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„In zwei Jahren wundern wir uns, dass wir Chat-Sessions hatten“ | Wasner + Steinschaden #25

Mittwoch, 7. Oktober 2026 · 42 min

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Shownotes

Das Chatfenster hat bald ausgedient: Mit Dots (trendingtopics.eu/openai-launches-always-on-ag…) hat OpenAI soeben seine Antwort auf Metas Muse und xAIs Grok Bots vorgestellt, einen KI-Agenten, der rund um die Uhr auf einem eigenen Cloud-Rechner läuft und sich von selbst meldet, etwa wenn man beim Versand einer E-Mail den falschen Anhang erwischt hat. Offiziell ist Dots, wie Muse und Siri AI, vorerst nicht in der EU verfügbar (trendingtopics.eu/dots-muse-siri-ai-europe), über Business-Accounts kommt man aber trotzdem ran. Clemens Wasner hat ihn bereits getestet.
Was solche Agenten für die Büroarbeit bedeuten, weiß kaum jemand besser als Peter Allan, Managing Partner und Leiter der Technology Practice bei der Wiener Beratung accilium.com. Das Unternehmen entwickelt sich selbst in wöchentlichen Releases weiter, mit neuen Agents, Skills und Trainings, und hat seine Website zuletzt durch ein eigenes LLM mit Suchfeld ersetzt. Darüber sprechen Jakob Steinschaden, Mitgründer von Trending Topics, und Clemens Wasner, Gründer von enliteAI und Vorsitzender von AI Austria, mit ihm. Die Themen:
• Dots im Praxistest: Was der Always-on-Agent von OpenAI schon kann, was ihm im Vergleich zu Muse und Grok Bot noch fehlt und warum er bald deutlich mehr kosten dürfte als die rund 170 Euro für das Pro-Abo.
• Europa im Abseits: Warum Datenschutz, Digital Markets Act und AI Act die neuesten KI-Agenten vorerst von der EU fernhalten.
• Die Zukunft der Büroarbeit: Warum Allan keine Angst um die Jobs hat, und warum Geschwindigkeit der größere Hebel ist als Effizienz, wenn aus zwei Monaten Arbeit zwei Tage werden.
• Die Organisation als Produkt: Wie accilium im Programm aIQ jeden Freitag eine neue Version seiner selbst ausliefert, mit Pioneer-, Ninja- und All-Company-Track.
• Beratung unter Druck: Warum Stundensätze als Abrechnung ausgedient haben, Commodity-Beratung unter Druck gerät und Spezialist:innen profitieren, während Mitbewerber:innen mit „günstiger durch KI“ werben.
• Cloud oder eigener Keller: Warum für die meisten Unternehmen die europäische Data Boundary zählt, On-Premise-KI sich kaum rechnet und Nachttarife für Tokens kommen könnten.
• Der neue Lock-in: Warum Unternehmen bei Modell und Harness flexibel bleiben, ihr Memory in offenen Standards selbst halten und auf Router statt auf Anbieter-SDKs setzen sollten.
• Die Website als Pull Request: Warum bei accilium ein Website-Update nur noch ein Prompt ist und die Seite in jeder Sprache zur Laufzeit ausgespielt wird.

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Jakob Steinschaden: Hallo und herzlich willkommen bei Wasner und Steinschaden, deinem allerliebsten KI-Podcast. Mein Name ist Jakob Steinschaden, Mitgründer von Trending Topics und der allerbeste Komoderator sitzt schon bereit und er heißt...

Clemens Wasner: Clemens Wasner Gründer von enliteAI und AI Austria.

Jakob Steinschaden: Genau, und ich habe das unglaubliche Glück, ich als Co-Moderator quasi den einzigen, aller einzigsten Österreicher habe, der schon die neuen KI-Agenten von OpenAI ausprobieren konnte und genau darum soll es heute gehen.

Clemens Wasner: Echt? Ist der Österreicher mit uns im Call oder wen meinst du? Nein, gut, vielleicht zur Aufklärung. Die Dot-Agent oder Dots plural wurden letzte Wochen am Open-AI-Developer-Day vorgestellt. Also die Gerüchteküche hat er natürlich vorher schon längst gewusst, dass die vorgestellt werden. Und das ist auch letztendlich der Grund gewesen, warum er Piet Steinberger geholt hat. Also kannst du sagen, Open-Claw-für-Normies ist. Aber wie so oft? Und deine Leserinnen kennen das, ist der EU-Rollout, naja, sagen wir mal, challenging. Was aber zur großen Überraschung trotzdem passiert ist, dass Leute mit einem Business-Account in Europa trotzdem drauf zugreifen können, obwohl das nirgends wo announced war. Und das Ganze ist wirklich paradox, weil mit einem Business-Account, da denkst du jetzt eher in mehrere Lizenzen oder im besten Fall zweistellig, dreistellig und so weiter. Das funktioniert tatsächlich auch, wenn du eine One-Person-Company bist und sagst, du hast einen Business-Account, wo du eine Lizenz an dich selbst vergibst. Also, frag mir nicht, warum das so ist, aber du kannst es Europa definitiv very easy auch verwenden.

Jakob Steinschaden: Alles klar. Na aber fangen wir mal vorne an, für alle, es vielleicht nicht mitbekommen haben, was geht es folgende Dinge. Und zwar, das sind keine Screenshots aus irgendwelchen Kindersendungen, sondern so werden die neuen KI-Agenten bei OpenAI ganz links zu sehen, eben benamst mit Dots dargestellt. Kurz zuvor war dann Meta schon unterwegs und hat diesen Newsagent vorgestellt, der schaut ein bisschen aus wie so ein Ewok. Eskimo Baby kommt der daher und ein paar Monate zuvor war schon Elon Musk unterwegs und hat die Grogbots vorgestellt. Das sind auch so kleine niedliche Charakterchen, die irgendwie so wie Heinzelmännchen für einen arbeiten sollen und meine erste Frage an dich Clemens, gibt es das ganze auch in Erwachsen oder müssen wir KI-Herkennenden künftig so wahrnehmen?

Clemens Wasner: Das ist eine Einspruchssugestivfrage. Jemanden, der zehn Jahre in Asien gelebt hat, kannst du die Frage nicht stellen. Wenn ich an meine Zeit in Japan denke, du hast überall Manga-Figuren. Das hat sogar eine Bank gegeben, die hat Tomato Bank geheißen. I kid you not. Das ist immer eine Frage des Standpunktes und der Perspektive. Ne, also Dots ist schon auf cute gemacht, aber von der Cuteness siehst du jetzt im Interface nicht sonderlich viel. außer die vier Figuren, du da hast, der Avatar schwebt die ganze Zeit oben drüber, aber man kennt das auch schon von OpenAI, du hast bei Codex genauso diese Animals gehabt, man die so nennen will. Wie funktioniert das Ganze jetzt und was steckt dahinter? Also im Endeffekt, man kann echt sagen, es ist OpenClaw für Normies. Wie kann man sich das Ganze jetzt vorstellen? Du hast in deinem Standard JGPT-Interface, wo auf der linken Seite deine Projekte aufgezählt sind, deine einzelnen Chat-Verläufe, deine Codex-Projekte und so weiter, gibt es ganz oben unter New Chat einen neuen Menüpunkt, der heißt Dot. Singular, nicht plural. Weil aktuell kannst du einen einzelnen Dot launchen und im Endeffekt ist das eine persistente Virtual Machine, also ein Computer in der Cloud, im Volkssprech, der 24-7-on ist. Und was kannst du jetzt konkret in dem Setup machen? Wie unterscheidet sich das von bisheriger Interaktion mit KI-Modellen, auf die wir jetzt trainiert worden sind in den letzten drei Jahren? Also zunächst einmal, das Ding wirklich 24 Stunden ab Tag läuft, ermöglicht jetzt schon Anwendungen zum Beispiel, dass er bei den outgoing Mails automatisch mitliest. und schaut, ob du Attachment vergessen hast, ob irgendwas nicht passt, ob du noch antworten schuldig bist. Der kann durchaus sehr proaktiv drauf reagieren. Ich hab Beispiel gestern ein Dokument verschicken müssen mit E-Signatur und hab aber das falsche angefügt, nämlich das nicht Unterschriebene. Ich war schon ziemlich verblüfft, dass zwei Minuten später mein Not sich meldet und sagt, Hopperl, du hast grad ein Dokument verschickt, ich glaub, du hast die falsche Version angehängt. sowas ist natürlich jetzt als Komfortfunktion cool. Da wird das größere Punkt ist, die ganzen Chats, die wir heute haben, die funktionieren eigentlich nur auf Zuruf. ja, wenn jetzt einmal von Loop, selbst Loop Engineering, also entweder ich habe Scheduled Tasks, wo ich sage, gib mir einmal am Tag ein News Briefing oder Memo, was ich arbeiten soll und was meine To-Do sind, oder ich habe längere Sessions. Wenn du die jetzt alle in die Cloud umziehst, kannst du die schon permanent machen. Also du kannst zum Beispiel sagen, du den Part mit der Konkurrenzanalyse oder der halt eher vom tagesaktuellen Geschehen beeinflusst wird, du den wirklich regelmäßig updaten.

Jakob Steinschaden: Mhm.

Clemens Wasner: das, also wenn du mich fragst, das ist eigentlich so der erste kleine Schritt in Richtung, wie ich mir vorstelle, wie wir letztendlich mit AI interagieren werden. Also ich glaube, dieses Chat-Paradigma in der Form wird durch Agenten und immer auch ein paar Dinge ersetzt werden. Ich glaube, dass wir in zwei Jahren uns darüber wundern werden, dass wir einzelne Sessions hatten.

Jakob Steinschaden: Jetzt bin ich einigermaßen enttäuscht, wenn du sagst, du kannst dir nur einen Dot einrichten, weil ich dachte, ich kann jetzt eine Herrscher an Dots instruieren, Dinge für mich zu erledigen. weiß nicht, der Blaue traded für mich Shitcoins und der Grüne schreibt mir die Artikel und der Rote plant den nächsten Urlaub und der Gelbe weiß ich nicht, tut auf X irgendwas für mich posten, aber dem ist offenbar nichts, also ich kann genau einen anlegen.

Clemens Wasner: Ja, es befindet sich gerade im Rollout und ich, also was man dazu sagen muss, ich sitze in Europa mit einer Business License und ich weiß ehrlich gesagt nicht einmal, ob das so geplant war von Open AI, es hatte kein Announcement gegeben, dass es ein Europe Rollout ist. Dass du jetzt in Amerika mehr Möglichkeiten hast, definitiv. Aber ich glaube der Punkt ist auch, was da gelauncht worden ist, ist eine Version 0.1. Das siehst du allein schon, es ist ein einzelnes Chatfenster. Da gibt's nicht einmal einzelne Threads oder Parallelkonversationen, wie du's jetzt von Slack und ähnliches kennst. Das ist einfach eine lange Chatwurst. Du hast auch keine Übersicht, welche Tasks grad laufen. Oder so quasi eine To-do-Liste, dass du siehst, was da der Agent schon abgearbeitet hat. Da ist Muse und Grogbot viel, weiter. Nur der Punkt ist, so etwas jetzt hinzuzufügen, das geht ja schnell. Also ich mir sicher, in spätestens einem Monat ist das alles gefixt. Und dann kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass ich in Zukunft noch einzelne Threads anwerfen werde und Conversations, sondern dass ich das direkt dem Agent delegiere und so viel wie möglich direkt in der Cloud haben werde.

Jakob Steinschaden: Alles klar. Vielleicht noch ein kurzes Wort zu den Kosten. Das ist jetzt nicht für alle JetGPD-Gratis-User verfügbar, sondern glaube ich erst ab einem Pro-Account, dann schon mit 200 Dollar mindestens zur Bruche schlägt, das überhaupt nutzen zu können. Hintergrund ist vermutlich, dass so ein 24-7-Agent viele, viele Token bäunt und man das irgendwie finanzieren muss. Das heißt, man muss dann schon ein bisschen in die Tasche greifen, das auch verwenden zu können, oder?

Clemens Wasner: Ja, also aktuell schwer zu sagen, aber down the road wird das sicher massiv kosten. wenn du jetzt einen Agenten hast, der theoretisch 24 Stunden am Tag Dokens verbrauchen kann, im Gegensatz zu einem Menschen. Also wenn du dir jetzt wirklich einmal die Hardcore User von Cloud Code und Codex ausklammerst, die irgendwie Billions auf Dokens verbraten für ihre Coding-Projekte. Dann ist das doch so, du hast vielleicht so deine vier, fünf, sechs unterschiedlichen Conversations und Projects, du am Tag bedienst. Ja, und wenn du schlafen gehst, dann hast du vielleicht davor noch irgendwas gestartet, was eine Stunde dauert, aber that's it. Das heißt, mit anderen Worten, wenn man das haben will, greift vielleicht die Analogie mit dem Auto. Auto steht ja auch je nach Messung zwischen 97 und 99 Prozent der Zeit, die du es besitzt, einfach nur rum. Das dürfte aktuell mit Subscriptions ähnlich sein. Bei so einem Agent wird sich das aber eher die 50 % nähern, irgendwann noch mal close to 100 % gehen. Und das kannst du nie mehr mit 200 Euro pro Monat abbilden. Ich glaube, dass die 500 Euro Sub-Pro-Monat-Auction-Preview in die Richtung ist, dass du wirklich einen ausgewachsenen, persistenten Cloudcomputer nur für ein Hundert Dollar pro Monat kriegen kannst. Was aber angesichts dem Wert, du draus kriegst, muss ich sagen, ich finde das auch okay. Klingt komisch, so. sehe den Mehrwert auch mit 500 Dollar.

Jakob Steinschaden: Vielleicht noch zum Abschluss für dieses Thema die europäische Perspektive. Also diese OpenAI-Chat-GPD-Dots, sind, außer mit einigen kleinen Lücken, die auch du ausgenutzt hast, sind eigentlich vorerst nur in den USA verfügbar. Ähnlich auch der Muse-Agent von Meta, auch nur in den USA gelauncht und auch, haben wir schon darüber gesprochen, Siri AI auf iPhone und iPad. auch nicht in der EU verfügbar. Da gibt es wahrscheinlich unterschiedliche Gründe. Zum einen ist es wahrscheinlich der Datenschutz, dann dieser Digital Markets Act, der verhindert, dass Apple sein Serie-AI quasi mit dem iPhone bündeln kann. Und der AI Act ist dem ganzen sicher auch nicht zuträglich. Also insgesamt muss man sagen, ein bisschen ausgeschlossen fühle ich mich da in Mitteleuropa schon mittlerweile. weil ich immer nur durch irgendwelche Tricks die neuesten KI-Agenten ausprobieren kann.

Clemens Wasner: Ach, Jakob, so argumentieren nur Ultrarechte. Du musst sehen, dass Europa bei Regulierung führend ist und wir so unsere Werte exportieren. And

Jakob Steinschaden: ja, richtig, genau.

Clemens Wasner: I got a bridge to sell. Just saying.

Jakob Steinschaden: Der Werteexport ist deutlich zu sehen in den USA und China vor allem. Also die halten sich

Clemens Wasner: Tschüss!

Jakob Steinschaden: ja eigentlich sehr dringend durch das, was wir uns hier in Europa ausdenken. Na gut, aber das ist vielleicht mal für ein anderes Mal wieder ein Thema. Wir wollen uns jetzt tiefer reingraben in das KI-Agenten-Thema und haben dazu heute einen super tollen Gast hier bei uns im Podcast, der aus Business-Perspektive da einen super Blick drauf werfen kann. Clemens, wer ist es denn?

Clemens Wasner: Peter Allan also nicht Peter Allen, sondern tatsächlich Peter Allan Warum, wird er uns gleich in der Selbstvorstellung mehr erzählen. Peter kenne ich schon seit ein Zeital. Wir waren mal Arbeitskollegen in der ganz grauen Vorzeit, als wir 24-7 mit Anzüge rumgelaufen sind und in der selben Unternehmensberatung waren. Peter war eigentlich schon, als wir zusammengearbeitet haben, immer quasi der Ultra. IT-first Dude und Cloud-first tut. Wie es jetzt zu heutigen Sessionen gekommen ist, also die Firma Accilium die er gegründet hat mit zwei Kollegen, jedenfalls sechs Kollegen, hat schon sehr früh auf das ganze Thema AI-first und Agentic gesetzt und ist jetzt, wenn ich mich wirklich so umschaue, global sicher eine von den Firmen, die das am exzessivsten machen. Also AI-first und Agent-first wird dort tatsächlich gelebt. wenn so jemand von der Haustür ist und du noch dazu kennst, es gibt keine bessere Gelegenheit jemanden zu dem Thema Agents einzuladen und der Future of White-Color und Interaction als jemanden, das wirklich im eigenen Leib dogfiedet seit zwei Jahren. Also here we are. Vielleicht wenn du dich kurz vorstellst, Peter.

Peter Allan: Danke schonmal für deine Vorstellung Clemens. Danke Jakob auch, dass ich heute bei euch dabei bin. Im Unterschied zum Clemens bin ich immer noch in der Beratung. Also Accilium als Consultingfirma eben vor knapp 10 Jahren. Wir werden jetzt im März 2027 10 Jahre gegründet und bin bei uns im Haus. Ich mich die Long Story Short für die Technology Practice, das heißt alle Technologiethemen. IT, vor allem auch Data und AI-Topics. Und vor allem AI-Topics liegen aktuell in meiner Verantwortung, mir und meinen Teams. Und wir tauchen jetzt wahrscheinlich ein bisschen rein. Ich glaube, wir haben einiges anders gemacht, wie viele andere Beratungen. Ich glaube, wir haben auch bisschen bessere Vorzeichen, dass wir die Transition von unserem Geschäft leichter machen können. Steckt ein Knie tief drin. Das Thema Agency spielt bei uns eine große Rolle. Wir bauen viel selbst, wir deployen auch einiges bei Kunden, aber da können wir jetzt gerne ein bisschen mehr im Detail einsteigen.

Jakob Steinschaden: Super, ja lieber Peter, vielen Dank, dass du heute mit dabei bist. meiner Seite herzlich willkommen. So, die erste Frage gleich, an das anzuschließen, was wir vorher schon gesehen haben, wenn du diese Dots, diese Muse-Agents, diese Grok-Bots und wie sie alle heißen, siehst, also wie zuversichtlich bist du da noch, dass es in zwei, drei Jahren noch so diese klassische Computerbüroarbeit, wie man sie heute noch macht, auch in der Beratungswelt, wird sie dann noch geben oder ist das alles komplett passé und damit gegessen?

Peter Allan: Ich glaube, wird sich anders gehen. Die Herausforderung ist, in diesem ganzen Thema, wie sich die Büroarbeit ändert, machen wir meistens den Fehler, dass wir aus der Vergangenheit in die Zukunft extrapolieren. Und in die Vergangenheit die Vergangenheit nachzuvollziehen, eigentlich relativ einfach. sehen Arbeitskonzepte, die wir heute sehen, im White-Color-Work im Büro. stellen uns die Frage, wofür brauche ich einen Projektmanager, wenn ich einen vollautonomen Agent habe, wird diese Rolle nicht komplett verschwinden, wofür brauche ich meinen Legal Department, wenn ich einen Agent Verträge prüfen lassen kann oder Verträge aufsetzen lassen kann. Aber ich glaube, der grundlegende Fehler, den wir machen, dass wir eben aus der heutigen Zeit und der Erfahrung der Vergangenheit in die Zukunft extrapolieren. Wenn man bisschen weiter zurückschaut, vor 30 Jahren oder so, das war auch der Software Developer, der heute ein wesentlicher Bestandteil eigentlich unserer Volkswirtschaft ist. Und das Jobprofil war damals eigentlich ein Nischenthema. Das gab es auf Universitäten und das war in einem sehr kleinen Das war ein sehr kleiner Anteil. Heute ist es wesentlich. Es wird so viele neue Jobs geben und Jobbezeichnungen und Jobfunctions auch in Organisationen, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können, wie in 10 und 15 Jahren komplett normal sind. Wahrscheinlich passiert

Jakob Steinschaden: Okay.

Peter Allan: es als bei letzten Transitionen, aber es wird auch da passieren. Also ich bin

Jakob Steinschaden: Okay.

Peter Allan: ganz wenig besorgt. in Bezug auf, ob wir noch genug zu tun haben werden. Ich bin eher gespannt, was es sein wird und habe ein paar Hypothesen, aber ich habe die Antworten auch nicht.

Jakob Steinschaden: Ich mein, das Argument hat man schon oft gehört in den letzten Jahren. Job der Zukunft ist der Prompt-Ingenieur. Am Arbeitsmarkt hat sich das jetzt nicht so wirklich gezeigt, zumindest

Peter Allan: Nein.

Jakob Steinschaden: noch nicht. Aber was ist so deine These für was da auf uns Zukunft ist? Was wären die großen neuen Betätigungsfelder, die sich da auffdauen, die es heute so noch nicht gibt?

Peter Allan: Ja, ich glaube, ich jede Organisation muss sich die Frage stellen, wie Kernwirtschaft in ihrer Organisation in Zukunft aussieht und vor allem, wie sie erbracht wird. Ich glaube, dass die meisten Organisationen im White-Color-Work-Output- constrained sind. Und deswegen sind sie so, wie sie heute aussehen. Die Nachfrage nach Dienstleistungen ist eigentlich, unersättlich wird heute eigentlich nur nicht befriedigt, weil es einfach unökonomisch ist. Und wenn sich jetzt die ökonomische Gleichung ändert, sich gewisse Produktionskosten oder Produktionsfaktoren im Grenzwert gegen Null gehen, dann wird sich das massiv verschieben. Ich glaube, dass es noch sehr viel Platz gibt für Menschen, die eben Dienstleistungen erbringen und Menschen, die mit Menschen arbeiten. Und die Wertschöpfungsfunktion wird ganz stark auf der Kollaboration zwischen Menschen und künstlicher Intelligenz oder Agenten mit künstlicher Intelligenz sein. Das können wir uns glaube ich alle noch relativ schwer vorstellen, weil wir Organisationen noch entfesseln müssen. Das interessante ist, wir haben auch bei vielen Kunden agentische Systeme implementiert und das Spannende ist, dass sie eigentlich immer noch so einen Teilbereich aus einer Wertschöpfungskette rausnehmen und der wird dann extrem effizient, aber wenn du die Organisation und den Ablauf als Ganzes ansiehst, ändert sich eigentlich wenig, weil du eigentlich relativ lange, komplexe Prozessketten hast. Und eigentlich wirklich verändern kannst es nur dann, wenn du wirklich anfängst, eben wertschöpfer neu zu denken. Weil nur dann kannst du das wirklich verändern. Was für mich das Spannendste ist, ist das Thema, und ich glaube, das ist extrem unterschätzt, ist das Thema Geschwindigkeit in Organisationen. Die meisten sprechen immer über Effizienz, Effizienz, Effizienzsteiger. Mit weniger Kosten, Input, Menschen, Arbeitszeit, was auch immer, gleich viel oder mehr Output zu generieren. Ich glaube, dass das eigentlich der kleinere Hebel ist. Der bessere Hebel ist eigentlich Geschwindigkeit. Wir haben ja gesehen dieses Feature-Feuerwerk von den Frontier Labs im Sinne von wie viele Features dort live vor Kunde gebracht werden in einer erstaunlich guten Qualität. Das war ja ungesehen vorher. Und ich bin immer so fasziniert, man, also ich kenne sicher auch viele Prozesse oder einfach, nimmt man eine Ausschreibung in etwas, wo man sagt, etwas, eigentlich eine Woche Arbeit ist, dauert ein Jahr Zeit. Und die Differenz in der Wertschöpfung in Unternehmen und unserer Volkswirtschaft zwischen Arbeit und Dauer ist immens. Und der Effekt, wenn man sich mal vorstellt,

Clemens Wasner: Mhm.

Peter Allan: der Wettbewerbsvorteil auch für Organisationen, wenn sie etwas, früher zwei Monate gedauert hat, in zwei Tagen machen können. Und wenn man eigentlich diese Geschwindigkeit und diesen Flow mal ins Laufen bekommt, wenn der mal in der Geschäftswelt ankommt, Dann wird sich glaube ich extrem viel verändern. Mich wundert immer die Vorhersagen in Amerika, dass unsere Volkswirtschaften mit 20, 30 Prozent warten werden. Woher das kommt und wenn man diese Prinzipien versteht, dann kann man eine Idee haben, woher das kommen könnte. Ja.

Clemens Wasner: Genau, wie erlebt ihr das eigentlich, organisationsintern, also so wie ich kurz in der Einleitung erwähnt hatte, weil ich kann mich erinnern, wir haben uns sporadisch dazu ausgetauscht zu AI First, wir hatten noch den Videodreh, wann war das? Ich glaube im Mai.

Peter Allan: Ja.

Clemens Wasner: Und ihr habt ja letztes Monat überhaupt den Wahnsinns-Move gemacht, ihr habt eine neue Homepage gelongt, das ist normalerweise wirklich not newsworthy. Außer in dem Fall. Mir die einzige bekannte Firma, tatsächlich ein eigenes LLM nur mit einer Searchbox gelongt hat. Also was steckt denn da dahinter und was habt ihr organisationsintern gemacht?

Peter Allan: Ja.

Clemens Wasner: Weil im Endeffekt drückt ihr das nur aus, was intern passiert ist.

Peter Allan: Ja, wir haben vor einem Jahr Project AIQ gelauncht und dieses Jahr ist es erst so richtig live gegangen. Also AIQ ist so ein bisschen ein Mischwort aus Accilium und IQ und AI und IQ, also ein ERAQ, vielleicht müssen wir es jetzt zu SAQ umbenennen, ich weiß es nicht,

Clemens Wasner: Ja, richtig.

Peter Allan: ist unser internes Programm, wo wir gesagt haben, Nachdem wir eigentlich nichts anderes als kognitive Leistung verkaufen, das ist unser Produkt. Nachdem kognitive Leistung ja in Million-Tokens von Model-Companies auch gekauft werden kann, bei uns das Urgency-Level relativ hoch, dass wir uns damit auseinandersetzen und unser Kerngeschäft und unser Service weiterentwickeln. Es ging eigentlich weniger darum, jetzt auch KI-Beratung anzubieten, was jeder Berater macht. Das ist klassische Ein-Freien-Hal-Systeme mit vielen Passwörtern reiten und schauen, dass man möglichst viel Business damit abgrast, sondern wirklich exilm und grundlegend zu verändern. Und wir haben gesagt, die Kernfunktionen, so wie wir es auch schon diskutiert haben, wir glauben, dass sich Organisationen verändern. Und wir sehen eine Organisation nicht als Menschen in einem Organigramm mit selbstgegebenen Regeln, die an einer Mission folgen und versuchen Wertschöpfung zu erzeugen und einen buhalterischen Profit zu erzielen, sondern meine Vision für eine Organisation der Zukunft ist, eine Organisation ist ein intelligentes System, wo Menschen und Maschinen und Agents gemeinsam Wertschöpfung erbringen. Und unter der Prämisse ist eine Organisation viel mehr als eben Menschen in einem physischen Raum entriegeln, sondern es ist eher mehr so ein lebender Organismus. Und deswegen entwickeln wir jetzt Accilium weiter in Weekly Builds. Das heißt, es gibt jede Woche eine neue Version von Accilium. Wir schippen jede Woche am Freitag. Und es gibt jede Woche Release Notes, die auch alle in der Organisation rausgehen. Wir haben drei Tracks, Pioneer, Ninja und All Company, also GA. Pioneers sind immer zwei Wochen davor, Ninjas eine Woche davor und so tricklekt das nach unten und wir schippen jede Woche eine neue Version. Das sind neue Agents, neue Skills, neue Trainings. Das was wichtiger ist, ist weniger das was wir schippen, sondern dass wir versuchen eine Organisation wie ein Produkt zu betrachten und eine Organisation wie Accilium wie ein Produkt zu entwickeln. Mit einer hohen Kadenz wöchentlich. Und wir halten das jetzt durch. bin mega stolz auf das Team schon seit mehreren Monaten. Wir sind jetzt bei 3.0.2. Also hatten gerade ein Major-Release vor uns. Und dieses Website ist zum Beispiel so ein Output. Also es hilft uns einfach, anders zu denken. Weil wir einfach

Jakob Steinschaden: Hm.

Peter Allan: die Art und Weise, wie wir Wertschöpfung erbringen, bei uns verändert haben. Und...

Clemens Wasner: Ja,

Peter Allan: Das pointe

Clemens Wasner: vielleicht einmal, dass ich mit einer Zwischenfrage reingritschen darf. meine, die meisten unserer Zuhörenden haben jetzt nicht ihr eigenes Startup oder sind in einem Startup tätig. Und wir haben sehr oft nämlich jetzt insofern die Situation, es gibt natürlich unglaublich viele Beispiele mit Startup-Adcouns, da veröffentlicht CARTA regelmäßig Zahlen dazu. Die sind jetzt aber nicht unbedingt übertragbar auf Corporates oder SMEs oder White-Color-Professionals. also Dienstleister und Co. Und was ich jetzt zum Beispiel im Start-up-Bereich schon sehe, sowohl im eigenen Unternehmen als auch wenn ich an die AI-Landscape-Companies denke, das Carta hat letztes Jahr Mitte des Jahres, also im Sommer, eine Studie herausgebracht, wo sie gesagt haben, Headcount in Seedstage ist circa die Hälfte von dem, was das mal war, also quasi 5 bis 6 anstatt von 10 bis 12. Bei Series A sind es noch immer 30 bis 40 Prozent weniger. Und wenn ich mir jetzt mit sehr vielen Start-ups regelmäßig im Austausch. Ja, das stimmt, du hast massiv mehr Solo-Founder, hast viel mehr Seat-Strapping, die Teams sind kleiner geworden, die Round-Sizes für Human Intelligence sind geringer geworden, dafür aber für Chips und Tokens halt dementsprechend massiv mehr. Aber wie drückt sich das jetzt eigentlich, also wie siehst du das bei euch in der professionellen Dienstleistung? Siehst du auch, dass du eigentlich mehr Output mit weniger Leute generierst? Oder ist es so, dass du mit dieselben Leuten neue Produkte und Dienstleistungen hast, die dementsprechend einen höheren Tagsatz oder wie immer auch das Abrechnungsmodell ist rechtfertigend?

Peter Allan: Ja, das Abrechnungsmodell, also für uns in der professionellen Dienstleistung ist es durchaus eine Herausforderung, das zu preisen. Viele Kunden könnten auf die Idee kommen, ihr könnt mehr Output produzieren oder ihr seid effizienter, muss der Preis geringer werden. Das Argument ist eigentlich falsch, wenn der Output in der selben Zeit einheitlich erhöht. Da müssten eigentlich die Raten, zumindest wenn man es nach Zeiten misst, teurer werden, weil ein AI-enabled consultant ihnen mehr Impact bewirkt. Das ist auf der einen Seite ein bisschen ein Sellingthema, ein Storytellingthema. Ich glaube generell, nachdem die Korrelation zwischen investierter Zeit und generierten Output zerbricht, ist Zeit für Geld verkaufen, was wir in der Beratung bis jetzt immer gemacht haben, sowieso keine gute Messeinheit mehr, abzurechnen für die Zukunft. Also das ändert sich, das wird sich sicher stark verändern. Am Ende des Tages sind wir natürlich auch nicht isoliert in den Markt. Wir sind aktuell auch nicht in einem Zumindest in Österreich und Deutschland in einem sehr sprudelnden Markt. heißt, der Beratungsmarkt ist de facto übersättigt und reitet den AI-Hype, also am Markt setzt sich eher durch, dass unsere Konkurrenten alles sagen, wir können jetzt günstiger sein durch KI. Und das dementsprechend so auch zu platzieren und da die Gegenposition einzunehmen, auch wenn sie faktisch richtig ist, ist oft gar nicht mal so einfach.

Jakob Steinschaden: Ich stelle mir vor, es wahrscheinlich auch schwierig ist, Kunden zu gewinnen, weil viele wahrscheinlich sagen, na gut, also bevor ich jetzt ein teures Beratungshaus engagiere, jetzt werfe ich selber mal den Agent an und frage den mal, was der mir redet. Und möglicherweise kommt auch was Sinnvolles dabei raus. Wie geht es dir damit Also wie muss

Peter Allan: Mh.

Jakob Steinschaden: man dann den Kunden argumentieren? Kann schon sein, dass du Cloud bedienen kannst, aber wir können halt etwas, was der Karriereagent nicht kann.

Peter Allan: Ja, interessanterweise bis jetzt am Markt sieht man ja noch relativ wenig, also die großen Corporate Kunden. Da gibt es ja ein Cloud vielleicht privat verwenden und auch ein wenig e.i. Pilzin, vielleicht die einen oder anderen Development Teams, aber by and large und wir sind bei vielen DAX und ATX gelisteten Unternehmen unterwegs, sprechen wir immer noch von Copilot Chat oder selbstgestrickten AI-Harnesses, die übers Internet veröffentlicht werden. Natürlich werden, verwendet man viel, eben Fragen zu stellen und wo man jetzt vielleicht früher einen Berater gefragt hätte, erste Einschätzung oder erste Analyse. Aber im Wesentlichen ist interessanterweise noch relativ wenig davon angekommen, womöglich gesagt wertschöpfende Beratungstätigkeit wird beim Kunden durch Agenten erledigt. Unsere Hypothese ist, es zumindest einen Squeeze geben wird bei Beratungsfirmen, die ein starkes Commodity-Produkt anbieten. Also wenn ich sage, ok, ich Helft Kunden im Projektmanagement, sie zu wenig Kapazität haben. Also all diese Beratungsprodukte, die werden extrem stark unter Druck kommen, wenn nicht mittelfristig verschwinden. Spezialisierung wird auf jeden Fall mehr wert werden, weil wenn ich dann die Idee habe und mir KI eigentlich den Mund wässrig gemacht hat, was ich tun könnte, dann stehe ich immer noch bei einem gewissen Punkt an, wo ich externe Beratung brauche in der Umsetzung. Also Spezialisten werden definitiv profitieren.

Jakob Steinschaden: Und was mich auch noch interessieren wird, ist Unternehmen, wollen natürlich KI einsetzen. Jetzt gibt es am Markt unterschiedlichste Lösungen. Man kann zu Open AI gehen, man kann zu Entropic gehen, man kann europäische Anbieter wie Mistral oder eine andere Neo Cloud bemühen. Wohin geht da der Trend? Weil de facto ist es schon so, dass ein Unternehmen, sobald es diese Systeme einsetzt und dann auch jeden Mitarbeiter zur Verfügung stellt, man schickt halt eins zu eins seine Unternehmensdaten direkt zu diesem KI-Ambitor hinüber. Und es mag sein, dass es diesen Toggle gibt, wo man sagt, na bitte die Daten aber nicht fürs Training des nächsten Modells verwenden. Nichtsdestotrotz weiß man ja, die Daten landen ja quasi, jetzt vereinfacht gesagt, im Plane-Text auf den Servern und natürlich werden sie analysiert. Es gibt ja diese Fälle von Chat-GPT oder Entropic-Usern, die dann der Polizei gemeldet werden, weil sie dann bestimmte Dinge in die Chats hineinschreiben und sie denken sich, na das ist eigentlich nur für mich sichtbar, aber tatsächlich schlägt dann irgendwo der Alarm an und dann sichtet ein menschlicher Mitarbeiter bei diesen Unternehmen diese Chats und sieht dann, dass da jemand hineingeschrieben hat, fall kürzlich in den USA, ich geh mal rüber zum Sheriff Büro und fang eine Schisserei an, also das wird sofort gemeldet. Was mir sagt, dass eigentlich alles, was da eingegeben wird, gescreen werden muss. Wie sollte man es sonst finden? Also die berühmten Nadeln im Heuhaufen. Aber wie geht man als Unternehmen damit Muss man sich darauf einlassen und sagen, so ist es halt? Oder geht der Trend dahin, dass alle wieder das On-Premise am liebsten bei sich im eigenen Keller hätten?

Peter Allan: Also die Souveränität Debatte und die Datenschutzdebatte, die wird natürlich stark geführt. Die meisten Unternehmen aktuell, also was für die meisten Unternehmen wirklich ein No-Go ist, ist, es die, allem in Europa ist, wenn diese European Privacy Boundary nicht eingehalten wird, dass es jetzt auf Servern außerhalb des Hauses verarbeitet wird, daran haben sich eigentlich die meisten gewöhnt. Die Debatte in den Medien führt interessanterweise zu eben genau solchen Vorkommen, dass sie sich mit KI schwer tun, aber mit M365 und Outlook nicht. Aber das Outlook von jedem, auch in der öffentlichen Verwaltung sehen wir das viel, aber auch in privaten Unternehmen im Wesentlichen sind sie entweder ein M365-Shop und ein paar gibt's, die halt vielleicht in Google Workspace Kunden sind. Aber ohne ein Lesen aller E-Mails und Indexieren der Mailbox würde eine Outlook-Suche auch nicht funktionieren und sie würde auch am Handy nicht funktionieren. Von daher, dass die Daten dort nicht nur gespeichert werden, sondern auch verarbeitet werden, Services zur Verfügung zu ist eigentlich ganz normal. Und die meisten Kunden können damit eigentlich auch ganz gut umgehen, solange sie wissen, dass diese European Data Boundary eingehalten wird. Das funktioniert eigentlich gut im Microsoft Umfeld und in Foundry fallen mit GPT Modellen auch bis Astra, also überhaupt kein Problem. Entropic ist ein bisschen schwierig, weil es im Microsoft-Ecosystem auf Azure kein europäisches Hosting gibt. Da muss man auf AWS mit Bedrock eine Lösung wählen, die aber halt weiter weg ist von dieser Office-Lösung. Man hat im Prinzip so mehrere Gruppen. sehen in Unternehmen wirklich Unternehmen, die Entwicklungsabteilungen haben. Die sind natürlich viel flexibler. Also die können sich mit allen Frontier-Modellen eine souveräne europäische Cloud-Lösung aufbauen. Im Office-Bereich, im Office-Segment ist es schwieriger. Da setzt man in erster Linie auf Microsoft und ist eigentlich ... eher noch langsam unterwegs. Das On-Prem-Thema ist glaube ich für die wenigsten, also ich glaube es gibt schon ein paar, die diesen Wunsch haben, in der öffentlichen Verwaltung, den großen Rechenzentren wird das auch zur Verfügung gestellt. Es ist halt, erstens muss man an die Jibs kommen, das wirklich jetzt scale zur Verfügung stellen und Für die meisten Unternehmen rechnet sich das einfach nicht. Wenn die Chips nur von 9-5 Uhr, wo die Mitarbeiter im Büro sitzen, ausgelastet sind und die anderen 16 Stunden des Tages nichts zu tun haben im Rechenzentrum, dann sind die Cost to Surf einfach so groß.

Jakob Steinschaden: Na gut, da könnte man heute die KI-Agenten über Nacht laufen lassen. Das Problem gibt es ja nicht. Aber ich glaube, durch diese KI-Agenten ist es ja umso teurer. Man braucht ja viel Leistungsfähigere und mehr Chips, das machen zu können. Das ist halt für das durchschnittliche Unternehmen wahrscheinlich nicht mehr leistbar, wenn man sich vor zwei Jahren noch gedacht hat, damit meine Mitarbeiter intern so einen Chat verwenden können, dafür reicht es. Aber für so umfangreiche Aufgaben ist es dann wahrscheinlich too much.

Peter Allan: Ja, ist das selbe Argument für die Cloud. Das eigentliche Argument für die Cloud war ja nicht, und das war auch die Idee der Cloud-Revolution, ich muss das Rechenzentrum nicht selbst betreiben, sondern die Eigenschaft, dass Cloud-Leistung elastisch ist. Das heißt, ich kriege so viel, wie ich brauche zu dem Zeitpunkt und dann zahle ich per use und dann gebe ich sie zurück, wenn ich sie nicht mehr brauche. Und die Elastizität von ist im Bereich der künstlichen Intelligenz noch viel wichtiger. Und von daher ist eigentlich dieses Argument, die Instruktion zu poolen in einer Cloud gegebenenfalls, ich kann mir ganz gut vorstellen, dass wir, wenn wir zum Beispiel sagen, wir haben eine rein europäische Cloud, dass wir solche Tier-Services sehen, dass die Tokens in der Nacht günstiger sind wie am Tag, weil die europäische Cloud ja keine Kunden rund die Welt versorgen kann. Wenn die Ressource immer einem Inhalt geparkter ist und weiterhin constraint ist, dann werden flexible Fighting Modelle das abfangen. Und da wird man, wenn man das selbst tostet oder so, wird man so einen extremen Kostenachter haben. Der Kostenvorteil der Cloud wird den Faktor 10 höher sein in Infurance Serving für AI-Dienstleistungen. Ich glaube zwar, dass viele das wollen aus Souveränitätsgründen, aber die Die ökonomische Realität wird einfach dazu führen, dass in großen Hyperscaler-Rechenzentren zur Verfügung gestellt wird.

Clemens Wasner: Ja, wird definitiv spannend, weil eine andere Sichtweise auf das Ganze wäre ja, also wenn du jetzt so fix davon ausgehst, dass 24-7-Agents die Business-Realität werden, dann könntest du ja frei nach Steve Jobs, der gesagt hat, Companies Detect Software Series, Builder on Hardware, könntest du sagen, Companies Detect AI Series, Builder on On-Prem-Compute. Das wäre eigentlich eine logische Ausprägung, dass wenn du von etwas extrem viel hast, klassisches Kompetenzmanagement, dass du das einfach intern halten willst, weil, was weiß ich, schau dir an, an Konzernen, die in Material Science unterwegs sind, weil die halt den Silicon Lab haben, was 247 wirkt, oder

Peter Allan: Ja.

Clemens Wasner: ein Procurement Agent, der global tätig ist, usw. usf. Aber das macht es eigentlich, finde ich, auch gerade so spannend. Ich weiß nicht mehr von wem dieser weiße Spruch stammt, aber das Problem mit der Zukunft ist, dass sie noch nicht passiert ist. Deshalb ist es schwer vorherzusagen. Aber so fluide wie aktuell, finde ich, es überhaupt noch nie. Also

Peter Allan: Ja.

Clemens Wasner: wie das erste iPhone kommen ist, es da eigentlich relativ gut absehen können. Ja, cool, jetzt werden alle Leute Mails haben und das wird sehr viel ändern und so weiter. Du wirst Business-Apps drauf laufen haben. Aber AI ändert sich gefühlt alle drei Monate sehr grundlegend.

Peter Allan: Wir bekommen auch viele Fragen und diskutieren auch viel mit Kunden, wie sie sich positionieren sollen. Das von dir erwähnte Thema, weil in dem Fall ist es ja jetzt vielleicht nicht Wertschöpfungstiefe, aber was lagere ich aus im Bereich meiner AI-Infrastruktur und was lagere ich eben nicht aus, die wird viel diskutiert. Ich sage zu den Kunden aktuell, ich würde Model und Harness flexible sein. Also das Lock-in-Game, was die Cloud-Provider gemacht haben, die Cloud-Provider waren am Anfang clever, sie haben zuerst Open-Source-Lösungen zur Verfügung gestellt, dann haben sie günstigere, eigenentwickelte Lösungen, eine eigene Datenbank mit eigenen Schnittstellen, dass die Kunden dorthin wechseln, dass sie nicht mehr weggehen können. Bei den EILabs sieht man das, eben so ein Dots. Also gerade Harnesses oder Agents, wo alle Komponenten eines Harnesses und vor allem diese Memory Komponente in einem proprietären Protokoll auf den Servern sind, dass die Switching Costs hoch sind, das ist gefährlich, weil heute sagt man, die Hyperscaler haben meine Daten in Zukunft, die Hyperscaler haben meine organisatorische Expertise in einem proprietären Format auf deren Server. Ich kann nicht mehr wechseln. Und wenn man jetzt sagt, okay, Harness und Model Flexible heißt, die Agenten selbst bauen, vielleicht auch Teile des Harness selbst bauen, auf Open Source Standard setzen und mit einem Router Modelle entsprechend auszutauschen, auszuwählen, gibt mir die Möglichkeit, eigentlich diese Skaleneffekte zu nutzen, schnell zu sein, Frontier-Modelle zu verwenden und gleichzeitig nicht das Risiko einzugehen, dass ich mich da komplett abhänge. Das ist jetzt aber eine sehr heiße Diskussion aktuell mit CIOs in den Unternehmen.

Jakob Steinschaden: Absolut, also ich stelle mir das ein wenig vor wie so Open Router für Dummies oder für Organisationen, wo ich mir das nehme und dann je nach Bedarf oder Lust und Laune halt dann die Models switchen kann, eben nicht eben die Abgängigkeit zu geraten und quasi so diese Memory, die sind halt dann bei mir direkt gespeichert, also da handelt es sich ja nicht einen Terabyte an Daten, sondern das ist ja bewältigbar und von dort hole ich mir dann die KI-Modelle rein.

Peter Allan: Genau, das ist eben auch Prinzip, wie wir es intern machen. sind im Wesentlichen umgestiegen von irgendwelchen Notizbüchern zu GitHub in unserem Projektmanagement. unsere Memory-Komponenten, auch die Architekturen werden in-house bei uns entwickelt und in offenen Standards gespeichert. Weil wir glauben, dass das für uns eigentlich ein Kernknow-how ist, das wollen wir nicht außer Haus gehen. Wir nutzen sowas wie Cloud Agent SDK überhaupt nicht, auch wenn wir Cloud extrem viel verwenden. das ist einfach... Und dadurch ist auch die Website entstanden. Durch das Gedankenspiel, wo wir eigentlich gesagt haben, was ist eigentlich die Website der Zukunft? Also die Website heute in vielen Unternehmen ist ein WordPress-Site oder irgendein anderes CMS-System. Auch wenn es Open Source ist und ich sage, die Website der Zukunft ist eigentlich nur ein Markter und Wiki, was eben in GitHub lebt und ein Update der Website ist nicht mehr ein Intern, der sich durch das Backend klickt und viel Copy und Paste macht, sondern einfach ein Pull Request in ein Repository. Und wie wir es dann umgesetzt haben, ist es So klar, wenn wir ein wesentliches Update der Website machen wollen, extrem viele Informationen trifft, ist das eigentlich nur ein Prompt. Der Agent macht einfach einen größeren Pull Request. Und unsere Website surft in jeder erdenklichen Sprache zur Laufzeit. Diese Multisprachen, CMS-Systeme, all diese Probleme, die man versucht hat zu lösen, lösen sich in Luft auf. Aber man muss einfach die Offenheit haben, solche Probleme ganz anders zu denken.

Jakob Steinschaden: Absolut, also das geht schon stark in Richtung KI Modell als Betriebssystem des Unternehmens. Lieber Peter, war uns eine Ehre und Freude, dass du heute bei uns zu Gast warst. Super Einblicke in das Business, letztendlich mit KI Agenten und Co. Und ja, bedanke mich auch beim Clemens wie immer für die tolle Co-Moderation und freue mich schon auf nächste Woche.

Clemens Wasner: Sowieso, bleibt spannend. Ich frage mich auch gerade, wie lange wird es dauern, bis wir tatsächlich mal den Agent, also quasi das Betriebssystem von einem Unternehmen einladen. das wäre, wenn du das extra polierst, müsste es schon drin sein in den nächsten zwei Jahren. Das würde mich überhaupt nicht wundern.

Peter Allan: Ja.

Clemens Wasner: No pressure, Peter, aber schauen wir mal.

Peter Allan: Ich gehe einfach so, genau. Man muss einfach anders denken. Der Agent arbeitet nicht in der Laufzeit der Organisation, sondern der Agent ist die Laufzeit. Und let that

Clemens Wasner: Ja.

Peter Allan: sink in und das wird viel feinern. Aber danke für die Einladung, echt extrem viel Spaß gemacht. Immer wieder gerne mal.

Clemens Wasner: Jupp, danke, bis bald,

Jakob Steinschaden: Danke, bis dann.

Peter Allan: Bis dann, ciao!

Clemens Wasner: ciao!

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