
Rambo Zambo – Der Merz-Podcast· Folge 235
Friedrich und Ilse – geht da was?
Freitag, 23. Oktober 2026 · 28 min
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
Die Parteichefs von CDU, CSU und SPD wollten sich ursprünglich nach den Landtagswahlen im September auf einen gemeinsamen Kandidaten – oder eine Kandidatin – für die Präsidentenwahl am 30. Januar verständigen. CSU-Parteichef Markus Söder wirbt seit mehreren Monaten für die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Der Kanzler schweigt bisher dazu. Was könnten die Gründe dafür sein, dass der Kanzler noch zögert? Wie steht Merz zu Aigner? Und welche Namen sind sonst noch im Gespräch? Darüber sprechen Julia Emmrich und Carlotta Richter in der aktuellen Folge von Rambo Zambo. Außerdem stellen sie sich die Frage: Muss es denn wirklich unbedingt eine Frau sein? Und sie schauen nach Sachsen-Anhalt, wo sich die Brüche innerhalb der massiv geschrumpften CDU-Fraktion in diesen Wochen immer deutlicher zeigen.
🎙️ Jetzt reinhören – überall, wo es Podcasts gibt.
💌 Fragen oder Feedback?
Schreibt uns an rambozambo@funkemedien.de oder über die Social-Media-Kanäle von FUNKE News.
Viel Spaß beim Hören – und gerne weiterempfehlen!
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Ich habe neulich gefragt, wie die Stimmung ist und da sagte jemand, die Gräben sind tief und zwar tiefer als der Mariannengraben. Wir haben diese Bundestagswahl 2025 gewonnen. Jetzt darf auch mal Rambo Zambo im Adler. Das ist Rambo Zambo, der Merz-Podcast. Das Format, das ihr vielleicht nie wolltet, aber jetzt braucht.
Mit Carlotta Richter und Julia Emrich. Carlotta, was machst du am 31. Oktober? Ich weiß, was du sagen möchtest, aber ich habe eine ganz andere Antwort darauf. Ich habe nämlich Geburtstag am 31.10. und werde einfach nur meinen Geburtstag feiern und sonst nichts machen. Was wir eigentlich damit sagen wollen ist, am 31. Oktober ruft ihr die Gen Z.
Ich bin nur halb Gen Z. Du sagst es sofort, genau. Genau, die Gen Z, zu der Carlotta nur halb gehört, ruft am 31. Oktober auf, das zu tun, was in Frankreich passiert, auf die Straßen zu gehen. Die Gen Z regelt das, ist der Spruch dazu. Also gut, du bist nicht dabei, du feierst mit tausenden Menschen auf der Straße?
Nein. Auf gar keinen Fall. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Rambo Zambo. Ihr seht, Carlotta hat demnächst Geburtstag, wir haben auch noch schöne Themen. Aber auch in dieser Woche wieder erstmal der Blick auf Friedrich Merz, seine Regierung und was man in dieser Woche dazu wissen musste. Mein Name ist Carlotta Richter und mir gegenüber sitzt glücklicherweise Julia Emrich und damit auch von meiner Seite. Herzlich willkommen.
Carlotta und ich waren, das haben wir in der letzten Folge erzählt, bei einem Interview mit Dorothee Bär, unserer Forschungsministerin. Und wir haben mit ihr auch über eine Personalie gesprochen. Nämlich über die Frage, wer auf Frank-Walter Steinmeier, den Bundespräsidenten, folgen sollte. Und da ein Name einer CSU-Politikerin schon seit Monaten inzwischen ventiliert wird, haben wir sie gefragt, Frau Bär, die ja auch CSU-Politikerin ist, wie sehr nervt es sie eigentlich, dass sich Friedrich Merz immer noch nicht entschieden hat?
Dass also diese Frage, wer kommt ins Schloss Bellevue, im Kanzleramt gerade hängt. Und sie hat eine super Antwort genannt, wie ich finde. Sie hat gesagt... Ich bin nicht genervt, ich bin nie genervt. Ich habe eine große innere Ruhe in mir und jetzt kommt es. Ich bin postgenervt. Also ich glaube, mit postgenervt ist eine Stimmung beschrieben, die, glaube ich, gerade viele in der CSU zumindest haben, mit Blick auf diesen Kanzler, der eine Entscheidung vorliegen hat, aber sie noch nicht getroffen hat, zumindest das, was ich höre.
Er weiß noch nicht genau, wen er vorschlagen soll. Und jetzt am Wochenende ist CSU-Parteitag und er weiß es möglicherweise immer noch nicht. Genau, und er muss aber dann sich demnächst vielleicht doch mal festlegen, weil es ist ja gar nicht mehr so lange bis zur Wahl. Am 30. Januar wird der Nachfolger oder eben die Nachfolgerin von Frank-Walter Steinmeier gewählt.
Und eigentlich wollte sich März ja oder wollte sich auch die Koalition nach den Landtagswahlen festlegen, oder? Das war ja mal so das, was eigentlich im Raum stand. Das ist jetzt ja auch schon ein bisschen her. Es hieß immer im September, wie du sagst, nach den Wahlen, Dann hieß es, ja, wir haben ja keinen direkten Zeitdruck, stimmt ja auch.
Dann hieß es, ja, dass der Grund wäre ja, dass man erst dann wisse, wie die Zusammensetzung der Bundesversammlung, also des Gremiums, das dann den Nachfolger oder die Nachfolgerin wählen soll, ist. Auch das ist nun wirklich ausgerechnet. Dann hieß es, ja, wir gehen ins vierte Quartal. Auch das ist angebrochen längst.
Und dann hieß es, ja, vielleicht im November. Also man merkt, das ist eine Entscheidung, die nicht trivial ist, die auch nicht so auf dem Tisch liegt offenbar für Friedrich Merz. Was ich höre ist, dass er sehr viele Gespräche führt, sehr intensive Gespräche, auch mit CDU-Leuten aus den Ländern, um, glaube ich, auch ein Stimmungsbild, vielleicht auch noch um Namen zu hören, auf die er vielleicht noch nicht selbst gekommen ist, Das ist im Moment die Lage und Markus Söder, der seit April spätestens sehr deutlich sagt, er schlägt Ilse Aigner vor, er hat dabei seine Hintergedanken, können wir gleich nochmal drüber reden, aber der diesen Namen Ilse Aigner immer wieder nennt, das ist die Bayerische Landtagspräsidentin, haben wir in diesem
Podcast auch schon mal drüber gesprochen, der wird so ein bisschen unruhig langsam. Und ich glaube, dass auch Ilse Aigner, ich meine, kann man verstehen, oder? Selbst auch langsam ein bisschen denkt so, ich werde immer wieder genannt. Warum sagt der Merz nicht, jo, die nehmen wir jetzt? Und sie hat jetzt interessanterweise sowohl so einen Gastbeitrag in der Bild am Sonntag gemacht, wo sie sehr präsidial, wie ich finde, über das Land gesprochen, über den Patriotismus und so weiter.
Und dann hat sie einen Podcast aufgenommen und schon mal so ein paar Sachen gesagt, so, hallo, ich bin Single, ich bringe also auch keinen First Husband mit und so weiter. Also man hat so das Gefühl, Ilse Aigner will jetzt auch mal so ein bisschen nach vorne und was pushen, ob es sie nachher am Ende ist oder nicht.
Ich finde es echt gerade sehr, sehr offen. Grundsätzlich ist es ja so, vielleicht müssen wir das an der Stelle auch nochmal kurz sagen, dass der Bundespräsident oder die Bundespräsidentin ja von der Bundesversammlung gewählt wird und eigentlich ja jedes Mitglied der Bundesversammlung einen Vorschlag machen kann für einen Präsidenten.
Aber es ist so, dass Union und SPD in dieser Bundesversammlung eine Mehrheit haben und deswegen klar war, dass sie sich vorher einigen werden auf einen gemeinsamen Kandidaten oder eben eine gemeinsame Kandidatin. Und nachdem jetzt die Union die größere Fraktion ist und mit Frank-Walter Steinmeier ja auch lange ein SPD-Mann auf der Position saß, ist auch klar, dass der Vorschlag aus der Union kommen soll.
Aber wie eigentlich sind sich denn jetzt Markus Söder und Friedrich Merz, ob diese Person aus der CSU oder aus der CDU kommen kann? Also ist das vielleicht auch was, was für Merz noch eine Rolle spielt, dass Ilse Aigner ja eine CSU-Frau ist? Natürlich spielt das eine Rolle, denn Merz hätte ja jetzt die Chance nach 15 Jahren, wir dürfen nicht vergessen, Furz Steinmeier, der zwei Amtszeiten hatte, war ja Jochen Gauck, also ein Parteiloser.
Und erst davor gab es den letzten CDU-Bundespräsidenten. Also er hat nach 15 Jahren das erste Mal die Chance, wieder einen CDU-Mann oder eine CDU-Frau zu positionieren. Die Chance lässt du nicht einfach so verrauschen. So. Deshalb ist dieser Vorschlag von Markus Söder ja auch so, wie soll man sagen, trickreich, denn es ist eine Frau, es ist eine Frau, die offenbar mit der SPD, glaube ich, auch ganz okay geht.
Das heißt, es ist schon ein verdammt guter Vorschlag, der passt in dieses Suchprofil. Und Merz muss, so deute ich das, entweder einen Namen aus dem Hut zaubern, bei dem alle hinten rüber fallen und sagen, ja natürlich, was für ein genialer Vorstand. Das ist natürlich super, das ist auch tausendmal plausibler noch als Ilse Aigner. Wow!
Oder er hat einen Vorschlag, wo alle sagen, ja, also dann, warum nehmen wir nicht Ilse Aigner? Deshalb bin ich noch gar nicht sicher, ob er nicht am Ende sagt, okay, guter Vorschlag. Ich finde es wirklich, wirklich schwierig. Interessant ist, wenn mal so ein paar Alternativen durchgeht, wer alles schon Nein gesagt hat oder von wem man hört.
Ich wollte gerade sagen, gäbe es denn eine CDU-Frau, wenn wir jetzt mal von Frau ausgeben, die Merz aus dem Hut zaubern könnte? Ja, es stehen halt so ein paar eigentlich schon auf dem Platz, auf die man schon häufiger geguckt hat und auf die man auch schon häufiger auch medial gezeigt hat, so du könntest es doch.
Aber es gibt keine bei denen, wo man sagt, das ist jetzt noch so eine zwingende Kandidatin. Wir haben hier auch häufig schon gesprochen über die aktuelle Bundesfamilienministerin Karin Prien. Die könnte das sicherlich, die ist aber sehr früh genannt worden. Und wie verbrennst du Namen? Indem du sie früh nennst. Ist immer eine ganz heikle Kiste.
Ich glaube inzwischen nicht mehr, dass Karin Prien noch sehr weit oben auf der Liste steht. Überraschung, nie ausgeschlossen. Angela Merkel haben viele, ich glaube sogar viele sich gewünscht und manchmal auch Leute, bei denen man es gar nicht erwartet. Also ich habe von Ost-CDU-Verbänden oft dieses Signal gehört, so immerhin eine Ostdeutsche, immerhin jemand, der dieses Integrative hätte, also Ost und West.
Klar, die polarisiert auch sehr, die Frau Merkel, aber so. Sie hat auch die Anerkennung in der Bevölkerung bekommen, glaube ich. Sie ist bei den Grünen beliebter als bei der CDU. Don't forget. Aber sie hat so sehr klar Nein gesagt. Und ob Friedrich Merz es in diesem Leben noch über sich bringt, Angela Merkel für irgendwas vorzuschlagen, schwierig.
Julia Klöckner, die Bundestagspräsidentin, sicherlich jemand mit einem präsidialen Auftritt, mit dem nötigen Selbstbewusstsein und so weiter, Ist aber, eindeutig eine sehr konservative Politikerin und ich kann mir nicht vorstellen, dass die SPD, du hast es ja gerade gesagt, die muss ja mitmachen, dass die SPD bei Julia Klöckner sagt, jo, außerdem, die hat ein tolles Amt.
Dann würde da auch eine Lücke entstehen. Dann wird es schon schwieriger. Es gibt Leute, wir haben hier eine Podcast-Folge gemacht, wo wir sehr lange über Ursula von der Leyen gesprochen haben, die EU-Kommissionspräsidentin. Abgesehen davon, dass es zwischen Merz und ihr persönlich nicht so super rund läuft, hat sie natürlich ein mega starkes Amt in der EU. Und das in Zeiten, wo die Europäische Union durch Trump und so weiter massiv angeschossen wird permanent.
Was ich höre ist, dass sie nicht will. Das kann aber auch eine Finte sein ganz am Ende. Aber ich würde auch eher mal ein großes Fragezeichen machen. Ja, wer bleibt da noch? auch Annegret Kramp-Karrenbauer, die Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, ehemalige Ministerpräsidentin, ehemalige CDU-Chefin, ehemalige Verteidigungsministerin, also politisch eine absolut erfahrene Frau.
Die wird immer mal genannt. Ich glaube, sie könnte sich das auch selbst vorstellen. Ich bin nicht sicher, ob sie auf der Kandidatenliste von Friedrich Merz weit oben steht. Ich habe kein sicheres Gefühl für diese Personalie, um ehrlich zu sein. Naja, und da gibt es natürlich noch ein paar Männer. Wobei ja zumindest bisher der Konsens war, es sollte doch eigentlich eine Frau sein. Oder hat sich das vielleicht auch geändert bei der Union?
Ja, das finde ich eine hochspannende Frage. Ich glaube, wenn man Leute im Interview und so weiter fragt, die werden jetzt alle sagen, nach all den Jahren männliche Bundespräsidenten ist es so unfassbar dran, dass es eine Frau wird. Das würde ja jeder so sehen. Und ich glaube, es ist auch Konsens. Dennoch gibt es interessanterweise in den letzten Monaten so ein leichtes Abweichen von diesem natürlich.
Und es wird immer mehr das Profil in den Vordergrund gestellt. Also wichtig ist, dass es jemand mit politischer Erfahrung ist, dass er auch ein Standing hat, dass er das Land zusammenhält. Ich sage jetzt immer er, ich würde aber immer noch sagen er oder sie. Das macht jetzt gerade sprachlich die Sache ein bisschen holpriger. Die Person. So.
Ich erlebe ein Abrücken. Gerade bei Friedrich Merz. Ich erlebe ihn als jemand, der das eine Zeit lang auch genauso gesagt hat und dann eher wieder sagt, naja, am Ende kommt es auf die Eignung an. Da widersprechen gerade viele und sagen, nein, nein, der hat das immer offen gelassen. Also es gibt dieses Abrücken nicht. Also auch darum gibt es jetzt schon so einen Deutungskrieg. Aber ich glaube, dass Friedrich Merz einen offeneren Sucher hat und nicht nur bei Frauen sucht.
Es wird aber schwer, weil was sagt denn Markus Söder, wenn er jetzt einen Mann vorschlägt? doch, hallo, ich hätte ja eine Frau gewollt und klopft sich dann breit auf die Schulter. Es gibt einen Mann, der sich zumindest gerne selbst ins Spiel gebracht hat in den letzten Wochen und Monaten, das ist Boris Rhein, der hessische Ministerpräsident, der in vielen Interviews und in vielen Positionierungen sichtbar gemacht hat, ich denke über Hessen hinaus.
Ob er bei Friedrich Merz wirklich auf der Liste steht, I don't know. Aber vielleicht müssen wir auch nochmal weiter gucken und nicht nur auf aktive Politikerinnen und Politiker gucken. Ich kann mir auch vorstellen, dass Merz sich fragt, kann es nicht auch eine Forscherin, eine Wissenschaftlerin, jemand sein, der sozusagen Politik eher, akademisch betrachtet.
An sich ist ja die Voraussetzung einfach nur deutscher Staatsbürger oder deutsche Staatsbürgerin zu sein, über 40 Jahre alt zu sein und das passive Wahlrecht zum Bundestag zu haben. Also da steht nicht drin, dass man zumindest rechtlich eine politische Vorerfahrung haben muss. Überhaupt nicht. Und dennoch teile ich, dass viele jetzt sagen, in diesen Zeiten, überleg mal, wir haben 29 eine Bundestagswahl mit einem komplett offenen Ergebnis, zumindest denke ich das im Moment so, da jemanden zu haben, der wirklich auch ein Telefonbuch hat und weiß, wen er auch anrufen muss und wie er Leute erreicht und Leute auch persönlich schon kennt.
Und natürlich auch wirklich diese Prozedere aus dem FF drauf hat. Also das ist, glaube ich, schon wichtig. Deshalb so sympathisch der Vorschlag war, etwa jemand wie H.P. Kerkeling zu nehmen oder Juli C. Ich glaube, es ist komplett durch. Nicht, dass das keine honorigen Leute seien, nicht, dass die sich nicht auch gut beraten, gut verhalten könnten in diesem Amt.
Aber ich glaube, dass es schon eher Leute aus dem Dunstkreis aktive Politik am Ende sein könnten. Das können aber auch zum Beispiel Verfassungsrichterinnen sein oder Juristinnen aus anderen hohen Gerichten, die diese institutionelle Erfahrung haben. Da weiß ich gar nicht, ob da schon sozusagen der endgültige Haken dran ist.
Aber wie gesagt, das ist alles ein Blick in Merz Kopf. Und das versuchen wir hier schon seit über einem Jahr in diesen Kopf reinzublicken. Was immer da drin ist, ich sehe es nicht alles. Ich glaube tatsächlich, dass wenn man mal wegguckt von dem, was vielleicht in der Union und in der SPD überlegt wird und man so ein bisschen guckt auf, die Frage, welche Person oder was für eine Art Person würde denn bei der Bevölkerung gut ankommen und wäre denn auch eine Autoritätsfigur, der die Menschen zuhören würden und die auch irgendwie ein Draht hätte zu den Menschen in Deutschland.
Und ich glaube, dass tatsächlich so angesichts dieses Pessimismus, den wir irgendwie auch sehen und dieses negativen Blicks auf die Politik, eine Person, die vielleicht gar nicht aus der ersten Reihe der Politik kommt, sondern wie du es gesagt hast, aus dem Dunstkreis der Politik kommt oder vielleicht ein Amt hat, was ja Ansehen genießt, wie zum Beispiel eben ein Verfassungsrichter oder eine Verfassungsrichterin, Dass das vielleicht auch eine Chance sein könnte und dass das eine Person sein könnte, die vielleicht gerade deswegen, weil ja eben Politiker und Politikerinnen aktuell ein sehr negatives Image haben und, einfach irgendwie in der Bevölkerung ihnen mit Antipathie begegnet wird, dass das eine Chance sein könnte, dass die Person vielleicht auch in der Bevölkerung
irgendwie so eine Anerkennung bekommen könnte. Bin ich total bei dir. Ich habe nur gerade, während du das gesagt hast, überlegt, wen könntest du meinen, oder über wen könnte man sagen, diese Person ist bundesweit so eine Integrationsfigur. Ich weiß gar nicht, ob wir nicht schon in diesem Land an einem Punkt sind.
Wo wir so polarisiert sind, wo wir so in unterschiedliche Richtungen laufen, dass es diese Person noch gibt. Also vor 20 Jahren oder so wäre das, glaube ich, vielleicht einfacher gewesen und ich kann mir vorstellen, dass, vielleicht der Letzte wirklich dieser Joachim Gauck war, also ein Pfarrer, also ein redegewandter Mensch, der irgendwo eine sehr mittige Position hält, der dieses Ost-Ding hat und so weiter.
Joachim Gauck, das ist so eine Sehnsuchtsfigur. Ich glaube, wenn Merz den klonen könnte, würde er sofort sagen, wir nehmen nochmal Joachim Gauck. Er macht es nochmal. Vielleicht macht er es nochmal. Naja, unwahrscheinlich. Aber so, deshalb, ich bin total bei dir. Aber ich weiß nicht, ob es, ob auf diese Stellenbeschreibung überhaupt noch jemand kommt.
Oder hast du jemanden im Kopf, wo du sagst, das könnte? Leider nicht, sonst hätte ich die Person natürlich schon längst vorgeschlagen. Aber vielleicht gibt es ja auch noch einen Namen, den wir jetzt auch gar nicht auf dem Schirm haben, der aber in den nächsten Wochen, Tagen, Wochen, je nachdem wie lange es noch dauert, noch auf dem Tisch landet.
Was ist denn deine persönliche Einschätzung, für wie wichtig würdest du es halten, dass es eine Bundespräsidentin ist? Auf die Gefahr hin, mich jetzt komplett unbeliebt zu machen. Ich glaube, in diesen Zeiten, in diesen nächsten Jahren kommt es wirklich darauf an, dass es jemand ist, ich versuche jetzt ganz neutral zu formulieren, der ein bisschen von dem, was du gerade dir gewünscht hast, hält.
Also ich halte den Laden hier zusammen, ich habe Gewicht, auf mich hört man noch. Das wäre für mich das allerwichtigste und dann die zehn nächsten Kriterien sind mir fast unwichtig und Tatsache auch, ob das eine Frau oder ein Mann ist. Ich kann es nicht sagen und ich würde deshalb ehrliche Antwort sagen, es ist mir nicht wichtig.
Mir ist wichtiger, dass diese Demokratie erhalten bleibt und dieses Land weitermacht. Das kann eine Frau genauso gut wie ein Mann, da gibt es keinen Unterschied. Aber wir müssen diese Figur finden und wenn wir davon überhaupt eine einzige finden, sollten wir sie nehmen, wer immer das ist. Wie ist das für dich?
Ich stimme dir zu in dem ersten Punkt, aber ich würde mir gleichzeitig trotzdem wünschen, dass wir genau diese Person finden und sie eine Frau ist. Einfach weil wir jetzt so viele Jahre hatten. Also ich meine, wir hatten zwölf Männer, die seit 1949 die Bundesrepublik repräsentiert haben und noch nie eine Frau.
Und ich glaube, es hat einfach schon immer noch diese Vorbildfunktion für Frauen und Mädchen und junge Mädchen in der Gesellschaft, wenn man eben sieht, so das Amt, das höchste Amt in Deutschland, das ist jetzt auch endlich mal eine Frau. Und ich hatte das Gefühl, dass das, also ich meine, wir hatten ja eine Bundeskanzlerin sehr lange und ich hatte das Gefühl, dass das auch so ein bisschen das ist, was meine Generation in Bezug auf Merkel geprägt hat.
Also dass es eben eine Frau war, die ganz selbstverständlich Bundeskanzlerin war. Für uns gab es nur Bundeskanzlerin und keinen Bundeskanzler. Und ich glaube, dass das auch beim Amt der Bundespräsidentin der Fall sein könnte. Und ich meine, jetzt haben wir Merz als Bundeskanzler, jetzt haben wir ein Kabinett, was wieder männlicher wird. Wir haben vergangene Woche darüber gesprochen.
Wir haben einen Frauenanteil im Bundestag, der zurückgeht und gleichzeitig auch irgendwie europaweit rechtskonservative Kräfte, die stärker werden, weltweit Rückschritte bei der Gleichstellung von Frauen. Und irgendwie fände ich das da schon sehr schön, wenn man in dieser Gesamtsituation es schaffen würde, eine Frau zu finden, die genau das erfüllt, was du gesagt hast, weil das ist definitiv wichtig und eben auch eine Frau ist und nicht dann doch der nächste Mann. Vielleicht wird es ja doch Elsa Aigner.
Ja. Warum nicht? Warum nicht? Also noch ist... Wenn Friedrich Merz sich dazu hinreißen lässt. Ja, wir wissen noch nicht mal, wann er sich reißen lässt. Also es gibt jetzt so erste ganz zaghafte Vermutungen, also wenn es denn November wird, ob es vielleicht an diesem historischen, also für Deutschland historischen 9.
November sein könnte. Also Mauerfall, leider eben auch sehr andere, sehr bittere Erinnerungen, die mit diesem 9. November verbunden sind. Aber ja, vielleicht ist es der Tag, an dem er rausgeht und sagt, das ist unser gemeinsamer Vorschlag. Vielleicht nimmt er sich aber auch noch mehr Zeit. Du hast es gesagt, 30. Januar ist die Wahl. So ewig hat er nicht mehr Zeit, zumal er wirklich jetzt wahrscheinlich bei jeder Gelegenheit gefragt werden wird.
Es wird ihm auch immer auf die Nerven gehen. Ja, ihm geht es auf die Nerven. Andere sind postgenervt, wie wir jetzt gelernt haben. Aber es kriegt natürlich dann auch so was. Ist es denn echt so schwer? Und irgendwann wird der Name, den er dann vorschlägt, ja auch so ein, okay, dafür hast du so lange gebraucht, das ist doch irgendwie ein super Name. Also viel Zeit sollte er sich nicht mehr lassen.
Wir müssen, glaube ich, noch auf ein anderes Datum gucken, das am Ende des Jahres liegt, nämlich auf den sehr wahrscheinlich 15. Dezember. Das könnte Stand jetzt der Tag sein, an dem in Sachsen-Anhalt der Ministerpräsident gewählt wird. Und das wird jedenfalls ein Mann. Davon können wir ausgehen. Das wird jedenfalls ein Mann. Und wir haben ja in den vergangenen Wochen immer wieder darüber geredet, dass es auch in der CDU letzte Woche die Ankündigung gab, dass die Fraktion gemeinsam den Saal verlassen möchte bei der Wahl.
Jetzt in dieser Woche hat aber der erste CDU-Abgeordnete gesagt, dass er nicht den Saal verlassen möchte, also dass er sich dagegen stellt und dass er im Saal bleiben möchte, nämlich Guido Heuer. Was bedeutet das jetzt? Also ich meine, es sind noch ein paar Wochen, aber der Druck wächst ja irgendwie, auch für Friedrich Merz.
Was macht das jetzt in der Union und wie groß wird der Druck noch in den nächsten Wochen? Also meine Vermutung ist, dass Guido Heuer nicht der Einzige bleibt, dass es noch mehr Personen geben wird, die im Saal bleiben wollen, denn es geht ja um eine geheime Wahl. Die Tatsache, dass du im Saal bist, heißt ja nicht, dass du einen AfD-Ministerpräsidenten mitwählst, es könnte ja auch eine Nein-Stimme sein. Also das ist alles sehr offen.
Ich glaube, dass diese CDU in Sachsen-Anhalt total kopflos ist. Also in jeder Hinsicht. Selbst bei dieser Abstimmung, wir erinnern uns darüber, gehen wir alle raus, hat dieser Guido Heuer schon gesagt, also ich muss es erst mal rechtlich prüfen. Hat sich also bei der Abstimmung erst mal noch zurückgehalten.
Jetzt ist klar, er hat es für sich geprüft und entschieden, ich bleibe da drin. Das Problem ist, es gibt noch ein Datum davor und das ist der 5. Dezember Und das ist der Landesparteitag der CDU in Sachsen-Anhalt. Und da wird die Machtfrage gestellt. Da wird geklärt, wer führt diese Partei oder das, was davon im Moment über...
Also es ist ja, wenn es nicht so bitter wäre, wäre es ja ein politischer Hühnerhaufen. Die einen rennen in die Richtung, die anderen beschließen was gemeinsam, halten sich selber nicht dran. Also wenn du in die Genese dieser Entscheidungen guckst, denkst du ja, Entschuldigung, ihr seid erwachsene Politiker, was ist denn da los?
Also ich glaube, dass viel von der Frage abhängt, wer führt diese Partei, also wer wird Parteivorsitzende und sprengt dieser Parteitag am Ende die ganze Fraktion, also Teilen, die sich gab. Ich habe neulich gefragt, wie die Stimmung ist und da sagte jemand, die Gräben sind tief und zwar tiefer als der Marianngraben.
Du weißt, Marianngraben ist der tiefste, ich glaube, weiß nicht wie viele, 10 Kilometer tief, also das ist die tiefste Stelle der Erde. Also Sachsen-Anhalt hat offenbar einen noch tieferen Mariannengraben, also, auch nicht mehr zwei, sondern angeblich sogar inzwischen drei Gruppen, die sich da wirklich spinnefeind sind und ich glaube, dass manchmal selbst diese Frage, wählen wir da so einen AfD-Mann mit oder nicht, weniger damit zu tun hat, ob sie die AfD stärken wollen oder nicht, sondern vor allem, wen sie damit wehtun wollen bei den eigenen Leuten.
Also es ist wirklich, ich sag jetzt mal Bruder, Kindergarten hoch drei, aber eben wir spielen da gerade mit einem ganzen Bundesland und mit dem Ansehen nicht nur dieses Bundeslandes, sondern ganz am Ende auch der CDU, damit auch der Kanzlerpartei und so weiter. Es ist immer leicht von außen, das so zu kritisieren, aber der Blick von außen darauf ist wirklich katastrophal.
Und angesichts dessen, dass Glaubwürdigkeit und all diese Dinge gerade sowieso erodieren. Wow. Und jetzt die Zahl der Woche. Wir werden es auf jeden Fall weiter beobachten und wahrscheinlich, genau wie du es gesagt hast, wird es auch noch einiges an Entwicklung geben da in den nächsten Wochen. Wir schauen auf jeden Fall drauf.
Hast du denn zum Ende dieser Folge noch eine Zahl der Woche für uns? Ja, die macht keine gute Laune, deshalb bin ich sehr, sehr hoffnungsfroh, dass du uns die gute Laune gleich noch bescheren wirst. Aber meine sind diese rund 420.000 Mails, die jetzt in einem ganz großen Leak auf den Markt gekommen sind.
Mails aus dem Dunstkreis der AfD, zum Teil offizielle Mail-Accounts, jede Menge Material, jede Menge Daten, die aber eine große Herausforderung darstellen. An sich ein Geschenk für alle, die hinter die Kulissen der AfD blicken wollen, aber eben auch ein hochheikles Ding, weil es ist gar nicht klar, was davon ist echt und was nicht.
Was davon ist gefakt, durch KI bereits verändert und was nicht. All das müssen jetzt Rechercheteams auch bei uns hier bei Funke, werden wir damit jetzt beginnen, angucken, prüfen, vorsichtig sein. Denn jetzt nach wenigen Tagen sind schon so viele Fakes auf dem Markt, die auch justiziabel sind zum Teil, dass man sich da ganz schnell die Finger verbrennt.
Ja, ein Geschenk und eine krasse Herausforderung. Und gleichzeitig ist es ja auch so ein riesiger Datensatz, dass es auch einfach dauert, das alles auszuwerten. Es dauert, den herunterzuladen, es dauert dann, die ganzen Dokumente anzugucken, dann zu gucken, sind die echt, das zu prüfen. Also es dauert einfach noch, bis man überhaupt da einen Überblick hat und dann auch sagen kann, was ist da drin echt und was vor allen Dingen steht da überhaupt drin.
Das würde uns bestimmt auch noch ein bisschen beschäftigen. Jetzt kommt mein gute Laune-Moment. Carlotta, was ist deine Zahl der Woche? Ich versuche es. Ich weiß nicht, ob du davon gute Laune bekommst, aber meine Zahl ist 71. Das ist der Anteil der Menschen in Deutschland, die dafür sind, die Zeitumstellung abzuschaffen. Am Wochenende ist es nämlich wieder soweit.
Wir müssen die Zeit umstellen und eigentlich sollte die Zeitumstellung ja schon lange abgeschafft werden. Und damit wird die Zeitumstellung zu einem politischen Thema. Es hat aber einfach noch nicht geklappt in der EU. Die Länder sind sich immer noch nicht einig, ob jetzt dann Winter- oder Sommerzeit gelten soll. Und deswegen haben wir weiterhin die Zeitumstellung.
Trotzdem ist eine Mehrheit der Deutschen dafür, sie abzuschaffen. Aber es wird weniger. Und was ich spannend fand, vor allen Dingen bei den Jungen, bei der Gen Z, gibt es nicht mehr so viele Befürworter der Abschaffung. Ich würde da die ganz steile These wagen, dass das auch einfach diesen Post genervt.
Denen ist das auch einfach ein bisschen egal, diese Debatte. Also ich glaube, am Ende schön, auch wenn es abgeschafft wird. Ich glaube ehrlicherweise, die Gen Z, wir haben ganz am Anfang auch schon darüber, geredet, bewegen andere Sachen. Und von der Frage, ob jetzt die Zeit umgestellt wird oder nicht, eine Stunde vor oder zurück, sind sie ein bisschen postgenervt.
Ich dachte ja, bei 71 meinst du, der Bundeskanzler wird im November 71 Jahre alt. Der hat nämlich dasselbe Sternzeichen wie du, aber wir werden jetzt nicht über Sternzeichen reden. Bitte nicht. Ich würde sagen, vielen Dank, dass ihr zugehört habt, eingeschaltet habt. Wenn euch dieser Podcast gefällt, dann lasst uns doch gerne eine Bewertung da und ansonsten hören wir uns hier in der nächsten Woche wieder.
Tschüss. Bis dann. Tschüss.