
Situs Inversus – Der Vorklinik-Podcast
PBC Endokrinologie 3: Sexualhormone
Montag, 2. Juni 2025 · 49 min
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Sextus Inversus - Der Sexpodcast
- Haben wir uns umbenannt?! Für diese Folge: JA! Als Fortführung für das, was wir in der letzten Folge begonnen haben, stürzen wir uns heute auf die Sexualhormone. Als wahre Alleskönner sind sie in viele wichtige Körperfunktionen involviert und wenn ihr mehr darüber wissen wollte, dass Testosteron und Östrogen doch enger zusammenhängen, als man so denkt...
Hört rein!
Eure Klara, Moritz und Leo
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() - Östrogene und Androgene
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Dass man da irgendwie zwei Methylgruppen, eine 8C-Kette und ein Alkohol hat. Und deswegen haben wir euch da einen Kollegen mitgebracht, nämlich der gute Pommes Markus.
Der Pommes Markus.
Der Fokini. Hallo, meine Damen und Herren, herzlich willkommen. Grüß Gott. Zu Situs Inversus. Nee, Sextus in versus der Situs. Nein, fuck. Situs in versus der Fokini-Podcast. Heute hier mit mir, ich bin der Leo. Neben mir sitzt Moritz.
Und Clara, moin Leute.
Wir machen nach bester Clickbait-Manier, begrüßen wir euch zu einer wunderbaren Folge des Podcasts Sextus in versus der Sex Podcast. So. Es könnte vielleicht heute um irgendwas mit Sex gehen. So. In der Recherche sind wir nämlich über eine kleine Studie aus Australien gestolpert. Eine kleine Lisa-Studie, in der nur 23% der teilnehmenden Final-Year Medizinstudis über 50% eines Fragebogens zu basalen Fragen der weiblichen Sexualphysiologie richtig beantworten konnte, also quasi durchgefallen.
Wenig. Wenig, ja. Da sagen wir, das muss nicht sein, da können wir besser. Daher starten wir hier eine Sexbildungsoffensive für Medizinstudis, also für euch. Und nehmen euch heute mit in die Gruppe der Androgene, Östrogene, Gestagene, hast du nicht gesehen, Gene. Natürlich runden wir das Ganze ab mit einem umfassenden Einblick in die Physiologie des weiblichen Zyklus.
Und auch hier wieder, Frauen sind spannender als Männer, finde ich. Also auf physiologischer Ebene.
Ja.
Alles weitere können wir gerne mal später am Stammtisch diskutieren, aber. Oh nein.
Lieber nicht. Jungs, lass mal.
Okay. Also herzlich willkommen zu Sexusin versus der Sex Podcast. Ganz kurze Werbung.
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Einige von euch fragen uns manchmal auf Insta, ob wir irgendwie so Lernstrategien oder Lernchips haben. Keine Ahnung, warum wir dafür die Autorität haben. Aber es ist ja schon so im Medizinstudium, es gibt so Sachen, die versteht man einmal und dann kann man die. Und dann gibt es so diese vielen Fakten, die man wirklich relativ stumpf auswendig lernen muss.
Und das hilft einfach nichts, die müssen einfach rein. In der Vorklinik erinnere ich mich an die Hirnnerven, die Anatomie oder sonstiges. Manche Sachen muss man sich einfach auswendig merken. Und da ist der Game Changer schlechthin tatsächlich Meditricks. Meditricks, das sind quasi Eselsbrücken als Bilder.
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Ja, und das macht dann einfach viel mehr Spaß. Ich glaube, das kann man sich auch schlecht vorstellen, wenn wir jetzt so drüber reden. Deshalb schaut euch mal die Demo auf meditrix.de an. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was euch da erwartet. Und das lohnt sich auf jeden Fall da mal reinzuschauen, ob das was für euch ist.
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Leo, herzlichen Dank für diese sinnliche Einführung. Wir sind aktuell immer noch bei den Hormonenfolgen und in dieser Folge soll es eben um die Steroidhormone gehen. Und davon habt ihr tatsächlich in den ersten beiden Folgen von Endocrino schon einiges zugelernt. Wir wiederholen hier einfach nochmal, welche Steroidhormone wir alles schon kennen.
Es gibt Salt Sugar Sex, sprich Mineralkortikoide, Glukokortikoide und jetzt eben die Sexualhormone. Für euch jetzt auch nochmal eine kleine Einordnung, wie diese Hormone aussehen anhand der Zahl der Kohlenstoffatome. Die Gluko- und Mineralkortikoide haben 21 C-Atome. Die ganzen männlichen Sexualhormone, auch Androgene genannt, haben 19 Cs.
Und die weiblichen Sexualhormone, das sind vor allem die Östrogene, die haben 18 C und 18 Cs. Und die Ausnahme hier bilden die Gästergene, die haben nämlich wieder 21.
Genau, und da ist natürlich jetzt die Beschreibung von den Androgen als männliche Sexualhormone und der Östrogen als weibliche Sexualhormone eine didaktische Vereinfachung. Das sind natürlich beides Hormongruppen, die auch bei beiden Geschlechtern aufkommen, vorkommen, aber eben in unterschiedlichen Gewichtungen.
Da habe ich aber echt lang gebraucht, bis ich das gecheckt habe, dass du als weiblich gelesene Person zum Beispiel genauso auch Testosteron hast und als männlich gelesene Person halt Östrogene. Also das ist echt irgendwie so was, das habe ich viel zu spät realisiert.
Vor allem, wir werden das nachher noch checken, dass man eben zu den Östrogenen nur kommt, wenn man auch die Zwischenstufe des Testosterons nimmt. Das ist ganz, ganz spannend. Da ist quasi dann wirklich nur ein Enzym, das da fehlt, dass die daraus entwickelt werden. So, aber die haben eben alle eine gemeinsame Basis, die Steroidhormone.
Das kennt ihr auch schon aus der letzten Folge. Die bestehen nämlich aus einem sogenannten Sterangerüst. Das sind quasi drei Sechsecke und ein Fünfeck, die so ineinandergreifen. Der Unterschied sind da eben vor allem die Anhängsel. Da haben wir so ein paar Merkbilder für euch mitgebracht. Sehr gut hilft ja aber auch das Aufmalen, wie auch schon in der letzten Folge erläutert.
Der Ausgangsstoff von all diesen Hormonen, Molekülen ist jedoch das Cholesterin. Das Cholesterin hat eben dieses Sterangerüst und da ist eben eine OH-Gruppe, nämlich am dritten C-Atom, zwei Methylgruppen am 10. und 13. und eine acht OH-Kohlenstoffe lange Kette am 17. C-Atom von diesem Sterangerüst. So, und das ist jetzt ein bisschen, irgendwie ein bisschen ein bisschen umständlich zu merken, also dieses, dass man da irgendwie zwei Methylgruppen, eine 8C-Kette und ein Alkohol hat.
Und deswegen haben wir euch da einen Kollegen mitgebracht, nämlich der gute Pommesmarkus.
Oh, nee.
Der Pommes Markus, der passt wirklich wie die Faust aufs Auge zu diesem Cholesterinbelt. Hier irgendwie, ja, irgendwie Pommesfett, ungesund, Cholesterin, da denkt man an, den Pommes Markus. Da könnt ihr euch vorstellen, jemanden, der in so einer richtig ranzigen Pommesbude irgendwie da seine Pommes verkauft und das ist.
Das ist eben der Pommes Markus. Der hat ein Shirt mit zwei MET-Brötchen an. Also das ist stellvertretend für die beiden Methylreste. Der hat eine Bierflasche, die so unten in seiner Hand hängt, das ist die Alkoholgruppe, und eben eine Kette aus acht Nuggets um den Hals hängt. Also der Pommesmarkus, Shirt mit zwei MET-Brötchen, eine Bierflasche hängt unten und eine Kette aus acht Nuggets, stellvertretend für die zwei Methylgruppen, eine Alkoholgruppe und die acht Nuggets.
Und das Alkohol, also die Bierflasche, die hängt auch unten, weil eben im Vergleich zu anderen Steran-Molekülen eben dieser Alkoholrest eben unten hängt, also quasi links unten, wenn ihr da so drauf schaut.
Und die acht Nuggets, die stehen für?
Die acht Nuggets stehen für die 8C-Atome, das ist diese Seitenkette.
Ah, okay. Jetzt hier gibt es hin. Ah.
Ja, ja. Da saß die Redaktion, hat sich mal da fünf Tage zusammengesetzt.
Ja, wirklich, wow. Da ist ja aber Stellchen, wie die ganz heiß gelaufen.
Den CO2-Ausbruch, den könnt ihr euch gar nicht vorstellen.
So. Wir möchten jetzt tiefer ins Detail gehen und beginnen eigentlich direkt mit den Stars der Runde. Weil ich finde schon, dass die Androgene und Östrogene zumindest mal mehr roten Teppich kriegen. Ob sie ihn verdient haben oder nicht, das müsst ihr am Ende selbst entscheiden. Aber ich würde sagen, Testo und Estrogenen sind schon tendenziell in aller Munde im Vergleich zu dem anderen Zeug.
Ja, jetzt nicht ganz so schnell. Beim Testosteron sind wir noch nicht. Denn Androgene ist mehr oder weniger ein Überbegriff für mehrere Hormone. Dazu zählen unter anderem nämlich auch die Vorstufen von Testosteron, die tatsächlich auch schon ein bisschen aktiv sind und Wirkung haben. Also hier ist nicht nur das Endprodukt, das Testosteron aktiv, sondern eben auch schon seine Vorstufen.
Das wäre einmal das Androstendion und das DHEA. Das ist kurz für, jetzt muss ich einmal hier ehrlich gesagt ablesen, Dehydroepiandrosteron. Wir bleiben bei DHEA. Ich glaube, das reicht uns allen. Genau. Aktiver ist natürlich dann das Testosteron, das ist das Folgeprodukt von den beiden. Und noch aktiver wäre dann das Dehydrotestosteron.
Das ist einfach Testosteron auf Testo.
So.
Perfekt. So, Testosteron kennen wir alle, das ist das bekannteste Sexualhormon des Mannes, wobei, was wir jetzt auch schon alle gelernt haben, eben auch bei der Frau sehr wichtig ist, da es eben Ausgangsstoff für die Östrogensynthese ist. Von dem Testosteron werden wir uns jetzt einmal die Struktur angucken, wie es synthetisiert wird, wie es wirkt, wie es transportiert wird und ganz wichtig auch, wie wir es regulieren.
Und zur Synthese, da wiederhole ich jetzt auch einiges mit den letzten Folgen. Wir haben das jetzt hier aber nochmal ein bisschen neu aufgebaut. Also es lohnt sich auf jeden Fall, sich das hier noch einmal mit anzuhören. Und ein paar Sachen werden euch sicherlich bekannt vorkommen. Zum Beispiel Cholesterin-Desmolase, von der solltet ihr bestenfalls aus den anderen Folgen eben auch schon was gehört haben.
Genau, und wie gesagt, geht das unter anderem das Testosteron eben auch aus dem Cholesterin hervor. Das heißt, der Markus, der muss sich jetzt irgendwie verändern. Und auf dem Weg vom Cholesterin zum Testosteron wird nämlich aus dem Pommes Markus der Stadion Markus. Das Testosteron hat nämlich als Anhänge auch wieder diese zwei Methylgruppen.
Ein Alkohol und auch noch eine Ketogruppe. Und der Stadion Markus, da müsst ihr euch jetzt folgendes vorstellen. Der ist jetzt von seiner Pommesbude ins Stadion gelaufen, hat sich noch schnell sein Schal umgeworfen und dann ging es los. Der hat immer noch sein Shirt mit den zwei MET-Brötchen an, hat er nicht geschafft auszuziehen.
Jetzt hat er aber im Stadion, ist er voll in seinem Mut, streckt seine Bierflasche nach oben und um seinen Bauch. Da hängt so ein Gürtel mit FC Keto 04, angelehnt an eine zweitklassige Fußballmannschaft. Genau. Und da stehen eben wieder die beiden MET-Brötchen für den Methylrest, die Bierflasche nach oben gestreckt.
Also diesmal eben rechts oben, nicht links unten. Für den Alkoholrest und das FC Keto 04, das ist der Schal, der um seinen Gürtel hängt, das ist die Keto-Gruppe links unten. Und 04 steht hier, das könnt ihr euch jetzt schon mal merken, dafür, dass die Doppelbindung bei der Stelle 4 ist. Und nicht so wie beim Pommes Markus an der Stelle.
Und die Nagelskerne muss er abgeben, weil dies ja eine Schlagwaffe am Ende, ne? Da bitte er nicht reingekommen. Okay, gut.
Genau. Also wir gehen jetzt rein in die Androgen-Biosynthese. Also die Frage, wie wird eigentlich aus dem Pommes Markus der Stadion Markus? Der Ort der Synthese vom Androgen, das ist bei den männlichen, bei männlichen Geschlecht sind das die Leidigzellen und bei den weiblichen Gonaden sind das die Thekazellen.
Außerdem bei den Frauen vor allem auch noch die Nebennierenrinde. Genau. Ausgangsstoff ist, wie gesagt, das Cholesterin. Und wenn wir uns jetzt nochmal durch den Kopf gehen lassen, was sich vom Pommes Markus zum Stadion Markus verändert hat, da fallen zwei Sachen auf, nämlich es bleibt erstmal was gleich, nämlich das Match, also die beiden Methylreste bleiben gleich.
Und das Alkohol, das quasi davor so unten hing, wird jetzt nach oben gestreckt, also es ist an einer anderen Stelle der Alkoholrest, die OH-Gruppe. Und eben anstatt von diesen 8C-Atom, von dieser Nugget-Kette, gibt es jetzt eben diesen Keto-Schal. Also FC Keto 04 hängt jetzt unten. Das heißt, wir haben eben dann links unten die Ketogruppe.
Und ja, wir gehen eben auch von der Doppelbindung an Stelle 5 zu Keto 04 an die Stelle 4.
Also die Umwandlung vom Pommes zum Stadion Markus ist ja wunderschön beschrieben. Wir wollen trotzdem nochmal einen Schritt tiefer in diese Syntheseschritte reindiven. Und da ist der erste Schritt die Umwandlung von Cholesterin ins Pregnolon. Wir erinnern uns, dieses Preginolon, Mutter aller Steroidhormone.
Könnt ihr euch merken, weil das irgendwie so pregnant mit drin steckt. Genau. Das muss jetzt in Cholesterin rumgewandelt werden. Dazu brauchen wir das Enzym Cholesterin Desmolase und die spaltet von der langen Seitenkette von dem Cholesterin insgesamt sechs C-Atome ab. Die fliegen einfach ab. Das Ganze passiert im Mitochondrium, weil die Enzyme, also dieses Cholesterin Desmolase, was wir dafür brauchen, eben auf der inneren Mitochondrimmembran sitzt.
Das spielt nachher bei der Regulation nochmal eine Rolle. Was jetzt noch passieren muss, ist, dass an der Stelle 17, also oben rechts, der Rest weg muss. Und am Ende bleibt dann an dieser Stelle ein Alkohol übrig. Das passiert durch eine Hydroxylierung und anschließende Deacetylierung. Jetzt muss noch die Alkoholgruppe an der Stelle 3, also da wo unten unsere Bioflasche war, zur Naketogruppe rumgewandelt werden.
Genau, und das passiert mit Hilfe von Oxidation und anschließender Isomerisierung. Und jetzt haben wir basically fertiges Testosteron.
Genau, und diese beiden Schritte, die Clara euch gerade dargelegt hat, nämlich dass eben einmal rechts oben diese oder an der Stelle 17 die Hydroxylierung und anschließende Deacetylierung stattfindet und an der Stelle 3, also quasi links unten Oxidation und anschließende Isomerisierung, die können eben jeweils erst das eine oder erstes andere stattfinden und daraus resultieren dann eben die beiden verschiedenen Synthesewege, nämlich einmal der Delta-4-Syntheseweg und einmal der Delta-5-Syntheseweg.
So, jetzt müsst ihr euch da eben nochmal vorstellen, was passiert denn eigentlich hier bei diesen einzelnen Schritten? Nämlich bei der Oxidation und Isomerisierung an Stelle 3, da wird eben auch diese Doppelbindung gewechselt. Das heißt, dann, wenn dieser Schritt links unten, also Oxidation, Isomerisierung an Stelle 3 zuerst stattfindet, dann ist das der Delta-4-Syntheseweg.
Weil das eben zuerst abläuft, wenn wir zunächst die Deacetylierung machen, an der Stelle 17, dann haben wir ja quasi noch zunächst die Delta-5-Bindung vom Cholesterin und erst danach findet Oxidation, Isomerisierung statt. Also dann eben an der Stelle 3. Genau. So, und jetzt könnt ihr euch eben überlegen, wie kann man sich das irgendwie am besten merken, dass beim Delta-4-Syntheseweg eben erst Oxidation Isomerisierung und dann die Deacetylierung, also erst Stelle 3, Stelle 17 und beim Delta 5-Syntheseweg erst Stelle 17, dann Stelle 3 abläuft.
Da könnt ihr es euch so merken. Also Delta-4-Weg ist quasi kleiner als der Delta-5-Weg, also eine kleinere Zahl. Deswegen startet es auch mit der kleineren Zahl, also der kleineren Stelle, nämlich an der Stelle 3 und nicht an der Stelle 17. Oder so wie wir es gerade hergeleitet haben, ihr überlegt euch eben mechanisch, was passiert da eigentlich bei der Oxidation Isomerisierung.
Genau, nämlich diese Umlagerung von der Doppelbindung von Stelle 5 zu Stelle 4. Und weil es eben zwei Schritte sind, haben wir in beiden Fällen auch jeweils ein Zwischenprodukt. Das ist beim Delta-4-Syntheseweg, nämlich einmal das Progesteron, da kommen wir später nochmal drauf zu sprechen. Und das von Clara gerade schon mit Freude ausgesprochene DHEA, das beim Syntheseweg B, also beim Delta V-Syntheseweg, das Zwischenprodukt wäre.
Und hier, um mal kurz einzuatmen, um die ganzen Formeln mal kurz etwas sacken zu lassen, haben wir noch einen kleinen, wieder sehr spannenden und sehr faszinierenden Exkurs für euch. Und zwar, ich finde es wirklich, das ist so verrückt, wie krass gut dieser Körper konzipiert ist, weil auch die Nebenniere ist an dieser Biosynthese beteiligt.
Also es gibt wieder mal irgendwie einen Nebenakteur, der da auch mithelfen kann, wer dafür sekretiert ist, das sulfatierte Dehydroepiandosteron. War's ein Wort. Aber am Ende des Tages ist es ein Zwischenprodukt auf dem Delta-5-Weg. Und das wird eben von den Leidigzellen aufgenommen, wird dann danach eben desulfatiert, weiterverarbeitet.
Und somit hat halt eben die Nebenniere einen Beitrag zur Gesamtmenge dieser Hormonproduktion. Der ist jedoch eher als geringe einzustufen und deswegen geht man nach der aktuellen Meinung davon aus, dass es eher so eine Pro-Hormon-Puffergeschichte ist und weniger wirklich eine substanzielle Unterstützung, aber trotzdem auch schon wieder faszinierend, wie hier immer wieder alles zusammenpasst.
Es haut mich jedes Mal vom Hocker.
Ich bin doch ehrlich, den Fakt höre ich zum ersten Mal. Also irgendwie jedes Mal, auch wenn man hier sitzt und die Folgen aufnimmt, lernt man dann doch was Neues. Das ist schon cool, das ganze Ding. Alright, wir haben jetzt über verschiedene Wege und ganz ehrlich, zeichnet euch das einmal alles auf und dann ist das Ganze halb so wild.
Es greift wirklich sehr schön ineinander und dann gibt am Ende, wenn man es einmal aufgemalt hat, alles Sinn. Wir haben jetzt das Testosteron, was machen wir damit? Das Testosteron muss vom Hoden zu anderen Zielorganen und Zielzellen, zum Beispiel der Prosteter, transportiert werden und so ein Sterangerüst, das ist groß, das ist hydrophob bzw.
lipophil. Das heißt, wir haben Transportproteine für dieses Hormon, mit denen es dann durch die Blutband transportiert werden kann. An den Zielzellen wird dann das Testosteron aufgenommen und in eine noch aktivere Form umgewandelt. Das ist dieses 5-Alpha-Dihydrotestosteron, LKA-Testosteron auf Testo, was letztendlich 2,5 Mal so aktiv wie das klassische Testosteron ist.
Also spritzt euch lieber das.
Anders. Genau, das ist jetzt dieses Testosteron ohne die Doppelbindung. Also quasi, wenn wir jetzt unseren Stadion Markus wiederholen und dem jetzt die 0-4 auf dem Schal klauen und den so richtig wütend und aggressiv machen, das ist dieses aktive 5-Alpha-Dihydrotestosteron, dass wir mittels des Enzyms 5-Alpha-Reduktase hergestellt bekommen.
Also das ist basically ein sehr angry-Stadion, Markus, weil wir dem die Doppelbindung geklaut haben.
Genau. Da jetzt nochmal kurzer Recap nochmal zu der Synthesephase hier. Also merkt euch die Strukturen, merkt euch die wichtigsten Syntheseschritte, falls ihr dann irgendwie da Sachen durcheinander bringt, was ist jetzt hier 5 Synthese, Delta 5-Synthese, was ist Delta 4-Syntheseweg, was jetzt in welcher Reihenfolge, ist vielleicht jetzt im letzten Detail nicht kriegsentscheidend.
Habt einen Überblick darüber, welche Schritte passieren, welche sind die aktiven Formen, wie sehen die grob aus, dann seid ihr hier richtig gut dabei. So, jetzt haben wir das Testosteron. Jetzt müssen wir uns natürlich noch fragen, ja, wie wirkt denn da die Hanze? Nehme ich über den Androgenrezeptor.
Das ist wieder ein intranuklearer Zeptor, also der diffundiert in die Z rein und wirkt dann da auf verschiedenen Ebenen, unter anderem ja als Transkriptionsmodulator und ist ganz wichtig für die männliche Geschlechtsdifferenzierung, sowohl embryologisch als auch postpubertär. Genau, dann die Spermienbildung in den Sertoli-Zellen wird auch modelliert durch das Testosteron.
Das schauen wir uns gleich nochmal an. Und es gibt auch eine psychische Wirkung. Also Libido ist auf jeden Fall beeinflusst durch Testosteron, Aggressivität. Da haben wir uns im Vorfeld jetzt ein bisschen damit noch beschäftigt, weil wir dachten eigentlich, das wäre der Fall, aber das ist wohl, hat Clara herausgefunden, nicht ganz eins zu eins übertragbar auf den Menschen.
Im Tiermodell ist das wohl zu belegen, aber beim Menschen kann man sich da nicht so ganz sicher sein.
Es eskaliert sogar so weit, ich habe Studien gefunden, die gesagt haben, dass Testosteron teilweise männlich gelesen oder Testosteron produzieren, der Person zu besseren Partnern macht und Frauen mit mehr Testosteron sogar weniger aggressiv. Also es war super spannend.
Genau, aber auf jeden Fall hat das Testosteron eine Anabole, also den Aufbau körpereigene Masse betreffende Wirkung, unterstützt den Aufbau von Muskelmasse, Bildung von Erythrozyten etc. pp. Daher kommt Leos Anregung, dass man sich doch das Ihr Trotestos.
So, jetzt wollen wir uns hier einmal noch Regulation angucken. Alle wichtigen Hormone bedarfen einer noch wichtigeren Regulation. Und da gucken wir uns jetzt einmal die große Gesamtachse an. Wir fangen an im Hypothalamus, wo das Gonadotropin-Releasing-Hormon produziert wird. Und das wiederum stimuliert in der Adenohypophyse die Freisetzung von FSH und LH.
Das LH geht an die Leidikzellen, von denen wir es vorhin schon hatten, und bewirkt jetzt dort, dass Testosteron synthetisiert wird. Das FSH wiederum wirkt an den Sertolizellen und treibt dann dort zusammen eben mit dem in den Leidikzellen produzierten Testosteron die Spermatogenese voran. Und ganz am Schluss haben wir noch Inhibin und Aktivin, die kommen wiederum auch aus den Zertoli-Zellen und die regulieren jetzt oder fein regulieren den FSH-Pegel.
Und Testosteron wirkt natürlich auch negativ rückkoppelnd auf LH und die GNRH-Freisetzung.
Genau, die Leidigzellen, da erinnert ihr euch wahrscheinlich noch aus der Histo dran, das sind einfach so kleinere Zellhaufen, die so irgendwie zwischen diesen großen Spermien produzierenden, sag ich jetzt einfach mal, Zellkreisen irgendwie liegen. Und die wesentliche Aufgabe von denen ist eben. Die Produktion kommt.
Als finales Feuerwerk der Hormone, die wir gerade beschrieben haben, gibt es jetzt nochmal einen Deep Dive und zwar, was passiert an den Leidigzellen, wenn LH bindet?
Ja, Clara hat es ja gerade erklärt, ne? Also dass in diesem ganzen Kreislauf LH bindet an die Leidigzellen und dann wird da Testosteron synthesisiert.
Genau, und das ist jetzt beispielhaft für alle Steroidhormone. Es gehen alle, wie ich schon gesagt, vom Cholesterin aus und der erste Schritt der regulierenden Initialzündung, der Explosion. Das gleiche zum Beispiel durch ACTH in der Nebenlierenrinde, ist, dass Cholesterin zu Pregnolon wird. Wir erinnern uns in der letzten Folge, die die Pregnant-Urmutter der, also Pregnolon, deswegen Pregnant, der Steroidhormone durch die Cholesterin-Desmolase, eben durch die Spaltung der Seitenkette zwischen dem C20 und C22.
Das ist quasi so der Ursprung allen Übels, allen Gutes, je nachdem, wie man es nimmt.
Genau, und das muss jetzt quasi die Regulation von diesem Prozess oder von der Synthese von diesen ganzen verschiedenen Steroidhormonen, ist eben quasi, dass die Cholesterin-Desmolase arbeiten kann. Und das kann sie eben, wenn LH da in dem Fall nicht an die Leidekzellen binden würde, würde das grundsätzlich erstmal nicht gehen, weil es erstmal ein Problem gibt.
Das Cholesterin liegt nämlich erstens unfrei vor, also es kann gar nicht verarbeitet werden, es ist nämlich als Ester gebunden. Und zweitens ist es gar nicht da, wo die Cholesterin-Desmolase ist. Die ist nämlich an der inneren Mitochondrienmembran, also quasi abgegrenzt durch die äußere Mitochondrienmembran.
Und das Cholesterin bzw. Cholesterin-Ester ist im Cytosol. Also es ist am falschen Ort und es liegt nicht frei vor. Und diese beiden Schritte werden eben durch die Regulation behandelt oder abgeändert. Nämlich erstens, Cholesterin-Ester-Hydrolase stellt das freie Cholesterin bereit und das sogenannte Star-Protein, das ist am Ende ein Kanalprotein, importiert dann das Cholesterin, das jetzt freie Cholesterin, dann in das Mitochondrium, sodass dann eben die Cholesterin-Desmolase an der inneren Mitochondrien-Membran arbeiten kann und das Cholesterin zum Pregnanolon umwandeln kann.
Und das alles macht das LH.
Genau.
Ja, genau.
Und das macht das LH, nämlich über diese Regulation. Das LH bindet an den G-Protein gekoppelten Rezeptor. Das ist G-Alpha gekoppelt, sollte soweit bekannt sein. LH bindet die Alpha-Une des primären G-Proteins, aktiviert Adenylarzyklase, das setzt CAMP-frei, die PKA wird aktiviert. Und das wiederum aktiviert dann die, oder das bewirkt die Phosphorylierung und damit Aktivierung von der Cholesterin-Esterhydrolase, also die Freisetzung von Cholesterin und die Phosphorillierung und Aktivierung von diesem Star, also von diesem Kanalprotein, sodass es dann eben ins Mitochondrium transportiert werden kann.
Und da laufen jetzt eben alle Fäden von dieser und der letzten Folge zusammen. Das ist der zentrale regulatorische Schritt, den ihr jetzt hier verstanden habt und ihr habt euch durch echt viel Biochemie durchgekämpft. An der Stelle dafür Hut ab.
Zweite Hälfte der Folge, Praxisbeispiel, weiblicher Zyklus. Grundsätzlich komplex. Wir gehen es erstmal einmal im Überblick durch aus didaktischen Gründen, um einmal so, dass wir alle auf dem gleichen Stand haben, die die Grundzüge des weiblichen Zyklus einmal beleuchtet haben. Im Schnitt dauert das Ganze 28 Tage und lässt sich in zwei Phasen einteilen.
Man muss dazu sagen, dass das schon halt wieder sehr lehrbuchorientiert ist, weil irgendwie am Ende des Tages sind tatsächlich nur 10% wirklich genau so, wie es im Biologieunterricht behandelt wird. Und der Rest ist irgendwie irgendwo anders. Und deswegen ist das Ganze sehr modellhaft. Die Phasen sind grundsätzlich ähnlich, nur über die Dauer könnte man wahrscheinlich noch diskutieren.
Genau, so diesen 28-Tage-Zyklus, das ist letztendlich halt wirklich nur ein Modellzyklus, den nur eine von zehn Frauen überhaupt hat und tatsächlich variiert das irgendwie zwischen 18 bis 36 Tagen und das ist auch alles gleichermaßen physiologisch und völlig in Ordnung.
Man macht es halt erklärend leichter, diese 28 Tage zu nehmen, deswegen machen wir es. Aber niemand sollte sich davon verunsichern lassen.
Genau, also der Einfachheit halber arbeiten wir mit 28 Tagen, weil dann geht es sich wunderschön aus. Von Tag 1 bis 14 ist dann nämlich die erste Zyklusphase, das ist die Foliklphase und beginnt mit dem ersten Tag der Menstruation bis hin zum Eisprung, also der Ovulation. Genau. Nach der Menstruation wird die Schleimhaut langsam wieder aufgebaut, die eben während der Menstruation abgestoßen wird mit Hilfe von Östrogen.
Und gleichzeitig dazu reifen im Ovar auch schon die nächsten Folikel heran. Also dieses System ist irgendwie die ganze Zeit auf Hochtouren und es wird in jedem Organ fleißig gearbeitet. Und bei einem sehr hohen oder sehr starken LH-Peak wird dann aus dem reifen Folikel dann eben die Eizelle freigesetzt und man spricht hier von der Ovulation.
Die zweite Phase geht dann von Tag 15 bis Tag 28, heißt auch Lutealphase und geht eben wieder bis zu der nächsten Regelblutung am ersten Tag des neuen Zyklus. Was hier passiert ist, dass nach dem Eisprung einem eben dieser Folikkörper zurückbleibt und zum Gelbkörper umgewandelt wird. Und der produziert jetzt fleißig Progesteron.
Das ist so der Main Player von der zweiten Zyklushälfte. Und auch der Grund, warum es die meisten Progesteron produzierenden Leuten in der zweiten Zyklushälfte nicht so gut geht wie in der ersten. Genau. Und das Progesteron, das sorgt letztendlich dafür, dass die perfekten Bedingungen für unsere Eizelle hinsichtlich Einstung dann geschaffen werden.
Das Leithhormon der ersten 14 Tage ist das Östrogen, Leithhormon der anderen 14 Tage ist das Progesteron bzw. halt die Gestergene. Und da müssen wir jetzt aber nochmal detaillierter reingehen.
Genau, und wir starten hier mit den Östrogenen. Mit der Struktur und Synthese geht es einmal los. Da einmal die Östradiolstruktur vor Augen führen. Also es ist wieder ein Stranring. Wir haben eine OH-Gruppe unten und oben, also Stelle 3 und Stelle 17. Und wir haben eine Methylgruppe. Ganz charakteristisch hier ist auch noch der aromatische A-Ring, das ist der Ring links unten.
Dieser aromatische Ring entsteht eben dann, wenn die Aromatase die C19-Methylgruppe entfernt, ausgehend vom Testosteron. Also das ist dann immer so gezeichnet mit so einem Kreis in diesem Sechseck. Und daran erkennt ihr dann eben das Östrogen ganz typischerweise in der Biochemie. So, und auch für diese Struktur haben wir uns da eine kleine Merkilfe ausgedacht.
Könnt ihr euch einmal den freundlichen Herren hier aus Baden-Württemberg, Herr Jam Öztemir, vorstellen, beim Empfang des Gesellschaftsabend für die Alkoholwirtschaft. Also so quasi so eine Art parlamentarischer Empfang von der Alkoholgesellschaft. Und der trägt natürlich, wie sich das gehört, ein Situs in versus MET-Brötchen-Shirt.
Müssen wir auch noch rausbringen irgendwann. Oh mein Gott. Und genau, das ist eben dann eben die Gesellschaft für Alkoholwirtschaft. Das hier stellvertretend für die Alkoholgruppe unten und oben. Und dieses MET-Brötchen-Shirt dann eben dafür, dass wieder eine Methylgruppe mitwirkt. Aber weil es eben nur so ein kleines Logo ist, wie von uns eben auf unseren Shirts, wie ihr das kennt, ist es hier nur eine MET-Gruppe und eben nicht zwei.
Diese subtile Werbung, ne? Das ist krass.
Genau. Und örse Demir, warum eigentlich dieser Name, weil Östrogen, das ist der einzige Mensch, der mir mit Ö eingefallen ist, irgendwie.
Also Fam, wir wissen, du bist Fan. Deswegen lad mal ein Foto rum in MET-Brötchen und markier uns mal. Kannst du noch Veganes mitnehmen? Ist mir egal. Ja, markiere uns mal, wir könnten gerne reposten. Dann können wir dir wissen, welche Reichweite generieren.
Wow. Ach ja. Und an welchem Ort entsteht das Östradiol? Die Synthese geht durch zwei wesentliche Zelltypen. Im Ovar, nämlich einmal über die TK-interner Zellen. Das ist eine Bindegewebsschicht um die Folikel-Epithelzellen herum. Und die stellen eben das Androgen aus den Cholesterin her, wie schon besprochen am Anfang der Folge.
Und dann diffundiert eben das Androgen oder die Androgene, das Testosteron im Endeffekt, das diffundiert dann Parakrin, also quasi in die Umgebung gebend, ins Innere des Folikels. Und dort sind dann die Granulosa-Zellen und die nehmen das dann auf und setzen das Androstendion bzw. Testosteron in Östradiol um.
Und welches Enzym macht das? Da haben wir schon drüber geredet, das ist die Aromatase, die macht dann diesen Ringschluss, diesen Aromaringschluss. Und das ist hier eben dann das Key-Enzym, das ihr euch merken müsst. Genau. Außerdem gibt es auch noch eine Synthese in weißem Fettgewebe und das wiederum erklärt, warum schlanke Frauen mehr mit postmenopausalen Problemen zu kämpfen haben.
Einfach weil die weniger weißes Fettgewebe und dann weniger Synthese haben, oder?
Ja, ich denke.
Okay. Dann haben wir das Östrogen jetzt produziert. Jetzt müssen wir uns anschauen, wie und vor allem auch wo es wirkt. Allgemein könnt ihr euch merken, dass Östrogen eher Anabol, also aufbauend in verschiedenen Stationen des Körpers wirkt und deswegen tatsächlich auch in dieser ersten Zyklusphase Kraftsport deutlich effektiver ist als in der zweiten Zyklusphase, weil es unter anderem auch Einfluss auf Aufbau von Muskelmasse hat.
Außer an der Muskelmasse wirkt es vor allem am Endometrium, wo es für Proliferation sorgt. Außerdem sorgt es für Produktion von Zervixschleim und Weitstellung des Muttermundes. Dadurch können eben Spermien viel leichter in den Uterus gelangen und es kommt einfacher zur Befruchtung. Außerdem wirkt es auch Anabol beim Knochenaufbau, nämlich über eine Aktivierung der Osteoplasten, unterstützt und begünstigt allgemein Sexualentwicklung und Reifung, vor allem auch von sekundären Geschlechtsmerkmalen.
Und wir haben noch diverse andere Wirkungen über die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale hinaus, zum Beispiel eben Erhöhung der Thrombose-Neigung. Das ist zum Beispiel auch der Grund, warum man eben bei Hormonpräparaten, die Östrogen enthalten, halt eben diese thromboembolischen Ereignisse als Nebenwirkung hat, weil Östrogen eben die Thrombose Neigung erhöht.
Außerdem hat es auf Proteinsynthese-Effekte, es hat vaseprotektive Effekte und viele, viele weitere, wo wir jetzt leider nicht on Detail reingehen können. Aber es ist echt super spannend.
Genau, und trocken wie die Sahara gehen wir einmal direkt weiter zur nächsten Gruppe, nämlich zu den Gestagenen. Also wir wollen jetzt hier einmal kurz ein bisschen Stichpunkt auf reinbringen und es eben danach nochmal mit dem Zyklus en Detail durchgehen. Wir haben den ja schon am Anfang einmal kurz besprochen.
Jetzt gehen wir einmal kurz in die ganzen Hormone rein und dann am Ende gehen wir nochmal den Zyklus im Detail mit dem ganzen Wissen, das wir uns aufgebaut haben, durch. Das war die ganze Idee dahinter, aber dafür müssen wir jetzt noch schnell einmal die Gestagene durchprügeln. Das Wichtigste da ist das Progesteronen.
Da gibt es noch eine letzte Merkhilfe, dann habt ihr es auch geschafft mit meinen Merkhilfen. Das wäre nämlich einmal so der sogenannte Keto-Atze. Genau, also der Keto-Atze, könnt ihr euch vorstellen, es ist wie so ein chilliges Baby, das auf ketogerne Ernährung setzt und mit einem Schalke 0-4-Schal eingewickelt ist.
Ja, den Schalke 0-4-Schal, den mussten wir irgendwie nochmal recyceln. Genau, also hat eben das Sterangerüst und dazu eben auch noch Ketogruppe und eine Acetylgruppe, also Keto und Atze, und die Doppelbindung an Stelle 4, genau, dafür der Schalke 0-4-Schal. Genau. Und das eben in der Merkhilfe ein Baby, weil die Rolle vom Progesteron, da kommen wir gleich noch drauf, eben ganz wesentlich die Einnistung der Eizelle zu befördern, eben hat.
Eben so quasi die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft, gute Konditionen dafür schaffen, dass dann eben die befruchtete Eizelle sich einnisten kann. Daher taucht in dieser Merkhilfe eben das Baby auf.
So, mit dem Keto-Arzen werden wir die Progesteronwirkung jetzt so schnell nicht mehr vergessen. Wir gucken uns jetzt einmal noch schnell an, wie die Synthese von dem Hormon abläuft. Und im Prinzip haben wir darüber eigentlich schon geredet. Bei der Androgensynthese haben wir drüber gesprochen. Da war das Progesteron auf dem Weg in diesem Delta-Ver-Weg, sprich mit der Isomerisierung und dem Ganzen.
Und die einzelnen Schritte waren eben Cholesterin, rüber zum Prägnenolon und dann zum Progesteron eben mit Hilfe dieser Isomerase auf dem Delta-Ver-Weg. Wo läuft das Ganze ab? Das Ganze spielt sich einmal im Ovar ab, in der Thekainterne während der Folikelphase und auch im Corpus lutheum, also im Gelbkörper, sprich der Folikel, aus dem das Eifeuer gesprungen ist, während der Lutealphase.
Und in der Plazenta während der Schwangerschaft, weil das Ganze eben eine schwangerschaftssupportive Wirkung hat.
Genau. Also, wie schon besprochen, die Wirkung von Progesterone eben erstens die ganz idealen Einnetzungsbedingungen im Endometrium für die bewuchtete Eizelle, aber eben auch die Verdickung des Schleimpfropfens am Zervixkanal, um die Durchlässigkeit für die Spermien eben jetzt wieder zu reduzieren. Die ist ja jetzt grundsätzlich erstmal nicht mehr unbedingt nötig in der zweiten Zyklushälfte bzw.
der Schwangerschaft. Dann die Steigerung der Proliferation und Sekretionsbereitschaft der Drüsen an den Mammäh, also an den Brüsten. Das hat ja dann auch wieder eine schwangerschaftsvorbereitende Wirkung. Und das wirkt antiöstrogen. Also es reduziert die ER-Exprimierung, stimuliert die Hydroxylierung und damit die Inaktivierung von Östrogen.
Also der Östrogenrezeptor wird weniger exprimiert. Und ZNS gibt es da eben auch noch den Temperaturanstieg und auch noch einen Einfluss auf den Gemütszustand.
Ein Exkurs. Wir gehen jetzt wieder zurück zum Standardfall des weiblichen Zyklus und gehen hier tatsächlich jetzt noch einmal kurz die Phasen durch und schauen uns an, was wo im Körper passiert. Nochmal, es sind 28 Tage und beeinflusst eben die Uterus-Schleimhaut, den ovariellen Zyklus und Hormonzyklus.
Und das alles greift ineinander über, geht Hand in Hand und hat eben auch Einfluss auf eine komplette Handvoll anderer Stoffwechselprozesse, Einfluss auf die Knochenbildung, Muskelaufbau und so weiter. Wir beginnen unsere Zählung, das werdet ihr letztendlich auch zum Beispiel bei so Datieren von Schwangerschaften und sowas sehen, immer am ersten Tag von der Monatsblutung.
Also sprich, da, wo die Uterusschleimhaut vom vorherigen Zyklus abgestoßen wird. Und wir gucken uns jetzt für jede Zyklusphase an, was in den Einzelorganen, also im Ovar an der Uterusschleimhaut und allgemein im Hormonhaushalt so passiert. Am Anfang ist es immer so ein kleines bisschen holprig, irgendwo müsste man anfangen.
Und wir fangen in der desklamativen bzw. proliferativen Phase des Zyklus an, auch Folikelphase genannt. Die geht eben von Tag 1 bis 14 und hier wird das Endometrium nach der Menstruation neu aufgebaut. Im Ovar passiert hier was anderes. Hier werden ungefähr 10 bis 20 Folikel herangereift bis hin zum Tertiarfolikel.
Und dann, damit wir halt nicht 10 oder 20 Eier haben, die dann zum Zeitpunkt des Eisprungs springen, setzt sich hier nur ein einzige dominante Folikel durch. Das ist der sogenannte graphische Folikel. Und das kann man dann tatsächlich um den Eisprung rum auch als ein bis zwei Zentimeter großen Blöbbel im Ultraschall sehen.
Also das ist wirklich riesig. Im Endometrium eben diese Desquamationsphase von Tag 1 bis 4. Da wird noch die alte Gebärme der Schleimhaut abgestoßen, genauer gesagt die Lamina Funktionalis. Da eben das Progesteron, das wir brauchen, um diese Schleimhaut und eine potenzielle Schwangerschaft aufrechtzuerhalten, wegfällt.
Dadurch kommt es halt zu Gefäßspasmen in diesen Spiralarterien, die die Schleimhaut versorgen und letztendlich wird dann das Gewebe unterversorgt und abgestoßen. Von Tag 4 bis 15 ist dann die Proliferationsphase, wo die Epithelzellen proliferieren und eine neue Endometrialschleimhaut aufbauen. Was die Hormone angeht, können wir uns das Ganze auch nochmal einteilen in eine frühe und in eine späte Folikelphase.
In der frühen Folikelphase, dadurch, dass eben das Progesteron aus dem letzten Zyklus weggefallen ist, wird diese Rückhemmung auf FSH und LH aufgehoben. Das heißt, wir haben initial einen höheren FSH-Spiegel und dieser bewirkt das Heranreifen von den Foliken. Gleichzeitig steigt deswegen auch unser Östrogenspiegel, das ist logisch, weil Folikel eben der Ort sind, wo das Östrogen produziert wird.
Wenn unsere Folikel wachsen, dann nimmt natürlich auch die Östrogensynthese zu. Das Östrogen hat in niedrigen Konzentrationen jetzt aber einen negativen Rückkopplungseffekt auf FSH. Das heißt, der FSH-Spiegel fällt, während der Östrogenspiegel steigt. Das bewirkt, dass alle anderen außer dem grafischen Follikel, also dem dominantesten Folikel, untergehen, weil die kommen mit dieser niedrigen FSH-Konzentration einfach nicht zurecht.
Und der dominante Follikel, das ist letztendlich der mit der größten FSH-Rezeptordichte, das ist der einzige, der halt mit diesen niedrigen FSH-Konzentrationen letztendlich auskommt und sich deswegen durchsetzt.
Dieser Feedback vom Östrogen auf das FSH ist einfach so ein ganz typischer negativer Feedback. Ganz genau. Also das wird ja dadurch abgenommen.
Das Östrogen ist aber ein sehr spannendes, sehr seltsames Hormon und ich muss sagen, ich fand das super, super interessant, danach zu lesen. Denn ich habe ja gesagt, in niedrigen Konzentrationen wirkt es über diesen, wie du gerade gesagt hast, Moritz, ganz klassischen negativen Rückkopplungsmechanismus, über negative Feedback-Härung.
In hohen Konzentrationen wiederum wirkt sich Östrogen positiv rückkoppelnd auf FSH- und LH-Konzentrationen aus. Das heißt, während die Östrogenproduktion steigt und steigt und steigt, ist ab einem bestimmten Punkt diese Rückkopplung von negativ auf positiv umgestellt und das bewirkt einen sehr starken LH- und FSH-Peak und der löst letztendlich den Eisprung und die Ovulation aus.
Das Ei springt und zurückbleibt dann eben dieser leere Folikel und der wird zum Gelbkörper bzw. Korpuslithium umgebaut.
Genau, und damit beginnt dann eben die so nach Modell gedachte zweite Phase vom weiblichen Zyklus, nämlich die sekretorische Phase oder auch Lutealphase genannt. Wenn man dem Ganzen eine Überschrift geben wollen würde, könnte man sagen, ideale Bedingungen für die Einlistung der befruchteten Eizelle, wie gesagt, so ungefähr Tag 15 bis 28.
Was passiert da im Ovar? Wir hatten gerade gesagt, Eisprung ist durch, durch den hohen LH- und FSH-Puls am 14. Tag. Aus den Thek- und Kanulosa-Zellen des gesprungenen Folikels entwickelt sich dann eben der Gelbkörper, der eben jetzt das Progesteron, das Leithhormon von diesem zweiten, von dieser zweiten Zyklushälfte herstellt.
Im Endometrium stimuliert dieses Progesteron nun die sekretorische Phase der Uterus-Schleimhaut und schafft eben dort diese idealen Bedingungen durch die Bildung der sogenannten Prädezidualzellen. Habt ihr bestimmt in der Mikro schon mal gehört. Das sind quasi Glykogen, Proteine und Lipide lagernde Stromazellen, die quasi schon so richtig ready sind, irgendwie eine einzunistende Eizelle dann schön durchzufüttern von der Seite so.
Genau, und dieser Gelbkörper atrophiert dann aber eben auch irgendwann so am 26. Tag in diesem Standardzyklus. Genau, weil ja dann wieder ein neuer eben losgeht. So hormonell im Corpus lutium wird eben durch die Tekaluteinzellen das Androgen, durch die Granulosa-Luteinzellen das Gestagen und Östradiol entwickelt oder produziert.
Und wie gesagt, Progesteron ist hier das Leithhormon. Und zum Ende der Lutealphase haben wir, wie gesagt, diese Atrophierung des Gelbkörpers, dadurch dann wieder einen reduzierten Progesteronspiegel, Östrogenspiegel auch, wodurch dann die Hemmung auf LH und FSH wegfällt und dann wiederum LH und FSH ansteigen.
Und dadurch haben wir dann wieder quasi die Förderung von einem neuen Folikel, von einer neuen Folikelkolonie, die heranwächst. Und dann werden wir wieder da am Anfang, wo Clara vorhin angesetzt hat. Durch den Wegfall des Progesterons wird dann eben auch das Endometrium abgestoßen. Es geht dann wieder los mit einer neuen Regelblutung und der Kreislauf schließt sich.
Außerdem steigt übrigens in dieser Luthealphase noch die basale Körpertemperatur um so 0,3 Grad. Und das kann man dann auch messen und dadurch so ein Gefühl entwickeln dafür für die eigene Zykluslänge und Zykluskontrolle am Ende da ausüben. Und da kann man dann irgendwie einen Einblick darin bekommen, wann hat man denn jetzt irgendwie seine fruchtbaren Trage.
Und das kann man dann natürlich als Verhütungsmethodik nutzen. Das wäre die Symptothermale Methode. Genau.
Zyklus-Detailebene eine Ebene höher, dem 28-Tage-Minstruationszyklus übergeordnet ist, nämlich die Hypotale muss Hypophysen. Achse und der Hypothanamus, der sekretiert eben pulsatil das Konandotropin-Releasing Hormone, wie wir es eben in der ersten Folgenhälfte auch schon hatten. Und diese pulsatile Sekretion, die Sekretion ist am höchsten in der späten Folie-Phase, eben weil wir hier die höchste Konzentration an Östrogenen haben, die in einer hohen Konzentration positiv rückkoppelnd wirken und dadurch eben die GNRH-Sekretion antreiben und letztendlich dann auch mehr LH und FSH in der Hypophyse freigesetzt wird.
In der Lutealphase ist diese Sekretion am niedrigsten, weil Progesteron eben negativ rückkoppelnd wirkt und auch das Östrogen jetzt hier in niedrigeren Konzentrationen vorhanden ist und wir wissen eben, niedrig dosiertes Östrogen wirkt negativ requent. Wir fassen das Ganze jetzt noch einmal zusammen, da auch hier so Fragen zum Menstruationszyklus ganz gerne eben sind, welches Hormon peakt wann, welches Hormon ist wo am höchsten, welches ist wo am niedrigsten.
Deswegen hier einmal nochmal die Hormon-Peaks zusammengefasst. Der GNRH-Peak ist am höchsten während der Ovaluation, weil wir hier auch einen sehr hohen Östrogenspiegel haben. Der FSH-Spiegel, der ist am höchsten in der Desklamationsphase, also diese frühe Folikelphase und hat einen neuen Peak bei der Ovulation.
Eben aufgrund der Reifung des Folikels. Das LH ist während des Eisprungs am höchsten, das Östradiol in der Folikphase, ganz kurz, Östradiol ist einfach nur ein anderes Wort für Östrogen. Und Progesteron ist in der Blutalphase am höchsten. Und damit habt ihr es durch den Menstruationszyklus einmal geschafft.
Einmal den Ritt durch 28 Tage, die nur in eins von zehn Zellen 28 Tage sind.
Alle Oberflächlichkeit natürlich. Selbstverständlich.
Was haben wir heute alles gelernt? Wir haben gelernt, dass die Steroidhormonsynthese maßgeblich durch die Cholesterindesmolase reguliert wird. Als erster Schritt der Synthese, wenn Cholesterin zu Progesteron wird. Trignolon. Trignelon, genau. Zwei verschiedene Synthesewege haben wir hier kennengelernt, die Testosteron liefern und das noch aktivere Hydrotestosteron.
Beide wirken hier anabol als Sexualomon des Mannes, unter anderem auf die Spermienreifung. Östrogene werden mittels der Aromatase aus dem Testosteron gewonnen und werden durch wachsende, durch die wachsenden Folikel und später auch ein wenig durch den.
Es steht einfach nur durch den im Skript. Leute, lasst mal Rex und durch den Bass.
Wir werden mittel der Aromatase aus dem Testosteron gewonnen und werden durch die wachsenden Folikel und wird ein wenig durch den gelbkörper. Aber nur ein wenig.
Okay. Wusste ich wollten, nur wissen, ob es aufweisst. Progesteron dominiert den zweiten Teil des weiblichen Zyklus und schafft optimale Bedingungen für die Nidation der befruchteten Eizelle.
Und dafür, dass wir uns kacke fühlen.
Ja.
Wir freuen uns. Jetzt gibt ja eigentlich im Skript noch Schätzfrage für Leo, aber habe ich vergessen. Reich mal nach. Ja, weiß ich nicht. Jetzt haben wir nämlich am Anfang immer gemacht, als wir diesen angefangen haben mit dem Podcast, dass wir immer so lächerliche Schätzfragen überlegt hatten und dann richtig reingeschissen hatten dabei, aber.
Wir haben jetzt aber hier vorne.
Ich gehe jetzt hier in die Produktion und produziere die Folge fertig. Du hast jetzt so eine Stunde, zwei Zeit, dir eine Schätzfrage zu überlegen und dann stellen wir die einfach unter die Folge an alle unsere Hörenden.
Das ist nämlich diese Folge. Freunde, da folgendes, die ist frühwarm. Wow. Die ist nämlich, die ist, also die geht One-Live, Leo.
Ja, wahrscheinlich so eine, also ich meine, jetzt ist es Lifetime 21.23 Uhr. Und ich hätte jetzt mal so eine Stunde zwei Post-Production brauche ich. Also, noch heute. So, Freunde, es war mir ein fest Endokrino 3. Das Grand Finale folgt. Seid ihr fast auf. Endokrinologie. Ja, was ist schon klar, dass nach 3-4 kommt.
Haben wir einen Namen schon für Endokrino 4? Schauen wir mal. Süß oder nicht süß?
Das ist hier die Frage.
Das ist hier die Frage.