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PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast· Folge 343

Südeuropa: vom Sorgenkind zum Wachstumsmarkt

Dienstag, 9. September 2025 · 15 min

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Shownotes

Südeuropa überrascht: Nach Jahren als „Sorgenkinder“ der EU glänzen Portugal, Italien, Griechenland und Spanien mit starkem Wachstum und Börsenrallys. Was steckt hinter dem Aufschwung – und wie viel Südeuropa gehört ins Depot? Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, und Jessica Schwarzer analysieren Wirtschaft und Märkte.

Haben Sie Themenwünsche? Schreiben Sie sie uns: perspektiven-am.morgen@db.com

Ein Transkript dieser Episode finden Sie hier: perspektiventogo.podigee.io/343-sudeuropa-vom-…

Quelle für Wert- und Preisentwicklungen sowie Zinsprognosen: Bloomberg. Quelle für Erwartungen der Unternehmensgewinne: LSEG Datastream.

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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

<b>Früher, also in den Jahren der</b> <b>Schuldenkrise, waren die südeuropäischen</b> <b>Länder, die Sorgenkinder</b> <b>der Europäischen Union. Doch diese Zeiten</b> <b>sind längst vorbei.</b> <b>Portugal, Italien, Griechenland</b> <b>und Spanien haben ihre Hausaufgaben</b> <b>gemacht. Das</b> <b>Wirtschaftswachstum war zuletzt höher</b> <b>als in Deutschland und an den</b> <b>südeuropäischen Börsen läuft es auch.</b> <b>Über Chancen und Risiken</b> <b>für Anleger sprechen Uli Stephan von der</b> <b>Deutschen Bank und ich in den</b> <b>PERSPEKTIVEN to go. Mein</b> <b>Name ist Jessica Schwarzer und damit</b> <b>herzlich willkommen. Uli,</b> <b>vor einigen Jahren gab man</b> <b>Portugal, Italien, Griechenland und</b>

<b>Spanien einen ziemlich diffamierenden</b> <b>Namen. Sie waren die</b> <b>PIGS-Staaten, ein Akronym in Anleitung an</b> <b>das englische Wort für</b> <b>Schweine. Heute ließ sich</b> <b>diese Abkürzung fast wie ein heißer</b> <b>Börsentipp, oder? Ja, also, Pix ist</b> <b>sicherlich ein ausgesprochen</b> <b>schwieriges Wort. Ich habe das auch nie</b> <b>benutzt, sondern wir haben</b> <b>von Peripherie gesprochen,</b> <b>was auch nicht besonders nett ist, als ob</b> <b>diese Länder nicht zu</b> <b>Europa gehören würden. Aber</b> <b>so war es nun mal damals. Die</b> <b>Schuldenkrise hat uns schon alle sehr</b> <b>aufgeschreckt. Sie ist ja</b> <b>ausgelöst worden, weil der Chef der</b> <b>Statistikbehörde in Griechenland gesagt</b>

<b>hat, dass die Schuldensituation</b> <b>doch erheblicher ist, als man das zuerst</b> <b>bekannt gegeben hatte.</b> <b>Insofern waren die Anleger dann</b> <b>erschrocken und haben sich zurückgezogen.</b> <b>Das hat dann zu extremen</b> <b>Anstiegen bei den Renditen</b> <b>geführt. Die Länder konnten sich nicht</b> <b>mehr vernünftig</b> <b>finanzieren und dann kam es zu</b> <b>diesen Rettungspaketen. Ich will aber die</b> <b>Geschichte jetzt</b> <b>nicht, das kennt ja jeder,</b> <b>weiter aufdröseln. Wir haben seitdem</b> <b>wirklich eine bemerkenswerte Entwicklung</b> <b>gesehen, gerade auch</b> <b>in Griechenland, auch in Portugal,</b> <b>Spanien wächst oder ist geradezu die</b> <b>Konjunkturlokomotive</b>

<b>Europas wieder Italien relativ stabil.</b> <b>Vor allem in Griechenland</b> <b>hat da eine doch beeindruckende</b> <b>Konsolidierung hingelegt mit eisernem,</b> <b>Sparwillen. Das waren sicherlich viele</b> <b>Härten dabei. Aber man</b> <b>sieht eben auch, dass es sich schon mal</b> <b>lohnt, für eine gewisse Zeit</b> <b>diese Dinge auf sich zu nehmen,</b> <b>um dann eben insgesamt wieder in</b> <b>ruhigeres und besseres</b> <b>Fahrwasser zu kommen.</b> <b>Also das Klischee vom Maroden Süden, das</b> <b>ist längst überholt, oder?</b> <b>Ja, längst überholt. Also jedes Land hat</b> <b>natürlich weiterhin so seine Themen,</b> <b>seine Schulden, an denen man arbeiten</b> <b>muss, Leistungsbilanz,</b>

<b>Defizite und so weiter und so</b> <b>fort. Aber die akute Frage ist sicherlich</b> <b>deutlichst relativiert</b> <b>und man sieht eben auch,</b> <b>beispielsweise Deutschland, dass die</b> <b>Staaten, die vermeidlich so stark</b> <b>dastehen, dann eben auch mal</b> <b>zwei, drei Jahre mit praktisch keinem</b> <b>Wirtschaftswachstum hinlegen können.</b> <b>Insofern sollte man immer</b> <b>vorsichtig sein, auf andere zu zeigen,</b> <b>bevor man nicht seine eigenen</b> <b>Hausaufgaben gemacht hat.</b> <b>Was ich total spannend finde, was ich gar</b> <b>nicht so ganz auf dem</b> <b>Radar hatte, in Südeuropa,</b> <b>boomen die</b> <b>Aktienmärkte. Warum eigentlich?</b> <b>Ja, Jessica, ich glaube, das ist</b>

<b>tatsächlich Nachholbedarf. Die</b> <b>Aktienmärkte haben sehr,</b> <b>sehr stark korrigiert. Der großen</b> <b>Finanzkrise mit der Staatsschuldenkrise,</b> <b>die wir im Anschluss</b> <b>gesehen haben, sind dann eben lange Zeit</b> <b>seitwärts gelaufen,</b> <b>während dieser Aufräumarbeiten</b> <b>in Anführungsstrichen stattgefunden haben</b> <b>und fangen jetzt an, sich</b> <b>wieder zu erholen. Da hilft</b> <b>sicherlich insgesamt die wirtschaftliche</b> <b>Entwicklung, die wir</b> <b>gesehen haben. Da hilft aber auch,</b> <b>dass natürlich die Zinsen durch die</b> <b>Europäische Zentralbank relativ stark</b> <b>gesenkt worden sind.</b> <b>Und insofern haben sie, wenn man sich die</b> <b>Aktienindices in</b>

<b>nordeuropäischen Ländern ansieht,</b> <b>sicherlich noch einiges an</b> <b>Aufholpotenzial vor sich. Lass uns auf</b> <b>die einzelnen Ländern</b> <b>ihre Wirtschaft und ihre Aktienmärkte</b> <b>schauen. Griechenland geht</b> <b>ja wirklich durch die Decke,</b> <b>die Börse boomt. Das Wirtschaftswachstum</b> <b>auch deutlich höher als</b> <b>hierzulande. Was gibt es</b> <b>dazu sagen zum Aktienmarkt, zur</b> <b>Wirtschaft? Ja, ausgesprochen</b> <b>bemerkenswert. Aber wie gesagt,</b> <b>das liegt natürlich daran, dass man von</b> <b>sehr, sehr niedrigem Niveau</b> <b>kommt und sich deshalb die</b> <b>Aktienmärkte entsprechend erholt haben.</b> <b>Wir haben nach wie vor eine</b> <b>Inflation, die sicherlich ein</b>

<b>Stück weit zu hoch ist in Griechenland.</b> <b>Allerdings guckt die Europäische</b> <b>Zentralbank natürlich auf</b> <b>den Gesamtindex für Inflation in Europa.</b> <b>Auch das haben wir ja</b> <b>schon mehrfach diskutiert. Die</b> <b>Stimmungsindikatoren der Wirtschaft sind</b> <b>aber sehr, sehr gut. Vor allen Dingen,</b> <b>was das verarbeitende</b> <b>Gewerbe angeht. Die Leistungsbilanz ist</b> <b>negativ. Was man auf zwei Seiten</b> <b>interpretieren kann,</b> <b>einmal, dass Geld ins Land fließt. Und</b> <b>dann ist eben die Frage,</b> <b>was passiert mit dem Geld,</b> <b>wenn man es zu Investitionen nutzt und</b> <b>das scheint zumindest in</b> <b>Teilen oder in größeren Teilen</b> <b>der Fall zu sein, dann ist das sicherlich</b>

<b>richtig und gut. Wir</b> <b>erinnern uns noch in Deutschland</b> <b>hatten wir Leistungsbilanz Defizite nach</b> <b>der Wiedervereinigung.</b> <b>Auch hier hatten wir einen</b> <b>Aufbau zu leisten und insofern sieht es</b> <b>in Griechenland im Moment nicht so</b> <b>schlecht aus. Auch die</b> <b>Schuldenstände sind deutlicher</b> <b>zurückgegangen. Wir reden</b> <b>heute über rund 150 Prozent zum</b> <b>Bruttoinlandsprodukt. Das ist immer noch</b> <b>viel. Aber wenn man darüber</b> <b>nachdenkt, dass wir vor gut</b> <b>zehn Jahren deutlich über 200 Prozent</b> <b>geredet haben, dann sieht</b> <b>man doch, dass die Griechen</b> <b>sich hier sehr angestrengt haben. Der</b> <b>Staatshaushalt, also die jährliche</b>

<b>Verschuldung, ist mittlerweile</b> <b>vollkommen im Griff. Insgesamt sind die</b> <b>Aussichten für</b> <b>Griechenland ganz ordentlich.</b> <b>Das ist ja wirklich kaum zu glauben, aber</b> <b>der Wert des griechischen</b> <b>Aktienindex ATHEX Composite,</b> <b>der hat sich in den vergangenen fünf</b> <b>Jahren mehr als</b> <b>verdreifacht und damit ist er fast drei</b> <b>Mal so gut gelaufen wie der US-Markt. Was</b> <b>sind an der</b> <b>griechischen Börse die Treiber der</b> <b>Rally? Welche Branchen sind da überhaupt</b> <b>stark vertreten? Jessica,</b> <b>ich glaube, einer der größten</b> <b>Werte in Griechenland ist tatsächlich</b> <b>eine Abfüllung für Coca-Cola.</b> <b>Da muss man immer ein bisschen</b>

<b>aufpassen. Nein, aber es sind natürlich</b> <b>vor allen Dingen auch die</b> <b>Banken, die sehr gut gelaufen</b> <b>sind in den letzten Monaten und Jahren,</b> <b>muss man fast sagen.</b> <b>Insgesamt sind die Banken in Europa</b> <b>gut gelaufen, aber hier die griechischen,</b> <b>die natürlich mit der</b> <b>Staatsschuldenkrise in erhebliche</b> <b>Diskussionen gekommen sind, zum Teil ja</b> <b>gerettet werden mussten, die sich</b> <b>mittlerweile konsolidiert</b> <b>haben und da ganz eindeutig zu den</b> <b>Gewinnern im griechischen</b> <b>Aktienindex gehören. Portugal's</b> <b>Börse läuft ja auch ziemlich gut. Was</b> <b>treibt die Rally dort an?</b> <b>Welche Branchen sind es da,</b>

<b>die Börsenstars? Das Wachstum war ja 2024</b> <b>auch ein Traum mit 1,9</b> <b>Prozent. Davon hätte Deutschland</b> <b>nur träumen können. Ja Jessica, in der</b> <b>Tat liegt das Wachstum, wenn man es</b> <b>annualisiert anguckt,</b> <b>bei fast 2 Prozent. Also doch deutlich</b> <b>besser. Die Arbeitslosenquote ist wieder</b> <b>dramatisch zurückgekommen.</b> <b>Da hatten wir in der Spitze mal über 18</b> <b>Prozent in der großen Finanzkrise.</b> <b>Mittlerweile ist die</b> <b>Arbeitslosenquote unter sechs Gefallen.</b> <b>Inflation auch ein bisschen</b> <b>zu hoch, aber ich glaube dem</b> <b>kann man nachsehen, weil auch die</b> <b>Schulden deutlich zurückgegangen sind.</b> <b>Also wenn man sich die</b>

<b>Staatsschulden aufs Bruttoinlandsprodukt</b> <b>anguckt, waren wir mal bei 134, sind</b> <b>heute bei 94. Also man</b> <b>sieht hier eine starke Konsolidierung.</b> <b>Trotzdem konnte man einen Wachstum</b> <b>generieren. Insofern</b> <b>darf man sich auch nicht wundern, dass</b> <b>der portugiesische Aktienmarkt ganz gut</b> <b>zugelegt hat. Wenn man</b> <b>sich beispielsweise mal dieses Jahr</b> <b>hinaus pickt, dann sind wir schon bei</b> <b>plus 27, fast 28 Prozent.</b> <b>Das darf man jetzt nicht natürlich nach</b> <b>vorne rechnen, dass es immer so</b> <b>weitergeht. Ist auch nur</b> <b>ein überschaubarer Zeitpunkt. Auf ein</b> <b>Jahr liegen wir bei plus 21</b> <b>Prozent. Also der Aktienmarkt hat</b>

<b>die gute ökonomische Entwicklung schon</b> <b>goutiert und hat sicherlich</b> <b>auch ähnlich wie wir das gerade</b> <b>bei Griechenland diskutiert haben, ein</b> <b>Stück weit von dem niedrigen</b> <b>Niveau nach der Finanzkrise und</b> <b>nach der Konsolidierung dann jetzt wieder</b> <b>aufgeholt. Auch Spanien und</b> <b>Italien haben ziemlich gute</b> <b>Renditen geliefert. Ihre Börsen sind aber</b> <b>viel wichtiger in</b> <b>Anführungsstrichen, weil sie eben</b> <b>auch den europäischen Aktienmarkt ja</b> <b>bereichern. Denn im Gegensatz zu</b> <b>Griechenland oder Portugal</b> <b>sind sie eben keine Nischenmärkte,</b> <b>sondern schon ein bisschen größer, eben</b> <b>auch in den europäischen</b>

<b>Indizes dann vertreten. Welche Branchen</b> <b>liefen hier gut? Banken</b> <b>und Versorger, was noch?</b> <b>Beide Märkte, sowohl Spanien als auch</b> <b>Italien sind sicherlich für Europa</b> <b>nochmal von größerer</b> <b>Bedeutung. Die Länder sind viel größer.</b> <b>Sie haben ein viel größeres politisches</b> <b>Gewicht. In Italien,</b> <b>mit Giorgia Meloni, eine, waren ja</b> <b>zurerst Befürchtung politischer Art</b> <b>geäußert worden. Wir sehen aber</b> <b>doch eine relativ gemäßigte und stabile</b> <b>Regierung in Spanien. Haben wir eine</b> <b>Minderheitsregierung</b> <b>nach wie vor über dem Ministerpräsidenten</b> <b>Sánchez, die aber auch</b> <b>recht stabil steht und insofern</b>

<b>beide Länder hier im Moment zumindest</b> <b>keinen Anlass zur Sorge bringen. Der</b> <b>spanische Aktienmarkt</b> <b>ist doch sehr stark geschwankt in den</b> <b>letzten Jahren, muss man sagen. Also im</b> <b>Gegensatz zu Griechenland</b> <b>und Portugal, wo wir wirklich mit der</b> <b>Staatsschuldenkrise einen</b> <b>großen Verfall hatten und sich die</b> <b>Länder zuerst mal wieder erholen mussten,</b> <b>hat man gerade in Spanien</b> <b>vor allen Dingen auch in der</b> <b>Euro-Krise, bzw. in der Corona-Krise sehr</b> <b>intelligent, sehr</b> <b>geschickt auf die Inflation,</b> <b>reagiert, hat zum Teil staatlichen</b> <b>Ausgleich betrieben,</b> <b>sodass die Kaufkraft nicht so</b> <b>stark gesunken ist. Nichtsdestotrotz war</b>

<b>eben im Höchst die</b> <b>Arbeitslosenquote in Spanien mal bei</b> <b>27 Prozent, die es mittlerweile auf zehn</b> <b>wieder gefallen. Die</b> <b>Stimmungsindikatoren, sowohl im</b> <b>verarbeitenden Gewerbe, aber auch im</b> <b>Service, der ja wichtig ist,</b> <b>Stichwort Tourismus etc. in</b> <b>Spanien, sind wirklich hervorragend, also</b> <b>überhaupt gar nicht</b> <b>vergleichbar mit den deutschen Niveaus.</b> <b>Und deswegen darf man sich eben auch</b> <b>nicht wundern, dass der spanische</b> <b>Aktienindex in den letzten</b> <b>zwei, drei Jahren doch sehr, sehr stark</b> <b>angestiegen ist. Ich</b> <b>gucke mal gerade hier in</b> <b>Bloomberg, da finde ich beispielsweise</b> <b>im Sommer 22, also vor gut</b>

<b>drei Jahren, Entschuldigung,</b> <b>noch einen Indexstand von 7.400 und</b> <b>mittlerweile liegen wir bei</b> <b>fast 15.000. Also das ist gerade</b> <b>zu einer Verdoppelung und ist</b> <b>wahrscheinlich der Tatsache geschuldet,</b> <b>dass eben vor allen Dingen</b> <b>Banken auch sehr gut in Spanien laufen,</b> <b>die mit Südamerika sehr</b> <b>stark verbunden sind. Auch da</b> <b>läuft die Börse in diesem Jahr recht</b> <b>ordentlich und natürlich einige Versorger</b> <b>in Spanien vorhanden</b> <b>sind, die den Aktienmarkt auch in</b> <b>entsprechender Weise angeschoben haben.</b> <b>Und in Italien ist es</b> <b>ja, glaube ich, ähnlich, aber da gibt es</b> <b>ja auch noch so ein paar</b>

<b>Besonderheiten an der Börse. Ein</b> <b>Luxusautobauer, das gelbe Pferdchen im</b> <b>Logo, wäre daher auch eine</b> <b>der Kurstreiber gewesen. Es gibt</b> <b>einen großen Rüstungskonzern. Ich glaube</b> <b>da ist das ein Bild ein</b> <b>bisschen ein anderes, oder?</b> <b>Ja, Jessica, du hattest es angesprochen.</b> <b>Es gibt natürlich</b> <b>Unternehmen in Italien, die doch sehr</b> <b>bekannt sind. Der Automobilhersteller mit</b> <b>dem springenden Pferdchen hat ein</b> <b>bisschen konsolidiert</b> <b>in den letzten Monaten, muss man sagen.</b> <b>Ist allerdings davor auch</b> <b>sehr, sehr gut gelaufen,</b> <b>war zum Teil höher bewertet als viele</b> <b>andere europäische</b> <b>Automobilkonzerne und insofern</b>

<b>eine bemerkenswerte Entwicklung bei den</b> <b>Rüstungsunternehmen, die</b> <b>es ja auch in Italien gibt,</b> <b>vor allen Dingen ein. Namhaft ist die</b> <b>Entwicklung natürlich so, wie wir sie</b> <b>überall bei Verteidigungskonzernen</b> <b>in der Europäischen Union gesehen haben.</b> <b>Und das sind sicherlich beides, auch</b> <b>Treiber für die Börse</b> <b>in Mailand insgesamt, die sich doch sehr</b> <b>gut entwickelt hat. Wir</b> <b>hatten vor einigen Jahren</b> <b>einen Höchststand im FTSE MIB von gut</b> <b>50.000 Punkte. Wir liegen</b> <b>mittlerweile wieder bei knapp</b> <b>43.000. Also man sieht, dass doch ein</b> <b>erheblicher Teil hier</b> <b>aufgeholt worden ist und das hängt</b>

<b>sicherlich auch mit der doch recht</b> <b>robusten ökonomischen Lage in, auch</b> <b>politischen Lage in Italien</b> <b>zusammen, auch die Stimmungsindikatoren</b> <b>der Wirtschaft liegen im</b> <b>expansiven Bereich und damit</b> <b>über der Bundesrepublik Deutschland</b> <b>Inflation ist im Griff</b> <b>arbeitslosen Rate wieder bei 6%</b> <b>also ein Land, was sich wirklich doch</b> <b>erstaunlich, was ist erstaunlich, was</b> <b>sich sehr stabil entwickelt</b> <b>nach den Befürchtungen, die es ja gegeben</b> <b>hat, am Anfang der 2010er</b> <b>Jahre und dann eben auch mit</b> <b>den doch verschiedenen</b> <b>Regierungswechseln, die es immer wieder</b> <b>gegeben hatte. Nun stelle ich</b>

<b>mehr als Anlegerin unweigerlich zwei</b> <b>Fragen. Die erste ist, geht die Rally</b> <b>weiter und die zweite</b> <b>ist, wie viel Südeuropa gehört denn ins</b> <b>Depot? Ja im Gegensatz zu unserer</b> <b>Diskussion, am Anfang</b> <b>würde ich sie eben nicht als Picks</b> <b>bezeichnen und würde mich auch</b> <b>entschuldigen für den</b> <b>Ausdruckperipherie, den wir mal gebraucht</b> <b>haben. Es sind</b> <b>europäische Länder, wir sollten auch</b> <b>insgesamt die europäische Integration,</b> <b>den europäischen</b> <b>Binnenmarkt stärken. Davon würden</b> <b>nicht nur diese Länder, sondern alle</b> <b>profitieren. Man sieht schon bei einigen</b> <b>dieser Länder doch eine</b> <b>ganz erhebliche Performance nach oben in</b>

<b>den letzten Wochen und Monaten und von</b> <b>daher kann es natürlich</b> <b>auch immer mal zu Konsolidierungen</b> <b>kommen, aber unter dem Strich sind sie</b> <b>eben nach wie vor auf</b> <b>dem Erholungsfahrt, sie haben noch nicht</b> <b>die Höchstkurse von der</b> <b>Euro-Schuldenkrise, von der</b> <b>großen Finanzkrise aufgeholt und wenn die</b> <b>ökonomische</b> <b>Entwicklung weiter so geht, dann</b> <b>kann man sich durchaus Hoffnungen machen,</b> <b>dass auch diese Märkte</b> <b>weiter davon profitieren werden.</b> <b>Und soll dich südeuropäische Aktien dann</b> <b>übergewichten,</b> <b>vielleicht über Länder, ETFs oder</b> <b>Fonds oder reicht es, wenn ich meinen</b> <b>breitstreunenden ETF oder Fonds auf</b>

<b>Europas Aktienmärkte habe und</b> <b>halte und da ist ja dann genug davon</b> <b>drin, hoffentlich. Ja, es</b> <b>ist glaube ich so, dass die</b> <b>Investoren außerhalb Europas im Moment</b> <b>vor allem stark auf</b> <b>Deutschland gucken, weil Deutschland</b> <b>sozusagen diese Fiskalpakete in den Raum</b> <b>gestellt hat. Insofern würde ich</b> <b>Deutschland nicht völlig</b> <b>meiden, wenn gleich natürlich die</b> <b>DAX-Konzerne weltweit</b> <b>aufgestellt sind, aber das gilt ja</b> <b>auch für große Konzerne beispielsweise in</b> <b>Italien und Spanien und</b> <b>insofern würde ich doch eher</b> <b>einen breiter diversifizierten</b> <b>europäischen Markt nehmen und nicht</b> <b>speziell mehr Südeuropa jetzt</b>

<b>herausgreifen. Wie gesagt, die Märkte</b> <b>sind sehr, sehr gut gelaufen, auch in</b> <b>Deutschland, das gebe</b> <b>ich gerne zu, aber es kann eben mal zu</b> <b>Korrekturen kommen und wie gesagt in</b> <b>Deutschland, da gucken</b> <b>wir mal die internationalen Anleger</b> <b>drauf, weil wir mit großer</b> <b>Wahrscheinlichkeit mehr Wachstum</b> <b>sehen werden in 2026 und 2027 aufgrund</b> <b>der Fiskalpakete, die dann</b> <b>zur Anwendung kommen. Aber</b> <b>auf jeden Fall war es mal wieder spannend</b> <b>auf Südeuropa zu schauen</b> <b>und die Rallye, die dort</b> <b>läuft, und wir schauen dann vielleicht in</b> <b>ein paar Monaten mal wieder</b> <b>drauf, ob es so weitergeht. Danke bis dahin für diese PERSPEKTIVEN To Go.</b>

<b>Sehr gerne, Jessica.</b>

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