STAR FM Rocktalk· Folge 18

Itchy: Mut zur Lücke

Mittwoch, 21. Oktober 2026 · 33 min

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Shownotes

Am Releasetag von Happy Little Accidents erzählen Itchy, wie ihre Songs entstehen und warum auf der neuen Platte neben Punkrock und Humor auch Platz für Trauer und politische Themen ist. Besonders persönlich wird es bei „Oh Boy“, einem Song für ihren verstorbenen Freund Bobbes. Und dann ist da noch die Geschichte einer älteren Vinyl-Wiederveröffentlichung, bei der die Band einen Song vergessen hat - bemerkt ausgerechnet von einem Vater ohne Plattenspieler.

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Hi, ich bin Simon und willkommen beim StarFM Rock Talk. Hier bei uns im Sender haben wir ständig Bands und Künstler zu Gast, die wir natürlich selbstverständlich sofort ausfragen. Und da kann es dann um alles gehen. Krasse Geschichten, neue Platten, aber auch Zukunftsvisionen. Und dieses Mal, da war ein Itchy zu Gast. Und zwar am Erscheinungstag ihres neuen Albums Happy Little Accidents.

Nach 25 Jahren Bandgeschichte sind die drei aber anscheinend immer noch so ein bisschen nervös an solchen Tagen. Oder einfach nur verdammt gut drauf. Wir sprechen darüber, wie die tiefenentspannte Pinsellegende Bob Ross zum Albumtitel beigetragen hat, wie aus einem schlechten Refrain am Ende doch noch eine Single wird und welcher Song ihm am meisten am Herzen liegt.

Ach ja, und am Ende, da erzählen sie mir noch von einer Vinylplatte, auf der tatsächlich ein Song fehlt. Entdeckt von jemandem, der nicht mal einen Plattenspieler besitzt. Also, viel Spaß beim Rocktalk mit Itchy. Dann, Ichi, herzlich willkommen beim Starfm Rock Talk. Schön, dass ihr gekommen seid. Ja, vielen Dank. Danke fürs Einladen.

Naja, heute ist ja auch ein ganz besonderer Tag für euch, weil ihr bringt ja euer neues Album Happy Little Accidents raus. Heute? Das ist krass. Das ist wirklich verrückt. Da arbeitet man ewig an so einem Album, schreibt Songs, produziert Demos, geht ins Studio, diskutiert, prügelt sich untereinander und irgendwann ist es soweit und heute ist der große Tag.

Da sitzt man bei Starfm da und bringt das Album raus. Ja, wie fühlt sich das an? Also, es ist ja ein großer Anders. Man arbeitet ja schon auch eine gewisse Zeit an so einer Platte irgendwie. Ihr habt es ja schon gesagt, da ist viel Arbeit dahinter. Diesen Release mit neuer Arbeit irgendwie zu feiern, oder?

Eigentlich will man doch dann lieber zu Hause sein und einfach froh sein, die Scheiße ist jetzt vorbei und die Leute kaufen das Ding jetzt. Aber nee, ihr müsst um 8.30 Uhr hier irgendwie zu einem Radiosender und endlos über diese Platte reden. Wir dürfen, wir dürfen. Wir machen das ja gerne. Wir wollen den Leuten jetzt ja erzählen, guck mal, hör mal, das ist jetzt da, hör es dir bitte an.

Und dann macht das total viel Spaß. Ja, ich finde es wirklich spannend, auch was so für Fragen kommen und so, also wir haben uns ja jetzt da nicht Gedanken gemacht und Antworten vorbereitet, sondern das kommt dann spontan und es ist spannend, macht Spaß. Wir sind echt immer noch nach 25 Jahren und 10 Alben immer noch aufgeregt, wie beim ersten Mal, muss man echt sagen. Also wir sind auch ständig am hier Kommentare checken, was sagen die Leute und finden sie es gut, finden sie es auch so gut wie wir oder gibt es Kritik?

Wie findet es Mutti? Meine Mutter hat vorgestern angerufen, die durfte es natürlich schon hören, und hat aus dem Nichtraus gesagt, übrigens, bestes Album ever. Okay. Das ist der größte Ritterschlag. Und was hat sie beim letzten gesagt? Save to save, oder? Sie freut sich dann aufs nächste, hat sie gesagt.

Ja, das war hatten gelohnt. Also ihr checkt dann schon regelmäßig so Instagram und YouTube und sowas, wo die Sachen auch irgendwie hochgeladen werden, was die Leute dazu sagen? Oder seid ihr da so ein bisschen vorsichtig? Manchmal hat man ja auch das Gefühl, ich will diese Büchse der Pandora gar nicht öffnen.

Doch, doch, da muss man drauf schauen. und wir checken wirklich täglich die Nachrichten. Gerade auch heute Morgen kam schon so viel rein von den Leuten, die die Platte irgendwie in die Kamera halten und sich freuen und ihre Plattenspieler zeigen, wie die Platte rotiert. Und das ist einfach krass, wenn man so lange dran gearbeitet hat und auf einmal können es die Leute hören. Total schön.

Ist es auch ein Gefühl der Erleichterung, dass man es jetzt geschafft hat? Ja, ist schon so. Also die Vorbereitung ist schon auch so ein bisschen so. Haben wir alles? Was haben wir vergessen? Haben wir was vergessen? Ist alles am Start? Sind alle Lieder drauf. Sind alle Lieder drauf. Ich wollte gerade sagen, was kann man denn bitte schön vergessen?

Also einiges. Ich weiß nicht, ob wir noch auf unsere Vergangenheit kommen, aber man kann auch Songs auf Veröffentlichungen vergessen. Das geht. Da müsst ihr mich unbedingt nachher nochmal dran erinnern. Das darf ich auf keinen Fall vergessen. Ja, ist ein bisschen wie Weihnachten heute. Ist wunderschön.

Na dann lass uns mal ein bisschen über das Album reden. Also Happy Little Accidents, da denke ich und vermutlich jeder, der ein bisschen medial geprägt ist, an Bob Ross. Ja, das ist gut beobachtet. Das ist, also wir sind ja Kinder der 80er und da kennen wir natürlich Bob Ross. Also wie oft haben wir nachts vielleicht auch mal betrunken, in einem betrunkenen Zustand. Aber mein ganzes Leben kann ich mich an Bob Ross erinnern. Der war einfach immer da, das ist eine Konstante.

Absolut. Und ich habe im letzten Jahr, der läuft tatsächlich immer noch nachts ab 1 Uhr und wenn ich schlecht schlafen kann, was in letzter Zeit irgendwie oft vorkommt, dann schaue ich immer Bob Ross zum Einschlafen. Das bringt mich runter und der hat eben diesen Satz geprägt, Happy Little Accidents, der sagt, es gibt keine Fehler, das sind einfach fröhliche kleine Unfälle und dann macht man da was Schönes draus.

Und wir sind halt eine Band, die viele fröhliche Unfälle hat. Genau und versucht das Beste draus zu machen. Also sowohl auf der Bühne, wir vergessen manchmal den Text, wir spielen auch mal einen falschen Akkord rein. Es ist nicht so von Perfektion geprägt, aber dafür strotzt alles voller Leidenschaft, Schweiß und Tränen. Ich glaube, deswegen passt es einfach ganz perfekt zu unserer Band und vor allem auch zu dieser Platte.

Bob Ross ist ja auch so ein entspannter Typ. Der geht ja mit so einer Art Aura an die Arbeit ran. Deswegen funktioniert es, glaube ich, auch so gut gerade so im Abendprogramm, weil man da so ein bisschen runterkommt. Ist das so eine Arbeitsweise, die bei euch auch Anklang findet? Geht ihr auch so an eine Platte ran?

Die würde großen Anklang finden, aber wir schaffen es nicht, weil wir viel zu aufgeregt und viel zu energetisch da rangehen und eher das Gegenteil sind, glaube ich, würde ich sagen. Deswegen würden wir Bob Ross eher als Inspiration nehmen. Absolut. Also die Bereiche sind da auch ein bisschen anders. Ich würde mal behaupten, es tut uns schon gut, wenn wir ein bisschen energetischer sind als er.

Also er hat Maximum Aura, aber bei uns muss schon ein bisschen mehr Energie ran. Also ein bisschen lauter, ein bisschen körperlicher ist das Ganze. Aber ja, Bob Ross, the goat. Vor allem in puncto Frisur. Hier versuchen wir noch nachzuarbeiten. Das ist schwierig. Dabei du ja schon auf einem Level, auf einem selben coolen Level bist wie Bob Ross.

Naja, aber diese Locken sind, glaube ich, nochmal ein ganz anderes Level, die hinzukriegen. Also da habe ich nicht die Struktur. Allein das hier, was ihr schon seht, sind 45 Minuten Arbeit. Ehrlich? Mich würde interessieren, ob Bob Ross da, ob der aufsteht und so aussieht. Oder ob der wirklich eine Stunde braucht, um so auszusehen.

Es gibt doch diese Satin-Hauben, die man sich so zum Schlafen überzieht, oder? Ich wette, der hat so einen Teil gehabt. Boah, ich stelle mir Ihnen gerade vor, wie er seine Haube aufzieht und ins Bett geht. Das ist so geil. Der braucht ja gar kein Kissen. Stimmt ja. Mega gut zum Krämpfen oder sowas. Ja. Bei Festivals. Genau, bei Festivals.

Giesen Vorteil, ja. Was waren denn jetzt in der Entstehungsgeschichte von exakt dieser Platte? So ein paar glückliche Fehler, Unglücke, die die Platte so ein bisschen geformt haben. Ich erzähle mal eine Geschichte. Also Sibi und ich sind ja so die Hauptsongwriter. Also wir kommen mit Songideen an, wir haben Demos dabei. Und Max ist eher immer der Typ, der sich das Ganze dann anhört.

Und dann die kleinen Unfälle, die passiert sind in unserem Songwriting aus Merz, indem er sagt, okay, guter Song, die Strophe ist super, das Riff ist super, der Refrain ist völlig scheiße. Und dann löschen wir tatsächlich, manchmal kommt es vor, wir löschen dann anschließend den Refrain und schreiben zusammen einen neuen.

Und das ist tatsächlich beim Song Oh Boy passiert. Und so haben wir einen Unfall, also einen Refrain, der vielleicht nicht ganz so gut war. Das stimmt übrigens gar nicht, das ist bei Kill the Party passiert. Bei Oh Boy war es der Text. Ja, stimmt. Ja, du hast recht. Kill the Party war der Song. Entschuldigung, kurz verwechselt.

Aber kein Fehler, es war ein Happy Little Exit. Vielen Dank für die Toleranz. Genau, aber dann haben wir eben einen neuen Referent zusammen dafür geschrieben und dann war es auf einmal ein Song, der jetzt ein Single geworden ist und für mich einer der besten Tracks des Albums geworden ist. Aber ist das ein richtiger Unfall? Das klingt ja eigentlich mehr wie so eine ganz klassische Art von Teamwork, also.

Ja, mach halt alles kaputt, was du hier jetzt sagst. Ey, ich bin kritischer Journalist. Ach so, das stimmt. Ist auch richtig so. Der ganze Pille-Palle-Radio-Kram, den habt ihr ja schon hinter euch. Jetzt wird's ernst. Stimmt, aber wir bleiben trotzdem bei der Antwort. Unfälle gab's, glaube ich, so nicht wirklich, oder? Wir haben eigentlich ganz so ordentlich, durchgearbeitet und gut durchgezogen.

Wir hätten uns, glaube ich, für diese Situation noch Geschichten überlegen sollen. Das merke ich jetzt gerade, während wir im Interview sitzen. Wäre aber auch clever gewesen, weil klar, dass die Frage auf Happy Little Accidents kommt und Und was waren denn für Happy Little Accidents in deinem Leben kürzlich?

Hätten wir uns eigentlich doch vorbereiten können. Ja, haben wir aber nicht. Wir kommen in der E-Belt. Jetzt sitzen wir da und stottern blöd rum. Naja. Was ist ja, ob das denn anders heißt. Da habe ich vorher gedacht, wenn die Songs nur um diesen Titel rumgeschrieben. Ich höre gerade schon das Telefon klingeln, wenn unsere Managerin anruft, wenn sie es gehört hat. Ihr Trottel!

Vielleicht fassen wir es mal ein bisschen genereller zusammen. Wenn ihr diese Platte jetzt definieren müsstet als Album. Also was definiert es für euch als Itchy-Album? Für mich ist das so ein Quintessenz-Itchy-Album, weil es wirklich alles hat, was unsere Band ausmacht. Ich bin mir sicher, dass Fans der ersten Stunde total auf ihre Kosten kommen, weil es sind auch so Songs drauf, die wir vielleicht auch hätten vor 20 Jahren schon schreiben können, die diesen Punkrock-Vibe aufgreifen, wo wir einfach herkommen.

Und trotzdem gibt es dann auch Songs, die total aus der Schublade fallen, wie Oh Boy, der einfach ziemlich ruhig ist und einem verstorbenen sehr guten Freund von uns gewidmet ist oder ein Song wie Kill the Party eben schon erwähnt, der eher so einen Indie-Vibe hat. Und ja, also ich würde uns schon als Punkrock-Band definieren, aber wir schauen auch gerne über den Tellerrand hinaus, weil wir auch ganz unterschiedlich Musik hören und uns gerne von anderen Sachen inspirieren lassen.

Und ja, ich glaube wirklich, dass die Leute, die Itchy bisher gehört haben, die Platte lieben werden. Macht ihr noch Musik so richtig, auch um neue Fans zu gewinnen? Also ist jetzt natürlich eine dumme Frage. Ja, wahrscheinlich schon. Aber ist das was, was, wenn ihr so an Songwriting rangeht, schon was, was ihr im Hinterkopf habt, dass ihr noch neue Leute für Itch begeistern wollt, die eigentlich noch nicht von euch gehört haben, beziehungsweise eure Musik noch nicht gehört haben?

Ich glaube, sowas kann man nicht planen. Wenn man sowas plant, dann wird es nicht aufgehen. Es wäre dann ein Happy Little Accident, nämlich mal. Ja, es wäre dann ein Forced Little Accident, also das, dann möchte man ja, dann schreibt man ja mit irgendwas im Hinterkopf, was man erreichen möchte, was in der Kunst eh nicht vorhersehbar ist, deswegen.

Tun wir das nicht, natürlich freuen wir uns, wenn wir neue Leute erreichen, das ist natürlich immer ein Ziel, dass man, oder ein Wunsch, man freut sich drüber, aber planen kann man sowas nicht, genau wie man nicht planen kann, ob es den Alten wirklich gefällt, also das muss ja einfach dann, die Connection muss dann da sein.

Zu den Songs, zu deiner Musik und wir können einfach, das was wir machen können ist authentische Musik zu machen, die wir gut finden und wenn, ich glaube die Leute merken, dass wenn wir, Sachen machen, die wir gut finden, sei es jetzt auf der Platte oder auf der Bühne, dann wird der Funke überspringen.

Ich glaube wirklich, das ist wirklich der größte Schlüssel zu versuchen, es eigentlich niemand recht zu machen. Also wenn du anfängst, dir zu überlegen, wie findet Person XY das, dann wird es irgendwann schwierig. Man muss einfach das machen, worauf man Bock hat und ich glaube, das funktioniert dann auch am besten.

Wie geht ihr da generell ran an so ein Album? Also schreibt ihr immer so nebenbei oder sammelt Ideen oder habt ihr dann so einen gewissen Zeitpunkt, wo ihr denkt, so alles klar, jetzt sind zwei Jahre rum, jetzt setzen wir uns hin und machen ein Album. Also ich glaube, was wir immer machen, ist so Ideen mal kurz ins Handy reinbrabbeln.

Ich habe wirklich tausende Sprachnachrichten an mich selbst auf meinem Handy, in denen einfach ganz kurz ein Gitarren-Lick aufgenommen ist oder manchmal auch blabber ich einfach nur eine Textseile rein, die mir gerade eingefallen ist und dann wenn wir sagen, okay, wir machen eine neue Platte, dann setzt zumindest ich mich hin und höre mir eine ganze Scheiße nochmal durch, denke mir bei 99 Prozent der Sachen. Alter, was sollte das denn?

Also manchmal denke ich mir wirklich, was soll das denn? Also ich check's, manchmal ich mach das genau gleich. Manchmal check ich gar nicht, was ich eigentlich wollte. Ich weiß weder, was das für Töne sein sollen, noch, ich weiß gar nichts. Aber hin und wieder ist dann halt auch so ein Ding dabei, wo du sofort wieder denkst, ah cool, das hat was. So, das packt mich wieder und an den Ideen lohnt es sich dann weiterzuarbeiten.

Und meistens ist es dann auch so, dass das dann die Songs sind, die es aufs Album schaffen oder eine Single werden und so weiter. Ich finde das immer total spannend, also ich höre das öfter so, dass gerade dieses Voice-Memo-Ding so ein Ding ist, dass man mal so schnell, ah geil, ich hab da was, Handy raus und dann reinquatschen oder kurz reinspielen oder sowas, aber was ich dann immer, interessant bin, wie geht es danach weiter, ne, du hast dann diese Reihe an, Memos an dich selber, setzt du dich dann irgendwann abends hin so und hörst dich eh nochmal durch und denkst du, das war gut, das war jetzt so mittelmäßig oder zeigst du es deinen Kollegen oder, also ich meine, weißt du, wie arbeitet man damit?

Also ich höre mir das, wie er es gerade schon erzählt hat, ich höre mir das an und dann denke ich, die Idee, die ist cool, die finde ich jetzt cool. Und dann nehme ich diese Idee und wir haben dann so Home-Studio-Möglichkeiten zu Hause, jeder bei uns. Und dann setze ich mich hin, spiele das halt dann ein, die Gitarre oder was auch immer war und programmiere ein Schlagzeugbeat, dass ich mir das vorstellen kann.

Und so baue ich dann den Song weiter und wenn er dann irgendwann als Demo so für mich fertig ist, dann setzen wir uns zusammen hin, dann spiele ich denen den vor und dann sagen die hoffentlich, geil, das ist ja cool. Und manchmal sagen sie auch, der Reform ist scheiße. Wobei ihr scheiße selten sagt, ihr versucht es immer zu beschreiben, aber ich weiß, dass ihr scheiße meint.

Nee, das ist auch ein bisschen ein heikles Thema, weil da steckt ja Arbeit drin und es ist so ein kleines Baby, jede Demo Und da muss man schon die Worte, auch wenn wir uns so gut kennen, ein bisschen weise wählen. Es ist nicht schlau zu sagen, das ist scheiße. Es kann schon vorkommen, dass ich jetzt denke, okay, das ist der beste Song, den ich jemals geschrieben habe. Und dann merke ich beim Vorspielen so, die sind jetzt eher verhalten in ihrer Reaktion.

Ich höre sie noch, diese Tür zumachen. Hä? Bist du noch gar nicht fertig? Das ist schon echt immer heikel. Aber es kann auch sein, dass eine Demo... Vorgespielt wird und sagt, super. Und dann kommt die Demo quasi eins zu eins dann irgendwann aufs Album halt neu eingespielt nochmal. Also das ist immer ein spannender Prozess so.

Aber geil, das heißt, ihr macht quasi schon mal den Song mehr oder weniger fertig, bevor ihr den anderen zeigt. Also das ist jetzt nicht so, dass ihr damit auch wieder hingeht. Meistens, ja. Also nicht mehr so, ich sag mal, schlimm wie früher, weil früher, da haben die Jungs so viele Songs geschrieben für ein Album zum Auswählen und die haben die fertig geschrieben mit Text und mit allem.

Und das haben wir schon ein bisschen, da haben wir die Arbeitsweise, würde ich sagen, ein bisschen verbessert, dass dann eine Strophe und ein Refrain und vielleicht auch ein Fantasietext erstmal teilweise reicht, um das so ein bisschen zu bewerten. Weil das war wirklich verrückt. Wir haben so viele fertige Songs in der Schublade, die nie wieder da rauskommen werden. Das ist verrückt.

Moment, Fantasietexte, das klingt schon wieder ganz spannend. Ja, gibt's. Also ich meine, so ein Text schreiben, das ist ja auch nicht eine Sache von mach ich mal kurz. Und ja, wenn du noch nicht weißt, ob der Song Anklang findet, da dann den Text komplett fertig zu schreiben. Dann mach mal Fantasieworte. Das hab ich bei Herbert Grönemeyer mal gesehen.

Der hat das, glaube ich, bei Markus Glanz in der Sendung, das fand ich voll interessant, da hat er sich ans Klavier gesetzt und hat so einen Song da so geschrieben und hat dann er ist ja deutscher Sänger, also er singt auf Deutsch, aber englische Fantasie. Auf seinen Song gemacht und hat gesagt, das ist sein Prozess und so, er weiß dann, wie die Worte zu klingen haben, genau, und dann macht er am Ende den Text und ähnlich machen wir das auch, klar, weil du kannst ja nicht den Song anfangen zu schreiben und dann hast du sofort einen Text, da musst du erstmal die Melodie finden, die, der Text später singen könnte, also das ist ein interessanter Prozess, aber man kommt da auch wirklich rein, ich weiß immer,

wenn ich anfange mit Songs schreiben für das neue Album, dann denke ich mir manchmal so, wie geht es Songs schreiben? Wie konnte ich hunderte von Songs in meinem Leben schreiben? Ich weiß gar nicht, wie ich das geschafft habe. Und dann kommt man aber rein und irgendwann floats so richtig und dann teilweise schreibt man zwei, drei an einem Tag.

Krass, okay. Ja, ist spannend. Würde ich natürlich wahnsinnig gerne mal hören, so einen Fantasie-Text. Es gab mal tatsächlich, fällt mir gerade spontan ein, so einen italienischen, Rocker oder sowas in den späten 70ern. Da konnte ja auch in Italien auch keiner wirklich Englisch oder sowas. Und nur um zu zeigen, dass die Leute alles geil finden, nur weil es auf Englisch ist, hat er sich auch so einen totalen Gibberish ausgedacht.

Das kenn ich, das kenn ich. Ja, ja, ist es nicht sogar, den kennt man doch. Ich komm jetzt grad nicht drauf, aber das ist krass. Der geil ist Lionel Richie All Night Long. Da ist so ein afrikanischer Zwischenteil. Okay. Ja, und das afrikanisch einfach. Und er hat es jetzt kürzlich, hat er zugegeben, dass er einfach afrikanisch klingende Sachen zusammengefügt hat.

Und weil es in Afrika tausend verschiedene Dialekte und Sprachen gibt. Ja, und Sprachen, also es ist ein Kontinent, wenn ich das mal kurz sagen darf. Ja, aber genau, weil es so viele auch unter Dialekte gibt, kann quasi keiner sagen, ob es das nicht wirklich irgendwo gibt. Und das fand dann die ganze, wirklich die afrikanische Community fand das damals total geil, dass er das gemacht hat, dass er die so represented, weil die alle dachten, das ist halt irgendein unbekannte Akzent.

Was sie auch nicht verstehen. Alle haben gedacht, ach, von irgendjemand anders. Ja, genau. Selbst die Afrikaner dachten, das ist irgendein Akzent. Und er hat es einfach nur erfunden. Ist krass. Also ich meine, das ist ja wirklich einer der größten Pop-Songs aller Zeiten. Genau. Dass niemandem aufgefallen ist.

Irgendwie kenne ich niemanden, der es versteht. selbst so im afrikanischen Sprachraum. Könnten wir ja mal mit Schwäbisch machen. Riesenhit in Afrika dann vielleicht. Ja, ihr könnt mir ja vielleicht mal ein bisschen erklären, gerade beim Thema Songwriting. Ihr macht da ja schon auch viel mit Message, wie ihr auch gerade gesagt habt, so mit dem verstorbenen Bekannten.

Aber es ist ja auch viel Spaß bei euch in der Musik drin. Ist es da schwer, diese Balance zu finden? Dass es der Spaß nicht verloren geht, aber auch trotzdem man sagt so, hey, wir sind auch wir haben auch ernste Texte, wir sind eine ernstzunehmende Band, Und meistens ergibt sich das dann, dass es so eine Balance gibt.

Vielleicht mal auf einem Album gibt es ein bisschen mehr ernste Sachen, auf dem anderen viel mehr lustiger oder mit Augenzwinkern. Aber natürlich würden wir, wenn wir jetzt irgendwie die Songs so hätten fürs Album und merken, das sind jetzt nur ernste politische Songs, dann würden wir schon sagen, hey, das spiegelt uns jetzt nicht als komplette Band so perfekt wider.

Da muss man schon ein Auge drauf haben, aber eigentlich ergibt sich das eigentlich meistens so von selbst, dass sich die Texte so abwechseln, dass es irgendwie einen guten Mittelwert so gibt. Was ich tatsächlich interessant finde bei dem Album ist, dass es wirklich einige Songs gibt mit, ernsten, gesellschaftskritischen und auch politischen Inhalten und trotzdem der Vibe von dem Album eigentlich total positiv ist und ich glaube gar nicht, dass wir das so bewusst forciert haben, aber.

Der Vibe ist positiv und das ist auch unsere Haltung. Also wir sehen, dass ganz viel Scheiße auf unserer Welt passiert und thematisieren das, haben auch das Bedürfnis, darüber zu sprechen und zu singen. Und trotzdem ist es ein hoffnungsvolles Album, das eben nicht alles am Arsch ist, solange die guten Leute nicht schweigen und zusammenhalten und versuchen, was auf die Beine zu stellen.

Und genau so ist es bei unseren Konzerten auch. Wir labern zwischen den Songs richtig viel Mist manchmal und es ist sehr witzig. Und dann fällt uns auf, ja scheiße, jetzt kommt ein total trauriger Song, jetzt müssen wir erstmal irgendwie den Bogen wieder spannen. Also es ist immer sehr abwechslungsreich bei uns auf jeden Fall.

Vielleicht erzählt ihr mir ein bisschen was über die Songs, die für euch persönlich, so ein bisschen herausstechen. Einfach zwei, drei Nummern, die ihr so richtig geil findet, die ihr sagt, die repräsentieren die Platte jetzt eigentlich am meisten. Aha, okay. Ich dachte, die Frage geht jetzt ein bisschen anders weiter.

Aber ich gehe einfach mal auf den vielleicht persönlichsten Song ein auf der Platte. Das ist Oh Boy. Diesen Song haben wir geschrieben für meinen verstorbenen besten Freund, welcher auch einer unserer besten Bandfreunde war und früher unser Backliner und so, also ein Riesentyp, Bobbes. Und ja, das ist jetzt einer der ernsteren Songs, aber auch da war es uns wichtig oder war es mir wichtig, dass da nicht so eine Grabesstimmung aufkommt, weil er war ein sehr, sehr, sehr, sehr positiver Mensch und das sollte sich in dem Song auch zeigen.

Und ja, es hat so eine gewisse Beschwingtheit und ehrlich gesagt haben wir den aus total egoistischen Motiven geschrieben, damit wir ihn einfach immer ein bisschen bei uns haben. Und ja, soweit mal zu dem persönlichsten Song. Jetzt habe ich die Stimmung wieder runtergedrückt. Wer holt uns wieder raus?

Ich mache mal weiter mit Dributes Song. Das war wahrscheinlich einer der allerersten Songs, der für das Album geschrieben wurde. Ist auch der Opener des Albums, war die erste Single. Und der wurde inspiriert von einem anderen Lied, nämlich Where's My Mind von den Pixies. Ist für mich einer der besten Songs, der jemals so geschrieben wurde.

Und ich habe diesen Song einfach immer so als Dauerurwurm. Seit ganz vielen Jahren schon und. Singe quasi darüber, dass dieser Song mich schon so lange begleitet und ich fand es dann interessant, diese Where's My Mind Textseile auch in unseren Refrain zu übernehmen, und ja, wir spielen den schon den ganzen Sommer auf Festivals und es ist irre krass, den mit den Leuten zu singen, weil ich das Gefühl habe, natürlich alle kennen den Song, aber alle haben auch ein Gefühl von den Song und das ist auf jeden Fall ein schönes Ding.

Und ich würde da, glaube ich, Kill the Party nehmen. Max und ich sind große Fans von der TV-Serie Curb Your Enthusiasm und vor allem von Larry David, dem Protagonisten. Und der hat halt so keinen Filter. Der sagt einfach immer, was er denkt, tritt deswegen natürlich auch in Fettnäpfchen, aber gib deinen Scheiß da drauf.

Weil der muss halt, er hat kann nicht anders, als einfach das zu sagen, was er gerade in dem Moment denkt. Und das ist, glaube ich, eine ganz erfrischende Sache. und wenn man das aber so durchziehen würde, und das merke ich an mir selbst, wenn ich auf irgendeiner Party oder so bin und schaue mich dann so um und denke dann, was bist du eigentlich für einer?

Und das behält man ja dann eher für sich. Aber wenn man das jetzt nach außen kehren würde, dann würde man auf jeden Fall jede Party killen. Und so ist dieser Song zustande gekommen. Also ich bin ja so verdorben, wenn ich so wäre wie Larry David, also ungefiltert alles raus, ich wäre im Knast. Stimmt. kill the party, kill my life.

Ich bin ja eher ein Fan von der deutschen Variante, Pastewka. Ist auch gut. Ja, ist cool. Der hat, glaube ich, sogar Lizenzrechte kaufen müssen. Doch, der musste quasi Kohle zahlen, weil es schon sehr angelehnt war. Ist sehr nah dran. Aber Larry David, da ist gut aufgekommen. Der Mann hat nur 700 Millionen mit Seinfeld verdient.

Der braucht es. Und Pastewka ist aber auch ein cooler Typ. Also, muss ich sagen, finde ich auch sehr lustig. Weiß ich, ja spannend immer so bei Punkrock-Bands aus Deutschland finde, dass da so dieses Sprachding nochmal anders ist. Weil ich meine, wenn du Metal machst zum Beispiel, ja. 99,5 der Bands, jungen Bands, die anfangen Metal zu machen oder Hardrock oder sowas, die singen auf Englisch. Ja.

Während, ich würde mal sagen, gute 80% der Bands, die eher so im punkigen Bereich unterwegs sind, die singen auf Deutsch. Ja, ist ein guter Punkt, auf jeden Fall. Ich glaube, es geht halt im Punk noch mehr um Message, um Haltung zu zeigen, um klar rüberzubringen, was man sagen möchte. Bei uns ist aber so, dass wir eigentlich, ich glaube, als wir die Band gestartet haben, haben wir nicht darüber diskutiert, ah, wollen wir eigentlich Englisch oder Deutsch singen, sondern wir haben automatisch auf Englisch geschrieben, was wahrscheinlich daran lag, dass wir zu dieser Zeit.

Größtenteils amerikanische und englische Bands gehört haben. Und deswegen hat uns das damals am meisten inspiriert. Wir haben dann aber viele, viele Jahre später haben wir uns hingesetzt und haben gesagt, Leute, jetzt probieren wir es mal auf Deutsch und haben ein deutschsprachiges Album rausgemacht.

Ja, nicht schlecht. Genau, und da sind auch sehr gute Sachen drauf, spielen wir auch weiterhin live, aber wir haben dann trotzdem danach für uns festgestellt, dass wir uns im Englischen so ein bisschen wohler fühlen. Und genau, aber tatsächlich höre ich privat sowohl deutschsprachige als auch englischsprachige Bands und ich könnte da jetzt nicht sagen, was mir besser gefällt oder so.

Ist es die Gewöhnung dann, dass ihr euch da einfach jetzt irgendwie mittlerweile wohler fühlt? Kann gut sein, aber ich habe halt, glaube ich, in meinem Leben zu 98% englischsprachige Musik konsumiert und gehört und geliebt, deswegen ist es in mir eher drin, aber wir finden oder fanden, ich habe auch ein Solo-Projekt, wo ich deutsche Texte mache, also ich finde es total spannend und interessant und wir fanden es auch damals bei dem Album Ja Als Ob richtig, ja.

Heftig und geil, aber auch auf Deutsch zu texten, weil das was komplett anderes ist. Das hat uns eigentlich total umgehauen, diese Erfahrung. Hätten wir nicht damit gerechnet, dass es einfach eine komplett andere Art von Songwriting ist. Es fühlt sich anders an. Natürlich kann man sich auch hinter keinem Wort verstecken, weil jedes muss halt sitzen, weil man alles natürlich sofort versteht.

Wir selbst haben unsere Demos, die wir gemacht haben, haben wir ganz anders angehört. Weil du dann hörst, du hörst erstmal nur auf den Text. Und dann erst, was ist eigentlich mit der Musik so am Start? Und wenn wir englische Songs hören, dann ist eigentlich eher so der Fokus erstmal auf die Musik und dann auf den Text beim Hören.

Also es war voll interessant für uns, aber auch eine coole Erfahrung, weil wir einfach, wir wollten damals auch frischen Wind so reinbringen und uns nicht langweilen oder einfach auch selber herausfordern. Deswegen, ja, also es ist auch nicht gesagt, dass wir nie wieder mal einen deutschen Song schreiben werden.

Sag niemals nie da. Es ist spannend, da kommen wir wieder in dieses Sprachthema rein. Das ist auch interessant, was du sagst, dass man da ja mehr auf die Musik achtet als auf die Texte. Also wenn man jetzt einen englischen Song hört, klar hörst du die Lyrics irgendwie so, aber du achtest da jetzt nicht so drauf. Die gleich passen sich dann irgendwie so an das Songkonstrukt. Du merkst, es geht jetzt irgendwie um was Düsteres und du hast ja den Songtitel gelesen.

Also kannst du schon ungefähr abschätzen, worum es geht, aber auf Deutsch bist du da nackig. Also da kannst du, wenn es totaler Käse ist, den du da verzapfst, hört das jeder, zumindest in Deutschland. Das ist wirklich so. Ich habe auch festgestellt bei mir, in meinem Leben, da gab es Songs, englischsprachige Songs, die ich schon ganz lange gehört habe und natürlich auch kannte, teilweise auch eine Reform mitsingen konnte und dann erst viele Jahre später festgestellt habe, ah, da geht es um das und das Thema.

Teilweise auch was ganz anderes, als ich mir eigentlich gedacht hatte, was der Song von der Stimmung suggeriert und das ist schon spannend. Das geht im Deutschen natürlich nicht. Ja, das ist ein bisschen traurig, dass man irgendwann so zehn Jahre nach seinem musikalischen Erwachen merkt, 50% der Sachen, die ich gerne höre, gehen irgendwie ums Pimpern.

Und du hast dir früher damals gedacht, Mann, das ist so tief, das klingt so geil und irgendwie, das musst du auch irgendwie eine Message haben und dann, nee, Boy meets Girl und so geht's weiter. Man hat auch früher so teilweise nur so Fantasietexte mitgesungen oder man musste nicht genau, was der Star singt und dann hat man halt irgendwas mitgesungen.

Das würde im Deutschen nicht passieren. Das mache ich immer noch auf Konzerten tatsächlich. Wenn ich auf irgendeinem großen Konzert bin, wo sie glaube ich. Wir finden es ja total interessant von der Bühne aus, weil es gibt wirklich, also es gibt ein paar Leute, die singen jedes Wort mit, kennen aber keinen einzigen Text.

Bist du so einer? So einer bin ich. Und ich finde es so, manchmal schaue ich da minutenlang nur auf die Person während unserer Show, weil ich so, also ich habe gerade eine Person im Kopf. Ich weiß genau, wie er aussieht. Der hat einen Bart, aber mehr erzähle ich nicht. Und der singt jeden Text mit und kennt kein einziges Wort.

Supergeil, aber dann kennt er wahrscheinlich trotzdem noch mehr von unseren Texten als du. Aber ich finde es geil, weil der ist happy. Und singt mit voller Lautstärke. Ich finde das gut. Es macht was mit einem, wenn du in so einer Konzertatmosphäre bist und. Ich kann dann persönlich jetzt nicht einfach nur dastehen, mir das so angucken, also vielleicht wenn ich stocknüchtern bin oder sowas, aber halt dann nach drei Bier oder sowas und du guckst dir irgendwie eine geile Show an, da musst du einfach irgendwie auch laut mit sein. Um gegen diese Lautstärke anzukämpfen.

Und dann gucke ich so, wie bewegen sich die Lippen von den anderen her. Das passt schon irgendwie. Ihr wolltet mir noch eine kleine Geschichte erzählen von einem Happy Little Accident, wo ihr was vergessen habt. Mensch, er hat es nicht vergessen. Ja, also wir haben mal eine Reissue-Vinyl rausgebracht von einem vergangenen Album.

Und da haben wir auch, wie üblich, eine Testpressung bekommen. Die hat Panzer sehr gewissenhaft durchgehört und hat es freigegeben. Und dann haben wir die gepresst und dann haben wir die rausgebracht und die war dann bei den Leuten. Und ein paar Tage später passierte Folgendes. Hat mich mein Vater angerufen, der hat gar keinen Plattenspieler zu Hause, aber er sammelt die trotzdem, weil er unterstützt seinen Sohn natürlich.

Und der hat dann gesagt, hey, vielen Dank für das Album. Und dann fragte er so, sag mal, die Rillen, die einzelnen Rillen, das sind ja die Lieder, oder? Ich so, ja. Und er sagte halt, ja, weil die Rillen, die Anzahl der Rillen stimmt nicht mit den Songs, die hinten auf dem Cover draufstehen, überein. Ich so, nee, das kann nicht sein. Hast du falsch gezählt.

Und irgendwas im Hinterkopf von mir hat schon gesagt, ich muss das sofort überprüfen. Weil er hat gesagt, ich bin bei Itchy, da muss ich das nochmal ran. Also es passieren ja wirklich ein paar Unfälle bei uns und dann habe ich das angehört und wir haben einfach bei dieser Wiederbelebung dieses Albums, bei der Wiederauflage der Vinyl einen Song vergessen, der fehlt.

Aber ist auf dem Cover, hinten drauf steht alles drauf und ist halt nicht da. Die Oberhärte ist, das war wirklich ein, zwei Wochen, nachdem die Platte bei allen Leuten schon war. Er war der Erste, der überhaupt aufgefahren ist. Es hat niemand geschrieben. Ich glaube halt, wenn man das so, so eine Platte, legst du ja auf und hörst die wirklich am Stück durch. Das heißt, es kommt automatisch immer der nächste Song und dann ist es wahrscheinlich nicht.

Du wartest jetzt auf den Song, aber gleich kommt er und dann kommt er gar nicht. Aber spannend, weil dein Vater hat dieses Ding ja gar nicht gehört. Also der muss ja wirklich dann das Ding wirklich unter die Lupe genommen haben. Warum hat er das gemacht? Und da drauf gestarrt und dann so. Dann nochmal die Hülle in die Hand genommen, nochmal auf die Platte geguckt, wieder auf die Hülle geguckt und dann nachgezählt und dann, nee.

Aber dass das überhaupt gezählt hat, dass er überhaupt angefangen hat, es zu zählen, warum macht man so? Können wir nicht deinem Vater jetzt immer alles, was so kontrolliert und abgesegnet werden muss, schicken, dass er mal drüber guckt? Ich glaube, der muss mal die Stolzpressung mal machen. Ich sage ihm Bescheid. Meinst du, er freut sich gerade, dass er im Radio die ganze Zeit genannt wird?

Ich weiß gar nicht, wie schlau das ist, dass wir diese Geschichte die ganze Zeit erzählen. Ich finde ja, es macht uns total sympathisch. Ja, bis die erste Klage kommt, was wir verkauft haben, was gar nicht so ist. Irgendeine Mogelpackung. Gibt es da nicht auch so einen Preis für die Mogelpackung? Der goldene Windbeutel oder so? Doch klar, stimmt.

Bitte, liebe Plattenkäufer, bitte akzeptiert es einfach. Es ist ein Unikal und bestimmt viel mehr wert als die normale Version. In ein paar Jahren, ja. Also gibt der Sache noch 20 Jahre Eigenleben so und dann könnt ihr damit vielleicht nochmal ein bisschen Asche rausholen. Genau. Habt ihr das danach publik gemacht oder wie ging's dann?

Habt ihr einfach geguckt, ah, drauf geschissen, wenn's jetzt nur... Also wir haben's in der Zwischenzeit in vielen Interviews schon erzählt. Es ist publik. Wir haben's nicht verheimlich, wie du gerade merkst. Wir haben's sogar in unserem eigenen Podcast erzählt, glaube ich. Also wir sind schon wirklich absolute Profis in allen Bereichen.

Es sei ja auch Profis im Thema Freundschaft. Damit können wir ja vielleicht das ganze das Ding nochmal schön zusammenfassen. 25 Jahre zusammen, Ich glaube, ich gebe euch mal noch eine Sekunde. Wir haben gerade wirklich reflektiert. Zimmi und ich, kurzer Moment der Reflexion, was hier eigentlich los ist bei uns. Alles super.

Das passt ja super zu meiner abschließenden Frage eigentlich. Wie schafft man es 25 Jahre zusammen als Bad auf so engen Raum? Also ich meine, ihr sitzt ja jetzt gerade in so einer blöden Situation. Sehr auf engem Raum. Extrem eng zusammen. Wie schafft man das so, sich immer noch danach so zu mögen? Durch solche Storys.

Genau so, was wir gerade gesehen haben. Dass wir uns einfach über sowas den Arsch ablachen können. Wir nehmen uns einfach nicht so ernst und ja, trotzdem ernst, wir respektieren uns halt, wir kennen uns sehr, sehr gut, wir wissen, den lasse ich jetzt mal kurz in Ruhe, dem sage ich jetzt mal, jetzt ist mal gut und dann wird es auch akzeptiert.

Also die meiste Zeit kriegen wir es wirklich so rum und mit viel Humor. Und wir freuen uns alle über dieselben Sachen, dass wir jetzt unser Album rausbringen können, dass wir auf Tour fahren dürfen. Es wird nach 25 Jahren die größte Tour, die wir immer jetzt gespielt haben werden. Also solche Sachen machen uns halt völlig happy und deswegen funktioniert das alles echt gut und wir lachen über dieselben Dinge, wie du merkst.

Dann danke euch, dass ihr die Zeit genommen habt, heute an eurem Releasetag ein wenig Finger weg von dem Mikrofon, die sind teuer. An eurem Releasetag, Schluss. Dass ihr euch die Zeit genommen habt, hier vorbeizuschauen und ein bisschen mit mir zu plaudern. Ich wünsche euch natürlich nur das Beste mit eurem Album. Vielen Dank.

Wow, das war krass synchron gerade bei euch. Das klingt richtig gut auf den Kopf. Wenn die auf der Bühne mal so wären. Das finden wir dann raus bei eurer Tour.

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