Situs Inversus – Der Vorklinik-Podcast

HIS Herz, Kreislauf + Atmung

Dienstag, 25. Mai 2021 · 34 min

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Shownotes

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HISTO 7: Herzstück
- Von Luft und Liebe allein kann man zwar nicht leben, aber es ist doch schonmal ein guter Anfang.
Wir starten bei den spezifischen Geweben nämlich direkt mit dem Herzstück des Körpers: dem Herz-Kreislauf-System. Blutgefäße entdeckt man ja sowieso auf fast jedem Schnitt - da kann man in Prüfungen immer punkten. Dazu geht es noch um die zwei Organe, die den Laden am Laufen halten: Herz und Lunge. Wir bemühen uns wieder mit Herz und Seele, die Zusammenhänge zwischen Struktur und Funktion hervorzuheben, sodass ihr euch am Ende bestens mit der Histologie von Atmung und Kreislauf auskennt!

Kapitel:
() - Gefäße
() - Herz
() - Atemwege

Hier findet ihr nochmal die passenden Folgen zur makroskopischen Anatomie des Herz (tinyurl.com/ana-situs-5), der Lunge (tinyurl.com/ana-situs-6) und der Gefäße zum Wiederholen :)

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Und ganz vereinfacht oder ganz valopp gesagt, da wo der Gas austauscht ist, wollen wir keinen Rotz haben.

Moin Moin, liebe Freunde, bleiben wir dabei. Heute geht's weiter. Die erste Folge, wo es jetzt wirklich zu Sachen geht, die erste Folge, wo es um konkrete Organsysteme geht. Wir möchten heute, wie hätten wir es genannt, das Sauerstoffatom Otto oder so, wieder durch den Körper begleiten, quasi ähnlich wie in Makro und diesmal in kleiner.

Und es geht heute um das System, was uns quasi am Leben hält, was uns den Sauerstoff rein und das Kohlendioxid rausklöppelt. Quasi Gefäße, Herz und Atmung. Fangen wir mit den Gefäßen an, quasi als größtes von den Organsystemen und schauen uns mal an, wie man die denn so archistologisch einteilen und verscheiden kann.

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unknown Das war's schon.

Ja, hi, grüße euch erstmal. Ich bin froh, dass ich wieder dabei bin. Genau, ich habe ja die Kreislauffolge auch schon in der Marko gemacht, bin jetzt mit dem Tim noch heute da und wir fangen jetzt direkt mal an, ohne groß drumherum zu reden. Und zwar mit dem allgemeinen Aufbau von Blutgefäßen. Und zwar haben wir da die Tunika von innen nach außen, die Tunica intima, die Media und Adventicia, die vereinfacht gesagt erstmal aus Endothel, Glattermuskulatur und Bindegewebe bestehen.

Die Tunica intima, konkret, ist aus Endothel und subendotelialem Bindegewebe. Die Membrana elastica interna ist da noch, die ist sehr wichtig, die sieht man auch histologisch sehr häufig. Dann gibt es die Tunica media, hauptsächlich aus glattamuskulatur bestehend und hat auch eben die Membrana elastica externa.

Und dann gibt es noch die Tunica Adventitia, die hauptsächlich Gefäße hat, die im Prinzip das Gefäß selbst versorgen. Also Vasa und auch Nervi, Vasorum und Lymphgefäße.

Ja, traumhaft. Dann hat Sumia jetzt schon das Nothel angesprochen. Das Nothel selbst ist im Grunde ein spezialisiertes Epithel. Das bildet die innere Gefäßoberfläche und die Nothelzellen sind über bestimmte Zell-Zell-Kontakte, nämlich die Arterienskontakte und Tide-Junctions miteinander verbunden. Zum Teil findet man auch Gap-Junctions, worüber die Endothelzellen miteinander und auch mit den glatten Muskelzellen kommunizieren können.

Außerdem haben wir wieder wie bei einem Epithel übrig, eine Basalmembran.

Man erinnert sich, hatten wir schon ein paar Folgen hier, aber Epithel, quasi ist eigentlich das klassische Platte oder Platenepithel. Mehr oder weniger.

Ja. Halt ein flaches Epithel, genau. Letztendlich, wie gesagt, es gibt vor allem auch Tide-Junctions, was natürlich wichtig ist, weil hier eine Diffusionsbarriere wieder aufgebaut wird, wodurch große Moleküle nicht einfach aus dem Gefäß heraustreten können. Und insbesondere Zellen werden natürlich im Gefäß drin gehalten.

Das Endothel hat aber auch die Funktion, dass bestimmte Blutzellen am Endothel hängenbleiben können. Das ist insbesondere wichtig, wenn beispielsweise Lymphozyten, also Zellen der Immunabwehr, über das Endothel in den Extrazellularraum gelangen müssen. Da kommen wir dann in der Immunologie genauer drauf.

Außerdem ist das Endothel wichtig in der Blutgerinnung, in der Regulation der Gefäßweite. Da muss man ja vielleicht auch nochmal kurz die Stickstoffmonoxid Synthese ansprechen. Es funktioniert so, wenn das Blut relativ stark durch ein bestimmtes Gefäß strömt, dann entsteht da eine starke Schubspannung auf die Gefäßwand.

Das Nothel produziert dann Stickstoffmonoxid, was dazu führt, dass die glatten Muskeln relaxieren, wodurch das Gefäß letztendlich gewaltet wird und der Blutstrom dementsprechend besser stattfinden kann. Die Nothelzellen selbst produzieren auch noch Bestandteile der Extrazellularmatrix.

Ja, und die Gefäße, oder der Aufbau der Gefäße verändert sich von Groß nach Klein, von den großen elastischen, herznahen Gefäßen bis hin zum Kapillaren. Die muss man eben leider jetzt mal Schrittchen für Schrittchen ablaufen.

Ganz genau, Arterie ist nicht gleich Arterie, da gibt es den elastischen und den muskulären Typ. Und vielleicht könnt ihr euch noch erinnern an den Windkessel-Effekt, das haben wir in der Marco schon mal besprochen. Das ist im Prinzip der Effekt, dass wenn das Blut aus dem Ventrikel herausströmt in die Aorter, dass dann die Wand der Aorter sich ausdehnt quasi.

Da entsteht wie so eine Art kleiner Ballon, könnte man sagen. Und das sorgt dafür, dass ein kontinuierlicher Blutfluss gewährleistet wird. Und deswegen, da haben wir viele elastische Fasern, das ist alles so sehr herznhah. Und je weiter wir vom Herzen weggeladen, desto eher, das ist so ein fließender Übergang, gelangen wir dann zum muskulären Typ der Arterien.

Da könnte man jetzt noch einmal ganz kurz einwerfen, dass die Elastika-Färbung eine ganz spezifische Färbung ist, um in der Histologie elastische Fasern, ich glaube, blau darzustellen, wenn ich mich nicht ganz erinnere.

Ja, genau. Ja gut, aber der Name, ne, also sagt es im Prinzip dann auch schon. Ja, gut, so sei es.

Ja, genau. Also bei dem muskulären Typ sind die Schichten auch deutlich erkennbar. Wir haben, wie auch der Name sagt, viele glatte Muskelzellen und das wäre es eigentlich schon der Unterscheidung. Wenn wir dann weitergehen, dann gibt es die Arteriolen, das sind im Prinzip auch Widerstandsgefäße genannt.

Ganz kleine Arterien, die etwa ein bis zwei glatte Muskelzellen enthalten und von der Definition her kleiner als 100 Mikrometer am inneren Durchmesser haben.

Ich habe irgendwie ganz doof gelesen, dass das die Gefäße sind, wo die Wand dicke und das Lumen irgendwie das kleinste Verhältnis hätten oder so ein Käse. Also irgendwie, da ist in Bezug aufs Lumen die Wand noch ziemlich dick und danach wird es dann dünner, also quasi da ist so noch ordentlich Druck dahinter.

Ja, genau, also das kann gut sein, weiß ich jetzt krass selber nicht. Aber eine Sache, die ich da noch dazu sagen wollte, ist, dass, das habe ich mich selbst oft gefragt, wovon spricht man eigentlich genau beim Durchmesser, allgemein in der Histologie. Und zwar ist es immer bezogen auf das Lumen, also den inneren Anteil.

Genau, dann machen wir jetzt mal weiter mit den Venen. Und zwar kann man das ganz gut unterscheiden von den Arterien durch die Media. Ven haben eine aufgelockerte Media mit vielen Kollagenfasern, allgemein auch oft eine dünnere Wand, Venenklappen, also vor allem beziehungsweise nur im Bereich unterhalb des Herzens, soweit ich weiß, wenn ich nicht ganz falsch liege, im Bereich der Also im Kopf-Falsbereich haben wir in der Regel keine Venenklappen, was einfach daran liegt, dass das Blut ja automatisch durch die Schwerkraft zurückfließt.

Ja, gut. Und deshalb bekommt man auch einen roten Kopf, wenn man einfach einen Kopfstand über längere Zeit macht.

Ja, und das restliche oder das letzte Kriterium wäre dann noch, dass es oft mit Eris gefüllt ist. Das wäre vor allem wichtig, wenn man das dann von den Lymphgefäßen unterscheidet, die eben natürlich keine Erythrozyten enthalten, sondern eher sich durch einen homogenen Inhalt auszeichnen, haben aber auch Klappen, also da muss man ein bisschen aufpassen.

Sind die nicht auch oft dünner, so Lymphgefäße als Ween?

Ja, wobei Ween ja häufig auch eine sehr dünne Wand haben.

Ja, stimmt, stimmt. Und ich meine, was man auch hin und wieder mal sieht, sind dann doch Ven mit Muskelzellen, aber ich denke, am klassigsten ist halt, dass da die Muskelzellen, wenn sie da sind, kreuz und quer liegen, bei den Arterien sind die wirklich komplett rund und in diesen Ringen drin und perfekt organisiert und irgendwie schon, dass wenn man sich da zwei, drei Bilder anschaut, kriegt man das gut hin mit der Unterscheidung.

Das heißt, wenn ihr ein mikroskopisches Bild bekommt und unterscheiden sollt, was ist Arterie, was ist Vene, was ist Lymphgefäß, kann man folgendermaßen vorgehen. Man schaut erstmal, wo gibt es Lumen, dann weiß man, okay, da muss irgendeine Art Gefäß vorliegen. Dann zur Unterscheidung von Arterien und Venen beachtet man die Schichtdicke der Wand.

In der Regel haben Venen eine deutlich dünnere Wand als Arterien. Bei Arteriolen ganz typisch sind so vorgebuckelte Epithelzellen. Das erkennt man im Bild ganz gut. Also die haben wirklich wie so eine Art Buckel in das Lumen hinein. Grundsätzlich sind Arterien, wie Leo schon gesagt hat, von der Wand her kompakt gebaut, haben eine eher dickere Wand und die Muskelschicht ist geordnet.

Falls Venen und Arterien mal beide eine ähnlich dicke Wand haben, dann ist die Arterie das, was eben geordnet ist und die Vene, da ist die Media dann in der Regel sehr unregelmäßig. Und was noch schwer zu unterscheiden ist, sind Venen und Lymphgefäße und da ist wirklich das Hauptkriterium, dass man schaut, wo liegen Erythrozyten vor und das ist dann die Vene.

Ja, die werden ja meistens nicht mit ausgewaschen, aber gut. So, was jetzt noch fehlt, ist das Verbindungsglied zwischen dem arteriellen System und dem venösen System. Quasi die Kapillaren, die aber, finde ich, mit am einfachsten zu erkennen sind, korrigiert mich, aber fand ich okay.

Relativ gut machbar. Also das sind im Prinzip einfach ganz kleine Lumina, die einen Durchmesser etwa so groß haben wie Erytrozyten, ein bisschen größer, also sagen wir mal so, vielleicht 10 Mikrometer. Ehrlich sind, solltet ihr wahrscheinlich mittlerweile alle mal gehört haben, sieben bis acht Mikrometer groß.

Die haben keine glatten Muskelzellen mehr, also nur noch Endothel und Perizyten. Und diese Perizyten, da kommen wir gleich nochmal drauf, aber das sind einfach Zellen, die sich um das Endothel herumlagern und diese Fortsätze bilden dann so ein loses Geflecht. Es gibt drei verschiedene Typen von Kapillaren, die man oder von Endothel, das man unterscheiden sollte.

Und zwar einmal das kontinuierliche Endothel, ist ausgeprägt durch Tightjunctions und unregelmäßige kleine Lücken, also die sind an den meisten Stellen des Körpers nicht komplett ganz eng verschlossen. Ein wichtiger Fall ist aber hier die Bluthirnschranke, da ist wirklich eine sehr geringe Permeabilität.

Ist natürlich klar, wir wollen nicht, dass irgendwelche Stoffe einfach in unser Gehirn übertreten können, weil es ein sehr wichtiges Organ natürlich ist. Dieses kontinuierliche Endothel hat auch das häufigste Vorkommen generell im Körper. Dann gibt es noch das gefensterte Endothel, das hat eine recht hohe Permeabilität für Wasser und kleine hydrophile Moleküle und kommt vor allem in Endokrinen, also Endokrinendrüsen, also Hormonen.

Im Hormonhaushalt spielt es eine Rolle. Dann in der Darmokosa oder in Nierenglomeruli. Und das letzte ist relativ speziell. Also es kommt nur in wenigen Teilen des Körpers vor, und zwar das Diskontinuierliche. Und zwar liegt da eine sehr starke Permeabilität vor. Und das finden wir vor allem in der Leber und in Milz-Senosoiden.

Genau. Und was jetzt quasi noch fehlt, als letzter Zelltyp, wenn wir über Gefäße reden, sind die schon angesprochenen Perizyten, die man halt eben hin und wieder mal sieht, aber finde ich relativ schnell vergisst, weil sie doch nicht ganz so prominent sind, aber trotzdem eine Erwähnung wert sind.

Die Perizyten, das sind eine ganz spannende Spezies, die haben super viele Funktionen. Wie Sumia schon gesagt hat, liegen die um Endothelzellen herum, haben in der Regel relativ lange Fortsätze. Man findet die bei Kapillaren und auch bei den postkapillären Venolen. Man hat früher gedacht, die haben einfach nur eine Stützfunktion.

Mittlerweile weiß man, die können noch viel mehr. Einerseits sind die kontraktil und können dementsprechend auch den Durchmesser der Kapillare und deren Permeabilität kontrollieren. Andererseits haben sie wichtige immunologische Funktionen. Und was noch spannend ist, dort findet die Induktion der Angiogenese statt.

Angiogenese bedeutet an sich einfach nur, dass aus schon vorhandenen Blutgefäßen neue entspringen. Und der Mechanismus, über den das geschieht, der wurde vor kurzem, also 2019, mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Und das ist ein wichtiger Angriffspunkt bei der Tumorbehandlung. Ein Tumor muss nämlich vaskularisiert werden, damit er überleben kann.

Und wenn wir quasi die Angiogenese an der Stelle unterbrechen oder verhindern können, dann würde das Tumorgewebe absterben.

Genau. Und damit finde ich einen sehr, sehr spannenden und runden Abschluss des ersten Drittels mit den Gefäßen. Jetzt zu der Pumpe, die das Janze antreibt, das Herz. Einiges kam ja schon in der Muskelfolge, manche Punkte, aber trotzdem der Vollständigkeit halber gehen wir die Schichten nochmal durch, wie man sie erkennt und was es alles für Besonderheiten gibt, die nicht was mit dem Herzmuskel an sich zu tun haben.

An sich ist das Herz ja auch ein Bestandteil des kardiovaskulären Systems. Und dementsprechend haben wir grundsätzlich sogar einen relativ ähnlichen Aufbau wie in den Blutgefäßen. Wir haben ganz innen beim Herz, in der Herzwand das Endokart, was man eigentlich mit der Intima vergleichen kann. Auch das Endokart besteht aus einem Epithel, neben dem Endothel, und einer Lamina propria, Bindegewebe.

Dann haben wir das Myokat, das entspricht mehr oder weniger der Media der Gefäße. Hier finden wir Herzmuskulatur und Bindegewebe. Und ganz außenrum, vergleichbar mit einer Adventitia, haben wir noch das Epikard, was vor allem eben aus Bindegewebe und Mesothel besteht.

Genau, und das Myokard ist eben eine ganz spezielle Art der Muskulatur. Wir haben ja schon auch die Skelettmuskulatur und die glatten Muskelzellen kennengelernt und die Herzmuskelzellen machen so ihr eigenes Ding. Das ist ein funktionelles Synthytium, das heißt, die sind über Gapjunctions, also Nexus, miteinander verbunden.

Das heißt, die wisst ihr, haben wir ja in letzter Folge schon besprochen, oder ihr habt die letzte Folge schon besprochen, bestehen aus Konexinen, hier in dem Fall ein ganz spezielles Konexin, und zwar das 43, das wird scheinbar manchmal gefragt. Und es ist eben so, dass diese Herzmuskelzellen, die zeichnen sich im histologischen Bild ganz stark durch die Glanzstreifen aus.

Also nennt man auch Disci intercalaris und das ist so das Erkennungsmerkmal schlechthin. Außerdem haben sie einen Zellkern, der mittig liegt, die sind einkernig. Herzmuskelzellen sind ganz stark kapillarisiert. Es gibt viele Glykogengranula, was auch Sinn macht, weil das Herz natürlich sehr viel Energie braucht.

Und eine Sache, die man nur im elektronenmikroskopischen Bild erkennt, ist, dass hier Diaden statt Triaden vorliegen. Also das ist dieses T-Tubuli-System.

Genau, was halt eben nur aus zweien anstatt dreien von diesen Dingern besteht. Aber das wurde schon mal angesprochen. Neben den Herzmuskelzellen findet man quasi noch Herzmuskelzellen, die besonders sind, die nicht mehr kontrahieren, aber die trotzdem für die Kontraktion unabdingbar sind, Junge.

Ja, also die nennt man spezielle Herzmuskelzellen und die dienen der elektrischen Erregungsbildung und Leitung. Und das sind eben die Purkinierfasern in der Tela subendocardialis, also die liegen unterhalb des Endokards, nicht zu verwechseln mit den Pukiniezellen, die man im Gehirn findet. Das sind eben schaumig-weiße Zellen in etwa und die enthalten wenig Myofibrillen.

Dann wissen wir, vor allem aus der Makroskopie noch, dass zwischen den Vorhöfen und Kammern jeweils Segelklappen liegen und zwischen den Kammern und den Ausstrombaren, also dem Trunchus pulmonalis und der Aorta Taschenklappen. Und diese Herzklappen, wenn man die jetzt im Querschnitt betrachtet, dann haben die immer einen Anteil, der als Fibrosa bezeichnet wird und einen Anteil, der als Spongiosa bezeichnet wird.

Grundsätzlich besteht beides, ist ein Anteil des Endokards. Die Spongiosa liegt immer auf der Seite, wo Blut fließt. Das heißt, wenn wir uns jetzt überlegen, das Blut kommt quasi aus der Venacava an, geht in den rechten Vorhof und geht über den Vorhof in den Ventrikel. Dann strömt es an der Spongiosa vorbei.

Das heißt, bei der Segelklappe ist die Spongiosa auf Seite des Vorhofs. Dann, wenn wir uns vorstellen, das Blut strömt weiter vom Ventrikel in den Trunchus pulmonalis. Dann wird ja die Taschenklappe auch in Richtung des Trunchus Pulmonalis geöffnet. Und dann haben wir die Spongiosa eben auch da, wo das Blut dann vorbei strömt, was in dem Fall auf der Seite der Ventrikel ist.

So kann man sich das hoffentlich merken.

Ja, traumhaft.

Kurzer Einschub, bevor es weitergeht. Hi, ich bin Simon, mein zartes Stimmchen kennt ihr noch nicht. Wir haben in den letzten Monaten an was Neuem gebaut, der SitusIn versus Web App. Damit du in unseren über 75 Folgen genau findest, was du gerade zum Lernen brauchst, haben wir dort eine Episodendatenbank angelegt, wo du zusätzlich zu jeder Folge die passende Mördhäfe findest.

Es lohnt sich also definitiv mal vorbeizuschauen auf derVorklinikpodcast.de. Dort gibt es auch die neuen SitusIn versus Merch Shirts, dein Lieblingsorgan auf Biobarmwolle gedruckt.

dervorklinikpodcast.de würde ich sagen, System Kreislauf abgehakt. Jetzt machen wir nur noch quasi den Ort, der uns Otto auch liefert, das Sauerstoffatömchen, quasi die Lunge, die luftleitenden Wege etc.

Ganz genau, da machen wir eine ganz kurze Makrowiederholung. Und zwar die Atemwege werden eingeteilt in obere und untere Atemwege. Die oberen bestehen aus der Nasenhöhle und dem Rachen. Die Grenze bildet dann die Epiglottis und die Trachea und die Lungen sind dann eben die unteren Atemwege, wobei das auch relativ logisch eigentlich ist.

Dann unterteilt man außerdem in luftleitenden, also konduktiven Anteil und in den Teil, in dem Gasaustausch stattfindet. Ganz kurz dazu der luftleitende Anteil, nochmal Wiederholung, es besteht aus der Trachea, dann kommen wir zu den Segmentbronchen, äh, zu den Bronch, dann die Segmentbronchen. Dann gibt es die Bronchiolen bis zu den Bronchioli terminalis.

Und der Gasaustausch findet dann eben ab den Bronchioli respiratorii, macht auch vom Namen her wieder Sinn, den Ductus alveolaris und in den Alveolaren selbst statt.

Genau, und deswegen gibt es einen grundsätzlichen Wandaufbau, der quasi über dieses Luftleitensystem, man sich ein bisschen im, wie soll ich sagen, an dem man sich entlang hangeln kann. Und ich habe damals einfach den Grundaufbau gelernt und mir dann halt quasi versucht zu merken, was sich von Schritt zu Schritt ändert.

Und damit kommt man, finde ich, ganz gut klar.

Grundsätzlich, wenn man sich das wieder von innen nach außen vorstellt, haben wir innen eine Schleimhaut wieder, also die Tunica mucosa, die weiter unterteilt wird in das Epithel, Lamina epithelialis und das darunterliegende Bindegewebe, die Lamina propria. Dann als zweite große Schicht haben wir die Tunica fibromusculo cartilaginea.

Das ist also, wie der Name schon sagt, wir haben Bindegewebsanteile, Muskelanteile und Knorpelanteile. Und ganz außen haben wir die Tunica Adventitia, die die verschiedenen Artenwege in das darumliegende Gewebe einbaut.

Dazu noch ein ganz kurzer Fekt, der mir gerade eingefallen ist. Unser Dozent, der steht da total drauf, dass die Basalmembran dieser Tunica mucosa sehr dick ist in der Trachea.

Oh ja, das als netten Funfact. So, und jetzt anschnallen, liebe Damen und Herren, jetzt geht's ab in die verschiedenen Abschnitte, weil das oft wirklich nur so Kleinigkeiten sind, die sich verändern, aber die halt dann auch wieder, man riecht wieder die NC-Frage, wirklich sehr, sehr gut abfragbar sind.

Also jetzt Knacko.

Ganz genau, also wir haben uns gedacht, dass wir das wieder mal funktionell angehen, weil es gibt da ganz viele verschiedene Arten, wie man das einteilen kann. Wir überlegen uns jetzt einfach, okay, die Lunge, die muss verschiedene Funktionen erfüllen, da kommt irgendwie Dreck rein, die Lunge, also die Luft ist nicht sauber, da sind Erreger drin, da sind verschiedene Sachen, die rausgefiltert werden sollen.

Und deswegen gibt es ein Prinzip, der Immunabwehr in der Lunge und das nennt sich die Muco ziliäre Clearance. Heißt so, weil Muco, Mucos für Schleim und Zilär, also ich weiß nicht genau, welcher Bestandteil da.

Kinocilien sind da gemeint, ja.

Genau, also ja, ich meinte, ja. Auf jeden Fall diese Zilien, äh, dieser ziliäre Anteil ist über die Quinozilien gegeben und das Ganze findet in der Lamina epithelialis der Mucosa statt. Da haben wir ein ganz berühmtes Epithel, und zwar das respiratorische Flimma-Epithel. Das ist ein mehrreihiges und hochprismatisches Epithel, bestehend aus zylindrischen Zellen und eben diesen Kinozilien, die da obendrauf sitzen.

Außerdem enthält das Plimmaepithel auch Neuroendokrine oder in dieser Lamina epithelialis sind auch neuroendokrine Zellen vorhanden. Und das liegt auch fast überall vor. Außer im Mundrachenraum, also überall im Respirationstrakt meine ich, außer im Mundrachenraum, da haben wir mehrschichtig unverhorntes Plattenepithel und in den Alveolen selbst gibt es dann Alveolarepithel.

Ja, aber das hatten wir ja auch schon in der Epithelfolge, dass überall da, wo halt eben viel mechanische Reizung ist. Also sprich quasi Mund, wie auch an der Bifocatio, ist ja auch mehrschichtiges Plattenepithel, einfach weil da so viel Reibung herrscht, dass es sich einfach sich nicht lohnen würde, weil das Epithel direkt kaputt ginge.

Und dann wäre ich doof. Und das heißt quasi da auch wieder so als Merkhilfe, da wo es mechanisch wird, besser kein respiratores Epithel.

Ganz genau. Und eben der zweite Teil ist der Schleim, den wir gerade schon angesprochen haben. Und der wird produziert von den Becherzellen mit Hilfe von sogenannten Ionozyten, die so einen speziellen Kanal haben. Da wollen wir jetzt nicht allzu sehr in die Tiefe gehen, sonst geht es ein bisschen zu weit.

Aber genau, das ist jetzt soweit die Lamina epithelialis.

Dann hat Zumia jetzt hier schon angesprochen, dass die Becherzellen Schleim produzieren. Die Becherzellen schaffen die Schleimproduktion, aber nicht alleine, sondern wir brauchen noch viel mehr Schleim. Und dafür gibt es in der Lamina propria, die unter der Lamina epithelialis liegt, seromoköse Dründer.

Das sind in der Trachea die Glandula trachealis und in den Bronchien dann die Glandula bronchialis.

Sehr sehr kreativ benannt.

Auf jeden Fall. Also hier haben wir auch nochmal einen Teil, der zur mucocilliären Clearance beiträgt. So, jetzt brauchen unsere Atemwege, müssen aber noch so ein paar mehr Anforderungen erfüllen. Die Luft, die wir einatmen, ist ja erstmal sehr kalt. Das heißt, die muss für unseren Körper angewärmt werden.

Und dafür liegt in der Lamina propria ein dichtes Kapillarnetz vor. Das heißt, wenn wir da eine gute Durchblutung haben, wird dementsprechend die Luft gut angewärmt. Außerdem, wichtig als Funktion ist eine gewisse Elastizität der Atemwege. Wir wissen ja, dass die Lunge sich relativ passiv wieder zusammenzieht.

Das ist ja keine aktive Muskelkraft in der Regel. Und deshalb liegen besonders auch in der Lamina propria schon elastische Fasern vor. Die werden von Fibroblasten produziert. Das heißt, die brauchen wir an der Stelle auch. Was noch wichtig ist, wir hatten ja schon gesagt, die Mukocilliäre Clearance ist ein Teil der Immunabwehr.

Außerdem liegen dafür in der Lamina propria noch Immunzellen vor, die eben auch zur Immunabwehr da beitragen. So, und dann haben wir jetzt erstmal die komplette Tunica mucosa hinter uns gebracht. Jetzt wird es ein bisschen entspannter. Wir haben ja verschiedene Abschnitte der Lunge und damit die Luftverteilung zwischen den Abschnitten gesteuert werden kann, liegt jetzt in der nächsten Schicht, in der Tunica fibromuscularis, eine gitterartige Muskelschicht, der sogenannte Musculus trachealis vor.

Diese glatte Muskulatur findet man allgemein sogar bis zu den Alveolen. Andererseits, abgesehen davon, dass wir damit eben das Lumen verändern können, wollen wir in der Regel, dass unsere Atemwege offen bleiben. Und dafür haben wir die Tunica cartilaginea. Da finden wir Hyalinen Knorpel, der letztendlich für diese mechanische Stabilität sorgt.

Die verschiedenen Knorpelschwangen sind durch elastische Fasern miteinander verbunden. Und damit haben wir hier wieder nochmal Elastizität. Und dadurch werden letztendlich die Luftwege offen gehalten. Das Ganze gibt es bis zu den Prontioli. Das heißt, sobald man keinen Knorpel mehr sieht, weiß man auch, ab hier findet, also ab hier haben wir den Bereich der Pontioli.

So, jetzt haben wir also Tunica fibromuscularis und Cartilaginea, die zusammengefasst werden als Tunica fibromusculocartilaginea. Dann haben wir noch die äußerste Schicht, wie schon erwähnt, die Tunica adventitia. Und hier finden wir Nervenanschnitte, vor allem das Parasympathikus und natürlich auch Blutgefäße, die die ganzen anderen Strukturen versorgen.

Ja, ne? Irgendwie muss man das Ganze ja Steuern versorgen, Geld. Aber gut, wunderbar. Das heißt, das haben wir die großen Sachen schon geklärt, jetzt geht es ins Kleine und dass wir möglichst schnell da hinkommen, wo wir hinwollen.

Genau. Also wir schauen jetzt einfach mal, was passiert mit dem Schleim oder welche Zellen gibt es da, die was machen. Das ist so, dass die Schleimproduktion mehr oder weniger kontinuierlich abnimmt, bis zu den Bronchioli Terminalis. Und ganz vereinfacht oder ganz salopp gesagt, da wo der Gasaustausch ist, wollen wir keinen Rotz haben, da wollen wir keinen Schleim haben, sondern da soll alles soweit funktionieren.

Und deswegen gibt es da auch keine Zellen mehr, die Schleim produzieren. Das heißt, da gibt es, also bis zu diesen Bronchioli Terminalis finden wir diese Becherzellen und seromoköse Drüsen.

Seromoköse Drüsen übrigens nicht ganz bis zu den Bronchioli Terminalis, die hören schon kurz vorher auf.

Ja, genau. Und genau, die werden dann eben abgelöst, quasi von anderen sekretorischen Zellen, und zwar das sind die Keulenzellen. Ganz wichtig da ist, dass sie keinen Schleim produzieren, sondern Surfactant-Proteine A und D, also es sind Bestandteile des Surfektants, da kommen wir gleich nochmal drauf, und die übernehmen auch immunmodulatorische Aufgaben.

So ein kleiner, ja, ist jetzt kein richtiger Funfact an der Stelle, aber Keulenzellen sind auch bekannt als Klappzellen und als klarer Zellen, nennt man aber nicht mehr klarer Zellen, weil der, ich glaube Max Clarer hieß der, der Professor, nachdem die benannt wurden, der hatte so eine Nazi-Geschitt-Nazi-Vergangenheit, irgendwie bei der NSDAP.

Und deswegen benutzt man dieses Wort nicht mehr, sondern heißen eben jetzt Keulenzellen.

So, jetzt sind wir also in den gasaustauschenden Bereichen angelangt. Insbesondere der wichtigste Anteil der gasaustauschenden Bereiche sind natürlich die Alveolen. Und da finden wir jetzt folgende Zelltypen. Hauptsächlich sind das Pneumozyten. Diese Pneumozyten werden allgemein auch als alveolarepithelzellen bezeichnet.

Und die kann man in zwei Typen unterteilen. Die Pneumozyten Typ I, das sind die, die am häufigsten vorkommen. Die haben sehr lange und flache Ausläufe, sind auch ein wichtiger Bestandteil der Blutluftschranke, auf die wir gleich nochmal kommen. Und dann gibt es noch den zweiten Typ Pneumozyt. Und der kommt seltener vor, liegt quasi zwischen den Typ I Pneumozyten verstreut vor und der Pneumozyt Typ II produziert surfact.

Der hat keine Ausläufe, dadurch kann man den ganz gut erkennen. Enthält aber charakteristische Phospholipid-Einlagerungen. Was Phospholipide sind, hatten wir ja schon mal erklärt. Vielleicht hier nochmal als Erinnerung: das sind amphifile Moleküle. Also die haben einen polaren und einen unpolaren Anteil.

Und das ist der Hauptbestandteil von dem Surfekten, die den Pneumozyten Typ 2 produzieren. Der Surfektent, den kann man sich ein bisschen vorstellen, und das ist auch chemisch gar nicht so falsch, wie Spülmittel. Ich weiß nicht, vielleicht hat jemand mal diesen Versuch gemacht, mit einer Büroklammer auf Wasser gelegt, dann Spülmittel dazugegeben, dann geht die unter.

Das heißt, der Surfektent setzt genauso wie Spülmittel die Oberflächenspannung herab. Dadurch wird verhindert, dass die Alveolen ineinander kollabieren und dadurch wird die normale Atmung überhaupt erst möglich.

Ja, genauso diese, ich meine, da ist noch viel Wasser in der Lunge, also physiologischerweise auch durch die Anfeuchtung der ganzen Kreml. Und ich meine, wenn das sich Tröpfchen bilden würden bei dem ganzen Kleinkram, das wäre auch eher unpraktisch, würde ich behaupten.

Genau, also wenn wir den nicht hätten, dann würden tatsächlich die kleineren Alveolen in die größeren Alveolen übergehen und dann hätten wir irgendwann nur noch einen Ballon sozusagen. Das wäre ganz schlecht.

Also sehr klärer über das System auf jeden Fall.

Ja, ja gut. Genau, gerade eben schon angesprochen, Blutluftschranke macht soweit Sinn, weil es soll ja nur das rüber, was wir gerne hätten. Die angesprochenen, was weiß ich noch, für Teile, die da mit rumeiern, möchten wir möglichst da behalten, wo sie hingehören und nur das, was wir möchten, rüberschieben.

Und diese Blutluftschranke besteht aus verschiedenen Teilen, die auch gerne mal abgefragt werden, auch in der richtigen Reihenfolge so ein Kremls. Und deswegen lohnt sich, dass sich die mal nochmal anzuhören.

Also die Blut-Luftschranke, die, wir fangen jetzt einfach mal an von der Luftseite und gehen dann weiter. Da ist erstmal Desuffectant, der ja produziert wird von den Pneumozyten Typ 2, also dem Alveolarepithel. Und dann gibt es die Basalmembran, das ist eine verschmolzene Basalmembran aus der von dem Alveolarepithel und dem jetzt folgenden Kapillarendotel.

Das verbindet sich einfach miteinander. Und dann wie gesagt, dieses Kapillarendothel ist dann die letzte Schicht. Das heißt, wir haben im Prinzip vier Schichten, die diese Blutluftschranke ausbilden. Und das ist insgesamt sehr, sehr dünn. Das heißt, wir haben eine relativ dünne Diffusionsschrecke, sodass der Luftaustausch oder der Gasaustausch sehr gut und effizient stattfinden kann.

Interessanter Fact dazu noch kurz, dieser Gasaustausch ist in der Regel nicht limitiert dadurch, wie gut die Diffusion stattfinden kann. Die ist wirklich sehr effektiv, sondern wie viel Gasaustausch wir letztendlich haben, hängt in der Regel von der Durchblutung der Lunge ab.

Ja, ne? Also das heißt quasi, wenn wir Gas geben müssen, müssen wir mehr Blut reinschicken. Und jetzt sind wir mit unserem Otto da, wo wir hinwollen. Wir sind im Kreislauf, dann können wir den da hinklöppeln, wo wir wollen. Die Gefäße kennen wir jetzt, wir kennen das Herz, wir kennen die Atmung und sagen, Sauerstoff haben wir jetzt erstmal genug für heute gehabt.

Und deswegen noch viel Freude beim Wiederholen der Histo der Atemwege und der ersten Folge mit konkreten Organsystemen. Vielen Dank fürs Zuhören, Freunde. Bis zum nächsten Mal.

Für die Inhalte in diesem Podcast übernehmen wir keine Gewäre. Der Podcast kann den Besuch von Vorlesungen nicht ersetzen. Wir empfehlen das Studium von einstiegiger Fachliteratur über den Inhalt des Podcasts hinaus.

Für Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie an Arzt und Apotheker.

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