PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast· Folge 401

Weltindex mit Schlagseite: Wie gefährlich sind hohe Gewichtungen?

Dienstag, 20. Oktober 2026 · 16 min

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Shownotes

Weltweit investieren und automatisch breit diversifiziert sein? Ganz so einfach ist es nicht. In großen Aktienindizes wie dem MSCI World oder dem S&P 500 sorgen hochkapitalisierte US-Unternehmen für starke Länder-, Branchen- und Einzelwertgewichtungen. Gleichgewichtete Indizes und Varianten wie „World ex USA“ bieten Alternativen, sind aber nicht automatisch die bessere Wahl. Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, diskutiert mit Finanzjournalistin Jessica Schwarzer die Vor- und Nachteile verschiedener Indexkonzepte und erklärt, worauf Anleger bei der Auswahl achten sollten.

Ein Transkript dieser Episode finden Sie perspektiventogo.podigee.io/401-weltindex-mit-…

Quelle für Wert- und Preisentwicklungen sowie Zinsprognosen: Bloomberg. Quelle für Erwartungen der Unternehmensgewinne: LSEG Datastream.

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Soweit hier konkrete Produkte genannt werden, sollte eine Anlageentscheidung allein auf Grundlage der verbindlichen Verkaufsunterlagen getroffen werden.

Jede Geldanlage ist mit Risiken verbunden. Es gibt keine Garantie und Marktschwankungen können zu Verlusten bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Über die speziellen Risiken eines Wertpapierprodukts informieren die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen. Wertentwicklungen in der Vergangenheit und Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Sofern es in diesem Dokument nicht anders gekennzeichnet ist, geben alle Meinungsaussagen die aktuelle Einschätzung der Deutschen Bank wieder, die sich jederzeit ändern kann.

ZUM THEMA NACHHALTIGKEIT: Derzeit fehlt es an einheitlichen Kriterien und einem einheitlichen Marktstandard zur Bewertung und Einordnung von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten als nachhaltig. Dies kann dazu führen, dass verschiedene Anbieter die Nachhaltigkeit von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten unterschiedlich bewerten. Zudem sind die gesetzlichen Vorgaben zur Offenlegung der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien und zum Umgang mit dem Thema ESG (Environment = Umwelt, Social = Soziales, Governance = Unternehmensführung) und Sustainable Finance (nachhaltige Finanzwirtschaft) einem stetigen Wandel unterworfen. Die Auslegung der relevanten gesetzlichen Regelungen ist zudem nicht eindeutig und abschließend. All dies kann dazu führen, dass gegenwärtig als nachhaltig bezeichnete oder beworbene Finanzdienstleistungen und Finanzprodukte die künftigen gesetzlichen Anforderungen an die Qualifikation als nachhaltig oder als Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigend nicht erfüllen.

Soweit in dieser Marketinginformation von Deutsche Bank die Rede ist, bezieht sich dies auf die Deutsche Bank AG, Taunusanlage 12, 60325 Frankfurt, Deutschland.

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<b>Deutsche Bank</b> <b>präsentiert: PERSPEKTIVEN To Go.</b> <b>Ihr Audio-Podcast rund um das Thema Börse.</b> <b>Immer wieder gibt es Kritik am</b> <b>vermeintlichen Übergewicht einzelner</b> <b>Branchen oder gar Aktien</b> <b>in Indizes wie beispielsweise dem MSCI</b> <b>World oder dem S&P 500 und auch dem DAX.</b> <b>Geschuldet ist dieses Übergewicht der</b> <b>Marktkapitalisierung, nach der die</b> <b>Indizes konstruiert sind.</b> <b>Wären gleichgewichtete Indizes</b> <b>vielleicht die bessere Wahl?</b> <b>Und was ist mit Varianten, die einzelne</b> <b>Länder ausschließen?</b> <b>Oder sollte man neben den Schwergewichten</b> <b>auch kleinere Titel im Depot haben?</b> <b>Über die bunte Welt der Börsenindizes</b>

<b>spreche ich mit Uli</b> <b>Stephan von der Deutschen Bank.</b> <b>Mein Name ist Jessica Schwarzer, und damit</b> <b>herzlich willkommen.</b> <b>Uli, „Marktgewichtung</b> <b>schlägt Gleichgewichtung“,</b> <b>hieß es vor einigen Tagen in deinem</b> <b>Newsletter PERSPEKTIVEN am Morgen.</b> <b>Damit ist dieser Podcast ja dann im</b> <b>Grunde beendet; Fragen beantwortet.</b> <b>Aber ganz so einfach ist es nicht, oder?</b> <b>Nein, ganz so einfach</b> <b>ist es sicherlich nicht.</b> <b>Wir hatten vor etwa einem Jahr das</b> <b>umgekehrte Phänomen,</b> <b>wenn ich das recht erinnere, da sind die</b> <b>Gleichgewichteten besser gelaufen.</b> <b>Das hängt immer ein Stück weit damit</b> <b>zusammen, ob die sehr teuren Unternehmen,</b>

<b>also jetzt nicht teuer relativ zu</b> <b>Gewinnen oder ähnlichem,</b> <b>sondern einfach an der Börse,</b> <b>sehr hoch bewerteten Unternehmen, die</b> <b>Schlagzahl vorgeben oder eben nicht.</b> <b>Und im Moment ist es zumindest, auch wenn</b> <b>man auf die Berichtssaison guckt,</b> <b>wieder so, dass vor allen Dingen die</b> <b>hochkapitalisierten Unternehmen,</b> <b>also die an der Börse insgesamt sehr</b> <b>teuer bewertet sind,</b> <b>dass die auch voraussichtlich die</b> <b>höchsten Gewinne einfahren werden</b> <b>und dann natürlich auch besonderes</b> <b>Augenmerk bei den Investoren genießen.</b> <b>Marktkapitalisierung oder gewichtet nach</b> <b>Marktkapitalisierung heißt</b> <b>ja die größten Unternehmen,</b>

<b>die an der Börse gelisteten größten</b> <b>Unternehmen, die wertvollsten Unternehmen</b> <b>nach Börsenwert sind</b> <b>die größten im Index.</b> <b>Bei Gleichgewichtung würde man ja sagen,</b> <b>ich habe hier meine 500 S&P-500-Werte</b> <b>und jeder hat das gleiche Gewicht.</b> <b>Warum sind die meisten Indizes auf der</b> <b>Welt eigentlich nach</b> <b>Marktkapitalisierung zusammengesetzt?</b> <b>Ja, Jessica, ich glaube eine tiefere</b> <b>Begründung gibt es nicht,</b> <b>außer dass man eben sagt, dass diese</b> <b>großen Unternehmen dann</b> <b>auch eine bedeutendere Rolle</b> <b>für den einzelnen Index</b> <b>spielen sollen/können/werden</b> <b>und insofern hat man ein Maß gesucht,</b>

<b>wie man, Entschuldigung, gewichten kann,</b> <b>und ist auf die</b> <b>Marktkapitalisierung gekommen.</b> <b>Nochmal, das sind dann eben die</b> <b>Unternehmen, die</b> <b>ohnehin schon teuer sind,</b> <b>die dann auch eine größere Rolle spielen</b> <b>bei den Bewegungen eines Index.</b> <b>Das heißt aber auch im Zweifelsfall, wenn</b> <b>ein Thema besonders gefragt ist,</b> <b>gut läuft, die</b> <b>Unternehmen gut laufen an der Börse,</b> <b>wir haben die KI-Rallye in den vergangenen</b> <b>Monaten, ja fast schon Jahren, erlebt,</b> <b>überhaupt Tech ist ja gefragt, dann kommt</b> <b>es natürlich zu einer</b> <b>extremen Gewichtung,</b> <b>viele reden auch von einem</b> <b>Übergewicht, in einzelnen Indizes.</b>

<b>Also wir haben einen MSCI</b> <b>World Weltaktienindex,</b> <b>da haben Tech-Unternehmen einen Anteil von</b> <b>30 Prozent. Fun Fact:</b> <b>Amazon wird als Konsumwert gehandelt</b> <b>und nicht als Tech, also</b> <b>es wäre noch mal was on top.</b> <b>Das heißt ja schon, dass diese</b> <b>Marktkapitalisierung,</b> <b>die Gewichtung nach Marktkapitalisierung,</b> <b>unweigerlich zu</b> <b>Klumpenrisiken führt, oder?</b> <b>Ja, keine Frage und Communication</b> <b>Services, dahinter verbergen</b> <b>sich die Streamingdienste,</b> <b>die Internetfirmen etc. pp. Also wenn man</b> <b>das, was wir so allgemein</b> <b>als Technologie bezeichnen,</b> <b>anguckt, dann wäre das eben nicht nur</b> <b>Technologie, sondern auch noch der</b>

<b>diskretionäre Konsum</b> <b>und die Communication-</b> <b>Service-Unternehmen.</b> <b>Und ja, da reden wir mittlerweile über</b> <b>Gewichtungen im S&P 500,</b> <b>die schon ganz gewaltig sind, also</b> <b>Richtung 50 Prozent,</b> <b>je nachdem was man da mit reinrechnet,</b> <b>auch ein Stück weit drüber.</b> <b>Und insofern ist das</b> <b>natürlich ein gewisser Klumpen.</b> <b>Interessant ist aber, Jessica, wenn man</b> <b>sich, das kann man ja auch googeln,</b> <b>mal anguckt, wie über die Jahrzehnte</b> <b>sozusagen die Favoriten oder die</b> <b>Schwergewichte sich verändert haben:</b> <b>Es ist nicht so einzementiert, wie man</b> <b>vielleicht manchmal den Eindruck hat,</b> <b>sondern da hat es also von Öl über</b>

<b>Finanzen zu Technologie</b> <b>durchaus über die Jahrzehnte</b> <b>die eine oder andere Verschiebung gegeben.</b> <b>Das gab es ja auch bei den Ländern, also</b> <b>im MSCI World war ja China,</b> <b>nicht China, Entschuldigung, das ist ja ein</b> <b>Entwicklungsland, war ja</b> <b>Japan lange Zeit sehr,</b> <b>sehr hoch gewichtet und dann kam der</b> <b>Absturz an der Börse und</b> <b>die USA sind heute mit Abstand</b> <b>am stärksten gewichtet. Kommen wir noch mal kurz</b> <b>zurück auf dieses Klumpenrisiko.</b> <b>Am Ende ist es doch eigentlich ein</b> <b>Qualitätssiegel, wenn eine Aktie ein</b> <b>hohes Gewicht hat in einem Index.</b> <b>Das heißt ja, sie muss gut gelaufen sein</b> <b>und man konnte damit</b>

<b>viele Gewinne einfahren.</b> <b>Und trotzdem spricht man dann irgendwann</b> <b>vom Risiko. Wann kippt</b> <b>das, kann man das sagen?</b> <b>Ich glaube, man würde nicht grundsätzlich</b> <b>von Risiko sprechen,</b> <b>nur weil ein Unternehmen hoch bewertet</b> <b>ist an der Börse, sondern</b> <b>es kommt immer darauf an,</b> <b>wie die Aussichten nach vorne sind. Und</b> <b>da spielen eben</b> <b>Bewertungen eine große Rolle.</b> <b>Da spielt das Management, das Produkt,</b> <b>die Regionen, in denen</b> <b>man beschafft oder absetzt</b> <b>und auch produziert, die Preise, die zu</b> <b>erzielen sind und so weiter</b> <b>und so fort, sicherlich eine</b> <b>große Rolle. Also am Ende muss man die</b>

<b>zukünftigen Gewinne schätzen</b> <b>und die kann man dann mit einem</b> <b>Diskontfaktor, einem Zins, auf den</b> <b>heutigen Tag abdiskontieren</b> <b>und hat einen Gegenwartswert.</b> <b>Und dann kann man sich noch darüber</b> <b>unterhalten, ob man den richtigen</b> <b>Diskontfaktor hat und ob man</b> <b>die Gewinnschätzungen korrekt vorgenommen</b> <b>hat. Aber die Marktkapitalisierung ist</b> <b>glaube ich hier nicht</b> <b>das Entscheidende. Da kann es also</b> <b>durchaus gute Gründe für geben.</b> <b>Unternehmen sind ja einfach</b> <b>größer vom Umsatz als andere und deswegen</b> <b>würde ich eher auf andere</b> <b>Kennzahlen achten als nur auf</b> <b>die Marktkapitalisierung, wenn ich</b>

<b>Investitionen für die</b> <b>nächsten Monate und Jahre plane.</b> <b>Wobei das natürlich dann eher so das</b> <b>Investment in einem</b> <b>Einzelwert ist. Wenn ich natürlich</b> <b>mir jetzt überlege, dass ich mir ein</b> <b>ETF-Portfolio zusammenstelle, macht es ja</b> <b>schon Sinn, mir anzuschauen,</b> <b>wie viel Branche in welchem ETF steckt,</b> <b>wie viel Land, damit ich</b> <b>nicht irgendwie am Ende bei 70 Prozent</b> <b>Tech bin, weil ich aus Versehen zum MSCI</b> <b>World noch den NASDAQ-100 gepackt habe</b> <b>und noch irgendein KI-ETF.</b> <b>Ja, absolut, also da bin ich völlig bei</b> <b>dir. Ich wollte nur</b> <b>sagen, dass die Kapitalisierung</b> <b>selbst eben nicht unbedingt ein Maßstab</b>

<b>ist. Aber im Verhältnis</b> <b>natürlich, wenn ich also</b> <b>X Euro einsetze und habe dann in einem</b> <b>ETF eine hohe Gewichtung</b> <b>von einzelnen Unternehmen oder</b> <b>Branchen, da gibt es ja Länder, da ist es</b> <b>auch sehr, sehr</b> <b>ausgeprägt, wo nur wenige Unternehmen</b> <b>wirklich den Index dominieren, dann</b> <b>sollte man sich das schon vorher</b> <b>angeguckt haben und sollte</b> <b>eben auch eine Entscheidung getroffen</b> <b>haben, dieses in Anführungszeichen</b> <b>Risiko hier nicht so</b> <b>sehr diversifiziert zu sein, bewusst</b> <b>eingegangen. Welchen Sinn machen</b> <b>gleichgewichtete Indizes</b> <b>dann überhaupt? Also ich finde du hast</b> <b>jetzt jede Menge Argumente</b>

<b>genannt, eigentlich für die nach</b> <b>Marktkapitalisierung gewichteten.</b> <b>Warum gleichgewichtet?</b> <b>Wann macht das Sinn, sich das</b> <b>mal anzuschauen? Ja wie gesagt, im</b> <b>letzten Jahr hatten wir zum</b> <b>Beispiel eine Situation, da waren</b> <b>auch die hochkapitalisierten Unternehmen</b> <b>an der Börse sehr gut</b> <b>gelaufen, die hatten auch die</b> <b>hohen Gewinne, die Gewinnsituation wurde</b> <b>aber von den Analysten so</b> <b>eingeschätzt, dass es etwas</b> <b>weniger, immer noch mehr als bei den</b> <b>anderen, aber etwas weniger bei den</b> <b>Hochkapitalisierten sein</b> <b>sollte und etwas mehr dann beim Rest und</b> <b>insofern reagiert die</b> <b>Börse dann natürlich auf sowas</b>

<b>und wenn man relativ investiert, dann</b> <b>sucht man sich natürlich die</b> <b>aus, wo man vermeintlich die</b> <b>besseren Ertragschancen hat und nochmal,</b> <b>wenn dann Unternehmen,</b> <b>Sektoren relativ niedriger</b> <b>kapitalisiert, vielleicht niedriger</b> <b>bewertet sind, weil sie niedrigere</b> <b>Gewinnerwartungen hatten und</b> <b>sich diese nach oben anpassen bei den</b> <b>anderen, von oben ein Stück nach unten</b> <b>kommen, dann kann das</b> <b>eben an der Börse durchaus eine gewisse</b> <b>Dynamik auslösen. Timing</b> <b>ist immer schwer, weiß ich,</b> <b>aber im letzten Jahr, beispielsweise im</b> <b>zweiten Halbjahr, hat das</b> <b>recht ordentlich funktioniert,</b>

<b>bis man dann wieder auf die andere Seite</b> <b>geht, aber nochmal, das hat wirklich etwas</b> <b>mit Zukunftsaussichten</b> <b>dann der einzelnen Unternehmen und</b> <b>Branchen zu tun. Schauen wir</b> <b>auf unseren heimischen DAX,</b> <b>da gibt es ja auch ein sehr hohes Gewicht</b> <b>einer einzelnen Aktie,</b> <b>das ist SAP, aber darüber</b> <b>wollen wir jetzt gar nicht sprechen,</b> <b>sondern lieber darüber, warum der DAX</b> <b>denn ein Sonderling ist</b> <b>in der Indexwelt. Er ist nämlich ein</b> <b>Performanceindex und die</b> <b>meisten Indizes auf der Welt sind</b> <b>Kursindizes. Was hat es damit auf sich?</b> <b>Ja genau, deswegen ist die</b> <b>Vergleichbarkeit zwischen DAX</b>

<b>und S&P 500 oder ähnlichem oft etwas</b> <b>hängend, weil im deutschen</b> <b>Aktienindex Kapitalmaßnahmen,</b> <b>also insbesondere Dividenden,</b> <b>wiederangelegt, also rein rechnerisch</b> <b>wiederangelegt werden. Also</b> <b>man verknüpft dann den Index, wenn die</b> <b>Unternehmen Dividenden ausschütten und</b> <b>tut so, als ob dieses</b> <b>Geld wieder in das Unternehmen investiert</b> <b>worden sei und insofern habe ich beim</b> <b>deutschen Aktienindex</b> <b>einen Zinseszinseffekt, den ich eben bei</b> <b>vielen anderen Indizes nicht</b> <b>habe. Und den sehe ich, wenn</b> <b>ich den Performanceindex, den wir ja</b> <b>jeden Tag im Internet sehen, in der</b> <b>Zeitung sehen, von denen</b>

<b>ihr Experten alle immer redet, wenn man</b> <b>den mit dem Kursindex, den es auch gibt,</b> <b>vergleicht, der zählt.</b> <b>Genau. Der Zinseszinseffekt wirkt sich</b> <b>natürlich auf lange Sicht aus, also wenn</b> <b>man da sehr kurz geht,</b> <b>dann wird man wenig Unterschiede sehen,</b> <b>wenn man aber längere</b> <b>Zeiträume – und wir beide hatten ja</b> <b>vorhin besprochen, den deutschen</b> <b>Aktienindex gibt es aus den</b> <b>Ende der 80er Jahre und den</b> <b>Kursindex in etwa auch –, also insofern</b> <b>hat man da auch auf lange Sicht einen</b> <b>vergleichbaren Maßstab.</b> <b>Sie sind mit 1.000 Punkten rausgekommen.</b> <b>Der Kursindex liegt heute bei 9.230</b> <b>knapp, und der Performanceindex</b>

<b>bei 25.286 Punkten. Also da sieht man</b> <b>schon, dass die Indizes doch ganz</b> <b>gewaltig auseinander gelaufen</b> <b>sind in den letzten Jahrzehnten. Also man</b> <b>muss das nur wissen, es</b> <b>ist ein Performanceindex,</b> <b>die ganzen anderen werden als Kursindex,</b> <b>die meisten anderen, gerechnet. Ja, mit</b> <b>Indizes ist es wirklich</b> <b>so eine Sache, vor allem als ETF-Anleger,</b> <b>das hast du vorhin auch</b> <b>schon gesagt, muss ich wirklich</b> <b>genau hinschauen, wie ist der Index</b> <b>konstruiert, wie fallen die Gewichtungen</b> <b>von Ländern und Branchen</b> <b>aus? Da kann man ja auch mal</b> <b>Überraschungen erleben. Und</b> <b>dann gibt es ja teilweise auch</b>

<b>irgendwelche Ausschlüsse und damit meinen</b> <b>ich keine</b> <b>Nachhaltigkeitskriterien, sondern Länder</b> <b>werden ausgeschlossen. Also ein</b> <b>Weltaktienindex ex USA. Welchen Sinn</b> <b>macht das, wenn doch die USA</b> <b>der mit Abstand größte Kapitalmarkt der</b> <b>Welt sind? Ja, weil die USA eben in diesen</b> <b>großen internationalen</b> <b>Indizes aufgrund der Breite ihres</b> <b>Aktienmarktes und natürlich auch der</b> <b>extrem hoch kapitalisierten</b> <b>einzelnen Unternehmen eine dominierende</b> <b>Rolle spielt. Und wenn man</b> <b>dann sagt, ja, ich möchte aber</b> <b>mich breiter aufstellen als die</b> <b>Vereinigten Staaten, dann könnten solche</b> <b>Indizes eben Sinn machen,</b>

<b>die die USA zunächst mal ausschließen,</b> <b>die würde man dann sicherlich</b> <b>über andere Indizes</b> <b>oder Investments beimischen oder</b> <b>dazumischen. Aber man will sie dann</b> <b>offensichtlich nicht in einer</b> <b>Größenordnung haben, wie sie</b> <b>üblicherweise in den internationalen</b> <b>Indizes enthalten sind. Man</b> <b>könnte ja auch ein bisschen reduzieren.</b> <b>Also Ex finde ich da</b> <b>schon ziemlich extrem. Ja aber</b> <b>dann ist wieder die Frage, wonach und wie</b> <b>willst du reduzieren? Was sind da die</b> <b>Maßstäbe? Wir wissen</b> <b>ja, dass viele Indexanbieter auch auf die</b> <b>freie Konvertierbarkeit, die</b> <b>Handelbarkeit etc. pp.</b> <b>gucken, ob denn dann Länder überhaupt in</b>

<b>solche Indizes hinein</b> <b>gehoben werden oder nicht. Und</b> <b>insofern spielen da glaube ich schon noch</b> <b>einige Bedingungen auch eine</b> <b>Rolle und man muss sich eben</b> <b>genau angucken, ja, nach welchen</b> <b>Kriterien, wie du es vorhin schon sagtest,</b> <b>Jessica, wird so ein Index</b> <b>gebaut? Ist er preis-, ist er</b> <b>performanceabhängig? Ist er wie auch</b> <b>immer gewichtet? Wie viele einzelnen</b> <b>Unternehmen sind enthalten? Und so weiter</b> <b>und so fort. Also es gibt ja</b> <b>schon ein paar Maßstäbe, und</b> <b>noch mal, ich kann nur empfehlen, dass man</b> <b>sich eine Sekunde damit</b> <b>auseinandersetzt, bevor man in</b> <b>solche Indizes hinein investiert. Ja, ich habe</b>

<b>immer so ein bisschen bei diesen</b> <b>Ausschlüssen Bauchschmerzen,</b> <b>also zum Beispiel ein MSCI World ex USA,</b> <b>ein Asia-Pacific-Index ex</b> <b>Japan, das finde ich immer</b> <b>ein bisschen schwierig. Ich finde es auch</b> <b>vor allem komplex für</b> <b>einen Privatanleger,</b> <b>eine Privatanlegerin, das vielleicht auch</b> <b>ohne Beratung zusammenzubasteln.</b> <b>Kann ich denn nicht eigentlich auch die</b> <b>vermeintliche Übergewichtung, also die</b> <b>über 70 Prozent im MSCI World,</b> <b>die die USA da haben, einfach dadurch</b> <b>korrigieren, dass ich andere ETFs</b> <b>beimische, also sprich: Mir</b> <b>ist zu wenig Europa im MSCI World, ich</b> <b>pack mein EURO STOXX 50 oder was</b>

<b>auch immer dazu, MSCI Europe</b> <b>gibt ja genug, das ist doch eigentlich</b> <b>der einfachere Weg, als</b> <b>zu so extrem komplexen,</b> <b>die man nicht so gleich verstanden hat,</b> <b>ETFs zu greifen, oder? Ja,</b> <b>das kann man sicherlich tun,</b> <b>ich glaube in Asien hat man sich einfach</b> <b>an Asia ex Japan gewöhnt,</b> <b>weil Japan eben so viele Jahre</b> <b>die mit Abstand dominierendste</b> <b>Volkswirtschaft in diesem Raum war, das</b> <b>hat sich mittlerweile</b> <b>sicherlich geändert, wenngleich man dann,</b> <b>nochmal, auf Kapitalzugang,</b> <b>Währungskonvertierung und</b> <b>ähnliche Dinge achten muss, aber bei</b> <b>anderen Ausschlüssen würde</b> <b>ich auch jetzt zuerst mal die</b>

<b>Frage stellen, warum und weshalb und</b> <b>wahrscheinlich ist es besser, da bin ich</b> <b>schon bei dir, anstatt</b> <b>einen Index zu nehmen, der ausschließt,</b> <b>da lieber den breiten Index</b> <b>zu nehmen und was anderes dafür</b> <b>beizumischen – das ist möglicherweise dann</b> <b>die einfachere Variante. Es</b> <b>gibt auch globale Indizes,</b> <b>die nicht nach Marktkapitalisierung</b> <b>gewichtet sind, sondern</b> <b>nach dem BIP der einzelnen,</b> <b>also dem Bruttoinlandsprodukt, der</b> <b>einzelnen Länder, findest</b> <b>du das spannend? Jessica,</b> <b>man kann ja viele Fragen an das</b> <b>Bruttoinlandsprodukt insgesamt machen, es</b> <b>steht ja auch immer mal</b> <b>wieder in der Kritik, ich bin nicht</b>

<b>sicher, ob es wirklich der geeignete</b> <b>Maßstab ist, um Aktien</b> <b>am Ende zu gewichten. Wenn man zum</b> <b>Beispiel nach Europa guckt, haben wir</b> <b>typischerweise eine viel</b> <b>kleinere Marktkapitalisierung zum</b> <b>Bruttoinlandsprodukt, weil wir sehr viel</b> <b>stärker das Hausbankprinzip</b> <b>haben. In den Vereinigten Staaten geht</b> <b>man traditionell, auch in England, also</b> <b>in den angelsächsischen</b> <b>Ländern, über den Kapitalmarkt und</b> <b>insofern kommen dann da ganz andere</b> <b>Gewichtungen bei heraus,</b> <b>obwohl die deutsche Volkswirtschaft oder</b> <b>auch die europäische</b> <b>Volkswirtschaft ja durchaus</b> <b>eine große und starke ist. Also ich bin</b>

<b>nicht sicher, ob das</b> <b>wirklich das richtige Kriterium</b> <b>ist, um über Aktiengewichtungen zu</b> <b>entscheiden. Es ist auch vielleicht ein</b> <b>Faktor, dass ja so ein</b> <b>DAX, zwar der Deutsche Aktienindex ist,</b> <b>aber eigentlich ja eher auch</b> <b>international aufgestellt</b> <b>ist, weil die Unternehmen 80 Prozent und mehr</b> <b>Prozent ihrer Umsätze im</b> <b>Ausland machen. Das würde ja auch</b> <b>ein bisschen hinken, wenn man da auf</b> <b>einmal das BIP als</b> <b>Gewichtungsmaßstab nimmt, oder?</b> <b>Ja, absolut. Und Deutschland hat ja ein</b> <b>relativ hohes BIP, sind ja</b> <b>immer wieder an Nummer 3 oder 4,</b> <b>je nachdem, wo gerade der japanische</b>

<b>Yen liegt. Aber ja,</b> <b>natürlich ist das auch noch mal eine</b> <b>Frage dann, wo die Unternehmen und wie</b> <b>sie aufgestellt sind. Ich</b> <b>glaube, für Deutschland würde</b> <b>das eher ein höheres Gewicht bedeuten,</b> <b>wenn man nach Bruttoinlandsprodukt</b> <b>anstatt nach Marktkapitalisierung</b> <b>gewichten würde. Aber das liegt eben</b> <b>daran, dass wir sehr viel stärker im</b> <b>Hausbankprinzip, also</b> <b>über Kredite finanzieren und nicht so</b> <b>sehr über den Kapitalmarkt</b> <b>wie das in angelsächsischen</b> <b>Ländern üblich ist, wenngleich wir</b> <b>sicherlich eine gewisse Angleichung auch</b> <b>in diesem Bereich sehen.</b> <b>Fun Fact: Deutschland hat einen Anteil am</b>

<b>MSCI World von, das schwankt immer ein</b> <b>bisschen, zwischen zwei und drei</b> <b>Prozent, also, um daran zu sehen, wie</b> <b>klein unser Kapitalmarkt</b> <b>im Vergleich zu anderen,</b> <b>vor allen Dingen im Vergleich zu den USA,</b> <b>ist. Also das wäre dann</b> <b>schon ein Nachteil. Da ist es</b> <b>ein Nachteil und nach BIP wäre</b> <b>wahrscheinlich die Gewichtung eine etwas</b> <b>andere. Ja, der gesamte</b> <b>DAX hat ja nicht die Marktkapitalisierung</b> <b>von einzelnen Magnificent-</b> <b>Seven-Werten, also das ist</b> <b>einfach so. Noch nicht mal die Hälfte vom</b> <b>teuersten Unternehmen der</b> <b>Welt ist es im Augenblick. Ja,</b> <b>abschließend eine Frage, bist du Team</b>

<b>Marktkapitalisierung oder Team</b> <b>Gleichgewichtung? Oder kann</b> <b>ich es vielleicht als Anlegerin auch je</b> <b>nachdem, wie ich mich</b> <b>aufstellen möchte, kombinieren?</b> <b>Da würde ich tatsächlich die letzte</b> <b>Variante bevorzugen. Ich</b> <b>hatte ja gesagt, es gibt Phasen,</b> <b>die sind so und es gibt Phasen, die sind</b> <b>anders. Traditionell kennen wir natürlich</b> <b>diese Marktkapitalisierung,</b> <b>die meisten Indizes sind so gewichtet,</b> <b>aber ich würde nicht sagen,</b> <b>in jeder Börsenphase und zu</b> <b>jeder Zeit ist das die bessere Lösung,</b> <b>sondern da kann man</b> <b>sicherlich auch beide wirklich kombinieren.</b> <b>Auf jeden Fall ein spannendes Thema und</b>

<b>spannende Meinungen. Vielen lieben Dank</b> <b>für diese PERSPEKTIVEN</b> <b>To Go. Aber sehr gerne.</b>

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