OstwestFälle - der True-Crime-Podcast der Neuen Westfälischen
„Selbst schuld“: Mann schlägt in Lemgo brutal auf seine Ex-Frau ein
Donnerstag, 7. Mai 2026 · 25 min
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Shownotes
Der Ehemann verkraftet die Trennung von seiner Frau nicht, greift sie aus dem Hinterhalt an und schlägt mit einem schweren Werkzeug auf sie ein. Vor Gericht gibt er der Lemgoerin die Schuld an seiner Tat.
Der Ex-Mann einer Lemgoerin ist bereits während der Ehe gewalttätig, kontrolliert sie und spricht Drohungen aus: „Wenn du dich trennst, wirst du das nicht überleben.” Als sie den Schritt zur Trennung wagt, lauert er ihr auf, stößt sie vom Fahrrad und schlägt mit einem Radmutterschlüssel auf sie ein. Zeugen greifen ein, die Frau überlebt den Angriff doch nicht ohne Folgen.
Ostwestfälle S4 | E34 „Selbst schuld“: Mann schlägt in Lemgo brutal auf seine Ex-Frau ein
Gast: Rechtsanwältin Stefanie Höke
Redaktion: Verena Freiberg
Gestaltung: OWL Digital
Mehr zur Serie “OWL-Crime” findet ihr auf unserer Themenseite.
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Er hat versucht sich zu isolieren, wollte eben nicht mehr, dass sie mit Freunden sich trifft. Auch zur Familie sollte sie keinen Kontakt mehr haben. Dann hat er ihr vorgegeben, dass die immer den gleichen Weg zur Arbeit nehmen musste und selbst wenn sie mal fünf Minuten später zu Hause war dann gab es schon den größten Stress wo sie war.
Der hat über Jahre häusliche Gewalt erlebt. und wirklich das er sie einfach komplett zum einen manipulieren wollte und zum anderen komplett überwachen wollte und so sollte keinen Schritt alleine tun. der True Crime Podcast der Neuen Westfälischen. Wir sprechen mit Opfern, Zeugen, Richterinnen und Richtern – und mit den Berichterstatterninnen und Berichtersstattern der NW.
Spannend, nahe und made in OWL! Im Herbst-Zw.a. lauert ein Mann seiner getrennt lebenden Ehefrau in Lembo auf. Mehrmals schlägt er mit einem schweren Werkzeug brutal auf sie ein. Passanten können ihn schließlich vertreiben. Noch lange nach der Tat leidet die Frau an Panikattacken hat Angst vor neuen Angriffen, denn der Täter taucht unter bleibt jahrelang verschwunden.
Schließlich wird er doch noch geschnappt und vor Gericht gestellt. Doch das Urteil lässt die betroffene Frau und ihre Anwältin ja fassungslos zurück. Warum? Das erklärt uns jetzt besagte Anwältin. und damit herzlich willkommen zu den Ostwestfällen! Mein Name ist Birgit Gottfahrt und ich begrüße rechtherzig die RechtsanwältIn Stefanie Höke.
Hallo Stefanie Ja hallo Stephanie, du wirst es öfteren auch hier bei uns als Opferanwältin tituliert. Siehst Du Dich auch so oder wirst Du dadurch reduziert auf einen Teilbereich Deiner Arbeit? Nein also Reduzierung sehe ich das jetzt nicht und Ich kann mit der Begrifflichkeit auch gut leben weil ich mich da doch eher für die Betroffenen einsetze und vielleicht in zum Teil eine Stimme gebe.
Kommen wir jetzt auf unseren Fall zu sprechen. Nervös, wippt die dreiundvierzigjährige Mutter zweier Kinder mit den Füßen im Zeugenstand auf und ab. Das Atmen fällt ihr sichtlich schwer aber sie muss gegen ihren Ex-Mann aussagen. Stefanie Sohn hat das eine NV-Kollegin beschrieben, die damals mit dem Verhandlungssaal saß.
du hast die Frau vor Gericht vertreten. Aber bevor wir auf den Prozess zu sprechen kommen würde ich dich bitten uns zu erklären was deiner Mandantin in diesem Donnerstag morgen Im Jahr zwanzig passiert ist. Ja, sie waren wie üblich in üblichen Weg zur Arbeit. Morgens um sieben und eben in Lemko. Und plötzlich hat dann der ex-Ihrmann mit seinem Pkw erkannte ja den Weg angehalten und aus dem Hinterhalt im Endeffekt mit einem Radmutterschlüssel, den er aus dem Auto mit rausnahm, mehrfach auf ihren Kopf eingeschlagen laut Anklage zwanzig Mal.
Zeugen haben da im Endefekt eingegriffen Zivilcourage bewiesen und konnten damit eigentlich ja den Tod von ihr wirklich verhindern. Der ex-Ehrmann Täter hat dann von ihr abgelassen, ist geflohen! Und da ist der wichtige Punkt, er ist tatsächlich in die Türkei geflogen und war dementsprechend auch erst mal wirklich drei Jahre lang für die Justiz nicht zu greifen und das Verfahren wurde eingestellt.
Oh okay... Wie schwer ist deine Mandantin bei dem Angriff verletzt worden in so ein Radmutter, Schlüssel ist ein schweres Werkzeug. Und wenn da jemand zwanzigmal auf jemanden einschlägt? Auf den Kopf! Welche Verletzungen hatte sie da? Sie hatte tatsächlich noch Glück, dass sie nur drei Platzwunden am Kopf davontrug und einzelne Hämatome.
Das hätte also wesentlich schlimmer ja ausgehen können. Was allerdings eben das Belastende eher ist immer die physischen Schäden sind meist schnell behoben. was bei ihr blieb waren Und das war natürlich die Panikattacken, Schlafprobleme. Eine posttraumatische Belastungsstörung, die sie davon getragen hat und eben immer die Sorge.
diese drei Jahre kommt er wieder und vollendet die Tat. Klar! Boah was muss das für die Frau für eine viele Belastung gewesen sein? Was hat denn der Täter zu seiner Verteidigung gesagt? Warum hat er das gemacht?! Ja, das waren fadenscheinige Angaben im Endeffekt. Da hat Bobka keine Reue gezeigt und hat ihr eher noch die Schuld an seiner Tat gegeben, dass das da einmal aus ihm ausgebrochen sei.
Aber sie habe das Ganze eben verursacht, dass er überhaupt wütend geworden sei, dass sei ihrem Verhalten geschuldet. Sie haben ihn emotional und materiell fertig gemacht. Sie habe ihn um angeblich achtzigtausend Euro betrogen ein Kind mit einem anderen gezeugt ein Embryo illegal getötet und Lügen bei der Polizei und dem vermehren Umfeld über ihn verbreitet.
Schön, fand ich auch den Satz. Jedes Mal ist der Mann der potenzielle Schuldige wenn er eine Frau schlägt. Ich glaube das hat ja auch gesagt? Ist das richtig? Ja es ist richtig genau! Also wollte so ein Täter-Opferumkehr paar Exzellenz da starten und eben dass die Frauen generell die Bösen sind und nicht die Männer und dass in unserer Gesellschaft gerade ins Gegenteil verkehrt wird.
Es hört sich nicht nach Reue sondern nach Rache an kann man sagen. Er hat ja auch gesagt, er hätte ihr nicht aufgelauert. Ist das so? Nein, das ist ganz klar hat er ja aufgelauert. Es gab ja im Endeffekt für ihn gar keine Notwendigkeit da an der Stelle überhaupt zu halten und es ist ja auch nicht aus dem Effekt.
also er kannte den Weg weil er ihr den eigentlich vorgegeben hat Den sie immer zur Arbeit nutzen musste sollte immer den gleichen Weg fahren. Er wusste genau welchen weg Sie nahmen Und hat dann eben aus dem Gebüsch heraus. Also mehr als aufhören Ja genau genau also aus dem gebüsch sprang er plötzlich hervor mit diesem Rad dass sie so bewaffnet.
Stefanie, kommen wir mal auf deine Mandantin zu sprechen? Was kannst du uns über sie erzählen und wie die Ehe auch lief? Ja, also die haben sich online kennengelernt. Dann ist er aus der Türkei nach Deutschland zu ihr eben nach Lemko verzogen und sie hat das so gestellt, dass es nach einem Jahr nach Ehe-Schließung im Endeffekt er sich verändert habe.
Er hat versucht sich zu isolieren. Er wollte nicht mehr, dass ihm Freundinnen sich trifft. auch zur Familie sollte sie keinen Kontakt mehr haben. dann hat er ihr vorgegeben, dass sie immer den gleichen Weg zur Arbeit nehmen musste und selbst wenn sie mal fünf Minuten später Zuhause war Es gab schon den größten Stress, wo sie war.
Er hat immer wieder unterstellt, dass Sie mit anderen Männern Geschlechtsverkehr haben und andere Männer attraktiver und besser finden würde als ihn. Das war auch da, wie man oft über jahre häusliche Gewalt erlebt. Und wirklich, dass er sich komplett zum einen manipulieren wollte und zum anderen komplett überwachen wollte.
Und so sollte keinen Schritt alleine tun. Kontrolliert! Absolut. Von vorne bis hinten? Mhm. Die beiden haben sich im Jahr twohntausendsechzehn kennengelernt, haben die Kinder? Nein. Ah ja! Weil es war ja die Sprache irgendwie davon das ... äh, nein. Wann hat sich deine Mandantin dann getrennt und wie lief die Trennung ab?
Ja, sie hat irgendwann, das ist ja immer so dieses Lösen auch schwierig. Man ist auch irgendwie finanziell miteinander verwoben. Sie hat eben dann erst im Jahr zwei Tausend Neunzehn geschafft sich zu trennen und wie sie sagte dass die aus diesem Teufelskreis einfach nicht raus kamen. Hat da auch erstmal eine gemeinsame Bäckerei zusammen also geschäftlich miteinander irgendwie verwoben.
Und für sie war es auch die zweite Ehe und das war auch nochmal ein Thema für sie. Wie komme ich in meiner eigenen Gesellschaft an jetzt? nochmal eine Scheidung. Und das waren ganz viele Punkte, die sie auch davon abgehalten haben und natürlich schon vorab. Wie ist dir seine Reaktion wenn sich wirklich trennt?
Weil das hat er ja immer wieder angedroht. Trennst du dich, das wirst du nicht überleben. Gab es in der E-Gewalt? Ja. Diese Sorge war berechtigt von ihr. Das war im Jahr zwei Tausend Neunzehnte hat sich getrennt. ein Jahr später lauert der Ex-Mann ihr dann auf Dass er der Täter ist, da ist nichts dran zu rütteln.
Aber es wurde viel später festgenommen und das Verfahren war vorher eingestellt worden. Es wurde ermittelt... Und dann wurde es wieder eingestellt? Genau, weil er eben ins Ausland geflohen ist und solange irgendwann in die Staatsanwalte bei den Ermittlungsbehörden den Täter nicht ausfindig machen können.
Dann wird ein Verfahren einfach vorläufig eingestellt bis der Täter irgendwann wieder greifbar ist. Da wird das Verfahren fortgeführt. So hat dieses Verfahren drei Jahre geruht, weil sie sich im Ausland aufgehalten haben. Wie ist er dann entdeckt worden? Er ist ja irgendwann mal festgenommen worden. Ja, genau!
Es versucht hatte er über ein Kosovo wieder einten zu reisen und da natürlich nach ihm gefahndet wurde, wurde er dort festgesetzt. Ach so, und dann wurde er quasi ausgeliefert und überstellt nach Deutschland. Genau. Aha okay... Gut wir sind jetzt im September zwanzig, der Mann sitzt in Uhaft und der Prozess vom Landgericht Detmoldt beginnt kurze Zeit später.
Hast du da den kennengelernt oder schon vorher? Nee, schon vorher. Die habe ich eben drei Jahre zuvor kennengelernen nach der Tat. Ah ja! Okay... Und war sie jetzt froh, dass Bewegung in den Fall kam? Weil die hat ja drei Jahre gesessen mit der Sorge und er kommt wieder und bringt mich um. Genau, genau.
Das war für Sie natürlich erst mal als sie das hörte. Leider auch ein bisschen unglücklich gelaufen. Es hat sich aus der Presse erfahren. Nein! Ja, man lacht ihn so. Also es ist ja eigentlich überhaupt nicht zum Lachen. Ich hab dann bei der Staatsanwaltschaft angerufen was ist denn da los? Das tut uns wahnsinnig leid das ist irgendwie verpeilt worden und das sollte ja eigentlich jemand sie zuvor anrufen Und Sie hatte mich nämlich angerufen.
so kam wieder rauf die lasse in der Presse dass eben Ja das passte auf Ihren Fall und er ist jetzt festgenommen worden. Ist er das wohl? mit dem? mit der Anfrage ist sie an mich ran getreten und Dann konnten wir das ja schnell eben uns bestätigen lassen. Und dass der Prozess dann begonnen hat, das war für sie zum einen ganz wichtig.
Für die Aufarbeitung und zum anderen, dass sie wusste okay Sie konnte als erste Mal wieder ein bisschen ruhiger schlafen weil sie wussten er ist jetzt in der JVA und es geht keine Gefahr von ihm zu diesem Zeitpunkt aus. Gut kommen wir auf den Prozess zu sprechen. Wie lautet eigentlich die Anklage gegen ihn?
Die Anklages lautete eben Versuchtermord In Tarteinheit mit gefährlicher Körperverletzung Versuchter Mord in Tarteinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Also wenn ich jemanden umbringen will, will ich den auch verletzen oder verletze ich ihn normalerweise auch? Warum wird das speziell dann noch mal?
Ja weil es verschiedene Tathandlungen waren von ihm und da... Zumindest das Mordmerkmal. Das hatte man auch hier schon gesehen, weil er eben die Heimtücke des Ausnutzen von Ack und Wehrlosigkeit ... Dadurch dass ja aus dem Gebüsch mit dem Radmutterschlüssel auf sie zugelaufen kam war das Mordschüssel so gesehen schon erfüllt.
Ich sag mal noch, weiter auf sie eingeschlagen. Wie wir eben schon sprachen, zwanzigmal ... Da waren halt viele von diesen Schlägen gar nicht im Endeffekt, dass die dazu geführt hätten, dass sie daran verstirbt. Ach so und deswegen gefährliche Körperverletzung? Ah! Ich möchte einmal kurz auf Mordmerkmale zu sprechen kommen.
in diesem Fall ist es Heimtücke Es gibt aber einige mehr. Ja Kannst du dir uns mal ein bisschen auseinanderklammern sein? Also es gibt eben drei verschiedene Gruppen, das ist einmal die Mordlust. Den Mord zu begehen zur Befriedigung des Geschlechts-Triebs Habgier, wenn ich durch den Mord im Endeffekt einen Vermögen generieren kann und sonstige niedrige Beweggründer.
darunter fällt oftmals Eifersucht. momentan fallen auch die Femizide immer noch darunter. Dann haben wir als zweite Gruppe, das ist eigentlich die Verwerflichkeit bei der Tatbegehung. Da haben wir die Heimtücke eben auf grausame Art und Weise oder durch gemeingefährliche Mittel. Und die dritte Gruppe die wir haben, dass es einfach mal ein Mord begeht zur Ermöglichungen oder Verdeckung einer anderen Straftat.
Also nach diesen Gesichtspunkten geht das Gericht dann vor und verurteilt die Täter. Okay, Stefanie ich hatte ganz zu Anfang ja schon erzählt wie meine Kollegin deine Mandantin vor Gericht erlebt hat als sie gegen ihren Ex-Mann aussagen musste und ihr fiel das sichtlich schwer... Wie hast du deine Mandatinnen vor?
Gericht erlebt? Ja, das kann ich natürlich nur so bestätigen. Das ist ja auch das was man sich dann immer vor Augen führen muss. Die Tat lag schon lange zurück über vier Jahre und da ist sie ihm das erste Mal wieder begegnet. Das Problem ist dass wir weiterhin keine audiovisuelle Vernehmungen haben bzw.
die Videovernehmung und dann die Betroffenen wirklich dem Täter im Gericht dagegen übersetzen vorher gesprochen und sagte mal, ich weiß gar nicht ob ich das schaffe. Das war schon sehr bewegend für sie klar. Und der Angeklagte? Wie hat er sich vor Gerichte gegeben? Also zu seiner Einstellung hast du ja vorhin schon was gesagt.
Hat er das so vor Gericht auch noch einmal wiederholt? Ja also eigentlich als ob er da sitzt. völlig zu Unrecht, dass man hier ihn als Justizopfer doch wahrnehmen soll Mundchemnologen und er säßte da, und hätte einmal irgendwie zugeschlagen. Aber das wäre es auch gewesen und das wär nicht weiter wild!
Und im Endeffekt ja immer wieder dass sie ihn ja dazu gebracht habe. Also keinerlei Einsicht? Nichts. Okay... Dass er der Täter ist, ist unstrittig und er isst wegen versuchten Mordes in Tatanheit mit gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Wie hat das Gericht letztendlich entschieden? zu was wird der Mann verurteilt?
Ja, es ist genau aufgrund der Anklage dann zu sechseinhalb Jahren Haftstrafe verurteilt worden. Was hattest du damals gefordert? Und auch die Staatsanwaltschaft? Staatsanwalt und ich hatten zehn Jahre Haft geforderd weil wir eben gesagt haben dass ja eben zum einen noch die Heimtücke und niedrige Beweggründe gegeben sind und weil man eben nochmal vielleicht mehr darauf abzuzielen musste auch das er ja die Trennung eigentlich nicht von ihr ertragen hat so dass wir eigentlich auch noch dieses zweite Mordmerkmal Beweggründe als erfüllt angesehen haben.
Er hat die Trennung nicht ertragen, hat weiterhin diese Frau einfach als seinen Besitz angesehen und hat dann gesagt so wie sie hat nicht das Recht sich von mir zu trennen. also wir wollten da schon ein bisschen mehr. auch eben ich meine die Flucht alles wenn man das in Summe sieht die Tatbegehung da ist er eigentlich wenn man es mal so will gut bei weggekommen.
ja der war ja Staatsanwaltschaft neben Klage war sich da einig. sechs Jahre. warum ist das Gericht doch recht deutlich unter... Deiner und auch der Forderung, dass Staatsanwaltschaft geblieben war. Sechs Jahre ist jetzt nicht wirklich viel? Ne, das ist richtig! Ja die haben das im Endeffekt... Also die taten sich ein Stück weit schon schwer, also niedrige Weggründe haben sie nicht als gegeben angesehen.
Und dann haben die es in erster Linie darauf abgestellt Dass eben keine lebensbedrohlichen Verletzungen vorgelegen haben Das eben nur die drei Platzwunden am Kopf und einzelne Hematome Die verletzungsfolgen waren Und deswegen haben die da im Endeffekt gesagt, eine höhere Haftstrafe benötigt das hier nicht.
Aber das ist doch nur Zufahr gewesen, dass deine Mandante nicht schwerer verletzt! oder getötet wurde, weil wenn ich mit so einem schweren Werkzeug auf den Kopf schlage. Das war ja wirklich nur Zufall? Ja absolut! Zufahl, Glück, egal wie wir es benennen eben das hätte weit auch schlimmer. also was er ja auch wollte und ich denke auch dass darauf eher dem abzustellen ist und was nicht wirklich gesehen wurde waren die die psychischen Folgen die ja im Zeit ihres Lebens auch bleiben werden.
Weil sie hat jetzt schon wieder Sorge was isst wenn der aus der Haft entlassen wird. Und das Wie hat deine Mandantin auch das Urteil reagiert? Ja, sie fand es auch zu milde. Und dann waren eben auch eigentlich gleich ihre Sorge weil wissen wir auch gute Führung und so weiter. Dann sind das ja meist keine sechsenhalb Jahre der wird wesentlich früher rauskommen und dann also wir sind aus dem Gericht heraus und dann war gleich ähnlich.
Ihre erste Frage Das geht jetzt ja auch schnell um was mache ich denn dann? Was mache ich jetzt und wie kann Ich mich dann schützen wenn er raus ist? Kann sie sich schützen? Geht das? Ja, im Endeffekt und das ist mittlerweile auch mit Social Media oder was auch immer schwierig. Sie hat ja Töchter. dieses klassische von einem anderen Mann genau das klassische Untertauchen sage ich mal Namensänderung etc., was ich sag mal vor zehn Jahren noch ging, habe ich auch mein Mandantin durchgeführt.
Das war da noch und wenn man keine Kinder hat, ist das eine andere Möglichkeit heute. Social media man wird gefunden also dass es einfach nicht mehr so möglich und insofern muss sie da aufwenden die Polizei vertrauen, dass wenn er oder das ja nicht wieder aus dem Hinterhalt auf sie zukommt. Warst du selber auch konsterniert über dieses Urteil?
Ja also weil ich auch da, es hat ja auch oftmals so eine Signalwirkung und einfach für vielleicht weitere Täter und auch für die Betroffenen ja auch nochmal, dass diese gesehen werden. das, was ihnen angetan wurde. Das ist dafür sechs und ein halb Jahre. Aus betroffenen Sicht schwer nachvollziehbar.".
Dieser Fall wird es vorhin schon angesprochen. Ist ein unvollendeter Femizid? Der Mann hat die Trennung nicht ertragen. Er hat seine Frau als Besitz angesehen. Das is typisch für Femizeide. Ist es gang und gäbe, dass solche Straftaten so mäßig geahndet werden? Wirst du damit öfter konfrontiert? Ja, das finde ich schon.
Weil wir auch den Straftatbestand des Femizides ja so noch nicht haben, dann wird es immer unter niedrigen Beweggründen abgespeichert oder abgestellt... Das wird von den Gerichten immer noch nicht so ernst genommen. Also dann wird sie mal als Eifersuch, das haben wir ja oft in der Presse... ...dann ist es wieder eine Tragödie und so weiter, was dann wie es dargestellt wird.
Und die Firmizide, die ich, sagen wir da, die betroffenen Vertretungen auch gemacht habe, dass ist, ich sag mal fast eins zu eins, da sind eben die Frauen durften nicht mal dem Balkon betreten weil fremde Männer sie hätten sehen können. Ja? Und irgendwann wurde auf die Frau eingestochen. da auch in einem einen Fall, sag ich mal den ich noch sehr präsent habe.
Da sagte die Kammer ja gut aber der hat jetzt ja auch hier war aber auch aus seinem im Endeffekt Kontext aus dem aus dem familiären und die haben das sehr, die haben da auch sehr sehr Lapidat drüber weggebügelt eigentlich aus des Frauenbilds was gar nicht wirklich ernst genommen wurde von der Kammer oder da wurde gar nicht näher drauf eingegangen.
und dass ist etwas was womit sich eigentlich die Gerichte mehr auseinandersetzen muss, weil wir haben so viele Firmizide. Wir haben so viel Gewalt gegen Frauen. Habe ich nur das Gefühl dass es mehr wird oder liegt es an der Berichterstattung? Oder dass Frauen sich eher melden? Ja, teils teils. Also bestimmt melden sich ein paar Frauen mehr als zuvor das sicherlich aber es ist mehr geworden.
die Gewalt gegen Frauen Das haben wir jetzt ja auch in den letzten Monaten mehr in der Presse dass eben Deutschland da ein massives Problem hat und Dass Deutschland da einfach nicht hinterherkommt Und wir haben viel mehr Tötungsdelikte gegen Frauen. Jetzt auf unseren Fall noch mal zu kommen, der war ja überhaupt nicht einsichtig.
Das heißt er sitzt seine sechs Jahre ab oder weniger kommt raus und hat die gleiche Meinung? Ich darf das machen! Die hat mich provoziert. Die ist es selbst in Schuld. Wird denn da nicht mit den Tätern gearbeitet? Nein. Okay wäre aber sinnvoll. Ja, absolut! Da mit den Tätern zu arbeiten und auch eigentlich schon wirklich präventiv anzusetzen in den Schulen.
Also da fängt das ja an. Da fängt es ja an dass es Schüler gibt die sagen von der Lehrerinnen habe ich mir nichts zu sagen zu lassen. Das fängt an so vielen Punkten an und da ist anzusetzend gar keine Frage sonst werden wir dem Ganzen ja gar nicht mehr her. Wie geht's deinem Mandantin heute? Ja, noch ist er in Haft und weiterhin.
Also sie leidet natürlich weiter an den Folgen der Tat, derzeit etwas besser, dass sie wieder ihr geregeltes Leben hat. aber ich sage mal mit wenn die Entlassung des Taters da näher rückt dann wird vieles wieder hoch kommen. Bist du weiterhin mit ihr im Kontakt? Und wirst Du ihr dann weiterhelfen können überhaupt helfen können?
Ja, also helfen ist so eine Sache. Ich bin mit ihr in Kontakt aber worauf das sie hinauslaufen wird, wird ja nur sein ich kann hier sagen da werden wir informiert wann er aus der Haft entlassen wird und dass die dann etwaige Vorkehrungen wie meine Kamera anbringen vor der Wohnungstür derartiges irgendwie ich sag mal vielleicht veranstalten kann.
aber mehr helfen kann man ja auch erstmal nicht. Das heißt die bleibt ungeschützt? Ein Achtundvierzigjäger lauert den Lemgo seiner Ex-Frau auf und schlägt zwanzigmal mit einem schweren Werkzeug auf sie ein. Nur weil Zeugen dem Mann schließlich vertreiben können, kommt die angegriffene Frau mit Platzwunden am Kopf und Hämmer tomen davon.
Der Täter kann fliehen wird nach drei Jahren im Ausland festgenommen überstellt und wegen versuchten Mordes in Tatanheit mit gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Das Gericht verurteilt ihn zu sechseinhalb jahrenhaft. Und das war es für heute mit dem True Crime Podcast der neuen westfälischen Redaktion.
Hatte Verina Freiberg und zu Gast war die Rechtsanwältin Stephanie Högel. Vielen Dank, Stephanie! Danke schön. Weitere packende Kriminalfälle aus unserer Region auch jederzeit auf nw.de und in der NW-Plus App, in der Serie OVL Crime. Wir freuen uns über Fragen Anregungen und Kritik zu diesem Podcast Und natürlich über Wünsche welche Ostwestfälle wir demnächst für euch besprechen sollen.
Schreibt uns eine E-Mail an. podcasts at nwe.de. Mein Name ist Birgit Gottwald Bis bald.