
Deborah und Simon Kurfess: Methodistisch, draußen und mittendrin
Montag, 22. Juni 2026 · 43 min
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Shownotes
In der letzten Interviewfolge mit Damian vor der Sommerpause wird es noch einmal besonders: Damian hat diesmal gleich zwei Gäste im Holy Club: Deborah und Simon Kurfess, Gemeindegründer:innen der Evangelisch-methodistischen Kirche in Rosenheim. Gemeinsam sprechen sie über den mutigen Schritt, sichere Berufe und ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen, um in Oberbayern eine neue Gemeinde aufzubauen.
Wie gründet man Kirche zwischen Bergen, Seen und Wanderwegen? Warum finden Gottesdienste am Gipfelkreuz, am Seeufer oder auf einer Wiese statt? Und was bedeutet es, heute methodistisch zu sein, in einer Zeit, in der viele Menschen mit Kirche fremdeln, aber dennoch auf der Suche nach Gemeinschaft, Sinn und Hoffnung sind?
In dieser Folge wird gelacht, über Gesangbücher diskutiert und deutlich, warum Deborah und Simon trotz aller Herausforderungen voller Leidenschaft und Zuversicht unterwegs sind.
Kontaktinformationen:
Email Simon: simon.kurfess@emk.de
Instagram: @jesuscentrum.rosenheim
Website: jesuscentrum-rosenheim.de
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Ja, herzlich willkommen zu einer neuen Folge im Holy Club mit zwei MethodistInnen am Montag. Wir haben heute eine Special-Folge und es ist wahrscheinlich auch, wenn ich im Kalender richtig bin, die letzte für unsere aktuelle, wie sagt man das im Deutschen? Season, Staffel, genau. Und dann gehen wir in die Sommerpause.
Mit mir am Mikrofon ist Deborah und Simon Kurves. Hallo ihr beiden. Hallo. Hallo, hallo. Schön da zu sein. Ja, ich hoffe. Danke für die Einladung. Ja, gerne. Von wo schaltet ihr euch denn gerade zu, für die, die zuhören? Aus dem wunderschönen oberbayerischen Alpenvorland aus Rosenheim. Da sind wir gerade am Start.
Rosenheim. Also ich glaube, die meisten kennen Rosenheim von den Rosenheim-Cops, denke ich mir mal. Was macht ihr denn Rosenheim? Ja, wir sind Gemeindegründer in der Stadt. Seit fünf Jahren sind wir hier eingesetzt und dürfen Gemeinde bauen. Ganz neu praktisch haben wir gestartet einen Standort für die EMK und sind jetzt seit fünf Jahren hier unterwegs mit unterschiedlichen Leuten.
Und macht man das Vollzeit? Geht nur Vollzeit. All in. Entweder voll oder lieber lassen, glaube ich, ja. Ja, cool, cool. Wir hören gleich noch ein bisschen mehr davon. Aber wir haben immer so eine oder ganz oft die Hauptfrage, was ist denn das Lieblingsgesangbuchlied? Jetzt muss ich mal fragen, benutzt man bei einer Neugründung oder bei eurer speziell auch überhaupt noch das Methodistische, das wertgeschätzte Gesangbuch oder wie ist das?
Da triffst du aber mich an einem bunten Punkt. Diese Frage hat mich das letzte Mal, glaube ich, vor vier Jahren erreicht. Da hat Ulrike Schuler, Professorin an der Theologischen Hochschule in Reutlingen für Kirchengeschichte, auch immer vor jeder Vorlesung ein Lied thematisiert aus dem Gesangbuch. und ich musste dann irgendwann zugeben, dass ich gar kein Gesangbuch besitze.
Und da bin ich ziemlich in Ungnade gefallen. Sie meinte, ich soll mir dringend eins besorgen und ich muss ehrlich sagen, ich habe bis heute keins. Also vielleicht, falls eine der Hörerinnen oder Hörer eins hat, dürfte uns gerne eins zusenden. Aber wir benutzen es tatsächlich nicht im Gottesdienst. Also wir haben Beamer und.
Song Select und darüber werden eben die Lieder an die Wand geworfen. Oder wir haben Outdoor-Songbooks. Das haben wir jetzt gestern im Gottesdienst nämlich gehabt. Wir feiern ja auch viele Gottesdienste draußen, am Berg oder am See. Und da haben wir tatsächlich auch noch so ein ganz händisches Buch, das wir selber praktisch mit den Liedern zusammengeheftet haben.
So ein Lagerfeuerbuch sozusagen. Genau. Das ist ein Ordner mit Klarsichthüllen und A5-Seiten drin. Genau. Und habt ihr die quasi ausgewählte Lieder und einfach verschiedenen keine Ahnung, Generationen oder also alles mögliche an Worship-Songs da reingepackt? Genau, es gibt Lobpreis-Songs, es gibt Kinder-Songs und Zeitmen. Ja.
Und das könnt ihr flexibler weitern. Ja, cool. Also ihr habt es gehört, liebe Zuhörenden, wenn ihr ein paar Gesangbücher übrig habt, schickt mal runter nach Rosenheim. Das habe ich mir erreicht vielleicht. Es gibt hier ja ein paar neue Methodisten, die vielleicht auch gerne mal reinschauen. Vielleicht.
Also ich meine, um eine Lanze zu brechen, also ich weiß nicht, ob ihr dieses überhaupt mitbekommen habt, aber ich weiß nicht, wann habe ich angefangen? Ich glaube vor, 15 Jahren, 18, 20 Jahren haben die, nee, vor 15 Jahren glaube ich, haben die das gleiche, also das Gesangbuch wurde ja relativ neu gemacht, Anfang 2000, also mit neuen Liedern, da sind auch ein paar modernere drin, sag ich jetzt mal, in Anführungszeichen.
Und dann haben sie ein paar Jahre später, weil es ja so nicht so cool war, ein neues Layout gemacht. Es hat ja so coole Farben und sowas. Und dann weiß ich doch, wie ein Kollege von mir, der war 20 Jahre älter, hat sich Ich sagte, ja toll, es sieht cool aus, aber der Inhalt ist ja immer noch nicht verändert.
Aber um eine Lanze zu brechen, ich finde, was ich cool finde eigentlich ist, dass da immer wieder auch Gebete und Zitate drin sind von Urvätern oder von Wesley oder von anderen. Und da habe ich mitbekommen, dass viele das gerne nutzen dafür auch. Also unabhängig von den Liedern. Keine Frage. Es ist ein richtig großer Schatz. Also auch, wo wir da reingeschaut haben im Studium, es ist underrated, aber irgendwie trotzdem noch nicht angekommen, ja.
Ja, es hat ja, ist auch so schwierig. Naja, wie gesagt, schickt, jetzt habe ich Angst, dass da so, keine Ahnung, dass ihr eine volle Gemeindesammlung kriegt von 60 Gesangbüchern oder sowas. Aber mal gucken. Also wenn ihr was schicken wollt, schickt Simon und Deborah erst eine E-Mail und fragt, ob ihr sie eins wollen oder nicht. Super, abends.
Oder schon genug haben. Gar nicht, Katastaufnahme. Okay, nachdem wir das geklärt haben, jetzt erzählt mal dann, wie seid ihr denn beide eigentlich zum Methodismus gekommen? Wir sind ganz klassisch zum Methodismus gekommen und zwar über eine Kontaktanzeige in einer Zeitung. Ja, nein, also es ist nicht der klassische Weg. Es war die Frage, wir waren auf der Suche nach einem Gemeindegründungsprojekt, weil wir das kennengelernt hatten einige Jahre davor in Berlin.
Und wir konnten uns vorstellen, unser Leben neu auszurichten und uns in einer Gemeindegründung anzuschließen. Und dann hatten wir einige Projekte uns angeschaut, waren auf der Suche und sind Türen auf und zugegangen. Und irgendwann so nach vier, fünf Jahren waren wir so ein bisschen resigniert und dachten, wie kommen wir denn an einen Kontakt? Und Deborah meinte dann, wir müssen irgendwie öffentlich werden und hat dann vorgeschlagen, Printmedien eine Annonce zu schalten.
Vielleicht auch, weil sich ihre Eltern darüber kennengelernt haben. Vielleicht auch das, ja. Ja, zumindestens zu Netzwerken und dass wir voneinander hören, von anderen hören oder dass wir auf uns aufmerksam werden. Und tatsächlich auf diese Annonce haben sich 15 Leute zurückgemeldet, unterschiedlicher Hintergrund.
Und ein Weg führte dann tatsächlich auch zur EMK. Ja, also zur Fachgruppe für Gemeindegründung über drei Ecken hatte jemand da einen Kontakt und gemeint, wir sollten uns da auf jeden Fall mal melden. Und das haben wir auch gemacht. Und so ist dann der erste Kontakt zustande gekommen. Und wir haben uns weder vom Namen noch von sonstigen Sachen quasi abbringen lassen und sind auf richtig tolle Leute gestoßen.
Und die tollen Leute dann haben uns weitergeleitet auf eine ganz tolle Theologie, und so sind wir hier nun beheimatet und dankbar darüber, ja. Ja cool, also war das bei Bild.de oder wo hat man da ansoriert? Es gibt ja so christliche Zeitungen wie Aufatmen oder Choice oder Family und da haben wir das annonciert.
Und es war tatsächlich in der Zeit, wo auch Corona war und dann waren die Auflagen kostenlos online verfügbar. Und ich glaube, dadurch war praktisch die Einsicht von ganz vielen Lesern auch möglich über einen längeren Zeitraum. Okay. Und seid ihr dann, also seid ihr aus Bayern ursprünglich oder seid ihr dann für das Projekt dahin gezogen?
Ja, genau. Also wir sind eigentlich aus der Stuttgarter Region und sind auch vom Beruflichen her was anderes gewesen. Zu Beginn sind wir eigentlich Wirtschaftsingenieur, ich bin eigentlich Hebamme. Und eben, dass wir uns auch schon früh kennengelernt haben und. Dieses Herz für Gemeindegründung eigentlich bei uns beiden so geschlagen hat, Und war das schon sehr besonders, wie wir da auch geführt worden sind, eben aus dem eh schon beruflichen Kontext heraus, aber tatsächlich dann auch uns vorstellen konnten, obwohl wir auch zu dem Zeitpunkt schon zwei Kinder hatten.
Das dritte war schon unterwegs und wirklich auch zu sagen, hey, komm und wir lassen doch mal alles los, was wir uns aufgebaut hatten in der Stuttgarter Region und ziehen nochmal um. Und sind dann 20, 21 im September hier in Rosenheim gestartet. Wow. Und. War Rosenheim quasi, hattet ihr das irgendwie selber auf dem Schirm oder kam das von der EMK zu sagen, weil ich war ja in diesem Ausschuss auch schon Mitglied und wir hatten Rosenheim auf dem Schirm, dass wir da gerne was machen wollen.
Also kam das eher von dem Ausschuss sozusagen, könnt ihr euch das vorstellen oder war das was, was ihr selber auf dem Herzen schon hattet? Das kam voll von dem Ausschuss und von der EMK. Und es hat aber quasi wie ein Deckel auf den Topf gepasst, weil das, was wir im Hinterkopf hatten. War, dass wir gerne in eine deutschsprachige Bergregion gehen würden und dort lebendiges Christsein versuchen zu leben und Leute dafür zu erreichen und es wieder zu beleben.
Und das war dann so krass, weil wir Rosenheim nie auf dem Schirm hatten. Wir sind da zwar mal vorbeigefahren, aber wir hatten gar kein Bild davon und als dann der Kontakt mit der Fachgruppe für Gemeindegründung der EMK kam, kam das dann an diesem Tag so zusammen. Vielleicht kann man auch nochmal sagen, dass unser Herz tatsächlich schon auch von, ja, schon länger eben darüber oder dafür geschlagen hat, auch nicht nur in Gebäuden Gottesdiensten zu feiern, sondern auch nach draußen und gerade auch diesen Schöpfungsaspekt, auch vielleicht den Bergsportaspekt mit zu kombinieren.
Und gerade auch die Menschen, die in diesen Bergregionen leben, haben meistens auch diese Hobbys oder auch diese Zugänge und ja, haben einfach das so auf dem Herzen, dass es so zusammenpassen könnte. Und tatsächlich ist es auch so, wir haben das jetzt die letzten fünf Jahre auch hier erlebt, dass es wirklich ein Konzept ist, was hier sehr gut hinpasst. Ja, wow.
Jetzt will ich nochmal einen Schritt zurückgehen, bevor wir ein bisschen mehr darüber sprechen, wie diese Gemeindegründung aussieht. Was ist denn, wenn ihr das erzählen wollt, euer christlicher Background? Also wie seid ihr denn da aufgewachsen? Und gab es dann schon auch erstmal so eine Findungsphase mit Methodismus?
Also ich meine, da ist wahrscheinlich auch nicht immer alles grün und toll. Ja, würde mich interessieren, wie das so für euch war und wo ihr herkommt ursprünglich. Ja, gerne. Wir sind aufgewachsen, beziehungsweise Deborah wurde von einer Freundin mitgebracht in den Ort in Filderstadt-Silmingen. Und da gibt es eine ganz lebendige evangelische Landeskirche, ein EC entschieden für Christus und eine landeskirchliche Gemeinschaft.
Und diese drei Organisationen arbeiten so wunderbar zusammen, dass man gar nicht erkennt, dass es drei sind. Und das hat uns einfach von früh angeprägt, dass man nicht das Trennende sucht, sondern das Verbindende. Und als wir dann mit der EMK in Kontakt gekommen sind, hat uns die Theologie nochmal den Horizont erweitert.
Wir haben irgendwie gemerkt, da passen wir rein. Das kann ich kurz erzählen. Und zwar war das so, als Simon dann angefangen hat zu studieren in Reutlingen und dann auch die Vorlesung Methodismus hatte, da bist du immer ganz begeistert auch aus der Online-Vorlesung gekommen. Super, war ein ganz neuer Ausricht. Da ging es irgendwie so los, sich zu interessieren und da einzutauchen und auch so ein Träger davon zu werden.
Also ich glaube, wir haben wirklich, wir durften uns selbst weiterentwickeln, wachsen, theologisch und sprachfähig werden. Sprachfähig, ja. Okay, also das ist jetzt, an der Hochschule Methodismus war das Fach, wo du freudig zurückkommst. Ja, na klar. Ja, das meine ich ehrlich. Wer war das damals? War das noch Frau Schuler? Frau Schuler, Stefan von Fardowski und die gesamten Professoren an der Theologischen Hochschule haben einen großen Anteil daran, dass wir dort gelandet sind, wo wir jetzt sind.
Weil das kann man vielleicht auch noch sagen, wir wollten ja nie die Hauptgründer werden. Wir wollten gerne mitgehen mit anderen, mit Pastorinnen, mit Pastoren in unseren Berufen weiterarbeiten und reduziert Kapazität haben für Kontaktpflege. Und dass wir dann letztlich jetzt aber als Pastoren hier gelandet sind, hat die EMK und die Theologische Hochschule einen großen Anteil dran, ja. Wow, okay.
Ich finde auch, also ihr habt ja eben schon mal angedeutet, darüber nachzudenken, wie kann Kirche rausgehen und draußen sein. Und es ist ja auch sehr methodistisch eigentlich, dass Wesley wurde ja quasi eingeladen, das erste Mal draußen auf dem Feld zu predigen. Und da war dann schon so die Sache, das macht man nicht, das macht man im Gebäude, man hat da nicht raus. Und er war ja selber so am Anfang, oh, ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen.
Dabei musste von George Whitfield da so rausgepusht werden, dass er auch ins Feld geht zum Predigen, weil er das auch erst nicht gut fand. Ja, gerade gestern, weil ich jetzt von den Outdoor-Songbooks geredet hatte, haben wir das erste Mal einen Gottesdienst am Wiesenkreuz gefeiert, weil das ist ein so schöner, Aussichtsweg, der eben an so einem Wiesenkreuz vorbeigeht, wie es ja hier überall eigentlich auch gibt in Oberbayern.
Und als wir dann da so saßen in der Wiese, habe ich echt gedacht, jetzt wirklich methodistisch. Weil wir so an diesem Feldweg oder an dieser Wiesenkante so saßen, kann man sich das irgendwie ganz gut vorstellen. Denn es auch vielleicht jetzt nicht von der Bergregion her so war, aber wie das bei Wesley vielleicht dann wirklich auch tatsächlich war.
Ja, habt ihr dann manchmal auch die Erfahrung, dass dann Leute einfach anhalten und irgendwie so mitmachen oder so? Wagen stellen. Also am See zum Beispiel, da ist es ja noch viel höher frequentiert, dass Leute auch dann zum Baden kommen und so. Wir haben auch so Schilder, da wurde rausgestellt, wir feiern einen Gottesdienst, dass die auch wissen, was hier los ist und so.
Es haben sich schon Leute einfach auch am Berg, am Gipfelkreuz dann dazugestellt und mitgefeiert und hinterher sind sie ins Gespräch gekommen. Also wir hatten viele positive Erfahrungen damit, rauszugehen. Und selbst wenn die Leute nicht dann kontinuierlich zu uns im Gottesdienst kommen, wenn es die eine Begegnung war und sie eine gute Begegnung hatten mit Christen oder mit einem neuen Konzept von Kirche, dann war es das doch schon wert eigentlich.
Das ist der Same, der gesät ist und der vielleicht schon woanders aufgeht, aber wahrscheinlich dann irgendwann aufgehen darf. Ja, cool. Okay, so, und dann gab es aber auch was, abgesehen von dem begeisterten Melodismus-Seminar, gab es dann auch was am Melodismus, wo ihr gemerkt habt, oh, weiß ich jetzt nicht, ob das so in mein Glaubenskonzept reinpasst oder war das relativ easy to adapt anzunehmen?
Also ich würde sagen, inhaltlich können wir 100%. Uns da dazustellen. Das Einzige, was ich vielleicht empfehlen würde zu ändern, wäre der Name. Ist jetzt nicht ganz klein, sondern eher was Großes, aber wir haben den einfach bei jeder Begegnung zu erklären. Und selbst nach der Erklärung wird es nicht ganz rund.
Ja, das ist sehr schwierig. Ich weiß nicht, ob das noch was im Deutschen ist. Ich weiß nicht, wie das in den USA ist oder in England. Aber im Deutschen kommt es einem nicht so geläufig über die Lippen. Nee, genau, also in Deutschland habe ich auch immer die Erfahrung gemacht, da denkt man, es ist eine Sekte oder so, also Methodistin oder sowas.
Aber in den USA oder auch in England ist das so normal, weil wir eine der größten Kirchen sind. Das ist dann wie Baptisten, also da fragt keiner nach. Jeder weiß, ach, das sind die Methodisten, das sind die Baptisten. Da gibt es auch immer diesen Joke hier, dass die Methodisten sind wie Baptisten, aber sie können lesen.
Also der kommt nicht von Methodisten, das sagen Leute von außen immer, das ist irgendwie so die Urgeschichte von früher, aber weil die Methodisten auch früh Hochschulen und Universitäten gebaut haben, um, Bildung voranzubringen, ja. Aber ne, hier ist es echt nicht so. Was ich eher witzig finde, ist, dass ich, wenn ich diese Gliederaufnahmeklassen mache, Abende, dass Leute, lernen, was Methodismus ist und ich erkläre dann, wo der Name herkommt, ne, als Spottname aus den Zeiten in Oxford und dann sage ich, ach so, das ist like Method, Methode, da herkommt.
Die haben da vorher gar nicht drüber nachgedacht, die kennen den Namen, haben den gehört, aber konnten es überhaupt nicht irgendwie verbinden mit Methode oder so was, ja. Und das fand ich auch nochmal spannend, dass manche Leute dann da gar keinen, also, ja, müssen einfach so hinnehmen, sag ich jetzt mal, ja.
Aber das kann ich mir gut vorstellen, das ist ein bisschen schwierig, vor allem, wenn man in einer sehr katholisch geprägten Region ist, da fragt sich jeder, was ist denn das eigentlich? Ja, also zum einen, ja, manchmal bleibt nicht viel Zeit in einem Smalltalk, wenn man es jemandem kurz erklären will, ist es super schwierig, das so schnell mal zu machen, weil das ja noch so viel mehr beinhaltet oder auch man eigentlich viel mehr anderes sagen will in dem Moment, als den Namen zu erklären.
Aber was wir schon auch als Positives empfinden, also gerade die, die auch was damit anfangen können. Total verbindend und auch gerade katholisch geprägte Regionen, weil du es gerade gesagt hattest, dann immer ganz, puh, also voll gut, es ist eine öffentlich-rechtliche Kirche und es ist nichts irgendwie so freischwebendes.
Also es ist für viele eher sogar eine Beruhigung und auch immer schon ein Bindeglied gewesen zur lutherischen Kirche und so. Also eigentlich total positiv auch. Für alle offiziellen Anfragen, für Räume, für irgendwelche in Richtung Zeitung oder so, ist es immer ein Türöffner. Wir feiern Gottesdienst im katholischen Bildungszentrum.
Mit der evangelisch-lutherischen Kirche haben wir einen sehr guten Kontakt. Wir sind ja in der ACK, in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen, da mitvertreten, in der Evangelischen Allianz. Und da war sofort der grüne Haken hintendran gecheckt und wir mussten gar nicht viel groß sagen. Also da können wir wirklich zurückgreifen und sind dankbar für die Institutionen an der Stelle.
Ja, genau. Hat ja auch Vorteile, in so einem Laden zu sein. Auch wenn er manchmal langsam arbeitet. Dann erzähl doch mal ein bisschen für die, die sich überhaupt nichts vorstellen können, was heißt denn Kirche draußen? Jetzt habt ihr schon angedeutet, alle zwei Wochen in einem katholischen Gemeindezentrum.
Also ich bin jetzt neu, ich treffe jemanden von euch auf der Straße in Rosenheim und die Person sagt, hey, ich gehe da sonntags zu, wie heißt ihr eigentlich? Habt ihr einen speziellen Namen? Rosenheim EMK oder ein Herz für Jesus? Keine Ahnung, was ist denn der Name? Was hört man da? Was erzählt man da?
Ja, wir haben den Namen Jesuszentrum. Den haben wir von den Kollegen und Freunden aus Nürnberg mit übernehmen können. Und das ist für uns was, was im Zentrum steht. Jesus Christus steht im Zentrum. Und ich würde sagen, da ist auch ganz gut zusammengefasst auch ein Kern der EMK. Und deswegen sind wir EMK, Jesuszentrum Rosenheim, vom Namen her.
Genau. Und wenn ich jetzt im Wohngebiet zum Beispiel ins Gespräch komme und erzähle, was unsere Arbeit ist und was wir tun, dann berichte ich davon, dass wir eine sehr bewegte Kirchengemeinde sind, nämlich dass wir an unterschiedlichen Orten Gottesdienste feiern, und auch manchmal zu unterschiedlichen Zeiten.
Also dass wir natürlich auch den Sonntagmorgen Indoor-Gottesdienst um 10 Uhr eben im katholischen Bildungszentrum haben, aber darüber hinaus eben in der wärmeren Jahreszeit zwischen März und Oktober, auch immer wieder in der Region unterwegs sind. Also dass wir am Berg, am See oder eben wie jetzt gerade hier am Riesenkreuz, uns treffen und dann auch im öffentlichen Raum Gottesdienste feiern.
Und darüber hinaus aber auch verschiedene Gruppen und Kreise oder auch Bergsportaktivitäten, anbieten, wo Leute auch niederschwellig einfach mit dazukommen können, wo Gemeinschaft gelebt wird. Und natürlich auch dann in den kleinen Gruppen auch nochmal ein bisschen mehr Tiefgang, aber es gibt so verschiedene Angebote und auch verschiedene Gruppen, Altersgruppen, genau.
Und so würde ich das mal in der kurzen Form vielleicht sagen und dann mal hören, was das gegenüber sagt. Also, dann mache ich mir das Gegenüber. Jetzt bin ich sehr traditionell aufgewachsen. Bin ich eigentlich nicht, aber ich sage jetzt mal so. Und jetzt erwarte ich doch, dass da jeden Sonntag zur gleichen Zeit, am gleichen Ort da Gottesdienst ist.
Also, erstens, wie kommuniziert man das, dass die Leute irgendwie auch mitkommen und da irgendwie dranbleiben können? Und habt ihr das als positiv erlebt oder schon auch als Herausforderung, wenn ihr sagt, jetzt ist es an dem Sonntag aus einem anderen Ort, der Sonntag aus einer anderen Zeit. Wie muss man sich das vorstellen? Ja, sowohl als auch. Also zum einen geht ganz viel einfach über Beziehung leben.
Das heißt, viele Leute sind mitgekommen auch zu Gemeinde, weil sie den und jenigen eben auch mitgebracht haben. Das heißt, wer ein, zweimal da ist, bekommt es schon auch gut kommuniziert. Wir versuchen auch in allen Gottesdiensten tatsächlich das sehr sucherfreundlich zu erklären, auch in den Ankündigungen und so, dass die Leute schon auch so ein bisschen währenddessen, die da sind, auch hinter die Kulissen blicken können.
Von dem her, das ist die eine Variante über dieses Beziehungstechnische, aber auf der anderen Seite braucht es natürlich auch viel Kommunikation. Das heißt, wir sind schon auch mal sehr viel damit beschäftigt, die Leute zu koordinieren. Über die App läuft relativ viel. Genau, die Comuni-App, die von der City Church in Würzburg quasi von Leuten dort entwickelt wurde und, mit der sind wir quasi gestartet und da ist es ja möglich, zu jedem Termin einen unterschiedlichen Ort einzugeben und dann auch noch zu dem Ort einen Chat zu haben und das ist für unsere Anwendung einfach perfekt.
Das heißt, man schaut einfach in die App und weiß sofort, wo was stattfindet und kann sonst noch eine Frage dazu reinstellen. Und dann ist es eher positiv, dass wir einen Wechsel drin haben, einen Wandel. Klar ist es für uns eine Herausforderung, schon auch die unterschiedlichen Locations zu bespielen, aber eigentlich lieben wir das. Und wenn es so richtig ist, Wenn Sonnenschein, blauer Himmel ist und man die Berge vor der Tür hat und die sehen hier, dann fällt es einem schwer, ehrlich gesagt, in ein kühles, dunkles Gebäude zu sitzen.
Tatsächlich merken wir auch, wenn wir einen Indoor-Gottesdienst haben und es ist gutes Wetter an dem Tag, sind halt auch viele am Berg. Deswegen ist es gar nicht so schlecht, eben einen Outdoor-Gottesdienst zu feiern, weil das oft dann auch die Möglichkeit bietet. Viele rabeln hin, Rennrad fahren viele bei uns oder gehen von dort aus dann los auf eine Alm oder eine kleine Wanderung noch.
Ich stelle mir das jetzt auch so vor, gerade in der Region, wo Rosenheim ja ist und da viele sind wahrscheinlich sportlich dann auch aktiver unterwegs. Ich habe das ja oft auch im Bayer Sporn, das ist ja auch so ein Bestending im Schwarzwald, wo viele auch unterwegs sind. Und ganz oft war es, glaube ich, schon so, dass ein Sonntag für Familien vor allem, wenn das Wetter toll ist und du willst was unternehmen, ist halt 10 Uhr, bis du dann aus der Kirche rauskommst, bis du dann loskommst, vor allem wenn du noch Kinder hast und so, dann sind die meistens gar nicht erst gekommen, weil sie dann vielleicht gleich woanders sich getroffen haben.
Also da können wir schon forschen, dass das vielleicht auch eine Stärke ist, wenn man sagt, hey, um 10 Uhr treffen wir uns auf dem Gipfelkreuz oder welche Uhrzeit auch immer. Und weil du das vorhin so nochmal gefragt hattest, ja, das ist schon so, dass das vielleicht auch für manche, die ein paar Mal da waren, die merken, nee, es passt auch nicht für sie.
Und das ist ja dann auch völlig in Ordnung, dass die dann irgendwie sagen, hey, nee, wir wollen eigentlich irgendwas Klassischeres oder Traditionelleres oder so, dann lässt man die Leute natürlich von Herzen auch weiterziehen. Also natürlich erreicht man nicht jeden auch mit dem Konzept. Auf der anderen Seite, brennen wir selber dafür oder ist es halt auch unser Ding, wo wir auch immer wieder reflektieren, wo wir sagen, hey, das ist...
Und nur so wollen wir irgendwie das auch voll gerne leben. Das geht uns leicht von der Hand. Und deswegen glauben wir auch, dass es ganz gut ist, das zu tun. Ja, und man kann auch als Normalo bei uns Fuß fassen. Also wir sind nicht mehr so wild unterwegs im ersten Jahr. Im ersten Jahr hatten wir einmal einen Gottesdienst mit Glättersteig.
Da sind nur zwei Personen oben am Gipfel angekommen, eine Person und ich. Und da wussten wir, wenn wir so öfter Gottesdienst feiern, dann wird es nicht lang gut gehen. Und das andere Mal im Winter hatten wir einen schönen Gottesdienst, glaube ich auf 1300 Metern, mit Blick auf zahmen und wilden Kaiser.
Aber es hatte frisch geschneit. Es war im März und es war minus fünf Grad. Und wir wollten eigentlich die Lieder begleiten mit Gitarre und Trompete. Aber die Instrumente haben sich unterschiedlich abwechselnd verstimmt und uns sind die Finger eingefroren. Also genau, wir sind eher im Sommerhalbjahr jetzt draußen und immer auch erreichbar mit entweder Bus oder Auto an Ausgangspunkten und man kann da relativ barrierefrei hinkommen und dann die wilden Sachen davor oder danach machen.
Aber das klingt so ein bisschen, dieser Klettersteig, war das Thema dann so, der schmale Weg und der breite, wer es nach oben schafft, der kommt in den Himmel, oder? Im Rückblick hätte ich das als Thema wählen können. Wir hatten ein anderes Thema und ich habe dann die Predigt einfach nochmal im Tal gehalten quasi.
Okay, cool. Also ich bin jetzt neugierig, was kommen denn da für Menschen? Also habt ihr auch so eine, sagen wir mal, eine kleine Altersspanne oder ist die weit und sind es Menschen, die haben kirchlichen Background und finden dieses attraktiv, dass es draußen ist? Also was für Art für Menschen fühlen sich da angesprochen und kommen da zu euch?
Ich würde sagen, bunt gemischt. Also wir sind mittlerweile natürlich nach fünf Jahren auch eine Gemeinde, die. So Elemente einfach auch ganz klassisch lebt. Das fängt an von Kindersegnungen, Trauungen und sowas. Das findet ja auch alles statt. Das heißt, man muss auch sehen, da sind mittlerweile Leute dazugekommen, die vielleicht jetzt nicht nur 20 oder 30 sind, sondern echt auch eine größere Spanne.
Also wir haben Kinder, wir haben die Studenten, die jungen Erwachsenen, aber auch die Familien und darüber hinaus echt auch eine Altersspanne rund um die 60-Jährigen, sage ich jetzt mal. Nach oben und nach unten, auch so die ersten Rentner, was eigentlich auch voll schön ist, dass wir eben nicht nur, wie vermutet, irgendwie nur die jungen Villen oder so anziehen, sondern dass es tatsächlich jetzt mittlerweile auch echt durchmischter wird.
Einfach auch, weil ich glaube, das Angebot, was wir so in der Gemeinde haben, auch natürlich heimatlicher, familiärer auch wird und für alle irgendwie auch machbar. Aber wie du es gerade eben schon gesagt hast, sind ja nicht nur noch die Berg, nur noch on top irgendwie, sondern wirklich auch niederschwellig.
Und es sind ganz nette und liebe Menschen. Das ist fast auch das Problem, dass uns die Zeit ausgeht, mit allen auch in dem Maße, wo wir es eigentlich wollten, freundschaftlich verbunden zu sein. Also das hätten wir echt nicht gedacht. Wir haben ja wirklich Freunde fürs Leben gefunden. Und das macht es dann auch leicht an der Stelle.
Und Background war ja noch die Frage, wo die Leute herkommen. Und das ist, würde ich auch sagen, sehr unterschiedlich. Natürlich haben wir auch Menschen, die lang schon in keiner Kirche mehr waren, weil sie enttäuscht worden sind oder weil sie keine guten Erfahrungen gemacht haben. Genau, und da ist es tatsächlich mit der EMK und der methodistischen Theologie wunderschön, dass es so eine Weite und trotzdem so eine Tiefe zulässt, ihnen auch da wieder eine Möglichkeit zu geben, anzudocken.
Natürlich auch, weil wir es schon vorhin erzählt hatten, katholisch geprägt. Es gibt auch viele mit einem katholisch geprägten Hintergrund, aber natürlich auch welche mit einem freikirchlichen Hintergrund, die jetzt vielleicht hergezogen sind in die Stadt. Rosenheim tatsächlich hat auch viele Zugroiste, also Leute, die zugezogen sind, weil es eben eine Hochschule auch hat, speziell für Holzbautechnik. Holzbau, ja.
Genau, das ist auch sehr bekannt, dass dann irgendwie viele Kinder von Leuten, die hier mal studiert haben, also schon älter und so und dann hängen geblieben sind. Also ja, so kann man das eigentlich sagen, es ist eigentlich schön bunt gemischt. Ja, und der Kontakt auch zu den Ur-Rosenheimern gibt es auch, aber da würde ich sagen, da ist auch noch Vertrauensaufbau, gerade am Stadt- und Beziehungsaufbau und Stück für Stück.
Genau, das kann man vielleicht auch noch erzählen. Hier, wo wir wohnen dürfen, tatsächlich sind wir so am nördlichen Stadtgebiet, aber trotzdem ist sehr. Wie soll man sagen, also drumherum hat man viel Kontakt zu den Leuten, die hier wohnen und auch durch jetzt unsere Kinder. Oder das ist natürlich auch immer eine Tür öffnet, dass man wirklich auch mit vielen Leuten in Verbindung kommt, die eigentlich jetzt nicht über die, also keine Gemeindekontakte oder so sind.
Und das ist das, was du auch gerade gesagt hast, dass es alles ein bisschen länger Zeit braucht und wir einfach da auch Beziehung leben mit unseren Nachbarn und auch die Eltern von den Kindern, einfach Freundschaften sich entwickeln. Aber dass man nicht irgendwie so ein von heute auf morgen oder in ein paar Monaten, einfach ein Beziehungsprozess.
Und da kommen immer wieder super interessante Gespräche auf, wo man manchmal so denkt, wow. Hätte man irgendwie nie gedacht, dass es jetzt zu so einer Tiefe irgendwie auch kommt oder zu solchen Fragen, die wir da miteinander debattieren. Und die Personen sind natürlich herzlich in die Gemeinde eingeladen, aber sie dürfen genauso gern auch einfach unsere persönlichen Freunde bleiben und ganz offen, wie es eben auch gelenkt wird.
Naja, und ihr habt ja, wenn ich das richtig verstanden habe, auch so ein paar Gruppen oder Aktionen, die einfach mehr sportorientiert sind als jetzt irgendwie Bibelkreis oder so. Oder auch gerade unter den Frauen haben wir immer wieder Abende im Keramikstudio gemacht oder so, wo natürlich ein kurzer Impuls auch geteilt wird, aber jetzt nicht zu, wir teilen jetzt unser Leben komplett oder gleich tief einzusteigen ist. Das braucht es ja auch, also auf jeden Fall.
Und die, wie ist das, jetzt komme ich mal so von der Institution EMK. Da ist immer so ein bisschen die Frage, ja, wie ist das denn jetzt mit den Mitgliedern und wie werden die Mitglieder, habt ihr ein Gemeindevorschen, habt ihr einen Ausschuss für Zusammenwirken, habt ihr einen Ausschuss für Bauern, also wie muss man sich das denn vorstellen, also habt ihr da irgendwie Schwierigkeiten an der Stelle oder wie bringt man jetzt auch vielleicht, oder ist es ein Anliegen dann auch immer wieder die Methodistische Theologie wirklich explizit auch dann zu den Menschen zu bringen oder ist es eher sowas wo du sagst da hast du eine weitere Theologie das kann dann einfach passieren, oder gibt es da auch so Gliederaufnahmen ist das so ein Ding müsst ihr das genauso machen.
Wie stellt man sich das vor, Ja klar, also wir sind voll und ganz EMK und bei uns gibt es Gliederaufnahmen. Bei den Ausschüssen, da lassen wir uns noch ein bisschen Zeit und vielleicht verändern sich ja auch die Ausschüsse noch in unsere flexiblere Richtung. Nein, klar, also wir vertreten und mit vollem Herzen die methodistische Theologie.
Wir hatten jetzt den Stefan von Tardowski erst hier zu Gast. Und hatten... Noch mal als kurzer, der ist gerade Professor an der Theologischen Hochschule in Reutling für systematische Theologie, wenn ich jetzt richtig in Erinnerung habe. Genau, und hatten das Thema Was ist wesentlich am christlichen Glauben und haben uns darüber ausgetauscht und hatten danach jetzt ein Follow-up-Abend und so weiter.
Und auch Methodismus, gell, das sind auch mit reingetaucht. Ja, und sind dankbar, dass dieser Kontakt zur Theologischen Hochschule so gut besteht und auch andere Professoren, Jörg Bartel und Holger Eschmann, schon hier waren. Und es ist aber so, dass wir jetzt, wenn man so von der Kennzahl spricht, dass Kirchenglieder jetzt nicht unsere Hauptkennzahl ist. Es ist eher so die Frage, wer ist am Start aktuell? Für wen ist es aktuell die geistliche Heimat?
Und da fragen wir eigentlich immer so Richtung September ab. Wer ist für die nächste Saison, für das nächste Schuljahr, für die nächste Gemeindesaison dabei? Und mit wem können wir rechnen? Wer ist dabei, auch mitzuarbeiten? Und das ist eigentlich eine ganz gute Vorgehensweise. Und natürlich werben wir auch um die Kirchengliedschaft, aber da müssen Leute auch erstmal Vertrauen finden, die EMK besser kennenlernen.
Und ja, wir haben jetzt so zwischen 30 und 40 Kirchenglieder aktuell. Ist natürlich jetzt nicht die Zahl, die vielleicht andere Bestandsgemeinden haben, aber wir sind, glaube ich, auf einem ganz guten Weg. Ja, ich glaube, das ist auch nochmal eine Herausforderung an den Institutionen in der Zukunft, wie wir das behandeln.
Also ich merke das jetzt immer wieder. Ich habe hier ständig auch neue Leute, die auftauchen von anderen Kirchenhintergründen oder auch gar keinen Hintergrund, und die dann auch die Frage stellen, warum muss ich Mitglied werden? Also reicht es nicht, dass ich sonntags hier bin, dass ich Geld gebe, dass ich mitarbeite? Warum muss ich denn so eine Art Vertrag jetzt hier machen?
Und es wird immer mehr in Frage gestellt, natürlich kann man es theologisch begründen, warum das wichtig ist, aber ich finde, man muss trotzdem auch, also da wird die Institution ein bisschen herausgefordert, sich fragen zu lassen, wie können wir, da wirklich flexibler darauf reagieren und was sind eigentlich die richtigen Zahlen, die eine Gemeinde ausmachen im Vergleich zum Mitglied sein.
Ja, ich meine, ich habe jetzt zum Beispiel auch hier in meiner Gemeinde die letzten zwei Jahre erst mal die Karteileichen aufgeräumt. Die Gemeinde hatte 170 Glieder. Und ich sage, ja, am Leben nicht. Also ich kenne die Hälfte der Namen überhaupt nicht. Jetzt sind wir bei 117. Und ich glaube, von daher finde ich das immer ein bisschen schwierig.
Aber da ist halt die Struktur da und die Kirche ist ein bisschen langsamer und dann muss man halt irgendwie gucken, wie man da zusammen durchkommt mit diesen Erwartungen und so. Wobei ich jetzt an sich kein Problem sehe an dieser Kirchengliedschaft. Die Leute sind ja auch sonst, haben irgendwie einen DSL-Anschluss, sind Mitglied im Alpenverein oder im ADAC. Also es gehört ja irgendwie dazu.
Und wir haben da das Bild eines Karabiners, das für alle hier bekannt ist. Einen Karabiner, den kann man öffnen, den kann man wo einhängen. Mit dem kann man wie beim Klettern einen Standplatz bauen, sich miteinander vernetzen, connecten. Der gibt Sicherheit, der gibt Stabilität. Aber wenn es mal nicht mehr passt, lässt sich der auch einfach wieder aushängen, mitnehmen, woanders einhängen.
Und da ist die Hürde dann eigentlich relativ runtergefahren. Und der kriegt am Ende noch von der Kirchengliedschaft auch einen Karabiner auch geschenkt. Und was natürlich auch, das hatte ich vorhin noch gedacht, Vorbildsfunktionen. Also ich glaube, es bringt gar nicht unbedingt viel, wenn wir immer dafür werben und so, sondern tatsächlich, wenn diese Kirchengliedschaft, das löst dann eigentlich immer eher nochmal bei den anderen, die noch da sind, nochmal das Gedankenspiel nochmal aus und denken nochmal drüber nach.
Oder dass das dann oft auch so ein Rollen dann gewesen war. Ach cool, wenn die sich das jetzt vorstellen können, dann könnten wir vielleicht auch mal drüber nachdenken. Ja, vielleicht wäre ein Gedanke, es ist noch ein bisschen zu vereinfachen, die Aufnahme. Und es ist dann doch auch immer ein Verwaltungsakt, der da mit dranhängt.
Und auch wenn man das rückabwickelt wieder, das könnte man vielleicht noch ein bisschen verschlanken. Aber an sich, dass es eine Verbindlichkeit gibt, das passt eigentlich. Ja, ich finde das Beispiel auch richtig cool mit dem Karabiner. Das hätte ich jetzt von Metzinger erwartet, von der Klöderkirche, dass sie das machen.
Von denen ihr meintet. Ja, genau. Bernd, wenn du zuhörst, fang mal an, Karabiner auszuhändigen. Machen, Verbundenheit und Flexibilität sind die drei Hauptkörner dazu. Ja. Da machen wir auch noch die Folie dafür und so. Das ist denen eigentlich schon ganz gut bekannt. Ja. Das ist mir auch immer ein Anliegen, wenn ich diese Kliederaufnahme mache.
Wir hatten jetzt gerade vor zwei Wochen wieder, wo ich dann auch einen Studenten in einem Pferdetrog. Getauft habe. Aber die, dass ich auch versuche, klarzumachen, ja, also, die Gemeinde hier ist jetzt für jetzt, für eure bestimmte Zeit hier, eure Gemeinde. Und dann geht ihr, vielleicht zieht ihr weg und dann passt es nicht.
Dann habt ihr vielleicht keine EMK, die ihr mögt oder so. Und dann könnt ihr euch woanders einhängen oder woanders wieder reingehen. Und ich glaube, da wirklich die, das ein bisschen runterzufahren, an die Hemmschule, aber gleichzeitig zu sagen, das ist jetzt meine Gemeinde. Ja, und das kennen die Leute einfach hier auch das Bild, weil es mit den Klettersteigen, wo man so geht, da hängt man sich ja auch stetig dann um mit dem Karabiner.
Das ist was ganz Logisches oder Zuverstehendes. Das ist ein gutes Bild. Ja. Cool. Wir sind ja schon 14 Minuten drin und ich würde noch eine Frage stellen. Es ist ja echt auch ein bisschen wild, gerade in Deutschland so insgesamt, finde ich. Also die Zeiten sind nicht so einfach. Aber was gibt euch denn Hoffnung? Was könnt ihr unseren Zuhörenden mitgeben, was euch Hoffnung gibt auf die Zukunft?
Hoffnung für die Kirche, Hoffnung für das Reich Gottes. Was treibt euch da an? Ich glaube, wir haben die beste Botschaft weiterhin. Und gerade auch als EMK nochmal mit der Tiefe, mit der Weite, die sich nicht gegenseitig behindern, dass wir Brückenbauer sein dürfen in einer Zeit, in der viel polarisiert wird.
Das stresst mich schon manchmal innerlich, weil ich so denke, hey, gibt es eigentlich noch die Mitte oder die, die so ganz friedlich miteinander umgehen. Und ich glaube, die geht es, aber durch diese Polarisierung werden die Ränder so überbewertet. Und was mir da hilft, ist einfach mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, in dem Umfeld und sie zu treffen am Seeufer oder auf dem Fest hier in Oberbayern und zu merken, hey, ich glaube, wir haben 90, 95 Prozent Übereinstimmung.
Wenn wir uns an denen mal festhalten und nicht an den 5%, wo wir vielleicht, unterschiedlicher Meinung sind, dann geht es eigentlich ganz gut. Das tut mir eigentlich da gut an der Stelle. Für mich ist es schon auch so, hey, zu wissen und es ist auch in meinem Herzen ganz tief eingepflanzt, dass. Gott mit uns ist und es passt ja eigentlich auch wieder so zu Wesley, der das irgendwie auch an seinem letzten Tag gesagt hat, dass egal welche Stürme jetzt gerade auch über uns einbrechen, zu wissen, hey.
Er ist mit uns da an jedem einzelnen Tag. Manchmal denke ich mir auch voll cool, wie Gott sich das Konzept so überlegt hat, mit sieben Tagen und so und auch 24 Stunden an einem Tag, dass man jeden Tag seine Gnade wieder neu spüren darf. Und schon auch zu wissen, hey, dass Jesus einfach lebendig spürbar ist.
Also dass es nicht irgendwie ein Glauben ist, der irgendwo ist, sondern in all den Themen, die so kommen und in den Gesprächen, die wir so führen. Wir haben eine Hoffnung und wir haben eine Hoffnung, die lebendig ist und nicht irgendwie über uns schwebt. Und ich glaube, das hat sich so gefestigt und gezeigt in unserem Leben, dass das eigentlich einfach fließen darf. Das ist nämlich eigentlich auch so unser Visionsbild. Wir empfangen Gottes Liebe und Gnade und wir möchten es einfach weiterfließen lassen, weil wir die Hoffnung haben in ihm.
Von dem her haben wir Bock, weiterzumachen. Total. Und ich meine, wir haben jetzt viel über Positives gesprochen. Es gibt auch hier schwere Zeiten und schwere Themen, die wir durchlebt haben. Und da hätte ich eigentlich am Anfang gar nicht gedacht. Aber was mir wirklich auch da geholfen hat, war der Kontakt zu Kolleginnen und zu Kollegen, dass dann eine Distriktversammlung genau zum richtigen Zeitpunkt kam und da viel Ermutigung und Aufbau kam und Verständnis.
Und ja, diese Connexio, von der man immer spricht, die durften wir erleben. Und die hat uns wirklich auch getragen dann in den Tiefen. Also diese Gemeinschaft unter Freundinnen und Freunden, unter Christen. Ja, total. Ja, Amen. Vielen, vielen Dank. Also das freut mich jetzt auch nochmal zu hören und gibt mir auch nochmal Hoffnung.
Unser Job kann ja auch sehr einsam sein. Aber ja, zu sehen, wie die Arbeit Menschen verändert, wie die Gottes Liebe erfahren und dann, dass wir Kolleginnen und Kollegen haben, die, wo wir wissen, wir sind nicht allein. Und wie du gesagt hast, Deborah, Resty sagt, bei allem, Gott ist mit uns. Vielen, vielen Dank euch. Wie kann man euch denn erreichen, wenn man euch eine Nachricht schicken will oder vielleicht mal vorbeischauen will oder was spenden will? Keine Ahnung.
Was sind beste Kontakte für euch? Dann packen wir das in die Shownotes. Alles ist gut. E-Mail, also vorname.nachname.emk.de über die Handynummer 0176 8993 1767. Über Instagram, über Signal. Wie heißt sie denn bei Instagram? Jesuszentrum Rosenheim. Gut. Dann packen wir das auch rein. Und ihr habt ja auch eine Website.
Das ist auch das Jesuszentrum. Jesuszentrum-rosenheim.de Wir empfangen auch Briefe. Wir haben auch eine Postadresse. Aber ich glaube, am besten ist, wir geben die nicht raus, weil uns kriegt ihr nachher 60 Gesangbücher. Ja, stimmt. Wir schicken die Kinder, wenn das passiert. Ja, zurücksehenden. Wenn ihr den Bauran Simon was schicken wollt, schreibt eine E-Mail, fragt und dann kriegt ihr die Adresse.
Also wir machen ja auch so Kistenstapeln, wo wir uns dann mit dem Gleitersaal und Gurt sichern. Also wenn es wirklich so viele werden, dann bauen wir mal einen Turm damit. Genau, das EMK-Gesangbuch Wettbauen oder so. Mit einer neuen Aktion in Rosenheim in der EMK-Gemeinde. Und man darf uns auch besuchen. Man darf einfach auch vorbeikommen.
Es lässt sich aushalten hier in Rosenheim und der Umgebung. Das kann ich auf jeden Fall bestätigen, ja. Und ich hoffe ja, wir haben ja schon gesprochen, nächstes Jahr leite ich ja eine Pastorengruppe aus Texas, dass wir dann Rosenheim vorbeischauen. Dann werden wir mal berichten und ein paar Bilder schicken.
Also, ihr Lieben, vielen, vielen Dank für eure Zeit, dass ihr bei uns war, bei uns gesprochen habt und wenn euch die Folge gefallen hat, teilt sie gerne, schickt sie rum und dann hoffen wir, dass wir uns nächsten Montag oder wenn die Pause dann.