
Rambo Zambo – Der Merz-Podcast· Folge 234
Bas – eine Frau geht, ein Mann kommt
Freitag, 16. Oktober 2026 · 29 min
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Shownotes
Es war die Nachricht, die in dieser Woche die Debatten bestimmt hat: Bärbel Bas ist am Montag von ihren Ämtern als Arbeitsministerin und SPD-Chefin zurückgetreten. Als Grund nannte sie die Trauer um ihre vor kurzem gestorbene Stieftochter, aber auch Angriffe gegen sich in dieser schwierigen Zeit – auch vonseiten des Koalitionspartners, der Union. Nach den Beileidsbekundungen begann man in der Koalition schnell, mit den Fingern aufeinander zu zeigen. Manuela Schwesig sprach von „Attacken“ der Union, die sie als „unmenschlich“ bezeichnete – Bundeskanzler Friedrich Merz wies die Vorwürfe zurück.
Was ist hier in der Koalition passiert? Und was sagt die gesamte Debatte eigentlich über den politischen Betrieb und die Stimmung in der Gesellschaft aus? Darüber diskutieren Julia Emmrich und Carlotta Richter in der aktuellen Folge von Rambo Zambo. Außerdem schauen sie nach Sachsen-Anhalt, wo in dieser Woche die CDU-Fraktion verkündet hat, dass sie bei der Ministerpräsidentenwahl im Dezember gesammelt den Saal verlassen werde. Wie groß wird der Druck auf CDU-Chef Merz?
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Was wir nicht wissen ist, wer am Ende genau mit wem geredet hat, sodass aus, diesem Unmut, der herrschte, dann so etwas wurde, das bei Bärbel Baas ankam, da verstärkt jemand die Attacken. Wir haben diese Bundestagswahl 2025 gewonnen. Jetzt darf auch mal Rambo Zambo im Adler aus. Das ist Rambo Zambo, der März-Podcast. Das Format, das ihr vielleicht nie wolltet, aber jetzt braucht.
Mit Carlotta Richter und Julia Emrich. Carlotta, bist du fit? Bist du gesund? Hast du ein Kratzen im Hals? Ich weiß schon, was du meinst. Ich bin froh, dass du wieder gesund bist. Ich bin auch noch fit, aber ich glaube, du meinst unseren Bundeskanzler, der in dieser Woche sich nicht ganz so gesund angehört hat. Boah, war der erkältet.
Es gibt Momente bei der Regierungserklärung, da merkt man ihm richtig an, was er im Hals hat. Aber es gibt natürlich auch noch ein paar andere Gründe, warum man bei dieser Regierungserklärung, glaube ich, genau hinhören sollte. Dazu später jetzt erstmal herzlich willkommen bei einer neuen Folge von Rambuzambo.
Mein Name ist Julia Emmerich und mir gegenüber sitzt die topfitte, komplett gesunde Kalotter Richter. Herzlich willkommen euch allen nochmal. Ja, es war eine sehr ereignisreiche Woche, würde ich sagen, Julia. Ich habe das Gefühl, wir sagen das aktuell jede Woche, aber es ist wirklich so. Also es ist einiges passiert und es ging auch gleich sehr ereignisreich los, auch für Bundeskanzler Friedrich Merz.
Es war eigentlich Klausurtagung der CDU am Sonntag und am Montag und am Montagmorgen kam dann aber eine Nachricht, die glaube ich auch in der Bundesregierung ziemlich eingeschlagen hat, nämlich dass, Arbeits- und Sozialministerin Bärbel Baas von ihren Ämtern als Ministerin und auch als SPD-Vorsitzende zurücktritt.
Das kam am Montag und mein Gefühl ist, dass dieser Rücktritt im Grunde die ganze Woche bestimmt hat. Es gab noch ein paar andere nicht irrelevante Ereignisse, sowohl in diesem Land als auch auf der Welt. Aber mein Gefühl ist, heute ist Donnerstag, wenn wir zurückblicken auf die letzten Tage, war die Frage, warum ist sie zurückgetreten?
Wie lief dieser Rücktritt? Wie ist über diesen Rücktritt geredet worden? Wie ist über die Begründung geredet worden? Das bestimmende Thema in Deutschland. Und natürlich werden wir auch darüber reden. Und trotzdem würde ich mal so eine kurze Klammer drumrum machen und mich manchmal fragen, ist es eigentlich klug, wenn wir anfangen, uns so viel über, Befindlichkeiten und Hintergründe und Emotionen zu unterhalten, wenn eigentlich harte Sachfragen zu entscheiden sind.
Aber ich finde auch wichtig, dass man hinguckt und genau das analysiert. Das tun wir in dieser Folge. Dies wird eine Folge vor allem über den Rücktritt von Bärbel Baas. Wie hast du diesen Montag erlebt? Wie hast du erlebt den Moment, wo klar war, sie wirft hin? Ich fand es ganz interessant, dass sie es ja auf Instagram verkündet hat.
Also sie hat ja ihr Statement auf Instagram veröffentlicht und das ging dann natürlich direkt durch alle Medien, lief über alle Ticker und überall haben die Handys gepinkt, also zumindest bei uns, die da alle Ticker abonniert haben. Aber sie hat ja auf Instagram ein Statement veröffentlicht und in dem waren auch einige, fand ich, sehr spannende Sätze. Also sie hat es ja begründet auch, ihren Rücktritt.
Einerseits damit, dass sie nach dem Tod ihrer Stieftochter festgestellt hat, dass sie Zeit brauche, um die Trauer zu verarbeiten. Es war ja schon vorher so, in den Wochen vorher, dass Bärbel Bars nicht am Regierungsgeschäft teilgenommen hat, sondern eben weg war aus persönlichen Gründen, aus familiären Gründen.
Und sie hat dann ihrem Statement geschrieben, dass sie sich diese Zeit eben auch nehmen möchte. Aber sie hat auch etwas anderes geschrieben und darum hat sich dann sehr schnell die Debatte gedreht. Sie hat nämlich geschrieben, darüber hinaus muss ich leider feststellen, dass die öffentlichen Angriffe auf mich leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners in dieser für mich persönlich schwierigen Zeit weiter forciert wurden.
Da hat sie ja doch relativ direkt auch den Koalitionspartner, also die Union, angegriffen in ihrem Statement, in dem sie ja erstmal ihren Rückzug bekannt gegeben hat. Und das hat dann ja, glaube ich, sehr schnell auch für Aufregung gesorgt, auch in der Union. Zumal dieser Vorwurf an die Union sozusagen nochmal verstärkt worden ist, dadurch, dass eine Parteifreundin von Bärbel Baas, nämlich Manuela Schwesig.
Ministerpräsidentin in Mecklenburg-Vorpommern, das Ganze dann als unmenschliche Angriffe und als ein unmenschliches Verhalten. Wenn man das so hört als Attribut, denkt man so, da ist richtig Postlanzerschlagen, da ist richtig wüst attackiert worden. Tatsächlich ist es so, dass in der Union so ein Gefühl über diesen Sommer und über diesen Herbst gewachsen ist, dass Bärbel Baas nicht das macht, was sie von ihr erwarten.
Um es erstmal rein neutral zu formulieren. Man muss ja wissen, Bärbel Baas, damals noch Arbeits- und Sozialministerin, hatte ein Riesenprogramm, sollte, diverse Regeln auf dem Arbeitsmarkt ändern, Koalitionsbeschluss, sollte einen Vorschlag machen, wie das große Rentenpaket, über das wir hier schon viel gesprochen haben, umgesetzt werden.
Also da war ein Riesenstapel auf ihrem Tisch. Sommerpause, natürlich auch Urlaubszeit, jeder hat Urlaub verdient, keine Frage. Dann kam, wie wir heute wissen, diese Phase, in der ihre Stieftochter. Mit dem Leben rang und später starb. Dann kam diese Trauerphase. Es war eine sehr lange Zeit, dass sie praktisch als Ministerin nicht anwesend war.
Das ist an sich auch alles nicht schlimm. Bei der Union kam aber jetzt, glaube ich, so ein Gefühl, hier kommt irgendwie gerade so eins zum anderen. Und so sehr, glaube ich, einzelne Unionsleute, wenn man sie im konkreten Kontakt gefragt hat, und ich habe mit vielen darüber geredet, die haben gesagt, niemand bei uns würde jemandem vorwerfen, dass er in einem Trauerfall sich nicht kümmert. Im Gegenteil, das ist selbstverständlich.
Und Karl-Otter, ich glaube den Leuten das aus. Ich glaube auch nicht, dass irgendjemand auf der persönlichen Ebene sagt, die hat da irgendwie Trauer gespielt. Das ist es nicht. Ich glaube, auf der Unionsseite war so ein Gefühl erwachsen, erst kommt das, dann kommt das und sie ist nicht da. Und sie hat aber doch ein Ministerium.
Sie hat aber auch Leute, die sich kümmern könnten. Sie hat aber doch Staatssekretäre, die auch weiterarbeiten können. Und ich glaube, aus dieser Gemengelage kam auch nicht offen, sondern so in Hintergrundgespräche mit Journalisten oder so, immer mal so ein Zungenschlag von so, oh, die Bars. Was wir nicht wissen ist, wer am Ende genau mit wem geredet hat, sodass aus, diesem Unmut, der herrschte, dann so etwas wurde, das bei Bärbel Baas ankam, da verstärkt jemand die Attacken.
Das ist das Problem in dieser Geschichte. Es gibt Hinweise und auch wir sind in Hintergrundgesprächen, über die ich natürlich auch hier nicht konkret berichten darf. Wie das ja auch eigentlich so sein sollte. Der Sinn der Sache. Und ich finde es auch legitim, wenn man im vertrauten Rahmen auch mal sagt, jetzt auch das noch, wir müssen diese Rentenreform vorankriegen.
Aber was genau, wer zu wem gesagt hat und wie es dann verstärkt worden ist? Das können wir nicht 100 Prozent nachvollziehen. Das ist die Lage. Aber man kann, glaube ich, festhalten, dass zumindest bei Bars es so angekommen ist oder es in dieser Phase so von ihr empfunden wurde, dass es für sie so ausschlaggebend war, dass sie dann ja eben auch in dieses Statement reingeschrieben hat.
Also es sind ja dann immer nur am Ende, es ist ihre persönliche Empfindung, es ist ja auch immer so bei Kommunikation und wenn es dann weitergetragen wird über mehrere Leute, es wird natürlich auch immer möglicherweise Sender und Empfänger nicht genauso empfangen, wie es gesendet wurde oder es gibt Missverständnisse, was auch immer oder es gibt Aussagen, von denen wir vielleicht jetzt auch nichts wissen, aber es kam auf jeden Fall am Ende, für Bärbel Bas war es ja doch dann sehr hart und es war irgendwie ausschlaggebend, Und dann am Ende auch für ihre Entscheidung, sich zurückzuziehen.
Zumindest ist es das, was sie gesagt hat, öffentlich. Ich würde auch jedem Politiker, der so in der Öffentlichkeit steht wie sie, und sie steht ja seit langem, ich meine, sie war ja vorher Bundestagspräsidentin und so weiter, sie weiß ja auch, wie Öffentlichkeit funktioniert, auch immer noch zugestehen, dass sie ein öffentliches Bild, auch was ihre Rücktrissgründe und so weiter angeht, und ein tatsächliches haben.
Also da hat jeder das Recht, andere Gründe zu nennen, als sie wirklich sind. Und es gibt für Bärbel Baas sicherlich viele Gründe zu sagen, ich mache das nicht mehr weiter. Was am Ende das Ausschlaggebende war. Das weiß am Ende wahrscheinlich nur Bärbel Baas, würde ich vermuten. Aber nun ist es so, ich fand interessant, dass dieser Fall Bärbel Baas, sehr schnell in dieser Koalition zu so einem Fingerpointing-Spiel wurde.
Denn natürlich hat sich die Union wiederum von diesen Angriffen, ich sagte ja gerade, die Schwesig hat das dann noch mal verstärkt und gesagt, unmenschliche. Klingbeil hat sich ja auch noch mal geäußert. Genau, also es kam so ein, boah, die tun jetzt so, als seien wir so ganz schlimme Hetzer und würden Menschen, die in einer schweren persönlichen Krise sind, angreifen.
Also das mussten sie natürlich zurückweisen. Und sie haben dann gesagt, wie können wir das zurückweisen? Und in einer angespannten Lage, und die Koalition ist in dieser angespannten Lage, haben sie dann Dinge getan, die ebenfalls wieder sehr, wie ich finde, fragwürdig sind. Also sie haben dann auf andere Fälle, in Nordrhein-Westfalen gibt es eine Ministerin, die an Krebs erkrankt ist, bei der dann die Union wiederum der SPD vorgeworfen hat, sie nicht in Ruhe zu lassen, sie sozusagen zu quälen politisch.
Und umgekehrt hat die SPD gesagt, naja, es gab eine Operation. Bei der Wirtschaftsministerin Katharina Reich im Sommer, da haben wir doch auch nicht gesagt, wieso ist die jetzt nicht da, wieso arbeitet sie gerade nicht weiter. Also es kam jetzt plötzlich so ein, wenn ihr das so macht, dann machen wir das jetzt auch so Ding.
Und wenn man nochmal so einen Schritt zurücktritt, finde ich es hochinteressant, um es erstmal ganz neutral zu sagen, dass plötzlich jede Menge kranke Frauen durchs Bild liefen. Plötzlich ging es nur noch darum, wo wir noch eine kranke Frau finden, die wir schützen müssen oder über die wir herziehen dürfen.
Und ich dachte irgendwann, das ist interessant. In dieser ganzen Woche tauchten viele Frauen nur dadurch auf in der politischen Diskussion, dass sie irgendwie defizitär waren und ob man ihnen das vorwerfen darf. Und da dachte ich, das ist schon auch sehr interessant und das ist durchaus auch problematisch.
Wobei die Frage ja, also jetzt zum Beispiel auch bei Bars ist, finde ich. Ist es quasi, also sprechen wir über ihre Empfindungen als Frau jetzt quasi, weil sie die eben öffentlich gemacht hat? Oder ist es auch so, dass Frauen in der Politik einfach immer noch den härteren Job haben, einfach immer noch mehr angegriffen werden, sich mehr beweisen müssen und dann eher nochmal die Notbremse ziehen und dann sagen, okay, ich ziehe mich zurück.
Also ich muss sagen, diesen Schritt finde ich eigentlich sehr bewundernswert, dann zu sagen, ich kann mein Amt so aktuell in meiner Lage, wie es mir geht, nicht mehr leisten und ich ziehe mich deswegen zurück. Ich konzentriere mich auf das Private und überlasse das eben jemand anderem, der aktuell die Kapazitäten dazu hat, sich um dieses wichtige Amt zu kümmern.
Das finde ich ehrlicherweise sehr bewundernswert. Aber ich frage mich schon, ob dahinter auch immer noch einfach. Diese gesellschaftliche Blick auf Frauen in solchen Ämtern, in so harten Ämtern, in denen sie schwere Aufgaben haben und, in denen sie auch die Ellbogen ausfahren müssen, weil es einfach auch der politische Betrieb erfordert, dass die einfach immer noch auch von der Gesellschaft anders betrachtet werden und es einfach immer noch härter haben.
Und dann, wenn dann eine Frau sagt, okay, ich ziehe mich zurück, dann reden wir darüber, ob sie vielleicht irgendwie zu empfindlich war oder irgendwie nicht damit umgehen konnte mit ihrer Situation und irgendwie vielleicht zu weich war oder was dann eben Frauen vorgeworfen wird. Interessant fand ich in dem Zusammenhang, wir waren vor zwei Tagen, wir beide zusammen, bei einem Interview bei Dorothee Bär, CSU-Politikerin, Bundesforschungsministerin und haben mit ihr auch ein bisschen über diese Fragen gesprochen.
Und ich fand interessant, dass sie sagte, ja, mit Frauen wird heutzutage immer noch ganz anders umgegangen als mit Männern. Die müssen dreimal so weit gehen oder dreimal so anstrengend ist der Weg für sie, wenn sie in Spitzenpositionen wollen und sich da auch behaupten wollen. Interessant fand ich aber vor allem, dass sie sagte, es ist aber schon viel besser geworden.
Sie nahm da als Beispiel zu sagen, als sie vor 20 Jahren ihr erstes Kind bekommen hat, gab es eigentlich überhaupt gar kein Verständnis für familiäre Fragen wie, ich habe jetzt Anspruch auf Mutterschutz oder ich möchte jetzt vielleicht mal irgendwie ganz kurz ein bisschen Zeit mit diesem Säugling haben oder so.
Da sei die Erwartungshaltung gewesen, du bist jetzt als Politikerin. Sieh halt zu wie du damit klarkommst, aber du hast weiter zu arbeiten so. Da ist Gott sei Dank schon einiges an mehr Verständnis für familiäre Situationen und so weiter gekommen. Man würde ja auch meinen, dass es auch Männern, also Jungvätern und so weiter heute zugute kommt, aber ich geb dir vollkommen recht, der Unterschied ist immer noch sehr groß.
Ein anderer Gedanke, der auch von Dorothee Bär kam. Auch der war auf den ersten Blick natürlich so ein bisschen parteipolitisch, getriggert, aber ich fand den nicht uninteressant. Sie sagte nämlich, jetzt wo Bärbel Baas weg ist, würde man von einer Partei wie der SPD erwarten, dass sie eine Frau nachbesetzt.
SPD, feministische Partei, Parität steht nicht nur da, sondern wird in der Regel auch gelebt. Aber was haben sie gemacht? Sie haben Bärbel Baas ziehen lassen und haben das Arbeitsministerium mit einem Mann besetzt. Die Frauenparität im Kabinett ist damit endgültig geschrottet, also es gibt viel mehr Männer.
Und wenn man mal kurz durchzählt, diese eigentlich feministische Partei hat, jetzt nur noch einen Parteivorsitzenden, einen Generalsekretär, einen Fraktionsvorsitzenden und das wichtigste Ministerium, was sie noch haben, ist Arbeit und Soziales, ebenfalls ein Mann, Alexander Schweizer ist es geworden.
Das lässt sich auch tief blicken. Also was ist so Haltung und was ist tatsächliches Handeln? Bin ich bei dir. Finde ich auch schade, ehrlicherweise. Ich finde auch irgendwie interessant, was Klingbeil dann dazu gesagt hat, weil, er hat gesagt, er findet die Geschlechterfrage total wichtig und hat dann aber direkt gesagt, dass eben eine schnelle Entscheidung nötig gewesen sei, und man deswegen jetzt Alexander Schweitzer nominiert hat.
Und das klingt irgendwie auch so als, okay, wir mussten jetzt, wir haben jetzt ganz schnell jemanden gebraucht und in der Zeit haben wir irgendwie keine Frau gefunden oder wir brauchten eben jetzt jemanden und okay, Alexander Schweitzer war da. Vielleicht hätte man auch noch mal etwas tiefer suchen müssen, etwas länger und hätte vielleicht auch noch eine Frau gefunden.
Was ich, glaube ich, in der ganzen Debatte wichtig finde, ist so ein bisschen die Frage, weil du hast ja auch Bär zitiert, die ja gesagt hat, so es ist leichter geworden für Frauen, auch wenn es immer noch schwerer ist. Ich glaube, auf der einen Seite stehen so Sachen wie eben, es ist leichter, wenn man Zeit für die Familie braucht, das zu vereinbaren, was eigentlich ja irgendwie auch selbstverständlich sein sollte.
Und auf der anderen Seite steht einfach so ein gesellschaftlicher Umgang miteinander, der rauer geworden ist. Und gar nicht unbedingt jetzt nur mit Frauen, aber auch mit Frauen. Frauen leiden darunter stärker, werden auch in sozialen Medien stärker angegangen und so weiter. Aber ich habe irgendwie das Gefühl, das und das fände ich irgendwie in dieser Woche auch wichtig, also unabhängig davon, was jetzt genau gesagt wurde, wer genau wen wann kritisiert hat und irgendwie über, das nötige Maß hinausgeschossen ist, was auch immer, finde ich, kann man schon mal so das zum Anlass nehmen, um so einen Schritt zurückzugehen und sich zu fragen, so wie gehen wir eigentlich noch miteinander um in dieser Gesellschaft und auch, also in der Politik und dann eben im zweiten
Schritt in der Gesellschaft, weil. Ich habe dann auch mal so ein bisschen geguckt, was auch in den sozialen Medien so die Reaktionen waren auf den Rückzug von Bars. Und wir haben zum Beispiel ein Video dazu gepostet, kurz nachdem der Rückzug bekannt geworden ist. Und da in den Kommentaren, da muss ich echt sagen, also das ist dann teilweise, da bin ich bei Manuela Schwesig, das ist dann teilweise wirklich unmenschlich.
Also ich habe das Gefühl, wir sehen häufig nicht mehr bei so einer Wut auf so Politiker und auf Politik, sehen wir häufig die Menschen nicht mehr, die ja eigentlich dahinter stehen. Und irgendwie, finde ich, hat jetzt so der Fall Baas das irgendwie nochmal so ein bisschen deutlich gemacht. Also ich möchte jetzt gar nicht so alles zitieren, was da geschrieben wurde, aber es ging halt ganz viel so in die Richtung Glückwunsch zum Rücktritt.
So kann man sich auch aus der Affäre ziehen. So, das sind endlich mal gute Nachrichten, so ein guter Start in die Woche, der nächste bitte. Also so, dass man gar nicht mehr irgendwie so diesen Respekt hat für so eine Entscheidung und auch für die Situation, in der sie war, dass man einmal sagt, so mein Beileid, sondern dass man direkt so draufhaut auf die Leute.
Und das ist irgendwie so ein Gefühl, was ich allgemein habe, was wir einfach so als gesellschaftliche Stimmung haben. Und ich fand es ganz spannend. Andere Reaktionen auch auf den Rücktritt hat Ricarda Lang ein Video gepostet auf Instagram. Es war natürlich nicht so, dass alle Reaktionen auf ihren Rücktritt jetzt so negativ waren, wie die Beispiele, die ich gerade gesagt habe.
Aber es kommt natürlich auch sehr auf die Plattform an. Es kommt sehr darauf an, in welcher Bubble man gelandet ist. Und natürlich gab es auch Menschen, die ihr Mitleid bekundet haben mit Bars und ihren Rückzug gut und richtig fanden und das auch irgendwie ehrenwert fanden. Und ich fand aber spannend, was Ricarda Lang in ihrem Video gesagt hat.
Sie hat nämlich darauf hingewiesen, dass wir alle, also sie alle natürlich Teil eines politischen Systems sind, in dem es ganz oft darum geht, immer das Schlechteste zu unterstellen und immer richtig hart drauf zu hauen. Auch halt eben für schnelle Klicks, um irgendwie in den sozialen Medien anzukommen.
Und dass es da einfach so eine Dynamik gibt, dass man immer draufhaut, immer nochmal nachtritt. Und sie hat gesagt, das Problem sei, dass dann irgendwann nur noch die bleiben, die sich so einen richtig harten Panzer angelegt haben und die anderen gehen. Und dann hat sie die Frage gestellt, wie wollen wir als Politik miteinander zusammenarbeiten und vor allen Dingen, was sind wir für ein Vorbild für die Gesellschaft?
Und das fand ich irgendwie einen ganz spannenden Punkt, weil, der Umgang in der Koalition miteinander, Das kommt ja auch bei den Menschen an und das ist irgendwie so ein gegenseitiges Verstärken, gleichzeitig auch gesellschaftlich einfach so ein immer rauerer Ton. Das fand ich irgendwie eine sehr, also eine sehr einleuchtende Feststellung von ihr. Du hast diese Gedanken, glaube ich, auf Friedrich Merz irgendwie übermittelt, denn mein Eindruck ist, das habe ich geschafft. Ich glaube ja, ich glaube ihr habt so einen telepathischen Moment.
Da müsste ich mal noch andere Sachen vermitteln. Versuch das mal. Am Mittwoch gab es eine Regierungserklärung von Friedrich Merz und ich habe das Gefühl, er hat in deinem Sinne versucht zu sprechen. Und ich sage versucht, weil du sagst die Dinge sehr schön und klar und empathisch, und er spricht zwar über Empathie, aber es ist wieder sehr märzig. Wir hören mal rein.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich möchte es nicht versäumen, auch von meiner Seite aus, Bärbel Baas, ein herzliches Wort des Dankes zu sagen. Bärbel Baas stand, wie Sie alle wissen, fast eineinhalb Jahre in eben dieser Funktion als Bundesministerin für Arbeits- und Soziales für unser Land in der Verantwortung.
Sie hat dieses Amt mit großer Empathie vor allem für die Schwachen in unserer Gesellschaft ausgeübt. Wir waren mit ihr in Sachfragen nicht immer einer Meinung, das gehört dazu. Aber wir werden ihr die Anerkennung nicht versagen für ihre Arbeit und für ihr Engagement für unser Land. Und lassen Sie mich auch dieses hinzufügen. Sie ist zu Beginn dieser Woche aus sehr persönlichen Gründen von beiden Ämtern, die sie inne hatte, zurückgetreten. Diese Entscheidung verdient Respekt.
Und ich möchte Bärbel Baas im Namen der gesamten Bundesregierung unser Mitgefühl, zum Verlust ihrer Stieftochter ebenso aussprechen wie unseren Wunsch. Sie, so wie von ihr geplant, sehr bald wieder Ihre Arbeit als Abgeordnete aufnehmen zu sehen. Wir werden Sie jedenfalls hier im Haus herzlich und willkommen heißen.
Ja, man hört echt, er ist total erkältet. Das ist an seiner Stimme ganz deutlich zu merken. Aber ich glaube, wir haben da Friedrich Merz gehört. Natürlich wollte der wieder was gut machen und wollte, glaube ich, klar auch dieser Koalition und auch der SPD, glaube ich, signalisieren, lasst uns deswegen nicht auseinander dividieren jetzt, so nach vorne gucken.
Ich glaube aber auch, dass Merz gerade merkt, wie schwierig seine Situation ist, wie sehr er angegriffen wird und wie wichtig es ist, dass er zumindest auf dieser, menschlichen, klimatischen Ebene schnell immer wieder Sachen aufräumt, damit nicht das auch noch so eine, wie soll man sagen, so eine offene Flanke für ihn.
Denn was noch Nachhalt, wir haben in der letzten Folge darüber ja viel gesprochen, die SPD ist ja sehr, sehr besorgt angesichts dessen, was die Merz-Partei CDU gerade in Sachsen-Anhalt tut. Wir erinnern uns, dort geht es ja noch immer um die Frage, wann und vor allem wie wird ein Ministerpräsident gewählt.
Der AfD-Kandidat Ulrich Siegmund läuft mit stolz geschwellter Brust herum und behauptet, die Sache ist klar, er wird im ersten Wahlgang gewählt. Vermutlich wird es jetzt der 15. Dezember, das ist Stand heute, so ein Datum, an dem gewählt werden könnte. Und alle fragen sich, naja, okay, wie? Er hat ja keine Mehrheit.
Und nachdem bei den Wahlen zum Landtagspräsidium es ja schon sehr, sehr, seltsame Dinge passiert sind, bei denen man bis heute nicht wirklich weiß, wie kam es eigentlich zu dieser großen Stimmenmehrheit, die die AfD-Leute bekamen. Hat die CDU tatsächlich da mitgeholfen oder nicht? Es ist ja nach wie vor, Stand heute, unklar.
Und die CDU ringt mit sich. Bei der Frage, klären wir das eigentlich auf? Wie klären wir das auf? Und wie verhalten wir uns dazu? Und jetzt gibt es einen, wie soll man sagen, einen sehr interessanten Move. Die CDU in Sachsen-Anhalt hat beschlossen, mit ganz großer Mehrheit, dass sie an diesem Wahltag aus dem Parlament rausgehen wird.
Physisch. Die werden aufstehen und rausgehen. Damit, und jetzt kommt es, klar ist, dass sie nicht heimlich unter der Decke, einen AfD-Ministerpräsidenten mitwählen. Die eigentliche Haltung könnte ja sein, wir stimmen alle mit Nein, wir wollen den nicht. Sie haben so große Angst, dass es diese Geschlossenheit nicht gibt, dass sie rausgehen.
Und das sind Sachen, die bei Friedrich Merz natürlich im Kopf sind und die natürlich, sobald Friedrich Merz ins Kabinett geht, beziehungsweise seine SPD-Leute, der weiß, wenn die die Augenbrauen hochziehen, woran die denken. Hast du diesen Laden da nicht im Griff? Kann es tatsächlich sein, dass die CDU sich nicht traut, im Parlament zu bleiben?
Muss sie rausgehen, damit sie garantieren, dass nicht doch wieder einer Ja sagt zur AfD? Das ist ja eine Lage, die glaube ich bei allem auch gerade ein bisschen mitschwingt, und ich fürchte, dass das in den nächsten Wochen noch zunimmt, weil immer sichtbarer wird, wie fragil. Diese Absage an die AfD, zumindest in Sachsen-Anhalt ist.
Und jetzt die Zahl der Woche. Carlotta, hast du denn eine, du sagst immer, dass du eine optimistische Zahl hast. Hast du eine optimistische Zahl für uns? Wenn man Friedrich Merz ist, dann ist es bestimmt eine optimistische Zahl. Meine Zahl ist nämlich 21 und das ist die Häufigkeit, mit der Friedrich Merz, wenn ich mich nicht verzählt habe, ich hoffe nicht, in seiner Regierungserklärung am Mittwoch ein Wort gesagt hat und zwar Gerechtigkeit.
Das scheint ja so ein bisschen sein neues Leitmotiv jetzt zu sein. Man hat es schon nach den Landtagswahlen gesehen und es ist mir aber irgendwie extrem aufgefallen in dieser Regierungserklärung, wie oft er Gerechtigkeit gesagt hat. Und dann stellt sich natürlich schon so ein bisschen die Frage. Welche Interpretation von Gerechtigkeit hat er da?
Und er hat sich da auch direkt schon mal so ein bisschen abgegrenzt, also unter anderem von den Linken in Berlin und gesagt, Gerechtigkeit ist bei uns nicht Enteignung, und auch nicht Umverteilung zulasten der Leistungsträgerinnen und Leistungsträger in unserem Land. Also erst mal gesagt, was Gerechtigkeit für ihn nicht ist Und dann aber auch gesagt, was Gerechtigkeit für ihn unter anderem ist. Leistungsgerechtigkeit, Chancengerechtigkeit, Generationengerechtigkeit.
Und da habe ich gedacht, okay, so ganz so neu ist es eigentlich auch nicht. Also dieses neue Leitmotiv Gerechtigkeit ist eigentlich auch der alte Friedrich Merz, oder? Definitiv. Was ist deine Zahl? Meine Zahl ist die 3. Drei Männer der Union werden am Wochenende beim Deutschlandtag der Jungen Union reden.
Am Freitag kommt Henrik Wüst. Am Samstag kommt Friedrich Merz. Und am Sonntag Markus Söder. Alles Männer, die schon mal auf dem Tableau der möglichen, also außer Friedrich Merz natürlich, der es ist, aber der möglichen Nachfolger von Friedrich Merz gelandet sind. Und ich fand, sie nehmen ihn ein bisschen in die Zange.
Erst der eine, dann der andere. Und sie nehmen ihn in die Mitte. Schöne Vorstellung. Kann man positiv und negativ sehen. Wir werden uns das anschauen und darüber berichten. Carlotta, vielen Dank. Danke dir und danke euch, dass ihr eingeschaltet habt. Wenn euch dieser Podcast gefällt, dann lasst uns doch gerne eine Bewertung da. Darüber freuen wir uns sehr. Und ansonsten hören wir uns hier in der nächsten Woche wieder und reden über alles, was so wichtig war. Tschüss. Tschüss.
Ein Podcast von Funke Vielen Dank.