
Sach Mal - Besser Leben durch Lesen
Chefin eines Buch-Verlages: So ist es wirklich | ein Gespräch mit Felicitias von Lovenberg vom Piper Verlag
Mittwoch, 16. Juli 2025 · 1 h 02
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Shownotes
Hape Kerkeling, Otto Walkes, Bill Gates, Bonnie Garmus und Penelope Douglas um nur ein paar Namen zu nennen. Das sind alles Menschen die Bücher schreiben und diese beim Piper Verlag veröffentlichen. In diesem Gespräch wollte ich erfahren wie wird man überhaupt Verlagsleitung? Und wie sieht so ein typischer Alltag im Verlag aus? Natürlich sprechen wir auch darüber, wie gute Bücher ausgewählt werden und wie sich die Buchbranche im Laufe der Zeit auch wandelt.
– Intro: Wer ist Felicitas von Lovenberg?
– Vom Journalismus in die Verlagswelt
– Was macht den Piper Verlag besonders?
– Wie werden Buchideen zu Bestsellern?
– Veränderungen in der Buchbranche
– Karriere, Rat & persönliche Einblicke
Mein Buch: amzn.to/3Fj4Nua (Eigenwerbung)
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In der heutigen Folge spreche ich mit der Frau, die wahrscheinlich einer der interessantesten und krassesten Telefonbücher in Deutschland hat. Die Rede ist von Felicitas von Lovenberg, Felicitas von Lovenberg ist die Verlagsleiterin von Pieper Verlag, sprich einer der größten Verlage hier in Deutschland, und wenn man mal schaut, welche Bücher es bei Pieper so gibt, da sieht man so Menschen wie Hape Kerkeling, Bill Gates.
Tina Knowles, aber auch noch viele, viele weitere interessante Persönlichkeiten und in der Folge sprechen wir darüber, wie ist es eigentlich, wenn man die Verlagsleitung von einem der größten Verlage in Deutschland ist? Wenn man Menschen wie Hape Kerkeling zum Essen trifft, um einfach drüber zu sprechen, welches Projekt man in Zukunft realisieren kann, ob sie selbst überhaupt dazu kommt, Bücher von anderen Verlagen zu lesen und wieviel Zeit sie überhaupt hat, als Verlagsleitung zu lesen. Darüber sprechen wir in der Folge. Also viel Spaß mit der neuen Folge von sag mal, wie kommt man dazu, eigentlich Verlegerin zu werden? Ehrlicherweise habe ich darauf überhaupt gar keine gute Antwort und ich würde mich fast wundern,
wenn andere Verleger die hätten. Ich glaube, das ist, wie viele Dinge im Leben eine riesige Portion Glück und vielleicht Neigung und das, was andere in einem sehen, aber ich glaube nicht, dass irgendjemand morgens aufwacht und sagt. Ich will Verleger werden, es sei denn, man kommt aus einer Familie, vielleicht von Verlegern, oder es ist n familiengeführtes Unternehmen, wie man damit aufwächst.
Aber ich, wie man da, wie man dazu kommt, keine Ahnung. Aber es ist schon so. Wenn ich bei dir jetzt den Lebenslauf so n bisschen geguckt hab, da ist ja eigentlich klar so ne Affinität zu Büchern und Literatur, die war schon immer gegeben, ist es dann. So dass man eigentlich, wenn man so n Studium auch macht, in Literaturwissenschaften und auch in dem Bereich unterwegs ist, dass es denn schon so ne Art Endziel ist, dass man sagt, OK, irgendwann von einem großen Verlag Verlegerin sein war so n ambitioniertes Ziel, oder was war eigentlich früher bei dir so der Traumberuf?
Ich glaube, ich bin einfach gar kein Mensch, der sich so Ziele je. Gesetzt hat also. Natürlich, denkt man sich, man möchte gern einen Beruf ergreifen, der den eigenen Neigungen und Leidenschaften irgendwie entspricht, deswegen mit Büchern, das stimmt schon, aber ich würde im Nachhinein eher glauben, dass ich der erste Teil meiner meiner beruflichen Laufbahn, da war ich ja bei bei einer großen Zeitung, und ich glaube, dass ich einem sehr klassischen Missverständnis aufgesessen bin, als ich angefangen hab zu arbeiten, ich hab als Kind.
Ich habe eigentlich immer in meinem Leben gelesen. Also ich habe irgendwie früh lesen gelernt und war Einzelkind und bin auch relativ ja auf dem Land aufgewachsen, da gab es gar nicht viele gleichaltrige Kinder und insofern habe ich tatsächlich so ab 56 Jahren gefühlt immer immer gelesen, weil die Charaktere in Büchern waren, meine besten Freunde gewissermaßen, und habe gedacht, was, glaube ich, viele Kinder denken, die sehr gern lesen. Ich lese gerne, also muss ich schreiben. Also ich habe nicht gedacht, ich lese gerne, also muss ich einfach viel lesen.
Ich habe gedacht, ich finde Bücher so toll, also möchte ich selber vielleicht nicht Bücher schreiben, aber auf jeden Fall schreiben und dann bin ich älter geworden und habe gedacht, also das, was Schriftsteller können in ihren Büchern und die Fantasie, die man dafür braucht, das könnte ich nicht, also war der nächst. Naheliegende Berufswunsch Journalismus ja, dann habe ich gedacht, da muss man eben über das schreiben, was andere Leute gut können und die eigene Begeisterung dafür vielleicht auch auf andere übertragen.
Und daher kam ich zum Journalismus relativ schnell. Also ich habe irgendwie so mit 12 schon gedacht, ich möchte gerne in Journalismus gehen, ich habe aber nie gedacht, ich möchte in Verlag gehen, interessanterweise, und das kam dann erst im Journalismus, als ich dann eben auch. Fiel mich also ich war ja Literaturkritikerin und war auch im Fernsehen und hatte so eine, durfte so eine kleine Talkshow moderieren über Bücher und habe immer gedacht, eigentlich möchte ich noch näher an die Autorinnen und an die Bücher heran, aber ich habe bin keinen Tag in meinem Leben aufgewacht und habe gedacht, was ich eigentlich werden will, ist Verlegerin, das also, den Satz habe ich in meinem Kopf so nie formuliert.
Wann war klar, dass diese Tür sich öffnet? Das war, glaube ich. Eigentlich nie so richtig klar, bis mir das konkrete Angebot gemacht wurde. Also ich, ich habe einfach nur irgendwie gedacht, ich möchte gerne im Verlag arbeiten, aber ich hatte gar keine Vorstellung als was und dann bekam ich dieses Angebot.
Können Sie sich das vorstellen? Und dann habe ich erstmal irgendwie gedacht, was ich wirklich und dann habe ich aber auch sehr schnell gedacht, Wow, ja Pieper, das das das könnte irgendwie, das könnte ein gutes Match sein. Ist es dann auch so, dass es in dem Moment so n bisschen so war, dass so n bisschen das imposter Syndrom gekickt hat, dass man so denkt, OK, an sich hab ich ja jetzt gar nicht diese klassische Verlagslaufbahn und kenn diese Station nicht und dann gleich solch eine höchsten Posten besetzen.
Ja, ganz sicher. Also ich hab aber ehrlicherweise öfter in in in meinem Leben so Situationen gehabt, wo ich gedacht hab, oh, die Schuhe sind zu groß, weiß ich nicht ob ich das kann und hab auch dadurch gelernt, dass es. Mit solchen Situationen, so ist, dass man sich sagen muss, ich habe mir das ja nicht angemaßt, ich habe ja nicht gesagt, ich muss das werden und ich kann das und ich bin die einzig Richtige dafür, sondern jemand anderes sieht manchmal etwas in einem, was man selber nicht sehen kann, und das hat mir mal sehr früh jemand gesagt, gesagt, du musst für dich ja nur wissen, ob du es willst, aber du musst nicht, also du musst niemandes Erwartung erfüllen, sondern jemand traut dir das zu und du
musst dir überlegen, ob du es. Dich vielleicht trauen möchtest, aber erstmal musst du dich frei machen von dieser ganzen Frage. Wer hat jetzt welche Erwartungen und einfach nur überlegen, ob du die Schuhe anprobieren willst und damit versuchen willst zu laufen. Und ja, natürlich kann man immer scheitern, aber das kann man in so vielen Situationen und.
Und das hat mir damals sehr geholfen zu sagen, Mach dich mal frei davon, ob das, ob du jetzt ein Poster Syndrom hast, jemand anderes hat dir das ja angetragen, nicht du hast dich quasi beworben auf diese Stelle und hast gesagt, das ist das, was man mir geben muss und das macht irgendwie einen Unterschied. Ich weiß nicht, ob das, ob man das nachvollziehen kann, aber zu mir hat das immer sehr geholfen zu sagen, ich habe nämlich aufgezeigt und gesagt, hier hier Pick me. Ist das denn aber so ein Prozess? Wenn du gesagt hast, ich ziehe mir jetzt diese Schuhe an oder war das denn wirklich ein ich entscheid mich jetzt dafür, das zu machen, Augen zu und durch.
Nee, natürlich ist es ein Prozess, also das bis heute ein Prozess, das ist ja nicht, ist ja nicht, ich glaube, es gibt kaum Berufe, wo man sagt, das kann ich, das hab ich, jetzt hab ich den Bogen raus, so ist es ja nicht ein Beruf, zumindest aus meiner Sicht, besteht ja immer aus neuen Herausforderungen und man. Gerade im Verlag hat man ja auch die Aufgabe zu sagen, machen wir relevante Programme, suchen wir die richtigen Bücher und Projekte aus, sind, passen wir zu unseren Autorinnen, passen die zu uns, tut man genug für ein Buch und jedes jedes neue Buch, ganz egal ob von einem Hausautor oder von einer neuen Stimme.
Also wir haben ja immer zu neue Aufgaben, die wir bewältigen müssen. Und manchmal hat man das Gefühl, man hat die Aufgabe gut bewältigt, auch als Team und als Verlag, und manchmal hat man den Eindruck, da saß irgendwie der Wurm drin und wir haben versucht, alles richtig zu machen, aber es hat trotzdem nicht so funktioniert, wie wir uns das alle vorgestellt haben und deswegen finde ich nicht, dass man in in Berufen mit viel Verantwortung kann man nicht sagen, ich weiß, wie das geht, sondern man fragt sich immer wieder aufs Neue. Wie gehen wir das an?
Und das tut, glaube ich, jeder für sich in und die unterschiedlichen, also die Kolleginnen in den einzelnen Abteilungen, aber das gilt auch, also gilt auch für mich immer wieder zu fragen und sich zu hinterfragen und zu sagen, müssen wir das noch mal neu, müssen wir noch mal neu ansetzen, müssen wir noch einen Schritt zurück machen, brauchen wir eine andere Perspektive, man versucht ja immer, sehr vielen Stimmen gerecht zu werden und das das Macht den, das Macht den Beruf aus und deswegen. Also auch heute würde ich nie aufwachen und denken, Ah wow, ich bin ja übrigens die Verlegerin des Pieper Verlags, weil dazu habe ich, ich habe also viel zu viel zu tun, mein Kopf ist voll mit, wie machen
wir das, was können wir da noch machen, woran muss ich denken, wen habe ich nicht angerufen und ich glaube, das gilt ja für uns alle, dass man nicht über seine Position gar nicht nachdenkt, sondern nur über das, über die Aufgaben, denen, denen man sich stellen möchte. Welche Aufgaben hat man denn überhaupt als Verlagsleitung? Eine ganze Menge der welche Aufgaben hat man? Ich glaube, die die oberste und wichtigste Aufgabe ist, hat sozusagen 22 ist wie wie ein Baum mit 2 Ästen und für mich sind gleichbedeutend, dass.
Dass wir für unsere Autorinnen alles richtig machen und dass die sich gut aufgehoben fühlen, ist es mir aber ebenso wichtig, dass die Kolleginnen, die hier arbeiten, sich wohlfühlen und dass die sich auch gesehen und gewertschätzt fühlen. Das heißt, man hat gewissermaßen eine Aufgabe nach innen und eine Aufgabe nach außen, und eben es ist, es gibt Tage, da ist man ganz mit den Aufgaben nach innen gefordert und beschäftigt und es gibt auch Tage, da ist man vor allen Dingen so im Außendienst gewissermaßen und. Also es gibt Tage, da sehe ich 34 Autorinnen und führe mit denen Gespräche.
Und es gibt aber natürlich auch Tage, da hat man rein interne Termine und ich könnte jetzt gar nicht sagen, dass 1 von beiden radikal wichtiger ist. Es ist beides wahnsinnig wichtig. Bei Pieper erscheinen ja jetzt ne ganze Menge Bücher in so einem Jahr. Wie viele Bücher laufen denn über deinen Tisch, die du absegeln musst? Und wie viele Bücher hast du eigentlich gar nicht so die Handhabe mit drin, sondern das machen dann eben. Die Programmleitung von den jeweiligen Ressorts. Also alle Bücher müssen einmal bei mir vorbeikommen, und zwar egal in welchem Bereich.
Das gilt für between Pages, Unser Digital Label, genauso wie für natürlich Sachbuch, Literatur, Unterhaltung, Malik, also alle Bücher, die in den Verlag kommen, sind einmal bei mir vorbeigeschwommen, das ist mir wahnsinnig wichtig, weil ich ja als Verlegerin auch hinter unseren Inhalten stehe. Und es ist mir auch wichtig, dass alle Autorinnen wissen, dass ich als Verlegerin auch hinter ihnen stehe.
Natürlich schaffe ich das nicht im Akquise Prozess, mir alles im selben in derselben Detailgenauigkeit anzugucken, dazu machen wir in der Tat zu viele Bücher und es gibt auch Bereiche, wo ich mich für nicht wahnsinnig kompetent halte, also ich bin jetzt zum Beispiel natürlich nicht die klassische Romance Leserin, die sich da wirklich auch.
Die sich da wirklich die Kompetenz sagen kann. Aha, die Romance finde ich super, aber die fand ich jetzt weniger gut, weil das einfach vom Zeitaufwand sich so nicht realisieren lässt. Ich lese schon vieles, aber auch in der Fantasy lese ich schon unsere Spitzentitel, aber ich schaffe es nicht im Akquise Prozess, das sind ja wahnsinnig umfangreiche Bücher, oft das alles genau zu lesen, aber in der Literatur lese ich eigentlich alles, im Sachbuch lese ich so gut wie alles. Bei Malik lese ich sehr viel, also ich lese wirklich viel und manchmal lese ich natürlich auch erst die Bücher, wenn sie dann bei uns auch rauskommen und erscheinen. Aber ich lese viel und eigentlich sind alle Bücher auch, irgendwie hänge ich da
schon irgendwie auch mit mit drin. Wie schaffst du das, so viel zu lesen? Gerade bei der Menge an Büchern? Wochenende, abends, nachts, frühmorgens. Ich lese ja, ich lese praktisch immer, ich lese beim Zähneputzen habe ich auch vorher schon getan, also ich. Ich schleppe immer irgendwie mein I pad mit mir herum und wenn ich mein I pad irgendwo mal, wenn ich das abends hier liegen lasse, dann überlege ich sehr ernsthaft, ich wohne fast ne Stunde weit weg vom Verlag, dann überlege ich ernsthaft, ob ich noch mal reinfahre und es hole weil also ich kann besser ohne mein Handyleben als ohne mein I pad so. Aber klar, oft hat man ja auch exposés oder man hat sozusagen erst ne Leseprobe.
Man hat ja nicht immer jedes Buch zur Vollständigkeit da liegen. Und natürlich lese ich ja auch viele Bücher, die dann am Ende gar nicht bei uns landen, weil wir ja viel in Auktionen sind und also ja ständig irgendwie Bücher reinkommen und wir ständig über Inhalte reden, und ich versuch dann schon mitreden zu können und.
Damit auch für die wirklich großartigen Kolleginnen in den Lektoraten auch eine Unterstützung zu sein oder ein Sparringspartner und auch mal zu sagen, ja, das ist toll, aber glauben wir realistisch, dass das ganz groß werden kann, wie groß, glauben wir, fühlt sich das jetzt an, das sind ja alles Sachen, die im Verlag wahnsinnig wichtig sind, das hat aber, und das ist mir wichtig, ich vertrau unseren Lektorinnen wirklich absolut, also wenn jemand zu mir kommt und sagt, also dieses Buch, ich finde es super. Ich hab mich total verliebt in dieses Manuskript und ich finde die Stimme einzigartig.
Ich glaube nicht, dass ich je gesagt hätte, tut mir leid, das machen wir jetzt nicht, weil ich immer finde, wenn jemand kommt und sagt, Ich bin begeistert, damit fängt ja ein Buch im Verlag überhaupt erst an, also wenn alle sagen, ja, finden wir alle nicht so toll, aber könnte man jetzt mal machen, das ist für mich keine Prämisse, ein Buch einzukaufen, aber.
Wenn, wenn Kolleginnen aus den Lektoraten kommen und sagen, also ich fand das herausragend, dann würde ich immer schon mal sagen, Na dann mal los, also so. Schaffst du es überhaupt, dann auch Bücher aus anderen Verlagen zu lesen? Bei der Menge, die du jetzt eh schon aus dem eigenen Verlagsprogramm liest? Ich, ich schaff das wenig, aber mir hilft natürlich, dass ich ja wie gesagt, man sieht ja viele Bücher. In der Akquise, die an die dann woanders landen. Das heißt, ich kenne sehr, sehr viele der Bücher, die erscheinen, kennt man ja, als wenn man im Verlag arbeitet, ohnehin, weil man die auch selber sich angeguckt hat oder drauf geboten hat oder geprüft hat, das heißt, man hat ne ganz gute Bandbreite dessen, was
geschieht und kann deswegen irgendwie so tun, als könnte man gescheit mitreden, auch wenn man es. Was mir fehlt, sind oft sind so die Hausautoren der anderen Verlage, jetzt zum Beispiel den neuen Christian Krach. Der liegt noch bei mir zu Hause, den will ich unbedingt lesen, oder Christine Bilkau und anderes, wo man denkt, das sind Bücher, die mich total interessieren.
Rabea Edel, großartige Autorin, und da habe ich so ein Stapel von Büchern, die dann immer darauf warten, dass man mal Ferien hat und auch mal ein gekauftes Buch in die Hand nehmen kann. Gibt es auch Titel, Die du in der Hand hattest, wo die Auktion nicht gewonnen haben, wo du denkst, dass oder wo du bis heute traurig so ein bisschen bist, dass es nicht bei euch gelandet?
Ist ja klar, also gibt es immer. Aber man freut sich dann ja auch, das ist ja auch das Schöne am Verlagsgeschäft, dass man sich auch über die Verlage der über die Erfolge der Konkurrenz bei guten Büchern ja freut, weil ehrlicherweise Erfolg ist, immer für alle gut, also Bücher, die exorbitant erfolgreich sind.
Bedeuten ja die Leute gehen in den Buchhandel um dieses Buch zu kaufen und nehmen dann vielleicht ein anderes Buch mit und deswegen sind große Erfolge immer auch Erfolge für die ganze Branche Ich glaube das wird oft vergessen aber das ist wichtig es ist einfach wichtig dass es die irgendwie die Harry potters und die Elke heidenreichs und die bonny garmus und das ist wichtig für alle weil das weil das das Lesen lebendig hält und weil das das Lesen attraktiv macht und weil die Leute dann sagen Oh Mensch alle reden über dieses Buch da muss ich mitreden. Und das ist, das ist schön, weil wir ja in so einer Welt leben, die aus sehr vielen Bubbles besteht. Also wir alle sind ja so in unseren eigenen Tunneln unterwegs und sehen oft nur das,
was auch unsere Peers sehen und gut finden oder schauen das oder reden darüber. Und ich finde ja, die Verlagsbranche will ja immer eigentlich raus aus der Bubble, ja, wir möchten ja Menschen erreichen. In anderen Bubble also das ist so das Hauptziel, also es ist auch schön, wenn man natürlich sagt, hier, das ist unsere Zielgruppe und die habt hat dieses Buch erreicht und erschlossen, aber die Hoffnung ist ja immer, dass ein Funke überspringt und dass dann immer mehr Leute sagen, ah, ich habe da so viel Gutes gehört, das möchte ich jetzt auch mal lesen, und es interessiert mich und und insofern hat ist das, was lesen tut, hat es ja eine ganz starke, also so eine, so eine Macht, die Menschen miteinander vereint und ins Gespräch bringt und
deswegen. Reicht mir das manchmal nicht, in diesen Bubbles unterwegs zu sein, sondern ich will raus aus der Bubble. Wie hilft es denn Deiner Meinung nach, diesen Funke vor allem an Menschen vielleicht überspringen zu lassen, die eben überhaupt nichts mit Büchern am Hut haben? Das sind die, die am schwierigsten zu erreichen sind.
Aber ich bin zum Beispiel jetzt schon gespannt, mit dem mit dem Neuen, mit. Also man merkt ja einfach, wie der Hörbuchmarkt wächst und. Und ich glaube schon, siehe Podcasts, dass viele Leute, die vielleicht sagen, na ja, so in meinem stillen Kämmerlein mit einem Buch alleine, das ist nicht so meins, aber ich hör gerne Hörbücher, weil ich das beim Joggen hören kann und beim Autofahren und beim Abwasch, und ich weiß nicht, was und so wie ich auch Podcasts ja überall irgendwie hören kann, und ich hätte schon die Hoffnung, dass also. Egal, wie man vielleicht ein Buch konsumiert, dass man halt drüber spricht und dann sagt vielleicht irgendwie n bekannter und ne bekannte Ah, ich rede von
einem Hörbuch und sagt der, ach ich will das mal lieber als Buch lesen, also letztendlich ist es ja grundsätzlich gut, wenn wenn die Menschen sich vollsaugen mit mit intelligentem Content und gutem Content und Fantasie und Information und anderen Gedankenwelten, weil so bilden wir ja auch Empathie aus, also.
Und wissen und Allgemeinbildung et cetera. Deswegen glaube ich, dass es für uns als Verlage mit dem klassischen Buch nicht leicht ist, jemanden zu erreichen, der grundsätzlich nicht liest. Das, das gebe ich zu, das ist, da bräuchten wir, glaube ich, noch mal eine ganz große Kampagne, davon träume ich ja immer, dass die gesamte Buchbranche Deutschlands mal eine Kampagne fürs Lesen macht und nicht für einzelne Bücher. Also ich glaube, wenn man mal sagen würde, Nation White im ganzen Dachraum einfach mal ne Kampagne zu haben, die einfach nur sagt Lesen ist einfach mega und lesen ist cool. Wir wissen das aus anderen Ländern, die Engländer haben das gemacht, die Holländer haben das gemacht, das hat n Effekt, aber das ist halt in unserem, es ist
sehr schwer zu realisieren, ich hab das früher mal in den Börsenvereinen hingequatscht, weil ich davon immer noch träume, dass man auf Bussen keine Ahnung, irgendwelche Promis sieht einem Buch in der Hand die sagen. Ich lese und ich lese gerne und ich kann mir ein Leben ohne Buch nicht vorstellen. Aber ja, also hat noch nicht geklappt, kann ja noch werden, aber auf jeden Fall glaube ich, dass es schon eine Kunst ist, die Menschen zu erreichen, die ab und zu mal ein Buch lesen und gerade weil wir in so einer audiovisuellen Zeit leben. Ist es ist es nicht so leicht, jemand für etwas zu begeistern, was in Buchstaben auf einem weißen Blatt Papier stattfindet? Und auch das ist eine Kunst, die
die Menschen überhaupt beim Lesen zu halten. Also wir wissen ja auch einfach durch die ganzen Studien, dass wir kontinuierlich Leser verlieren im deutschsprachigen Raum, und das ist natürlich etwas, was ein, was uns in den Verlagen, das beschäftigt uns, das beschäftigt auch mich, was kann man tun? Und du, man kann es aber natürlich nur tun mit sehr, sehr guten Buchangeboten.
Also was können wir tun, wir müssen unsere Kompetenz schärfen und sagen, das, was wir gut können, nämlich gute und schöne und wichtige Bücher machen, das müssen wir weitermachen und dafür eine möglichst hohe Einschaltquote erreichen, aber das wollen alle Verlage, behaupte ich mal. Ja, ich habe jetzt ein Buch geschrieben, was tatsächlich nur übers Lesen handelt, was im August erscheint und den Titel hat. Lesen ist deine Superkraft.
Würdest du das auch so unterschreiben, dass lesen auch so ne Art Superkraft ist? Total lesen ist ne Superkraft und das ist auch deswegen so wichtig, das immer zu betonen, weil die diese Superkraft ja abnimmt. Also du bist ja nun mal deutlich jünger als ich, meine Kinder sind noch mal deutlich jünger als du und natürlich wissen wir alle, dass dass die Konkurrenz zum Lesen zugenommen hat und.
Dass wir alle, dass es uns schwerfällt, irgendwie mal 23 Stunden nicht aufs Handy zu gucken. Und das belastet ja auch den Lesefluss, und deswegen ist lesen wirklich eine super Kraft, weil wir sehen, dass immer mehr Menschen gar nicht wirklich lesen können, weil man ja auch ein Telefon alles diktieren kann, und ich muss es, kann mir auch alles vorlesen lassen mittlerweile.
Also man kommt ganz gut ohne eigene Superkraft lesen aus. Und man merkt aber natürlich, was für n riesen Unterschied das Macht. Das heißt ich finde lesen ist ne super Kraft und es beginnt im Kindesalter, das hört aber bis bis zum Tod nicht auf, also Menschen die lesen, ich hab ja auch mal n kleines Buch übers Lesen geschrieben, nämlich die Gebrauchsanweisung fürs Lesen und deswegen weiß ich also Dinge die du wahrscheinlich jetzt auch weißt, nämlich.
Dass man irgendwie länger lebt, wenn man viel liest, dass man oft glücklicher lebt, dass man weniger psychische Erkrankungen hat, weil man einfach sich besser selbst regulieren kann, weil man sich selbst besser versteht, weil man die Gefühle, die man in sich trägt, besser benennen kann, weil man besser kommuniziert, weil man mehr auf andere achtet.
Also lesen macht ja auch resilient, lesen hilft uns, die Welt anders zu sehen und zu verstehen, also lesen ist eine totale Superkraft. Die Superkraft schlechthin. Wenn wir jetzt mal bei diesem Prozess sind, wenn neue Bücher zu euch in den Verlag kommen oder auch Angebote, woran erkennst du denn ein gutes Buch? An das kann man, glaube ich nicht verallgemeinern. Ich erkenne es schon natürlich oft daran, dass ich darauf anspreche und ich versuche auch immer dann, das zu abstrahieren und zu sagen, ich bin ja oft gar nicht die Zielgruppe und manchmal sage ich auch, mich hat es gar nicht angesprochen, aber wenn es.
Euch anspricht, bin ich sofort dabei, weil man ja auch erkennen muss, jeder von uns liest ja nun mal sein eigenes Buch. Ja, also jeder der Leser vervollständigt bekanntlich das Buch und und das heißt, jeder Leser mit seinem eigenen Erfahrungshorizont und dem, was er in das Buch Hineinlegt, durch seine eigene Subjektivität, macht das Buch zu dem, was es ihm dann später bedeutet, und das funktioniert für jeden von uns unterschiedlich. Und deswegen ist eben diese Begeisterung im Lektorat sehr wichtig.
Und es ist natürlich auch so, dass die Lektorate ja vorsortieren, also nicht also die Lektorate schauen, sich ganz viele Buchprojekte an, die sie gar nicht an mich herantragen. Das heißt, ich sehe schon oft auch eine Auswahl, weil manches auch einfach sofort aussortiert wird, ich bekomme aber natürlich die ganzen Scout Reports, auch die sind so viel, weil ich bekomme ja alles, dass ich auch das nicht alles lesen kann.
Aber es geht schon immer darum, dass ich merke, finde ich das irgendwie ganz gut. Geschrieben hat das jetzt in der Belletristik sind das Charaktere, die mich interessieren, habe ich den Eindruck, dass da jemand weiß, wie er, wie er seine, wie er seine Handlung strukturieren will und dass es da ein Formbewusstsein gibt und ist das etwas was, was, wenn es nicht mich anspricht, was zumindest dann jemand anderen stark anspricht, also damit damit steht und fällt eigentlich alles.
Wie viele Manuskripte oder Angebote bekommt ihr denn? In einem Jahr kannst du deine Zahlen nennen, oder? Deutlich über 1000 also. Wahrscheinlich sind es insgesamt. Ich hab keine Ahnung, ich die ehrliche Antwort ist, ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass zum Beispiel wir machen im Jahr um die 350 Titel, davon sind ja viele von Hausautorinnen, das heißt das sind, das ist ja eine fortlaufende Arbeit, auch am Werk.
Aber es ist natürlich auch sehr viel, was neu jeweils kommt und was daher kuratiert ist. Also ich würde vermuten, wenn ich allein an die Unterhaltung denke und an die Dutzende von Manuskripte, die da jede Woche kommen. Wir kriegen auch immer noch und nach wie vor sehr viel unverlangt eingesandte Manuskripte, also Tutor competto würde ich schätzen, keine Ahnung um die 2000, wahrscheinlich im Jahr. Vielleicht auch mehr, aber ich schätze ungefähr so, wenn ich auf alle Lektorate schaue.
Weniger als 2000 sind es bestimmt nicht, was im Jahr ankommt und was irgendwie durch diesen großen Verlagstrichter muss. Ihr habt ja auch viele bekannte Persönlichkeiten bei euch im Programm, sei es wie Hape Kerkeling auf nationaler Ebene oder aber auch. International so Menschen wie Bill Gates, ist es dann auch so, dass du für so ein Buch als Verlagskleidung so Menschen wie Bill Gates auch persönlich triffst.
Oder ist es dann wirklich eher nur eine Kommunikation von außen? Also bei Bill Gates, den habe ich tatsächlich noch nicht persönlich getroffen, aber das liegt auch daran, dass er einfach nicht in Deutschland war. Also ich würde mal unterstellen, dass wenn er länger da ist und da Buch Promo machen würde, dann würde man ihn auch treffen. Also natürlich trifft man nicht all die internationalen Autoren, das hat aber oft mehr damit zu tun wieviel. Promo Sie auch fürs Buch dann machen, weil, wenn, wenn sie was machen fürs Buch, dann findet das schon auch in der ja, über uns läuft das über uns, und dann gibt es auch die Gelegenheit, aber die meisten unserer Autoren ist eher ne Ausnahme, dass ich Hape Kerkeling noch nie begegnet
bin, also die meisten unserer Autoren kenne ich zum Glück. Ist es denn so, wenn du jetzt nach Hause kommst? Vom habe ich. Gerade gesagt, Bill Gates oder Hape Kerkeling. Bill Gates Nein, nein, harpe kenne ich natürlich bestens, aber Bill Gates, nein, das Entschuldigung, Versprecher, also Bill Gates bin ich noch nicht persönlich begegnet, aber harpe begegne ich zum Glück oft.
Ist es denn so, wenn du nach so einem Arbeitstag nach Hause kommt und so Menschen wie Harpe, Kerkeling oder auch andere Menschen getroffen hast, dass es für dich schon mittlerweile so ne Selbstverständlichkeit war, so heute auf Arbeit war ich wieder mit dem verabredet und. Mit Menschen, die nun ja in unserer Gesellschaft sehr bekannt sind, dass es für dich eine Selbstverständlichkeit ist oder auch irgendwie immer noch so eine Art, ja besonderes Erlebnis.
Nee, das ist für mich total selbstverständlich. Und damit meine ich nicht, dass ich davon nicht Hochachtung habe. Das liegt, glaube ich, einfach daran, dass ich schon bei der FAZ ständig mit sehr bekannten Leuten zu tun hatte, und das ist für mich, also ich mache da keinen Unterschied zwischen jemandem.
Den jeder auf der Straße erkennt. Ich habe sehr eng mit Marcel Reich Ranicki zusammengearbeitet zum Beispiel, und das war der Inbegriff einer in Deutschland sehr bekannten Person, also wenn man mit Reich Ranicki ins Theater ging oder so, dann wurde man ständig, wurde der wegen Autogrammen gefragt und deswegen kannte ich das tatsächlich aus meinem, aus meiner journalistischen Karriere und habe auch gelernt, dass man den Menschen ja sieht und nicht die Berühmtheit. Also für mich ist ein berühmter Autor nicht anders als ein nicht berühmter Autor, weil ich versuche, den Menschen zu sehen und nicht den Ruhm.
Und weil es ja auch um das Buch geht und weil es, weil es eine ernsthafte Beschäftigung ist. Und wie gesagt, das heißt überhaupt nicht, dass das nicht wichtig für uns ist, dass manche der Autoren sehr bekannt sind, das ist ja auch eine Verantwortung, die man hat, auch eine Verantwortung für die Autorinnen. Sorgfältig mit diesem Ruf umzugehen und sie auch mitunter zu schützen vor Dingen und zu beraten, das ist ja alles. Das sind keine trivialen Fragen, die sich da stellen. Wir haben ja auch Autoren wie Michelle Friedmann, der eigentlich nur mit Personenschutz sich in Deutschland aktuell bewegen kann wegen des gewachsenen Antisemitismus, und das ist eine Tragödie, also ich will damit sagen, das ist für uns auch Teil
einer Aufgabe und nicht etwas, womit wir uns schmücken. Oder womit ich mich jemals schmücken würde. Wenn du jetzt mal auf den Buchmarkt blickst, einmal so die letzten Jahre, wo du auch schon selbst festgestellt hast durch Konkurrenz Content wie Netflix, Spotify und KI ist ja auch auf dem Vormarsch. Wo glaubst du, wird der Buchmarkt oder auch die Verlagsbranche so in den nächsten 10 bis 20 Jahren stehen?
Ach, wenn ich dir das sagen könnte, dann weiß ich nicht, wo ich dann gerade wäre, in welchem Labor. Ich glaube, die Frage stellen sich ja alle und es gibt darauf ganz vielfältige Antworten. Ich glaube einfach, dass es unmöglich ist, 10 Jahre vorauszuschauen, also zumindest für Normalos wie mich, weil das, weil man, man kann natürlich mal versuchen, irgendwelche Vorhersagen zu machen, aber.
Ich man versucht einfach einzuschätzen, wohin gehen wir und wie wird sich etwas verändern. Und da, das ist auch sicherlich von Lektorat zu Lektorat manchmal unterschiedlich, aber grundsätzlich ist zum Beispiel die Frage, sind für uns. Die Trends, die wir beobachten in der Filmindustrie, sind die für uns als Verlag relevant ist für mich eine ganz andere Frage als wie beschäftigt uns KI, weißt du, was ich meine? Also das sind alles ganz unterschiedliche Themenfelder, wie verändern sich Bedürfnisse bei den Lesenden, möchten die im Moment, hat man den Eindruck, viele möchten dieser Welt, in der wir uns gerade befinden, eher entfliehen, also ein stark eskapistischer Trend, das sieht man auch. Bei den Büchern, die einem
Angeboten werden, die dann oft sehr teuer werden, also gerade aus dem angelsächsischen Raum kommen gerade sehr viele Stoffe, wo man so sagt. Suspended believe also das heißt, du musst an einer Stelle deine deinen rationalen logischen Glauben einmal aussetzen und dann funktioniert die Geschichte ja, also nur, wenn ich daran glauben kann, dass jemand ein Zeitreisender sein kann.
Kann ich den Roman lesen, der von einem Zeitreisenden handelt? Weil, wenn ich die ganze Zeit denke, ah, das funktioniert ja eh nicht, dann lass ich mich auf die Geschichte nicht ein. Also solche Stoffe kommen gerade sehr massiv und ich finde auch, dass man ja durchaus sehen kann mit den ganzen Retellings ja, also man hat ja das Gefühl, alles alles kommt jetzt in Folge 345 ob das Zoomania ist oder Lilo und Stitch oder ich weiß nicht, was Bridget Jones, also wahrscheinlich kommt der Denver Client wieder, falls es nicht schon der Fall also.
Alles was mal da war und beliebt war, wird ja gerade noch mal neu aufgelegt und ich finde schon, dass es interessant ist, dass es so ein Bedürfnis gibt, sehr stark retrospektiv zu sein oder sich selber wieder zurückzuversetzen in eine Zeit, in der gefühlt alles gut war. Das ist, glaube ich, ein starkes Bedürfnis und das können wir als Verlage auch versuchen zu bedienen, zu sagen, Ah ja, OK, das entspricht einem bekannten Muster und das Muster ist ist vielleicht ein Brand oder es ist ein Pattern und der ist beliebt, weil er so Komfort ausstrahlt, aber gleichzeitig, wenn ich ins Sachbuch schaue, sehe ich ganz andere Tendenzen, ja und sage ich möchten die Leute vielleicht eher wissen über philosophische Dinge aufgeklärt werden, über
Politik eine Streitschrift lesen möchten, gerne Haltung, Meinung, wie bewege ich mich durch die Welt im Überflutungsinformationszeitalter wie gehe ich um mit Fake News, wie gehe ich um mit Donald Trump und so weiter und sofort also will sagen, es ist, das ist schon diffizil genug und KI wird sicherlich uns unser aller Leben weiter stetig beeinflussen und und verändern. Aktuell glaube ich aber nicht, dass aktuell sehe ich KI kreativ noch nicht auf einem Niveau, wo ich denke. Dass es, dass die KI Autorschaft abschaffen wird oder einhegen wird, das mag sich verändern, wird es wahrscheinlich, aber aktuell sehe ich darin keine Bedrohung, sondern sehe eher darin auch einen Gewissen Nutzen im täglichen Tun, wo man vielleicht sagen kann, Na ja, KI
kann uns auch sehr nützlich sein und damit Freiräume schaffen für die eigentliche Kreativität. Würdest du sagen, das sind 10 Jahre es mehr Menschen gibt, die Bücher lesen als jetzt oder weniger? Ich glaube nicht, dass es mehr Menschen gibt, die Bücher lesen. Ich glaube aber, dass die Menschen insgesamt mehr lesen, und dafür gibt es ja auch Belege, dass wir lesen eigentlich alle sehr viel, wir lesen nur auch halt wahnsinnig viel im Internet und wir lesen sehr viele Informationen, die uns früher so nicht erreicht hätten, ja, wir alle kennen die Push Nachrichten auf dem Handy und wir. Die whatsapp, also wir leben eigentlich in einer sehr stark buchstabenhörigen Welt, nur wir lesen, glaube ich, immer weniger lange Texte.
Wir sind einfach sehr gewohnt, dass uns Informationen immer komprimierter und immer schneller und immer reduzierter erreichen. Aber man sieht ja auch gleichzeitig in der Fantasy, in der Romantasy. Also wir sehen schon auch ja gleichzeitig die Liebe zu dicken Büchern, ja zu einem Weltenbau, der ganz diffizil ist und intrikat und wo man wirklich sagt, Ich bin jetzt hier ganz woanders, und ich glaube, dass die beiden Bedürfnisse irgendwie auch zusammengehören zu sagen, wenn ich lese, dann will ich aber auch so was ganz Großes erleben und mich einlassen auf was, auf auf eine Welt, die mich dann auch völlig.
Umfängt. Also ich glaube nicht, dass wir vielleicht in 10 Jahren mehr Buchleser haben, aber ich glaube, dass wir immer mehr Lesende haben, und die Frage ist, wie wir dem als Verlag begegnen können. Es gibt ja auch jetzt schon den Trend, auch natürlich durch die sozialen Netzwerke zu Kurzfilmen, das beschäftigt zum Beispiel aktuell die Filmbranche, und ich frage mich ehrlicherweise seit Jahren, warum die Kurzgeschichte nicht das Medium unserer Zeit ist. Das fragen sich übrigens auch viele Autorinnen. Warum wir eigentlich nicht sagen, Mensch, die Short Story ist so eine geniale Kunstform der Literatur. Warum hat die eigentlich nicht Hochkonjunktur? Keiner hat irgendwie eine Antwort, alle merken, sie haben weniger Zeit, immer mehr Leute
sagen ja, ich würde das Buch gerne lesen, aber ach so dick und ich habe die Zeit nicht und so und ich denke immer, wann kommt das die Hochzeit der Short Story, vielleicht werden wir es noch alle erleben, ich weiß es nicht, aber grundsätzlich merken wir auch, also Elke Heidenreich altern. Ich weiß nicht, ob das Buch mit 280 Seiten genauso erfolgreich geworden wäre. Das ist halt so, man schafft es halt schnell und das ist auch immer wieder schön, Bücher zu haben, das merkt man ja auch selber, wo man sagt, Ach, habe ich an einem Nachmittag gelesen, fand ich super, konnte ich drüber reden, habe ich empfohlen, also auch schlanke Bücher haben es glaube ich, also es ist wichtig, manchmal auch
für Bücher nicht so dick zu sein, das sehen wir auch ganz stark, manche müssen dick sein und andere sollten partout etwas schlanker sein. Gestern waren wir auch bei Hum du und immer wenn ich in so einem Buchladen drin bin, denk ich mir, es gibt so viele Bücher und so wenig Zeit. Kennst du das auch und wenn ja, wie entscheidest du dich dafür dich jetzt n Buch zu widmen oder zu sagen Nee, heute ist nicht der richtige Zeitpunkt für dich. Das kann ich sogar nicht.
Das wiederum kann ich so nicht sagen. Manchmal geh ich auch abends ins Bett und bin eigentlich todmüde und dann fang ich an, mal das Skript zu lesen und muss mich dann zwingen aufzuhören aus vernunftgründen, weil ich denke n bisschen schlafen braucht der Mensch ja auch. Zumal ich immer sehr früh aufstehe.
Manchmal gehe ich auch ins Bett mit einem ganz vielversprechenden Manuskript und nach 2 Seiten fallen mir permanent die Augen zu. Ich weiß ja mittlerweile, das liegt nicht immer am Manuskript, es liegt auch manchmal wirklich an einem selbst, wenn man nicht mehr aufnahmefähig ist. Aber ja, für mich ist ja wie gesagt, Lesen ist meine zweite Natur, das heißt, ich denke nicht so viel darüber nach, lese ich jetzt oder lese ich jetzt nicht ich?
Ich lese auch sehr viel Zeitung, lese jeden Abend, bevor ich einschlafe, immer die FAZ, jeden Abend auf dem I pad, also ich. Also für mich ist das nicht, ich denke da nicht so viel drüber nach, ich bin aber natürlich auch nicht so oft im Buchladen und kaufe Bücher, ich bin oft im Buchladen, um zu gucken, was so los ist. Und dann merke ich schon, dass dass mich natürlich natürlich tickig wie jeder andere Mensch auch, stark über persönliche Empfehlungen, also auch wenn mir Kollegen sagen. Hier im Verlag.
Ah, ich hab jetzt endlich das und das gelesen und es war wirklich wahnsinnig gut, also auch aus anderen Verlagen oder auch auf Bookstagram und so. Also ich finde schon, dass es so Empfehlungen gibt, auch von Buchhändlern, wo ich dann denke, oh, das klingt jetzt wirklich toll und dann kaufe ich sofort das Buch. Wann ich das dann lese, steht auf einem anderen Blatt, aber ich habe es schon mal gekauft und das ist so wie ein gut gefüllter Kühlschrank.
Man hat dann man denkt sich OK, wenn jetzt die Gewitterfront kommt und es 5 Tage durchregnet und man vielleicht das Haus nicht mehr verlassen könnte, dann wäre ich jedenfalls bestens versorgt. Welches Buch wurde dir zuletzt empfohlen? Welches Buch wurde mir zuletzt empfohlen? Tatsächlich, die Christine Bilkau hat eine Kollegin gelesen und fand sie sehr gut.
Dann was hab ich denn noch gerade gekauft? Christian Kracht hab ich schon erwähnt, der bei mir liegt, dann wurden mir auch gerade verschiedene Serien empfohlen, die ich auch alle auf meine Watchlist gesetzt habe, aber. Ich mir, mir fallen auch oft so Sachen auf, wenn ich dann merke auf Instagram ist nicht nur einer, der es hochhält, sondern immer öfter jemand. Also ich bin zum Beispiel sehr Frank Mendenhörig, weil ich finde, dass der wirklich ganz tolle Buchtipps macht und man merkt ja dann irgendwann so, wer einem entspricht und da, wo dann der Kaufimpuls besonders hoch ist. Also ja.
Welche Rolle spielst Social Media bei dir und auch für euch als Verlag? Riesige also ist ja klar für alle. Dass man sich da sowohl natürlich selber tummelt und gerne gesehen und gehört und geliked werden möchte, aber auch als Inspiration auch um zu sehen was also welche Cover siehst du, was machen andere Verlage, was machen die Buchhändler, was scheint irgendwie zu begeistern.
Also es ist so eine Mischung aus allem, also ich glaube, Social Media ist viel Input und viel Output gleichzeitig und. Tik tok schaffe ich jetzt nicht so auch noch, gebe ich zu, macht mich auch irgendwie, ich bin halt aus der Generation, wo nicht alles ein Video sein muss. Also mir sind auch Fotos noch sehr recht, aber ich weiß, dass ich jetzt damit zunehmend in der Minderheit bin, aber manchmal ist es mir auch geräuscharm lieber. Also ich finde, manchmal stelle ich den Ton, stelle ich oft auf Instagram aus, weil ich irgendwie dieses, wenn man sich da was anguckt und ständig schreit ich irgendwas äußern, das überfordert mich aber ja.
Jetzt ist es ja so. Du sagst du brauchst ungefähr ne Stunde in den Verlag, du liest jeden Tag Zeitung, Bücher, Social Media, hat irgendwie auch noch Platz, denn Familie ist auch noch da. Wie schaffst du das? Und und auch noch, wie schaffst du das alles in einem Albers einen Tag zu integrieren, das auch alles irgendwie funktioniert und man da selbst bei nicht durchdreht.
Sehr gute Frage. Frage stell ich mir ungefähr jeden dritten Tag, aber es funktioniert irgendwie also. Ich glaub, die Wahrheit ist ganz schlicht. Ich hab immer, also ich hab angefangen zu arbeiten mit 23 und ich habe seitdem ich 23 bin irgendwie gefühlt, also dafür war die Zeitung einfach ein super Training, weil bei einer Tageszeitung ist das Wochenende nur bedingt ein Wochenende, da ist man sehr oft, sonntags hat man Dienst, weil ja montags auch eine Zeitung kommt. Und als Journalist bist du irgendwie gewöhnt, dass dich alles was angehen könnte.
Also das heißt, du weißt so, du hast in dem Sinne keinen Feierabend oder du kannst nicht sagen, jetzt ist irgendwie Wochenende, weil wenn dann was Wichtiges passiert, musst du dich ja irgendwie damit auseinandersetzen und ich erwische mich manchmal bei dem Gedanken, dass ich mich frage, wie eigentlich Leute in Verlagen arbeiten, die vorher nicht bei einer Tageszeitung waren, weil diese, man denkt ja von außen gerne, ach, die Verlagswelt, da sitzen die Leute und lesen, und es ist alles so beschaulich und. Dann fällt man mal eine Entscheidung und dann macht man mal ein schönes Cover.
Die Wahrheit ist aber ja, dass dass es wahnsinnig hektisch ist und wahnsinnig, also, dass man jeden Tag sehr viele Entscheidungen, Zufällen hat, dass ständig was neues kommt und dass das Leben im Verlag eben alles andere als beschaulich ist, sondern dass in den Verlagen unglaublich hart gearbeitet wird und unglaublich viel Arbeit auch umgesetzt wird.
Ja, also ich bin so voller Demut und Respekt, weil ich weiß. Bei uns im Verlag. Ich kenne wirklich niemanden, der bei uns nicht extrem viel arbeitet. Ja, das ist einfach so, dass dass der Tag nie, ich glaube, für niemanden genug Stunden hat und dass man sich immer fragt, Ach Work, Life Balance und so wäre ja alles ganz schön, also will sagen, ich bin ein bisschen so sozialisiert und ich finde das auch normal und deswegen sehe ich darin nicht in erster Linie Stress, sondern finde das irgendwie eigentlich gut so.
Und klar, manchmal denkt man sich, ah, wäre jetzt irgendwie mal schön, wenn es mal ein ruhiger Tag wäre. Und es gibt ja manchmal so Tage, da denkt man sich, der Tag könnte ganz ruhig sein vom Terminkalender her und dann zack, zack, zack passieren 5 Sachen hintereinander und du kommst irgendwie abends um 08:00 Uhr legst du den Hörer auf und denkst, OK, dieser Tag hat ganz beschaulich angefangen, aber es kam dann alles anders als gedacht.
Ich glaube wenn man sich, wenn man denkt, wie schaffe ich das, dann ist es eine Belastung. Und meistens, ich denke eigentlich jeden Tag, es gab mal so ein tolles Schild vom Verlag Hermann Schmidt, ich glaube, es steht sogar da hinten, da steht drauf, darf ich heute wieder machen, was ich will, und dieser Gedanke ist total wichtig, also gerade wenn man einen Beruf hat, den man leidenschaftlich gerne macht, wenn man sich das Ganze als Stress vorstellt, dann ist es hauptsächlich Stress und Belastung, aber wenn man sich denkt, wie toll einen Beruf haben zu dürfen, der einem zu. 95% auch wenn es manchmal zu viel von allem ist, findet man die Arbeit zu 95% relevant und wichtig und erfüllend und ist man dankbar, dass man das machen
darf und dann, dann tut es nicht so weh. Schaffst du es dann aber, wenn du mal Urlaub hast, da komplett 100% abzuschalten oder gibt es so einen Status nicht? Nein, gibt es bei mir tatsächlich nicht und ist aber auch, glaube ich, wichtig, dass immer alle im Haus wissen, ich bin immer erreichbar, wenn es wichtig ist.
Und ich weiß auch. Dass ich habe, das ist ja das tolle am Verlagsleben und das sagt einem vorher keiner, weil ich glaube, sonst würden alle Leute in Verlagen arbeiten würden. Verlage sind ja, und ich glaube, das gilt nicht nur für Pieper, wenn ich auch glaube, dass es für uns besonders gilt, in Verlagen arbeiten einfach, ihr wisst es wahrscheinlich auch durch den Podcast, in Verlagen arbeiten grundsätzlich ganz großartige Menschen, also ich glaube, dass das wirklich berufsimmanent ist.
Man ist ja im Verlag. Man tritt ja hinter das Buch, hinter die Autorin, den Autor. Man möchte ja, dass jemand anderes im Rampenlicht steht und Erfolg hat, und ich glaube, das sorgt dafür, dass in Verlagen Menschen arbeiten, die in erster Linie rücksichtsvoll sind, die empathisch sind, die gerne etwas für andere tun, die darin auch einen Sinn sehen und die sich freuen können. Über den Erfolg und nicht sagen.
Ich muss aber jetzt auf mich, muss der Scheinwerferlich scheinwerferlich die ganze Zeit fallen und ich bemerke zum Beispiel immer wie rücksichtsvoll, wenn also auch mit mir, ja ich habe ein Team, die gehen einfach wahnsinnig nett miteinander um, die sind aber rücksichtsvoll mit mir und die wissen, wenn ich Urlaub habe, die stören mich jetzt nicht wegen irgendeiner Appetitesse.
Und zwar nicht, weil ich denen das groß erklären muss, sondern weil die sagen, Ach, die Felicitas, die hat jetzt gerade mal Ferien, die arbeitet ja sonst eigentlich immer, wenn es nicht wichtig ist, dann lassen sie es dann halt jetzt liegen, und darauf kann ich mich total verlassen. Das heißt aber auch, ich weiß, wenn dann was reinkommt, dann ist es auch gerade wichtig und zeitlich wichtig, und dann bin ich die letzte, die dann ich möchte nie.
Mein Hauptgefühl ist, dass ich immer denke, ich darf nicht der Flaschenhalt sein. Ich möchte nicht, dass die Leute im Verlag sagen, Oh Gott, hier kommt nichts vorwärts, weil die Felicitas hat es seit 3 Wochen auf dem Schreibtisch und hat nichts damit gemacht, das darf nicht passieren, weil dazu ist zu viel Arbeit da. Also ich möchte eher so eine Art Facilitator sein. Für die Teams und eine Ermöglicherin. Aber ich möchte nicht die Bremse sein oder diejenige, die den Betrieb aufhält, weil ich nicht dazu komme, mich um etwas zu kümmern.
Und deswegen gibt es bei uns auch die Devise, dass ich Leuten sage, wenn ich nicht innerhalb von 48 Stunden auf was geantwortet habe, einfach noch mal schicken, einfach noch mal schicken ohne Kommentar. Es heißt, es ist mir durchgerutscht. Weil ich normalerweise mich sehr bemühe, Entscheidungen auch dann schnell Zufällen, weil das wichtig ist, damit jeder auch weitermachen kann.
Ja, ich möchte nicht, dass man auf mich groß warten muss, und das ist mir ein totales Anliegen, eben nicht nicht der Flaschenhals zu sein. Warum glaubst du eigentlich, dass die Verlags und Buchwelt vor allem eine frauendominierte Welt ist? Es ist mir so in den letzten Jahren aufgefallen, dass der Frauenanteil.
Doch eklatant hoch ist. Na ja, früher hat man immer gesagt, weil Frauen wissen wir ja aus allen statistischen Erhebungen, dass Frauen mehr lesen als Männer, also vor allen Dingen Belletristik. Ich glaube aber, und ich, also ich mag es so, ich mag einfach so pauschal und so Geschlechter pauschalisierende Aussagen nicht, weil es, weil es einfach, weil es immer zu viele Ausnahmen gibt, aber ich glaube schon auch, dass dass Frauen dieser Beruf vielleicht besonders liegt. Dieses Wir sind in Verlagen, wir sind immer mehr ja auch serviceorientiert, ja wir, wir möchten, wir, wir, wir liefern eine Art Service für unsere Autorinnen und Autoren, wir liefern, wir liefern eine Art Service für unsere Handelspartner, wir liefern
einen Service für die Medienschaffenden, ja, also wir versuchen immer, ja. Also ich glaube, jeder Verlag versucht eigentlich immer, dass der Ball läuft und das heißt, du versuchst immer die Ecken abzuschleifen, damit es laufen kann. Und ich glaube, dass dieses diese Art zu denken ja auch vielleicht zu sagen, Ah, das könnte ein Hindernis darstellen, also versuche ich, das aus dem Weg zu räumen. Ich glaube, dass das vielen Frauen sehr liegt. Das heißt aber nicht, dass Männer nicht genauso liegt. Also ich möchte nicht sagen, das ist deswegen so, aber ich glaube, dass es einfach sehr viele Frauen gibt, die das mögen, die das gern machen und die das gut können, aber wir haben auch ein zum Glück einen
ziemlich hohen Männeranteil, und das ist mir auch ganz wichtig, weil weil wir einfach, weil ich das wichtig finde, dass man genauso divers ist wie die Lesenden da draußen, ja, wir machen ja Bücher für alle, und deswegen finde ich, gehören auch alle. In einen Verlag, so wie auch alle Autorinnen sein können. Also insofern, darüber denke ich wirklich wenig nach. Aber ja, es gibt sehr, sehr viele Frauen, inzwischen ja auch in den Führungsetagen der Verlage, das war übrigens vor 10 Jahren noch nicht so, das hat sich echt, finde ich, in der letzten Dekade noch mal auffällig verändert, aber. Also ich finde grundsätzlich alles was, was der Gleichberechtigung dient, gut.
Ich glaube aber, dass es in den Verlagen gar nicht so sehr daher kommt, dass Leute sagen, da muss jetzt unbedingt eine Frau hin, sondern dass einfach ich meine, wir haben auch viele Mütter, wir haben auch viele Teil, also auch Teilzeitkräfte in Führungspositionen, Abteilungsleiterinnen, und das ist alles im Verlag eben gut möglich, auch weil viele Frauen das sehen und sagen. Wir können uns an sowas, wir können uns von sowas nicht abhalten lassen.
Man kann nicht so denken wie früher und sagen, nur weil du gerade schwanger bist oder ein kleines Kind hast, kannst du diese Rolle nicht ausfüllen. Und das das ist ja wieso eine Art kollektiver Lernprozess. Und dann stellt man fest, Ah, geht übrigens sehr gut, und den Lernprozess haben aber ja alle gleichzeitig, und ich glaube, das sieht man in Verlagen einfach sehr deutlich, als ich hier angefangen habe, mich hat nie jemand gefragt, ja, wie wollen Sie das denn machen mit 2 kleinen Kindern, meine Kinder waren 1 und 3, als ich hier Verlegerin geworden bin, und es hat nie irgendjemand nur einmal gefragt, das ist war, glaube ich, auch eine Bonier spezifische Tugend. Vielleicht ist der schwedische
Mutterkonzern, wo man einfach weiß, die Skandinavier finden es selbstverständlich, diese Vereinbarkeit von von Familie und Beruf, und es wird tatsächlich, finde ich, von Bonn hier in Deutschland auch vorgelebt. Also das fand ich immer ganz toll, vom ersten Tag an. Wenn uns jetzt Menschen zuhören, die überlegen, ja eigentlich, könnte ich mir so ein Job in der Buch und Verlagsbranche auch gut vorstellen, was sind denn so 3 Gründe, warum man unbedingt in der Branche arbeiten sollte deiner Meinung nach?
Begeisterung fürs Buch ganz groß, ganz weit vorne. Ich glaube schon, dass es wichtig ist, dass man selber gerne liest. Und zwar egal, ob man am Ende im Vertrieb ist oder im Marketing oder im Lektorat. Ich glaube, eine eine eben eine Begeisterung für Inhalte und. Die ist deswegen wichtig, weil das unsere Branche so auszeichnet und weil diese Begeisterung einen doch sehr weit trägt. Also dieses idealistische, was man in der Branche immer wieder spürt, mir bedeutet das sehr viel, weil klar könnte man als begabter Mensch vielleicht einer anderen Branche in in demselben Britt, sage ich mal, im Vertrieb oder im Marketing, vielleicht auch sogar mehr verdienen, ja, wir wissen alle, dass die Buchbranche jetzt sich nicht.
Durch die absoluten Spitzengehälter in der Industrie auszeichnet, aber man macht es eben, weil man diese Leidenschaft hat und sagt, ich möchte gerne an diesen diese Inhalte und die Bücher bedeuten mir etwas und deswegen wäre das für mich schon sehr, sehr zentral. Ich weiß gar nicht 3 Eigenschaften das das wäre für mich die erste und vielleicht auch die zweite und vielleicht dann auch die Dritte, aber das ohne das geht es glaube ich gar nicht. Und dann muss man natürlich auch das, was man da gerne machen möchte, im Verlag auch noch gerne und möglichst gut machen wollen.
Und ich glaube, man braucht so eine Art von Stehaufmännchentum. Also ich glaube es, es hilft, wenn man, wenn man eher ein Mensch ist, für den das Glas halb voll ist, als halb leer und wo man der auch irgendwie sagt, OK, wir wissen, alle Verlage haben diese Mischkalkulation, ja, und wir bringen, wir schaffen es nicht, alles zum Erfolg zu machen und.
Und das ist auch oft hart. Ja, weil man damit hadert und weil man dann sagt, Mensch, dieses Buch Liebe ich so besonders, und warum hat das jetzt nicht die Spiegel Bestsellerliste geschafft, obwohl wir so viel versucht haben und ich glaube, man, man muss sich darauf einlassen können, dann auch zu sagen, OK, das hält mich jetzt aber nicht davon ab, das kauft mir nicht den Schneid ab, ist beim nächsten Buch genau mit derselben Energie wieder zu versuchen, also man darf sich nicht so schnell entmutigen lassen vielleicht. Es hilft jedenfalls, aber es hilft wahrscheinlich in fast jedem Job, sich nicht so schnell entmutigen zu lassen. Das stimmt.
Zum Abschluss meines Podcasts habe ich mal so ein paar Abschlussfragen und wenn wir eh schon die ganze Zeit über Bücher sprechen, ist die erste Frage, was sind denn so 3 Bücher, die man deiner Meinung nach unbedingt mal gelesen haben sollte? Pippi Langstrumpf, Huckleberry Finn und die Rote Zora, der kleine Nick Nein, also auf jeden Fall sehr viele Kinderbücher. Puh, der Bär, also es gibt so Bücher, von denen ich irgendwie finde, die gehören dazu, aber nein, ernsthaft mein das Buch, was ich so versuche, alle 10 Jahre zu lesen, ist Tolstoi Krieg und Frieden ist mein, das wäre mein Desert Island Buch, weil ich.
Das habe ich letzte Woche in so einer verschenkten Box bekommen. Das sind aber irgendwie 2 Bücher bei mir. Ja, aber keine Angst, weil Tolstoi ist ja, also Tolstoi ist leicht zu lesen, das Wissen die Leute nur nicht, weil sich das nicht und die meisten Leute finden Anna Karenina das bessere Buch, Ich gehöre zu denen, die sagen, Nee, Anna Karenina ist nicht also großartig, aber Krieg und Frieden, weil Krieg und Frieden die menschliche Natur auf eine Art und Weise uns nahe bringt wie fast kein anderes Buch, was ich kenne, und Tolstoi ist der Meister der kurzen Kapitel, ja, das sind dicke Bücher, aber. Aber die Kapitel sind sehr lesefreundlich und das ist natürlich, das ist so, diese Kunst, früher des Fortsetzungsroman, der in den
Zeitungen war, und man weiß, warum das eine gute Länge war, also immer wieder so in Episoden, und sich dann zu fragen, wie kann es wohl weitergehen, das heißt, man kann Tolstoi sehr, sehr gut lesen, weil er ständig einem die Möglichkeit gibt, mal kurz das Buch Zuzuklappen und er schafft eine Welt, die einfach, ja es einfach.
Das ist für mich schon wirklich das Größte mit ganz vermeintlich einfachen sprachlichen Mitteln eine Welt zu erschaffen, die man vor sich sieht und wo man weiß, wie sich jemand den Rock seiner Uniformjacke knöpft, sagt etwas über die Person aus und wie die sich verhalten. Und natürlich sind sie alle auf einer Bühne, weil es um die Gesellschaft geht, und sie sind auch Privatmenschen mit ihren Bedürfnissen und.
Also so der Mensch in seinen Zwängen, in der, in der jeder jeder von uns hat Zwänge durch die Welt, in der er lebt und die die Bedürfnisse nach einer nach dem Ausleben seiner seiner so privaten Neigungen, das vermittelt einem dieses Buch einfach. Auf eine großartige Art und Weise und so ähnlich habe ich so ein paar Lieblingsbücher, die mir die Welt bedeuten. Aber ich Liebe zum Beispiel auch Jane Austin, ist auch so eine Autorin, die man immer wieder lesen kann, was war noch mal die Frage.
Welche 3 Bücher man deiner Meinung nachgelesen haben sollte. Ja, und dann noch auf jeden Fall im Kinderbuch. Ich finde, es gibt nicht diesen Kanon, also ich würde da heute niemandem sagen, auch wenn Thomas Mann jetzt gerade Geburtstag feiert und alle Welt Thomas Mann liest. Ich, ich bin nicht der Meinung, dass es so die Bücher gibt, die jeder kennen muss.
Ich glaube, es ist wichtig, dass man selber sagt, ich habe meinen eigenen kleinen, ich habe so eine Handbibliothek von Büchern, wo ich weiß, für mich sind das übrigens in erster Linie lyrikbände, wo man einfach weiß, wenn es mir so und so geht. Dann ist das ein Buch, wo ich meine Nase reinhalten kann und wo ich nach 5 Seiten wieder weiß, wer ich bin.
Und diese Bücher muss aber irgendwie jeder selbst finden. Ja, für den einen ist das eine große Liebesgeschichte, für den anderen ist das ein Buch, wo man mal zum Lachen gebracht wird, für den Dritten ist es eben sind es Gedichte, wo man sagt, ja, jetzt bin ich, irgendwie habe ich so meinen, ist der Kompass mal wieder geeicht, da gibt es, glaube ich keine, keine Vorschriften. Und sollte man auch niemandem Vorschriften machen? Das Wichtige ist nur, dass man die selber findet und dass man sie erkennt, wenn man sie gefunden hat und das, glaube ich, schafft man nur, wenn man möglichst viel liest und auf seine innere Stimme hört und sagt, das ist ein Buch, das hat mich großartig unterhalten, aber
es bedeutet mir nichts und dann gibt es eben Bücher, die einem so viel bedeuten, dass man noch nicht mal darüber mit anderen Leuten sprechen möchte, weil man solche Angst davor hat, dass ein anderer vielleicht sagt, Oh, ich fand das total doof, und dann kann man mit der Person eigentlich nie wieder richtig warm werden, also Bücher. Herzensbücher sind irgendwie was ganz, ganz Intimes, würde ich sagen, und es ist schön, wenn man sie hat und dann muss man sie bewahren und immer mal wieder ins Regal schauen und streicheln und wissen, das ist wieso eine Art Versicherung. Wir alle im Leben haben ja irgendwie schlechte Erfahrungen gemacht oder auch Rückschläge.
Alle, wo wir aber heutzutage drauf zurückblicken und sagen, eigentlich ist es ganz gut, dass ich die Erfahrung gemacht habe, gab es da so was bei dir? Klar, und wie Scheitern meiner ersten Ehe zum Beispiel. Aber du bist eher auf Berufliches aus, Glaube. Ich, und das ist auch, ob privat, beruflich, das ist völlig egal.
Nein, ich glaube jedes. Es ist ja so ein Allgemeinplatz zu sagen, irgendwie scheitern lässt einen wachsen und so, und ich glaube oft, oft merkt man, manchmal merkt man erst. Viel später, dass man in einer Situation gescheitert ist und man merkt das gar nicht gleich. Und das sind vielleicht die noch viel entscheidenderen Momente, wo man merkt, man hat immer und immer wieder versucht, Sisyphosartig denselben Stein den Berg hinauf zu rollen, und er ist einem eigentlich immer wieder runtergerollt und man hat aber sehr viel Energie da reingesteckt. Ich glaub auch, so was kennt jeder, es gibt irgendwie das klare Scheitern, wo man einfach wirklich richtig auf die Nase fällt und es gibt auch dieses
Stille scheitern. Wo man merkt, ah, ich habe da echt lange dran hingearbeitet, ob das eine Beziehung ist oder und es gibt es auch im Verlag. Es gibt auch Beziehungen zu Autorinnen, wo man kollektiv und individuell immer wieder sich bemüht und dann aber natürlich, also ja, es gibt auch im Verlag scheiternde wichtige Beziehungen, wo man dann immer sagen muss, OK, dann dann hat es jetzt vielleicht auch keinen Zweck mehr, ja, also es gibt manchmal auch wenn, wenn mir Kolleginnen sagen, ich mit dem. Mit demjenigen, ich, ich, ich kann es nicht mehr, weil weil die Person einfach auch ein Benehmen an den Tag legt. Was was mich wieder und wieder total fertig macht. Also ich, ich bin nicht so ein
Freund von diesem Wort, toxisch, weil das gerade so ein Modewort ist. Aber es gibt einfach auch toxische Berufsbeziehungen und das nehme ich schon sehr, ich nehme das sehr ernst. Also wenn mir meine Kolleginnen sagen, du mit dem der Autorin. Der Ton ganz schwierig und wieder und wieder und wieder dann und ich man im Verlag beißt man sehr oft die Zähne zu sich und sagt sich, es geht ja irgendwie um die Bücher, aber es sind eben auch wirklich Beziehungen und es gibt auch Autorinnen, die die Menschen im Verlag behandeln wie den letzten Dreck, und ich finde, das geht nicht, weil auch nicht gesehen wird, manchmal auf Autorenseite, wie wahnsinnig viel Arbeit sich gemacht wird, und wenn ich dann
einfach höre, dass die Kolleginnen angeschnauzt werden oder so, das das Macht schon was mit mir und darüber denkt man dann auch viel nach. Also wie hält man da die richtige Balance, auch mal die Leute zu ermutigen zu sagen, OK, dann machen wir, da treten wir jetzt mal einen geordneten Rückzug an, weil dafür steckt eben in uns allen zu viel Herzblut, und wenn ich merke, das Herzblut ist da, aber da, da sind auch sehr viele Verletzungen da, das ja auch.
Auch da, auch das ist eine Aufgabe, die man im Verlag eben hat. Es gibt es aber auch übrigens genauso auf Autorenseite gibt auch Autoren, die manchmal sagen, ah, ich habe da ein Problem mit jemandem bei euch im Verlag und also sehr viel Zwischenmenschliches spielt eine große Rolle und und auch daran wächst man jedes Mal, heißt aber auch nicht, dass man jedes Patentrezept dafür findet, wie man mit solchen diffizilen Situationen umgeht, sondern beschäftigt mich auch nächtelang.
Wird auch glaube ich nie aufhören und manchmal denke ich auch wenn es, wenn man so abgehärtet wäre, dass einen das nicht mehr beschäftigt, dann ist man vielleicht, dann muss man sich vielleicht überlegen, ob es noch der richtige Job. Ist was ist denn das Wertvollste, was du zuletzt für dich persönlich gelernt hast? Öfter mal die Klappe halten.
Auch schön. Und was ist das, was du zuletzt zum allerersten Mal in deinem Leben getan hast? Espresso trinken ist mein neues Ding. Wie kam es dazu? Wir haben hier so einen ganz tollen kleinen Italiener auf der Ecke. Also so ein steh Kaffee und ich habe sonst immer nur Kaffee mit Milch getrunken. Ich bin eh nicht so der ganz große Kaffeetrinker und die machen den besten Espresso der Welt und ich weiß gar nicht genau warum.
Irgendwie war ich da so müde und habe gedacht, ich trau mich es mal. Ich bin nämlich so, ich bin überhaupt eben ich bin so Instant Coffee Trinker, es ist ja heute überhaupt nicht mehr populär, aber ich war lange in England und die Engländer. Sind ja so mit Teebeuteln und auch gerne mit Nescafe unterwegs und irgendwie habe ich mir das da angewöhnt und bin also überhaupt nicht diese ganzen Barista Fans und die verschiedenen weiß ich nicht.
Wie heißt das noch mal die verschiedenen wie. Die Macchalotte kriege ich immer. Ich weiß nicht. Ja, das geht alles vollständig an mir vorbei, aber ich trinke seit gefühlt 3 Monaten wahnsinnig gerne einen Espresso Macchiato, aber. Aber auch nicht überall habe ich festgestellt, es schmeckt nämlich nicht überall gleich gut.
Manchmal schmeckt es doch nur wie Medizin und manchmal schmeckt es wie der Himmel auf Erden. OK, na ich bin bisher überhaupt noch nicht ein Kaffee oder an Espresso auch noch nicht rangekommen, aber ich habe es auch noch nie probiert. Muss ich tatsächlich. Also da auf der Ecke lohnt sich. OK, die Natale.
Dann komme ich mal zur letzten Frage, was war denn die beste Investition für dich in letzter Zeit für unter 100€? Die. Die beste Investition für. Ich habe gerade gestern 100€ gespendet an meine ehemalige Schule um, weil die ziemlich Fundraising machen. Das war eine sehr gute Investition, bin ich mir ganz sicher, kommt einem Stipendium zugute, dass jemand bekommt für die Schule die Beste, bestimmt irgendwas für meine Kinder oder für meinen Hund oder ein Buch würde ich mal sagen, Bücher sind immer eine gute Investition und sie kosten immer unter 100€ also ein Buch. Ist immer die richtige Investition. Das stimmt dann Felicitas, vielen lieben dank für deine Zeit, wenn die Menschen dich
jetzt online finden wollen oder kontaktieren wollen, haben die denn die Möglichkeit und wenn ja, wo? Bei einem Verlag natürlich, also vollständig klar woanders. Also ja, ich bin auch auf Instagram. Ich bin da aber nicht so wahnsinnig aktiv, das heißt so Direct Messages und so, die sehe ich manchmal erst Wochen später, weil ich meinen Account nicht so regelmäßig.
Befeuere aber auch auf Instagram kann man mich finden, aber am besten oder am zuverlässigsten erreicht man mich immer im Pieper Verlag. Alles klar? Dann vielen Lieben Dank und alles Gute für dich.