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„Eine sehr tschechische Art, nichts ernst zu nehmen“: Übersetzerin Daniela Pusch über „Der Vorhang“
Freitag, 11. September 2026 · 9 min
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Shownotes
Eine Familie bucht eine Zeitreise in die stalinistische Tschechoslowakei der 1950er-Jahre. Was als historisches Rollenspiel beginnt, gerät in Ondřej Hübls Roman „Der Vorhang“ zunehmend außer Kontrolle.
Für Übersetzerin Daniela Pusch liegt gerade in diesem Spiel mit Kulisse und Wirklichkeit der besondere Reiz des Romans.
Die Parallelen zwischen Gestern und Heute
Hübl blickt auf die kommunistische Vergangenheit in Tschechien aus einer sehr heutigen Perspektive. Künstliche Intelligenz, autonomes Fahren und digitales Datensammeln treffen auf die Überwachung der 1950er-Jahre.
Daniela Pusch sieht darin eine interessante Parallele: Menschen konnten auch damals erstaunlich „gläsern“ sein – ganz ohne moderne Technik.
Wenn Humor übersetzt werden muss
In Tschechien wurde „Der Vorhang“ auch kontrovers diskutiert: Darf man die totalitäre Vergangenheit derart überzeichnen und zur grotesken Kulissenwelt machen? Gerade daraus entsteht für Pusch die Spannung des Romans – zwischen leichter Unterhaltung und einem „Gruseln im Hintergrund“.
Für die Übersetzung war vor allem Hübls Humor eine Herausforderung. Wortspiele, Anspielungen und kulturelle Erinnerungen funktionieren im Deutschen nicht automatisch.
Pusch erkennt darin auch eine tschechische Neigung zur Selbstironie: Selbst ernste Dinge würden gerne „durch den Kakao gezogen“ – manchmal bis hin zum Galgenhumor.