Science Busters Podcast· Folge 110

Welches Sternzeichen hat die Klimakrise? - SBP110

Montag, 4. August 2025 · 41 min

MP3

Shownotes

Über Klimaschutz mit Hausverstand, Wasserstoff als PKW-Treibstoff & die Nutzlosigkeit von Hybrid-Autos - - Zusammenschnitt der Sendung "Frag die Science Busters live" auf Radio FM4 vom 6.5.2024 mit Florian Freistetter, Andreas Jäger & Martin Puntigam
Ausgabe 110 des Science Busters Podcast ist ein Mitschnitt der Frage & Antwortsendung "Frag die Science Busters live - alles rund ums Klima" vom 6.5.2024 auf Radio FM4.Martin Puntigam, Florian Freistetter und Andreas Jäger über Kernfusion, Wasserstoff, Hybridautos, Hausverstand, Terra Preta und Vieles mehr.

Lektüre

Das neue Buch der Science Busters heißt "AUS! - Die Wissenschft vom Ende" (hanser-literaturverlage.de/buch/science-buster…) und erscheint am 14.10. im Hanser Verlag.

Zeitgleich gibt es im Hörverlag auch ein neues Hörbuch selben Namens, gelesen von Ralph Caspers (penguin.de/buecher/science-busters-aus-/hoerbu…).

Unser Jubel-Buch, erschienen vor einem Jahr anlässlich 15 Jahre SB giltet noch immer: "Wissenschaft ist das, was auch dann gilt, wenn man nicht dran glaubt: Das große Jubelbuch der Science Busters" (amzn.to/3q8ZzWz). Erschienen bei Hanser (hanser-literaturverlage.de/buch/wissenschaft-i…).

Auftritte

Heinz Oberhummer Award 2025, Verleihungs-Gala mit Eckart v. Hirschhausen, am 7.9. im Stadtsaal (sciencebusters.at/buehnenprogramme/heinz-oberh…) ab 14.00 Uhr (Nachholtermin vom Juni)

Am 16.Oktober gibt es die Premiere der neuen Show “Weltuntergang für Fortgeschrittene” (oeticket.com/noapp/event/science-busters-weltu…) mit Martin Moder, Florian Freistetter und Martin Puntigam. Vorpremieren des neuen Programms gibt es auch am 1.10. in Melk und am 3. + 4.10. im Bruno in Brunn am Gebirge.

Nach der Premiere gibt es noch 2 weitere Shows im Stadtsaal Wien (stadtsaal.com/kuenstler/science-busters) am 23.10 & 15.11.

Danach geht es sofort auf Welttournée, beginnend am:

29.10. Posthof Linz (posthof.at/event/science-busters-weltuntergang…)

30.10. Helmut List Halle Graz (helmut-list-halle.com/event/science-busters-we…)

6.11. Orpheum Wien (orpheum.at/produkt/science-busters-weltunterga…)

7.11. im Musikklub Lembach, OÖ

20.11. Bühne im Hof St.Pölten (buehneimhof.at/de/programm-karten/science-bust…)

23.11. + 22.2.26 + 30.4.26 Kulisse Wien (kulisse.at/programm/?p=Weltuntergang-f%C3%BCr-…)

27.11. ARGEkultur Salzburg (argekultur.at/Event/17111/science-busters)

und am 5.12. im Rahmen des [Kabarett & Comedy Festivals in Krems}(kabarettundcomedyfestival.at/kabarettundcomedy…).

Am 21.11. spielen FF & MP einen Spezialabend zum Jahr der Quantenphysik im Zirkus des Wissens in Linz.

Ende des Jahres gibt es wieder neue Shows des Bauernsilvester (sciencebusters.at/buehnenprogramme/bauernsilve…) mit Ruth Grützbauch, Florian Freistetter und Martin Puntigam in Graz, Linz und Wien & am 31.12. die Silvestershow mit Florian Freistetter, Martin Moder und Martin Puntigam im Schauspielhaus Wien

Im Frühjahr touren wir mit dem Weltuntergang wieder einmal in Deutschland, und zwar
am 23.03.2026 Wühlmäusen Berlin (wuehlmaeuse.de/veranstaltung/science-busters-w…)

26.03.2026 Filmtheater Schauburg Dresden (agentour.org/veranstaltung/science-busters_neu…)

27.03.2026 Kupfersaal Leipzig (agentour.org/programm/science-busters_neues-pr…)

28.03.2026 Puffbohne Erfurt (agentour.org/programm/science-busters_neues-pr…)

SB4Kids aktuell digital in der ORF-Kids App, jede Folge zirka 10 Minuten. Analog gibt es die Show mit Martin Moder & Martin Puntigam am

7.9. Theater im Park (theaterimpark.at/programm/sciencebustersforkids)

21.9. Bettfedernfabrik Oberwaltersdorf (bettfedernfabrik.at/veranstaltung/science-bust…)

29.10. Posthof Linz (posthof.at/event/science-busters-for-kids-1) 14.30 Uhr

*30.10. Helmut List Halle (helmut-list-halle.com/event/science-busters-fo…) 16.00 Uhr

23.11. Kulisse (kulisse.at/programm/?p=Science-Busters-for-Kids)

Glückskatze – das Solo v. & m. Martin Puntigam schnurrt auch 2025 wieder, am

26. & 27.9. im Theatercafé Graz

und am 13. & 14.11. in Wien im Kabarett Niedermair (niedermair.at/kuenstler/martin-puntigam)

Und wer schon für Herbst 2026 planen möchte, da kommt ab 10.11.2026 die Premiere im Theatercafé Graz, da gibt es MPs neues Solo mit dem schönen Titel „Der Heilige Puntigam“

Alle Infos zu den Terminen unter sciencebusters.at und puntigam.at

Funk und Fernsehen

Die aktuelle Staffel ist seit Ende April fertig ausgestrahlt, jedoch noch ein halbes Jahr weltweit (!) abrufbar auf ORFON (on.orf.at/sendereihe/13886769/science-busters).

Die Science-Busters-Sendungen auf Radio FM4 findet man hier (radiothek.orf.at/podcasts/fm4/fm4-science-bust…).

Alle bisherigen TV-Folgen kann man hier auf DVD kaufen (shop.orf.at/orf/de/dvd/comedy/2482/science-bus…) oder bei Amazon (bit.ly/science_busters_amazon).

Kontakt und weitere Infos

podcast@sciencebusters.at| Homepage (sciencebusters.at)| Veranstaltungen (sciencebusters.at/termine)| Facebook (facebook.com/sciencebusters)| Instagram (instagram.com/science_busters)| Twitter (twitter.com/science_busters)| YouTube (youtube.com/channel/UCq5k8FpLlxHQFwTBfoZ3iDw)

Fragen zur heutigen Folge und andere Fragen, die wir beantworten sollen, und hoffentlich können, an podcast@sciencebusters.at oder über Instagram oder Facebook. Gern als Audiofile

Dank

Der Podcast wird produziert mit Unterstützung der TU Wien (tuwien.at) und der Universität Graz (uni-graz.at)

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Martin_Puntigam Herzlich willkommen zur Ausgabe 110 des Science-Wassers-Podcasts, produziert wie immer mit Unterstützung der TU Wien und der Uni Graz. Ein letzterer hätte im Juni der diesjährige Heinz-Oberhommer-Award für Wissenschaftskommunikation vergeben werden sollen an Eckart von Hirschhausen. Durch die tragischen Ereignisse ist es aber damals nicht dazu gekommen.

Martin_Puntigam Wir holen das nach demnächst, nämlich am 7. September kommt Eckert nach Wien, um sich sein Glas Albakakot abzuholen. Und wir spiegeln mit ihm im Rahmen der Preisverleihungsskala eine Show im Stadtsaal Wien. Und zwar, Obacht, schon ab 14 Uhr, also eine Nachmittagssause am 7. September. Tickets und Info wie immer unter sciencebusters.at Mehr Tipps und Hinweise unter anderem auf unser neues Buch Aus, die Wissenschaft vom Ende.

Martin_Puntigam Und wer diesmal das Hörbuch lesen wird, gibt es am Ende des Podcasts. Davor aber eine weitere Sommerausgabe. Diesmal schauen wir zurück auf die Woche vor dem Muttertag 2024. Die Europawahl ist vor der Tür gestanden und nicht nur aus Klimasicht war vom Ausgang nur wenig Gutes zu erwarten, Was sich dann ja leider auch bestätigt hat.

Martin_Puntigam Im FM4-Studio am Montag, den 6. Mai, waren mit mir der Astronom Florian Freistetter und Andreas Jäger, Vitereologe und Moderator und wir haben eine Stunde lang live Fragen der Hörerschaft beantwortet. Unter anderem, warum Wasserstoff nur eine der weniger guten Alternativen zu fossilen Energieträgern ist, aber als Treibstoff für PKWs trotzdem kompletter Quatsch, weshalb Klimaschutz mit Hausverstand nicht so blöd sein müsste, wie es aktuell ist, wie teuer die Klimakrise noch werden wird, wieso Hybridautos das schlechteste aus zwei Welten vereinen, was man unter Terra Preta versteht, warum Kernfusion, sollte sie jemals im großen Stil funktionieren, auch nur eine Übergangstechnologie sein wird und welchen

Martin_Puntigam Einfluss die Sterne aufs Klima haben. Das alles und noch ein bisschen mehr jetzt in Ausgabe 110 mit dem Titel Welches Sternzeichen hat die Klimakrise? Viel Vergnügen!

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger FM4 Science Busters live, Herzlich Willkommen zur Ausgabe 36 von FRAG Designs Masters, die Marienmonat-Ausgabe unseres Periodikums am Montag vor dem Muttertag. So viel Herz und Wissenschaft wird es heute geben. Entsprechend antächtig neben mir im FM4-Studio heute Florian Freistädter, Astronom. Hallo. Hallo.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Und zum zweiten Mal dabei bei FRAG Designs Masters mit Reologe, Moderator und Wissenschaftskommunikator Andreas Jürgen. Hallo. Hallo. Mein Name ist Martin Puntigam und wir beantworten heute wahrscheinlich unter anderem Fragen wie, kann man verwittern eigentlich auch üben, welches Sternzeichen hat die Klimakrise und warum nicht endlich Wasserstoff?

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Produzent im dritten Haus der Sendung Klaus Bierschner, Aszendentin am Telefon Anna Teiretsbacher. Wir lassen noch kurz musizieren und schauen uns dann als erstes an, was die politischen Parteien für die Wahl zum Europaparlament plakatieren haben lassen und was das für Klimaschutz bedeutet. In einem Monat gibt es in diesem Superwahljahr, wie es nach wie vor gern genannt wird, mit diesem eigentlich sehr altmodischen Begriff, die Wahlen zum Europaparlament.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Oder das Europaparlament wird wieder gewählt. In Österreich sind jetzt die Plakate affischiert, aufgehängt. Die Parteien sind mit ihren Slogans draußen. Und wir wollen uns anschauen, was das für den Klimaschutz bedeutet oder ob überhaupt irgendwas rund ums Klima dabei ist. Ganz rechts außen wird plakatiert unter anderem Ökokommunismus.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Das ist noch das am nächsten, was Klima betrifft. Dieser ganz alte Begriff, noch aus meiner frühen Jugend, eigentlich aus den 80er Jahren, der ist wieder ausgegraben worden. Da dürfte irgendein altes Haus geräumt worden sein und die Verlassenschaft durchstöbert worden sein. Die ÖVP hat ihren Klimaschutz mit Hausverstand, darauf kommen wir noch später zu sprechen.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Die NEOS versprechen ein Europa, das dich schützt. Am anderen Ende des politischen Spektrums wird offensichtlich genauso gern geräumt wie ganz rechts, nämlich die KPÖ affischiert Wohnen statt Kanonen. Dazwischen die Grünen plakatieren mein Mehrherz für Europa mit einem Madonnensuchee. Das spricht mir als Ex-Katholik natürlich sehr an. Das ist aber eine sehr kleine Zielgruppe, muss man sagen.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Und die SPÖ verlautet unter anderem Europe first statt made in China. Wo jetzt Parteien wie FPÖ und Grüne, was Klimaschutz betrifft, stehen. Das muss man nicht extra betonen, unabhängig von den Plakaten. Aber Europe first statt made in China, was die Sozialdemokratie unter anderem herausbringt bringt und vertritt.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Andreas Jäger, was lässt Sie dazu sagen? Ist das ein sinnvoller Standpunkt vom Klimaschutz aus gesehen? Vom Klimaschutz, da sieht man wie zweischneidig das mit China ist, eigentlich gar nicht. Weil die Chinesen haben ja die PV-Panelen erst leistbar gemacht. Also die ganze Revolution auf unseren Dächern könnte nicht stattfinden, ohne dass die mit dem Preis runtergekommen und das Ganze von der Produktionshalle hochgebracht haben.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Ähnliches ist zum Beispiel mit den Elektroautos. Die sind ja auch im Moment die einzigen, die man sich leisten kann. Also ich weiß nicht, ob man China in Wirklichkeit brauchen für den Klimaschutz. Das heißt, politisch ist es eine Diktatur, also das ist nichts, was man anstreben sollte. Absolut unsympathisch, ja.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Aber klimatisch, zu sagen made in China ist schlecht, wenn man in Europa die Klimawende zusammenbringen möchte, wäre es schwierig, darauf zu verzichten? Wahrscheinlich ist es für viele Produkte gar nicht möglich, die man aber braucht, um den Klimawandel jetzt rein von der Hardware zu schaffen. Klimaschutz mit Hausverstand klingt sehr heimelig, fast tröstlich, ist aber, glaube ich, wenn man es von der Kostenseite her betrachtet, eher Drohung.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Ja, also mein Prinzip ist Hausverstand, Verstand ist nie schlecht, aber so wie es wahrscheinlich gemeint ist, soll es ja eher suggerieren, dass ja alles so bleibt, wie es ist und man sich nicht stressen muss und man keine Angst haben muss, dass sich irgendwas ändert. Das Problem ist, dass sich halt auf jeden Fall was ändern wird und da passt auch eine Frage dazu, die wir von Nino bekommen haben. Der wollte nämlich wissen.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Erstens, was uns das Nicht-Einhalten des Klimaabkommens an Geld kosten wird, was die Klimaschäden generell kosten, wenn Kipppunkte verpasst werden. Und ja, da zeigt sich dann wirklich, was Hausverstand ist und was nicht, weil die Kosten der Klimakrise, das ist ein Gebiet, das ist nicht untererforscht.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Da gibt es jede Menge Forschung dazu, auf globaler Ebene, genauso wie auf nationaler Ebene. Und jetzt gerade vor kurzem sind da neue Studien rausgekommen. Wenn man es zusammenfassen will, die vielen, vielen Zahlen, Klimakrise ist sehr, sehr teuer. Wir haben jetzt schon ungefähr eine Milliarde Euro pro Jahr in Österreich Kosten für Klimaschäden, also nur als die Klimaschädenkosten, die wir jetzt haben.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Das wird steigen auf 1,7 Milliarden pro Jahr. Wir geben klimaschädliche Subventionen aus, ungefähr 5 Milliarden pro Jahr. Wir haben gesamte andere Kosten irgendwie um die 4, 5 Milliarden pro Jahr. Die Emissionszertifikate, die wir kaufen müssen, wenn wir uns da nicht anstrengen, das macht auch nochmal ungefähr 4 bis 5 Milliarden pro Jahr aus bis 2030. Die mehr kaufen müssen.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Das bedeutet ja, es gibt ja auf Basis dieses Pariser Klimaschutzabkommens Gesetze, die laufend nicht eingehalten werden. Unter anderem deshalb gibt es ja Klimaaktivismus. Aber wenn die nicht eingehalten werden und die Klimaziele nicht erreicht werden, das kostet ja was. Ja, kommt darauf an. Das kann man vielleicht auch wieder anders machen.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Da kann sich die Politik wieder irgendwas rausverhandeln, dass man das doch nicht zahlen muss. Das Problem ist, dass die Klimakrise unabhängig von irgendwelchen Emissionszertifikaten Sachen kaputt macht und Schäden verursacht. Also global schätzt man das auf irgendwas so um die 400 bis 900 Milliarden Euro für die Klimaschäden alleine.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Und es gab eine neue Studie vor kurzem, die ausgerechnet hat. Wie weit oder wie groß die weltweiten Einkommensreduktionen sein werden. Und wenn wir jetzt so Mitte des Jahrhunderts gehen, 2049, was nicht mehr so weit weg ist, das erleben wir wahrscheinlich noch alle, die zumindest hier im Studio stehen, Dann macht das 35 Billionen Euro im Jahr aus, global.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Und in Österreich können wir mit einer Einkommensreduktion von ungefähr 15 Prozent im Osten, also Wien und Niederösterreich rechnen, weil da ist das Flachland, das wird ein bisschen stärker getroffen. In Tirol sind es immer noch minus 8 Prozent und eine Einkommensreduktion so für alle. Im Durchschnitt. Und wenn wir nichts tun und schauen, was in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts passiert, da landen wir dann global bei minus 60 Prozent Einkommensreduktion.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Also der Hausverstand würde eigentlich sagen, wenn wir wissen, und wir wissen das, es wird sehr, sehr teuer, wenn wir nichts tun. Und das, was wir tun, kostet weniger Geld, als das, was wir an Kosten kriegen würden. Dann wäre es eigentlich gescheit, was zu tun, würde mein Hausverstand sagen. Die Ökonomen sagen auch, dass ein immer größerer Anteil der Inflation wird dem Klimawandel geschuldet werden. Das ist ganz einfach zu verstehen.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Zum Beispiel vergangenes Jahr, Spanien, größter Produzent von Olivenöl, hat die halbe Ernte und der Rest von Mittelmeerraum auch. Und deswegen gab es Rekordpreise beim Olivenöl. Das ist wieder der Einkaufskorb drin und das ist ein Inflationstreiber. Also die gehen davon aus, dass in Zukunft mindestens die Hälfte der Inflation rein durch Verknappung auf diesem Sektor ist.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Also das ist ein wirklicher Geldtreiber. Das wird uns das Leben teuer machen. Und dieser Einkommensverlust geht ja unter anderem auch auf Ernteeinbußen zurück, Missernten und die Transportkosten. Ich glaube, der Panama-Kanal funktioniert dann immer mehr so gut wie früher und das macht das alles deutlich teurer. Das ist alles.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Also die kommt darauf an, wie dann die Energie funktioniert. Wenn wir jetzt zum Beispiel Wasserkraft haben, die dann nicht mehr so gut funktioniert, dann muss man ein bisschen anders umbauen. Man muss ganz viele Lieferketten umstellen. Vielleicht viele Produkte werden nicht mehr verfügbar sein oder viel teurer verfügbar sein.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Also wenn, keine Ahnung, wie die große Überschwemmung kommt und die Fabrik weggeschwemmt wird, naja, das ist auch schlecht für die Wirtschaft. Also da kann man sich wirklich aussuchen, wie man es gern haben will, die Katastrophen. Aber am Ende ist das Mantra, das man aus bestimmten Ecken oft hört, Klimaschutz ist schlecht für die Wirtschaft.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Eigentlich sagt einem eigentlich auch der Hausverstand Quatsch, weil die Wirtschaft wird es durchaus gut finden, wenn wir uns besser ums Klima kommen, weil sonst gibt es bald keine Wirtschaft mehr. Ich denke immer wieder, das schönste Beispiel, dass man es wirklich versteht, ist die Wachau. Da hat man viele Millionen in die Hand genommen und hat eine Alu-Verbauung gemacht, die man schnell aufstellt, die Feuerwerk zack, zack, zack, wenn es Hochwasser kommt.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Und beim letzten Hochwasser, ich glaube 2013, das letzte große Hochwasser in Deutschland, schwere Überschwemmung in Wachau, ist davongekommen. Ganz knapp ist es ausgegangen, die Wände haben standgehalten. Damit hat sich diese Millioneninvestition zigfach schon rentiert, wenige Jahre später. Also darum geht es. Das heißt, bei Billigkauf, wir haben es in der letzten Ausgabe schon gesagt, Billigkauf, kauft teuer gilt für den Klimaschutz ganz besonders.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger 0800 226 996 ist die festen Nummer, bei der man anrufen kann. Wir lassen wieder musizieren und machen dann weiter. Alles rund ums Klima. Ruf an oder schick uns deine Fragen über unsere FM4-Social-Media-Kanäle. Musik Der Frederik hat angerufen, hallo Frederik, und dann seine Frage dagelassen. Nämlich die Frage lautet, warum gibt es eigentlich Hybrid-Autos?

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Die beste Frage überhaupt. Die Hybrid-Autos. Ich verbinde das Schlechte von zwei Welten. Das ist viel teurer, weil ich muss Batterie und ich muss sozusagen einen Verbrenner machen. Und das Wichtige ist, es ist ja schon keine Übergangstechnologie mehr, weil die absolut meisten Menschen fahren keine 100 Kilometer am Tag.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Das fährt mittlerweile auch im Hochwinter das billigste Elektroauto. Es gibt wirklich keinen, wenn ich nicht irgendwie Vertreter bin, der 1.000 Kilometer am Tag macht, brauche ich das Zeug nicht. Also es ist, ich habe die Reparaturen, alles was ich habe, es ist für mich eine Übergangstechnologie, die schon vorbei ist.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Übergangen haben wir das schon. Aber ganz am Anfang waren die ja fast ein bisschen tröstlich und aufregend, wie es die ersten Hybridautos gegeben hat. Ja, ja, der Prius, Toyota Prius damals. Stehen geblieben ist, die Taxis sind natürlich oft die ersten modernen Vorzeigeautos, dann war es auf einmal ruhig und dann hat man mit Taxler reden können, hat man nicht reden müssen drüber Ja, das war cool. Über demografische Entwicklungen, sondern über das Auto.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Das war ganz interessant. Das ist noch nicht so viele Jahre her, war aber eigentlich damals schon keine gute Idee. Damals hat es vielleicht, wie gesagt, als Übergang, aber im Grunde, das ist ein darwinistisches Problem. Das kann ich nicht überlegen. Das ist ein ganz kleiner Ast, wo man rückblickend sagt, Schwachsinn.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Das war halt der Versuch, einen Verbrenner am Leben zu halten. Aber brauchen tut das kein Mensch. Die Batterieentwicklung ist so galoppierend, oder? Ja. Das brauche ich einfach nicht mehr. ich kann jetzt um 25.000 ein Auto kaufen, das 400 Kilometer fährt. Und wenn man weiter muss, passt die Frage von Matthias ganz gut, der uns schlicht und kurz fragt, warum nicht endlich einfach Wasserstoff?

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Matthias, aus astronomischer Sicht kann ich sagen, das ist die komplett falsche Frage, weil wenn es wirklich was von Anfang an im Universum gibt, dann Wasserstoff. Also das war wirklich das, mit dem das Universum angefangen hat, vor 14 Milliarden Jahren. Seitdem gibt es Wasserstoff, das ist das häufigste Element im Universum.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Und das Problem ist, und da machen wir jetzt die Frage dann doch wieder klimaspezifischer, das Problem mit dem Wasserstoff ist, dass es zwar sehr häufig ist, das häufigste Atom im ganzen Universum, aber es ist halt auch ein Atom, das einerseits sehr leicht ist, das kleinste Atom, das leichteste Atom.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Und deswegen tut sich die Erde schwer, den Wasserstoff festzuhalten. Also wenn wir da jetzt einen Haufen Wasserstoff in die Atmosphäre der Erde kippen würden, dann würde dieser Wasserstoff irgendwann im Weltall verschwinden. Den Wasserstoff, den wir haben, reichlich auf der Erde, der ist in Molekülen gebunden, zum Beispiel Wasser, da ist ja Wasserstoff drin.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Und wenn wir Wasserstoff für was auch immer haben wollen, müssen wir den Wasserstoff irgendwie rausholen und das braucht einmal irgendeine Art von Energie, weil von selbst kommt er nicht raus. Das heißt, wir müssen den Wasserstoff herstellen und das ist einer der Knackpunkte, der uns davon abhält, den Wasserstoff so zu nutzen, wie wir es wollen, weil andere Energieformen, Erdöl, das braucht man im Prinzip nur ausgraben, Sonnenenergie, die kommt halt einfach vom Himmel, Wasserstoff, der ist nicht so einfach verfügbar, den müssen wir herstellen und da gibt es einige Probleme, über die der Andreas sicherlich mehr erzählen kann.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Naja, also beim Wasserstoff, am Ende ist das rückstandslos. Also Wasser bleibt dann übrig, wenn das Auto dann fährt. Das ist ja super. Von dem her habe ich kein Problem. Aber ich kann einfach nicht daran glauben, dass es funktionieren soll. Ich habe überall Strom, wenn Elektroautos sind. Ich habe überall Strom.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Ich kann mit Lichtstrom ein Elektroautoladen. Dauert halt lang. Ja, aber das geht. Das ist überhaupt kein Problem. Aber ich habe nirgends Wasserstoff. Ich muss das Ding irgendwo hinkriegen. Es ist extrem flüchtig. Ich habe zum Beispiel ein Wasserstoffauto 700 Bar. Jetzt muss ich auf der Tankstelle den Wasserstoff hochkriegen, zusammendrücken auf 900 Bar, damit ich den Tank überhaupt befüllen kann.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Jetzt kommt es über die Erdgasleitung der Wasserstoff. Da hat er vielleicht 40, 50 Bar, so was man so hört. Also da muss ich ihn an der Tankstelle auf 900 kriegen. Es gibt praktisch keine... Mit grünem Wasserstoff. Also woher soll da viel Wasserstoff kommen? Wenn man es komprimiert und dann wieder aufwärmen muss, abkühlen muss, das heißt, wenn man es komprimiert, wird es heiß, muss man es kühlen.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Wenn man es wieder aufwärmt, braucht man Energie. Das heißt, die Energieverluste bei der Aufbereitung sind derartige Norm? Ich glaube schon, dass das enorm ist. Und ich glaube, dort, wo es 100-prozentig, wo wir den Wasserstoff brauchen, ist natürlich zum Beispiel in der Stahlindustrie. Wie sollen die, also die, die arbeiten. Und das macht auch Sinn.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Also ich glaube, wir müssen den Wasserstoff dort einsetzen, wo man wirklich braucht. Ich sehe ihn weniger, vielleicht auch von mir aus bei Schiffen oder irgendwie sowas, aber Personenverkehrungen, also PKWs sowieso nicht und auch LKW. Der Zug ist abgefahren, es gibt elektrische LKWs, die fahren wie die Hölle.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Es ist halt praktisch, Wasserstoff zu propagieren, zumindestens für diejenigen, die auch jetzt schon gut im Geschäft sind, so große Energieträger von A nach B zu pumpen in Pipelines oder sowas. Oder ja, viel Wasserstoff kann man ja auch aus Erdgas herstellen und dann kann ich irgendwie mein Erdgas weiterverkaufen.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Ja, aber man kann es entsprechend verkaufen. Also es wundert mich nicht, dass Wasserstoff so propagiert wird, weil er halt so aussieht, als müsste man jetzt dann, könnte man die Welt so weiterlaufen lassen wie bisher, oder dass man statt Benzin irgendwas anderes irgendwo hintankt. Das wäre halt schön.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Und übrigens, dass die Entwicklung weggeht, sieht man die Zillertaler, die wollten unbedingt die Zillertalbahnstrom machen, sie selber mit Wasserstoff betreiben. Das Unternehmen ist ein paar Jahre lang groß diskutiert worden, das haben sie jetzt aufgegeben, das wird ein Elektrolog. Soviel zum Thema. Und ich muss am Ende doch noch vielleicht eine Lanze für das Hybridauto brechen, zumindest für ein einziges. Ich bin nicht gespannt. Ein einziges konkretes Hybridauto.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Mein Nachbar hat sowas und der fährt oft gerne früh morgens los mit dem Auto und wacht es dann netterweise beim Ausparken mit dem Elektroantrieb, was ich super finde, weil der Parkplatz genau zum Schlafzimmer geht. Das heißt, ich wache dann morgens nicht so früh auf, weil das Hybridauto leise elektrisch rausfährt. Also das ist ein Anwendungsfall, den finde ich sehr, sehr gut.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Da haben wir doch noch ein Beispiel gefunden, wo Hybridautos sie wirklich auszahlen. 0800 226 69 ist die Telefonnummer, wo man es weiterhin erreichen kann. auch während der Musik. Mother, did I make you proud? Schon eine kleine Vorbereitung auf den Muttertag, wo ja oft das Frühstück vorbereitet wird.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Und zumindest einigermaßen thematisch sind wir jetzt mit dem nächsten Thema in der Nähe, nämlich wie bringt man Ozeane zum Kochen? Wir in unserer aktuellen Live-Show Planet B beantworten das so, wenn man das ganze Leben, das gesamte Leben auf der Erde ausradieren möchte, muss man einfach nur einen großen Asteroiden zeitgerecht auf der Erde einschlagen lassen.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Dann kochen alle Weltmeere und dann ist es wirklich mit dem Leben auf der Erde vorbei. nicht nur mit Höhe entwickeltem Leben, aber Andreas Jäger. Es gibt noch eine zuverlässigere Methode, die mit höherer Wahrscheinlichkeit kommt als der Asteroid. Ja, aber wirklich Ozeane zum Kochen bringen, weil die kann man wärmer machen, aber Kochen ist ja schon weit entfernt von 25 Grad.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Es gibt eine verrückte Methode, wie wir die Lufttemperatur da draußen, die mittlere der Erde, also die Atmosphäre auf 100 Grad kriegen. Und zwar wie? Über Abwärme. Ab Wärme? Also das, was jetzt bei jedem Vorgang, wenn man geht, kocht, was er immer macht? Also wenn wir Auto fahren zum Beispiel, dann das ist ja ein fahrender Ofen.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Also zwei Drittel geht ja sozusagen in Wärme gleich weg, nur ein Drittel geht in Bewegung. Und das wärmt die Luft. Und das wärmt die Luft. Und das ist bis jetzt sozusagen in einem absolut verträglichen, das maximale Zehntel vom Treibhauseffekt, den die Zunahme des CO2 und so weiter hat. Also noch nicht wirklich wirksam. Und so habe ich auch gelernt früher.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Na, das, was wir produzieren, ein Wärmefossil, das ist wurscht, das macht das, ist kein Problem. Aber wir haben ja exponentielles Wachstum der Wirtschaft. Wenn man sich das gedanklich weiterrechnet, dann sind wir in 400 Jahren wärmer. So weit ist es gar nicht möglich, dass das passiert. Aber wenn das exponentielle Wachsen des Energiebedarfs und wir würden den Fossil decken zum Beispiel, dann hätten wir in 400 Jahren kochende Ozeane.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Und das Gemeine ist, das gilt natürlich auch für Fusion. Also Kernfusion kann uns da gar nicht retten, weil die natürlich auch eine Abwärme ist, die nicht da ist. Die einzige Abwärme, die eingepreist ist in dem System, ist alles, was von der Sonne kommt. Das heißt direkt die Sonne, das heißt Wind, das heißt Biomasse oder Wasserkraft.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Das ist Energie, die hat auch Abwärme, aber die wäre sowieso da gewesen. Die kommt nur zeitverzögert wieder raus. Ich weiß nicht, ob man das jetzt versteht. Ja, das heißt, das ist zusätzlich ein Beitrag zur Erderwärmung, zur Atmosphärenerwärmung, zu den Treibhausgasen, die halt jetzt dominant sind und deshalb fällt das nicht so auf.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Aber wenn man andere Energieformen einsetzt, wie zum Beispiel die Kernfusion. Von der ja immer gerne gesagt wird, dann sind alle Probleme gelöst, also dann kann man nicht nur so weiterleben, wie man jetzt leben, sondern dann kann man es überhaupt krachen lassen. Wenn das wirklich gelingen sollte, dann kommt noch mehr Wärme dazu, aber gelingt es auch wirklich?

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Weil da gibt es ja diesen alten Witz zur Kernfusion, dass wann immer man fragt, in 50 Jahren ist es soweit. Ja, ist zu Recht da der Witz, weil die Kernfusion vielversprechend angefangen hat und dann stark nachlassen. Also sehr früh haben wir schon Kernfusionen geschafft im Labor und dann haben wir gedacht, so jetzt müssen wir es nur noch raufskalieren und dann wird die Energie so viel und so billig sein, dass wir uns nie wieder Gedanken machen müssen, aber ist halt nicht passiert.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Wir kriegen auch jetzt immer wieder Nachrichten, die von Durchbrüchen bei der Kernfusion reden und durchaus zu Recht, also da passiert in der Forschung sehr, sehr viel. Wir verstehen immer wieder besser, wie wir das hinkriegen können mit der Kernfusion eben im künstlichen Maßstäben, im künstlichen Reaktoren.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Das schaffen wir. Das Problem ist, dass das halt immer gern entweder falsch verstanden oder instrumentalisiert wird als, naja, dann haben wir jetzt bald die Kernfusion, dann brauchen wir uns nicht mehr mit diesen ganzen nervigen Solar- und Windkraft rumschlagen, dann können wir einfach direkt auf Kernfusion umsteigen und dann bleibt alles so, wie es ist. Also das ist eine beliebte Erzählung.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Problem an der Sache ist, dass nur weil etwas im Labor funktioniert oder nur weil etwas in einem künstlichen Fusionsreaktor funktioniert, heißt es noch lange nicht, dass ich da irgendwo jetzt meinen Toaster einstecken kann in das Labor dort. Also selbst wenn die Durchbrüche so weitergehen, dann dauert es noch lange, bis man so weit ist, dass man da wirklich eine wirtschaftliche Stromproduktion rauskriegt.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Man muss zuerst einmal die Grundlagenforschung fertig kriegen. Man muss verlässlich die Kernfusion langfristig oder lang genug zum Laufen kriegen. Das sind wir noch nicht. Das sind wir vielleicht kurz davor, aber das sind wir noch nicht. Dann muss man zeigen, dass man mit dieser Technik auch ein echtes Kraftwerk bauen kann.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Und dann, wenn man das demonstriert, dann kann man sagen, okay, jetzt können wir tatsächlich Kraftwerke bauen. Und die Kernfusionskraftwerke, das sind ja auch keine kleinen Dinge. Also das dauert dann auch lang, bis so ein Teil irgendwo hingestellt wird. Das geht nicht so schnell wie ein Windrad. Das heißt, ja, wenn ich jetzt schätzen müsste, würde ich sagen, ja, ungefähr 50 Jahre dauert es noch.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Aber es ist am Ende dann wieder eine Wärmekraftmaschine, ne? Ja, sowieso, ja. Ja, also damit habe ich das, was ich gemeint habe, dann habe ich wieder eine Erwärmung der Atmosphäre und wenn die Kurve so weitergeht, dann ist das, was wir in Abwärmen erzeugen, jetzt schon. Fossil oder sei es dann, was auch immer, Kernfusion, dann sind wir in 150 Jahren schon dort, dass das, was wir in Abwärmen produzieren, so viel Energie ist, wie die Sonne zu uns bringt.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Man muss ja die Abwärmen nicht in die Flüsse ableiten und in die Atmosphäre entlassen. Was tust du mit dir? Da gibt es ja diesen, auch ein Witz aus unserem Programm, DCM zur Rettung der Welt, natürlich nicht das, was fälschlicherweise als Medizin bezeichnet wird und halt esoterischer Quatsch ist, aber das ist thermochemische Maßnahmen, thermochemische irgendwas, wo man halt versucht, Abwärme zu binden und transportierbar zu machen als Feststoff, als Flüssigkeit und dann kann man sie, wo man sie braucht, wo man sie hin transportiert hat. So wie beim Kalklöschen im Wesentlichen.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Einmal die Hitze raus, einmal die Hitze rein. Da gibt es ja Forschung. Peter Weinberger, Chemiker bei uns bei den Science Pastors und auf der TU Wien, der forscht da wie viele mit Universitäten auf der ganzen Welt. Ist nur Grundlagenforschung, aber die forschen dann schon relativ weit mit den Substanzen. Aber es gibt halt.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Viel Interesse, sagt er, wenn er auf Konferenzen und auf Messen ist, am Wasserstoff und relativ wenig an TCM, also wissenschaftliches TCM jetzt, aber das wäre ja eine Lösung für diese Abwärme. Oder ist es so, wie man jetzt schon bei diesem Carbon Capturing ist, was noch utopisch ist, also utopisch, also was noch überhaupt nicht funktioniert, aber was wir irgendwann einmal brauchen werden, weil es zu viel CO2 in der Atmosphäre gibt, kann man irgendwann einmal auch nicht mehr drumherum, die Abwärme wieder einzufangen.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Wenn wir so weitermachen schon. Da ist eben die Frage, ob die Wirtschaft überhaupt noch dieses exponentielle Wachstum so lange durchhält. Der Ursprung war der Limit of Growth, dass man diese Arbeit aus den 70ern sozusagen jetzt aktualisiert hat, gerade jetzt vor wenigen Monaten, und da eben gesagt hat, wo ein Physiker das macht, und der sagt, schau dir mal, das ewige Wachstum geht es nicht aus.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Du hast überall irgendwo eine Grenze. Zum Beispiel ein Beispiel ist Lichterzeugung. Also da sieht er, ich weiß gar nicht mehr wo, aber auch das hat eine Grenze, wo man sieht, wie die Technologien sich, wie die Lichterzeugung immer besser geworden und nicht mehr wenig Energie braucht hat, aber du bist irgendwann an einem Limit.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Und dann sind die Grenzen des Wachstums erreicht und dann können wir nicht mehr exponentiell wachsen. Aber ich habe eine Lösung, sowohl für das Weiterführen des exponentiellen Wachstums als auch für die Kernfusion, als auch für die Abwärme. Wir müssen einfach nur durch die Kernfusion bereitgestellten Energie Raumschiffe betreiben.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Dann können wir ins Weltall fliegen, dann können wir erstens an den Weltall. Weltallsolarstationen bauen und unser Energieproblem auf der Erde lösen und die Abwärme binden wir irgendwo chemisch in Gestein und das Gestein fliegen wir mit Raketen zum Mars. Dann wird der warm, dann kann man den Mars terraformen und dann haben wir einen zweiten Planeten, wo wir nochmal Wirtschaft aufbauen können und dann geht das exponentielle Wachstum auch weiter.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Klimaschutz mit Hausverstand und Technologieoffenheit. Schöner kann man es eigentlich kaum vermählen. 0800 226 916 ist die Telefonnummer. Es gibt jetzt wieder Musik und dann die nächste Frage und die nächste Antworten. Deine Frage an die ScienceBusters via WhatsApp. 0664 828 4444 Und der Robert hat die Nummer gewählt und uns auch erreicht und ist jetzt in der Leitung. Hallo Robert.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Ja, hallo, grüß euch. Bitte sehr, deine Frage live auf FM4 und die beiden Herrschaften werden versuchen, sie zu beantworten. Ja, genau. Es geht um Terra Brita, um die Schwarzerde. Ob das nicht unser Klima retten könnte und auch den Ernährungsmangel auf der ganzen Welt. Danke für die Frage. Also eins kann ich glaube ich vorweg schicken.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Eine Maßnahme wird das Klima nicht retten. Also soweit ist immer die Grundvoraussetzung, so wie bei in der Corona-Zeit immer gesagt, wir diskutieren nicht darüber, ob Impfen sinnvoll ist oder nicht. Das steht längst fest, so steht längst fest. Eine Maßnahme wird das nicht machen, aber es ist tatsächlich offensichtlich eine von vielen guten Ideen, oder Andreas Liger? Eindeutig.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Am Ende, Thera Preta ist Schwarzerde. Im Amazonas, die Indianer, wir haben das über Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende selber gemacht und da hat man einfach das restliche Holz von den Lagerfeuern, das ist Holzkohle, das ist quasi konzentrierter Kohlenstoff, den hat man mit Dung von Mensch und Tier vermischt und das Ganze ausgebracht.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Und dann hat sich da Schwarzerde aufgebaut, fruchtbarste Schwarzerde, extrem begehrt. Also da kann man sich zwei, drei Meter tief in die Erde graben. Und das ist im Dschungel nicht normal. Diese Erde im Amazonas ist extrem ausgelaugt. Und da hat man auch teilweise 30 Prozent mehr Ernteertrag. Das hat so normalen Ackerböden und hat auch viel weniger Erosion am Ackerboden, weil das viel besser bildet.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Also das Problem, wenn das Holzkohle ist, irgendwann geht man das Zeug aus, das ich verbrennen kann und den Amazonas abbrennen, dass wir schon eine Erde kriegen, das ist vielleicht auch nicht die optimale Lösung. Nein, nein, du könntest, nein, das gar nicht, du kannst sozusagen aus unserem Holzkreislauf, den wir haben, also wenn du einen Baum umsägst, ist ja nur ein Bruchteil, ein Fünftel oder Sechstel, ist jetzt wirklich, kannst du ein Brett, aus dem du dann einen Boden oder einen Stuhl machst, der Rest ist irrsinnig viel Abfallholz und wenn du das nicht 100% verbrennst.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Sondern eben was übrig lässt, das könnte Holzkohl sein. Ja, wenn du das pass machst. Der Slogan ist dann Brett und Bräter. Ja, genau, Brett und Bräter. Also das könnte man, in unserer Holzindustrie wäre das, dass man eben nicht das komplett verbrennt, sondern aus einem Teil Holzkohle macht und dann hättest du einen ständigen Kreislauf, wo du ständig Kohlenstoff aus der Atmosphäre schaffst, aber gleichzeitig Humus aufbaust.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Und Humus ist immer Leben. In einer Handvoll Humus sind immer 8 bis 10 Milliarden Lebewesen drin und Lebewesen sind kohlenstoffbasiert. Das heißt, in dem Moment, wo du Humus aufbaust, geht immer auch Kohlenstoff aus der Atmosphäre raus. Und man kann tierische sowie tierische und pflanzliche Abfälle, also jegliche organische Abfälle kommen auf Wenden, auch zur Therapeutererzeugung. Muss man sogar.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Also die Holzkohle, die saugt richtig, die will richtig Nährstoffe aufnehmen. Also diese gewaltigen Mengen an Jauche, die es gibt, die braucht man dafür? Ja, die braucht man. Wenn ich die Holzkohle einfach nur austrage, dann wird sie sozusagen den Boden sogar, die Nährstoffe aus dem Boden saugen. Wenn ich allerdings die Holzkohle anreichere mit Jauche, mit Mist, mit allem Möglichen, von Mensch und Tier, dann ist die geladen mit Nährstoffen und dann wirkt sie erst. Aber komplett.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Aber da ist es auch wichtig, dass die Flüssigkeit abfließen kann. Also das könnte man auch zum Beispiel auch verwenden im Stall, dass man auch die Experimente eben trennt von den Flüssigkeiten und dadurch kann man viel besseren Boden erzeugen. Weil der dann auch nicht übersäuert ist. Ja, das mag möglich sein. Auf jeden Fall ist da wirklich sehr viel machbar.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Man muss sich nämlich vorstellen, im Humus, den ganzen Humusböden der Welt, ist, ich glaube, doppelt so viel Kohlenstoff gespeichert wie sonst in der Biomasse in den Ländern. Genau, da geht es ja auch um die Klimawahl. Wir haben ja in den vergangenen 100 Jahren Böden immer abgebaut. Das heißt, die Böden waren netto eine Quelle für Kohlenstoff.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Und wenn wir Böden wieder aufbauen, sind wir das hängen. In den IPCC-Berechnungen ist das drin, einberechnet. Ja, du hast alles mit dabei, ja. Also die IPCC, die Berechnungen funktionieren nur, wenn die Landwirtschaft irgendwann von der Quelle, 11 Prozent derzeit in Österreich, zur Senke wird. Und das geht über Humusaufbau. Und durch die Kohle hat man, Entschuldigung, auch eine viel höhere Wasserspeicherfähigkeit, weil die Oberfläche natürlich viel größer ist.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Das heißt, die Böden trocknen auch nicht so schnell aus und können auch viel mehr Flüssigkeit aufnehmen. Gerade in so Zeiten wie Sturzfluten. Absolut richtig. Es ist ja nichts anderes als Holzkohle, die man vom Grillen kennt. Und das ist ja federleicht, das ist extrem porös. Also das saugt auch richtig Wasser auf.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Und damit ist es genau richtig, was du gesagt hast, dass wenn es regnet, das sich aufsaugt und dann viel später, wenn es trocken ist, sozusagen die Feuchtigkeit wieder abgeben kann. Das klingt alles sehr vielversprechend und derer Präter ist so weit ein freundlicher Name. Aber was bedeutet denn jetzt in der Praxis?

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Ich habe jetzt keinen Bauernhof, aber sagen wir mal, ich wäre Landwirt und hätte einen Bauernhof und würde gerne umstellen wollen auf so einem Feld, wo ich Jauche ausbringe und diese Holzkohle, da kann ich was anbauen sofort oder das muss man eine Zeit lang liegen lassen und dann kann man erst nach ein paar Jahren das wieder bewirtschaften.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Aber was bedeutet das konkret? Also konkret bedeutet es, dass du das so machen kannst grundsätzlich, aber du musst schauen, was du eigentlich für einen Boden hast. Es ist im Moment ein extremer Gegenstand der Forschung. Also es passiert da wirklich sehr, sehr viel, weil es so viel Hoffnung macht. Und es machen viele Privatgärtner, weil du kannst es wirklich zu Hause selber machen.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Ich habe es auch am Balkon gemacht, zum Beispiel nur aus Kompost und Kohle und effektiven Mikroorganismen. Was viele nicht wissen, Kompost zum Beispiel, ist schon, also wenn du ein Biomasse ein Stück Holz einmal verrotten lässt, dann ist der Kohlenstoff wieder in der Luft. Wenn du das kompostierst, wird schon die Hälfte des Kohlenstoffs gehalten.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Da brauche ich gar keine Pflanzenkohle dazu. Also das ist wirklich ein ganz großer Schlüssel. Im Wirklichkeit kann das jeder machen. Ja, mit jeder Zwiebel, die man zu Hause hat und schält, das kann man wieder am Balkon oder am Fenster breit austragen und damit kann man das Klima schützen. Das kann jeder zu Hause machen. Aber das ist gut, wenn es im großen Stil funktionieren würde.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Da sagst du, Andreas, es ist noch viel Forschung im Gange, aber irgendwann einmal wird das ganz normal sein. Also das ist nicht wie Kernfusion. Also das ist absolut jetzt schon möglich. Also es geht ja nur darum, genau zu schauen, welche Böden man hat und was dann die, also muss man schon ausprobieren.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Wir haben komplett unterschiedliche Böden, das ist ja nicht wie am Amazonas. Das heißt, wenn man keinen Balkon hat, so wie der Robert, kann man es im Wohnzimmer machen. Ja, genau, dann baust du da deinen eigenen Therapeuta-Dschungel. Genau, am Insta-Brett funktioniert es auch super. Oder eben auf den Feldern. Danke vielmals, Robert, für deine Frage.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Danke, Andreas Jäger, für die Antwort. Wir musizieren jetzt noch einmal. Servus. Schönen Tag. War meine wahre Freude. Uns auch. Danke vielmals. Es gibt wieder Musik. 0800 226 996. Ein bis maximal zwei Fragen gehen sie nach Hause. Und dann war es das für vor dem Sommer. FM4. Science Busters. Live. Alles rund ums Klima.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Am Ende beantworten wir die anfangs angetieste Frage, welches Sternzeichen hat die Klimakrise? Ist natürlich ein bisschen kolportagenhaft aufgepauscht, aber man kann dazu was sagen. Man kann dazu was sagen, also nicht zum Sternzeichen, darum geht es nicht. Aber es gab tatsächlich in den letzten Wochen zwei Nachrichten, zwei Forschungsarbeiten, die sich mit dem Einfluss der Sterne und Planeten auf das Klima der Erde beschäftigen.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Und das klingt natürlich dubios, weil Sterne sind weit weg, die anderen Planeten sind weit weg. Wie sollen die einen Einfluss auf das Klima der Erde haben? Aber wenn man sich anschaut, was da tatsächlich untersucht worden ist, ist es recht spannend. Also vorausgesetzt, es hat nichts mit dem zu tun, was jetzt gerade passiert.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Also diese Arbeit beschäftigt sich nicht mit der aktuellen Klimakrise. Da wissen wir ja sehr, sehr deutlich, dass das vom Menschen verursacht ist und dass da weder die Sonne verantwortlich ist dafür, noch irgendein anderer Stern, noch irgendein anderer Planet, das wissen wir. Aber wenn wir die Klimakrise verstehen wollen, dann müssen wir auch das Klima in seiner Gesamtheit verstehen und dann müssen wir alle Einflüsse kennen, die das Klima auf welche Art auch immer beeinflussen können.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Und vor allem müssen wir auch wissen, wie die Erde selbst sich bewegt im Laufe der Zeit, weil der Abstand zwischen Erde und Sonne, der ist ja nicht fix, der kann sich ändern, der kann sich auch im Laufe eines Jahres ändern. Aktuell ist die Erdbahn so geschaffen, dass dieser Unterschied sehr gering ist. Ja.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Es gibt quasi keinen relevanten Einschluss, aber die Erdbahn kann sich ändern. Dass die Erde zum Beispiel dann im Sommer deutlich näher an der Sonne ist als im Winter. Und wenn dann die Erdachse, die ja auch nicht fix ist, sich verändert, dann kann es auch Einfluss haben. Also das kennt man unter dem Schlagwort Milankovic-Zyklen. Das sind so Jahrzehntausende, Jahrhunderttausende dauernde Zyklen, wo die Menge an Sonnenstrahlung größer und kleiner wird.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Und sowas können wir einerseits messen in Form von den Daten. Bohrkernen und so weiter, die uns zeigen, dass es der Eiszeiten gegeben hat. Aber wir würden auch gern die astronomischen Ursachen verstehen und das Ganze mit numerischen Simulationen abgleichen. Wir können ja nicht in der Zeit zurückschauen, wie das Sonnensystem ausgeschaut hat in der Vergangenheit.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Das heißt, wir müssen das in den Computer stecken, Supercomputer, darum brauchen wir die auch, und dann die entsprechende Simulationen machen, um zu schauen, wie sich das bewegt hat. Das können wir nur mit einer gewissen Genauigkeit, weil halt so viele Störungen sind von außen. Irgendwann werden die Störungen im System so groß, dass wir das nicht mehr genau genug berechnen können.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Und in dieser einen Arbeit hat man sich eben angeschaut, welchen Einfluss in der Nähe des Sonnensystems vorbeifliegende Sterne haben. Also die Nähe, also ein, zwei Lichtjahre vielleicht vorbeikommen und hat festgestellt, die haben tatsächlich einen Einfluss, der groß genug ist. Dass wir unsere Prognosezeit über die Beschaffenheit der Erdbahn so um ungefähr 10 Millionen Jahre verkürzen müssen.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Also wir wissen quasi dank dem Einfluss der Sterne nicht ganz so lang genau über das Klima bescheiden. Und beim Mars ist es so ähnlich. Auch die Bewegung des Mars kann sehr, sehr langfristig betrachtet die Bahnen der Erde verwenden. Das ist jetzt mathematisch sehr kompliziert, darum sage ich es jetzt auch nicht im Detail. Aber im Wesentlichen geht es um die Bewegung des Mars, die Bewegung der Erde.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Wenn die auf bestimmte Art und Weise übereinstimmen, dann kann es Resonanzeffekte geben und dann können sich da so im Laufe von Millionen Jahren Gravitative Effekte ergeben, wo dann auch die Erdbahn größer, kleiner wird, mehr oder weniger erhöht. Lang gestreckt wird und das kann auch zu Temperaturänderungen auf der Erde führen.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Weil die Erde dann weiter weg von der Sonne ist, durch diese Ablenkung, durch den Mars? Das ist die Grundursache, die genaue Ursache ist ein bisschen komplizierter. Das hängt dann eben auch mit der Erdachse zusammen, wie die gerade steht. Aber im Wesentlichen natürlich kommt es auf den Abstand zwischen Erde und Sonne drauf an. Und das macht einen Unterschied.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Und den Unterschied, ja, über Millionen Jahre hinweg kann man den untersuchen, kann man messen, kann es auch abgleichen mit realen Daten aus Sedimenten, Bohrkern und so weiter. Dann sieht tatsächlich ja, dass auf so langen Skalen gibt es tatsächlich auch Einfluss von der Bewegung anderer Himmelskörper auf das Klima der Erde.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Was aber wie gesagt, nichts daran ändert, dass wir uns jetzt um die Klimakrise, die wir selbst vorgesagt haben, kümmern müssen. Weil das ist ja eine gern genommene Ausrede. Klimawandel hat es immer gegeben. Gibt es diese Milankovic-Zyklen, wer den Namen einmal gemerkt hat, der wird den immer wieder einbringen, wenn er eine Ausrede sucht.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Aber das sind natürlich Zeitskalen. Himmelskörper brauchen, so derartig lang für Temperaturänderungen. Das sind ja die totalen Loser im Vergleich zu uns Menschen. Ja, und selbst wenn es nicht so wäre, es ist nicht so, die Klimakrise haben wir selbst gemacht, aber selbst wenn es nicht so wäre, was ist das für ein Argument?

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Das geht früher, das Klima auch geändert, darum kann es uns wurscht sein, dass es sich jetzt ändert. Nein, das ist ganz, wie ich sage, es haben auch früher schon Häuser gebrannt, warum soll ich jetzt die Feuerwehr rufen, wenn es jetzt brennt? Also das hat ja überhaupt keinen logischen Zusammenhang. Also egal, wie man es betrachtet, dieses früher war es auch so Argument ist kein Argument, das ist nur Quanten. Und die Sternengeschichte geht so schleichend langsam, dass das einfach nicht in diesem Sinne funktioniert.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Das Einzige, was wirklich relevant wäre, wären wirklich ganz starke Vulkanausbrüche, solche Sachen. Da könnte man sagen, das hat dann einen Impact und das meistens auch nur für ein paar Jahre. Hat aber nichts mit Sternen zu tun, Tom, weil mich als Astronom nicht beschäftigt damit. Wir kommen nicht drum herum. Wie immer wir es machen, wir müssen unser Leben ändern, wir müssen ein Teil des Systems ändern.

Martin Puntigam Florian Freistetter, Andreas Jäger Man kann weder mit Kernfusion noch mit dem Himmelskörper Aber noch mit Horoskopen kann man so weitermachen wie bisher, wenn wir einigermaßen die Erde belebbar halten wollen für möglichst viele Menschen, muss sie eigentlich relativ schnell relativ viel ändern.

Martin_Puntigam Das war Ausgabe 110 des Podcasts. Abschließend wie immer noch die Parteienverkehre. Momentan ist noch Sommerpause. Die nächsten Auftritte gibt es erst wieder im September. Wann genau, bitte nachhören am Ende von Ausgabe 108. Wir sind allerdings nicht ganz untätig im Sommer, sondern jeden Dienstag auf ORF 2 zu sehen.

Martin_Puntigam In Studio 2 am Nachmittag immer einmal Wissenschaft plus Experiment. Am 1. und 29. Juli war Martin Moder zu Gast, am 8. Juli Ruth Grützbach und am 15. Juli Elisabeth Oberzaucher. Das kann man auf ORF ON nachschauen und zwar weltweit. Das nächste Mal morgen am 5. August ist wieder Martin Moder zu Gast, dann am 12. und 19. Florian Freistädter, am 26.

Martin_Puntigam Juli Peter Weinberger und ich beschließe den Reigen am 2. September. Ebenfalls den ganzen Sommer und noch bis September, jeden Samstag und auch Montag in der Morningshow von FM4 gibt es die diesjährige Sommerserie der FM4 Science Busters. Helmut Jungwirth und ich beschäftigen uns mit der Wissenschaft des Urlaubs.

Martin_Puntigam Online nachzuhören auf ORF Sound. So, und jetzt noch die Auflösung des Hörbuch-Teasers. Am 14. Oktober erscheint im Hansa Verlag unser neues Buch aus, die Wissenschaft vom Ende, in dem wir besprechen, was wann enden kann, das Universum, die Milchstraße, das Sonnensystem, die Wurst und vieles mehr und was aber nicht und nicht zu Ende gehen will.

Martin_Puntigam Long Covid, strahlender Atommüll, Ewigkeitschemikalien und die Unendlichkeit, von der es sogar unendlich viele gibt. Mit einem Vorspiel im Himmel und einem Nachspiel in der Hölle und natürlich dazwischen noch viel, viel mehr. Zeitgleich erscheint auch das neue Hörbuch, gleichen Namens, das diesmal gelesen wird von Ralf Kaspers.

Martin_Puntigam Den haben wir im Rahmen der Verleihung des Heinz-Oberhommer-Awards vor zwei Jahren kennengelernt. Er kann sehr gut Hörbücher lesen, deshalb haben wir ihn gefragt und erfreulicherweise hat er sich nicht lange geziert. Erscheinen wird das Hörbuch wie immer im Hörverlag. Danke an die TU Wien und die Uni Graz für die Unterstützung bei der Produktion des Podcasts.

Martin_Puntigam Schönen Sommer noch und bis Ausgabe 111.

0:00 / 0:00