
Sach Mal - Besser Leben durch Lesen· Staffel 1· Folge 138
Schlaganfall mit 32 während Schwangerschaft - diese Geschichte haut dich um | mit Magdalena Gössling
Mittwoch, 18. Juni 2025 · 1 h 03
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Shownotes
Was passiert, wenn plötzlich alles zusammenbricht? Magdalena Gössling war Ärztin, hochschwanger – und erlitt mit 32 Jahren einen Schlaganfall. Sprache weg. Kontrolle weg. Identität weg. In dieser Folge erzählt sie, wie es ist, komplett neu anfangen zu müssen – nicht aus freien Stücken, sondern aus purer Notwendigkeit. Wir sprechen über Identitätsverlust, mentale Gesundheit und den Mut, sich selbst neu zu erfinden. Ein Gespräch über Verletzlichkeit, Transformation – und die Kraft, die im Kontrollverlust liegt.
() - Vom Leben zur Sprache – Einleitung
() - Der Tag, der alles veränderte
() - Schlaganfall mit 32: Diagnose und Schock
() - Sprachlos: Wenn Worte verschwinden
() - Identität ohne Beruf – Wer bin ich?
() - Vom Kontrollverlust zur Akzeptanz
() - Heilung beginnt im Kopf
() - Neue Sprache, neues Leben
() - Beziehung und Mutterschaft im Ausnahmezustand
() - Warum Verletzlichkeit Stärke bedeutet
() - Innere Freiheit trotz äußerer Einschränkung
() - Rückblick und Inspiration für andere
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amzn.to/3SVh76R
Und hier erfährst du mehr über sie:
instagram.com/magda.ling
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Was passiert, wenn plötzlich nichts mehr ist, wie es vorher war? Wenn der eigene Körper streikt, die Sprache verschwindet und alles, worüber man sich vorher definiert hat? Ruf, Rolle, Identität Magdalena Gößling war 32, Ärztin, hochschwanger und wurde von einem Schlaganfall aus dem Leben gerissen, sie konnte nicht mehr sprechen. Nicht mehr schreiben was folgte, war ein kompletter Neustart. Nicht aus freiem Willen, sondern aus Notwendigkeit. Wir sprechen über Identität, Verletzlichkeit und die Kraft, sich selbst neu zu erfinden von einer Ärztin, die Patientin wurde und dabei eine neue Sprache für ihr Leben fand, herzlich willkommen bei Sach mal. Tobi, Ich hab jetzt die erste Frage erst mal an dich und zwar wie viele Bücher stehen hier und
wie viele hast du davon gelesen? Ich glaub stehen tun hier so 650 Bücher. Vielleicht sind es auch schon 700. Ich hab zuletzt immer sehr viel Sachen mitgenommen vom Flohmarkt oder diese Bücherschränke kennst du die ja klar, wo du immer einfach sagen mit den Kasse und da waren zuletzt echt richtig gute Sachen bei und gelesen, da hab ich glaub ich um die 400 Respekt aber aktuell ist es leider wirklich so, dass ich weniger lese als Bücher hinzukommen also wenn ich Blut Krieg schaff ich so ein 2 Bücher pro Woche. Die müssen ja auch farblich reinpassen. Ne, nee.
Das ist mir eigentlich egal. Ich hab. Ich hatte die vorher komplett durcheinander und dann dachte ich, oh nee, ich brauch irgendwie n System. Das einzige System was ich jetzt unterschieden hab ganz rechts ist Belletristik und hier ist eigentlich sozusagen alles nur dann non Fiction das ist so das einzige was ich unterschieden hab aber ich hab dann immer ewig die Bücher gesucht wenn ich weil ich hatte vorher gar kein System ich hab immer die da reingepackt wo die sind und ich merk mir aber wie jedes Cover aussieht das einzige was dann problematisch ist ich guck gerade ob ich hier so n Buch sehe manchmal hast du Bücher die sehen vorne komplett anders aus. Als am Rand.
Und dann sucht man. Bei dir nämlich auch so. Tatsächlich. Nee, bei dir geht es noch, weil ich weiß, dass es vorne so ne Art wie wie verschwommen ist. Das war kein Problem, aber guck mal. Ich glaub bei dem ist es so, da sieht es vorne halt so aus und am Rand so. Ja OK das ist so n Buch wo ich weiß OK dann such ich dann mal länger aber ja aber wie du siehst der Farbverlauf ist noch. Nicht so ganz weg.
Ästhetisch finde ich aber aber. Alex, Du willst zum Beispiel das noch mal irgendwie ordentlicher machen, so weil ich hab mir mit dem Farbkreis hingesetzt und sag mir, ach nee, ich weiß gar nicht, hier mit diesem blau, lila und so, das Krieg ich überhaupt nicht hin, also Farbenlehre ist nicht so ganz meins. Ja, ich find es schön geworden.
Ja, das freut mich, ich fühl mich hier sehr wohl auf jeden Fall. Sehr gut, aber wir wollen ja heute im Endeffekt eigentlich über dich sprechen und deine Geschichte und dein Buch. Und als ich das erste Mal über deine Geschichte gestolpert bin, dacht ich mir, oh krass ey, wieviel Scheiße muss einen eigentlich.
Irgendwie passieren aber auch so dieses Thema. So wie Alterstechnisch sind wir nicht so weit auseinander, wir haben auch beide 2 Kinder jeweils wo ich dachte Oh krass wie, man würde eigentlich nie denken in dem Moment, ach das passiert irgendwie immer allen anderen aber nie mir war das bei dir eigentlich auch so n Gedanke den du hattest oder auch rückblickend hast. Nee, ich glaube, ich bin nicht jemand, der sich diese ganzen unterschiedlichen Szenarien im Vorfeld irgendwie ausdenkt. Also es kam für mich einfach total überraschend und als es dann passiert ist, hab ich auch nicht gehadert. Warum ist es jetzt mir passiert oder es ist passiert und dann muss ich damit umgehen, also sehr pragmatisch. Eigentlich, weil nicht alle
Leute wissen, was dir eigentlich passiert ist, die uns zuhören. Magst du mal grob skizzieren, worum es eigentlich in deinem Buch geht und was dir widerfahren ist? Also vor 6 Jahren. Also da war ich 32 hatte ich n Schlaganfall, das kam wie gesagt so aus dem Nichts. In diesem Moment war ich schwanger und hatte also mein erstes Kind, war 3 Jahre alt. Und es hat sich nachher herausgestellt, dass ich eine Blutung im Kopf hab.
Und ja, und dann einfach sehr, sehr stark betroffen war, was den Schlaganfall angeht. Also ich konnte plötzlich nicht mehr sprechen und meine komplette rechte Körperhälfte war gelähmt, genau das. Wie ist es eigentlich, wenn man auf einmal nicht mehr sprechen kann? Ist es dann einfach im Kopf auch gar nicht so, dass man da klare Gedanken formulieren kann oder ist es einfach wirklich so?
Man will sprechen und da kommt gar nichts raus. Ja, also zweiteres. Ich hatte total den Impuls zu sprechen und hatte meine Worte auch im Kopf. Also ich wusste genau, was ich sagen will und war in diesem Moment dann einfach total verloren, dass ich das nicht nach außen bringen konnte. Und ich ganz am Anfang, also in dieser akuten Situation, habe ich auch gar nicht richtig verstanden, was eigentlich vor sich geht.
Also, obwohl ich ja selber Ärztin bin, habe ich nicht so richtig geschaltet, okay ich habe einen Schlaganfall, sondern ich war total. Ja, wie man sagt, einfach geschockt, also ich hatte keine Möglichkeit, irgendwie zu reflektieren und war so einfach total aus der Fassung. In deinem Buch hast du ja auch beschrieben, wie eigentlich dieser Moment war, wo du gemerkt hast, OK, hier ist gerade irgendwie was nicht normal oder funktioniert nicht so richtig.
Und im Buch wirkte das für mich so n bisschen beim lesen, dass es ja nicht so ist, dass es innerhalb von 10 Sekunden abgehandelt war, sondern das war so ne Art schleichender Prozess. Wie lang war denn das, wo du gemerkt hast, OK, hier ist irgendwie was komisch. Bis zu dem Augenblick, wo du gemerkt hast, OK, hier funktioniert nichts mehr.
Ich muss jetzt irgendwie um Hilfe rufen beziehungsweise die 112 wählen. Das war tatsächlich ein paar Sekunden nur. Also es war so, dass ich mich hinlegen wollte und was trinken wollte dann, weil ich irgendwie nicht so richtig einschlafen konnte. Und dann habe ich das Glas mit Wasser in den Mund gesetzt und das Wasser ist einfach mir rechts aus dem Mund rausgelaufen. Und ich war total erstaunt und wollte in diesem Moment dann halt sagen, was ist jetzt hier los. Also so eine Art Selbstgespräch und das konnte ich plötzlich nicht mehr rausbringen.
Also diese Worte, so beschreibe ich jetzt auch, die klebten mir in meinem Mund fest. Also ich hatte ja ein ganz großes Unverständnis, was eigentlich gerade mit meinem Körper passiert und hatte aber ganz schnell den Impuls, meinen Freund damals anzurufen. Ich hatte irgendwie gar nicht den Impuls, einen einen den Notruf zu wählen, weil ich das nicht richtig einschätzen konnte, was da eigentlich gerade passiert. Und ich hatte total das Glück, weil mein Freund Neurologe ist und wirklich direkt geschaltet hat. OK, die kann nicht sprechen.
Da ist was Neurologisches im Gange. Ich rufe direkt den den Stemo, also diesen speziellen Schlaganfall wagen, dass da direkt die, also die richtige und beste Diagnostik laufen kann und das war perfekt, weil ich meine, ich hätte nicht am Telefon genau beschreiben oder sagen können, wo ich bin, was los ist.
Und da hatte ich natürlich den perfekten Helfer an meiner Seite. Und dann aber, weil du auch den Zeitverlauf angesprochen hast. Da konnte ich noch laufen und ich habe alle Sachen zusammengesucht, die ich dann, und das weiß ich ja als Ärztin, ich brauche die krankenkassenkarte, ich brauche meine Medikamente, ich war schwanger, deswegen habe ich auch den Mutterpass noch gesucht und dann auch hingelegt, und als dann der Rettungswagen kam, konnte ich auch nicht mehr laufen, also dann war ich auch wirklich von Kopf bis Fuß gelähmt.
War es dann so in dem Augenblick, weil du ja auch gesagt hast, du warst schwanger, dass du überlegt hast, oh Gott, was passiert mit mir, oder war dann eher die größte Angst? OK, was ist mit meinem Kind? Beides. Also ich hatte direkt auch diese Sorge um das Kind, deswegen wollte ich auch gleich diesen Mutterpass rauslegen und zu sagen, OK, bitte kein CT, also ich, ich hatte immer die Sorge nicht oder? Die sollen keinen Fehler machen, weil sie das nicht richtig mitschneiden.
Dass ich schwanger bin. Ich war Anfang des siebten Monats, ich hatte schon einen kleinen Bauch, aber es war jetzt nicht so super offensichtlich, wenn ich jetzt was lockeres an hatte, so und ja, aber es war einerseits natürlich erstmal diese Verunsicherung in mir selber, aber dann ganz schnell auch für das Kind, das kam fast gleichzeitig.
Wenn du sagst, als die Sanitäter kamen, konntest du ja selbst nicht mehr laufen. Hast du denn schon vorbeugend einfach die Haustür geöffnet und gehofft, dass unten die Eingangstür irgendwie schon jemand anders aufmachen wird, dass die reinkommen können? Ja, tatsächlich. Aber das war nicht meine eigene Idee.
Mein Freund, als ich mit ihm telefoniert habe, hat direkt gesagt, Mach bitte die Wohnungstür auf, weil ich das gar nicht, also ich habe nicht so weit gedacht. Weil ich hab mein, mein nicht sprechen nicht direkt mit einem Schlaganfall in Verbindung gebracht und gewusst, ah OK das ist ne ne typische Kombination. Es kann sein, dass ich nicht laufen kann, das hatte ich nicht nicht ja mitgeschaltet sozusagen. Wann hast du eigentlich das erste Mal dann so richtig realisiert, was eigentlich mit dir gerade passiert? Und das ist ja doch n extremer Einschnitt. In der Nähe ist.
Du, du sprichst jetzt an, wann ich verstanden hab, dass es n Schlaganfall ist oder welche großen Folgen da dann zu erwarten. Sind ne im Endeffekt beides. Ja, OK, wie gesagt. Also ich hatte, ich war plötzlich nicht mehr Ärztin, sondern Patientin, das heißt, ich konnte nicht dieses diagnostische Denken auf mich selber anwenden, das heißt, ich hab eigentlich erst wirklich Tage später verstanden, wie schlimm das gerade ist, was mir gerade passiert. Dass es nicht einfach wieder weg geht, sondern etwas ist, was mein Leben wirklich verändert.
Es kam wirklich so nach ein paar Stunden kam so dieses erste okay ich bin raus, aber dann diese, diese weitreichende, dieses weitreichende. Na, wie sagt man die? Konsequenzen? Ja, genau diese Konsequenzen, die die hab ich da nicht gleich am Anfang verstanden, sondern es kam erst nach n paar Tagen auf der anderen Seite hab ich mich von Anfang an gesorgt, wie das in meinem Leben weitergeht, gerade was den Job betrifft. Um meine Familie habe ich gar nicht so viel Sorgen gehabt, weil ich n sehr stabiles Unfall hatte oder habe immer noch, aber ich hatte von Anfang an diese Sorge. OK, was kann ich oder wie kann ich da überhaupt weiterhin Ärztin sein, wenn ich nicht richtig gut sprechen kann, wenn ich mich nicht gut bewegen kann,
weil es dann nach n paar Tagen ja auch wirklich nicht abzusehen war was was passiert oder wie komme ich da raus. Dein Job ist ja, wenn ich es richtig in erinnerung hab, dass du als Handchirurgin vor allem aktiv bist. Ja, also ich war in der Weiterbildung für die Plastische und Handchirurgie. Genau, also ich war in dieser Assistenzarztzeit, aber hatte das als Ziel und hab in diesem Bereich gearbeitet, genau. Jetzt hab ich wenig Ahnung von dem Feld oder allgemein von Medizin, aber mein erster Gedanke wäre, das ist ja was, wo man eigentlich sehr feinfühlig was die Motorik anbelangt, ja Fertigkeiten haben muss und mit so einem Schlaganfall, gerade wenn du sagst, die rechte Seite war gelähmt, ist ja eigentlich sowas OK irgendwie.
Undenkbar. Das ist eigentlich so undenkbar, daher würde mich jetzt vor allem interessieren. Ist es was, wo du wieder aktiv bist oder aktiv sein kannst? Oder wie sieht es heutzutage oder mittlerweile aus? Leider kann ich das nicht. Einerseits, wie du gerade angesprochen hast, ist es die motorische Komponente, ich habe weiterhin rechts eine eine kleine Schwäche, aber vor allem auch so eine Sensibilitätsstörung, sodass ich diese feinen Sachen nicht gut machen kann.
Ich muss eigentlich immer hingucken, was ich mit meiner Hand mache, um überhaupt auch kleine feinen Sachen. Unfühlige Sachen machen zu können, aber in der Medizin, also gerade in dem in dem Bereich, arbeitet man ja sogar mit Lupenbrillen und Mikroskop und das sind so kleine Handbewegungen und da muss ich es so fein auch fühlen können, dass das nicht möglich ist. Aber generell muss ich sagen, in der Medizin ist es ja so, egal wo man arbeitet, ist ein hohes Arbeitspensum gefragt. Das heißt, das ist nicht nur die motorische Komponente, sondern auch andere erstmal so nicht ganz sichtbare Faktoren, die da mit Reinspielen, dass diese Belastungsfähigkeit, die man, egal wo man in der Medizin
arbeitet, einfach haben muss. Ne konzentrations. Fähigkeit, auch über einen längeren Zeitraum diese, also ich meine da ist sehr viel Stress in in in diesem Beruf. Mehrere Sachen müssen gleichzeitig, darum muss man denken und dann handeln können, man muss gleichzeitig was schreiben können, während man vielleicht woanders zuhört, und das sind alles Sachen, die einfach nicht mehr gut bei mir funktionieren. Ja, diese, ich sag mal unsichtbaren Symptome und das ist manchmal gar nicht so einfach für andere nachzuvollziehen, warum das dann nicht geht. Heißt es denn, dass du eigentlich deinen Job als Ärztin heutzutage gar nicht mehr ausüben? Kannst genau das kann ich leider nicht. Ist es dann so, dass du jetzt
schaust, was du. Stattdessen machen kannst oder was du gerne in Zukunft machen würdest. Na ja, ich schreibe. Punkt. Also es ist deine Zukunft idealerweise, dass du als Autorin tätig bist, weil das wahrscheinlich auch ne Sache ist, wo die Fähigkeiten, die dass dieser Stressfaktor, wo viele Sachen auf einmal nötig sind.
Dass es ne Sache ist, wo du eigentlich dir dein eigenes Tempo vorgeben. Kannst genau das hast du ganz gut formuliert, weil ich kann halt mich wirklich richtig abschotten. Ich kann alle anderen Reize die um mich rum sind mit Noise Canceling in einem ruhigen Raum mir optimale Bedingungen schaffen und natürlich kann ich das machen, wenn ich. Fühle, dass ich das auch kann an diesem Tag. Also ich bin auch wirklich sehr unterschiedlich in meiner Konstellationsfähigkeit und es ist natürlich auch so, dass ich. Auch fairerweise muss ich das sagen, nicht normal in Anführungsstrichen arbeiten kann. Ich kann dann vielleicht 2 Stunden am Stück arbeiten und dann brauche ich ne Pause, also diese Leistungsfähigkeit, die ich eben angesprochen hab,
betrifft natürlich auch das Schreiben, aber da habe ich das Glück, dass ich das mir nehmen kann, dass ich so wenig am Tag schaffe und aber trotzdem ein Ergebnis nach einer. Weile vielleicht, jetzt vielleicht nicht so schnell wie andere Autorinnen, aber dass ich trotzdem am Ende des Tages oder nach einer einer Woche was sehen kann, und das ist toll beim Schreiben, dass ich da diese diese Rückzugsmöglichkeit habe und mein eigenes Tempo mir vorgeben kann oder einfach so machen kann. Wie lange hat es gedauert oder was wurde dir eigentlich prognostiziert?
Jetzt wo du von dem Zeitpunkt an, wo du den Schlaganfall hattest, ins Krankenhaus gekommen bist, wo dann klar wurde, OK, mit dem Sprechen funktioniert aktuell nicht, die rechte Seite ist gelähmt, laufen funktioniert nicht so richtig, da wird man ja wahrscheinlich wahrscheinlich wenn ich jetzt von außen betracht denk ich oh Gott was passiert wenn ich das nie wieder kann oder wenn es nie wieder passiert was?
Haben die Ärzte dir in dem Moment gesagt, wie lange das dauern wird? Also in diesem ersten Moment. Die ersten Tage war es total unklar, was da was passiert. Also es hätte auch sein können, dass ich einfach mich nicht verbessere, was dann gemacht wurde, ist, dass ich ungefähr nach 2 Wochen operiert wurde, also diese Blutung des Hämatom, was sich gebildet hatte, dann entfernt.
Und dadurch das Gehirn wieder Platz hatte, sich wieder funktionieren zu können, sag ich mal so ganz ganz basal und das war n wichtiger Schritt, weil danach die Fähigkeiten nach nach und nach wieder kamen, aber nicht so von einem Tag auf den anderen, sondern es ist n Prozess, der tatsächlich heute noch an. Hält aber die meisten oder die größten Veränderungen waren schon in den ersten 123 Jahren so und das ist, das wird oft so auch von den Ärztinnen gesagt, dass man so 2 Jahre hat und dann hat man so 9095%, dass die, dass das. Erreicht, was man erreichen kann nach so einer, so einem schweren Gehirnblutung.
Aber ich muss sagen, dass sich danach noch auch einiges getan hat, also. Das erzähl ich auch gerne irgendwie anderen Betroffenen, dass es nicht diese diese 2 Jahre, dass es dann nicht endet, das geht noch weiter, gerade wenn man ja weiter aktiv auch diese Sachen herausfordert, wobei ich sagen muss, es hat nicht nur damit zu tun, wieviel Kraft und Zeit man in die in die Therapie steckt, sondern natürlich ist da auch n bisschen Glück dabei, ja.
Jetzt heißt ja dein Buch wieder werden. Ist das so, so, so n Spruch oder also Affirmation oder wie immer das man nennen möchte, dass du dir es selbst immer gesagt hast? So, das wird schon alles wieder werden, oder? Wie? Nee, nee, das also, das muss ich auch ganz klarstellen, das ist nicht dieses wieder geworden, also das wird schon wieder, sondern es ist eigentlich dieser Prozess, wieder in ein in ein neues Ich zu bekommen, also das ist eher. Ja, es ist eine Verlaufsform, sozusagen für mich. War es so, dass dein Umfeld, Familie und so weiter die werden ja auch enorm schockiert gewesen sein, was mit dir passiert ist. Und wie war für dich eigentlich so ne Reaktion, die du dir am liebsten gewünscht hättest?
Von deinem Umfeld war das so, dass du Mitleid willst oder eigentlich gar nicht? So wie kann ich mir das vorstellen, weil ich wüsste selbst nicht, wenn in meinem Umfeld es passieren würde. Wie gehe ich am besten mit der Person um, dass die Person merkt, ich will irgendwie da sein, aber auch die Person nicht nerven.
Ja, also das kommt total darauf an, wer das dann war, wie nah diese Person dann wirklich war. Generell aber und auf alle dann bezogen ist es so, dass ich mit mit Mitleid überhaupt nicht gut umgehen kann, weil das zieht mich runter, das ist etwas, was mir eigentlich überhaupt nicht hilft. Sondern was mir hilft, sind konkrete Angebote oder konkrete Handlungen. Mich zu unterstützen, sei es jetzt wirklich ganz pragmatisch, einen einen Antrag auszufüllen, wo ich mich unsicher fühle oder in der akuten Phase mir essen mitgebracht oder Dinge, mit denen ich dann mich wohlfühle, mir vorgelesen haben. Und einfach auch gezeigt, dass sie da sind, auch ohne dass sie jetzt physisch irgendwie immer
da sein müssen, sondern einfach ja auch in Gedanken da sind und mich das nicht vergessen, sag ich jetzt mal so, aber ich hatte in dieser ersten Zeit, ganz also, dass die Kommunikation mit anderen war, natürlich total schwer, ich konnte nur ja und Nein sagen, das heißt, jeder Besuch. War für mich auch extrem anstrengend, so dass ich ganz lange auch andere Besucher außer jetzt meinen, meinen Freund, mein Kind, meine Eltern auch abgeblockt habe, was gar nicht so einfach war für meine Freundinnen, weil natürlich wollen sie ja dann ein Teil oder wollen Sie mir helfen und das ist glaube ich sehr schwer, das dann ja zu verarbeiten, dass ich das jetzt erstmal gar nicht will.
Und ja, deswegen es hat sich so ein bisschen auch über die Zeit verändert. Am Anfang war es mir alles zu viel und dann aber im Laufe der Zeit habe ich das sehr geschätzt, wenn einfach hilfeangebote mir geschenkt wurden. Wie ist es eigentlich gerade am Anfang, wo du eben deine motorischen Fähigkeiten noch sehr eingeschränkt waren und. Da ist es ja nicht so, dass du sagst, ach komm, ich mach mir jetzt mal hier den Fernseher an und vertüdel mir die Zeit oder schnapp mir das Handy und guck mal, was auf Social Media los ist, sondern im Endeffekt ist es ja auch ein wenig so. Du liegst halt da und irgendwie vergeht die Zeit. Ist es dann so, dass man da liegt und man das Gefühl hat, die Zeit vergeht gar nicht oder
kann man das gar nicht so richtig greifen, weil so viel um einen rum passiert und sich so viel ändert, dass man da eigentlich eben mit seinen Gedanken mehr als genug zu tun hat? Ja, es war. Es ist nicht so einfach zu greifen. Es war alles sehr, sehr anstrengend. Also auch, ich meine es waren ja in der auf der Intensivstation, sind ja ständig Leute um einen herum, also die ganze Pflege, die ganzen Therapien, also langweilig war mir auf jeden Fall nie und wenn keiner gerade da war, habe ich oft einfach geschlafen, ja. Und und ansonsten.
Und dann, als als sozusagen diese akute Phase vorbei war, hab ich mich auch sehr damit beschäftigt, meine Therapien zu machen, auch dann alleine, wenn ich alleine war, meine motorischen Übungen zu machen oder dann dann später in der Reha dem, die das Schreiben zu üben und also Social Media hatte ich damals noch nicht. In dem Sinne, und das hat mich auch total überfordert, das Handy zu benutzen, auch wegen der Feinmotorik, aber dadurch, dass ich auch so Unsicherheiten mit Sprache an sich hatte, war das einfach sehr anstrengend, wobei ich dann Fernseh gucken konnte, ich also das hat mir dann am Abend manchmal einfach auch gut getan, das einfach rieseln zu lassen. Jetzt warst du ja beim
Schlaganfall an sich. Am Anfang des 7. Monats schwanger. Wie? Funktioniert das oder hat es dann funktioniert, dass du im Endeffekt n Schlaganfall hattest und aber hochschwanger war es auch im Hinblick auf die Geburt? Also es war natürlich, wie ich auch meinte, von Anfang an so ne Unsicherheit, weil es gibt da keine Leitlinie in der Medizin. So und so geht mal vor, wenn ich schwanger bin und n Schlaganfall hab, das ist halt sehr sehr selten. Und deswegen wurde von Anfang an das so n gynäkologisches Team war dabei und haben immer geguckt wie es dem Kind geht und und deswegen war das auch so, dass es mit mit der Gehirnoperation noch gewartet wurde um dem Kind noch die Möglichkeit zu geben sich noch
weiterzuentwickeln, weil jeder Tag im Mutterleib halt so wichtig ist. Aber natürlich wollte man das Kind nicht frühzeitig holen. Wenn ich jetzt operiert wurde. Es waren eher Vorsichtsmaßnahmen und zum Glück hat das Kind das total gut weggesteckt und wurde dann kurz vor dem errechneten Termin auch per Kaiserschnitt geholt.
Genau, also es ist wirklich sehr gut gelaufen. Wie lief es denn nach der Geburt? Ich meine, ich wurde im November erst wieder fort und ich weiß, wie es ist und. Als Vater habe ich eigentlich im 1.1. Wochen, Monaten ja nicht so viel zu melden oder mithelfen zu können. Jetzt ist es ja aber auch so, dass du ja überhaupt nicht voll einsatzfähig warst, wie es eigentlich üblicherweise wünschenswert wäre. Wie hat das in der Anfangszeit vor allem funktioniert? Also da musste mein Partner auf jeden Fall sehr, sehr einspringen, weil letztendlich musste ich mich ja auch um mich selber kümmern.
Um überhaupt dann funktionsfähig für die Familie sein zu können. Ich, also ich konnte auf jeden Fall und es war schön, dass ich das Kind voll stehlen konnte, dass ich schon auch da war, aber ich konnte mich nicht so gut auch Pflegerisch kümmern, ich hatte immer noch so ein meine rechte Körperhälfte war noch nicht so, dass ich der voll vertrauen konnte, das heißt Wickeln auf dem Wickeltisch war gefährlich, ich konnte es nicht so gut alleine. Tragen?
Ja, ich, ich war wie gesagt auch noch nicht so richtig belastungsfähig, das heißt, wenn das Kind geweint hat, konnte ich da auch nicht so gut mit umgehen. Also ich brauchte permanent Hilfe und auf die andere Weise war auch so, dass ich dann so eine intensivierte Reha gemacht habe, direkt auch weiter, also 3 Wochen nach der Geburt bin ich da wieder hingegangen, das heißt, ich war auch oft nicht da, das Kind wurde mir dann zum Stehlen in die Pausen der Reha dann gebracht und. Aber es war keine normalen, kein normaler Mutterschutz, keine normale Elternzeit.
Jetzt war ja dein Freund Neurologe, hast du gesagt und das ist ja eigentlich n Job, wo glaub ich das auch sehr stressig ist und viel Arbeit ist. Wie hat das funktioniert? Hat er dann auch gesagt, OK ich nehme hier einfach selbst ein Jahr Elternzeit um komplett raus zu sein um für die Familie da sein zu können. Ja, also er war hat auf jeden Fall sehr viel Elternzeit genommen.
Und er war auch dann noch so zwischen den Jobs, sodass er da so n bisschen extra Zeit sich auch nehmen konnte. Also danach hat. Also er hatte dann auch n Facharzt gemacht, dann zu Hause auch auf den Facharzt gelernt, sodass er auch mehr zu Hause sein konnte. Also wir haben da so n bisschen so n Puzzle gemacht, dass er so so ja zu so viel wie möglich da sein konnte und da hat er auch wirklich sehr sehr viel gegeben und ja.
Für mich und das Kind da zu sein, also eigentlich und für die Kinder, weil da war ja noch ein zweites Kind, das ja auch viel Aufmerksamkeit auch brauchte. Und ja, das war eine wirklich sehr anstrengende Zeit für uns, auch als ganze Familie. Gab es auch Momente, wo du Angst hattest um eure Beziehung, weil mit Anfang 30 kann ja auch die Angst sein, naja. Ob der sich das wirklich ans Bein binden will, gibt es wahrscheinlich auch Leute, die sagen so, nee, nicht mit mir oder war das von Anfang an klar, dass ihr da an ein geschworenes Team seid?
Also diesen Moment nicht mit mir, hatte er mal ganz kurz, aber hat es ganz schnell wieder weg geschoben und er hat mir das auch nicht gesagt und ich hatte auch nicht die Angst er hat und das beschreibe ich auch im Buch, mir einen Heiratsantrag auf der Intensivstation gemacht. Das klingt jetzt ein bisschen cheesy, aber so war es halt nicht.
Also es war auch aus Mangel an Zeichen, die er mir hätte geben können, dass er da bleibt und dass das mit uns, also als Familie auch ja unterstützen will und dass er ein Teil dessen ist. Genau von daher hatte ich zum Glück eigentlich keine Sorge, dass das. Die Beziehung auseinander treiben konnte, konnte.
Aber natürlich ist es eine riesen Herausforderung für die Beziehung, wenn eine oder einer plötzlich so ausfällt und er musste ja total viel übernehmen. Ich konnte ja nirgendwo anrufen, diese ganzen organisatorischen Dinge, die dann anfallen zu. Zum Beispiel? Ja, das wir waren ja erst mal nicht verheiratet, dann heißt es Partnerschaftsanerkennung die ganzen Renten oder Krankenkassengeschichten, da ist unglaublich viel Papierkram, die zu erledigen.
Und sich dann auch erstmal zu informieren, wie ist denn das eigentlich mit Krankengeld und Elterngeld und wie können wir uns irgendwie, ja wir finden, wie kommen, können wir uns in dem neuen Alltag zurechtfinden, also diese ganz unterschiedlichen Dinge, da musste er unglaublich viel übernehmen. Würdest du aber sagen, dass die Phase, weil ihr die. Überwunden und überstanden habt, dass euch noch mal mehr zusammengeschmeißt hat.
Ja, würde ich schon sagen, ja. Und wir sind auch weiterhin immer sehr gut in Kontakt, weil die Situation sich ja auch fortwährend ändert. Zum Beispiel also auch in seiner Position. Er ist jetzt Oberarzt, er braucht dann vielleicht doch wieder mehr Zeit auf der Arbeit, ich muss aber auch irgendwie auch dafür kämpfen, meine Schreibzeit zu bekommen, jetzt mit den mit der Veröffentlichung des Buches habe ich natürlich auch sehr viel mehr Termine, die, die ich auch nicht einfach mal so absagen kann, genau, und das ist auch immer so ein Aushandeln.
Aber ich glaube, dass wir durch diese ganze Zeit super gut in Austausch gekommen sind, um uns ja immer wieder auch neu zu definieren. Jetzt ist es ja bei dem Buch so, dass du eben auch sehr viele Einblicke gibst in den ganzen Verlauf, wie es geschehen ist. Jetzt wirst du ja eigentlich nicht so viele Notizen zwischendurch machen können, weil das ja motorisch gar nicht so einfach möglich war.
Es ist dann einfach so, dass sich das wirklich in den Kopf so eingebrannt hast, dass du die Gedanken einfach so. So abrufen konntest, um die niederzuschreiben. Jetzt war ja auch wirklich nicht nur motorisch, ich konnte ja auch nicht schreiben vom Kopf her, also es war nicht nur das sprechen, sondern auch, wenn ich versucht hatte, mit Links zu schreiben, da kam einfach keine Zeichen.
Also ich hatte diese Verbindung zwischen Zeichen und Worten, Buchstaben überhaupt nicht und diese Zeit, also ich habe angefangen zu schreiben, ungefähr 2 Jahre nach dem Schlaganfall. Man muss aber auch sagen, dass die dieses Schreiben super langsam und anstrengend war. Aber diese Gedanken an diese Zeit sehr präsent noch waren.
Aber ich wollte so schnell wie möglich auch damit anfangen, weil ich weiß, dass diese Gedanken ja oder diese Erinnerung langsam verblassen. Und wenn ich jetzt auch noch mal lese, welche Details ich beschreibe. Ich kann also ich glaube nur, dass ich mich daran jetzt so gut erinnern kann, weil ich das so nah am Ereignis dann auch aufgeschrieben habe. Also nah ist. 2 Jahre ist jetzt nicht besonders nah, aber da war mir das total wichtig, auch von Anfang an, und das war nachher auch eine große Motivation, auch wenn es nur einen einen Satz am Tag war dann.
Diesen Satz genauso aufzuschreiben, wie ich das wirklich empfunden hab, also wirklich diese einzelnen Worte hin und her zu werfen, von allen Seiten anzugucken, dass es, dass es genau das trifft, was ich empfunden hab. Und da kam so eine ganz große Faszination für die Sprache, weil wenn ich dann das diese Formulierung oder ein Bild, eine Metapher gefunden habe, die das genau gut beschreibt, habe ich also echt ein großes, große Freude empfunden und so wurde dieses Schreibprojekt, wie es am Anfang halt war, ich hatte so ein Dokument, mein Schlaganfall. Wurde immer größer und ja, hat immer immer hat sich einfach so ausgedehnt weil am Anfang war es ja auch nur die Geschichte an sich und dann hab ich viel
gelesen und bin auch als Gastführerin zur Uni gegangen und hab dann immer, also auch dann nach und nach so ne Metaebene einfließen lassen. Und also, und das hat hat sich ja begründet, auf dieser, die auf der Freude für die Sprache und die Faszination, was man alles mit diesen Worten überhaupt ausdrücken kann, gerade weil ich diesen Verlust vorher so gespürt habe. Wie fühlt sich das an oder wie lange dauert es, wenn man neu schreiben lernen muss, musstest du auch lesen lernen oder war das sozusagen noch drin?
Also lesen konnte ich, aber ich als. Also nicht richtig, wenn man ehrlich ist, weil ich konnte die den Sinn nicht so gut erfassen. Da war, wenn ich einen Satz gelesen habe, habe ich oft vergessen, wie es wie der Satz davor irgendwie war. Also ich hatte da schon sehr große Schwierigkeiten, ich habe dann eher Podcast gehört, das ist tatsächlich so ein Medium, was sich bis heute so durchzieht. Also dieses Zuhören war von Anfang an kein Problem und hat mir auch total.
Geholfen, auch gedanklich, irgendwie dabei und dran zu bleiben, weil das war mir von Anfang auch total wichtig, da auch weiterhin ja in meinen Gedanken nicht so zu verflachen, sondern irgendwie die. Ich weiß nicht, hört sich n bisschen dumm an, aber ich wollte halt nicht, dass ich, dass ich auch für dumm irgendwie angesehen werde, weil ich nicht sprechen kann, weil das Ding ist ja also über die Sprache können wir ja uns definieren und zeigen, wie wie wir sind, und wenn man plötzlich nicht mehr sprechen kann, dann hatte ich die Sorge, dass die anderen Leute auch denken, ich denke nicht. Ich kann nicht denken und deswegen war das mir wichtig, von Anfang an.
Ja, das denken auch zu fördern, wenn ich es schon nicht aussprechen konnte. Ist es denn heutzutage so, wenn du ein Buch liest, dass du das ganz normal wie früher lesen kannst? Oder ist es dann auch so, wie wenn du sagst, du brauchst einfach nach einer gewissen Zeit erstmal eine Pause, weil ich das anstrengend und das funktioniert auch nicht so in dem Tempo wie früher?
Das hängt sehr vom Buch ab. Wenn es sehr theoretisch ist. Da hab ich nicht so ne lange Aufmerksamkeitsspanne, aber an sich gerade so Romane, die leicht eingängig sind, die kann ich schon gut lesen. Aber wie gesagt, das da bin ich manchmal so was, was so theoretische Aspekte betrifft. Manchmal vielleicht ein bisschen langsamer geworden, brauche ich mehr Zeit, die Worte wirklich zu erfassen.
Jetzt hast du ja dieses gesammelte Dokument, wie du ja gesagt hast, im Moment Schlaganfall gehabt. Wann stand denn fest oder wo war der Punkt, wo du gesagt hast, das wäre eigentlich schade drum, wenn ich es nur für mich behalte, sondern ich will damit an die Öffentlichkeit gehen und was war die Motivation vor allem dahinter?
Ich glaube, da kommen mehrere Sachen zusammen. Einerseits einfach ganz egoistisch. Ich hatte so viel Freude und das wollte ich anderen zeigen. Guck mal, wieso habe ich mich gefühlt, schau mal. Also dieses, dass ich mich selber so ein bisschen offenbaren kann, was dann aber noch dazu gekommen ist, dass ich das Gefühl hatte. Dass ich nach dem Schlaganfall dieser Sprachlosigkeit, dass wenig Leute, die das hatten, sich nachher dann auch gut ausdrücken können, dass da eine große Sprachlosigkeit da ist. Und ich hatte schon das Gefühl, dass es schön ist, den Leuten, die in in ähnlichen Situationen gewesen sind und vielleicht nicht so gut rausgekommen sind mit der Sprache. Dass ich das auch für die gerne
schreiben möchte. Und ja, ist auch schön, weil ich ganz viele Rückmeldungen jetzt nach der Veröffentlichung habe von Betroffenen, die sagen, ja schön, endlich spricht es jemand aus, oder ja, dass dass es schön für die ist, dass ich da Worte versuche zu finden, aber. Aber natürlich muss man sagen, das ist für jeden trotzdem noch mal eine andere Geschichte.
Jeder und jeder kommt mit einer anderen Geschichte überhaupt in diesen Schlaganfall rein und dann ist jede und jeder total unterschiedlich betroffen, aber trotzdem dieses davon berichten, nicht sprechen zu können, das ist nicht nicht jedem gegeben und das war auch eine Motivation. Worüber willst du denn zukünftig schreiben?
Weil idealerweise passiert dir hoffentlich nicht mehr so viel Blödes im Leben, dass du weiterhin über deine persönlichen. Erfahrungen? Ja, das ist natürlich jetzt ne ne. Ja ich hoffe nicht, dass ich so was Dramatisches schreiben muss. Ich glaube, das lasse ich so ein bisschen auf mich zukommen. Ich glaube, ich habe auch während dieser Zeit gelernt, so eine Ergebnisoffenheit zu auszuhalten, auch, und ich möchte schon gerne auch weiterhin autobiografisch schreiben, habe auch so meine Vorstellung schon, wie ich ansetzen möchte, aber das würde ich noch ein bisschen für mich behalten. Du sitzt ja hier sehr, sehr positiv und lebensfroh ist es so was, was du die ganze Zeit durchgezogen hattest oder ist es auch so eine Sache, die du erst
wieder für dich zurückgewinnen musstest? Du meinst wie ich so aufs Leben gucke? Ja, auch von der Linksrunde. Ich meine, wenn ich überlege Schlaganfall und ich kann dem Job nicht mehr nachgehen, den mir eigentlich auch Spaß gemacht hat, wo ich gewünscht habe, dass ich das machen kann, kann vielleicht auch so für meine Kinder nicht voll in dem Umfang da sein, wie ich will.
Es gibt ja wahrscheinlich genug Menschen, die da den Kopf in den Sand stecken und bei dir wirkt es aber so, dass du halt einfach froh bist, das wahrscheinlich alles noch glimpflich in Anführungszeichen vor sich formuliert verlaufen ist und du doch eine enorme Lebensfreude ausstrahlst. Ja, es. Es hat sich ja auch schon entwickelt. Also ich war nicht von Anfang an so positiv, weil es war ja auch nicht am Anfang so positiv, es war sehr un, also nicht absehbar, wie ich da, wie ich mich weiterhin entwickle, das heißt?
Ich glaube, ich hatte vorher schon war ich auch ein optimistischer Mensch vom Schlaganfall auch sehr positiv und selbstbewusst, was meine Zukunft anbelangte, und das musste ich mir ja schon wieder erarbeiten. Aber so eine, so eine Grundstimmung hatte ich, glaube ich, oder diese Grundvertrauen, es kann wieder gut werden, hatte ich schon relativ früh, aber jetzt nicht in den ersten Monaten, das muss ich schon auch fairerweise sagen.
Was ist denn das, was dir vor allem Hoffnung und Motivation ins Leben Lebensfreude schenkt? Ich glaube, es sind viele persönliche Kontakte, also die Menschen um mich herum. Das ist total wichtig. Meine Familie, also die die kleine und die große Familie, Freundinnen. Das ist also dieses ganze soziale Umfeld, ist also wirklich sehr unterstützend und schön zu spüren.
Und dann ist natürlich auch meine persönliche Entwicklung total wichtig, weil das hatte ich wirklich dann auch in den ersten 2 Jahren, sage ich mal. Das hat mir ja schon sehr zu schaffen gemacht, und da war meine positive Einschätzung auch ein bisschen hat ist auch so auf der Strecke geblieben. Weil ich mich so verloren gefühlt habe.
Ich wollte so sehr zurück in die Medizin, in meinen alten Job, in mein altes Leben und war schon sehr verzweifelt, dass ich das nicht richtig, also dass ich es so aussah, als könnte ich das nicht erreichen, aber ich habe mich immer daran festgehalten, du kannst es schaffen, du wirst es schaffen, also auch ein bisschen verbissen. Aber auf der anderen Seite hat es mir auch geholfen, glaube ich, große Fortschritte zu machen und dann so nach 23 Jahren kam so ein bisschen so ein Shift, dass ich gemerkt habe, okay, es gibt auch andere schöne Wege, es muss vielleicht nicht die Medizin sein, ich habe vielleicht auch andere Dinge in mir, die mich auch ausmachen, und ich glaube, da hat irgendwann dann so ein Umdenken
stattgefunden und. Und die und ja, auch so eine Akzeptanz. Ich glaube, das ist ein ganz, ganz wichtiges Wort, ich glaube, das hat mir dann auch was Positives gegeben, ich gemerkt habe, OK, ich habe die und die Einschränkungen und ich muss weiterhin einen Weg finden, damit zu leben, und das ist ein ständiger Prozess, ich komme immer wieder auch in meine Grenzen und ja, bin da sehr verzweifelt, dass ich nicht. So eine, so eine Energie über den ganzen Tag habe, sondern dann das gegen Mittag dann rapide abwelt und so weiter also diese ganzen unterschiedlichen Einschränkungen, dass ich jetzt dabei bin die zu anzunehmen und daraus was Neues zu entwickeln und das gibt mir glaube ich viel Motivation auch weiter zu entwickeln, weiter zu machen.
Weil ich sehe, da steckt auch ganz viel positive Energie und Freude drin. Genau, ich glaube, diese persönliche Entwicklung, eine neue Identität, ja sozusagen auch aufzubauen, war sehr wichtig. Gibt es aber immer noch so Momente, Momente in deinem Leben, wo du denkst, was wäre oder wie würde mein Leben aussehen, wenn das alles nicht passiert wäre?
Ja, manchmal habe ich das, aber es ist nicht so einfach. Einnimmt so. Also es ist natürlich manchmal ein bisschen schmerzhaft zu sehen, also früher war das so, dass vor dem Schlaganfall, dass mein Partner gesagt hat, so, du, also ich unterstütze dich, wenn du die Karriere machen willst, und jetzt ist er der Oberarzt, und ich bin schon mehr zu Hause, dass das ist nicht ganz so einfach, dann damit umzugehen, ich. Aber an sich bin ich schon ein Mensch, die erst mal nach vorne guckt, nicht mehr jetzt so weit also, dieser Zeithorizont hat sich verändert, ich plane jetzt nicht, was in 234 Jahren ist, sondern ich plane erst mal jetzt in den nächsten also. Woche, Monaten, vielleicht in einem Jahr so also da, da hat sich so meine meine
Zeitdimension verändert und dadurch auch weil ich nicht genau weiß, wie geht es mir in einem Jahr, ich habe ja schon auch gelernt, dass noch viel passieren kann und deswegen bin ich vielleicht eher so auf den Moment, da genieße ich dann vielleicht auch mehr die Momente und. Versuch nicht zu sehr in die weite Planung zu gehen.
Gibt es eigentlich Fragen oder Dinge rückblickend, die du eigentlich nicht mehr gerne hörst, wo du genervt bist, dass dir nicht diese Fragen gestellt werden? Gerade auch mit der Aufmerksamkeit, die du jetzt mit dem Buch ja auch bekommen hast. Jetzt in in. Kannst du noch mal ein bisschen konkretisieren, was man.
Genau, es wird ja so Fragen geben, so von wegen, die dir ganz oft gestellt wird, wo du so denkst. Oh nee, die Frage kann ich nicht mehr hören und die will ich eigentlich auch gar nicht mehr beantworten. Gibt es da sowas bei dir, wo du Dinge wo du drauf angesprochen wirst, wo du genervt von bist oder gibt es sowas gar nicht?
Nee, also mir fällt jetzt spontan nichts ein, kommen wir bestimmt später noch mal. Aber jetzt? Ich, ich meine, ich bin ja super offen, auch in dem Buch. Ich lasse ja wirklich tief blicken und von daher finde ich es auch in Ordnung, dass viele Fragen gestellt werden. Ich habe nichts, was ich jetzt direkt darauf antworten könnte.
Das ist ja auch gar nicht so verkehrt. Vielleicht. Ich kann vielleicht nicht mehr so gut, also bestimmte Sachen, wie dass ich noch mal diesen ersten Moment erzähle, das hatte ich am Anfang sehr oft. Machen müssen, dann bin ich mir mal froh, dann ja so ein bisschen breiter gefragt zu werden, aber es ist, es hat ja seine Berechtigung, ich meine, deswegen würde ich das auch nie anderen vorwerfen. Warum hast du das gefragt, das meine ich mit dem ich gebe so viel Preis, dann dürfen die Fragen auch kommen. Inwiefern hat sich denn dein Leben auch so ein bisschen verändert?
Mit der Veröffentlichung des Buches? Weil ich habe ja auch gesehen, dass du doch einige TV Auftritte und so hattest und das ja doch. Noch mal was ganz, ganz anderes. Ja, ist auch super oder ist weiterhin sehr aufregend und geht auch so an meine Belastungsgrenze. Das merke ich schon. Ich habe von Anfang angesagt, ich mache maximal einen Termin am Tag, aber auch das merke ich, das werde ich nicht sehr viel, also länger durchhalten, genau, es ist schön, es ist toll, diese Aufmerksamkeit zu bekommen und dass das Buch auch diese Aufmerksamkeit bekommt und.
Und ich glaube, ich habe auch in mir etwas, das das genießt und auch ich meine, ich spreche ja auch gerne, aber ich muss einfach immer wieder jetzt schauen, ja, wo sind meine Kräfte, kann ich mir das wirklich zumuten, bestimmte Sachen zu machen und dass ich da jetzt so ein bisschen auch jetzt aufmerksamer. Auf meine Kräfte bin und dann auch sage, OK, das mache ich nicht oder das mache ich dann später und ich bin aber auch dann froh, wenn ich wieder mehr schreiben kann, weil das bleibt natürlich gerade so ein bisschen auf der Strecke. Ist es eigentlich so, dass du heutzutage immer noch zur Physiotherapie oder Sprachtherapie oder Dinge machen musst, damit dein Körper sich sozusagen regeneriert? Und gibt es.
Hoffnung, dass es zukünftig noch besser werden wird, dass du gewisse Fertigkeiten wieder zurückerlangen kannst. Oder wie ist da der Stand? Also jetzt, konkret gehe ich gerade nicht zur Physiotherapie oder Logopädie, weil die Therapie oder die. Doch die Therapie, eigentlich so in meinen Alltag übergegangen ist, das ist ja auch so gedacht, dass in der akuten Situation in den ersten Monaten ganz intensiv trainiert wird und da ganz viele Übungen auch gezeigt werden, die man auch zu Hause machen kann. Deswegen an sich trainiere ich weiterhin ich, ich gehe jetzt inzwischen joggen, ich mache Yoga, das ist meine Physiotherapie.
Ich schreibe, ich spreche, das ist meine Logopädie. Also und immer wenn ich dann aber das Gefühl hab, ich muss noch mal spezieller irgendwo rein, kann ich trotzdem diese Therapie dann auch noch mal mit einem Therapeuten oder Therapeutin machen, was jetzt aber noch n bisschen wichtiger geworden ist und was ich auch noch bis vor kurzem hatte, ist die Neuropsychologie, das weil ich jetzt halt vor allem damit beschäftigt bin. Meine meine Einschränkungen im Alltag irgendwie entgegenzutreten, also gerade dieses Stressmanagement, wo meine Belastungsfähigkeit besser einschätzen zu können, das eigentlich die letzte Frage, so wo sage ich schon Stopp, bevor ich überhaupt in diese, in diese Stresssituation und da. Komme so, und das ist natürlich
eine super Therapie, mit der ich diese Situation anschauen kann und dann überlegen kann, okay wie, wie gehe ich zukünftig dann damit um? Ja genau unterschreiben, wie gesagt, das ist eine super Therapie, also ich glaube, dass ich auch, und das war ja der zweite Teil der Frage, dadurch schon auch weiterhin kleine Fortschritte mache, die.
Die sind super klein und fein und für mich manchmal gar nicht wahrnehmbar. Aber wenn ich dann überlege okay, wo war ich vor einem Jahr, hätte ich wirklich so jetzt mit dir sprechen können, wahrscheinlich nicht von daher. Ja, die Fortschritte sind also diese Kurve ist sehr abgeflacht, aber ich bin ja vergleichsweise jung für eine Patientin mit Schlaganfall und. Jede und jeder, der lernt ja weiterhin auch dazu, sei es jetzt in der Sprache, dass neue Worte dazu kommen, ja oder auch in dem Körper bestimmte Sachen in dem Yoga, was ich vorher wahrscheinlich nicht konnte, also da ist weiterhin eine Entwicklung da, die aber wie gesagt nicht so, nicht so ganz so offensichtlich vielleicht sind. Wie ist es eigentlich mit Blick
auf deine Kinder? Ist es für die auch eine besondere Situation oder nehmen die das gar nicht so richtig wahr, dass unsere Mama vielleicht nicht so ist wie eine andere Mama und nicht so viel mit Rumtoben oder dabei sein kann? Ja, ich glaube, Kinder sind da irgendwie toll, weil die ja nicht so viel darüber reflektieren, sondern die nehmen das einfach so, wie es ist und gerade meine. Kleine Tochter, die kennt mich ja nur so. Also ich habe mich ja für sie nicht verändert und auch jetzt meine große, ich meine da, sie war 3, sie hat mich jetzt in den, also sie kennt mich länger so wie ich jetzt bin als davor und ja, ich glaube die wissen schon, dass jedes jedes Elternteil anders ist.
Und das nehmen sie so an, von daher. Ist es für sie ja natürlich, dass ich so bin, würde ich jetzt so sagen, ich mal gucken, wie es später, was sie, was Sie sagen. Du sagst ja eigentlich, dass du mal so ein bisschen guckst, was die Zukunft bringt, aber hast du so Träume oder wieso eine Art Bucket List für dein Leben, wo du sagst, das sind eigentlich doch noch Dinge, die du dir wünschst im Leben?
Nee, tatsächlich nicht. Ich, ich halte da jetzt nicht so viel davon, irgendwelche. Großen Ziele jetzt noch zu machen, sondern ich versuche eher in diesem Moment zu leben und zu gucken, was ist jetzt gut. Das hat sich habe ich, glaube ich, das hat sich auch verändert nach dem Schlaganfall, dass ich versuche, mehr zu schauen, was ich gerade jetzt in den jetzt in diesem Moment aber auch in den nächsten Tagen, Wochen, vielleicht erreichen machen kann, deswegen zu zu weit möchte ich gar nicht nach vorne schauen. Also war das früher tatsächlich noch anders, dass du da doch eher wieso eine?
Ich will das und das Land und das unbedingt gemacht haben, oder was waren das denn früher für Ziele oder Träume bei dir? Ja, ich glaube, das war dann eher auch in diese berufliche Richtung, dass ich mir vorgestellt habe, okay, ich werde da vielleicht Oberärztin oder gehe in eine Praxis oder also solche solche wirklich sehr weiten beruflichen Ziele und.
Ja, ich habe schon noch Überlegungen, was so, weil du das Reisen anspricht, wo wo ich gerne noch mal hin möchte, aber das ist jetzt nicht so eine so eine Checkliste für mich. Aber ist es denn auch so, dass du jetzt sagst, so von wegen Oh, ich wollte gerne mal noch in die USA, aber so 112 Stunden Flug ist halt von der Belastung her für dich doch zu extrem, dass sowas erstmal nicht stattfindet oder ist das schon wieder eine Sache? Die dich im Endeffekt nicht anders belastet als früher. Doch das belastet mich schon.
Also gerade diese Reizempfindlichkeit, was ja Geräusche, visuelle Reize, ja viele Menschen vor allem angeht, da habe ich Schwierigkeiten mit, also gerade fliegen zum Beispiel, ich habe, ich hatte, dann beschreibe ich auch im Buch meine Eltern auf Lasarote besucht und. Da muss man einmal umsteigen und in dieser Flug sozusagen musste man einmal umsteigen und dann hatte der Flug Verspätung und auf diesem Flughafen war kein ruhiger Ort und ich habe, ich habe echt richtig Panik bekommen, ich musste mich in eine Ecke setzen, mir die Ohren zu halten, also solche Einschränkungen in diesem bei Reisen sind mir schon bewusst.
Ich glaube, ich habe aber auch nicht so. Ich glaube, meine Reiseziele sind auch eher in der näheren Umgebung, dass ich da jetzt nicht was das betrifft, so eine Einschränkung Einschränkung fühle. Also ich fände es schon noch mal schön, irgendwie nach Neuseeland oder so, aber ich, das muss nicht so sein, gerade das passt gerade nicht so richtig. Und es ist ja wahrscheinlich auch noch viel Zeit im Leben, um das nachholen zu können.
Ich hoffe, ist es aber so, dass noch irgendwie so die Angst mitschwingt bei dir, dass sowas wieder auftreten kann, oder ich weiß gar nicht, wie das ist, wenn man da einmal sozusagen. Wie, wie sagt man es vor, vor Vorgebeutelt oder vorbelastet? Ach so, dass sowas die Wahrscheinlichkeit ist, dass sowas eben ab einem gewissen Punkt wieder auftreten.
Kann in meinem Krankheitsbild tatsächlich nicht, weil das war eine Gefäßmissbildung, die einmal geblutet hat, und die ist bei der OP entfernt worden, sodass ich kein statistisches höheres Risiko habe, das wieder zu kriegen. Was aber trotzdem als Sorge noch weiterhin besteht, ist, dass ich eine Epilepsie seitdem habe und das natürlich schon eine Unsicherheit bringt, gerade wenn wir jetzt eben gerade mit wegen Reisen gesprochen haben. Ich, also ich darf zwar offiziell jetzt via Auto fahren, aber das ist schon ein Risiko, diese diese Dinge zu tun und gerade wenn man alleine mit den Kindern ist, das schwingt schon mit.
Ja, und das also das beeinflusst ja auch schon um meine Freizeitaktivitäten, also Schwimmen zum Beispiel sollte ich niemals alleine machen. Und ja, also das ist nicht der Schlaganfall selber, der Sorgen macht, zukünftig sozusagen, sondern eher die Epilepsie. Wenn du sagst, du dürftest an sich Auto fahren, klingt es aber so ein bisschen so.
Du machst das selbst gar nicht, weil du da selbst zu unsicher wärst. Ja, das ist auch nicht nur die Epilepsie, sondern auch die Nachwirkung vom Schlaganfall. Ich hatte es ja schon so angesprochen, diese Belastungsfähigkeit und diese Reize, die mir dann oft zu viel werden, gerade wenn so Zeitnot ist.
Und es muss irgendwas schnell gehen, dann bin ich manchmal so richtig raus, also ich, es wäre zu beschreiben, einerseits ist die Sprache, die plötzlich dann nicht mehr funktioniert. Aber auch meine Reaktionsfähigkeit ist dann nicht so gut und das schränkt einen natürlich beim Autofahren ein. Und eigentlich ist auch das vorgeschrieben, dass wenn man schlagwall hatte, noch mal ne extra Prüfung und dann n neurologisches Gutachten noch mal erstellt wird, dass es auch wirklich von diesen nicht sichtbaren Symptomen dann auch geht.
Deswegen ist nicht nur der die Epilepsie, die da reinspielt deswegen. Ich dürfte wegen der Epilepsie, aber wegen des Schlaganfalls sollte ich auch versicherungstechnisch so ne so ne Prüfung und dann vielleicht vorher dann auch noch Fahrstunden nehmen. Wobei, ich muss ja sagen, in du lebst ja nun auch in Berlin, ich kenn genug Leute, die auch sagen, Oh, ich hab so schon gar keinen Bock in Berlin. Zu fahren und ehrlich gesagt, wir haben auch kein Auto und das genießen wir auch.
Wir machen alles mit dem Fahrrad und Bahn. Und wenn wir irgendwo doch irgendwie am Wochenende irgendwo raus wollen oder das Auto doch ganz praktisch ist, dann können wir uns da halt 1 mieten. Das ist in Berlin natürlich super oder halt ausleihen von den Großeltern. Vielen Dank übrigens dafür. Ich würde sagen, Magdalena für alle, die tiefer in deine Geschichte eintauchen wollen, die sollen am besten das Buch von dir wieder werden lesen.
Aber bevor wir zum Ende kommen, habe ich immer noch so n paar Abschlussfragen an meine Gäste und. Die erste Frage lautet, Was sind denn so 3 Bücher, die man deiner Meinung nach unbedingt gelesen haben sollte? Oh ja, da habe ich mich jetzt aber nicht gut vorbereitet. 3 Bücher, also ich bin ja ein großer Daniel Schreiber Fan, ich finde das allein auf jeden Fall zu meiner Hitlist, da gehört das. Dann ein ganz aktuelles jetzt, was ich gerade gerade erst zu Ende gelesen habe.
Christian kracht er fand ich gut und als drittes von Hang Kang. Deine kalten Hände heißt das, glaube ich. Die nächste Frage lautet, Wir haben ja eigentlich sehr viel schon darüber gesprochen, was so Rückschläge oder auch Fehler in deinem Leben waren, wo du heutzutage drauf zurückblickst, wo du sagst, eigentlich ist es ganz gut, dass es mir passiert ist. Gab es sowas überhaupt bei dir?
Also ich bin da nicht. Ich glaube, ich bin prinzipiell auch vor dem Schlaganfall kein Mensch gewesen, der so so. Negativ Zurückguckt und sagt, das war nicht gut, sondern ich glaube, ich nehme diese Dinge einfach so wie sie sind und versuche daraus das Beste zu machen. Was ist denn das Wertvollste, was du zuletzt für dich persönlich gelernt hast? Dass es eine Akzeptanz braucht, um mich selber weiterentwickeln zu können.
Was ist das, was du zuletzt zum allerersten Mal in deinem Leben getan hast? Ein Buch zu veröffentlichen. Sonst gebe ich immer den Zusatz mit raus, außer dass du ein Buch geschrieben hast. Wenn wir jetzt vom Buchkontext weggehen, was wäre es dann? Ja, es ist natürlich total viel, auch Fernsehen. Ich war zum ersten Mal im Fernsehen. Aber das gehört es dann noch zu Buch. Nee, das mit dem Fernsehen, das zählt schon, ja, ist OK, aber es geht immer darum, weil ich ja vor allem Autorinnen hier habe, dass ich sage, ne, außer dass du n Buch geschrieben hast, weil ich immer ganz viel sag, ne, ich hab jetzt ganz frisch das Buch geschrieben, so na ja, na.
Klar. Aber ich glaube, dass da gehört einfach so viel dazu, weil dieses Buch ja diesen krassen Umschwung, die neue Identitätsbildung bei mir so darstellt. Und deswegen ist es mehr nur als das Buch, was, was neu ist, sondern dieser ganze Lebensumstand. Ich bin gespannt, weil in knapp 3 Monaten bringe ich auch mein allererstes Buch raus.
Wie wie das werden wird, aber mein Thema ist mit geht es ums Lesen und das Lesen in Zeiten von Social Media, das ist ja nicht ganz so dramatisch wie bei dir. Ja, aber interessant. Ja, ich freue mich auch schon drauf. Auf all was kommt. Ich habe auch jetzt schon echt eine ganze Menge im Vorfeld damit zu tun, aber das wirst du ja wahrscheinlich auch kennen.
Oh ja. Komm ich mal zu meiner letzten Frage und zwar was war denn die beste Investition für unter 100€ zuletzt für dich? Bücher, ganz klar. Ganz klar, welches Buch hat dich zuletzt so richtig begeistert? Ja, das wiederholt sich jetzt, weil ich gerade da fertig bin mit diesem Buch von Christian Kracht.
OK, ja, das ist so n bisschen. Ja, weil das, das ist mir gerade noch so im im Kopf, weil ich es so spannend finde, eine Geschichte eher einfach zu erzählen. Aber da so viele Symbolik und eine Metaebene zu haben, die man dann im Nachhinein noch entdecken kann, das das finde ich so, so spannend, dass man von einer ja einfach von einer Story so eine andere Betrachtungsweise wieder kreieren kann und ganz viele Bezüge zur.
Aktualität, Aktualität, irgendwie macht und trotzdem auch was Fantastisches mit dabei hat. Deswegen bin ich da gerade so im Kopf noch so bei diesem Buch, genau. Alles klar? Dann Magdalena, vielen Lieben dank für deine Zeit und dass du hier warst. Wenn die Leute dich kontaktieren wollen oder den Weiten des Internets finden wollen, haben die denn die Möglichkeit, dich dazu finden und wenn ja, wo und wie am besten? Am besten über Instagram.
Da findet man mich unter Magda Punkt Link. Aber ich glaube, wenn man meinen Namen einfach auch bei Google eingibt, dann kommt auch mein Instagram Account direkt genau und da ich probiere wirklich alle Nachrichten zu beantworten, manchmal dauert es ein bisschen, aber ja da bin ich total offen und ich freue mich wirklich auch über Rückmeldung zu meinem Buch.
Alles klar, vielen Lieben Dank und alles Gute für dich. Dankeschön.