man in einer gewissen Weise noch so in einer intensiven Zeit als Musiker und auf großen Bühnen. Und noch dazu nach einer sehr intensiven Abschiedstour. Da fällt man logischerweise in einer gewissen Weise in ein Loch. Man fällt in ein Loch.

Und dann gibt es im Grunde genommen zwei Möglichkeiten. Man bleibt im Loch und sagt, ja, okay, gut, der große Globalcrunner Schicksverschlag ist passiert und so ist es jetzt. Oder ich stehe auf und mache was. Und ich bin kein Typ, der im Loch sitzen bleibt. Ich bin ein Macher, ich bin eine Tour. Und deswegen hat in mir diese Vorfreude sehr geprodelt, dieses Projekt in die Hand zu nehmen, komplett neue Sachen zu lernen, sich auf komplett neue Themen einzulassen, komplett neue Menschen kennenzulernen.

Also das war und ist immer noch eine extrem spannende Reise und deswegen war es für mich wichtig, nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern da nach einer gewissen Zeit zu sagen, so, wie sagt man so schön, Krone gerade richten und weiter geht die Party. Und genauso war es eigentlich. Es hat natürlich eine Traumphase gegeben, die habe ich auch gebraucht, das war auch gut und wichtig so.

Aber ich habe merkt irgendwann so, und jetzt ist Schluss, es ist jetzt Zeit für was Neues. Und wenn was Neues, dann jetzt.

Wer kam als erstes mit dem Gedanken von Revival um die Ecke? War das Christoph?

Das ist eine gute Frage. Ja, ich glaube. Ja. Ja, Christoph kam um die Ecke damit. Und ja, der Christoph war es.

Und wie muss ich mir das vorstellen? War das so der Blues Brother-Moment, wir bringen die Band zurück? Oder wie ruft man da an und nach zwölf Jahren sagt, wollen wir nicht nochmal?

Nein, wir haben uns nach zwölf Jahren, wirklich tatsächlich nach zwölf Jahren, alle wieder getroffen. Und da ist eben dieses Foto auch entstanden, das war bei mir im Hof. Einfach um wieder mal ein Meet and Greet zu machen, um alte Zeiten aufleben zu lassen. Und nach einer sehr geschichtenreichen Nacht beim Frühstück kam dann der Gedanke, eben, die Marke Gloralcreiner ist nicht verschwunden und nicht gestorben in dieser Zeit.

Und sollte man was machen draus, sollte man es ruhen lassen. Es ist dann diese Frage schon etwas in die Runde gegangen und man weiß ja jetzt, es gibt eine kleine Umbesetzung, es gibt zwei neue Bandkollegen, Kolleginnen und Kollegen. Und ja, damals wurde es so definiert, dass zwei ehemalige Kollegen, die Sabini und der Eddy, eben für sich definiert haben, dass das nicht mehr wirklich in ihr Leben passt.

Und sie sehr gerne auf diese Zeit zurückblicken, aber es ist in der jetzigen Situation nicht schwierig. Und wir haben das zum damaligen Zeitpunkt einfach ein bisschen stehen gelassen und mal sacken lassen und haben uns dann... Ja, dann ist das passiert, was du sagst. Dann ist die Telefoniererei losgegangen.

Soll man, soll man nicht, können wir, können wir nicht. Und im Großteil der Band war dann doch diese Vorfreude spürbar und doch irgendwie der Wille, die ganze Angelegenheit wieder zu reanimieren. Und unser Trompeter wurde dann beauftragt, zwei neue Bandmitglieder zu finden. Und in erster Linie, glaube ich, hätten wir niemanden besseren dafür beauftragen können, zwei neue Mitglieder zu finden.

Und wir hätten keine zwei besseren Bandkollegen finden können, so wie es jetzt ist. Wir sind super glücklich in der jetzigen Besetzung und das macht wirklich Spaß.

Warum hätte es keinen besseren gegeben als Markus Bechmann?

Weil der Markus Bechmann ein sehr sensibler und feinfühliger Mensch ist und das ein sehr wichtiger Aspekt ist und der Markus versteht da einfach ein bisschen den Faden zu spannen zwischen musikalischem Können, das sehr wichtig ist, und das Gespür dafür zu haben, wer passt menschlich auch in unsere Runde.

Weil, wie es immer gute und emotionale Musik produzieren, wenn der zwischenmenschliche Aspekt nicht funktioniert.

Wie lange hat es dann von der ersten Idee, also wir bringen die wieder zu, wir bringen die Band zusammen, bis zum, okay, wir treffen uns zum ersten Mal und spielen wieder gedauert?

Gute Frage. Das dauerte circa, hm, ja, das sind doch ein paar Monate vergangen. Ich müsste dich jetzt anlügen. Es waren ein paar Monate, aber es war kein langer Zeitraum, es war kein langer Zeitraum. Aber ja, es ging dann doch relativ schnell, weil wir gesagt haben, okay, gut, es gibt zwei, eine Kollegin und einen Kollegen, mit dem man es sich vorstellen könnte, probieren wir das einfach aus, funktioniert das, geht das.

Wieso ist jetzt für euch der richtige Zeitpunkt? Also zwölf Jahre ist ja jetzt schon, also es ist schon echt lang. Also wieso jetzt? Also Obergreiner Musik, würde ich jetzt in meiner Wahrnehmung sagen, ist sowieso seit paar Jahren wieder angesehener als vor 20 Jahren. Also das ist schon irgendwie wieder mehr angekommen, auch bei der Jugend.

Ist das ein ausschlaggebender Punkt oder ist das einfach tatsächlich nur die Sehnsucht zu sagen, wir haben so viel Bock gehabt und eigentlich würden wir es gerne nochmal machen?

Ich glaube, dass dieser Aspekt, dass diese ganze Blasmusik, Volksmusik, Oberkeiner Szene boom, ist jetzt, glaube ich, nicht so sehr ausschlaggebend dafür gewesen, dass wir sagen, Leute, Schatz ja, wir haben ein ganzes Publikum dafür, wir müssen wieder auf die Bühne. Es ist natürlich ein Aspekt, der nicht unwesentlich ist.

Aber der Hauptpunkt war tatsächlich, dass wir wieder Bock darauf gehabt haben und die Lust wieder spürbar war und wir einfach wieder wollten.

Als ihr habt ja jetzt schon eine Single rausgebracht, Die With a Smile, da komme ich gleich nochmal dazu. Aber ich glaube, auf YouTube war es oder auf Facebook, ich bin mir nicht so ganz sicher. Irgendwo haben ein, zwei Menschen drunter geschrieben, super, ihr seid wieder da, das ist wie Heimkommen. Nach zwölf Jahren wieder Musik, die man kennt, wo man sich wohlfühlt, ist vielleicht in so unsicheren Zeiten sowieso so ein Aspekt, der ganz gut tut.

Wie war das für euch, als wir es erstmal wieder zusammengespielt haben? War das wie Heimkommen? Also, man kennt sich und eigentlich weiß man auch, wie es läuft.

Komplett, es war einerseits erschreckend, also du kann jetzt nur von mir sprechen. Welche Informationen in zwölf Jahren das Gehirn löscht, von denen man glaubt, das ist sicher abgespeichert, das funktioniert zu 100%. Das wieder hineinschnuppern und die Songs wieder zu spielen zu Hause hat mir einiges an Lachen abverlangt, weil ich ein bisschen geflasht war, was alles weg war.

Aber dieser Punkt des Heimkommens, so wie eben das auch Fans definieren, das beflügelt uns natürlich unglaublich. Und die Reaktionen aus der Fangemeinde, die bestätigen uns eigentlich noch mehr in unserer Entscheidung, die Angelegenheit wieder auf die Bühne zu bringen. Und es fühlt sich natürlich, ich glaube, da kann ich auch im Namen aller Alt-Band-Kollegen sprechen, es fühlt sich zu 100% wie Heimkommen an, eindeutig.

Gab es auch zu irgendeinem Zeitpunkt Bedenken für ein Comeback? Wie wird es aufgefasst, wenn wir das wirklich noch hören? Oder war das einfach, wir haben so viel Bock, lass es uns machen, egal was passiert und wir gucken einfach?

Wir haben es sicherlich in einer gewissen Weise passieren lassen. Wir haben ja auch nicht gewusst, wie wird der Kreativprozess werden, wie mit zwei neuen Leuten in der Band. Wie funktioniert der Fluss? Bringen wir den musikalischen Witz wieder überhaupt in unsere Arrangements? Wird das funktionieren?

Aber das war eigentlich von der ersten, es hat natürlich eine Zusammenkunftprobe gegeben, um mal zu schauen, funktioniert es überhaupt? Und natürlich haben die zwei neuen auch für sich definieren müssen, ist das überhaupt was für uns, passen wir da überhaupt dazu und fühlen wir uns da wohl in der Rolle.

Aber wie es dann in die erste wirklich offensive Probenphase gegangen ist, wenn wir gesagt haben, okay gut, wir nehmen uns das und das und das vor, war eigentlich, ich glaube, da kann ich für alle in der Band sprechen, die Reise schon sehr klar ist, waren natürlich die ganz normalen typischen Holpersteine durchwesen, sich zusammenzuspielen, gerade was uns drei in der Rhythmusgruppe angeht, Posaune, Akkordeon, Gitarre, da hat es natürlich viel Zeit des Zusammengruffens gebraucht, dass wir wieder dorthin kommen.

Aber auch das ist uns gelungen. Und mit dem Andreas, der sich da absolut unglaublich intensiv eingelesen hat, ist Unterricht gegangen, um sich in diese Oberkrank einzufinden. Aber wir haben relativ schnell gemerkt, der Weg, in den wir gehen, ist der richtige. Und wenn man daran zweifelt, sowas auf die Bühne zu bringen und man mit Zweifel auf die Bühne geht, ich glaube, dann ist der Weg sowieso der Falsche.

Wie sieht dein Üben im Moment jetzt aus?

Mein Üben ist sehr, das findet in sehr geballten Zeiten statt. Also mein Job in meinem Fischbetrieb ist sehr zeitintensiv und ich sage das ganz offen und ehrlich, ich habe wirklich lange Zeit gehabt, wo ich überhaupt nicht geübt habe. Und mit meinen Schülern mitgespielt habe. Aber für mich, um zu sagen, eine gewisse Form zu erhalten, um besser zu werden, da hat es eine ganz lange Phase gegeben, da war das überhaupt nicht interessant für mich.

Das ist absolut in den Schatten gerückt. Komplett. Das, was zu spielen war, das hat funktioniert. Aber dort anzuschließen, was war, das war für mich nicht interessant und auch nicht wichtig, weil es einfach Wichtigeres gegeben hat in der Zeit in meinem Leben. Aber ich habe jetzt schon gemerkt, dass Personen spielen mir richtig Spaß macht.

Und wenn halt so Studio-Sessions anstellen oder jetzt dieser erste TV-Aufträge mit Allcoiner, da wirst du natürlich schon fit im Studio stehen, beziehungsweise fit auf der Live-Bühne stehen. Und da bedarf es natürlich dementsprechend der Vorbereitungszeit. Es schwingt da natürlich eine gewisse Erfahrung auch mit, wo man weiß, okay, gut, wie muss ich mich dementsprechend vorbereiten, dass der und der und der Aspekt funktioniert?

Aber ich freue mich jetzt schon auf eine Zeit, wo die Übelphasen wieder mehr werden und ich wieder mehr Zeit habe, um Posaune zu spielen.

Was ist für dich so eine essentielle Übung, wo du sagst, okay, die mache ich immer oder die will ich auf jeden Fall zum Einspielen machen. So als Tipp.

Du, genau, was die einspielen und Tipps einspielen, ist sehr aus meiner Sicht betrachtet, das ist sehr auf jeden Musiker eigen bezogen, weil jeder spielt sich anders ein, die Lippen von jedem reagieren anders. Aber für mich ist es immer wichtig, dass ich nicht, wenn ich mir einspiele, gleich auf Biegen und Brechen losspielen, sondern Warm-up heißt nicht umsonst Warm-up, sondern da geht es einmal um gewisse Töne auszuhalten, um das Gespür zu entwickeln, sich mit der Posaune wieder zu verbinden, um ein kurz Gefühl auf den Lippen zu haben.

Also nicht übertrieben, sondern eher mit einer gewissen Ruhe in diese Warm-up-Session zu gehen. Die Warm-up-Übungen, die dann jeder für sich spielt, die definiert ich jeder für sich selbst. Aber für mich ist es einfach wichtig, mit einer gewissen Ruhe da heranzugehen und nicht auf Bingo brechen, so ich muss jetzt in zwei Minuten 30 eingespielt sein und deswegen muss ich jetzt da Fullschub geben, damit das funktioniert.

Also eher die Ruhe. In der Ruhe legt die Kraft.

Hast du für Zuhörer, die sagen, ach, eigentlich fände ich es geil, auch mal so eine groofige Posaune oder halt auch auf dem Bariton zu spielen. Übungen oder Tipps für, wie wird sowas groofig? Also wie kann man Groove üben?

Naja, Groove üben, das ist sehr schwierig, weil für mich empfunden entsteht Groove selten alleine. Wenn ich es jetzt auf Global Crunner ummünze, entsteht die Global Crunner Groove durch uns drei. Akkordeon, Gitarre, Posaune. Und da geht es in erster Linie darum, gemeinsam zu musizieren, die Ohren aufzumachen und nicht sein Solo-Konzert, auch wenn die Basslines noch gefühlt so geil sind.

Es geht darum, die Ohren aufzumachen und sich in das Gesamtkonzept einzufügen. Weil es hat niemand was davon, wenn die Bassposaune groovy ist und seine Linie fährt, der Tony am Akkordeon sein Tempo einen Tacken schneller spielt als die Gitarre. So kann das gorn groovy werden. Also es ist aus meiner Sicht wie immer in der Musik.

Es geht immer ums Miteinander und ums Ohren aufmachen und ums Zuhören. Auch wenn man selber spielt, immer zuhören, was machen die anderen und was machen wir gemeinsam.

Kommen wir mal zu eurer Debüt-Single oder Comeback-Single, Die with a Smile. Ich habe mich folgendes gefragt. Vielleicht ist meine Theorie völlig weit hergeholt. Dann berichtige mich, darfst du auch gern drüber lachen. Ich habe mir überlegt, die erste CD ging mit Something Stupid los. Für mich so ein Ding wie, okay, wir haben hier so eine Schnapsidee, irgendwas Ding.

Wir machen das einfach. Die zweite CD ging mit Something Beautiful los. Und jetzt fangt ihr an mit Die With a Smile, was ja eher in dem Fall ein Walzer oder Ballade ist, aber der Text heißt I just woke up from a dream where you and I had to say goodbye. Ist das Zufall, dass das tatsächlich auch textlich jetzt zu eurer Situation passt oder ist das schon bewusst gewählt?

Es ist tatsächlich, deine Anspielung auf den Text und auf die ersten zwei Alben, es ist tatsächlich Zufall. Und das ist nicht der einzige Zufall, der mit dieser Nummer passiert ist, sondern da sind noch andere Zufälle passiert. Der Plan wäre eigentlich gewesen, mit einer ganz anderen Nummer als erstes nach draußen zu gehen.

Darfst du für erraten welche? Nein.

Nein. Aber ich kann allen Podcasterern versprechen, die kommt auch noch. Aber nicht als erstes. Die erste ist schon draußen. Aber die Nummer kommt noch. Die Auswahl dieses Stückes war, wie gesagt, nicht klar, dass das die Nummer wird, mit der wir als erstes nach draußen gehen. Und auch der Zufall, dass wir diese Nummer überhaupt auswählen, war ein unglaublicher Zufall.

Wir haben geprobt, wir haben Nummern ausprobiert, haben zwei favorisiert, haben denen herumgebastelt und geprobt. Und haben die Probe verlassen mit dem Background-Wissen, dass sich jeder ein bisschen Gedanken machen soll, welche Nummer wechsle as Cover. Und am nächsten Tag schickt Christoph den Link von Die of the Smile in unserer Gruppe anderes ein fertig komponierter Oberkleinerwalzer.

And ich glaube, es hat keine fünf Minuten gedauert, dass die Miriam, unsere wunderbare neue Sängerin, ein Video von sich selbst in die Gruppe schickt, wo sie dazu schreibt: Habe diesen Song vor erst sehr kurzer Zeit selbst bei mir zu Hause am Klavier gespielt und gesungen und mich dabei aufgenommen, schickt dieses Video in die Gruppe.

Und wir waren irgendwie sowas von begeistert, davon, wie die Mieren die Nummer singt und wie passend die Nummer grundsätzlich eben als Oberkleinerwalzer umbaubar ist. Und unser Kartenistoni hat sich dann sofort an den Computer gesetzt und hat ein Grundarrangement davon erstellt. Und bei der nächsten Probe wurde daran herumgefeilt und wir waren einfach begeistert von der Nummer.

Und wir sind dann im August ins Studio gegangen. Dazu verrate ich noch nicht zu viel. Ich verrate nur, dass wir schon acht Nummern im Kasten haben. Und welche jedoch noch nicht. Aber sie werden nacheinander kommen. Wann kommt die nächste? Und da hast du mich jetzt leider zu viel gefragt. Müsste ich nachrecherchieren, aber es wird nicht allzu lange dauern.

Und wir haben dann tatsächlich darüber abgestimmt, mit welcher Nummer wir uns am wohlsten fühlen. Und ja, die für uns am stimmigsten ist. Und das war Diother Smile. Also es ist ein absoluter Zufall, so wie du das mit dem Text und mit der Kombi auf Album 1, 2 anspielst. Es waren sehr viele Zufälle auf diese Nummer gezogen und vielleicht war es kein Zufall, um diese Nummer auszuwählen.

Ja, ich dachte war ja Christoph schon, dadurch, dass er ja auch Kabarettist sehr textaffin ist, dass das bestimmt irgendwas damit zu tun hat. Komplett. Aber waren die ersten zwei Nummern auch nur Zufall? Weißt du das bei Album 1 und Album 2? Oder wo ist das.

Da habe ich zu wenig Backgroundwissen, aber ich glaube, es handelt sich auch hierbei um Zufälle.

Okay, dann sind das ganz schön ausgecheckte Zufälle. Oder ich bin der Einzige, der das so zusieht. Keine Ahnung. Naja, aber es hätte ja sein können. Also acht Songs habt ihr ausge, habt ihr schon drin? Also wie viel wollt ihr noch aufnehmen?

Also wir möchten schon das Album vollmachen. Ob das jetzt 12 oder 14 wären, das wissen wir noch nicht genau. Aber so wie es auch auf der Homepage steht, wir werden eine 50-50-Produktion machen. Das heißt, wir werden in altbekannter Weise die Hälfte des Albums Covers machen und wir werden die Hälfte des Albums mit eigenen Songs bestücken.

Christoph ist ja, du hast es schon angesprochen, Kabarettist, ist ein super Texter, schreibt auch super Melodien. Und auch unsere liebe Sängerin ist eine super Komponistin und auch von ihr wird es Stücke auf der CD dann geben.

Your music can never be more or less than you are as a human being. Das hat Quincy Jones mal gesagt. Und wenn es euch auch so geht, dass das sehr mit euch resoniert und ihr euch weiterentwickeln wollt, damit eure Musik auch besser wird, dann empfehle ich euch meine Newsletter. So that you einfach weiterentwickeln könnt.

Den Link findet ihr in den Shownotes. Und jetzt geht es weiter mit der Folge. Wie habt ihr die Coversongs ausgewählt? Also kam da jeder mit Ideen um die Ecke oder gab es so ein Pool und jeder soll seine Meinung dazu sagen?

Da kam jeder mit Vorschlägen um die Ecke. Die Tour und auch das Album trägt ja den Titel Second Love. Weil wir uns wirklich wieder verliebt haben in diesem Criner Flow. Da werden einfach Nummern ausgewählt, bei denen wir uns wohlfühlen. Und wo natürlich schon im Hinterköpfchen immer analysiert wird, funktioniert es überhaupt?

In der Oberkrane Groove können wir die Brücke schlagen. Und dann wird es einfach, wir haben da keine Scheu, wir probieren es einfach. Und wir probieren es nicht einmal, wenn es halt wirklich gar nicht funktioniert, was auch passiert, ja, dann funktioniert es einfach nicht. Dann ist es so. Aber wir geben immer unser Bestes, wenn mit einem Vorschlag um die Ecke kommt und proben und probieren und tüfteln herum.

Wie ist das, jetzt nach zwölf Jahren an Arrangements zu arbeiten? Ist die Arbeit die gleiche oder arbeitet man jetzt anders? Und wird man merken, dass ihr zwölf Jahre reifer seid oder nicht? Oder nicht?

Man merkt sicherlich, dass wir zwölf Jahre gereift sind. Das merkt man hundertprozentig. Wir gehen sicherlich mit einer mit etwas mehr Ruhe an die Angelegenheit heran. Auch wenn wir schwer motiviert sind, aber wir gehen sicherlich mit mehr Ruhe heran. Und was natürlich auch als positiver Aspekt mitschwingt, ist das, wir haben zwei neue Kreativköpfe in der Band, die wieder mit komplett neuen Ideen sich einbringen und sich da komplett neue Türen wieder auftun, das unglaublich gut tut.

Und wir mit unserer Mittelarbeit doch mit längeren Erfahrungen unsere Grunderfahrung mit einbringen und aber die Arbeit an sich hat sich jetzt nicht gravierend verändert. Es gibt meistens ein Grundarrangement oder ein Lead Sheet und daran wird gefeilt. Also es wäre bei Glowcriner der falsche Weg, ein fertiges Arrangement zu schreiben, von vorne bis hinten, und das wird gespielt, Punkt aus.

Der würde aus meiner Sicht die Kreativarbeit und dieser, wie Sie denn sagen, dieser Glowcriner Zauberstaub, würde ich jetzt mal behaupten, der würde dann fehlen.

Was ist dein persönlicher Lieblingssong?

Mein persönlicher Lieblingssong ist tatsächlich, auch wenn ich schon tausend Male gespielt habe, ist und wird immer bleiben, Something Stupid.

Weil?

Weil das tatsächlich die erste Nummer war, ich war damals gerade bei der Militärmusik Steiermark, das war die erste Nummer, die ich von Global Cleaner gehört habe. Und die war damals so geflasht from this Kombi, from this new sound and from the number on it, and it's even my Lieblingsnummer.

Martin, when you're in the studio and you have so many sounds created and welcome. Hast du da ein spezielles Setting, which du spielst, um genau this Global Grinders Sound zu produzieren?

Yeah, in der Phase before, 2013 habe ich mit meiner klassischen Bassposaune gespielt und bin auf der Bühne gestanden. Und wie wir uns jetzt wieder getroffen haben, oder zur ersten Probe getroffen haben, bin ich rein aus Spaß mit meiner Tenorposaune dorthin gefahren und habe gemerkt, es ist echt funny, mit der Tenorposaune die Globalcrunner Sachen zu spielen.

Und der Sebastian Fuchsberger hat ja so eine etwas modifizierte Tenorposaune damals gespielt und das ist mir irgendwie immer ein bisschen im Hinterköpfchen geblieben. Und nachdem mir das so Spaß gemacht hat, habe ich mit dem Musiker Scharrtl Kontakt aufgenommen, die damals auch die Posaune von Sebastian gebaut haben.

Und wir haben es jetzt tatsächlich geschafft, eine auf Global kleiner zugeschnittene Posaune zu kreieren. Und zwar ist das einfach eine Tenorposaune von der Mensur her und von der Grundbauweise, jedoch bestückt mit zwei Ventilen, wie bei einer Passposaune. Das heißt, dass die Zubewege einfach kürzere sind und man in gewissen tiefen Lagen leichter runterkommt, jedoch mit dem Knack der Tenorposaune.

Und das macht einfach wirklich Riesenspaß mit dem Ding jetzt da zu spielen und es ist eben auch die acht Nummern, die schon eingespielt wurden, sind schon mit dieser Posaune gespielt worden.

Okay, dann nehme ich ganz kurz mit als Trompeter, warum macht auf eine Tenorposaune das mehr Spaß? Weil es mehr knackt.

Genau, weil die Mensur einfach ein bisschen kleiner ist und es knackt einfacher.

Okay, dann bin ich sehr gespannt, wenn die anderen sieben Titelfolgen, wie der Sound ist von der Posaune, da werde ich jetzt nochmal extrem drauf hören und mir natürlich die alten Alben dann nochmal zum Vergleich herziehen, um zu gucken.

Kann man gerne machen. Also es wird sicherlich immer wieder unterschiedlich sein. Erstens einmal, wenn unsere Personen gespielt haben, immer anderes Material gespielt wurde, aber der Grund, glaube ich, keiner Sound wird natürlich bleiben.

Aber für die Material-Nerds da draußen, wenn wir jetzt schon dabei sind, welches Mundstück spielst du? Verpönte Frage, aber jetzt sind wir schon dabei.

Das ist noch die etwas offene Reise, die Mundstückreise. Da bin ich noch nicht ganz hundertprozentig stabil. Bin aber noch am Testen und am Probieren. Ich habe eigentlich wirklich seit Beginn meines Studiums immer auf der Passposaune das gleiche Mundstück gespielt. Yamaha 59. Und wenn ich Zenaurposaune gespielt habe, bin ich auf Yamaha 51 gewechselt.

Das mache ich jetzt auch, wenn ich immer noch, wenn ich eben mit meiner neuen Posaunenkreation da jetzt im Zena-Posaunen-Bereich spiele, ist es immer noch, dass 51 eingespielt wurde jetzt mit Yamaha 58, aber da bin ich noch nicht 100% happy damit. Da bin ich noch ein bisschen am Tüfteln. Ist für mich auch eine komplett neue Welt, weil ich eigentlich immer stabil war mit meinen Mundstücken und immer zufrieden.

Aber jetzt merke ich, okay, gut, da kann ich jetzt ein bisschen nachjustiert und da muss ich jetzt ein bisschen tiefer in die Materie eintauchen.

Das Musikbusiness hat sich ja auch geändert jetzt in zwölf Jahren. Alben sind ja jetzt, eigentlich gibt es die so nicht mehr, man bringt ja nur noch Singles raus und die wandern irgendwann ein Album, Instagram spielt eine Rolle. Merkt ihr das schon? Oder also habt ihr das im Blick, dass ihr jetzt auch Instagram mehr bespielen müsst?

Oder glaubt ihr, das braucht man dann doch nicht, weil ihr ja eigentlich euren Namen schon habt?

Unbedingt. Das ist ein Aspekt, den man absolut nicht in den Schatten stellen darf in der heutigen Zeit. Da hat sich ganz viel getan, so wie du sagst. Es gab vor 13 Jahren schon einen Glowcriner Facebook-Account, wo gepostet wurde, aber jetzt sicherlich nicht, mit der Wichtigkeit, die dieser Social Media Aspekt in der heutigen Zeit hat.

Deswegen auch dieser neue Instagram-Account und die Reichweite und gerade die jüngere Generation, die Glowcriner tatsächlich nicht kannte. Um diese zu erreichen, das ist schon äußerst wichtig.

Du hast vorhin schon auch gesagt, damals, als das Ganze losging, 2004, hatte die Obergriner Musik jetzt nicht so eine große Stellung mehr. Jetzt haben wir in den letzten Jahren ja das Wurztag der Blasmusik, da wart ihr ja auch noch zu Gast damals. Das ist ja deutlich größer geworden mittlerweile. Sascha Ausenick ist da festgesetzt irgendwie.

Also Obergrainer Musik ist ja jetzt schon wieder in. Kannst du dir erklären, woher das kommt?

Das ist jetzt meine persönliche Theorie. Aber wo wurde vor 20 Jahren, vor 25 oder 30 Jahren die Oberkrainer Musik aufgeführt? Die Hauptlocation der obergriner Musik war das Bierzelt. Und so wie sich diese Musik verändert hat, hat sich auch in einer gewissen Weise diese Bierzeltkultur verändert. Und natürlich, wenn es im Bierzelt 90% darum geht, die Krüge hoch und ein Brossit, dann wird es natürlich immer mit einem gewissen gewissen negativen Gewitterwolke behaftet sein.

Und ich glaube, deswegen hat auch diese Musik in einer gewissen Weise diese Richtung eingeschlagen und wurde dann irgendwann nicht mehr als Anführungszeichen salonfähig angesehen. Das ist die Musik, die ins Bierzelt gehört. Und dann kam schon, also ich möchte jetzt nicht Gloralkraner alleine als die großen Propheten nach vorne stellen und sagen, wir haben das verändert.

Es war vielleicht ein Anstoß in diese Richtung. Aber wenn man die Tendenz und die Entwicklung der letzten Jahre anschaut, dann ist im Grunde genommen genommen genau die Grundidee von Global Kriner weitergeführt worden. Weil es war ein absolutes No-Go in einer traditionellen Volksmusikbesetzung eine Oberkrine-Nummer zu spielen.

Das macht man in der Volksmusik nicht. Wenn man heute jedoch hergeht und einmal so ein bisschen durch YouTube schlendert oder man ist auf diversen Festivals unterwegs. Was passiert bei gewissen Gruppen, siehe Würdermusi, siehe Postwirtmusi und wie sie alle da heißen, die sind alle hergegangen und haben Oberkrainernummern, sei es Original-Oberkreiner, sei es Nummern der Katze Spatzen oder der Musikirchner hergenommen, weil einfach die Melodien einfach super coole Melodien sind und haben die einfach in ihren Klangspektrum und in ihren Sound eingebaut.

Und somit findet da schon eine absolut coole Verschmelzung statt, die ganz wichtig ist, damit man eben, das, was ich ganz am Anfang angesprochen habe, diese Schubladenthematik sich ein bisschen in ein großes Kästchen weiterentwickelt. Und die Oberkreine Musik hat sich schon auch an sich weiterentwickelt, weil die Gruppen sind immer weniger worden, die Bierzeltkultur ist zurückgegangen.

Und die Gruppen, die übergeblieben sind, sind jedoch der Großteil qualitativ sehr hochwertig und haben sich wirklich perfektioniert. Siehe Oberkreiner Power, Lungauer und auch die Muskirchner zum Beispiel in den Glanzzeiten. Es gab dann wieder Konzerte dieser Gruppen, um die Oberkleinermusik als konzertante Musik wieder ein bisschen in das richtige Licht zu rücken.

Und ja, das ist sehr wichtig und gut, dass sich diese Szene wieder so entwickelt hat, um dann natürlich als Pünkt hin am I den Enkel von Slauko Aussenig auf die Bühne zu stellen, der selber ein unglaublich guter Musiker ist und das auch schon mit seinem Ensemble da wieder frischen Wind bringt, das ist schon ein großes Kino und sehr wichtig für diese Szene.

Wo glaubst du die Reise generell jetzt noch hin? Also auch in der Blasmusik-Szene, du hast ja schon gesagt, die Grenzen sind ja jetzt schon deutlich aufgeweichter. Also die einen spielen auch das von den anderen und man integriert das. Wo glaubst du, geht das alles noch hin?

Gute Frage. Ich glaube, die Reise ist generell, so wie es in der heutigen Zeit ist, eine sehr schnelle. Und die Tendenz, die schon spürbar ist, ist einfach die, dass die Musik immer mehr sehr qualitativ hochwertiger wird, weil einfach die Ausbildungsmöglichkeiten und die Sichtweisen sich der jungen Musiker einfach ausweitet und einfach unglaublich gute Musiker da immer wieder hervorschießen.

Also ich glaube jetzt nicht, dass die Qualität darunter leiden wird. Das glaube ich nicht. Ich hoffe nur, dass der Aspekt Musik so bleibt, dass es auch weiterhin um ein Miteinander geht und nicht um dieses Konkurrenzdenken, das es leider immer wieder mehr auftritt. Es soll ums Miteinander gehen. Und das, glaube ich, ist das Wichtigste, dass diese Szene das aufnimmt und so weiterverfolgt.

Und die Musik ist und bleibt und wird immer ein Kreativprozess bleiben, den man schwer beeinflussen kann. Das passiert einfach. Welche Richtung das einschlagen wird, können wir schwer beeinflussen. Ich glaube, das ist einfach ein Prozess, der einfach passiert.

Haben sich eigentlich neben Fans auch Musik aus der Szene gemeldet auf euer Comeback?

Ja, komplett. Komplett. Und das ist auch unglaublich schön zu hören und zu sehen, dass sich Kollegen aus der Szene melden, die voller Freude sind, dass wir wieder spielen. Es wurde zum Beispiel jetzt bei uns in der Steiermark auf Initiative unseres Landeskapellmeisters Peter Meyerhofer die Braspin Steiermark ins Leben gerufen.

Und es war mitten in der Probenphase der Braspin Steiermark, wie die Info rausgekommen ist, dass wir mit Glowcriner wieder spielen. Und ja, die Wiedersehensfreude der Band bei den Kollegen war einfach unglaublich. Also man hat gemerkt, es sind alle froh und an ihrem Wand gibt es Karten und wo gibt es Konzerte und das ist schon richtig cool, wenn auch in der Szene das dementsprechend ankommt und die Vorfreude da ist.

Worauf können wir uns live freuen? Also auch so Bühnenshow-technisch? Habt ihr da schon, seid ihr schon so weit oder seid ihr erst noch im Albumprozess?

Wir sind eindeutig noch im Albumprozess, weil man mag gar nicht glauben, an was es alles zu denken gibt, wenn man eine Band nach zwölf Jahren wieder abstaubt und auf die Bühne bringen will. Also es sind im Hintergrund unglaublich viele organisatorische Sachen zu erledigen gewesen, wo ein Riesendank unserem Christoph gilt, der da wirklich Unglaubliches geleistet hat und immer noch leistet.

Aber wir sind noch nicht in Richtung Bühnenshow unterwegs. Wir wissen, wir sind uns bewusst, die Zeit läuft nicht langsamer und wir müssen schauen, dass wir auch das auf die Bühne bringen oder auf Spur bringen. Aber das wird auch passieren, aber soweit sind wir noch nicht. Aber auf eine Frage zurückzukommen, auf was man sich freuen kann, man kann sich auf eine unglaublich charismatische und qualitativ hochwertige Sängerin freuen, die uns in der ersten Reihe alle verkörpern wird.

Und man kann sich auf typische Coversongs im Clowkriner Kostüm wieder freuen. Wir haben da kaum was verändert am Sound und am musikalischen Witz. Und man kann sich auch eindeutig, wie vorher schon angesprochen, auf auch auf eigene Songs freuen, die wir da erarbeitet haben, teilweise auch mit neuen Grooves und haben da ein bisschen herumexperimentiert, was ist in der Oberkranerbesetzung eigentlich alles möglich.

Und da sind echt coole Sachen passiert, wo wir wirklich Freude daran haben und auf das kann man sich wirklich freuen.

Da bin ich sehr gespannt. Ihr habt ein paar Termine schon veröffentlicht, wenn ich es jetzt richtig im Kopf habe, ich habe es nicht mehr nachgeguckt, waren das ja alles Termine in Österreich. Stehen schon Termine auch in Deutschland fest?

Tatsächlich noch nicht. Gibt es noch keine Deutschland-Termine, weil wir im 2026er Jahr gesagt haben, unsere Comeback Tour, die Second Love Tour, wird es jetzt erstmal in Österreich geben, in jedem Bundesland ein Konzert, in Niederösterreich zwei, was relativ weitflächig ist. Und Deutschland wird schauen, was das Jahr 2027 bringt.

Schade, da muss man da so lange warten.

Ja, aber das Deutschlandnäheste, sage ich mal, wäre Dornbirn, wo ich alle süddeutschen Freunde nur einladen kann, aufgrund der wirklich coolen Location und der sehr sympathischen Fahrenstalters.

Das natürlich jetzt aus Mainz trotzdem nicht so leicht zum Fassen. Seid ihr am Woodstock dabei? Das wissen wir noch nicht. Das steht noch in den Sternen. Okay. Also wenn ihr da seid, dann würden wir uns vielleicht da sehen. Ihr seid ja Interviewprofis, zwar vielleicht eher aus der letzten oder aus der ersten Generation quasi.

Aber was wurdest du noch nie in einem Interview gefragt und hast so gern mal erzählt? Boah, gute Frage. Weil das wäre jetzt eine Chance.

Das ist meine Chance. Also wenn ich das jetzt rückblickend so betrachte, dann bin ich eigentlich schon relativ viele Sachen gefragt worden. Und habe jetzt nicht wirklich das Bedürfnis, mich so ins Licht zu rückhängen und zu sagen, das muss jetzt unbedingt vom Timmel rausgefordert werden. Habe jetzt nicht großartig das Bedürfnis, aber danke fürs Angebot.

Okay, dann kommen wir zu den letzten Fragen. Was würdest du gerne mal tun, hast dich aber bisher nicht getraut zu machen.

Auf was bezogen?

Auf alles. Das muss gar nicht musikalisch sein. Das darf natürlich musikalisch sein, aber das darf alles jetzt sein.

Trauen, Trauen, Mut. Ich glaube, das, was ich unbedingt machen wollte, das habe ich mich auch getraut zu tun. Und zwar ist es dieser Weg in die Selbstständigkeit. Und der Weg in eine Selbstständigkeit, wo realistisch runtergebrochen kaum Fachwissen vorhanden war. Und der Weg und die Reise eine sehr riskante war, ich jedoch so davon überzeugt war, dass ich nie Angst davor hatte.

Eher der Tatendrang und der Wille, das Wissen einzusaugen und Neues zu lernen, für mich im Vordergrund gestanden ist. Und das ist eigentlich das, was ich immer machen wollte, und was mir auch in einer gewissen Weise erfüllt habe. Und dass jetzt der Zufall so ist, dass Global Crunner in meinem Leben wieder auftaucht, weil das muss ich ehrlich gestehen, Global Crunner war für mich mein, so wie es die Fans sagen, mein musikalisches Heimkommen.

Das sind so viele Aspekte ineinander verschmolzen, dass ich mich da einfach zu 100% wiedergefunden habe. Und diese zwei Aspekte jetzt in meinem Leben so vereinen zu können, das ist schon ein sehr großes Privileg und weiß ich schon mehr als zu schätzen.

Okay. Was ist deine schlechteste Angewohnheit?

Meine schlechteste Angewohnheit ist die, äußerst selten Nein sagen zu können.

Okay. Welches Buch bzw. welchen Film sollte man mal gelesen oder geschaut haben?

Huh, ich bin ein sehr selten fernschauender Mensch. Deswegen würde ich mich jetzt gar nicht auf großartig einen Film festlegen. Buch in meinem Fall, ich kann jetzt leider den Autor des Buches nicht verraten, er fällt mir jetzt nicht ein. Aber ich habe vor einem knappen Jahr das Buch dreimal gekauft. Für mich, für eine Freundin von mir und für einen sehr guten Freund von mir.

Und der Titel, vielleicht ist das Buch ein bisschen ein Tipp für viel beschäftigte Menschen, die sich wünschen, der Tag hätte 26 Stunden. Und zwar trägt das Buch den Titel Nein sagen. Und ja, sollte man etwas mitnehmen daraus, ob es gelingt oder nicht, ist dann die große Frage.

Okay, welche Aufnahme sollte man sich unbedingt mal angehört haben?

Alle von Global Crowner.

Okay. Dazu habe ich eine Frage. Ich weiß aber nicht, ob du das beantworten kannst oder darfst du. Warum findet man nicht mehr alle CDs von euch auf Spotify?

Ah, das ist eine gute Frage, die ich dir nicht beantworten kann, weil ich es nicht weiß. Ah, okay, gut.

Gut. Das hat vielleicht irgendein Grund. Weißt nur du das nicht oder wisst ihr das nicht?

Das weiß der Christoph bestimmt und ich weiß es nicht.

Abschließend, was sind deine privaten Wünsche und die Wünsche für die Blasmusik-Szene?

Für die Blasmusik-Szene, also meine privaten Wünsche, für mich haben sich so viele Wünsche in meinem Leben zum Glück erfüllt und da bin ich sehr froh darüber, dass ich in dieser glücklichen Lage bin, weil ich weiß, anderen Menschen geht es sicherlich anders. Und für mich ist es wichtig, dass ich gesund bleibe.

Das ist das Wichtigste und dass man gute Menschen um sich hat. Das ist für mich persönlich das Wichtigste und dass man zwischenmenschlich gut miteinander auskommt und da nicht sinnlos Streit hervorruft, der eigentlich irrelevant ist. Und für die Blasmusikszene wünsche ich mir, so wie ich es vorher schon gesagt habe, dass es ein großes Miteinander bleibt.

Es ploppen immer mehr diese Wettbewerbsaspekte auf. Natürlich fahre ich Abend meine Schüler zu Wettbewerben, weil das in einer gewissen Weise schon auch wichtig für Schüler ist. Für mich schwebt da trotzdem immer wieder ein bisschen so ein Fragezeichen darüber, warum muss man sich in der Thematik Musik, wo es eigentlich ums Miteinander geht, matchen.

Und das ist für mich ein bisschen ein Fragezeichen. Aber wie gesagt, ich würde mir wünschen, dass es ein großes Miteinander bleibt und dieses Miteinander immer größer wird. Du hast es vorher angesprochen. Eines der besten Beispiele ist das Woodstock der Plasma, wo man sieht, es sind zigtausende Leute dort, feiern sich gegenseitig, feiern gute Musik auf den Bühnen und es ist wirklich ein gewaltfreies und harmonisches Miteinander einfach.

Das sind schöne Schlussworte, die nehme ich. Martin, vielen lieben Dank, dass du dir in deinem sehr arbeitsreichen Tag, wenn du selber schon sagst, du brauchst ein Buch, um Nein zu sagen, wenn man 26 Stunden haben will, dir trotzdem Zeit genommen hast, hier so ein bisschen über euer Comeback zu sprechen.

Vielen lieben Dank.

Ich sage danke für die Einladung. Ich habe mich sehr gefreut und bedanke mich, glaube ich, auch im Namen aller Bandkollegen, dass du uns die Bühne deines Podcasts gegeben hast.

Sehr gerne. Das war die Folge mit Martin Temmel. Vielen Dank, dass ihr bis hierhin gehört habt. Wenn ihr Gästewünsche, Themenvorschläge habt, dann schreibt mir doch entweder über Instagram oder in die Kommentarfunktion bei Spotify oder bei Apple, denn da gehen die Sachen nicht so schnell unter. Und ich bin sehr gespannt, wenn ihr gerne mal hier als Gast sitzen hättet.

Den Link für den Newsletter findet ihr in den Shownotes. Ich bedanke mich bei Leander Machern für den Schnitt, bei Dirk Mattes für die Musik und freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal wieder dabei seid. Macht gut, euer Andi.

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