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The Holy Club

Imke Sewing - Auf, auf nach Calgary

Montag, 15. Juni 2026 · 47 min

MP3

Shownotes

Moritz trifft Imke Sewing – Jugenddelegierte der Norddeutschen Jährlichen Konferenz, Berlinerin, Pastorin-Enkelin und bald mit nach Calgary. Ein Gespräch über Glaubensfreiheit, die Frage nach dem Wozu der Kirche und warum Zweifel vielleicht die ehrlichste Form des Glaubens sind.
In dieser Folge:
Von Hannover nach Berlin: Imke ist mit dem Methodismus aufgewachsen – Sonntagsschule, Kirchlicher Unterricht, Jugendkreis. Aber nicht weil es so sein musste, sondern weil es sich irgendwann richtig angefühlt hat. Und warum ihr die Freiheit im methodistischen Glauben erst bewusst wurde, als sie auf Zeltlagern anderer Kirchen war.

Conexio im Alltag: Imke hat ihre erste Berliner Wohnung über EMK-Verbindungen gefunden. Ein kleiner, aber echter Beweis dafür, dass diese weltweite Vernetzung kein Abstraktum ist.
Vier Jahre Konferenz: Was eine Jugenddelegierte auf der jährlichen Konferenz eigentlich tut, was man nach vier Amtsjahren versteht – und wann man sich fragt, was machen wir hier eigentlich? Inklusive des Briefes, den die Jugenddelegierten an die Konferenzgemeinde geschrieben haben.
Das Minusgefühl: Ein Gastredner auf der NJK-Konferenz hat einen Begriff geprägt, der bleibt. Wer ständig nur denkt, wir werden kleiner, gerät in eine Starre. Die bessere Frage lautet: Was haben wir eigentlich zu sagen?

Zweifel als Zeugnis: Imke durfte in ihrer Berliner Gemeinde vor der Versammlung sagen, dass sie sich gerade bei überhaupt nichts sicher ist. Und das wurde genauso gewertschätzt wie ein perfektes Glaubensbekenntnis. Was das über den Methodismus aussagt.
Struktur oder Sendung: Die ehrlichste Frage der Folge. Imke überlegt, ob sie noch einmal vier Jahre Konferenz macht – oder ob sie ihre Energie lieber in das steckt, was direkt vor Ort passiert und Menschen erreicht, die noch nicht in der EMK sind.

Calgary im Blick: Was das Leadership Gathering sein soll, was Imke sich erhofft – und warum sie unvoreingenommen hinfahren will, ohne fertiges Bild im Kopf. Außerdem: Im Juli erst nach Dublin zur Global Young People's Convocation. Jugenddelegierte im Außendienst.

Hinweis:
Im August tagt der Kinder- und Jugendrat der Norddeutschen Konferenz – dort werden Jugenddelegierte neu gewählt. Alle Infos: nord.emk-jugend.de

Der Holy Club erscheint jeden Montag auf Spotify, Apple Podcasts und überall, wo's Podcasts gibt.
Instagram: @holyclubpodcast

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Hallo zusammen, herzlich willkommen im Holy Club. Es ist wieder Montag, wir sind im Sommer gelandet und zwischen den ganzen jährlichen Konferenzen und, Vorbereitungen auf die Sommerpause, und was auch immer sonst noch ansteht, habe ich jetzt das Vergnügen, eine Mitstreiterin im Holy Club begrüßen zu dürfen.

Und zwar eine, die auch mit mir nach Calgary fliegt im Oktober. Da haben wir uns letzte Woche getroffen zum bisschen Vorbereiten und ich dachte, es wäre cool, wenn sie im Holy Club ist. Herzlich willkommen, Imke Seewing. Oh, hallo. Schön, dass ich hier sein darf. Ja, freut mich richtig. Wir haben uns letzte Woche da getroffen und du hast mir so ein bisschen erzählt von dir, aber ich weiß gar nicht so viel. Also außer diese eine Stunde, die wir jetzt zusammen hatten, kenne ich dich nicht.

Das soll vorkommen in der evangelisch-methodistischen Kirche. Auch wenn wir nicht so groß sind, gibt es doch immer wieder neue Leute zu entdecken. Vielleicht fass du mal in so zwei, drei Sätzen zusammen. Wer bist du? Was machst du? Und wie kommt es, dass wir zusammen nach Calgary fliegen? Vielleicht mal die drei Sachen und dann schauen wir, was wir vertiefen zusammen.

Ich bin Imke, ich bin Jugenddelegierte aus der NJK. Und ursprünglich aus der Gemeinde in Hannover, wohne inzwischen in Berlin und ja, der Bischof hat großes Vertrauen in mich gehabt anscheinend und mich ausgewählt, mit nach Calgary zu fahren. Sehr cool. Für unsere SchweizerInnen, die zuhören, NJK Norddeutsche jährliche Konferenz. Also wir sind hier, in Deutschland nochmal dreigeteilt in den Norden, den Osten und den Süden.

Und jetzt gerade sind auch da die jährlichen Konferenzen, da kommen wir bestimmt gleich noch drauf. Aber du hast jetzt gesagt, du kommst aus Hannover. Bist du dann auch dort irgendwie in eine Gemeinde reingeboren oder was waren so deine ersten Berührungspunkte, mit dem Methodismus? Ja, also tatsächlich bin ich Pastorenenkelin.

Mein Opa auf einer Seite meiner Familie war Pastor in der Methodistischen Kirche und, Ja, also ich glaube, ich bin ab Tag eins sonntags im Gottesdienst gewesen. Meine Eltern haben Musik immer mitgemacht und ich dann auch irgendwann. Und ich bin dann auch in Hannover eingesegnet worden. Also ja, man könnte sagen, weiß nicht, den Methodismus mit der Muttermilch bekommen.

Ja, cool. Und bist du dann, also du hast so die klassische methodistische Biografie, wie man es sich wünscht. Erst Sonntagsschule, dann hier kirchlicher Unterricht, Einsignung, dann wahrscheinlich irgendein Jugendkreis oder sowas, falls ihr das hattet. Ja, hatten wir tatsächlich in Hannover, war ich auch eine, also der letzte Jahrgang, glaube ich, im kirchlichen Unterricht, der in Hannover noch recht groß war.

Wir waren glaube ich 13 Leute bei mir im kirchlichen Unterricht und da gab es dann auch einen Jugendkreis, der eine Größe hatte, die Spaß gemacht hat. Cool und vielleicht zur Einordnung, wie lange ist das so her, deine KU-Zeit? Also wie alt bist du ungefähr? Ich bin 24, also es ist jetzt 10 Jahre her, da musste ich auch letztens wieder dran denken.

Ich wohne inzwischen in Berlin und helfe jetzt beim aktuellen KU-Jahrgang in Berlin ein bisschen aus und bin so dabei und. Versuche einfach ein bisschen Kontakt zu den Jugendlichen zu haben, weil ich als Jugenddelegierte ja auch da irgendwie wissen sollte, was da so Themen sind. Ja, da können wir auf jeden Fall auch noch drüber reden. Wir hatten hier schon mal eine Jugenddelegierte aus dem Süden. Die Annika Finkbeiner war schon mal im Holy Club.

Aber es ist trotzdem so, diese ganzen Konferenzämter und wer da welche Funktion hat, Das ist, glaube ich, ganz gut, wenn wir das immer mal wieder wiederholen. Aber das wird man ja nicht von ungefähr. Also du bist reingeboren worden und hast gesagt, deine Familie, die war auf jeden Fall da sonntags da und engagiert.

Würdest du sagen, dass das für dich so eine lineare Entwicklung war, dass du da auch immer mit dabei warst und dass das von Anfang an so deins war? Oder gab es da irgendwelche Phasen in deinem Leben, wo du sagst, die waren besonders wichtig dafür, dass es dann eben auch zu deiner Kirche wurde? Oder ist das eher so ein Gesamtgepräge?

Also ich muss sagen, ich glaube eine ganze Zeit lang, ich weiß nicht, zwischen 14 und 18 oder so, 14, 17, 18, bin ich vor allem hingegangen, weil ich halt im Gottesdienst mitgesungen habe, mit Musik gemacht habe und mir das Spaß gemacht hat. Ja, da war das irgendwie so der Hauptgrund, warum ich in den Gottesdienst gegangen bin.

Ja, und dann ist es zum einen so, dass halt in meiner entfernten Familie im Norden viele zu den Methodisten gehören und das immer für mich irgendwie so ein ganz cooles Ding war. War man das irgendwo hingekommen und ach ja, du bist eine Cousine von meiner Mama. Wie schön. Aber so richtig inhaltlich überzeugt, hat mich, glaube ich, über die Zeit haben mich verschiedene Erlebnisse, wo ich natürlich in ökumenischen Sachen, aber auch von anderen Freikirchen auf Zeltlagern oder auf Veranstaltungen war und so und dann immer da irgendwie so dachte, hm, Und bei mir in der Gemeinde, da ist es irgendwie ungezwungener, ist es irgendwie freier. Da habe ich nicht so das Gefühl, es gibt eine richtige Art zu glauben.

Ich hatte manchmal Erlebnisse auf Zeltlagern oder so, die mich schon ein bisschen, so eingeschüchtert haben. Von wegen, oh, muss ich jetzt irgendwie das und das machen, um richtig zu glauben. Und es. Ist mir vor allem nachher ein ausgefallen. Aber da habe ich dann irgendwie so gemerkt, dass ich das schön finde, dass ich die Freiheit habe, im Methodismus zu glauben.

Genau, und als ich dann nach Berlin gezogen bin, da ging das dann los, dass mir das... Also bewusster wurde und ich dann auch aktiv gesagt habe, okay, ich möchte auch hier wieder im Gottesdienst gehen. Und vor allem fand ich da halt so schön, dass man gleich einen Zugang hatte, zu Menschen, weil man einen gemeinsamen Nenner hatte und ich, in Berlin in eine EMK gehen konnte und mich sofort aufgenommen gefühlt habe und irgendwo schon mal jemanden entfernt kannte oder so.

Ja, okay, aber das klingt nach einer echt schönen Prägung oder Zeit, wenn du sagst, du warst da schon als Jugendliche irgendwie so, dass du gemerkt hast, da weht der Wind der Freiheit und es gibt unterschiedliche Arten zu glauben und vielleicht ja auch im Leben unterschiedliche Phasen. Also ich kann das für mich sagen, ich hatte bestimmt Phasen, wo ich da ein bisschen.

Sag ich mal, eher an bestimmten Formen oder an einem engen Bibelstudium oder sowas, Und dann wieder andere Phasen, wo ich mein Glauben eher in sozialen Beziehungen oder in Aktivismus und so Freizeitarbeit und sowas gelebt habe. Und jetzt bin ich auch erst Anfang 30. Das heißt, wahrscheinlich kommt noch die ein oder andere Phase dazu, die dann nochmal unterschiedlich ist.

Und da sind wir ganz bunt aufgestellt, auch wenn wir eine kleine Kirche sind. Cool. Und dann hast du Connexio praktisch auch so erlebt, dass du in eine neue Stadt gekommen bist und dann gemerkt hast, hey, das sind schon MethodistInnen, da kannst du dazukommen. Ja, genau. Also tatsächlich habe ich auch...

Meine erste Wohnung in Berlin wegen Verbindung der IMK bekommen. Ich habe auf einem unserer Pfingstjugendtreffen einen anderen Mitarbeiter in meinem Alter gefragt und meinte, hier, ich möchte gerne in Berlin studieren, könntest du mal die Ohren offen halten? Und ich glaube, es war dann sein Vater, der Prediger ist, ehrenamtlicher Prediger ist und in einer Gemeinde dann gefragt hat und dann kam natürlich jemand und die die zufällig Wohnungen verwaltet und so.

Und so ist es dann dazu gekommen, dass ich mit dem Freund von mir auch aus der Methodistischen Kirche dann in meine erste WG gezogen bin in Berlin. Also da hatte ich auch sehr Angst, wie das sonst wird, eine Wohnung zu finden in Berlin irgendwie. Und dadurch war es dann plötzlich sehr einfach und auch total schön.

Ich glaube, das ist ein richtig guter Tipp. Also wenn ihr irgendwo hinkommt und auf Wohnungssuche seid oder so, Die Gemeinden sind meistens ganz gute Netzwerke. Also schreibt einfach mal da der Pastorin oder dem Pastor oder so, hey, ich komme in die Stadt, wir suchen eine Wohnung in dem und dem Bereich irgendwie.

Und dann können die die Fühler ausstrecken. Also das habe ich schon öfter mal mitgekriegt, dass Wohnungen oder Häuser oder was auch immer über so Gemeinden organisiert werden. Also da nur Mut, Anfragen, dann mal schauen. Meistens ergibt sich irgendwas oder es hilft und jemand kennt wen anders und so weiter. und so fort. Sehr schön.

Und da bist du jetzt auch in der Gemeinde in Berlin oder ich weiß gar nicht, in Berlin gibt es schon ein paar EMKs, oder? Ja, in Berlin gibt es mehrere. Oder bist du einer bestimmten zugeordnete? Ja, inzwischen ich bin inzwischen nochmal innerhalb von Berlin umgezogen, aber bin jetzt Mitglied in Berlin-Friedenau.

Und da auch regelmäßig, wenn ich nicht gerade irgendwo bei der Konferenz bin oder bei Jugendveranstaltungen als Mitarbeiterin bin. Ja. Wie war das so für dich im Verhältnis? Bei mir war das so, dass wir nicht ganz so viele Jugendliche waren in meiner Gemeinde und dann war ich relativ schnell bei so Jugendfreizeiten vor allem dabei.

Bei uns hieß es dann Wilder Süden und es gibt dann auch noch JET. Jugendaktionstage oder Zeltlager oder sowas. War für dich die Gemeinde vor Ort prägender oder das Überregionale oder war es bei dir eine Mischung? Ich würde tatsächlich sagen, eher die Gemeinde vor Ort, dadurch, dass wir einen relativ großen Jugendkreis hatten.

Und auch immer, also in meiner Zeit, wo ich kirchlichen Unterricht hatte, das haben sie dann geöffnet und gesagt, wir machen KU- und Jugendfreizeit. Und dadurch waren wir dann halt irgendwie 20 Leute. Auch weil ich so in die Zeit gefallen bin, als ich alt genug war, zum Bundesjugendtreffen, was es ja gab, zum Beispiel mitzufahren.

Da habe ich zwei mitgemacht. Dann war ich im Ausland und dann war Corona. Aber deswegen hatte ich leider nicht das Vergnügen, da öfter mal bei Veranstaltungen dabei zu sein. Das ist dann eher gekommen jetzt, als ich dann als Mitarbeiterin. Ja, und wie ist das? Bist du schon mal zu einer Konferenz hingegangen, bevor du Jugenddelegierte warst?

Oder wurdest du praktisch gewählt und dann links rein ins Konferenzleben? Ja, also ich hatte von der Konferenz und so vorher gar nicht so viel mitbekommen, so am Rande mal. Aber ja, also als ich dann mit... Meinem Mitbewohner zusammen gewohnt habe, der war schon Jugenddelegierter und der hat dann eine zweite Amtszeit gemacht und ich habe dann gedacht, das ist irgendwie cool, und bin halt dann mitgemacht und habe dann auch ziemlich schnell gemerkt, das macht mir auch irgendwie Spaß.

Ja, was würdest du sagen, was war so dein Hauptantrieb? Da, ich sage mal so Konferenzgeschehen hat ja so zwei Seiten, also würde ich sagen, eine Seite ist, man kann viel aktiv mitgestalten und mitreden, und auf der anderen Seite ist es schon auch manchmal ein bisschen eine eigene Welt, also wie so eine Konferenz abläuft und wie man da in endlosen Debatten um irgendwelche Anträge und Änderungsanträge, da irgendwie zusammenkommt und dann ist es ja schon so, dass man recht viel lesen muss, wenn man sich gut vorbereitet.

Ich glaube, das müssen die Jugenddelegierten müssen jetzt nicht alles irgendwie ganz auf dem Schirm haben. Also da gibt es wahrscheinlich noch andere Posten, die umfassen, dass sie sich noch vorbereiten müssen. Aber was würdest du sagen, was ist für dich so der größte Benefit oder warum machst du das?

Also warum nimmst du den Aufwand auf dich, um dich diesem Parlamentarismus, sag ich mal, zu stellen? Wenn man ja auch ganz einfach als junge Person sagen könnte, ey, wir machen hier vor Ort das, was uns irgendwie Spaß macht und die große Kirche interessiert uns vielleicht gar nicht so sehr. Oh, gute Frage.

Also ich muss sagen, ich glaube, ich hatte vor allem Lust mitzuarbeiten. Und da ich frisch in Berlin war und jetzt noch nicht in einer Gemeinde so richtig angekommen war, da habe ich so gedacht, ja, dann. Machen wir das mal? Also da war jetzt nicht so, dass ich da einen gut durchdachten Grund irgendwie hatte.

Aber ja, also ich habe die Konferenz schon dann im ersten Moment, wie es mir auch vorgestellt wurde und wie es mir erzählt wurde, so als halt das Gremium wahrgenommen, wo man strukturell, irgendwie Veränderungen schaffen kann, bewirken, Dinge bewirken kann. Und da ich ja groß geworden bin in einer Kirche, die schon immer kleiner wurde, also jedes überregionale Treffen war irgendwie das kleinste.

Und im nächsten Jahr machen wir dann neuen Negativrekord. Genau, so ungefähr. Ist halt schon so die Stimmung gewesen, man muss vielleicht irgendwie strukturell was ändern und deswegen hatte ich da, Ja, Lust, weil ich auch einfach dann sowieso Lust hatte, in Kirche mitzuarbeiten. Und ja, also ich muss echt sagen, vor ein paar Wochen war unsere norddeutsche Konferenz dieses Jahr und das war jetzt das vierte Mal, dass ich dabei war.

Und jetzt habe ich so langsam das Gefühl, ich habe es durchdrungen, worum es eigentlich geht und was man da macht. Und was mir sehr dabei geholfen hat, ist, dass ich auch im Konferenzverwaltungsrat, dabei saß und dadurch halt viel mitbekommen habe. Das ist das Gremium, quasi die kleinere Gruppe an Leuten, die sich während des, Jahres um Konferenzdinge kümmert, wenn halt die Konferenz nicht tagt.

Und dadurch habe ich einiges mitbekommen. Und was ich auch ganz schön fand, wir als Jugenddelegierte haben uns auch immer gut zusammengetan und, uns vor der Konferenz nochmal online getroffen und drüber gesprochen und gesagt, was steht da eigentlich so drin und was verstehen wir vielleicht nicht oder so.

Dadurch hat es natürlich auch sehr Spaß gemacht, irgendwie da hinzufahren, weil man eine Gruppe hatte und weil wir dann uns gegenseitig als Jugenddelegierte gut unterstützt haben. Kannst du das irgendwie ein bisschen konkret machen noch, was ihr vielleicht in deiner Amtszeit jetzt als Jugenddelegierte, was ihr da so angestoßen oder bewegt habt?

Vielleicht so, was war euer größter Erfolg oder wo ihr gesagt habt, voll gut und wichtig, dass wir da waren und das irgendwie mit eingebracht haben. Und wenn du Lust hast, auch noch, was war das größte Ärgernis für dich in deiner Amtszeit? wo war der größte Frust oder hast gedacht, boah, irgendwie klappt es nicht so mit der Veränderung, wie ich mir das vielleicht wünschen würde? Boah, ähm...

Was ich ganz cool fand, was allerdings nicht nur von uns Jugenddelegierten angestoßen wurde, sondern in Zusammenarbeit mit anderen, aber wir haben natürlich dann ordentlich auch dafür argumentiert, ist, dass wir als Norddeutsche Konferenz, beschlossen haben, schon vor ein paar Jahren, dass wir während der Konferenztagung vegetarisch essen wollen.

Was irgendwie eine Kleinigkeit ist, aber gerade in Bezug auf Klimafragen und so, haben wir so gesagt, es ist ein kleiner Schritt, aber ein Schritt, der vielleicht auch doch. Irgendwie Aufmerksamkeit schaffen kann dafür, dass man auch ohne Fleisch sich gut ernähren kann und, Zumindest mal ein paar Tage für eine Konferenz, kann man es mal ausprobieren. Genau, so.

Ärgernis, weiß ich nicht, was mir jetzt einfällt, das ist jetzt nicht besonders konkret, aber dass ich nach manchen Konferenzen oder nach besonders einer Konferenz so das Gefühl hatte, was machen wir hier eigentlich? Also wirklich, wo ich so das Gefühl hatte, es kam da jetzt irgendwie nichts bei rum.

Wir haben uns nur gegenseitig Anträge, also keine Anträge, sondern wir haben Berichte gehört und das Worte gehört und viel Kaffee getrunken und das war's. Wo wir dann auch gesagt haben Leute, also wir als junge Leute haben dann auch einen. Brief verfasst und an die Konferenzgemeinde geschickt und gesagt was tun wir hier eigentlich es ist doch irgendwie überhaupt nicht sinnvoll wenn wir nur hinkommen und es passiert gar nichts irgendwie.

Ist ja schon auch aufwendig, also da werden ja ein Haufen Hauptamtliche, Ehrenamtliche die sich Zeit nehmen, teilweise Urlaub nehmen müssen, um da hinzukommen. Also auch wenn ich Barista-Pastor bin und es wirklich gut finde, wenn Leute sich treffen zum Kaffee trinken, da würde ich doch auch ein Fragezeichen an den Rahmen setzen.

Und was wir halt da so gemerkt haben und was ich auch immer noch so merke, und da kommen wir vielleicht auch noch zu mit dem Leadership Gathering nachher, ist, dass wir irgendwie, also ich denke so eigentlich sollte die Konferenz doch, was sein, wo man einmal im Jahr von anderen hört und sich gegenseitig inspiriert und alle gehen nach Hause und sagen, boah, die anderen machen das, wir probieren das jetzt auch oder irgendwie, ne, man hat neue Impulse mitbekommen und man geht in die eigene Gemeinde zurück, und trägt was weiter und, Manchmal, also dieses Jahr fand ich die Konferenz auch inspirierend, auch worum es inhaltlich ging und so.

Da haben wir auch Dinge geschafft und verändert und beschlossen. Aber manchmal dachte ich echt so, irgendwie ist die Konferenz mehr wie so der Flaschenhals. Alle kommen dahin und dann fahren sie wieder nach Hause und sind total kaputt von den vier Tagen Konferenz und nicht andersrum. Und das finde ich sehr schade, weil es, glaube ich.

Jedes Jahr dann manchmal eine verpasste Chance ist. Oder im schlimmsten Fall einfach so ein Verteilungskampf. Das habe ich so manchmal den Eindruck, dass man, also ja, man wird kleiner und Finanzen werden schwächer, Personal wird schwächer und so weiter. Und dann geht man zur Konferenz und versucht irgendwie für seine Gemeinde oder seine Region oder für seine Gruppe irgendwie das Maximum rauszuholen und ist dann natürlich frustriert, weil wenn alles weniger wird, wird es auch für mich und meine Gruppe weniger.

Das weiß ich schon. und dann kommt man nach Hause und merkt, oh, jetzt müssen wir mal schauen, wie wir da weitermachen. Und das stimmt schon, also so dieser Impuls, da hinzugehen, inspiriert zu werden. Und also es soll ja eigentlich auch so ein Holy-Conferencing sein, also etwas, wo man damit rechnet, dass Gott da auch präsent ist und irgendwie was verändert und wir da zusammen auch ins Hören kommen, was gerade dran ist und wie wir damit umgehen können.

Das stimmt, das läuft schon sehr unterschiedlich jetzt bei uns. Also ich habe jetzt fünf oder sechs Konferenzen hinter mir und es gab schon einige, wo ich nach Hause kam und dachte, boah, jetzt brauche ich erstmal eine Woche, um wieder klar zu kommen. Und das ist schon schade, auch wenn es natürlich, es ist ja auch menschlich, wenn man sich da mit dem Kleinerwerden irgendwie beschäftigt als Gruppe.

Und manche machen das einfach schon seit Jahren, Jahrzehnten. Da so rauszukommen, ist, glaube ich, gar nicht so einfach. Dieses Jahr fand ich ganz schön, wir hatten einen Gastredner, der mit uns den einen Vormittag inhaltlich gearbeitet hat, wo es eben genau darum ging, dass man irgendwie, er hat es Minusgefühl genannt.

Also, dass natürlich, wenn man immer so denkt, ah, wir werden kleiner, ah, wir werden kleiner, dass dieses Minusgefühl halt so ein bisschen so eine, ja, wie so eine Starre auslöst und man dann nur noch sich damit beschäftigt, dass man kleiner wird. und, ja, dass wir eigentlich halt irgendwie viel mehr dahin kommen sollten, erstens zu akzeptieren, wir sind halt klein und dass es erstmal nichts Schlimmes ist, eine kleine Gemeinde zu sein und dann, wo ich auch jetzt seitdem öfter darüber nachgedacht habe, sich die Frage zu stellen, was haben wir eigentlich zu sagen als Kirche, warum sind wir relevant und ich glaube, diese Frage können wir uns als Konferenzen irgendwie stellen, Aber auch als eigene Gemeinde zu sagen, was haben wir zu sagen,

was vielleicht andere Kirchen in der Gegend nicht zu sagen haben. Und warum ist uns das wichtig? und ich glaube, oder die Hoffnung ist natürlich, dass man, wenn man so eine Frage mal beantwortet hat, auch daraus Kraft schöpfen kann und ja, und dann halt, Leute erreicht und dass das ja auch gerade nicht das Ziel sein sollte, das hat er auch betont.

Es sollte nicht das Ziel sein, zu wachsen, einfach nur um eine größere Kirche zu sein, sondern ja, das wäre halt den Fokus auf menschliche Verbindung, Ja. Eigentlich setzen sollten. Also ich würde auch sagen, diese Frage müssen wir uns stellen und das ist gar nicht so gewohnt. Also wenn du so in der Gemeinde gehst oder sowas, also ich kenne das jetzt auch als Pastor und mal die Frage stellst, wofür sind wir eigentlich da oder was ist unser Kern, unser Auftrag, dann geht das relativ schnell, dass man sich so in so allgemeine Floskeln oder vielleicht auf den Missionsaufbefehl oder sowas zurückzieht und sagt, ja, Kirche ist immer dafür da, anderen Leuten Evangelium zu bringen oder Botschaft Gottes.

Und dann würde ich immer noch einen Schritt weiter gehen und fragen, was bedeutet das denn konkret? Weil also auf diese Begriffe können wir uns wahrscheinlich einigen, aber die sind ja ganz unterschiedlich gefüllt. Du hast jetzt gesagt, du hast jetzt seit ein paar Wochen drüber nachgedacht. Hast du schon erste zaghafte Antwortversuche?

Versuche, also wofür sind wir denn da oder was hat denn die EMK aus deiner Sicht, vielleicht zu sagen, was andere Kirchen so nicht formulieren können? Und du kannst jetzt die Ebene aussuchen. Hannover, Berlin, Norddeutschland, Deutschland, UMC weltweit, vielleicht irgendwo so einen Ansatz. Also ich glaube so ein bisschen, ich weiß nicht, ob ich das jetzt schon gut formulieren kann, aber eben nochmal, dieser Freiheitsaspekt, Freiheit im Glauben irgendwie und verschiedene, Sowohl Glaubensformen zu akzeptieren, mit natürlich einer gewissen Grundhaltung von Menschenwürde, das ist ja auch in unseren sozialen Grundsätzen eigentlich ziemlich eindeutig verankert.

Und dann halt auch ganz verschiedene Glaubenspraktiken, sag ich jetzt mal, also verschiedene Arten zu glauben. Ja einfach sein zu lassen. Und also, ich höre öfter mal von Leuten, es kommt manchmal vor, dass ich an der Uni oder so mich mit Leuten über Glauben oder über Kirche unterhalte und so. Und da sind dann halt viele dabei, die mal in Kirche waren und nicht mehr hingehen, weil es war irgendwie zu zwanghaft oder es wurde eben viel vorgeschrieben oder so.

Und da denke ich dann halt immer so, es ist so schön, dass ich in einer Kirche sein darf, wo ich zum Beispiel auch von vorne über meine Zweifel reden darf. Also wir hatten vor einer Weile bei uns im Friedenau einen Gottesdienst, wo der Pastor sechs verschiedene Leute gebeten hat, über ihren Glauben zu erzählen. Und, ich wollte ihm eigentlich absagen, weil ich gesagt habe, ich weiß nicht, ob ich formulieren kann, was ich gerade glaube.

Und dann hat er mich aber sehr ermutigt und gesagt, nee, eigentlich will ich genau das auch hören. Also er hat dann gesagt, ich will gerade kein perfektes Glaubensbekenntnis oder, nichts derart hören, sondern wirklich Persönliches und so und ja, und dann, durfte ich auch mich da vorne hinstellen und sagen, ich bin mir aktuell bei überhaupt nichts wirklich sicher und Das war auch völlig in Ordnung und wurde genauso gewertschätzt wie Leute, die sagen.

Die total begeistert sind und total sicher an ihrem Glauben sind. Und ich denke, das ist was... Was uns irgendwie ausmacht. Ja, also wird ja oft gesagt, wir sind eine Gemeinschaft der Glaubenden und der Suchenden. Aber das dann tatsächlich konkret werden zu lassen und Fragen zu stellen und Zweifel auch, das war ja im Prinzip so eine Zeugnisform.

Das kennt man ja aus so evangelikalen Settings, dass da jemand vorkommt und seine Lebensgeschichte erzählt und dann kommt Gott an einem Punkt und dann nimmt das Leben eine Wende und alles ist anders. Aber das mal zu machen und zu sagen, hey, vielleicht bin ich gerade an einem ganz anderen Punkt oder ich habe eigentlich jetzt nicht das Gefühl, mich hinzustellen und eine Erfolgsgeschichte zu erzählen, sondern ich habe gerade ganz viele Fragezeichen.

Mein Glauben ist vielmehr eine Suche als diese Geschichte vom Gefundensein. Das finde ich schon auch eine echte Stärke. Und das verknüpfen wir halt im Methodismus, das ist so meine Sicht, dieses persönliche, individuelle, diese Gottesbeziehung, auch diese Relevanz. Also ich würde jetzt mal sagen, aus deinem Leben, du bist da schon als Kind Jugendliche und jetzt engagiert als Jugenddelegierte in der Gemeinde.

Also das ist eine hohe Verbindlichkeit. Und das aber gepaart mit dieser theologischen Freiheit und mit dieser Ehrlichkeit, das Leben auch beim Namen zu nennen. Also dass eben nicht immer alles klar ist oder nicht immer alles gut. Und dass das auch Platz hat. Diese Kombination von Verbindlichkeit und von Freiheit, das ist schon was, wo ich sagen würde, da haben wir echt einen Schatz.

Und den müssten wir noch mehr teilen, indem wir einerseits uns trauen, so eine Verbindlichkeit anzubieten. Also auch wirklich zu sagen, wenn du bei uns mitmachst, dann kannst du diese Kirche wirklich umgestalten. Und dann müssen wir als Kirche eben schauen, wie wir das möglich machen. Dass wir nicht nur Leute suchen, die dann so werden wie alle anderen, die schon da sind.

Sondern dass neue Leute wirklich das System auch verändern. Und dann eben auf der anderen Seite zu sagen, ja, wir schreiben da trotzdem nichts vor. Also es gibt jetzt keinen Drei-Jahres-Plan. Wenn du drei Jahre Methodist bist, dann sagst du zu diesen Sätzen Ja und Amen, sondern wir sind da alle irgendwie unterschiedlich unterwegs. Das finde ich schon, da liegt eine Chance drin.

Und sich das so zum Programm zu machen, glaube ich, könnte sich lohnen. Weil das verbindet dann auch wieder Generationen. Also du sagst es jetzt hier als junger Mensch, aber auch ältere Menschen. Und da hatte ich letztens im Seniorenkreis bei mir in der Gemeinde eine schöne Erfahrung. Da hat dann auch eine Dame gesagt, dass für sie jetzt alles klar ist und die Zweifel und so. Das ist schön, wenn die jungen Leute das äußern, aber sie ist leider ja drüber hinweg.

Und dann hat ein älterer Mann gesagt, nee, also in seiner Erfahrung, und er ist jetzt immerhin schon über 80, gehen die Zweifel nicht weg, sondern die sind da, die sind immer da, die gehören dazu. Und wenn die weg sind, dann ist sein Glaube auch tot. Und dann dachte ich, ja, wie schön ist es, Räume zu haben, wo so erfahrene Menschen auch diesen Einblick geben und sich auch so sicher fühlen, dass sie sagen können, hey, ich habe schon so viel erlebt und trotzdem ist nicht alles klar.

Und das ist für mich die ehrlichere und deshalb auch angemessenere Alternative. Ich finde es auch authentischer und ich habe manchmal das Gefühl, von Kirche fühlen sich Leute auch abgeschreckt, weil es alles so einen perfekten, glänzenden Schein hat, und man dann das Gefühl hat, mir geht es aber nicht so und ich bin nicht so und dann bin ich da vielleicht nicht richtig, wenn ich eben nicht den perfekten Glauben habe.

Und für genau solche Leute, sollte ja eigentlich Kirche sein. Und das finde ich auch so schön. Wenn man sich anschaut, wie der Methodismus irgendwie entstanden ist, dann ist das ja auch eine Reise gewesen. Also John Wesley hatte ja auch nicht das eine Erlebnis und klar, es gibt da manche, wo man hinterher sagt, die waren zentral für ihn, aber auch danach hat sich ja viel noch verändert in der Art, wie er sich verhalten hat, wie er erzählt hat von seinem Glauben und so.

Zu glauben ist für mich irgendwie mehr so, ja, es ist eine Reise, die nicht zu Ende ist. Man kommt nicht irgendwann an einen Punkt, wo man sagt, jetzt glaube ich zu 100 Prozent und dann kann man sich ausruhen. Nicht umsonst haben sich, glaube ich, die ersten NachfolgerInnen Jesu der Weg genannt und nicht das Ziel.

Also die erste Bewegung, das ist tatsächlich was, was ein Aufbruch ist, vielleicht ins Ungewisse, aber begleitet. Also Gott ist mit auf dem Weg und hat nicht einen bestimmten Ort für uns, zu dem wir erst hinkommen müssen, um dann gut zu glauben. Wir machen uns auch bald auf den Weg nach Calgary. Ich freue mich schon.

Flüge sind gebucht. Hotelzimmer, hat jetzt unsere Kollegin Anne gemeint, die auch mitkommt, sind auch schon vorbereitet. Hast du schon angefangen mit einer Packliste an Themen und an Dingen, die du mitnehmen willst? Oder bist du noch zu weit davon entfernt? Ist ja erst Ende Oktober. Nee, also eine Packliste habe ich nicht. Aber ich bin auch nicht so der Typ, der vor Reisen ausführliche Packlisten schreibt.

Na, siehst du da immer eine Gemeinsamkeit? Ich mach das auch nicht. Nee, also ich werfe am Abend vorher alles in den Koffer und dann. Da geht's los. Aber ich bin schon am Nachdenken. Es wird jetzt in ein paar Tagen auch in meiner Gemeinde. So eine, die machen einmal im Monat so eine Veranstaltung, wo es um verschiedene Themen geht.

Und da werde ich auch das Leadership Gathering und so da mal mitnehmen und habe vor, da nochmal einfach mit ins Gespräch zu kommen mit den Leuten und hören, was denn die Leute aus meiner Gemeinde so dazu denken. Und ja, also ich bin sehr, sehr gespannt. Wie das Nachdenken so wird, es ist für mich irgendwie alles noch ein bisschen abstrakt, was genau dann so dabei rumkommen soll.

Was ja auch vielleicht Sinn der Sache ist, also bei Konferenzen und so hat man ja immer was, wo man sagen kann, also letztes Jahr war es so und so und so. Und das haben wir bei diesem Treffen ja jetzt gerade nicht und ich glaube, das ist auch eine große Chance, dass wir halt nichts haben, wo man sich orientieren kann, sondern dass wir halt wirklich ganz im leeren Raum irgendwie nachdenken müssen.

Ja, aber ich bin sehr gespannt. Ich habe im Moment noch wenige Ideen. Vielleicht können wir nochmal für die, die zuhören, Also ich hatte schon in der Folge mit Marie-Therese ein bisschen drüber geredet, aber das ist jetzt auch schon zwei, drei Monate her und da wusste ich noch weniger, als ich heute weiß.

Und es ist ja auch immer interessant, wie unterschiedliche Menschen sowas wahrnehmen. Also ich glaube, ich würde anders davon erzählen als du. Deshalb ist gut, dass wir im Gespräch sind. Kannst du vielleicht nochmal kurz so in deinen Worten zusammenfassen, was ist dieses Leadership Gathering in Calgary?

Was ist die Idee? Was sind vielleicht die Ziele? Und was ist für dich noch so ganz offen, weil du es einfach auch noch nicht weißt? Und dann kann ich meins dazulegen und dann schauen wir mal, ob wir das gleiche Bild haben. Und ihr, die ihr zuhört, könnt uns dann auch noch Ergänzungen schicken, natürlich.

Also ich würde sagen, das Leadership Gathering ist... Gedacht vom Bischofsrat als ein Nachdenken darüber, wie wir in Zukunft Kirche sein wollen. Und das inhaltlich und eben nicht strukturell. Und ja, es gibt jetzt ja inzwischen auch schon konkretere Ideen, dass es irgendwie, wenn ich es richtig mitbekommen habe, also der Fokus auf, Jugendlichen und jungen Menschen legen soll.

Und dann wird es da so Unterkategorien geben. Also im Prinzip ja in allen möglichen Bereichen, zu überlegen, welche Themen sind uns wichtig, was brauchen wir, um so Kirche zu sein, wie wir das sein wollen, was wollen wir vielleicht auch nicht mehr sein als Kirche. Das kann man ja auch überlegen. Ja, und dann ist es ja im Idealfall so, oder das wäre jetzt eine Sache, die ich mir vielleicht auch erhoffe oder wünsche von diesem Treffen, dass es irgendwie ein Ergebnis gibt, ein Pool an Ideen gibt, die wir als Ergebnis irgendwie verfassen mit dem, alle nach Hause gehen und das weitertragen, dass es irgendwie so ein bisschen, das Leadership Gathering als Funke ist und wir nehmen den alle mit und dann

trägt sich das so durch in die einzelnen Gemeinden. Ja, also ich glaube, für mich liegt eben vor allem der Charme darin, dass wir da jetzt nicht an Strukturen und organisatorischem rumdoktern, sondern dass wir sagen, jetzt geht es mal ums Wesentliche, also theologische Grundlagen und so richtungsweisende, Sachen. Man kann an einer Haltung arbeiten.

Und das entsteht eben nicht dadurch, dass ein kleines Gremium das vorgibt, sondern dass wir tatsächlich da recht viele Leute sind, die zusammenkommen und die dann in kleinen Gruppen da mit dran rumdenken und arbeiten. Und ich bin schon gespannt, wie das gelingt, dass da tatsächlich viele Stimmen gehört werden, weil wir hatten ja jetzt so ein, Vorbereitungswebinar und da war man auch in so kleinen Gruppen und wir hatten uns da letzte Woche drüber ausgetauscht und die Erfahrung war schon die, dass tendenziell Hauptamtliche und je älter die sind, desto mehr und vielleicht auch gerade wenn Bischöfe, Bischöfinnen in den Gruppen sind, dass die schon mit einem anderen Selbstverständnis ihre Perspektive da reinbringen.

Und das ist natürlich, wenn man so als junger Mensch irgendwo dabei ist und da noch nie da war und vielleicht niemand kennt und dann teilweise auch natürlich in der Fremdsprache irgendwie kommunizieren muss, dass es nicht so einfach ist, da irgendwie sich einzubringen. Und da haben wir schon die Hoffnung, dass das einen Unterschied macht, wenn wir uns dann tatsächlich vor Ort treffen.

Also da würde ich auch sagen, ist es immer wieder gut und wichtig, dass sich so eine weltweite Kirche auch ab und zu mal in persona trifft und nicht alles jetzt per Zoom-Konferenzen macht. Und wenn wir dann dort sind, dann haben wir ja, glaube ich, vier Tage, in denen wir dann in den Kleingruppen arbeiten.

Und wenn man vier Tage mit einer kleineren Gruppe ist, dann kennt man am Ende die Namen und wahrscheinlich die Geschichten und kriegt mit, mit wem der eine in der Pause noch schnell telefoniert und was die andere gerade so bewegt. Und das Ganze, also diese unterschiedlichen Kontexte, die zusammenkommen, mit dem Ziel irgendwie zu überlegen, was bedeutet es, methodistische Kirche zu sein, auch in Zukunft.

Und gerade auch vor dem Hintergrund, dass wir jetzt so Sachen wie Homosexualitätsdebatte und Kirchenspaltung, die da rauskommt und solche Sachen, dass wir die jetzt hinter uns lassen. Also da wirklich eine Freiheit zu entdecken und zu überlegen, wie wollen wir dann eine inklusive Kirche sein, die dann auch gleichzeitig noch den Raum gibt, dass die einzelnen Regionen das dann jeweils übersetzen und ausgestalten müssen.

Also es ist ja auch die Idee, dass man nicht jetzt irgendwie eine Gleichschaltung macht, sondern, so wie du gesagt hast, eine Freiheit lässt. Und da bin ich schon echt vorfreudig drauf. Ich glaube, das könnte eine Art von Arbeiten und Begegnen sein. Die echt gewinnbringend ist und gleichzeitig risikobehaftet, weil wir eben nicht ein konkretes Ziel haben und dann sagen können, nach drei Tagen, ey, wir haben das Ziel erreicht, wir sind fertig, machen wir uns noch einen schönen vierten Tag.

Sondern das ist ja offen. Also wenn das wirklich, wenn es so ist, wie es ausgeschrieben ist, dann ist das offen und dann können wir das mitgestalten. Hast du da irgendwas, wo du denkst, das will ich da mitbringen oder bis dahin vielleicht noch mir aneignen oder mich vorbereiten oder mit den Leuten willst du noch reden?

Oder bist du eher so, nee, also der Bischof hat mich da ausgewählt, dann werde ich wohl die richtige Person sein und gehe da ganz unvoreingenommen hin und schaue dann mal, was wird. Also insgesamt, ich bin schon ein großer Fan davon, mal unvoreingenommen hinzugehen und dann offen zu sein und zu gucken, was auf einen zukommt und was passiert, weil man ja auch genau so ein Treffen, denke ich, nicht gut vorbereiten kann.

Also ich werde mir schon, denke ich, nochmal Gedanken und Meinungen holen aus meiner Gemeinde oder auch aus der KU-Gruppe, zu denen ich ja Kontakt habe und so. Aber letztendlich kommt es schon sehr darauf an, was für Ideen und was für Gedanken, kommen, wenn man vor Ort ist und wenn man zusammensitzt.

Ich werde mich schon ein bisschen, denke ich, noch vorbereiten und ein bisschen mehr Gedanken von anderen Leuten holen, weil ich ja nur ich bin, sage ich mal. Und der Bischof hat mich ausgewählt, also wird er schon der Meinung sein, dass ich da was beitragen kann, aber trotzdem gibt es ja viel mehr Leute, die Gedanken haben und Meinungen haben bei uns in der Kirche, die auch relevant sind.

Genau, und dann werde ich aber auch sehr darauf achten, dass ich eben. Ohne Bild im Kopf dahin gehe mit, das sollte daraus werden, sondern eben diese Offenheit behalte, um dann zu schauen, was draus wird. Warst du schon mal bei irgendeiner internationalen methodistischen Veranstaltung? Also irgendwie so Weltjugendrat oder keine Ahnung, es gibt ja alle möglichen Treffen und Ebenen.

Nee, aber tatsächlich werde ich schon mal üben können. Im Juli ist die Global Young People's Convocation von unserer Methodistischen Kirche, die glaube ich alle vier Jahre stattfindet. Und da darf ich dieses Jahr auch hinfahren nach Dublin. Ja, also kann ich das schon mal ein bisschen üben, wie das so ist, bevor wir dann in Kanada sind.

Ja, und hoffe auch da, dass ich eben da vielleicht auch mit einigen Leuten über dieses Thema sprechen kann. Richtig gut, du bist ja dann richtig Jugenddelegierte im Außendienst, überall unterwegs. Sehr schön. Hast du noch irgendwelche Themen oder Fragen? Also wir haben uns jetzt so ein bisschen persönlich kennengelernt, deine Geschichte mit dem Methodismus und wie du in deine Ämter reingerutscht bist, hast du ein bisschen erzählt.

Gibt es irgendwas, wo du denkst, ah ja, das wäre jetzt schon noch gut, wenn die Leute das noch hören von mir, wenn ich jetzt hier schon mal im Holy Club am Mikrofon bin? Ja, also einen Gedanken hätte ich tatsächlich noch, der mir jetzt so gekommen ist. Ich höre ja auch sonst öfter mal den Holy Club und bin so hängen geblieben.

Ich weiß jetzt nicht genau, wer das gesagt hat im letzten Monat, aber dieses Kirche muss den Menschen dienen. Ich glaube, das war Reto Nähgelin. Ja, genau. Das fand ich einen sehr, sehr guten Gedanken und einfach einen Anhaltspunkt, um so Strukturen zu überdenken. Und ich bin zum Beispiel im Moment so dabei, dass ich denke, dieses Jugenddelegiertsein und dieses Konferenzmachen.

Das ist schön und das macht mir Spaß und das ist wichtig, aber gleichzeitig, habe ich auch das Gefühl, man erreicht da, mit eben nur Menschen, die schon in Kirche sind. Also über regionale Treffen machen ist total super, aber da kommen halt die Leute hin, die irgendwo lokal in der methodistischen Kirche sind.

Und manchmal habe ich im Moment so das Gefühl, dass wir als Kirche da in diese Strukturen sehr viel Energie reinstecken. Und eben nicht vor Ort irgendwas machen, um Menschen zu begegnen, die noch nicht Teil der EMK sind. Ja, und also das ist im Moment so ein Thema bei mir, wo ich am Überlegen bin, auch im August kann ich jetzt einen kleinen Werbeblock einschieben.

Im August ist Kinder- und Jugendrat in der Norddeutschen Konferenz und da werden Jugenddelegierte neu gewählt. Da kann man gerne hinkommen, findet man auf der Internetseite kjwnord.de. Das kommt in die Show Notes, M.K., also das ist super. Sehr gut. Ja, aber ich bin halt gerade am Überlegen, sollte ich mich nochmal vier Jahre auf Konferenz einlassen und meine Zeit, die ich neben dem Studium habe, dort verbringen?

Oder sollte ich vielleicht eher mal lokal schauen, vor Ort schauen, wie ich mich in meiner Gemeinde mehr einbringen kann, um vielleicht Menschen zu erreichen, die nicht schon in der Methodistischen Kirche sind. Ja, aber ich glaube, das ist schon auch ein Impuls, den wir nach Calgary mitnehmen können, weil das gilt ja auf jeder Ebene. Also wir brauchen schon echt viel Aufwand, damit der Laden so läuft, wie er jetzt gerade läuft.

Und der erste Schritt, wenn irgendwo was wegzubrechen droht oder kleiner wird, ist dann immer das System zu stabilisieren. Und das ist ja ein bisschen das, was Rito auch da angesprochen hat in der Folge. Also wo sind dann die Freiräume oder warum haben wir nicht die Priorisierung zu überlegen, wo ist der Hebel?

Der öffnet. Und wir sind viel, viel schneller dran, irgendwie Lücken zu stopfen und zu gucken, dass es irgendwie noch so weitergeht, wie wir es halt gewohnt sind. Also da würde ich auch zustimmen. Das war auch bei uns auf unserer Konferenz jetzt einmal Thema. Wir haben eben auch unsere Strukturen verschlankt, weil ja die Konferenz nicht mehr so groß ist und weniger Leute dahin kommen, was ja auch gut ist, weil der finanzielle Aufwand eben einfach enorm hoch ist, wenn man viele Konferenzteilnehmende hat.

Aber gleichzeitig sind dadurch ein paar Fachgruppen, die inhaltlich gearbeitet haben, zu einer zusammengefasst worden. Und da ist jetzt in den letzten paar Jahren eben aufgefallen, dass diese eine Fachgruppe nicht alle Themenbereiche bearbeiten kann und. Da ist so ein bisschen die Sorge aktuell, dass da manche inhaltliche Bereiche einfach wegbrechen, die dann nicht mehr bearbeitet werden und ja, das ist, denke ich, auch gerade bei uns in der norddeutschen Konferenz so eine Aufgabe zu beantworten.

Da eben aufmerksam zu sein und zu schauen, dass uns dann nicht inhaltliche Sachen wegbrechen, weil wir irgendwie schlankere Strukturen wollen. Ja, cool. Dann bin ich echt gespannt, wie es ist, wenn wir uns dann persönlich treffen. Das ist ja auch nochmal anders als jetzt hier mit Mikrofon und digital.

Und was wir da erleben. Wenn du das vielleicht noch so ein bisschen mitnehmen kannst, ich würde gerne in irgendeiner Form eine Berichterstattung machen aus Calgary. Im Vorfeld schätze ich mal, dass ich nochmal die Anne irgendwie in den Holy Club einlade oder Deborah. Bei Anne wäre schon spannend, weil die im Vorbereitungsteam da drin ist und nochmal ganz andere Hintergründe und Einblicke hat.

Also das versuche ich noch möglich zu machen. Und dann wäre es aber schon auch irgendwie cool, das so zu begleiten, dass Leute da was mitkriegen können. Hast du irgendwie so Video, Social Media oder irgendwelche Skills im Gepäck, wo du sagst, da könnte man einen Vlog machen oder so irgendwas? Also ich kann Podcasts machen und habe einen Instagram-Kanal, aber ich bin jetzt nicht so der Crack, was so andere irgendwie angeht.

Oder irgendwie andere kreative Ideen, wie wir da die Leute mitnehmen können. Nee, aber die werde ich mir vielleicht noch aneignen bis dahin. Bei Ops im Norden machen die Social-Media-Sachen andere Leute, wo ich sehr dankbar für bin. Und die machen das auch, finde ich, sehr gut. Okay, aber da können wir mal überlegen. Und wenn ihr beim Zuhören jetzt gerade eine Idee habt, was eine gute Lösung wäre, die einfach umzusetzen und aber in der Breite wirksam sein könnte, dann kommt gern auf uns zu.

Dann würde ich sagen, Imke, wünsche ich dir einen schönen Tag noch, eine gute Woche und einen schönen Tag in Dublin und darüber hinaus. Und ich bin gespannt. Wir werden uns sehen, spätestens im Oktober. Dann macht's gut, Leute, euch eine gute Woche und freut euch schon nächste Woche wieder auf den Holy Club. Kleiner Teaser, es wird in den Süden Deutschlands gehen und wir hören was aus Rosenheim.

Macht es gut, tschüss.

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