Situs Inversus – Der Vorklinik-Podcast

PBC Endokrinologie: Hormonachsen und Schilddrüsenhormone

Montag, 21. April 2025 · 55 min

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Shownotes

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Von dicken Hälsen
- Schlechter Ruf, dafür um so wichtiger! Hormone als körperweite Mediatoren von fast allen wichtigen Körperfunktionen spielen eine zentrale Rolle in die Homöostase, Wachstum und sogar Psyche. Freut euch auf einen ersten spannenden Einblick in die wichtigsten Steuerachsen mit Fokus auf die Schilddrüsenhormone in der heutigen Folge!
Hört rein!
Euere Moritz, Klara und Leo

Hier findet ihr nochmal die passende Histo-Folge zu den Endokrinen Organen (tinyurl.com/his-organe-9) :)

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El Girl Jan amenazin. Was heißt das denn als Spanners?

Hallo und herzlich willkommen zurück bei Situs Inversus der Falking Podcast. Es freut mich sehr, dass ihr auch euren Weg in unsere Kurzstaffel zur Endokrinologie gefunden habt. Die nächsten vier Folgen begleite ich euch, genauso wie Clara und Moritz.

Moin Leute.

Einen schönen Abend. Wir beschäftigen uns in den nächsten vier Folgen über schon sehr, sehr wichtige Player, die aber jetzt oft keinen so einen super guten Ruf haben. Also durch die Medien sind sie nicht gut gegangen. Sie sind schuld an Stress, sie sind schuld an Pickeln, schuld an Haarausfall, sind schuld daran, dass die Eltern auf einmal maximal peinlich sind, wenn man auf einmal 13, 14 wird.

Wer hat es erfasst, es geht um die Hormone? Die haben zwar oft einen schlechten Ruf, viele Vorurteile abzuhalten, aber ohne ist auch scheiße. Deswegen beschäftigen uns die nächsten vier Folgen mit der Endokrinologie und versuchen euch so ein bisschen näher zu bringen, welche Hormone relevant sind und wie dieses unfassbar komplex, interessante System so ineinandergreift, dass unser Körper doch das tut, was er soll.

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Einige von euch fragen uns manchmal auf Insta, ob wir irgendwie so Lernstrategien oder Lerntipps haben. Keine Ahnung, warum wir dafür die Autorität haben. Aber es ist ja schon so im Medizinstudium, es gibt so Sachen, die versteht man einmal und dann kann man die. Und dann gibt es so diese vielen Fakten, die man wirklich relativ stumpf auswendig lernen muss.

Und das hilft einfach nichts, die müssen einfach rein. In der Vorklinik erinnere ich mich an die Hirnnerven, die Anatomie oder sonstiges. Manche Sachen muss man sich einfach auswendig merken. Und da ist der Game Changer schlechthin tatsächlich Meditrix. Meditrix, das sind quasi Eselsbrücken als Bilder.

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Ja, und das macht dann einfach viel mehr Spaß. Ich glaube, das kann man sich auch schlecht vorstellen, wenn wir jetzt so drüber reden. Deshalb schaut euch mal die Demo auf meditrix.de an. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was euch da erwartet. Ja, genau. Und das lohnt sich auf jeden Fall, da mal reinzuschauen, ob das was für euch ist.

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Das war's schon.

Es ist unglaublich toll. Es ist ein unglaublich faszinierendes, schönes Thema. Also ich kann euch wirklich nur beglückwünschen, dass ihr euch dafür interessiert sind und diese Folge anhört. Weil mir persönlich hat es damals in der Vorklinik, aber auch hier in der Vorbereitung, unglaublich viel Freude bereitet.

Das führt irgendwie alles zusammen. Es ist einfach toll. Trotzdem, trotz aller intellektuellen Höhenflüge, müssen wir uns erstmal mit den Grundlagen beschäftigen und uns fragen, was sind eigentlich Hormone? Das könnt ihr euch so vorstellen, es sind quasi irgendwie so die Fanzieher, die es irgendwie so im Körper gibt.

Und die Eigenschaften sind fast ein bisschen wie bei so einem Geheimagenten. Also die sind unauffällig und bewegen sich lautlos durch die Blutbahn, die wirken schon in den geringsten Konzentrationen, sind absolut zielsicher und hochspezifisch und haben überall ihre Finger im Spiel. Sie sind zwar klein, haben aber dafür eine riesige Wirkung.

Das heißt, es gibt eine starke Effektverstärkung durch Signalamplifikation am Zielorgan. Das ist dieser ganz typische Mechanismus durch diese ganzen Kaskaden, die es im Körper gibt. Das hat ja einerseits die Funktion, dass natürlich irgendwie das gut verschalten werden kann, aber es hat eben auch diese Amplifikation.

Also mit jedem einzelnen Schritt wird dann der Effekt ein bisschen stärker akzentuiert.

Ja, mal abgesehen davon, dass wir dann eben viel weniger Hormone brauchen, um den gleichen Effekt zu erzielen. Sonst müssten wir irgendwie gottlose Mengen an Hormonen produzieren, um am Ende irgendwie einen Effekt zu bekommen, wenn wir es nicht verstärken würden.

Ja, genau. So, aber jetzt genug mit den Metaphern und Geheimagenten. Hormone, das sind chemische Signalstoffe. Also kleine Moleküle, die meist über das Blut zu ihren spezifischen Zielzellen transportiert werden. Und an dem Zielort beeinflussen sie dann verschiedenste metabolische und physiologische Parameter, sind ja wirklich bei allen möglichen Systemen, die wir so in unserem Körper haben, aktiv Blutzucker, Elektrolysehaushalt, alles Mögliche.

Und da fliegen wir jetzt dann in dieser Folge so ein bisschen drüber.

Ja, Moritz hast du gesagt, meist über das Blut und genau bei diesem meisten möchte ich nochmal kurz deepdive. Es gibt natürlich auch andere Möglichkeiten, wie ich mein Hormon von A nach B bringe und wie es letztendlich wirkt. Das, was du gerade angesprochen hast mit eben Transport übers Blut, ist Endokrin, also endokriner Sekretionsmodus.

Es gibt aber noch zwei weitere grundlegende Sekretionsmodi. Das ist einmal Parakrin. Das heißt, ich habe eine Zelle, die sezeniert ihre Hormone mehr oder weniger ins Nichts, ins Indastium. Und das wirkt auf alles, was es in die Griffel bekommt in der direkten Umgebung. Es wirkt über Diffusion, das heißt, es geht jetzt nicht unendlich weit.

Und es wirkt halt auf alles. Also selbst wenn da jetzt ein anderer Zelltyp neben der Zelle sitzt, wirkt es trotzdem bei dem. Und dann gibt es Autokrin, das ist basically das gleiche wie Parakrin, nur dass das ausschließlich auf die gleichen Zelltypen wirkt. Also es sezeniert die Zelle und dann wirkt es auf die Zelle selber und auf alle Zellen vom gleichen Typ in der direkten Umgebung.

Genau, also alles, was irgendwie längere Strecken hin zurücklegen muss, ist Endokrin. Nachts schafft es immer Parakrin. Para ist, glaube ich, auch Lateinisch für daneben. Also macht ja auf jeden Fall Sinn. Genau. Es gibt noch alle möglichen verschiedenen Optionen, wie man die Hormone einteilen kann. Das ist irgendwie so ein bisschen so ein nerviges, leicht unnötig akademisch angerauchtes Thema.

Aber es ist auch übrigens nicht wahnsinnig prüfungsrelevant. Aber es hilft euch, so ein bisschen Strukturen in euren Schädel reinzubekommen. Besonderes Augenmerk, da kommen wir dann gleich zu, chemische und biochemische Eigenschaften, die hängen irgendwie gut miteinander zusammen, eng miteinander zusammen und da kann man dann so ein bisschen wissen, ja, was wirkt denn jetzt hier irgendwie über welchen Mechanismus.

Daher gehen wir da kurz rein, einfach weil es hilfreich ist. Man kann aber erstens einmal unterscheiden nach dem Entstehungsort. Das sind einmal die glandulären Hormone und die aglandulären Hormone. Die glandulären Hormone, die werden eben in den endokrinen Drüsen gebildet. Das sind zum Beispiel dann irgendwie die Schilddrüsen oder die Schilddrüse oder es sind die Nebennierenrinden.

Also quasi in organisierten Zellverbänden, die diese Aufgabe der Hormone oder Synthese von allen möglichen Stoffen verschrieben sind. Es gibt aber auch die aglandulären Hormone. Und das sind dann immer nur so kleine Zellgruppen, in denen diese Hormone gebildet werden. Oder auch manchmal einfach nur einzelne Zellen sogar, die zu keiner geschlossenen Drüse angehören.

Das sind dann eben so hormonbildende Zellen, die ja echt so random in anderem Gewebe vorkommen. Ganz klassisches Beispiel dafür wären die lange Hansinseln inmitten des Pankreas.

Das sieht doch irgendwie total abgefahren, aus wenn du dir da Histobilder ansiehst und es dann auch noch irgendwie am besten irgendwie immunhistochemisch angefärbt ist, hast du da dein exogrines Pankreasgewebe mit diesen ganzen Gängen. Und mittendrin sind dann da diese Inseln. Das sieht irgendwie wie reingeklext aus.

Müssen wir mal hintergehen, warum das eigentlich so ist. Naja.

Es ist eigentlich so ein eigenes Organ mit nur lange Hanszellen, wäre dann irgendwie auch sinnvoll, oder? Ach keine Ahnung. Nächste Einteilungsmöglichkeit ist chemische Struktur. Und wenn ihr euch diese Einteilungsmöglichkeit merkt, dann habt ihr es einfacher, zum Beispiel dann Aussagen zu treffen, wie muss dieses Hormon transportiert werden.

Warum? Erkläre ich gleich. Wir können einmal Hormone einteilen in die Klasse der Peptidhormone, Aminosäurenderivate und Steroidhormone. Die Peptidhormone, das sind alles irgendwie Abkömmlinge von Peptiden bzw. Proteinen, zum Beispiel unser Insulin. Aminosäurenderivate ist das Gleiche in praktisch 1 kleiner.

Also das sind nicht Abkömmlinge von Proteinen, sondern das sind Derivate von Aminosäuren. Unser Schilddrüsenhormonthyroxin zum Beispiel, es klingt schon vom Namen her super ähnlich, kommt von der Aminosäure Tyrosin. Und das letzte, die Steroidhormone, das ist alles, was ein Sterangerüst beinhaltet. Dazu gibt es in der nächsten Folge tatsächlich noch ordentlich mehr.

Und dieses Sterangerüst, das kennen wir zum Beispiel schon aus dem Cholesterin. Das heißt, letztendlich entstehen diese Steroidhormone aus dem Cholesterin. Und so ein super bekannter Vertreter von diesen Steroidhormonen ist zum Beispiel das Cortisol. Das kennt ihr, glaube ich, auch alle. Das ist irgendwie so der Stressmacher bei uns im Körper.

Und warum es jetzt Sinn macht, sich das nach dieser chemischen Struktur zu merken, ist, wenn ich weiß, von was für einem Abkömmling mein Hormon kommt, weiß ich, wie es transportiert wird. Peptidhormone und Aminosäurenderivate sind sehr schön wasserlöslich meistens. Und deswegen können die oft auch frei im Blut transportiert werden, während Steroidhormone, die vom Cortison kommen, riesig und unpolar sind.

Das heißt, die können nicht einfach so im Blut transportieren und deswegen brauchen die eigene Transporter.

So, wie wir jetzt ja wissen, sind Hormone überall, deswegen die Frage ist, wo fangen wir an? Bei der großen Zahl an Hormonen und Mechanismen bedarf es logischerweise einer Steuerzentrale. Ja, ne? Und so wie es halt immer ist, sitzt die Steuerzentrale doch ganz oben im Penthouse, ne?

El Gir. Nee. Also ja, aber nein. Aber ja, aber nein. Was heißt es denn nach Spanisch? Cerebro, glaube ich. El Cerebro? Oh, wo wir.

Weiß ich nicht.

Komm, wir googeln das gleich.

So, wir googeln kurz. Warteschleifenmusik.

Tadared.

Verdammt.

El Cerebro. Ich arbeite mit mexikanischen Neurochirurgen zusammen. Okay, das haben sie dabei gebracht.

Das ist wirklich das unfair, aber. Cerebro. Wir haben es auch relativ gut ausgesprochen. El Ceso könnte man auch noch für Gehirn und Verstand sagen.

Ja, okay. Aber wir bleiben bei Cerebro.

Okay.

So, welcher Teil vom Gehirn genau übernimmt jetzt die Regulation? Das ist unser Big Boss Hypothalamus. Hypothalamus auf Spanisch, Soleo, jetzt aber.

Nee. Aber ich glaube, Fabian hat es damals Hypo Barbo genannt. Ja, ja, genau.

Ach du Heilige. Okay, wir gehen weg von Hypo Barbo und bringen ein bisschen mehr Kultur in das Ganze, denn wir haben hier eine Analogie mit einem Orchester geschaffen. Wir sehen jetzt den Hypothalamus, also unsere große Zentrale, die das ganze System steuert, als Chefdirigenten an. Dieser Chefdirigent, der guckt sich einmal sein Publikum an.

Das Publikum sind wir, unser Körper mit den ganzen Zielorganen und guckt eben, was ist der Ist-Zustand? Zum Beispiel, was ist unsere Körpertemperatur gerade, was für einen Blutdruck haben wir, schaut sich das an und guckt dann eben, an welchen Stellen geschraubt werden muss. Und der Hypothalamus, unser Dirigent, der dirigiert die Hypophyse und da sitzt jetzt unser Orchester mit den einzelnen Instrumenten, Gruppen, die letztendlich dann die Töne von sich bringen, also sprich die Hormone freisetzen.

Und es gibt noch einen stellvertretenden Dirigenten. Das Organ 1 drunter ist die Hypophyse und die wird eben vom Hypothalamus dirigiert. Wenn wir uns jetzt nochmal an diese Histofolgen zurückerinnern, dann wissen wir auch noch grob, wie die Hypophyse aufgebaut ist. Die besteht nämlich aus zwei Teilen.

Das ist einmal die Adenohypophyse, das ist der Vorderlappen und der Mittellappen. Und ich habe noch die Neurohypophyse. Die Adenohypophyse, das ist jetzt das Organ, wo ich gerade angesprochen habe, wo dieses Orchester drin sitzt mit den einzelnen Instrumentgruppen und die wartet jetzt auf Anweisungen von dem Chefdirigenten, sprich vom Hypothalamus.

Die Neurohypophyse ist jetzt der Co-Dirigent. Warum Co-Dirigent? Ein Co-Dirigent hat selber kein Instrument in der Hand. Ich produziere da also jetzt keine Hormone, sondern ich warte auf Anweisungen vom Chefdirigenten. Das macht die Neurohypophyse basically. Und die speichert einfach jetzt die Hormone, die der Hypothalamus freisetzt ab.

Das heißt, die produziert selber nichts. Die hat irgendwie keine Biosynthese, sondern speichert und setzt dann frei, wenn eben von oben das Kommando Go kommt. Und das sind zwei Hormone, die ich mir da jetzt anschauen kann in der Neurohypophyse, die gespeichert werden. Das ist einmal das ADH, das antidiuretische Hormon, das kennen wir aus dem RAS, aus den Nierenfolgen und so weiter.

Das haben wir da schon sehr, sehr en Detail angesprochen. Ganz kurz nochmal zum Wiederholen. Das wirkt an der Niere und das bewirkt letztendlich Natriumrettion. Deswegen verbleibt mehr Wasser im Körper und ich treibe meinen Blutdruck nach oben. Das andere Hormon ist Oxytocin, das kennen wir als Kuschelhormon.

Kuschelhormon.

Genau. Tatsächlich, ich finde es ein bisschen kontraintuitiv, warum ein Kuschelhormon wehnfördernd wirkt. Aber das ist somit die Hauptfunktion des Oxytozins, dass einfach so die Geburt ein bisschen vorankommt.

Ich glaube, es ist ja auch bindungsfördernd. Und dann ist wahrscheinlich, wenn man den Spiegel eh schon hoch hat, dann kommt das Neugeborene wieder direkt auf die Schule. Also du kannst es kaum erwarten.

Apropos auf die Brust gelegt. Das ist die zweite wichtige Funktion vom Oxytocin. Es bewirkt nämlich den Milcheinschuss oder auf schlau die Milcherjektion.

Ja, genau. Und jetzt haben wir ja noch die Adenohypophyse, die wurde gerade schon angeteasert von der Clara, aber die ist ein doch insgesamt etwas komplexeres, immerhin ein ganzes Orchester, wenn man, wenn man so möchte. Genau. Da werden eben quasi nicht nur Hormone freigesetzt, sondern da wird eben, da wird quasi eine neue Zwischenebene eingeschaltet, wenn man so möchte.

Also diese ganz klassische Achse von Hypothalamus, Adenohypophyse und dann Effektororgan, so diese Dreistufigkeit ist wirklich unglaublich wichtig. Das habt ihr bestimmt auch alles schon gehört und kennt ihr aus verschiedenen Kontexten. Genau, also da gibt es immer die hypothalamischen Steuerhormone, die dann eben auch die Adenohypophyse abzielen.

Und dann gibt es eben verschiedene Instrumentengruppen. Das sind dann so die verschiedenen Achsen, die wir haben. Insgesamt fünf Stück, die wir uns dann gleich der Reihe nach alle anschauen. Zum Beispiel gibt es ja so die Thyreotrope, die kortikoide-Achse, also verschiedenste Hormonachsen und Systeme, die ja ganz, ganz wichtig sind.

Ganz, ganz spannend alles. Genau. Und diese Steuerhormone vom Hypotalamus, die werden eben pulsatil freigesetzt und über zwei verschiedene Regelschleifen dann gehemmt. Nämlich einmal direkt von der Adeno-Hypophyse, also der sogenannte Short-Feedback Loop, also quasi die Kommunikation zwischen dem Dirigent der Hypothalamus und den Instrumentengruppen.

Das wäre dann die Hypophyse. Und dann gibt es aber eben auch noch die Kommunikation zwischen dem Publikum, also quasi unser Körper, also ein Mann, ein Frau-Publikum, wie auch immer, wo dann die Effektorhormone direkt auch an das Orchester, also die Hypophyse, aber auch an den Dirigenten wirken, nämlich das sind den Hypothalamus, das wäre der Long Feedback Loop, ne?

Also quasi diese ganze Achse, diese Amplitude, diese Amplifikation hat eben alle möglichen Feedback-Loops, Rückkopplungen, dass eben immer der Hormonhaushalt schön, schön in Bahnen gehalten wird in der Homöostase.

So, Moritz, du hast jetzt diese Hypothalamus-Hypophysenachsen oft genug angeteasert. Jetzt müssen wir da eigentlich auch mal einsteigen und die ansprechen. Fünf Stück an der Zahl gibt es da und ich würde mit Stress anfangen. Ich nehme die Cortisol-Achse, das haben wir vorher schon angesprochen, so mit eines der wichtigsten Hormone und wir stellen uns das Ganze jetzt vor als die Schlagzeuggruppe in der Adenohypophyse.

Also die geben Gas, die machen Rums, die sorgen für Stress.

Kennt ihr das Tier von der Muppet-Show?

Nee.

Leider nicht. Okay, dann ist der Witz nicht cool. Weil das ist. Aber ich finde ihn trotzdem toll. Aber das ist halt so ein, also man muss dazu sagen, also das ist ein Muppet, was in der Muppet-Band Schlagzeug spielt. Und das ist angekettet, weil es so wild ist und so abgeht und es hat so lauter grause Haare und so verrückte Augen und so.

Und ich habe das auf Socken.

Ist das dieses orangeniffisch?

Nee, es ist schwarz, aber hat so ganz bunte Haare.

Verdammt.

Ich würde sagen, wenn die Folge rauskommt, ich schmeiße meinen Kalender, dann posten wir ein Bild von dem Tier, von dem Aputshow, aber es gibt auch andere coole Puppenshows.

Auf jeden Fall, auf jeden Fall diverse. Also dürfen wir so Bilder einfach. Machen wir einfach ganz.

So, zurück zum Stress. Ich fange nochmal eine Ebene höher an, nämlich beim Hypothalamus und der setzt Pulsatil CRH frei. Das ist das Cortikotropien-Releasing Hormone. Und das wird einerseits Pulsatil freigesetzt, aber das hat auch einen Peak in den frühen Morgenstunden, damit so ein gewisser Grundstress geschaffen wird, der uns überhaupt erstmal aus dem Bett bekommt.

Das funktioniert bei den einen gut, bei den anderen weniger. Lass es einfach mal so stehen. Genau, CH wird freigesetzt und wirkt jetzt auf unsere Schlagzeuggruppe der Adenohypophyse. Und die reagiert wiederum mit Freisetzung von ACTH. Das ist das Adrenokorticotrope-Hormon. Und Adrenokortikotrop schreibt mehr oder weniger, wo der Lachs jetzt hin soll.

Adnebenere Kortiko, irgendwas mit Rinde. Preisfrage, wo wollen wir hin? Leute, lasse ich nicht im Stich.

Neben Nierenrinde.

Dankeschön, Moritz. So, wir sind an eine Nebennierenrinde jetzt angekommen und die reagiert jetzt bei ACTH mit der Synthese von Cortisol, also unserem letztendlichen Stresshormon. Und jetzt an der Stelle nochmal eine Preisfrage. Auch für euch. Haltet die Folge an der Stelle gerne mal kurz ab und überlegt euch, welches Hormon ist jetzt der Effektor für den Short-Term-Feedback Loop und was ist das Effektorhormon für den Long Feedback Loop.

So, lang genug gewartet. Ich hoffe, ihr habt mitgemacht.

Ich hätte das ein bisschen mehr eingesteigen. Ihr hättet schon ein bisschen mehr einsteigen können in meine kleine Musikunterbrechung.

I'm sorry. Ich bin so ungeduldig. Wir haben noch vier weitere Achsen vor uns. Also Short Feedback Loop wäre ACTH, das eben von der Adenohse freigesetzt wird, dass wieder eine Ebene nach oben wirkt und die Ausschüttung von CRH inhibiert. Der lange Kreis wäre, dass das Endhormon, das Cortisol, eine Ebene nach oben wirkt und die Ausschüttung von ACTH, genauso aber auch die Ausschüttung von CRH inhibiert.

Genau, ganz wichtige Achse ist auch die Schilddrüsen-Achse, da gehen wir im Detail gleich nochmal rein, aber das könnt ihr euch jetzt hier vom System her schon mal merken. Im Prinzip sind das so die energetischen Holzbläser, die so richtig Pepp in den Stoffwechsel bringen und ja, unseren Körper so ein bisschen auf Touren halten.

Die werden angesteuert von dem hypothalamischen TRH, Thyreotropin-Releasing Hormone. Und auf Hypo-Adenohysenachse-Ebene wäre das das TSH. TH trigger die TSH. Freisetzung Thyroidea, stimulierendes Hormon. Genau, und Zielorgan, das steckt dann auch schon hier wieder im Name, die Schilddrüse. Und da wird dann das T3 und T4 produziert und diese ganzen Feedback-Loops negativ, wie ihr sie schon kennt.

Mir ist jetzt gerade eingefallen, dass die ersten Hormone, also auf der hypothalamischen Achse, die Abkürzung immer nach dem englischen Namen geht. Und bei der Adeno-Hypophyse geht die Abkürzung immer nach dem deutschen Namen. Wusinn.

Ja, wobei vielleicht auch einfach die Adeno-Achse, vielleicht ist die eigentlich auch Englisch. Also die könnte man, glaube ich, auch Englisch einfach nehmen. Aber naja, gut, wie auch immer.

Stimmt. Wurscht. Wir machen weiter mit der Gonadenachse. Die Gonadenachse, das ist in unserer Adeno-Hypophyse so die romantische Streichergruppe. Die machen so ein bisschen Kuschelstimmung, sage ich jetzt mal. Die werden angesteuert vom Gonadotropin Releasing Hormone, auch Gonadolibrin genannt. Hormone.

Nicht Hormone. Egal. Ich bleibe bei der Abkürzung gehen. RH, da kann weniger schief gehen. Und die bewirkt jetzt in der Adenohypophyse die Produktion von LH, das luteinisierende Hormon, und FSH, das folykisch stimulierende Hormon. Und beide gibt es in beiden Geschlechtern, wo sie aber jeweils unterschiedliche Funktionen haben.

Und da werdet ihr noch ganz, ganz, ganz viel in der spannenden Folge der Sexualhormone drüber hören.

Vorletzte Achse, die Wachstumsachse. GH und Prolaktin sind jetzt hier noch ausstehend übrigens. Das sind die einzigen Nicht-Glandotropen-Hormone der Adenohypophyse. Das ist nochmal ein neuer Begriff. Wir haben über vorhin schon verschiedene andere Einteilungen gehabt, aber es gibt auch noch die Anteilung Glandotrop-Nicht-Glandotrop.

Die Nicht-Glandotropen-Hormone, die wirken nicht an anderen Drüsen, sondern direkt am Organismus. Also zum Beispiel sowas wie TSH ist ein glandotropes Hormon, das wirkt nämlich an andere Drüse. Und GH, das sind die Nicht-Gland, also GH und der Prolaktin sind die Nicht-Glandotropenhormiefen. Die Adenochypophyse, die wirken selbst.

Das sind quasi, wenn ihr so wollt, Selbsteffektor-Hormone. Und eine davon ist eben GH und das ist hier die Wachstumsachse. Das kann man sich vorstellen, also die Blechbläser, die so richtig ordentlich Gas geben, die sogar das Publikum teilweise ein bisschen auf Zehenspitzen stehen lassen, weil die so begeistert sind und dann fangen die tatsächlich sogar an zu wachsen im Publikum.

Das ist ganz verrückt. Gibt es nur ganz selten.

Ja, nicht mehr. Ist deswegen das Citrus versus Intro sehr Blechbläserlastig?

Vielleicht, weil unsere Zuhörer mit uns gemeint sind.

Die Synapsen wachsen. Er wachsen die Synapsen.

Finde ich super.

Ja, top.

Und genau, weil Wachstum eben ein so wichtiger Prozess ist, gibt es hier gewissermaßen eine doppelte Führung. Das ergibt ja gleich Sinn. Erstens gibt es eben die Wachstumsförderung durch das GHRH, also Growth Hormone, Releasing Hormone. Und dann an die Adenohypophyse wirkt das eben durch die Förderung der GH, also Growth Hormone, Freisetzung.

Und dann gibt es aber auch noch von der Adenohypophyse eine Bremse, äh, von der Hypothalamus, Entschuldigung für den Versprecher, eine Bremse. Also es gibt quasi nicht nur die Förderung, sondern auch noch die Hemmung. Und das wäre hier das Somatostatin, das vom Hypotalamus freigesetzt wird und die Produktion des Growth Hormones reduziert.

Ganz wichtig übrigens, Somatostatin kann man auch als Universalbremse bezeichnen, weil es auch noch auf diverse andere Hormone hemmend oder konkurrierend wirkt.

So, letzte Achse, dann habt ihr es geschafft. Wir gucken uns noch die Prolaktina-Achse, den fröhlichen Chor unseres Orchesters an. Und fröhlich, weil dieser Chor wird von Dopamin aus dem Hypothalamus angesteuert. Dopamin auch gewissermaßen hier unser Glückshormon. Und letztendlich, wenn Dopamin ankommt, wird mit einer Inhibition von Prolaktin reagiert.

Also wir haben hier als Zielort die Laktierende Mama. Ist also nur für die Hälfte des Publikums hier gerade relevant. Jetzt natürlich die Frage, wenn Dopamin letztendlich Prolaktin inhibiert, wer stimuliert es dann? Und das übernimmt tatsächlich das TRH aus der Schilddrüsenachse noch mit, weil, warum nicht?

Schilddrüse und Laktieren der Mama hängen ja super nah zusammen.

Also geografisch, topografisch, wenigstens so ein bisschen.

Es kommt aufs Alte an.

Ja, vielleicht übernimmt es doch immer die Nebenniere.

Der ist unten durch, den schneiden wir raus, bitte.

Auf gar keinen Fall. Du hast jetzt den ersten Sexismus-Kanal in Hacken, Clara. War das Clara und nicht wir. Kurzer Service-Block hierzu haben wir einen kleinen Merkspruch, wenn es ums reine Abrufen der fünf Achsen geht. Leider Gottes. Nee, jetzt sind fünf Achsen, da ist eine sechs reingetragen, aber ich habe scharf mitgedacht und es sind natürlich nur fünf.

Leider Gottes, dann wäre Fabian nicht da, ich versuch's. Gosch, die GoPro was. Ich habe es versucht, es war scheiße, aber vielleicht können wir Fabian nochmal bitten, es separat einzusprechen. Und zwar geht es darum. Blenden wir jetzt ein. Ja, okay. Jetzt habe ich den Druck, Fabian ranzuholen. Alles gut, ist gut.

Okay. Goscht, also mit C-O-S-C-H-T geschrieben, so wie es im Schwäbischen im Duden steht, die Cortisol-Schilddrüsen-Achse, dann die GoPro, die Go-Naden-Prolaktin-Achse und das Wasch ist das Wachstum.

Also kostet die GoPro etwas, wäre es dann auf Deutsch für alle. Gosch, die GoPro ein bisschen lost waren, wie ich.

Also, Grundlagen geklärt. Wir haben jetzt Ihnen eine grobe Skizze gezeichnet, die so ein bisschen jetzt aufgemalt hat, wie so die Hormonachsen verlaufen. Und jetzt gehen wir noch ein bisschen tiefer in die Ebenen rein. Ab in die Materie der Hormonachsen an die Gurgel, Erste Station Schilddrüse. Und nochmal kurz zusammenzufassen, was wir über diese Achse schon wissen, das TRH aus dem Hypothalamus stimuliert die Bildung von TSH in der Adenohypophyse.

TSH wiederum stimuliert die Bildung von Schilddrüsenhormonen T3 und T4 in der Schilddrüse selbst. Und jetzt geht es halt eben um die Biosynthese und Wirkungsweise dieser Schilddrüsenhormone im Detail, weil die eben auch Ding-Ding-Ding prüfungsrelevant ist.

Genau. Und dafür gehen wir jetzt in die Schilddrüsenhormone rein, beziehungsweise erstmal in die Biosynthese. Und da kurzer Verweis, macht euch bitte kurz einmal klar, ich muss das einfach mal wieder sagen, wie die Histologie der Schilddrüse ist. Wichtig hier, die Schilddrüse ist aufgebaut in so, naja, also wenn man es in so histologischen Dingern sieht, immer in so Kreisen.

Wahrscheinlich sind es eigentlich eher Kugeln, aber in so Kreisen sieht man das immer. Und zwar bilden diese Tyreozyten, bilden immer so eine Gruppe und so einen Kreis um das Folikellumen, das dann eben in der Mitte ist. Und das, also diese Morphologie müsst ihr euch vor Augen führen bei der Synthese der Schilddrüse, weil da greifen tatsächlich Physiologie, Biochemie und Histologie ineinander, wie man das eigentlich sonst kaum sieht.

Aber deswegen machen wir das ja auch alles hier gemeinsam in einer Folge. Wir haben uns da ja schon Gedanken gemacht, Leute, keine Angst. So, auf Kommando vom TSH wird insgesamt die Produktion von den Schilddrüsenhormonen angekurbelt. Wo genau das Ganze passiert oder an welchen Mechanismen des TSH ansetzt, schauen wir uns gleich nochmal an.

Aber erstmal schauen wir uns jetzt den Synthesemechanismus an sich an. Die Tyriozyten, also die, die den Kreis bilden um diese Folikel, die kurbeln die Produktion von dem Tyrioglobulin an. Und dieses Tyrioglobulin ist an sich erstmal ein ganz langes Seil, an das ganz viele Tyrosinreste gebunden sind.

Wir erinnern uns, Tyrosin, das war so eine Aminosäure mit einem aromatischen Ring. Also und für alle, die gar keinen Plan von die Chemie haben, das ist so ein, wie ich, das ist so ein Sechseck aus Kohlenstoffatomen.

Danke, Moritz.

Genau. Und dieses lange Seil mit Tyrosinbeladen geht dann an die Packstation der Zelle. Wir sind immer noch in den Tyreozyten, wir sind in der quasi noch an der an der Kante dieses Kreises. Und da an den Golgi-Apparat, da wird das Ganze in Vesikel gepackt und dann von da, ein Golgi-Apparat ist ja diese Verpackstation, wird es per Exozytose in das Folikl-Lumen gepumpt.

Also quasi in diesen kugelförmigen Hohlraum, der mit eben diesen Koloid gefüllt ist. Und jetzt haben wir eben quasi diesen Hohlraum, diesen abgekapselten Hohlraum, in dem ganz viel von diesem Thyrioglobulin ist. So. Und jetzt passiert ein ganz wichtiger Schritt. Und zwar dieses Thyrioglobulin im Koloid gefangen, jetzt erstmal, das ist von sich aus erstmal relativ faul.

So ein langes Seilz ist eben etwas träge. Man könnte auf Schlau auch noch aussprechen, es ist nicht besonders reaktionsfreudig. Es ist relativ träge, wie es da irgendwie so vor sich hin vegetiert. Und es muss jetzt durch Iodid aktiviert werden und quasi so einen kleinen Arschritt bekommen. Das Problem ist aber, wir haben ja in diesem Hohlraum bisher noch gar kein Iodid drin.

Und deswegen gibt es da eben einen ausgeklügelten Mechanismus und da setzt übrigens auch das TSH dann ganz entscheidend mit an, dass eben das Jod vom Blut, also quasi von außerhalb von diesem Folikellumen, jetzt da reingepumpt wird. Nehme ich erstmal basolateral an den Thyriozyten, also an der Kante des Folikels mittels einem Natriumjodid-Symporter, der das erstmal in die Tyriozyten reinpumpt und dann apikal gibt es noch das Pendrin.

Das Pendrin ist ein Transportprotein, quasi ein Anionaustauscher, der dann quasi einen Austausch ermöglicht von Chlorid und Jodid. Und jetzt haben wir folgende Situation. Wir haben im Folikellumen das Thyrioglobulin, die Kette, das lange Seil an Tyrosin resten und dazu haben wir jetzt schon das Jodid.

Und jetzt die große Frage, wie geht es weiter, Klara?

Jetzt müssen wir das faule Träge TG, das Thyrioglobulin, Jodieren. Jetzt, wo wir diese ganze Vorarbeit geleistet haben, müssen wir das Ganze auch nutzen. Und dafür gibt es jetzt das Schlüsselenzym der gesamten Schilddrüsenhormon-Biosynthese. Das ist die sogenannte Thyreoperoxidase und das ist so unser Main Character in diesen ganzen biochemischen Prozessen.

Und das ist jetzt das Enzym, das Schlüsselenzym, das unser Thyrioglobulin mit dem Jodid, das wir fleißig reingepumpt haben, diesen Ar-Strit verpasst. Wie funktioniert das Ganze? Wir aktivieren erstmal ein bisschen dieses Jodid, also das muss auch noch so ein bisschen angeregt werden und reaktionsfreudiger gemacht werden.

Das kriegen wir hin, indem wir es oxidieren. Und dieses oxidierte Jodid ist jetzt, also das hat richtig Feuer. Das kann es kaum erwarten und möchte unbedingt reagieren und wird deswegen jetzt mit Hilfe von elektrophiler Substitution und einem Helfermolekül, dem Wasserstoffperoxid, an unseren Tyrosinrest drangepackt.

Genauer gesagt an das dritte C-Atom in diesem aromatischen Ring, also das dritte C im Sechseck. Und das Produkt ist jetzt ein Tyrosin mit einem Jod oder auf schlau ein Monood-Tyrosin, kurz MIT.

Dann nochmal aus biochemischer Sicht, durch die Oxidation wird aus Iodid-Jodat, also von I minus zu I plus. I minus ist halbwegs chilliger Dude und I plus, der hat richtig Bock. Also I plus ist eine sehr instabile Form, deswegen hat er so Bock da drauf. Und diese Jodisation von dem Ganzen, um es biochemisch nochmal korrekt auszudrücken, wir wandeln das I minus zum I plus und das hat dann Bock.

Perfekt. Weil das Ganze so toll ist, machen wir das gleiche Spiel jetzt noch einmal. Wir machen nochmal eine elektrophile Substitution am gleichen Tyrosinrest, nur jetzt nicht am 3C, sondern am 5C. Und das Produkt ist jetzt auch kein Monoiod-Tyrosin, sondern ein Diod-Tyrosin. Jetzt unsere Frage: Wir haben hier permanent unser Iodid oxidiert.

Wo ist also dieses Minus hin? Wo sind unsere Elektronen hingeflogen? Die fliegen Gott sei Dank nicht irgendwie frei in unserem Koloid jetzt herum, sondern die werden mit einem Elektronenakzeptor gebunden. Und das ist die Stelle, wo das Wasserstoffperoxid nochmal ins Spiel kommt. Das nimmt sich jetzt nämlich diese Elektronen vom Jodid an.

Also die schwuppen da nicht irgendwie frei herum, sondern eben dafür ist das H2O2, das Wasserstoffperoxid da, damit diese Elektronen akzeptiert werden können. So, jetzt haben wir schon so viel über Biosynthese gehört, wir brauchen so einen kurzen Reality-Check gerade. Wie sieht unser Seil, also dieses Thyrioglobulin, was wir am Anfang hatten, mittlerweile aus?

Ich habe immer noch das gleiche lange Seil mit genauso vielen Tyrosinresten dran, bloß die sind jetzt alle oder fast alle zweifach iodiert. Also ich habe jetzt dieses lange Seil mit den Diod-Tyrosinen überall dran geknüpft. Und jetzt kommt unser Main Charakter nochmal. Also es reicht nicht nur, dass es hier schon zweimal reagiert hat, es muss auch noch ein drittes Mal ran.

Und das schnappt sich jetzt immer zwei Tyrosinreste und konjugiert die. Was heißt das? Die werden aneinander gekoppelt, also zusammengehängt. Jetzt habe ich also dieses Seil und da sind jetzt zwei aneinander gebundene Tyrosinreste immer dran. Wie funktioniert das Ganze? Dafür muss ich einmal diese beiden Tyrosinreste wieder reaktionsfreudig, sprich, irgendwie, ja, ich muss sie radikalisieren, damit sie eben miteinander reagieren wollen.

Und dranbinden tue ich die über eine Ether-Bindung. Das heißt, es ist ein alleines Sauerstoffatom, das diese beiden Gruppen verbindet. Und wenn wir uns jetzt angucken, wie viele Jodatome habe ich an diesen Verbindungen dran, dann weiß ich, dass an diesem inneren Ring, also der Tyrosinrest, der noch am Seil dranhängt, zwei dran sind und außen auch nochmal zwei.

Jetzt passiert es manchmal, dass auch so ein Monood-Tyrosin an so ein Diod-Tyrosin dran gebaut wird. Das passiert Gott sei Dank nicht so oft. Warum das nicht so oft passieren sollte, dazu erfahren wir gleich mehr. Und wenn wir uns die Moleküle angucken, dann haben wir da in Summe natürlich nur drei Joditreste.

Einen außen und zwei innen.

Und jetzt beschäftigen wir uns noch mit der großen Frage. Also jetzt haben wir die produziert, die schönen Hormone. Und jetzt beschäftigen wir uns mit der großen Frage, wie die denn jetzt von da irgendwie dahin geraten, wo sie irgendwie wirken sollen. Also die Schilddrüsenhormone haben ja alle, wir schauen uns gleich noch die Wirkung ein bisschen detaillierter an, aber die müssen ja an alle möglichen verschiedenen Stellen.

Die werden endokrin, also übers Blut transportiert, und brauchen dann dafür entsprechend auch wieder ein Transportprotein, das sie quasi am Händchen halten muss. Und da gibt es verschiedene, die in Frage kommen beim TSH, beim T3 und T4. Das wäre nämlich einmal ganz klassisch das Albumin, kennt ihr ja so dieser Schwamm für alles, das Mädchen für alles, wenn man so möchte, wo einfach irgendwie alles sich irgendwie so quasi dran bindet und transportiert werden kann.

Dann gibt es noch das TBG, Thyroxin-bindende Globulin. Und es gibt noch den kleinen Bruder vom Albumin, das thyroxinbindende Präalbumin, TBPA oder auch Transtyritin genannt. Und um zu verstehen, warum das Präalbumin heißt, müssen wir kurz ausholen bzw. einmal kurz wiederholen, welche verschiedenen Plasmaproteine es eigentlich gibt.

Wir erinnern uns daran, man kann eine Serumelektrophorese machen von den Plasmaproteinen, die dann auftrennen und bekommt dann fünf solche Banden raus. Und da gibt es einmal ganz vorne so die ganze große Bande. Das ist bei diesen, wenn man diese Verteilung anschaut, da hat man so diese Hügel, die sich so aneinander ketten.

Wir haben insgesamt fünf kleine Hügel und der größte Hügel ist immer der vorne. Das ist nämlich das Albumin. Direkt danach kommt die Alpha-1-Globulin-Bande, dann die Alpha-2-Globulin-Bande, dann die Beta-Globulin und dann die Kamma-Globuline. Und zwei von diesen Banden sind am Transport der Schilddrüsenproteine beteiligt, nämlich die erste Bande, hatten wir schon gesagt, das Albumin und dann die Alpha-1-Globuline.

Da ist ja das Thyroxinbindende Globulin, also das TBG vertreten. Jetzt habt ihr aber gemerkt, eins haben wir vergessen, nämlich das TBPA, das Transtyritin. Und das ist tatsächlich gar nicht in diesen fünf Banden abgebildet, sondern es ist ein kleiner Peak vor dem Albumin, der aber oft gar nicht beschrieben oder genauer bezeichnet wird.

Daher dann der Name des Präalbumins. Es ist also nicht, was manche denken, eine biochemische Vorstufe oder so des Albumins, sondern es ist quasi einfach nur die Bande prä dem Albumin. Ah, da habe ich was gelernt.

Ich dachte, das wäre eine Vorstufe. Ja, Leo, da freuen wir uns doch alle. Danke.

Wir sind ein bisschen gewachsen auch, wie die HörerInnen.

Das kannst du aber glauben. Oha.

So, wir haben Serumelektrophorese wiederholt. Wir haben gelernt, wie die Schilddrüsenhormone gebildet und transportiert werden. Es fehlt letztendlich jetzt nur noch die Wirkung. Wie heißen unsere Schilddrüsenhormone jetzt überhaupt? Wir haben einmal das T4 und wir haben das T3. Das T4, das ist so der entspannte Vertreter unserer Schilddrüsenhormone.

Der ist relativ gechillt und T4 auf schön Tetrayod-Tyronin hat vier Iodidreste. Das ist also das am Therioglobulin, was im Normalfall dranhängt. Also ich habe zweimal meine aromatischen Ringe und an jedem sind zwei Jodreste dran. Am inneren Ring an Position 3 und 5 und am äußeren Ring an Position 3 Strich und 5 Strich.

Wir nennen das Außen Strich, damit wir eben den äußeren und den inneren Ring voneinander unterscheiden können.

Kann ich merken, Außenstrich.

Außenstrich. Das T4 ist deswegen entspannt, weil das die geringaktive Vorstufe der Schilddrüsenhormone ist. Und deswegen produzieren wir das in sehr hohen Mengen. Das ist mehr oder weniger unser Speicher, den wir in sehr hohen Mengen produzieren können, ohne dass dabei jetzt groß was schief geht und unser Stoffwechsel völlig am Rad dreht.

Und deswegen hat es gewissermaßen eine Depot-Funktion. Und dadurch, dass es eben so wenig wirkt, kann es auch eine hohe Halbwertszeit haben, was natürlich auch vorteilhaft ist, wenn es irgendwie als Speicher fungiert. Die beträgt so ungefähr sieben Tage. Also das kann eine Woche entspannt im Blutstrom mitschwappen und macht übersichtlich viel, weil es eben eine sehr gering aktive Stufe ist.

Und das T3, das ist jetzt dieser zugecrackte Bruder vom T4. Das ist sehr aktiv, kann deswegen nur in sehr geringen Mengen produziert werden. Und deswegen ist es auch so gut, dass unsere Thyrioperoxidase das nur in ungefähr 20 Prozent der Fälle produziert, weil sonst bei uns im Stoffwechsel ordentlich Gas gehen würde.

Und das wollen wir natürlich in den Maßen nicht. Das hat dadurch natürlich auch eine sehr geringe Halbwertszeit von nur 24 Stunden, weil es eben so aktiv und komplett am Abdrehen ist. Deswegen hält es auch weniger lange durch. Und unser T4, das ja jetzt eben dieses Depot ausmacht, kann durch die De-Jodase, also indem ich ein Jod wegnehme, zum T3 umgewandelt werden.

Dafür spalte ich das'C, also das Jodid am 5'C ab, also am äußeren Ring am 5.C-Atom. Und erhalte dann eben aus dem T4 ein Triodyronin mit einem Jodid am 3C, am 3-C und am 5C. Beim 5'C fehlt es eben. Diese Diodase, die ist jetzt nicht ganz so auf der Höhe und spaltet regelmäßig das falsche Jodid ab. Die ist ein bisschen los und deswegen verwechselt die manchmal die beiden Ringe und spaltet aus Versehen statt dem 5-C das 5C ab.

Und das Produkt, das daraus entsteht, ist das Reverse T3 und das ist komplett inaktiv. Also das hat basically gar keine Funktion.

So, und jetzt T3 und halt auch abgeschwächt T4 wirken jetzt quasi an jeder Zelle und jedem Organ. Also das sind wirklich Berühmtheiten, die findet jeder toll. Und binden dann an Transportproteine an der Zellmembran, zum Beispiel das MCT, und werden daneben in die Zelle transportiert und wirken an Hormonrezeptoren.

Und dieser Hormonrezeptorkomplex agiert dann als Transkriptionsfaktor für bestimmte Gene. Und welche, das sind die Gene unter dem Stichwort Vollgas.

Ja, also wenn wir nicht wissen, wie wirkt mein Schilddrüsenhormon an, welchem Organ, dann überlege ich, okay, was muss ich letztendlich bekommen, damit ich im Körper Gas geben kann. Die drücken einfach überall, wo sie hinkommen, mit vollem Karo aufs Gaspedal. Und wenn ich deswegen im Herz bin, dann werden genau die Hormone exprimiert, die meine Herzfrequenz steigern.

Das Herzzeitvolumen wird gesteigert. Das kriege ich zum Beispiel hin, indem ich Beta-Rezeptoren vermehrt exprimiere und einbaue, weil das Herz dann viel, viel empfindlicher auf Adrenalin, Noradrenalin reagiert. Wenn ich mir die Lunge anschaue, dann Vollgas an der Lunge bedeutet, ich brauche mehr Durchblutung, bessere Oxygenierung.

Und deswegen werden dann dafür zum Beispiel die Beta-2-Rezeptoren hochgeregelt. Wenn ich mir Muskeln anschaue, dann möchte ich hier Vollgas erreichen, indem ich mehr Fast-Twitch-Muskelnfasern einbau. Das sind, ihr erinnert euch, es gab so zwei Typen Muskelfasern und die Fast-Twitch-Muskelfasern, das sind eben die, die besonders empfindlich auf Schilddrüsenhormone reagieren.

Basically in jeder Zelle reguliere ich außerdem die Natrium-Kalium-ATPase hoch, um hier einfach Vollgas geben zu können. Meine Körpertemperatur geht hoch und letztendlich habe ich einfach irgendwie überall die komplette Eskalation. Deswegen ist es auch so wichtig, dass ich von dem T3 nicht so super viel produziere, weil ich sonst einfach hops gehen würde.

Genau. Die Regulation haben wir uns im Prinzip schon angeschaut. Das ist eben genau diese Hypothalamus-Hypophysen-Achse, wie ihr sie schon kennengelernt habt. Das TRH aus dem Hypothalamus stimuliert über eine Eng-Protein-Kopplung die Freisetzung von TSH in der Adenohypophyse. Und das TSH wiederum wirkt dann eben an der Schilddrüse, also an den Thyreozyten.

Vor allem erstens bei Hinwirken zu einer vermehrten Produktion von T3 und T4, durch die Aktivierung von dem Pendrin, das quasi das Jodid in das Kolloid aufnimmt und darüber hinaus auch noch durch die Aktivierung der Thyreoperoxidase und ganz entscheidend eben dann auch wieder die Endozytose des iodierten Thyrioglobulins und damit die Freisetzung schlussendlich.

Und da gibt es eben auch dann die Regulation über Short- und Long-Term. Also TSH reduziert die TH-Freisetzung, aber eben auch das T3 und das T4.

Ja, und dadurch, dass diese Hormone eben nun überall wirken, ist eine Fehlregulation meistens sehr unschön. Ich behaupte, dass jeder und jede von euch sicherlich irgendeine Person kennt, die entweder eine Schilddrüsenüber- oder Unterfunktion hat. Also es ist schon eine relativ häufige Geschichte. Das Schöne ist, wenn wir uns jetzt merken, dass Schilddrüsenhormone aufs Gaspedal treten, dann können wir so relativ leicht die Symptome einer Überfunktion herleiten.

Also beispielsweise eine Tachykadie, eine Hyperthermie, einen niedrigen BMI, weil der Stoffwechsel angekurbelt wird und im Zweifel sogar eine Diarrhöh, weil halt eben die Darmaktivität so stark hochgeht. Im Gegenteil dann bei der Unterfunktion, bei wenig Gas, eine Bradikadie, schnelles Fieren, Hypothermie, langsamer Stoffwechsel, Neigung zu Adipositas, Trägermuskelaufbaut, sogar bis hin zu Depressionen oder Obsipationen.

Also wie man merkt, gefühlt jedes Organ ist mit drin.

Man bezeichnet es auch als das Chameleon der Endokrinologie. Also quasi alle möglichen verschiedenen klinischen Bilder können tatsächlich durch Schilddrüsen-Dysfunktionen erklärt werden.

Was man jetzt eben noch wissen sollte, Sollte, ist, wie man das Ganze im Labor bestimmt. Das ist auch für eine Forschung gar nicht so relevant, weil interessanterweise messen wir gar nicht die Hormone selbst meistens, sondern der erste Schritt ist, dass wir das Regulatorhormon messen, das TSH. Weil wie wir ja gelernt haben, ist das durch einen negativen Feedback reguliert.

Bedeutet, wenn wir auf einmal ganz viel T3, T4 haben, durch eine stildrüsen Überfunktion, wird die Freisetzung von TSH gehemmt. Und somit würde man so eine Überfunktion feststellen bei niedrigem TSH. Andersrum dann beim erhöhten TH eine Unterfunktion. Warum nimmt man jetzt TSH? Weil es TSH wohl scheinbar nach Recherche meinerseits ein relativ sensitiver Parameter ist und dass das auch für die Früerkennung reicht.

Wenn es noch gar nicht zwingend eine krasse Über- oder Unterfunktion gibt, reagiert das TSH oft früher als die Normwerte. Scheinbar macht man das dann wohl auch, wenn man das validieren will, dass man vielleicht nur noch die Hone nachbestimmt. Ich persönlich habe bis jetzt immer nur TSH bestimmt bekommen und Klopfervollz bis jetzt war es noch normal.

Ich glaube, es ist auch stabiler. Ja, kann auch sein, ja.

Genau, T3, T4 hat ja eine viel niedrigere Halbwertszeit, deswegen ist da auch mehr Fehleranfälligkeit. Und das Problem ist, dass selbst bei Über- oder Unterfunktion mein T3-T4 teilweise sogar normal sein kann, wenn das Ganze latent abläuft. Das TSH reagiert dann aber trotzdem. Und deswegen erkenne ich trotz letztendlich normalen T3-T4-Spiegeln, ob ich Über- oder Unterfunktion habe.

Dazu gucken wir uns jetzt einmal auch noch die wichtigsten Pathologien an. Ich weiß, es ist ja alles Klinikstoff, aber tatsächlich wird das auch regelmäßig abgeprüft, weil es einfach so eindrücklich ist und man halt hier diese Regulation perfekt zeigen kann. Eine wichtige Pathologie ist Morbus Basido, das ist eine Schilddrüsenüberfunktion wegen Terak-Auto-Antikörpern.

Die gehen letztendlich gegen den TSH-Rezeptor an meinen Theriozyten. Die machen den jetzt aber nicht ganz kaputt, sondern die tun so, als wären sie TSH. Also die imitieren die TSH-Wirkung und geben dadurch Vollgas. Ich habe vermehrte Produktion von Schilddrüsenhormonen, vermehrte Freisetzung und habe das komplette Bild einer Hypertyriose, also einer Schilddrüsenüberfunktion.

Und so eine typische Klausurenfrage, seltsamerweise auch in der Vorklinik, ist, wodurch erkenne ich Morbus Basido. Das ist die sogenannte Merseburger Trias, Zusammenspiel aus drei Merkmalen, nämlich einmal Struma, also ein dicker Hals, weil ich durch dieses möchtig an TSH einen ständigen Wachstumsreiz auf die Schilddrüse habe.

Außerdem Tachykalie, wegen Vollgas. Und ich habe einen Ex-Olphthalmus, sprich meine Augen treten aus der Orbita hervor. Und da hatte ich mal im OSG eine Frage zu bekommen, wie erkenne ich, ob jemand einen Ex-Ophthalmus hat? Und ich saß da und dachte so, keine Ahnung, ich sehe doch, wenn die Augen rausschauen.

Tatsächlich guckt man sich die Iris an. Also wenn ich euch beide jetzt anschaue, sehe ich nie die komplette Iris, sondern ein Teil ist immer verdeckt. Und bei einem Ex-Ofthalmus sehe ich die Iris tatsächlich komplett.

Ich hatte oft da schon und irgendwie habe ich das dann nie gehört. Genau, und dann gibt es noch zwei andere wichtige Krankheitsbilder, nämlich einmal die Hashimoto-Tyreoiditis und die Jodmangelstromer. Hashimoto-Tyreoiditis, also eine Unterfunktion der Schilddrüse, bei dem bei der Autoantikörper, also eine Autoimmuneerkrankung, gegen die Thyrioperoxidase und das Thyrioglobulin sich richten, deswegen zu einem Abbau der Schilddrüse führen und deswegen auch entsprechend weniger synthetisiert werden kann.

Das führt dann zu einer Hypothyriose, also Schilddrüsenunterfunktion. Und Jodmangelstromer, das war so der Klassiker in der westlichen Welt, bevor es jodiertes Speisesalz gab, also quasi bevor aus gesundheitlichen Gründen an das Speisealz noch Jod ran geklatscht wurde. Damals gab es nämlich zu wenig Jod und deswegen auch zu wenig T3, T4.

Es gab dann eben entsprechend ein negatives Feedback, also TSH geht drauf und das führt dann zu einem Wachstumsstimulus auf die Schilddrüse und dann entsprechend eben zu diesem Stromer.

Of Deutsch, Kropf.

Genau. Unnedig wie ein Kopf. Ja, ohne dich wie ein Kropf. Gerade diesen Morbus Basel durfte ich mal sehr, sehr einprägsam. Es gibt auch ein paar berühmte Persönlichkeiten, die es haben. Mesod Ösil zum Beispiel. Wenn du es zuhörst, dann schickt man Trikot rüber oder so. Egal. Wäre gut. Jetzt sind wir fast am Ende.

Wir haben quasi die großen Stars der Schilddrüse, die überall behandeln, ähall agieren, behandelt. Aber die Schilddrüse kann sogar noch mehr. Es gibt noch ein paar Player im Backend, die sogar. Warum lässt du? Ja, ich fand das irgendwie geil. Okay.

Nee, wir haben nicht so viel Zeit, komm weiter. Ich wollte jetzt auf Gäste wieder gehen, aber.

Ja, keine Ahnung, das sind dann so die Wasserträger. Triangel, auch so ein bisschen. Mänger, okay. Was ist denn die Triangel der Schilddrüse, Moritz? Das ist das Calcetonin.

Es willen nämlich eigene Zellen, die sich nur um die Produktion von Calcetonin kümmern. Das sind die C-Zellen. Wenigstens kann man sich es gut merken, C-Zellen mit C produzieren als Hormon Calcetonin auch mit C. Das Ganze funktioniert relativ einfach. Wir gehen jetzt auch nicht super im Detail drauf ein.

Das Ganze wird aus Präkalcetonin synthetisiert und wird in so kleinen Sekretionsgranula gespeichert. Daran erkenne ich, by the way, jetzt wieder wunderschöne Überschneidung mit Histo. Daran erkenne ich diese C-Zellen. Die haben eben überall so kleine Granula, so kleine Pünktchen in ihrem Zellinneren.

Zwischen diesen Folikkugeln, ne? Genau.

Und bei Bedarf wird jetzt eben dieses Calcetonin freigesetzt mittels Exozytose. Und wann passiert das? Wenn mein Calciumspiegel, nächstes C, wenn mein Calciumspiegel hoch ist. Diese Zellen haben mehr oder weniger Messsensoren, mit denen sie diese hohe Calciumkonzentration im Blut detektieren können. Und wenn das eben der Fall ist, setzen sie Calzitonin frei, um den Calciumspiegel wieder zu senken, indem ich an drei Orten angreife.

Einmal am Knochen, der Knochen hat sehr viel Calcium, wissen wir. Das heißt, wenn ich sehr viel Knochen abbaue mit den Osteoklassen, weil die Osteoklasten klauen, dann wird Calcium und Phosphat in den Blutstrom freigesetzt. Das heißt, wenn ich jetzt meinen Calciumspiegel senken will, muss ich irgendwie diese Osteoklastenaktivität herabsenken und die Osteoblasten, die bauen der Knochensubstanz, die muss ich irgendwie hochregulieren.

Und das macht mein Calcitonin letztendlich. Außerdem wirkt es an der Niere, da wird Calcium verstärkt ausgeschieden und nimmt dabei auf dem Weg auch Phosphat mit, damit unser Calcium nicht ganz so alleine ist. Und im Darm, das ist jetzt der geringste Effekt von den dreien, wird außerdem die Calciumresorption heruntergefahren und alles drei.

Das führt dazu, dass ich einen geringeren Calciumspiegel im Blut bekomme.

So, und dann gibt es auch noch den Gegenspieler für den Calciumhaushalt. Das sind dann, das wäre das Parathormon. Gegenspieler vom Calcitonin arbeitet im Prinzip da dagegen und erhöht also den Calciumspiegel. Parathormon stellt also quasi Calcium parat. Syntheseort hier sind die Nebenschilddrüsen. Keine Angst, Leute, wir machen jetzt nicht zwei Minuten vor Schluss ein ganz neues Organ auf, aber eigentlich schon.

Nur, dass wir das eigentlich ein bisschen ignorieren und könnt euch vorstellen, das sind einfach viel so kleine Dinger, die irgendwie an der Schilddrüse, an den dran sind, die Nebenschilddrüsen, die produzieren halt Parathormon. Punkt. Also mehr müsst ihr euch dazu irgendwie auch nicht merken. Die haben da so Calciumsensoren an sich und wenn der Calciumspiegel eben sehr hoch ist, wird die Parathormonausschüttung gehemmt und dann eben umgekehrt.

Also quasi wenig Calcium, dann kommen Parathormone ins Spiel und die wirken dann eben auch wieder an Knochenniere Darm. Erstens nämlich an den Knochen erhöhen sie die Osteoklastenaktivitäten, das fördert dann die Freisetzung von Calcium und Phosphat. An der Niere wird vermehrt Calcium resorbiert, an dem Darm auch und dadurch wird dann eben vor allem der Calciumspiegel im Blut erhöht.

Thema Phosphat, da könntet ihr jetzt ja meinen, okay, wird auch erhöht, aber nein, es wird zwar aus dem Knochen vermehrt freigesetzt, aber es wird eben auch die Resorption reduziert. Das heißt, in Summe fällt der Phosphatspiegel. Das hat was mit der Interaktion von Calcium und Phosphat zu tun, warum die nicht beide erhöht werden sollten gleichzeitig.

Aber könnt ihr euch hier merken, Parathormon, Calcium hoch, Phosphat in Summe runter.

So, jetzt sind wir einmal durch die Schilddrüse und alle umliegenden vier Pinöpel durchgewandert. Was haben wir denn heute Schönes gelernt? Hormone sind unsere Secret Agents, Botenstoffe und mischen überall mit. Meist werden sie dabei übers Blut transportiert. Der Hypothalamus steuert die Adenohypophyse über fünf Achsen.

Wir denken an unsere GoPro. Hypothalamus speichert hierbei Oxytocin und ADH in der Neurohypophyse, also keine eigentliche Syntheseleistung hier, sondern nur Codirigent und spielt kein Instrument. Die Schilddrüsenachse über das TRH ans TSH ans T3, D4. T4 hier der Entspannte, so wie jetzt hier Moritz und der überdrehte Kollege.

Wir lassen jetzt offen, wer das hier, wer hier damit jetzt gemeint ist. Schlüsselentzym bei der Schilddrüsenhormonsynthese ist die Thyrioperoxidase. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion haben wir Vollgas auf Crack. Ich lese das nur vor. Vollgas auf Crack. Schilddrüsenunterfunktion mehr wie ein Schluck Wasser in der Kurve.

Zuletzt das Calcitin und Parathormon sind Gegenspieler im Calciumstoffwechsel, wobei das Parathormon Calcium parat macht. Genauso parat wie das Calcium durch Parathormon ist jetzt euer Wissen über die Endokrinologie der Schilddrüse, weil das war unsere heutige Folge, sieht uns versus der Endokrinologie-Podcast vielleicht.

Eher nicht. Zumindest jetzt mal für die nächsten Folgen. Dann sind wir ja drin. Vier Folgen, genau. Cool. Wenn ihr oder schreibt es doch mal auf Insta, fangen wir mal so an. Schreibt es mal auf Insta, euer Lieblingshormon. Der Vorklinkpod. Ja, lasst mal eine Umfrage machen, was euer Lieblingshormon ist.

Ansonsten könnt ihr uns auch sonst doch gerne Verbesserungsvorschläge, Wünsche, Anregungen schicken. Wenn ihr kein Insta haben solltet, geht einfach auf unsere Website, dervorklinikpodcast.de. Da findet ihr eigentlich alles, was ihr so zum Lernen braucht, wie nächste Prüfung fürs Physikum, alle Folgen in der Datenbank, Merksprüche ohne Ende und selbstverständlich auch ein Porträt unseres hier zu meiner rechten schönsten Podcast Heidelbergs.

Meine Güte. Meine Stilldrüse wird ganz aktiv. Genau. Wenn ihr auch so eine aktive Stilldrüse haben wollt, dann hört rein in die nächste Folge, in der geht es um Stress.

In die Nebenniere.

Sehr gut. Also wir hören uns bei der Nebenniere wieder, Freunde. Macht's gut. Bis zum nächsten Mal.

Für die Inhalte in diesem Podcast übernehmen wir keine Gewäre. Der Podcast kann den Besuch von Vorlesungen nicht ersetzen. Wir empfehlen das Studium von einstiegiger Fachliteratur über den Inhalt des Podcasts hinaus.

Für Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie an Arzt und Apotheker.

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