Rambo Zambo – Der Merz-Podcast· Folge 232

Kontrollverlust in Sachsen-Anhalt

Freitag, 9. Oktober 2026 · 25 min

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Shownotes

Am Dienstag wurde in Sachsen-Anhalt erstmals ein Vertreter einer vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuften Partei zum Präsident eines Landtags gewählt. Und das nicht nur mit den Stimmen der AfD und des BSW. Tobias Rausch bekam vier weitere Stimmen von anderen Abgeordneten. Auch wenn in geheimer Wahl gewählt wurde, gibt es Hinweise, dass diese Stimmen aus der CDU gekommen sein könnten. Wie reagierte der Kanzler? Wie groß ist jetzt der Druck auf Merz? Und welche Folgen könnten die Geschehnisse in Sachsen-Anhalt noch für die CDU im Bund haben? Darüber sprechen Julia Emmrich und Carlotta Richter in der aktuellen Folge von Rambo Zambo. Außerdem schauen sie auf das Spitzentreffen der Koalition Mitte der Woche. Beschlüsse gab es diesmal keine, auch keine Pressekonferenz – dafür allerdings eine SMS. Was lässt sich daraus über den Zustand der Koalition ableiten?

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Nach und nach wird es Bekenntnisse geben. Es wird Leute geben, die sagen, ich habe ihn gewählt. Nämlich aus dem Grund, weil ja im Dezember dann noch die eigentlich relevante Wahl ansteht, nämlich die des Ministerpräsidenten, also Ulrich Siegmund, der Wahlsieger. Wir haben diese Bundestagswahl 2025 gewonnen. Jetzt darf auch mal Rambo Zambo im Adler.

Das ist Rambo Zambo, der Merz-Podcast. Das Format, das ihr vielleicht nie wolltet, aber jetzt braucht. Mit Carlotta Richter und Julia Emrich. Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Rambo Zambo, dem Podcast, in dem wir immer einmal in der Woche über unseren Bundeskanzler Friedrich Merz und das sprechen, was seine Bundesregierung in Berlin so tut, beschließt und diskutiert.

Mein Name ist Carlotta Richter und mir sitzt endlich wieder Julia Emrich gegenüber. Wir mussten einige Wochen ohne einander auskommen, aber ich freue mich sehr, dass du wieder da bist. Ich freue mich auch sehr, Carlotta. Es war eine sehr wilde Woche, glaube ich, das kann man so sagen, für den Bundeskanzler. Es ist richtig viel passiert.

Wir können hier heute gar nicht im Einzelnen über alles ausführlich sprechen. Jedes einzelne Thema würde wahrscheinlich eine ganze Folge übernehmen. Brauchen, um es ausführlich zu besprechen. Aber ich finde, dass in dieser Woche. Unser Titel Rambuzambo mal wieder voll zutrifft auf das, was Merzum macht und was ihm so passiert.

Es war auf jeden Fall auch für ihn, glaube ich, ein Auf und Ab. Es ging los mit einer Reise in die Ukraine, die natürlich auch für den Bundeskanzler sehr bedrückend, sehr eindrücklich ist. Dann ist er aber direkt in seine alte Schule gefahren und hatte, ich glaube, einen für ihn sehr schönen Termin, zumindest ist, wenn man sich so die Bilder und Videos anschaut, die da entstanden sind.

Es gibt ein Video auf seinem Instagram-Account, auf dem er umzingelt ist von kleineren Schülern und Schülerinnen, die oben in der Runde stehen. Wobei kleiner natürlich bei Friedrich Merz geradezu sehr zu klein. Die waren wahrscheinlich alle ganz normal groß. Aber er ragt wirklich wie so ein Leuchtturm raus und versucht dann auch so dieses Bad in der Menge dieser glücklichen Kinder zu genießen. Also ein guter Moment endlich mal für den Kanzler.

Genau, ein bisschen Freude und Und dann war es aber auch relativ schnell wieder vorbei mit der Freude. Wir haben in dieser Woche einiges an Umfragen gesehen, die durch die Bank weg sehr katastrophale Ergebnisse zeigen für den Bundeskanzler und für die CDU. Seine Beliebtheit ist schlecht. Der Glaube an seine Kanzlerschaft ist nicht mehr wirklich da. Die Zahlen für die CDU sinken.

Und dann gab es am Dienstag einen Tag, der, glaube ich, auch für die gesamte Bundesrepublik, auch wenn er sich eigentlich in Sachsen-Anhalt abgespielt hat, doch auch eine Zäsur war, oder? Ja, das deutete sich ja schon an. Die AfD ist ja bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stärkste Fraktion geworden.

Sie ist nicht ganz so stark geworden, wie sie sich das erhofft hatten. Sie brauchen für alles das, was sie da tun, im Moment Stimmen der anderen Fraktionen, nur sehr wenige Stimmen. Und jetzt am Dienstag kam zum allerersten Mal dieser neue Landtag mit dieser starken AfD-Fraktion zusammen und bei dieser ersten Sitzung, man sagt Konstituierende, muss der Landtagspräsident gewählt werden.

Das ist ein ganz normales Ritual und es ist auch ganz normal, dass die stärkste Fraktion das Vorschlagsrecht hat und die AfD hatte dann Tobias Rausch ausgewählt. Jemand, der schon lange in der Partei ist, der auch komplett auf Parteilinie ist. Es ist jetzt also keiner von außen oder so, der irgendwie vermittelbarer wäre in die Mitte hinein oder so. Es ist ein strammer AfD-Mann und er ist tatsächlich im ersten Wahlgang gewählt worden.

Die AfD hat 39 Stimmen, er hätte 44 gebraucht, er hat 48 bekommen. Das heißt, er hat deutlich mehr bekommen, als zu erwarten war. Und kurz darauf ist noch ein Vize von ihm gewählt worden, ebenfalls AfD. Der, also sein erster Stellvertreter, ist ebenfalls ein AfD-Politiker und auch der hat für eine Überraschung gesorgt, weil man bei dem dachte, das ist ein Hardcore-Rechts-Extremer, Till Schneider und auch der ist gewählt worden.

Also es gab zwei Fälle, wo man dachte... Hier gibt es Leute in diesem Landtag, die die AfD an die Macht bringen wollen, jenseits der eigentlichen Fraktion. Und jetzt geht das große Rätselraten los. Wer hat wem da die Stimme gegeben? So, in dieser Lage sind wir und das Problem ist, dass, es eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit gibt, dass die, CDU-Abgeordneten, die in diesem neuen Landtag jetzt sind und mitwählen konnten, zum Teil sich nicht an Abreden gehalten haben, zum Teil möglicherweise, man muss da Stand heute vorsichtig sein, aber zum Teil offenbar auch ihre Stimme, an diese beiden AfD-Männer gegeben haben.

Endgültig aufklären wird man es möglicherweise nie, weil es eine geheime Wahl war. Aber man kann natürlich ein bisschen rechnen und mein Gefühl ist auch, nach und nach wird es Bekenntnisse geben. Es wird Leute geben, die sagen, ich habe ihn gewählt. Nämlich aus dem Grund, weil ja im Dezember dann noch die eigentlich relevante Wahl ansteht, nämlich die des Ministerpräsidenten, also Ulrich Siegmund, der Wahlsieger.

Der ist total selbstbewusst gerade. Der geht davon aus, er wird im ersten Wahlgang gewählt und dieses Selbstbewusstsein hat, glaube ich, das soll man sagen. Ich glaube, dieses Selbstbewusstsein hat einen Grund und dieser Grund liegt darin, dass er, glaube ich, Zusagen hat längst. Bei Rausch war es ja so, dass das BSW im Vorfeld angekündigt hat, für ihn zu stimmen.

39 Stimmen hat die AfD, 5 hat er vom BSW bekommen, das sind 44. Insgesamt hat er eben 48 bekommen. Und das ist jetzt eben der Punkt, bei dem sich alle fragen, wo kommen diese Stimmen her. Bei Til Schneider ist es ja nochmal ein bisschen anders. Da war es ja so, dass das BSW vorher angekündigt hat, sich zu enthalten und nicht für ihn zu stimmen.

Trotzdem hat er mehr Stimmen bekommen als nur die AfD-Fraktion. Also da ist ja auch nochmal jetzt so ein bisschen die Frage, wer könnte eben das gewesen sein? Und natürlich relativ schnell war dann die Frage, okay, waren es CDU-Abgeordnete? Das hat in der CDU für große Diskussionen gesorgt. Was hörst du denn jetzt aus der CDU, also auch aus der Bundes-CDU? Wie ist die Stimmung, wenn du mit den Abgeordneten sprichst?

Was sagen die, wie schauen die da nach Sachsen-Anhalt? Also das Entsetzen und die Empörung ist maximal. Es ist nicht so, als kommt das komplett überraschend. Man musste davon ausgehen, dass es ganz schöne Verwerfungen innerhalb dieser CDU-Fraktion gibt. Es gab auch vorher schon so Signale, wo man von einer großen Nähe sprach.

Und der jetzige Fraktionschef, das ist Sven Schulze, der noch Ministerpräsident, hat auch nicht mehr den Einfluss und die Macht, so eine Truppe zusammenzuhalten, wie das in anderen Zeiten vielleicht möglich wäre. Wir haben in den letzten Wochen und Monaten von vielen in der Union maximale Besorgnis gehört, die auch gesagt haben, es kann auch sein, dass.

Sehr offen für AfD-Politiker von vornherein agiert wird. Jetzt ist es noch so ein bisschen so eine Mauschelfase oder so. Wir müssen abwarten, was bei der Sigmund-Wahl dann am Ende da mal rauskommt. Aber es gab welche, die gesagt haben, das wird noch viel offensichtlicher und zwar unmittelbar am Wahlabend. Wird schon deutlich sein, wer dann die Seite wechselt.

So weit ist es nicht gekommen, aber in der, CDU-Parteizentrale ist die Sorge maximal groß und auch dort gilt eigentlich, wer sich von der Linie, und wir wissen ja alle, die CDU hat einen Unvereinbarkeitsbeschluss mit der AfD, wer sich von dieser Linie entfernt, dem droht im schlimmsten Fall auch ein Parteiausschlussverfahren.

Ich habe inzwischen allerdings das Gefühl, das interessiert die in Sachsen-Anhalt null. Die gehen im Zweifel einfach aus der Fraktion raus, zerreißen öffentlich ihr Parteibuch und wechseln einfach die Seite. Also ich glaube, dieses Disziplinierende, was noch vor ein paar Monaten oder vor ein paar Jahren möglich hätte sein können, das verschwindet.

Das liegt natürlich auch daran, dass viele inzwischen das Gefühl haben, dass die CDU gerade in den ostdeutschen Ländern... Wirklich dabei ist zu verschwinden. Wir haben das ja in Mecklenburg-Vorpommern gesehen, wo sie bei der Landtagswahl unter 5% sogar gerauscht sind. Und meine Kollegin Doreen Reinhardt hat neulich mit sehr vielen JU-Vorsitzenden, also jungen Unionsvorsitzenden aus den Bundesländern gesprochen.

Und die sagen konkrete Sachen wie, wir haben Angst, dass die Partei verschwindet. Also die gehen jetzt schon davon aus, dass es bald diese CDU nicht mehr gibt. Und wenn du jetzt ein ganz mega pragmatischer Konservativer bist oder so und, keine besonderen Gewissensbisse bei sowas hast, dann rutschst du doch lieber zu denen rüber, die jetzt demnächst dort Volkspartei sind.

Klingt jetzt zynisch, ist aber in so einer pragmatischen Logik genau das, was da gerade passiert. Die orientieren sich nach der neuen Macht. Und ich glaube, dass da, Friedrich Merz, der kann an ein Machtwort oder sowas sprechen, das hilft alles gar nicht mehr. Ich glaube, der Zug ist längst abgefahren.

Aber was bedeutet das jetzt dann für Friedrich Merz, der ja auch CDU-Vorsitzender ist, der ja am Ende für diese Partei steht, immer klar gesagt hat, das ist eine rote Linie, die die CDU nicht überschreitet, wenn es jetzt so gewesen sein sollte, dass eben CDU-Abgeordnete, wir wissen es nicht, geheime Wahl, du hast es gesagt.

Aber es deuten ja doch einige Punkte darauf hin, wenn es so gewesen wäre. Was kann Merz dann überhaupt jetzt noch machen und wie sehr schadet das dann auch seinem Ansehen als Vorsitzender? Ich glaube tatsächlich, dass er nichts mehr machen kann. Ich glaube, das ist das, was ich eben sagte. Ich glaube, dass ihm inzwischen kein Mittel mehr zur Verfügung steht, um in so einem Fall Leute irgendwie zu binden, weil er ihnen auch nichts mehr versprechen kann. Er kann ihnen nicht mehr die große machtpolitische Chance, die Perspektiven.

Das ist im Osten gerade sehr, sehr schwierig geworden. Das ist das eine. Und das andere ist, natürlich nagt das an seiner Autorität, natürlich schwächt ihn das. Und das, was er jetzt macht, ist hochinteressant, denn wir haben ja so eine Parallelsituation in Berlin gerade. Versucht im Moment, sein Koalitionspartei, die SPD, mit der Linkspartei ein Bündnis zu bilden.

Das wiederum findet die Union ja riesig problematisch, vordergründig, weil man kann ja mit der Linkspartei nicht, da steht der Antisemitismusvorwurf im Raum und so weiter, alles tausendmal gesagt. Aber sie möchten natürlich vor allem, dass in Berlin ein CDU-Regierender Bürgermeister drankommt. Das heißt, sie versuchen gerade die SPD unter Druck zu setzen.

Auf gar keinen Fall mit den Linken. Macht's doch. Macht doch auch ein Bündnis mit der CDU in Berlin. Und jetzt wird's spannend. Das war jetzt gerade ein kleiner Exkurs. Ich weiß, es wird ein bisschen kompliziert, aber jetzt wird daraus im Grunde so eine Hebelgeschichte, dass Merz sagt, also Leute, wenn ihr mir vorwerft, da in Sachsen-Anhalt den Laden nicht aufzuräumen, dann werfe ich euch jetzt erstmal vor, dass ihr in Berlin dasselbe macht.

Ihr regiert sogar mit Linken. Wir haben nur so ein paar Überläufe. Entschuldigung, ich kann nicht für jeden meiner Leute und so weiter, aber ihr regiert. Sozusagen das Okay gegeben für eine richtige Koalition. Das ist doch viel schlimmer. Also er versucht im Moment, und das ist eine CDU-Argumentationslinie gerade, daraus so eine Art Doppelpaket zu machen.

Das hilft natürlich niemandem, vor allem nicht in dieser Koalition, weil es zusätzlich Stress macht. Denn natürlich sind Leute wie Klingbeil oder so, sein Koalitionspartner und Vizekanzler, überhaupt nicht amused von dem, was hier in Berlin passiert. Klingbeil ist für die SPD eher ein Konservativer. Der findet das überhaupt nicht lustig, dass hier ein Linksbündnis entstehen könnte in Berlin.

Also der Druck wächst. Friedrich Merz hat sich ja dann am Abend geäußert, auch zu den Geschehnissen in Sachsen-Anhalt. Es hat so ein bisschen gedauert, bis er sich geäußert hat, aber er hat sich dann geäußert. Er hat dann gesagt, wer seine Stimme der AfD gibt, der spielt das Spiel der Extremisten und zerstört Glaubwürdigkeit. Mit den Werten meiner Partei, der CDU, verträgt sich das jedenfalls nicht.

Er hat aber auch nicht ausgeschlossen, dass es eben möglicherweise nicht CDU-Abgeordnete waren, sondern Abgeordnete anderer Parteien, die die Stimme für Rausch gegeben haben und hat dann davon gesprochen, dass es Volksflag-Operationen ja nicht nur militärisch gibt, sondern auch politisch. War das die richtige Reaktion nach so einem Tag?

Vielleicht auch, wenn man so ein bisschen die SPD im Kopf hat, die ja dann spontan einen Protestmarsch gestartet hat in Berlin, dann die Nationalhymne gesungen hat, Boris Pistorius hat eine sehr emotionale Rede gehalten und der Kanzler hat dann abends gesagt so, ja, aber vielleicht war es ja gar nicht die Union, vielleicht war es ja gar nicht die CDU.

Also auf der Sachebene hat er recht. Wir wissen nicht, wer gewählt hat. Und wir wissen, dass zum politischen Prozedere und auch als politisches Instrument False-Flag-Aktionen gehören können. Das wäre nicht das erste Mal in der Geschichte. Fein. Du sagst aber zu Recht, war es schlauer, das in der Form zu sagen.

Also erstmal, wir wissen es nicht und da sollten wir auch beibleiben. Ich glaube auch nicht, dass Friedrich Merz da wirklich andere Erkenntnisse hat als wir. Aber das ist wieder so ein typischer Merz. Dann hat er die Idee und sagt, naja, es gäbe ja noch diesen 0,1% Chance Ausweg, dass es doch irgendein richtig kämpferischer Grüner war, der gedacht hat, ha ha ha, ich habe jetzt eine super Strategie und ich desavouiere jetzt mal alle auf einen Schlag, indem ich jetzt einen AfD-Mann wähle, dass alle denken, das war die CDU.

Dass er auf diese 0,1-Prozent-Chance auch noch so abhebt, statt einfach zu sagen, es geht auf gar keinen Fall. Wer immer den mitgewählt hat, bewegt sich außerhalb unseres demokratischen Konsenses. Das kann man doch einfach so stehen lassen. Damit tritt er seinen eigenen Leuten und all den False-Flag-Aktivisten, falls es sie gegeben hat.

Also nein, Merz, das war unklug. Das war an der Stelle total Quark, weil natürlich er am Ende wieder für schlechte Emotionen sorgt bei all denen, die er jetzt braucht. Und wen braucht er? Er braucht die Partei in der Mitte. Und das ist die SPD. Und das sind die Grünen. Das sind die Letzten, die noch mit ihm im Zweifel diese Mitte, und das glaube ich ihm wirklich.

Halten, schützen und stabilisieren wollen. Und den gibt er ohne Not ein mit. Oh, Merz. Ja, ich bin da total bei dir. Ich finde es auch spannend, wenn man in die sozialen Medien schaut und mal so schaut, wie die Reaktionen waren. Auch auf das, was eben die SPD gemacht hat und auf die Rede von Pistorius.

Und ich habe mal so ein bisschen geschaut und da sind die Kommentare durch die Bank weg, so Pistorius für Kanzler und wir brauchen irgendwie ihn als Kanzler und so weiter. Und da ist dann halt so ein bisschen das Gefühl, unser Kollege Jan Dörner, den hier viele kennen, weil er auch schon öfter hier im Podcast war, hat darüber, finde ich, auch einen sehr guten Kommentar geschrieben, in dem er das auch nochmal gesagt hat.

Ich glaube, viele hätten sich das gewünscht, dass der Kanzler wirklich so eine wirklich emotionale Rede hält und sagt, wie sehr ihn das auch anfasst, diese Ereignisse und wirklich einen ganz klaren Strich zieht und nicht dann vielleicht nochmal irgendwie so ein bisschen versucht, die CDU da aus der Bredouille zu ziehen.

Ja, das ist natürlich alles auch ein Thema, das dann am Tag danach... Im Koalitionsausschuss, Mittwochabend, im Kanzleramt. Ein Thema war, weil natürlich bei der SPD genau das angekommen ist. Der tritt irgendwie hier ohne Not, macht Sachen, die es uns echt allen nicht leichter machen. Umgekehrt aber auch von Unionsseite. Leute, was macht ihr da in Berlin?

Ist das wirklich das, was ihr wollt? Das war ein Thema und ... Es gab Beobachter, die vorher gesagt haben, das kann auch zu einem Grund sich auswachsen, der dann diese Koalition wirklich diesmal an den Rand des Bruchs bringt. Weil das sind solche Verletzungen und so ein Vertrauensverlust. Ich will jetzt nicht Bruch sagen oder so, aber das kann dann nach einer Dynamik entwickeln, die mehr ist, als wir streiten über die Rente.

Natürlich streiten sie auch über die Rente, aber sowas kann dazu führen. Sie haben die Kurve gekriegt. dieser Abend, der gar nicht so schrecklich lang war, wie wir es manchmal schon erlebt haben. Du erinnerst dich, ich weiß, so nächtelang. Und sie saßen am Morgen immer noch mit Rändern unter den Augen zusammen. Vier Stunden, gute vier Stunden.

Und sie haben sich tatsächlich auch zusammengerissen, gesagt, gerade weil da draußen die AfD und aus Unionssicht die Linksextremen stehen, wir dürfen die Mitte nicht preisgeben. Und wenn diese Regierung es nicht hinkriegt, ja, wer dann? Wer bleibt denn dann? Was wäre denn dann? Also so ein bisschen schon so dieses.

Last Man Standing und jetzt ziehen wir es durch. Interessant, wir haben natürlich reintelefoniert nachher, haben mit Leuten gesprochen, die dabei waren. Und das Witzige ist, dass wirklich alle einen Satz wiederholt haben und der war, wir wollen es gemeinsam durchziehen. Also das ist so der Satz, auf den sie sich dann committed haben.

Und da siehst du ja auch an dem Wording, wir ziehen es durch. Es ist nicht mehr so, wir haben eine Vision von Deutschland und wir wollen das Land gestalten, so wie die Ampel mal angetreten ist. Wir werden jetzt ein modernes, neues, la la la. So, nee, nee, wir ziehen es durch. Also wir stehen jetzt hier und keiner geht vom Platz. Also wir bringen es zu Ende.

Ich finde das Wording an der Stelle bitter, aber ganz ehrlich, ich finde es auch beruhigend, dass Sie wirklich wissen, worum es geht und dass Sie es zumindest jetzt nochmal durchziehen wollen. Ob es gelingt oder nicht. Natürlich, Sie haben an diesem Abend auch über die anstehenden Reformen geredet, über den Zeitplan.

Wir haben es hier schon oft gesagt, es geht um Rente, es geht um ein bisschen die Liberalisierung auf dem Arbeitsmarkt, also Frage Wochenarbeitszeit und so weiter. Es geht um die Steuerreform, es geht um die Entlastung. Das ist alles inzwischen mit allem verknüpft und wenn der eine sich ein bisschen bewegt, will sich der andere ein bisschen bewegen und so weiter, das ist also so ein Mikado-Spiel inzwischen.

Aber es gab nochmal so dieses gemeinsame Verständnis, wir müssen es jetzt in diesem Herbst hinkriegen. Und die, mit denen wir gesprochen haben, sind interessanterweise auch verhaltenoptimistisch, dass es ihnen gelingt. Warum? Es sind keine Landtagswahlen mehr. Sie haben zwar diese schrecklichen Umfragen, aber es gibt keine Momente mehr, wo sie sich so richtig rechts und links um die Ohren kriegen, wenn es noch nicht läuft.

Das kann jetzt noch mal so ein kleines Fenster ergeben, wo sie Dinge durchziehen können. Du siehst, ich versuche meinen Optimismus immer noch zu halten. Es ist schön, Julia. Vielen Dank dafür. Wir kennen es ja aus vergangenen Koalitionsausschüssen, dass es dann im Nachgang am nächsten Tag irgendwie eine Pressekonferenz gab oder zumindest ein Papier und ein bisschen Informationen.

Worauf hat man sich denn jetzt eigentlich geeinigt in der Koalition? Was ist denn jetzt eigentlich passiert? Also mehr als eben, ja, die Stimmung war ganz gut, man möchte sich zusammenraufen. Dieses Mal war das aber nicht so. Also wir haben bisher relativ wenig gehört, bis auf eine SMS. Genau, es gab keine Beschlüsse und damit auch kein Beschlusspapier, wobei fein, es muss auch nicht jedes Mal Beschlüsse geben.

Der Koalitionsausschuss ist dafür da, um sich auf genau sowas zu verständigen, wie du sagst. Aber die Fraktionsvorsitzenden von Union und SPD und die Union hat ja immer auch noch den Landesgruppenchef dabei, also drei Leute, Alexander Hoffmann, Thorsten Frey und Matthias Miersch, haben eine SMS an die Fraktion geschrieben.

Ich lese sie einfach mal vor, dann habt ihr sie mal alle gehört, denn das sind ja immer wunderbare Sachen, die man mal... Liebe Kolleginnen und Kollegen, Wir haben heute Abend als Koalitionsausschuss in guter und konstruktiver Atmosphäre getagt. Wir sind uns bewusst, also immer noch, es ist eine SMS, ja, also das ist eine, halbe Regierungserklärung am Ende.

Wir sind uns bewusst, dass unsere Demokratie in diesen Tagen von einer historischen Bewährungsprobe steht. Wir sind fest entschlossen, unser Land nicht den Extremisten zu überlassen. Die Koalition ist sich einig, dass wirtschaftliches Wachstum, sichere Arbeitsplätze und der gesellschaftliche Zusammenhalt im Zentrum des weiteren Arbeitsprogramms stehen.

Deshalb hat der Koalitionsausschuss sämtliche aktuellen Themen besprochen, um die damit verbundenen Vorhaben zügig zum Abschluss zu bringen. Und jetzt kommt es mit den besten Grüßen Thorsten, Matthias und Alexander. Man ist kein Du. Also, man mag sich, man schreibt einander, aber was man eben auch merkt ist, wenn wir SMS schreiben, ich weiß nicht, schreibst du überhaupt noch SMS, aber wenn wir WhatsAppen oder was, wir schreiben keine Regierungserklärungen.

Das ist natürlich ein Text, der Symbolkraft haben soll und der natürlich auch rumgeschickt werden soll. Dieser SMS-Text ist ein öffentlicher Text. Es ist im Grunde ein Commitment, darauf haben wir uns jetzt geeinigt, das ist auch abgestimmt. Also ich meine, drei Leute schreiben eine SMS an eine riesige Fraktionsgemeinschaft.

Ja, man versucht den Laden zusammenzuhalten, man versucht es gemeinsam durchzuziehen. Ob es gelingt, wir werden es sehen. Und jetzt die Zahl der Woche. Du warst so lange nicht da. Möchtest du anfangen mit der Zahl der Woche? Ja gut, dann nehme ich, nein, ich habe keine Zahl, ich habe eine Unbekannte.

Denn mich würde wahnsinnig interessieren, wann der Tag ist, an dem sich Friedrich Merz und Markus Söder in ihrer Funktion als Parteivorsitzende CDU und CSU, auf einen Namen, auf eine Person einigen, die sie als Kandidat oder als Kandidatin, zur Wahl des Bundespräsidenten vorschlagen wollen. Alle Voraussetzungen sind da.

Die Wahlen sind hinter uns. Die Bundesversammlung hat eine klare Mehrheit für CDU und SPD ergeben. Das vierte Quartal, das war immer März-Ankündigung, ist da. Worauf warten wir? Haben Sie immer noch keine? Die X. Es bleibt auf jeden Fall spannend. Und meine Zahl ist tatsächlich auch nicht eindeutig geklärt.

Meine Zahl könnte 3,8 sein. Ich glaube, du weißt schon, was ich meine. Ich bemühe mich ja immer sehr, hier am Ende des Podcasts noch ein bisschen was Lustiges oder Nettes oder Schönes rauszukramen für die Zahl der Woche. Und das fand ich doch ganz lustig, diese Woche. Wir haben am Anfang schon darüber gesprochen.

Merz war ja in seiner früheren Schule zu Gast. Und da ging es natürlich auch um seine Lieblingsfächer. Er wurde danach gefragt. Und er wurde auch wieder gefragt nach seiner Abiturnote. Und die rückt er ja nicht raus, schon seit vielen Jahren. Er sagt, sein Abiturzeugnis liegt im Schließfach, verschlossen in einem Tresor, da kommt keiner dran.

Aber es gab vor ungefähr einem Jahr, war Merz zu Besuch in einem Podcast von der Zeit und da gab es zumindest eine Zahl, die auf dem Tisch lag und das ist nämlich 3,8. Er wurde in dem Podcast gefragt nach seiner Abiturnote, er wollte es nicht sagen, und dann wurde die Zahl 3,8 genannt und er hat gesagt, gehen Sie mal davon aus, dass es in dieser Bandbreite war.

Und auf die Nachfrage 3,8 hat er dann gesagt, so, lassen wir es dabei. Also es könnte sein, dass es in die Richtung ging bei ihm. Und als Mensch, der ebenfalls sein Abitur in Nordrhein-Westfalen gemacht hat. Hast du dein Zeugnis auch im Tresor? Auf jeden Fall. Was ich aber eigentlich damit sagen wollte ist, in NRW heißt es ja immer, war das Abitur nicht so wahnsinnig schwierig.

Also ist 3,8 in NRW, ein 4,2 in Bayern. Das überlassen wir jetzt Markus Söder, das zu bewerten. Würde er aber bestimmt so unterschreiben. Carlotta, vielen Dank. Wir schauen weiter drauf und gucken mal, wie es in der nächsten Woche für Friedrich März weitergeht. Wahrscheinlich wieder viel Rambo-Zambo. Schön, dass du da warst.

Schön, dass ihr zugehört habt. Und wenn euch dieser Podcast gefällt, dann lasst uns doch gerne eine Bewertung da. Ansonsten hören wir uns nächste Woche wieder. Tschüss.

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