PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast· Folge 330

Wirtschaft in der Schwebe – Börse im Höhenflug

Dienstag, 10. Juni 2025 · 18 min

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Shownotes

Rekordstände beim DAX – trotz geopolitischer Spannungen, schwankender Konjunkturprognosen und angekündigter US-Zölle. Wie passt das zusammen? Die aktuelle Lage an den Märkten analysiert Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, im Gespräch mit Finanzjournalistin Jessica Schwarzer.

Quelle für Wert- und Preisentwicklungen sowie Zinsprognosen: Bloomberg. Quelle für Erwartungen der Unternehmensgewinne: LSEG Datastream.

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<b>Deutsche Bank präsentiert.</b> <b>Perspektiven to go.</b> <b>Ihr Audio-Podcast</b> <b>rund um das Thema Börsen.</b> <b>Überraschungen haben Börsianer in den</b> <b>vergangenen Wochen und</b> <b>Monaten so einige erlebt.</b> <b>Die Unsicherheit oder doch zumindest</b> <b>Unvorhersehbarkeit dominiert.</b> <b>Wie gehen die Märkte damit um?</b> <b>Sind Anleger mit Blick auf die von</b> <b>US-Präsident Donald Trump</b> <b>angekündigten Zölle vielleicht</b> <b>zu sorglos?</b> <b>Denn trotz aller</b> <b>Unsicherheit steigen die Kurse.</b> <b>Über die aktuelle Lage an den Märkten</b> <b>spreche ich mit Uli</b> <b>Stefan von der Deutschen Bank.</b> <b>Mein Name ist Jessica Schwarze und damit</b> <b>herzlich willkommen zu</b>

<b>den Perspektiven to go.</b> <b>Uli, der DAX markiert ein</b> <b>Rekord durch nach dem anderen.</b> <b>Wie passt das zur aktuellen</b> <b>wirtschaftlichen und geopolitischen Lage?</b> <b>Jessica, zum einen haben die Anleger</b> <b>Europa wieder entdeckt.</b> <b>Europa ist billig gewesen.</b> <b>Europa scheint sich jetzt auf den Weg zu</b> <b>machen mit Konjunkturpaketen etc.</b> <b>Die Wirtschaft ankurbeln zu wollen.</b> <b>Das ist das eine.</b> <b>Das andere ist dann sicherlich konkret</b> <b>auch für den deutschen</b> <b>Aktienindex die Maßnahmen</b> <b>in Richtung Infrastrukturverteidigung.</b> <b>Das sind auch die Werte, die hier</b> <b>besonders profitieren im DAX.</b> <b>Dazu kommen dann Industrie, Finanzwerte,</b>

<b>die natürlich auch</b> <b>damit zu tun haben, wenn</b> <b>wir wirklich ab 2026</b> <b>diese Gelder ausgeben.</b> <b>Und das fängt der Markt an, einzupreisen.</b> <b>Also durch die momentan etwas</b> <b>unübersichtliche Lage hindurch.</b> <b>Wir müssen natürlich noch mit</b> <b>Volatilitäten rechnen.</b> <b>Jetzt gehen die Diskussion zwischen den</b> <b>USA und China wieder los.</b> <b>Europa gibt es auch noch keine Einigung.</b> <b>Also da kann es immer wieder natürlich</b> <b>dann zu Aussagen</b> <b>kommen, die die Märkte ja auch</b> <b>durchaus bewegen können.</b> <b>Aber auf längere Sicht scheint es mir</b> <b>doch so zu sein, dass</b> <b>die Anleger wirklich auf</b> <b>das Jahr 2026 anfangen zu gucken und da</b>

<b>relativ optimistisch sind.</b> <b>Wir haben ja an der Wall Street einen</b> <b>ziemlich schwachen Jahresstart gesehen.</b> <b>Du hast gerade schon</b> <b>gesagt, Anleger in Europa wieder.</b> <b>Aber auch an der Wall Street steigen ja</b> <b>die Kurse mittlerweile wieder.</b> <b>Und es gibt ja auch ein</b> <b>paar ganz gute Konjunkturdaten.</b> <b>Aber es gab eben auch ein paar Zeichen</b> <b>für eine konjunkturelle Abkühlung.</b> <b>Wie ist denn die Lage in den USA und vor</b> <b>allen Dingen, wie ist</b> <b>sie an der Wall Street?</b> <b>Ja, an der Wall Street ist sie, hast du</b> <b>ja gesagt, nach wie vor eigentlich</b> <b>relativ optimistisch.</b> <b>Wir haben praktisch, also noch nicht</b>

<b>ganz, aber praktisch</b> <b>die Verluste aus dem April</b> <b>wieder aufgeholt.</b> <b>Wir sind noch nicht ganz an den</b> <b>Höchstständen des Jahres,</b> <b>die im Februar erreicht worden</b> <b>sind.</b> <b>Aber insofern ist die Wall</b> <b>Street da ganz guter Dinge.</b> <b>Die Gewinnrevisionen, die Negativen</b> <b>lassen auch langsam nach.</b> <b>Also insofern, wie gesagt, ist da die</b> <b>Stimmung gar nicht so schlecht.</b> <b>Realwirtschaft ist</b> <b>sie immer noch gemischt.</b> <b>Also die Stimmungsindikatoren sind</b> <b>deutlich schlechter als die harten Daten</b> <b>der Arbeitsmarktbericht.</b> <b>War jetzt überraschend gut.</b> <b>Das hat dazu geführt, dass auch</b> <b>Spekulationen Richtung massiven</b>

<b>Zinssenkungen der amerikanischen</b> <b>Notenbank ein Stück wieder nachgelassen</b> <b>haben, dass die</b> <b>Renditen der Anleihen ein Stück</b> <b>angestiegen sind.</b> <b>Aber all das hat dem Aktienmarkt nichts</b> <b>ausgemacht, der im Moment,</b> <b>glaube ich, jede gute Nachricht</b> <b>nimmt, um dann auch zu steigen.</b> <b>Also es sieht so aus, dass die Wirtschaft</b> <b>relativ schwächer</b> <b>läuft als zuvor, aber immer</b> <b>noch auf einem</b> <b>einigermaßen ordentlichen Kurs ist.</b> <b>Aber es ist schon irgendwie eine</b> <b>merkwürdige Gemengelage, wenn</b> <b>man sich so die politischen,</b> <b>geopolitischen Schlagzeilen jeden Tag</b> <b>anschaut, wenn man das</b> <b>alles liest und dann sieht, dass</b>

<b>die Aktienkurse doch relativ stark</b> <b>gestiegen sind in den</b> <b>vergangenen Wochen, oder?</b> <b>Ja, aber es ist auch viel, wie soll ich</b> <b>denn sagen,</b> <b>langfristige Diskussionen dabei.</b> <b>Wir reden dann über das US-Budget</b> <b>verbunden mit den US-Schulden.</b> <b>Wenn ich auf die Renditen gucke, kann ich</b> <b>nicht erkennen, dass</b> <b>irgendjemand heute an den</b> <b>Vereinigten Staaten</b> <b>als Schuldner zweifelt.</b> <b>Trotzdem gibt es Diskussionen darum, wann</b> <b>und wie und überhaupt</b> <b>auch mit dem Dollar.</b> <b>Dazu gehört auch die Section 899, die ja</b> <b>im Moment ganz</b> <b>intensiv an den Kapitalmärkten</b> <b>diskutiert wird.</b> <b>Also die Fragestellung ist noch nicht</b>

<b>verabschiedet, aber die</b> <b>Fragestellung oder der Vorschlag,</b> <b>der in dem Big Beautiful Bill der</b> <b>US-Regierung enthalten ist,</b> <b>nämlich, dass US-erträge für</b> <b>Ausländer höher besteuert werden sollen,</b> <b>dass also diese Steuern</b> <b>nochmal in 5% Schritten</b> <b>demnächst steigen werden.</b> <b>Und das führt dann eben zusammen mit</b> <b>Schulden und mit den ganzen</b> <b>anderen Diskussionen dazu,</b> <b>dass man sagt, oh, wer wird denn dann</b> <b>jemals nochmal die USA</b> <b>finanzieren und müssen dann</b> <b>die Renditen nicht deutlicher steigen und</b> <b>der Dollar ganz, ganz schwach werden?</b> <b>Also ich erwarte hier keinen Big Bang,</b> <b>das ist alles ein</b>

<b>schleichender Prozess, der</b> <b>stattfindet.</b> <b>Die Renditen sind, weiß</b> <b>Gott, nicht auf Alarmniveau.</b> <b>Der Dollar hat etwas abgeschwächt, aber</b> <b>nach Kaufkraftparitäten</b> <b>müsste er wahrscheinlich</b> <b>eher in den Mitte 20ern bis</b> <b>sogar 1,30 stehen zum Euro.</b> <b>Insofern ist an den Kapitalmärkten diese,</b> <b>ja ich hätte fast gesagt,</b> <b>Panik, die man sozusagen</b> <b>im Nachrichtenfluss liest, ob denn die</b> <b>USA noch</b> <b>vertrauenswürdig wäre und ob denn noch</b> <b>Treasuries gekauft wird, die ist an den</b> <b>Kapitalmärkten selbst</b> <b>tatsächlich nicht zu sehen.</b> <b>Aber was zu sehen ist, ist, wie du es ja</b> <b>auch schon gesagt hast,</b>

<b>dass Anleger schon ein</b> <b>Stück weit Geld umschichten, wieder mehr</b> <b>europäische Aktien</b> <b>kaufen und teilweise auch</b> <b>ein bisschen ihre Anteile, lasst man auch</b> <b>von Foremanagern in</b> <b>den USA leicht reduziert</b> <b>haben.</b> <b>Also so ein bisschen merkt man schon,</b> <b>dass man sich ein bisschen</b> <b>umpositioniert hat zuletzt.</b> <b>Ja, man darf aber auch nicht vergessen,</b> <b>Jessica, dass wir über Jahre</b> <b>jetzt das US-Exceptionalism</b> <b>gesprochen haben, also der</b> <b>ausgesprochenen Besonderheit der USA.</b> <b>Das war wirklich der</b> <b>Hort, wo man Geld anlegte.</b> <b>Das war der Ort der Magnificent Seven,</b> <b>die extrem gestiegen</b>

<b>sind, ja auch zu Recht, weil</b> <b>die Wachstumsraten sehr, sehr groß waren.</b> <b>Und da scheint es jetzt eine gewisse</b> <b>Normalisierung zu geben.</b> <b>Also man sieht das an den</b> <b>Währungsreserven, wir hatten glaube ich</b> <b>schon mal darüber gesprochen,</b> <b>die so leicht abnehmen, weil eben</b> <b>auslaufende Bonds nicht</b> <b>wieder angelegt werden.</b> <b>Man sieht das eben daran, dass der Dollar</b> <b>ein Stück abnimmt im</b> <b>Wert gegenüber praktisch</b> <b>allen anderen Währungen.</b> <b>Man sieht es daran, dass Kapitalflüsse</b> <b>Richtung Europa stattfinden.</b> <b>Europa hat vorher überhaupt gar keine</b> <b>Rolle auf der Landkarte gespielt.</b> <b>Man ist also nur belächelt worden, wenn</b>

<b>man den Vorschlag gemacht</b> <b>hat, doch mal in europäische</b> <b>Aktien zu investieren.</b> <b>Und ich würde das im Moment noch eher</b> <b>unter dem Ruprum Normalisierung</b> <b>thematisieren wollen,</b> <b>aber jetzt nicht ein massiver Ausstieg</b> <b>aus den Vereinigten Staaten.</b> <b>Wie gesagt, ein Big Bang erwarte ich hier</b> <b>nicht, eher ein</b> <b>schleichenden Prozess möglicherweise</b> <b>über die nächsten Jahre.</b> <b>Aber das ist auch wieder sehr, sehr</b> <b>abhängig davon, was denn die</b> <b>US-Administration und</b> <b>der amerikanische Präsident in den</b> <b>nächsten Wochen und</b> <b>Monaten entscheiden wird.</b> <b>Was bedeutet das denn so ganz konkret,</b> <b>wenn Investoren Geld</b>

<b>aus den USA abziehen?</b> <b>Heißt das unbedingt dann, die Aktienkurse</b> <b>werden fallen, die</b> <b>Renditen von Staatsanleihen</b> <b>steigen und was bedeutet das so für die</b> <b>US-Wirtschaft oder ist das so ein langsam</b> <b>schleichender Prozess,</b> <b>dass man das gar nicht</b> <b>richtig ablesen kann?</b> <b>Na ja, man muss ja auf der einen Seite</b> <b>sagen, dass die</b> <b>US-Administration offensichtlich das</b> <b>Ziel hat, dass genau das passiert.</b> <b>Denn die Kehrseite einer ausgeglicheneren</b> <b>Handelsbilanz ist natürlich</b> <b>auch, dass weniger Geld in</b> <b>die Vereinigten Staaten hineinfließt.</b> <b>Also im Grunde genommen könnte die</b> <b>US-Administration den Amerikanern auch</b>

<b>sagen, schneiden mal</b> <b>den Gürtel enger und konsumiert weniger.</b> <b>Das ist ungefähr das gleiche, wie zu</b> <b>sagen, ich möchte gerne eine</b> <b>ausgeglichene Handelsbilanz</b> <b>haben.</b> <b>Insofern ja ist das schon so, dass</b> <b>natürlich geringere Flüsse</b> <b>in die Vereinigten Staaten</b> <b>wahrscheinlich dazu führen werden, dass</b> <b>der Dollar etwas schwächer wird.</b> <b>Wir rechnen auch damit, dass das in den</b> <b>nächsten Jahren noch ein</b> <b>Stück weitergehen kann.</b> <b>Aber wie gesagt, die Kaufkraftparität</b> <b>liegt auch noch etwas</b> <b>beim schwächeren Dollar als</b> <b>im Vergleich zu jetzt.</b> <b>Und es kann auch dazu führen, dass die</b> <b>Renditen ein Stück weit steigen werden.</b>

<b>Aber ich würde da noch mal keine</b> <b>dramatischen Entwicklungen</b> <b>sehen in den nächsten Wochen</b> <b>an den Kapitalmärkten.</b> <b>Das ist nach wie vor sehr ruhig.</b> <b>Die Zinsen reagieren sehr rational auf</b> <b>verschiedene Indikatoren, auf</b> <b>Meldungen, die gegeben werden</b> <b>von der</b> <b>Realwirtschaft, von der Notenbank.</b> <b>Und insofern scheint mir hier die</b> <b>Diskussion intensiver zu</b> <b>sein als das, was wir momentan</b> <b>in den Kapitalmärkten erleben.</b> <b>Lass uns noch mal ein</b> <b>bisschen genauer hinschauen.</b> <b>Deutschland oder auch Europa insgesamt</b> <b>und der amerikanische</b> <b>Aktienmarkt, die haben ja</b> <b>einen ganz unterschiedlichen Banzenmix.</b>

<b>Dieses Jahr laufen sie</b> <b>auch ziemlich unterschiedlich.</b> <b>Was ist denn im Moment so gefragt bei</b> <b>Anlegern nicht mehr?</b> <b>Die Magnifesten 7, stattdessen, ich hätte</b> <b>jetzt bei einer gesagt</b> <b>langweilige europäische</b> <b>Werte.</b> <b>Also die Magnifesten 7 sind nach wie vor</b> <b>natürlich gefragt, aber</b> <b>nicht mehr in dem Maße, wie</b> <b>das im Vorfeld gewesen ist.</b> <b>Das liegt aber auch daran, dass die</b> <b>Unterschiede in den</b> <b>Gewinnentwicklungen nicht mehr so groß</b> <b>sind, wie sie vorher gewesen sind.</b> <b>Das ist, glaube ich, eine</b> <b>relativ normale Entwicklung.</b> <b>Dass diese extrem hohen Gewinndynamiken</b> <b>dann irgendwann ein</b>

<b>Stück weit nachlassen.</b> <b>Nichtsdestotrotz ist es so, dass für die</b> <b>Magnifesten 7 immer noch</b> <b>15, 16 Prozent in diesem Jahr</b> <b>erwartet werden für den restlichen S&P</b> <b>500, gerade mal die Hälfte.</b> <b>Also sie wachsen immer noch stärker.</b> <b>Aber damit erweitert sich natürlich der</b> <b>Blick dann auch auf andere</b> <b>Unternehmen, beispielsweise</b> <b>Finanzwerte, beispielsweise die Industrie</b> <b>und eben dann auch</b> <b>Europa, wo sicherlich ja</b> <b>nicht nur für manch ein in Europa</b> <b>überraschend der Schwenk</b> <b>in Deutschland kam, doch die</b> <b>Fiskalpolitik massiv auszuweiten in die</b> <b>Infrastruktur, in die</b> <b>Verteidigung zu investieren.</b>

<b>Und dann sind es natürlich in Europa</b> <b>insbesondere diese Titel,</b> <b>die davon profitieren, dass</b> <b>eben eine Menge Geld auf dem Tisch legt,</b> <b>was dann in den nächsten</b> <b>Jahren ausgegeben werden</b> <b>soll und ja die Branchen, die dann aktiv</b> <b>werden, ob es die</b> <b>Industrie ist, ob es Materialien</b> <b>sind, ob es eben die Verteidigung direkt</b> <b>ist oder auch die</b> <b>Finanzwerte, die profitieren</b> <b>dann davon.</b> <b>Und die steigen ja</b> <b>jetzt auch schon kräftig.</b> <b>Man sieht im DAX, wer da die</b> <b>Spitzenreiter hier to date sind.</b> <b>Wie läuft es denn augenblicklich in</b> <b>Europa wirtschaftlich?</b> <b>Die Europäische Zentralbank hat ja gerade</b>

<b>ihre</b> <b>Wirtschaftspognosen leicht angepasst.</b> <b>Sie sind aber nahezu unverändert.</b> <b>Laufende Jahr mit einem Wachstum von 0,9</b> <b>Prozent, das ist ja nicht gerade üppig.</b> <b>Das ist absolut richtig.</b> <b>Man darf aber auch hier nicht verkennen.</b> <b>Die USA kommen eben von einem sehr, sehr</b> <b>hohen Niveau mit sehr</b> <b>starken Wachstumszahlen,</b> <b>mit hoher Produktivität</b> <b>ein Stück weit runter.</b> <b>Die Europäer kommen von ganz minimalem</b> <b>Wachstum von unten etwas nach oben.</b> <b>Es wird also graduell besser in Europa.</b> <b>Auch hier sehen wir</b> <b>keine dramatischen Sprünge.</b> <b>Wahrscheinlich wird Europa auch in diesem</b> <b>Jahr schwächer</b>

<b>wachsen als die Vereinigten</b> <b>Staaten, was eben vor allen Dingen an der</b> <b>genannten Produktivität liegt.</b> <b>Aber die Europäer kommen eben von einem</b> <b>schwachen Stand und werden besser.</b> <b>Und die Amerikaner kommen von einem hohen</b> <b>Stand und werden etwas schlechter.</b> <b>Das verbunden mit der Tatsache, dass die</b> <b>Gelder eben doch sehr,</b> <b>sehr stark in den Vereinigten</b> <b>Staaten konzentriert waren, führt dann</b> <b>dazu, dass wir einen</b> <b>gewissen Schiff haben von den</b> <b>USA Richtung Europa und dass Europa eben</b> <b>in diesem Jahr</b> <b>tatsächlich besser läuft als</b> <b>die Vereinigten Staaten.</b> <b>Ich finde es aber ehrlich gesagt mit</b>

<b>Blick auf den DAX, der</b> <b>seit Anfang des Jahres ja</b> <b>über 20 Prozent gestiegen</b> <b>ist, was ja fenomenal ist.</b> <b>Immer noch befremdlich, wenn ich mir</b> <b>anschaue, was da an Zöllen</b> <b>kommen sollte, wahrscheinlich</b> <b>kommen wird, weil trotz aller</b> <b>Verhandlungen die werden ja nicht</b> <b>wegverhandelt und im</b> <b>Augenblick aber ja nur eine Zollpause.</b> <b>Wie groß sind die Risiken da noch?</b> <b>Jessica, ich glaube tatsächlich, dass der</b> <b>Markt sehr rational ist.</b> <b>Wir haben die mit Abstand höchsten</b> <b>Gewinnrevisionen und zwar nach</b> <b>unten bei den Automobilwerten</b> <b>gesehen.</b> <b>Wir sehen niedrige Bewertungen hier.</b> <b>Es gibt auch Abschläge im Bereich Pharma</b>

<b>natürlich, weil die</b> <b>US-Administrationen hier</b> <b>mit Eingriffen in den Preismechanismen</b> <b>und oder Zöllen argumentiert.</b> <b>Also ich glaube, dass der Markt schon</b> <b>relativ rational ist.</b> <b>Die Spreizung ist einfach extrem groß</b> <b>zwischen denjenigen, die</b> <b>strukturelle Probleme haben</b> <b>und möglicherweise auch noch von den</b> <b>Zöllen betroffen sind zu</b> <b>Unternehmen oder Branchen,</b> <b>die damit ganz gut umgehen können.</b> <b>Und deswegen wundert mich das jetzt nicht</b> <b>so sehr, weil wir hatten</b> <b>ja schon drüber gesprochen.</b> <b>Vor allen Dingen natürlich diejenigen</b> <b>steigen, die hier von den</b> <b>europäischen Maßnahmen positiv</b>

<b>betroffen sind und wie gesagt diejenigen,</b> <b>die strukturellen</b> <b>Probleme haben und auf die</b> <b>möglicherweise auch noch Zölle oder</b> <b>sonstige Abgaben Richtung</b> <b>USA zukommen werden, dass</b> <b>die eben auch in den</b> <b>Kursen zurückbleiben.</b> <b>Das klingt für mich als ETF-Anlegerin,</b> <b>die ich ja bin, aber</b> <b>jetzt gerade eher so, okay,</b> <b>lieber mal Finger weg vom DAX ETF und auf</b> <b>die einzelnen Branchen schauen oder einen</b> <b>aktiv gemanagten Fall mir aussuchen,</b> <b>damit ich wirklich die</b> <b>richtigen Werts habe und</b> <b>nicht die Verlierer?</b> <b>Ja, das ist sicherlich so.</b> <b>Wir haben eine Situation, wo der</b> <b>amerikanische Präsident von</b>

<b>allgemeinen Zöllen, die er</b> <b>Anfang April diskutiert hat, sie</b> <b>mittlerweile pausiert hat,</b> <b>wir wissen alle nicht, wie das</b> <b>ausgehen wird, aber immer stärker</b> <b>offensichtlich auf</b> <b>einzelne Branchen geht.</b> <b>Dann sind es mal die Farmerwerte, die</b> <b>diskutiert werden, dann ist es die</b> <b>Filmindustrie, Medien,</b> <b>jetzt sind es</b> <b>Flugzeuge und Flugzeugteile.</b> <b>Also insofern gibt es da schon eine</b> <b>relativ große Spreizung</b> <b>und die kann man natürlich</b> <b>als aktiver Manager dann eher ausnutzen,</b> <b>als das mit passiven</b> <b>ETFs möglich ist, die dann</b> <b>den ganzen Index abbilden.</b> <b>Auf der anderen Seite ist natürlich auch</b>

<b>das Risiko ein</b> <b>anderes, denn oftmals weiß man</b> <b>ja nicht im Vorhinein, was da sozusagen</b> <b>alles über Social Media an neuen</b> <b>Maßnahmen kommuniziert wird.</b> <b>Du hast ja schon vorhin gesagt, dass der</b> <b>Markt im Augenblick sehr</b> <b>ruhig mit der Situation</b> <b>umgeht.</b> <b>Glaubst du, das bleibt so?</b> <b>Weil Überraschungen haben wir genug</b> <b>erlebt dieses Jahr und</b> <b>ich könnte mir vorstellen,</b> <b>da kommen noch einige hinterher, weil</b> <b>Donald Trump ja recht</b> <b>kreativ ist, wenn es um seine</b> <b>Handelspolitik geht.</b> <b>Glaubst du, wir werden noch ein paar</b> <b>Turbulenzen erleben dieses Jahr, wir</b> <b>müssen starke Nerven</b>

<b>haben?</b> <b>Ja, ich glaube tatsächlich, dass die USA</b> <b>da nicht loslassen werden.</b> <b>Sie haben nämlich, was wir ganz am Anfang</b> <b>ja diskutiert haben,</b> <b>natürlich ein Schuldenthema</b> <b>und natürlich müssen Sie gucken, dass Sie</b> <b>von diesen extrem</b> <b>hohen Hauswahlsdefiziten</b> <b>herunterkommen.</b> <b>Insofern sucht man händeringend nach</b> <b>Einnahmen, die will man</b> <b>generieren über Dodge und sozusagen</b> <b>Restrukturierungen im eigenen Land mit</b> <b>mehr oder weniger harten</b> <b>Mitteln und die versucht</b> <b>man eben aus dem Ausland zu bekommen,</b> <b>indem man dann</b> <b>argumentiert, dass Ausland würde</b> <b>unfair handeln und man belegt dann</b>

<b>allgemeine oder auch</b> <b>spezielle Zölle auf, um diese Gelder</b> <b>zu erzielen.</b> <b>Ob das gelingt, ist eine völlig andere</b> <b>Frage, denn die USA haben nur</b> <b>noch eine Industrieproduktion</b> <b>von um die 10%, das heißt viele Güter</b> <b>werden gar nicht in Amerika</b> <b>auf absehbare Zeit produziert</b> <b>werden können.</b> <b>Einige wahrscheinlich ohnehin nie, weil</b> <b>sie gar nicht</b> <b>kostendeckend dort produziert werden</b> <b>können und insofern werden dann diese</b> <b>Zölle bei den</b> <b>amerikanischen Verbrauchern landen.</b> <b>Das scheint aber alles noch diskutiert zu</b> <b>werden und deswegen,</b> <b>wie gesagt, glaube ich,</b> <b>dass wir nach wie vor damit rechnen</b>

<b>müssen, dass die Märkte</b> <b>auch darauf negativ reagieren,</b> <b>je nachdem was da kommt.</b> <b>Jetzt sollen wieder die Verhandlungen mit</b> <b>China gestartet werden.</b> <b>China ist also überhaupt gar nicht</b> <b>willig, irgendetwas</b> <b>nachzugeben Richtung USA und</b> <b>auch die Verhandlungen mit den Europäern</b> <b>erscheinen ja, wie Trump</b> <b>immer wieder sagt, sehr hart</b> <b>zu sein.</b> <b>Also es ist kein Selbstläufer, die Zeit</b> <b>wird auch langsam eng.</b> <b>Am 8.</b> <b>Juli müssten im Grunde genommen die</b> <b>Vereinbarung getroffen sein, denn dann</b> <b>läuft diese 90-tägige</b> <b>Pause der Zölle aus.</b> <b>Mal schauen, ob es gelingt.</b> <b>Mal schauen, ob es dann verlängert wird.</b>

<b>Welche Diskussionen</b> <b>es zwischendurch gibt.</b> <b>Also ich wäre im Grundsatz, würde ich ja</b> <b>schon noch glauben, wäre</b> <b>etwas vorsichtig und würde</b> <b>noch glauben, dass wir in den nächsten</b> <b>Wochen das ein oder andere</b> <b>an Volatilität noch erleben</b> <b>können.</b> <b>Wenn gleich sie, zumindest ist das jetzt</b> <b>die Erfahrung der</b> <b>letzten zwei Monate, dann</b> <b>meistens relativ kurz wirkt und</b> <b>möglicherweise für, ja, wie</b> <b>sagt man so schön, Beisedips,</b> <b>also für Kaufgelegenheit sorgen kann.</b> <b>Wunderbar.</b> <b>Es bleibt spannend an den Märkten. Bis dahin. Vielen Dank für diese Perspektiven to go.</b>

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