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Shownotes
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Es geht endlich los!
- Nachdem wir uns in den vorherigen zwei Folgen eher mit den statistischen Grundlagen beschäftigt haben, gehen wir heute in die psychologische Materie. Wir besprechen grundlegende Konzepte, wie operante und klassische Konditionierung und wenden sie an Leo direkt an... Hört rein!
Euer Kai, Tim und Leo
Für noch mehr Psychologie und Statistik: positiv korreliert
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Dann müsste ich quasi jetzt einfach 500 Gummiwäschentüten aufmachen und dann hätte ich die Reaktion nicht mehr. Aufmachen, aber nicht essen. Ja, genau, ja.
Genau, genau.
Situs Inversus. Der Vorklinging-Podcast. Jo, hallo und herzlich willkommen zurück zu Situs Inversus, der Forkling-Podcast. Again, guess who's back? Kai, Tim Bim.
Ja, wir sind wieder dabei. Hallo Tim.
Hi Kai, schön, dass du wieder da bist. Und heil Leo.
Wir freuen uns. Heute zurück im Psychoblog könnte man daran merken, dass Kai immer noch da ist. Geht es jetzt tatsächlich um die Grundlagen der Psychologie? Ich habe noch nie verstanden, warum in Psychosorz so viel Statistik dabei ist. Ich meine, das braucht man sicherlich auch in der Psychologie, aber halt nicht nur in der Psychologie.
Deswegen, jetzt geht es tatsächlich auch um das Thema, was in der Folgenbeschreibung auch steht.
Eine kurze Zwischenfrage, Kai, warum ist in Psychologie Statistik so wahnsinnig wichtig?
Weil die Psychologie sehr stark versucht, als Wissenschaft anerkannt zu werden. Und daher wir sehr, sehr, sehr auf empirische Datenanalyse von Anfang des Studiums drauf ausgelegt werden. Und wahrscheinlich konnte man das Thema einfach sonst nicht zuordnen und deswegen wurde es einfach mal zum Psychologen geschoben.
Die haben sich ja wenigstens gewehrt, wenn's ja.
So ist es immer.
Okay, verstehe. Ganz kurze Werbung.
Gerade beim Faktenlernen habe ich immer wieder mal so richtig Motivationsprobleme. Und meine Methode to go ist es, deswegen, abwechselnd verschiedene Kanäle anzusteuern. Den FallClinic-Podcasts gibt es also auf die Ohren und Meditrix bietet den perfekten visuellen Input aus mehr Bildern und Erklärvideos.
Und das löst jetzt nicht nur mein Motivationsproblem, sondern verknüpft auch noch diese Lerninhalte und führt deswegen nachhaltig zum Erfolg. Und vor allem in Kombi mit dem 30 bzw. 50 Tage Physikumslernplan bietet Meditrix eigentlich den perfekten Begleiter durch die Vorklinik.
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Das ist das, was wir uns heute anhören werden. Und dann kommt in der nächsten Folge Entwicklung, Emotion, Motivation, Persönlichkeit und Verhaltensstile. Und dann ist Kai hier ins hier ins Studio reingekommen und hat gesagt, ha, ich hab dir einen Witz geschrieben. Und diesen Witz würde ich jetzt gerne aus dem tiefsten meiner Seele mit allem, was ich habe, kundtun.
Also kurz gesagt, wir hoffen, dass ihr lernt. Wir hoffen, dass ihr viel lernt und dabei eure Kognition weiterentwickelt. Und das mit vielen positiven Emotionen und Motivationen, wenn ihr bis zum Ende der Folge hört, wird sich das stark auf euch auswirken, nicht nur auf der Ebene der Persönlichkeit, sondern auf der Ebene eures Verhaltens.
Gut gemacht, Leo. Ich würde auch gerne sagen, dass du es ganz großartig gemacht hast, Leo.
Und ich hoffe, dass man den Witz auch am Ende der Folge versteht, wenn wir diese ganzen Themenblöcke jetzt durchgehauen haben und starten, möchten wir da mit genau dem, was ihr gerade tut, mit dem Lernen. Wie lernt der Mensch, was ist assoziativ, nicht assoziativ, was ist klassische oder operante Konditionierung und übrigens zu den Assoziationen, was dem assoziativen Lernen zählt und wie können wir da quasi uns vielleicht am besten auch überlisten, um die Physikumsinhalte am besten im Kopf zu behalten.
Es war jetzt auch eine gute Überleitung, es war auf jeden Fall gut gemacht, Leo.
Okay. Ja, vielen Dank, Leo. Großartig Einstieg heute in die Folge. Und jetzt starten wir mal mit dem Thema klassische Konditionierung. Wir kennen ja alle das Beispiel vom pawloffschen Hund. Oh, wir haben heute den pawlovschen Hund sogar dabei. Oh je. Klassische Konditionierung funktioniert ganz einfach.
Wir haben einen unkonditionierten, angeborenen Reiz, zum Beispiel Essensduft, der unabhängig von irgendwelchen Lernprozessen eine Reaktion bei uns auslöst. Zum Beispiel im Falle des pawlovschen Hundes wäre die unkonditionierte Reaktion dann quasi der Speichelfluss. Den muss man dem Hund nicht beibringen, den kann der ja schon.
Das ist nämlich ein ziemlich guter Hund. Und was man dann bei der klassischen Konditionierung machen möchte, ist, den unkonditionierten Reiz mit einem anderen Reiz zu koppeln. Den nennt man dann häufig neutralen Reiz. In dem klassischen Beispiel wäre das dann das Glockenleuten. Das Glockenleuten führt an sich erstmal zu keiner spezifischen Reaktion.
Aber wenn wir das häufig genug miteinander koppeln und zusammen darstellen, dann bei dem Training von neutralem und unkonditionierten Heiz kommt es dann irgendwann auch bei dem neutralen Reiz, den Glockenleuten, zu dieser unkonditionierten Reaktion, dem Speichelfluss. Und irgendwann reicht das Glockenleuten schon aus, um den Speichelfluss hervorzurufen.
Genau, also für alle, die den Hund nicht kennen, also das war ein Experiment von dem Herrn Pawlov, der gesagt hat, ich setze den Hund vor Essen und jedes Mal, wenn er was zu essen klickt, läute ich dabei, sodass dieses Leuten konditioniert oder verknüpft wird mit dem Essen. Und irgendwann reicht dann nur das Leuten, um die Reaktion des Speichelflusses auszulösen.
Das kennt ja auch irgendwie jeder, der so einen Hund hat, ja. Also wenn du gefühlt schon die Schublade aufmachst, wo das Essen drin ist, dann. Kommt er ja schon.
Kennst du diese sauren Gummibärchen und mir zieht es schon wieder alles zusammen, wenn man diese Tüte aufmacht?
Oh ja, Leo, das war auch ein sehr gutes Beispiel. Hättest du gut gemacht.
Oder auch ganz super lustig im Orchester war das früher immer, wenn irgendjemand irgendwas Wichtiges vorspielen muss, dann setzt er dich dann vorne ins Publikum und isst eine Zitrone. Und dann zieht sich alles zusammen und da kann man nicht mehr genug Lippenspannung aufbauen, um das Instrument seiner Wahl zu spielen.
Das war sehr lustig.
Das hätte ich besser nicht ausdrücken können, Leo. Vielleicht noch zwei Dinge, die wichtig sind für den Erfolg der Konditionierung. Das eine ist das Interstimulus-Intervall, also der zeitliche Abstand zwischen dem neutralen und dem unkonditionierten Reiz. Also wenn das Glockenläuten und das Essen sehr weit zeitlich auseinanderliegen, dann ist unser Gehirn nicht in der Lage, die da quasi zu koppeln und miteinander zu kombinieren.
Und eine zweite Sache, die sehr wichtig ist, ist die Reihenfolge, in welcher der unkonditionierte Reiz und der neutrale Reiz dargeboten wird. Also es ist für uns viel leichter zu lernen, wenn wir erst das Essen sehen, dann die Glockenläuten, als andersrum, weil wir sonst irgendwie gar nicht wissen, womit dieser neutrale Reiz am Anfang überhaupt gekoppelt ist.
Ich glaube, was nochmal Wichtiges mitzunehmen, ist, dass der neutrale Reiz am Ende zum konditionierten Reiz wird. Und der unkonditionierte Reiz bleibt immer unkonditioniert, weil der quasi angeboren ist. Genau, mit dem unkonditionierten Reis. Beziehungsweise die Reaktion auf den unkonditionierten Reiz.
Mit dem unkonditionierten Reiz müssen wir eigentlich gar nichts machen.
Der bleibt. Gut, es gibt noch ein paar andere wichtige Grundbegriffe bei der klassischen Konditionierung, nämlich einmal die Extinktion. Das heißt, man kann eine konditionierte Reaktion auch wieder löschen. Also der Speichelfluss, die konditionierte Reaktion, wenn der konditionierte Reiz, also die Glocke ertönt, den kann man löschen, wenn man eben wiederholt, die Glocke einfach läutet, ohne dass der unkonditionierte Reiz, der Essensduft, auch präsentiert wird.
Wenn man das zu oft macht, dann kommt der Speichelfluss eben auch nicht mehr.
Also müsste ich quasi jetzt einfach 500 Gummibächentüten aufmachen und dann hätte ich die Reaktion nicht mehr.
Aufmachen, aber nicht essen. Ja, genau, ja.
Dann zweiter wichtiger Grundbegriff noch die Reizgeneralisation. Das bedeutet, die konditionierte Reaktion kann dann auch durch Reiz ausgelöst werden, die dem konditionierten Reiz einfach ähnlich sind. Ja, zum Beispiel vielleicht eine andere Glocke. Dann gibt es noch Reizdiskrimination, also da geht es darum, dass man Unterschiede zwischen zwei Reizen erkennen kann.
Diskriminationslernen gibt es auch noch. Das ist ein Lernprozess, der dann dazu befähigt, zwischen zwei Reizen zu unterscheiden. Also die Voraussetzung für Reizdiskrimination.
Und da kann man ja ziemlich coole Dinge anstellen, dass man zum Beispiel sagt, es gibt bei dem einen Glockenton gibt es Essen, aber wenn nicht die andere Glocke klingel, dann gibt es kein Essen. Und zum Beispiel der Hund, aber auch der Mensch, ist in der Lage, eben das zu unterscheiden.
Und dann gibt es noch einen Begriff, der wichtig ist, nämlich Konditionierung höherer Ordnung. Da ist die Idee einfach, dass ein bereits konditionierter Reiz, also zum Beispiel das Glockenläuten, noch mit einem weiteren neutralen Reiz verknüpft wird, der dann auch wieder im Verlauf zu einer Reaktion führt und dann eben auch zu einem konditionierten Reiz wird.
Das heißt, wenn ich jetzt die Glocke läute und Leo läuft, der Speichel im Mund zusammen. Und dann zusätzlich aber geht immer noch eine Lampe an, wenn die Glocke läutet, damit die Lampe auch noch zu einem konditionierten Reiz läuft.
Ja, so, soweit zum Hund. Jetzt lassen wir das Hündchen leider hinter uns. Und wenn es eine klassische Konditionierung gibt, gibt es nochmal irgendwas anderes. Das heißt, es ist in diesem Fall operante Konditionierung. Hat sich jemand entwickelt, der sich überlegt hat, dass es immer so ein bisschen doof ist, als wenn man Kinder erziehen will, immer eine Glocke dabei haben muss.
Das ist halt doof. Deswegen gibt es noch eine andere Möglichkeit zu konditionieren.
Das war auch ein guter Witz nochmal gut gemacht, Leo.
Danke, ne? Warum krieg ich so, habt ihr nämlich Experiment vor mit mir jetzt? Ich krieg sonst nicht mehr. Nein, sonst wird immer nur angekackt für meine Witze.
Nö, warum nicht?
Okay. Also vom Prinzip her noch einfacher, so wie es eigentlich, so wie es jeder aus seiner eigenen Kindheit auch kennt. Und zwar wird da mit Belohnung und mit Bestrafung gearbeitet. Bedeutet, dass wenn ich ein Verhalten stärken möchte und die Häufigkeit erhöhen will, dann werde ich nach diesem Verhalten belohnen, wie das auch mit jedem Leckerli so ist.
Vielleicht ist das das, vielleicht wollt ihr mich auch brandkonditionieren mit dem Leckerlis des Lobs, keine Ahnung.
Ja, sehr gut gemacht, Leo. Gut herausgefunden. Das war ziemlich smart. Das war wirklich gut. Müssen wir jetzt auch nochmal hier verstärken.
Ich habe nur zehn Minuten gebraucht, krank. Und auf der anderen Seite kann man natürlich verhalten, was man, was einem nicht gefällt, durch Bestrafung versuchen zu reduzieren. Und wenn man das Ganze jetzt noch komplizierter ausdrücken möchte, könnte man sagen, erfolgreiche Verknüpfung eines Verhaltens mit einer Verstärkung oder Bestrafung, sodass es zur Zunahme bei der Verstärkung oder Abnahme bei der Bestrafung des Verhaltens kommt.
Ganz genau so ist es. Und da können wir uns quasi vier Sachen anschauen. Positive Verstärkung und negative Verstärkung sind sehr verwirrende Begriffe für eigentlich zwei Dinge, die relativ straightforward sind. Positive Verstärkung funktioniert meistens durch Belohnung. Wir bieten eine Konsequenz da und es ist gleichzeitig eine angenehme Konsequenz auf ein Verhalten.
In diesem Fall zum Beispiel immer, wenn Leo was Gutes sagt, sagen wir gut gemacht.
Ja, und das klappt. Dadurch, dass wir Leo seit Stunden durchgängig loben, kam es zu einer Zunahme seines Verhaltens und Leo hat gar nicht mehr aufgehört zu reden, weil er sich so darüber gefreut hat. Oder so?
Darauf haben wir auch gewartet, auf noch mehr Witze.
Aber das ist nicht das Einzige, was passiert. Positive Verstärkung ist also quasi so ein bisschen der leichteste Fall, einfach durch Lob oder Belohnung und dann negative Verstärkung. Da wollen wir auch quasi das Einverhalten häufiger auftritt, aber wir machen es nicht, indem wir was Positives machen, sondern indem wir etwas Negatives wegnehmen.
Zum Beispiel könnten wir, Leo, ich weiß, ich habe dir gestern ein Fernsehverbot gegeben, aber jetzt will ich dich negativ verstärken. Das heißt, ich nehme das Fernsehverbot wieder weg. Dadurch kommt es auch zu einer Zunahme deines Verhaltens.
Genau so ist es auch so, ne? Also positiv bedeutet immer, ich gebe irgendwas dazu, ich stelle da irgendwas hin. Und negativ ist, irgendwas geht weg.
Ganz genau. Und Verstärkung bedeutet quasi, wir wollen, dass das Verhalten zunimmt.
Genau. Verstärkung ist quasi immer das, worauf man eigentlich acht.
Schön, dass du sagst, Fernsehverbot. Mein Beispiel wäre jetzt eine Daumenschraube gewesen, die man löst.
Aber da sind wir ja noch nicht angekommen, die hast du ja noch.
Naja gut, aber wenn ich die Daumenschraube ja löse, dann wäre das ja theoretisch was Schönes.
Es gibt nicht nur die positive und die negative Verstärkung, sondern auch noch direkte und indirekte Bestrafung. Bestrafung generell im Vergleich zur Verstärkung bei der Bestrafung ist unser Ziel, dass das Verhalten abnimmt. Durch eine direkte Bestrafung fügen wir einen aversiven Reiz hinzu, indem wir zum Beispiel Leo kritisieren, tadeln oder eine Strafe verhängen.
Und auf der anderen Seite die indirekte Bestrafung, auch hier wollen wir, dass das Verhalten abnimmt. Dort nehmen wir dann eine Belohnung, also etwas Positives weg, was auch jetzt passieren wird, weil es wird mir zu anstrengen, Leo die ganze Zeit zu loben. Und daher werden wir das jetzt weiter weglassen und dich somit indirekt bestrafen, Leo.
Okay, nehmen wir an. Wie war das nochmal? Das fand ich nämlich ganz spannend, dass ja so in der klassischen Erziehung das schon eher so ist, dass das mit Bestrafung gearbeitet wird. Also dass du sagst, wenn du, wenn du, wenn du, weiß ich nicht, wenn du den Müll nicht rausbringst, dann darfst du keinen Fernsehen gucken.
Aber ist es nicht so, dass Belohnung viel effektiver ist, als wenn man quasi den Leuten sagt, wenn du irgendwas tust, dann bekommst du etwas dafür, dass man dadurch oder dass man mit Belohnung im allgemeinen Verhalten viel schneller und besser beeinflussen kann als mit Bestrafung?
Ganz genau so ist es. Also wenn man sich quasi Meta-Analysen anschaut, über die wir auch in vorherigen Folgen schon gesprochen haben, also Studien über viele Studien hinweg, dann sieht man, dass die Effekte von Verstärkung viel effizienter und stärker sind als die Effekte von Bestrafung. Und auf der anderen Seite ist aber Bestrafung häufig im Alltag wahrscheinlich ein bisschen leichter durchzuführen und ein bisschen weniger anstrengend.
Insbesondere wenn man ein nerviges Baby oder Kleinkind versucht.
Das laufen wir immer an, ne?
So ist es. Boah.
Wir sind ein Podcast gegen Gewalt. Möchte ich nochmal festhalten?
Gut, es gibt in dem ganzen Feld der Operandenkonditionierung noch ein paar andere wichtige Begriffe und Verstärkerpläne und was weiß ich, da gehen wir jetzt nochmal drauf ein. Einmal ist die Frage, wo kriegen wir überhaupt unsere Verstärker her? Und da gibt es primäre Verstärker. Das sind Reize, die quasi irgendwelche elementaren, angeborenen Bedürfnisse befriedigen oder auch deren Befriedigung entgegenstehen.
Und die wirken ohne vorangegangene Lernprozesse. Ein typisches Beispiel wäre Essen, womit man Leo dann belohnt sozusagen oder auch nicht. Genau. Und ein sekundärer Verstärker wird aber erst durch zeitliche Kopplung mit einem primären Verstärker quasi zum Verstärker und fördert dann das Auftreten bestimmter Verhaltensweisen.
Das heißt sekundäre Verstärker, kurz nachdenken, wie entstehen die?
Das sind quasi klassisch konditionierte Reize, die mal neutrale Reize waren und jetzt quasi zu einem sekundären Verstärker wurden. Kann man das ausdrücken?
Genau.
Super. Wir haben jetzt über Verstärkung und Bestrafung schon gesprochen, aber die Frage ist ja, wie oft will ich eigentlich Leute verstärken oder bestrafen? Und die Frage beantwortet Verstärker Pläne. Der offensichtlichste Fall hier ist die kontinuierliche Verstärkung. Das heißt, das erwünschte Verhalten, was ich sehen will, wird jedes Mal, wenn es gezeigt wird, verstärkt.
So haben wir es ja zumindest am Anfang der Folge probiert. Jedes Mal, wenn Leo irgendwas gesagt hat, wurde er gelobt. Und die Folge davon ist, dass Verhalten besonders schnell erlernt wird. Das hat aber auch einen Nachteil, wenn ich irgendwann mal vergesse, das Verhalten zu verstärken, dann hat das auch besonders negative Effekte, weil die andere Person erwartet, dass sie ja jedes Mal erstärkt wird, verstärkt wird.
Und deswegen gibt es noch was zweites, nämlich die intermittierende Verstärkung. Zum Beispiel die Quotenverstärkung ist ein Teil davon, da wird das erwünschte Verhalten nur jedes x-te Mal verstärkt. Zum Beispiel nur jedes fünfte Mal, wenn irgendwas Tolles passiert, wird die Person gelobt. Oder die Intervallverstärkung, da wird das Verhalten nicht jedes x-te Mal verstärkt, sondern nur in bestimmten Zeitabständen.
Und der Vorteil der intermittierenden Verstärkung ist, dass das Verhalten insbesondere langfristig und löschresistent erlernt wird, weil die andere Person nicht bei jeder einzelnen Verhaltensweise eine Verstärkung erwartet. Und dann als letztes gibt es noch das Token-System, was häufig mit Kindern angewandt wird.
Da werden nämlich einfach zunächst wertlose Gegenstände, zum Beispiel Plastikmünzen oder Smiley-Aufkleber verwendet, die dann gesammelt werden können zur positiven Verstärkung einer erwünschten Verhaltensweise und dann später quasi in den eigentlich gewünschten Verstärker umgetauscht werden können. Das heißt, ein Token, eine Plastikmünze, ist am Anfang quasi ein sekundärer Verstärker oder ein neutraler Reiz, wenn man eher aus der klassischen Konditionierung kommt.
Damit wird man dann verstärkt, irgendwann kann man das umwandeln und dann kann man mit zehn Plastikmünzen zum Beispiel ins Kino gehen oder so.
Bestia, bei sich ist es die Möglichkeit, die Belohnung so weit runterzuskalieren, dass man als Elternteil nicht arm wird.
Das hängt davon ab, welche Währung deine Plastikmünzen haben. Genau. Aber die Idee ist quasi nicht jedes Mal, wenn du jetzt eine Rechenaufgabe löst, dass ich dann jedes Mal nach jeder Rechenaufgabe mit dir ins Kino gehe, sondern dann sage, okay, wenn du deine Hausaufgaben machst, bekommst du eine Münze und wenn du jeden Tag diese Woche deine Hausaufgaben machst, hast du fünf Münzen und fünf Münzen ist ein Schokobon.
Und dann ein Schokobon. Gerade wenn du dann keinen Bock hast, ins Kino zu gehen, kannst du auch dem Kind direkt Inflation beibringen.
So funktioniert es. Wichtig vielleicht auch fürs Physikum ist, dass wenn man schnell und langfristig etwas lernen möchte, dann hilft es häufig mit einer kontinuierlichen Verstärkung zu starten, weil man so schnell etwas lernen kann und dann aber im Verlauf auf eine intermittierende Verstärkung wechseln kann.
Das ist weniger anstrengend, weil man da nicht dauerhaft loben muss. Aber es ist eben dann auch langfristiger und löschresistenter.
Ist auch so bei, also meine Herr meine Tanzer hat einen Hund, mit dem sie zur Hundeschule gegangen ist, ich war da mal dabei, das am Anfang erlerntes Verhalten, da kriegt er jedes Mal irgendwas, irgendwas zu futtern und irgendwann kriegt er nicht für jedes Sitz mehr ein Leckerli, sondern vielleicht für jedes fünfte oder zehnte.
Wird dann auch günstiger.
Wird dann auch günstiger. Genau, ja. Auch in der Operandenkonditionierung gibt es Grundbegriffe, die man auch ding, ding, ding, ding, sehr gut abfragen kann. Das Gemeine ist jetzt, dass diese Grundbegriffe aber ähnlich klingen, aber teilweise leicht unterschiedlich sind zur klassischen Konditionierung.
Deswegen sehr, sehr witzig. Und ich wollte ganz kurz nochmal festhalten, wir haben jetzt schon 20 Minuten gelabert. Im Skript steht Auflösung Live-Experiment. Ich war 10 Minuten schneller, als ihr erwartet habt. Das ist korrekt.
Das ist also sehr gut gemacht.
Ja, Top Leo. Okay. Ich bin stolz.
Fangen wir wieder an mit Extinktion. Also natürlich kann auch ein operant konditioniertes Verhalten gelöscht werden, wenn es eben lange nicht verstärkt oder bestraft wird. Dann haben wir auch nochmal Begriffe, die auch bei der klassischen Konditionierung schon gefallen sind, wie die Reizgeneralisation, dass das erlernte Verhalten eben auf ähnliche Situationen auch übertragen werden kann.
Die Reizdiskrimination, dass das Verhalten eben in spezifischen Situationen gezeigt wird mit spezifischen Reizen. Und den diskriminativen Reiz hatten wir ja auch schon. Hier aber nochmal beschrieben als Hinweisreiz, der eine Konsequenz auf ein Verhalten ankündigt. Das ist ja nochmal anders als bei der klassischen Konditionierung, richtig?
Ja.
Also bei der klassischen war ja der diskriminative Reiz die Idee, quasi, dass man einen zweiten neutralen Reiz hat und bei dem einen kommt es dann zur konditionierten Reaktion und bei dem anderen kommt es nicht zur konditionierten Reaktion. Und bei der operanten Konditionierung ist es mehr quasi dieser in Anführungszeichen Hinweisreiz, der dann quasi ankündigt, dass es gleich zu einer Verstärkung oder einer Bestrafung ist.
Der dann quasi eigentlich bei der Diskrimination noch hilft.
So ist es.
Ja, okay. Und Diskriminationslernen ist eben wieder ein Lernprozess, der dann dazu befähigt, ein Verhalten nur dann zu erledigen, wenn ein diskriminativer Reiz auch da ist. Gut, was man bei der Operantenkonditionierung noch machen kann, ist einmal Prompting. Das heißt, man unterstützt die Handlung zusätzlich durch Hilfestellung von außen, zeigt beispielsweise, was man will, dass das Tier zum Beispiel tut, indem man die Hand führt oder ähnliches, also die Pfote in dem Fall dann.
Eine weitere Möglichkeit ist das Training, wenn man komplexere Verhaltensweise Verhaltensweisen erlernen möchte oder will, dass jemand die erlernt, dann kann man das schrittweise angehen und die Verhaltenskette quasi Schritt für Schritt aufbauen.
Das sieht man ja häufig bei Hunden, die dann irgendwelche ganz komplizierten Kunststücke vortanzen können, die das quasi schrittweise erlernen.
Genau, und das kann man eben in zwei Richtungen machen. Es gibt einmal das Backward-Jaining, da werden die Einzelschritte eingeübt und verstärkt in ihrer umgekehrten Reihenfolge. Also sagen wir mal, wir wollen, dass Leos Hund die Zeitung holt und danach an der Klingel klingelt. Dann würden wir zuerst mit der Klingel anfangen, richtig?
So ist das. Und das Forward-Chaining wäre eben genau umgekehrt, dass die Einzelschritte in ihrer chronologischen Reihenfolge eingeübt werden. Kurze Frage, Kai, vielleicht weißt du dazu was. Warum macht man überhaupt Backward-Chaining? Das wirkt ja sehr kontraintuitiv.
Ich weiß gar nicht, ob es so kontraintuitiv ist, weil man ja manchmal vielleicht mit dem letzten Schritt anfängt und das quasi der letzte Schritt ist der Schritt, der am nächsten zur Belohnung ist.
Ah, okay.
Das heißt, du fängst quasi damit an und das klappt und dann fügst du quasi einen zweiten Reiz dazu, der dann zu dem Reiz ist, der ja schon mit der Belohnung oder Bestrafung quasi konditioniert ist. Das heißt, man kann, man rollt das Feld quasi so ein bisschen von hinten auf.
Aber steile These, das Forward- und Backward-Shaining zu nennen, da braucht wieder jemand ein paar Buzzwords für seine Publikation. Dafür jetzt eigene Begriffe einzuführen.
Wer? Es gibt noch einen wichtigen Begriff allerdings, nämlich das Shaping. Und da wird ein dem Zielverhalten schon ähnliches Verhalten, was quasi schon da ist, verstärkt, um dann aber stufenweise das Zielverhalten zu erreichen. Also es gibt irgendwie schon was, was halbwegs ähnlich ist und das arbeitet man dann nochmal schön aus, damit es tatsächlich zu dem verhalten wird, was man möchte.
Genau, also wenn ich zum Beispiel jetzt ein Salto lernen möchte und ich mit einem Putzelbaum nach vorne starte, dann hoffe ich, dass ich trotzdem schon dafür verstärkt werde, damit ich die Motivation habe, weiter zu arbeiten und das dann irgendwann auch wie ein Salto aussieht.
Magst du helle oder dunkle Schokolade? Helle. Helle? Okay, sehr gut.
Ja, ich auch.
So, jetzt kann man natürlich.
Dann weiß ich, was ich zur nächsten Folge dann mitbringe.
Jetzt ist natürlich die ganze Theorie dahinter sehr spannend, aber die Frage ist, was bringt uns das für das Verständnis von vielleicht auch psychologischen und pathologischen Verhaltensweisen oder Erkrankungen? Und da hat der Herr wahrscheinlich Herr Mora oder so ein Zwei-Faktoren-Modell entwickelt.
Und zwar eine Kombination daraus, dass klassische und operante Konditionierung in der Reihenfolge zur Entstehung von psychischen Störungen beitragen können. Zu Beginn bei der klassischen Konditionierung ist es oft so, dass eben ein ursprünglich neutraler Reiz von einem negativen Reiz verknüpft wird. Zum Beispiel, irgendwie, ich laufe über einen großen Platz und werde was ja ein neutraler Reiz ist und werde von irgendeinem Idioten dumm angemacht, was ja ein negativer Reiz ist jetzt in dem Sinne.
Und dann lerne ich daraus, wenn ich über einen großen Platz laufe, dann werde ich dumm angemacht. Was ja jetzt erstmal grundsätzlich erstmal vermutlich keine psychologische Störung hervorruft. Wenn ich jetzt aber anfange, mich selbst und wahrscheinlich aus Versehen auch voran zu konditionieren, bedeutet zum Beispiel, indem ich diesen negativen Reiz versuche zu vermeiden, also dass ich quasi diesen großen Platz vermeide, dann verspüre ich dadurch eine Belohnung, weil ich nicht angekackt werde.
Und wenn ich das weiter hochschaue, dann kann es beispielsweise dazu führen, dass ich auf gar keine großen Plätze mehr gehe, weil ich sage, ich habe Angst vor großen Plätzen. Und so kann sich diese Angst festigen und kann dadurch halt eben zu einem echten Problem werden. Weil ich meine, große Plätze gibt es viele auf dieser Welt.
Wenn man die alle nicht betreten dürfte, dann müsste man schon seine Route sehr genau planen.
Und das, was du beschrieben hast, ist einmal die negative Verstärkung dann, dass man quasi sich dafür belohnt, indem man nicht mehr hingeht. Man nimmt also das Verhalten weg. Und das zweite, was du beschrieben hast, dann danach war quasi die Heizgeneralisierung, dass man dann nicht nur vielleicht sich auf den einen spezifischen Platz fokussiert, sondern auf alle Plätze oder im schlimmsten Fall alle sozialen Situationen.
Genau, ja, und das ist halt nichts gut. Und deswegen, da, das ist eine Erklärungsmöglichkeit, wie beispielsweise so Vermeidungs- oder Phobien vielleicht entstehen können. Wenn es assoziatives Lernen gibt, gibt es logischerweise auch nicht-assoziatives Lernen, was halt eben nicht assoziiert ist.
Im nicht-assoziativen Lernen geht es darum, dass eine Verhaltensänderung im Laufe der Zeit entsteht, aber nicht als Reaktion auf einen unkonditionierten, unkonditionierten und neutralen und was weiß ich Reiz, sondern einfach auf einen einzelnen Reiz. Es werden also nicht verschiedene Reize verknüpft, dementsprechend nicht assoziativ.
Ein Beispiel dafür ist tatsächlich auch einfach die Habituation, also die Gewöhnung an einen Reiz, je öfter der Reiz präsentiert wird, desto mehr nimmt die Reaktion darauf ab. Ein Beispiel, was Leo gerne bringt in dem Zusammenhang, ist die Stadt. Wenn man vom Land in die Stadt gezogen ist und dann auf einmal den Straßenlärm hat, reagiert man darauf vielleicht mit schlechtem Schlaf, das nimmt aber im Laufe der Zeit ab, weil man sich eben daran gewöhnt.
Die Dishabituation gibt es auch, das kommt quasi dann zustande, wenn man einen neuen Fremdenreiz nach erfolgter Habituation präsentiert und dann wird darauf aber wieder reagiert, vielleicht zum Beispiel, wenn eine neue Straßenbahn fährt. Dann gibt es noch die Sensitivierung, das ist quasi so das Gegenteil der Habituation, dass die Idee, dass nach erfolgter, äh, also nach wiederholt erfolgter Präsentation eines Reizes in starker Intensität dann auch die Reaktion immer weiter zunimmt, auch wenn der Reiz vielleicht in geringer Intensität oder auch gleichbleibender Intensität präsentiert wird, wenn beispielsweise irgendwo ein Piepen ist oder so, was euch wahnsinnig stört und das wird gefühlt immer
lauter und immer nerviger. Das wäre dann Sensitivierung.
Aber die Frage ist halt, es ist dann halt wahrscheinlich was Persönliches, ob man mit Habituation oder Sensitivierung reagiert. Weil ich meine, es könnte ja auch theoretisch sein, dass man an diese Straßen waren, die dann einem Schlafender immer wieder lauter hört und man immer schlechter schläft. Heißt, das ist dann einfach persönlichkeitsabhängig oder kann man sagen, wie man reagiert auf den Reiz?
Dazu weiß ich zu wenig, aber ich könnte mir vorstellen, dass da individuelle Unterschiede gibt. Jetzt basierend auf persönlicher Erfahrung, dass manche Leute schneller habituieren als andere, aber an sich die Tendenz über alle Menschen hinweg wäre, wahrscheinlich eher, dass man sich an Reize, die jetzt nicht extrem töricht sind, eher sich über die Zeit hinweg daran gewöhnt.
Und dann bei der Sensitivierung, was Tim meinte, so ein Piepen ist wahrscheinlich ein so salienter Reiz, dass man quasi da nochmal die Aufmerksamkeit automatisch darauf hinrichtet.
Aber grundsätzlich könnte man ja nicht zwingend vorher sagen, ob man sich gewöhnt oder ob es auf schlimmer wird. Wahrscheinlich kann man es abschätzen, wie du sagtest, wie nervig und vielleicht auch wie kurz dieser Reiz ist. Aber zum Beispiel kann ich jetzt mal erzählen, viele kennen das ja, wenn man geht in ein Hotel oder ein Hostel, was eine Klimaanlage hat und dann brummt es so.
Und am Anfang, wenn man selbst keine Zuhause hat, wie die meisten von euch wahrscheinlich, dann nervt einen das und man gewöhnt sich relativ schnell dran. Bei meiner Mom zum Beispiel wird das jede Nacht schlimmer. Die schläft jede Nacht schlechter. Und deswegen ist immer die Frage, kann man die Klimaanlage ausmachen in diesem Zimmer?
Und das würde ja bedeuten, dass auch verschiedene Menschen verschieden auf so Reize reagieren können.
Das Spannende ist ja jetzt, wir laufen ja auch in der Kindeserziehung oder so nicht andauernd rum und machen positive und negative Verstärkungen, sondern es gibt noch eine andere Möglichkeit.
Genau, zum Beispiel das Lernen am Modell und das findet tatsächlich sehr häufig statt, kann man übrigens auch Imitationslernen oder Beobachtungslernen nennen. Und das sind aktive Lernprozesse, die durch eine Beobachtung von Vorbildern geprägt sind. Und Vorbilder können ganz unterschiedliche Leute sein.
Das kann die Mutter sein, der Vater, Freunde, Fernsehfiguren in meinem Fall Leo, die wir quasi tagtäglich sehen und so neue Verhaltensweisen erlernen, indem wir einfach das Beobachten von dritten Personen einfach nachmachen und dadurch erlernen. Und wichtig dabei ist, je mehr wir uns mit unserem Vorbild identifizieren, also mit dem Modell identifizieren, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns das Verhalten aneignen.
Und deswegen ist es als Elternteil auch häufig wichtig, gute Verhaltensweisen dem eigenen Kind zu modellieren, weil das Kind sonst auch andere Verhaltensweisen sehr schnell erlernen wird. Es gibt auch die stellvertretende Verstärkung. Da bekomme ich jetzt gar keine direkte Verstärkung, aber ich beobachte eine andere Person, wie die andere Person für eine bestimmte Verhaltensweise verstärkt wird.
Und dadurch denke ich, naja, wenn die andere Person verstärkt wird, dann ist das bei mir auch ziemlich wahrscheinlich, dass das verstärkt wird. Also zeige ich die Verhaltensweise einfach mal.
Also das Werk, oder wenn man es jetzt negativ sieht, wäre das ja quasi das Prinzip von einem Exempel statuieren.
Das Erste, was mir jetzt eingefallen ist, wenn ich jemanden anderen sehe, der jemand anderen ermordet und dann von der Polizei festgenommen wird, dann sollte mich das jetzt in diesem Beispiel auch dazu motivieren, keine andere Person zu ermorden.
Also wenn das dein einziger Beweggrund ist, dann.
Darüber sprechen wir tatsächlich in der nächsten Folge, wenn wir die Moralentwicklungentwicklung gehen wird, ganz genau. Es gibt aber vielleicht noch vier wichtige Phasen des Modelllernens, die man mal gehört haben sollte. Das erste ist die Aufmerksamkeitsphase, da richten wir unsere Aufmerksamkeit auf das Modell, die Behaltensphase, wo wir das Gelernte in unserem Gedächtnis abspeichern, die Handlungs- oder Reproduktionsphase, wo wir das einfach mal selbst ausprobieren und das Erlernte ausführen und dann noch die Motivationsphase am Ende, wo quasi die Motivation, das Erlernte auszuführen, steigt, je erfolgreicher das Modell belohnt wird und auch je erfolgreicher wir darin sind, das Verhalten auszuführen
und dann hoffentlich auch dafür belohnt werden. So, das war jetzt das Lernen am Modell, nicht assoziatives Lernen hatten wir noch, aber es gibt noch eine letzte Art zu lernen, die Tim jetzt vorstellt.
Genau, und das ist ja wahrscheinlich die Spitze des Eiswerks, das kognitive Lernen. Beim kognitiven Lernen gibt es auch nochmal zwei Sachen, die wir besprechen wollen. Einmal steht, also was man damit hauptsächlich verbindet, ist eben das Lernen durch Einsicht. Die Idee ist, dass man als Mensch eben spontan zu einem Lösungseinfall irgendein Aha-Erlebnis kommt, ohne im Vorfeld das irgendwie versucht zu haben oder durch Versuchen Irrtum verschiedene Lösungsansätze ausprobiert zu haben.
Und das gelingt eben durch Nachdenken, indem man bereits vorhandene Erkenntnisse und Erfahrungen aus früheren Erlebnissen nutzt. So ein Beispiel, was man hier jetzt anbringen könnte, ist, ein Kind denkt eben nach und erinnert sich an ähnliche Situationen, wenn es an irgendwas Ruhes im Regal kommen will, hat vielleicht schon mal einen Elternteil gesehen, was auf einen Stuhl gestiegen ist oder so, und holt sich dann eben selbst einen Hocker, um ans Spielzeug zu kommen.
Das wäre Lernen durch Einsicht, durch Nachdenken, eben kognitives Lernen. Und was man auch noch machen kann, was auch vorhin schon so ein bisschen eigentlich angeklungen ist, man kann sich ja auch, manche Leute sagen, sie konditionieren sich selbst, man kann durch Eigensteuerung lernen. Und beim Lernen durch Eigensteuerung ist das Verhalten weniger eben von der Umwelt ferngesteuert, sondern vielmehr wird das selbst beeinflusst, indem man sich persönliche Ziele setzt und eben für erfolgtes Verhalten dann entweder belohnt oder bestraft.
Zum Beispiel belohne ich mich regelmäßig nach einem anstrengenden Tag im Labor mit einem Spieleabend bei Leo. Und dann hat man quasi sich selbst durch Eigensteuerung beigebracht, dass es gut ist, hart zu arbeiten.
So, jetzt haben wir viel gelernt, jetzt steigen wir im nächsten Kapitel quasi ein bisschen auf in der Komplexität und kommen vom Lernen zur Kognition. Kognition, also quasi Denkprozesse im Großen und Ganzen. Und wie man das auch so im, ich denke jetzt mal Volksmund kennt, gibt es so das Bewusstsein und das Unterbewusstsein.
Und das Unterbewusstsein ist immer so ein großes Fragezeichen für mich gewesen. Also deswegen, Tim, bring mal Licht ins Dunkel.
Ja, sofort. Genau, noch kurz zur Einordnung. Also den ersten Themenblock für die Psychologie-Grundlagen sozusagen. Das Lernen haben wir ja jetzt. Und jetzt geht es diese Folge schon um Kognition, aber in der nächsten Folge dann auch noch. Und genau, äh, Kai, was kann man denn überhaupt unbewusst kognitiv verarbeiten?
Naja, es passiert tatsächlich ziemlich viel unbewusst bei uns im Gehirn. Dinge, die unser Gehirn verarbeitet, die wir gar nicht so stark wahrnehmen. Und tatsächlich bezeichnet man diese Reize dann häufig als unterschwellige Reize oder vielleicht hat man auch schon mal gehört, subliminale Wahrnehmung.
Das ist dann der Fall. Das ist dann der Fall, wenn Reize so schwach sind oder von so kurzer Dauer sind, dass sie einem eben nicht bewusst sind, aber jedoch unbewusst wahrgenommen werden. Und tatsächlich hat unbewusste Verarbeitungen einen ganz, ganz großen Bestandteil bei uns im Gehirn und auch viele wichtige Funktionen.
Ein großer Vorteil ist die große Kapazität. Wir können sehr viele mehr Reize gleichzeitig verarbeiten. Es passiert sehr schnell, sowohl in der Wahrnehmung als auch in der Verarbeitung. Es ist kontinuierlich, es findet quasi ununterbrochen statt. Und das, und das ist vielleicht einer der besten Teile, es ist auch relativ anstrengungslos.
Wir müssen uns nicht besonders anstrengen, kognitiv zumindest, um das durchzuführen. Und dann vielleicht noch automatisch als letzter Punkt. Es ist unabhängig von unserer Denkleistung oder unserem Alter oder unserem EQ, es passiert einfach und das ist auch sehr gut so, dass es passiert.
Was dann wieder eher die Spitze des Eiswerks ist, sind bewusste kognitive Verarbeitungsprozesse oder auch Exekutivfunktionen. Die werden eben angewendet, wenn Personen zum Beispiel mit komplexeren oder auch einfach neuen Anforderungen konfrontiert werden, wo es eben noch keine automatisierten Handlungen, Denk- oder Verhaltensmuster gibt, die da angewandt werden können.
Zu den Exekutivfunktionen gehören dann zum Beispiel, dass man Handlungen plant, überwacht, was auch immer wichtig ist, ist diese kognitive Flexibilität, eben dass man mit neuen Anforderungen auch umgehen kann. Teilweise sind es auch Funktionen des Arbeitsgedächtnisses. Oder wenn man Verhaltensweisen, die vielleicht eigentlich automatisiert ablaufen würden, hier bewusst inhibiert, also unterdrückt, das würde auch zu den Exekutivfunktionen zählen.
Und das Ausführen von solchen exekutiven Funktionen erfordert viel Aufmerksamkeit und auch hohe kognitive Anstrengung. Und jetzt hatten wir gerade schon das Beispiel der Inhibition gebracht. Wenn mich nicht alles täuscht, gibt es ja diesen einen Patienten, der mal diese Stange durch den Frontallappen geschossen bekommen hat.
Und der hatte dann eben genau damit Probleme, konnte sich nämlich nicht mehr inhibieren, sondern hat einfach relativ brech alles rausgehauen, was irgendwo in seinem Gehirn rumgeschwört ist. Wie war der Name nochmal, Kai?
Phineas Gate.
Ja, genau, genau. Und diese kognitiven Verarbeitungsprozesse finden eben vor allem im Frontallappen statt, darauf wollte ich hinaus.
Sehr gut. Und als letztes für heute sprechen wir noch über die Reizstärke und die Empfindung von Reizen und wie das alles miteinander zusammenhängt. Das wird in einem Fachuntersucht, das heißt Psychophysik. Das war mal wirklich ein very sexy topic in der Psychologie, so vor schon fast 100 Jahren jetzt wahrscheinlich, was quasi untersucht die subjektiv empfundene Stärke bei der Wahrnehmung von objektiven Reizen.
Das heißt, uns interessiert dann so eine sogenannte Unterschiedsquelle. Wir haben zwei Reize mit zwei unterschiedlichen Reizstärken, zum Beispiel zwei Töne. Der eine Ton ist lauter als der andere. Und die Leute haben sich damals gefragt, naja, erkennen Leute das eigentlich, ob der eine Ton lauter ist als der andere?
Und bei Extrembeispielen fällt uns das natürlich leicht, aber gibt es irgendwann eine Unterschiedsschwelle, wo wir nicht mehr wissen, welcher Ton lauter ist als der andere, obwohl es objektiv dann noch einen Unterschied gibt? Es wurde dann natürlich nicht nur mit Tönen gemacht, sondern auch mit Gewichten zum Beispiel oder mit Größe oder mit vielen anderen Sachen.
Und was den Forschenden damals aufgefallen ist, ist, dass mit dem zunehmenden Gewicht steigt eben auch der absolute Betrag, in dem sich die Gewichte voneinander unterscheiden müssen, um eben diese Unterschiedsschwelle zu überschreiten. Das heißt, bei sehr kleinen Gewichten, da fällt mir sogar ein kleiner Unterschied auf, aber wenn ich zwei sehr schwere Gewichte habe, dann muss der Unterschied zwischen diesen zwei Gewichten auch schon relativ groß sein, damit ich überhaupt einen Unterschied erkennen kann.
Also es geht eher so um dieses Verhältnis dann.
Genau, es ist das Verhältnis.
Zum Beispiel, wenn ich sagen kann, also was, was 5 Gramm wiegt und was anderes wiegt 10 Gramm, dann ist es doppelt so schwer und ich merke das. Wenn ich was habe, was 100 Gramm wiegt und es ist 5 Gramm schwerer, dann merke ich vielleicht nicht den Unterschied zwischen 100 und 105 Gramm.
Genau, tatsächlich, aber der prozentuale Zuwachs, der bleibt tatsächlich konstant. Also 5 und 10 Gramm können wir unterscheiden und 100 Gramm und 200 Gramm können wir auch unterscheiden. Und das wurde von Ernst-Heinrich Weber in einem Gesetz, dem Weberschen Gesetz damals formuliert. Die Formel dafür ist C gleich Delta Phi durch Phi.
Da muss man es ja nochmal ganz schnell in die Mathematik verehrt.
Das ist gerade passiert. Wir haben eine Formel für uns. C ist die Weber-Konstante, das ist einfach das, was rauskommt. Und dann aber die Formel Delta Phi durch Phi ist quasi das, was Tim gerade auch nochmal erklärt hat. Delta Phi ist der Unterschied zwischen den zwei Gewichten in unserem Beispiel. Und Phi ist das Ausgangsgewicht, das heißt, daran wird das quasi dann nochmal relativiert.
Ja. So, das war's. Das war es mit Kognition und Lernen. Und deswegen ist die Frage, was haben wir denn heute überhaupt gelernt? Wir haben gelernt, dass die einfachste Form des Lernens die Konditionierung ist. Die kann entweder klassisch erfolgen, indem man einen neutralen und ein unkonditionierten Reiz kombiniert.
Dann kann man Operand konditionieren, indem man mit Belohnung und Bestrafung arbeitet, um halt entweder ein Verhalten zu bestärken oder halt zu reduzieren. Diese beiden Konditionierungsarten können dann aber auch zu psychischen Störungen beitragen in der Kombination. Etwas Komplexeres lernen ist dann das nicht-assoziative Lernen, wo es um Habituation und Sensitivierung geht.
Man kann auch am Modell lernen, an Vorbildern oder eben einfach durch Nachdenken. Dieses Nachdenken, also Denkprozesse, Kognition können einmal unbewusst und bewusst stattfinden. Und da hat es, in welcher Kategorie jetzt ein Reiz fällt, hat sehr viel aus eben durch Verhältnis von Reizstärke und Empfindung zu tun.
Und in der nächsten Folge steigen wir dann in den absolut höchsten, ja, höchsten Prozess ein, der vielleicht doch Individuen voneinander diskriminiert, ob wir jetzt dann doch Menschen der Affen sind, und zwar Intelligenz, genauso wie Entwicklung und Moral. Freut euch.
Wir freuen uns. Ja. Wir sehen uns.
Und tschüss.
Bis dann. Und Leo, du warst wirklich großer Antrag heute. Ganz dran.
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