
Was KI kann - mit Florian Zsifkovics· Staffel 1· Folge 24
KI-Blase: Die Wall Street wettet schon auf Pleiten
Mittwoch, 21. Oktober 2026 · 39 min
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Shownotes
In dieser Folge spreche ich mit Furkan, Krypto- und Finanzmarktanalyst von CoinCheck TV, darüber, wie riskant die KI-Blase wirklich ist. Die großen Cloud-Konzerne investieren heuer rund 700 Milliarden Dollar in Rechenzentren und leihen sich dafür zunehmend Geld, Google sogar mit einer Anleihe über 100 Jahre. Furkan hält genau das für das größte Risiko, weil die Hardware in diesen Rechenzentren vielleicht schon nach fünf Jahren veraltet ist. Er erklärt, warum Profis an der Wall Street inzwischen auf Pleiten von KI-Firmen wetten und warum die Rekorde an der Börse an wenigen KI-Konzernen hängen. Außerdem geht es um die Zinsen in den USA, die laut Furkan trotz Druck von Donald Trump kaum sinken können, und um Stablecoins (an den Dollar gekoppelte Kryptowährungen), die zu wichtigen Käufern von US-Staatsanleihen geworden sind. Und er sagt, was das alles für Bitcoin heißt und warum er den Vergleich mit der Dotcom-Blase für unpassend hält.
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Bei OpenAI werden Mitarbeiter vom FBI verhört und damit herzlich willkommen zurück zu Waskell kann. Mein Name ist Florian Zifkowitz, aber nicht nur bei OpenAI geht es heiß her, sondern auch auf den Märkten. Und mein heutiger Gast, den freut mich wirklich besonders, weil ich ein jahrelanger Zuhörer bin, ist der liebe Furkern.
Lieber Furkern, herzlich willkommen.
Hi Flo, danke für die Einladung.
Und es gibt ja, glaube ich, kaum einen anderen, der sich so intensiv mit Märkten und Krediten beschäftigt wie du im deutschen Sprachraum. Und ich freue mich aufs Gespräch.
Ja, ich mich auch. Es gibt einiges zu besprechen, glaube ich, was das Thema betrifft.
Aber bevor wir wirklich reingehen, Furkan goes Mainstream, kann man so sagen. Du warst jetzt vor kurzem an der Frankfurter Börse. Wie war das Erlebnis?
Ja, war cool. Also es war schon immer mal auf meiner Bucketlist. Schon länger, dass ich mal einmal ein Fernsehinterview machen darf und wurde dann eingeladen zu NTV, durfte so ein bisschen über die aktuelle Bitcoin und Krypto-Steuerthematik sprechen, Tokenisierung und ja auch generell Regulatorik. War eine coole Erfahrung, ja, für Mainstream, dass man da auch eingeladen wird, ist auf jeden Fall etwas, was auf jeden Fall auf meiner Backelist stand.
Wie anders ist es, als auf YouTube zu sprechen, plötzlich in so einem professionalen TV-Studio zu sprechen.
Es ist immer anders, in eine Kamera zu sprechen, als jetzt irgendwie Face-to-Face. Das merke ich auch, wenn ich irgendwie auf Konferenzen bin oder so und da irgendwie spreche. Es ist immer anders, wenn Leute vor einem stehen, aber ich bin ja jetzt zehn Jahre in diesem Markt aktiv und mache da auch ein paar Jahre schon jetzt irgendwie auch im physischen Umfeld, sage ich mal, so Interviews und das klappt auch ziemlich gut.
Aber ja, ist auf jeden Fall out of the comfort zone. Das kann man auf jeden Fall schon sagen. Also ich war auch schon vorher ein bisschen nervös, muss ich sagen.
Aber merkst du irgendwie einen Schwung gerade, weil irgendwie merkt man ja, dass die Legacy-Medien langsamer oder sicher Probleme bekommen, immer mehr. Und dass sie jetzt eben auf erfolgreiche Content Creator oder zurückgreifen?
Ja, auf jeden Fall. Das ist auf jeden Fall ein Trend, glaube ich. Es gibt auch immer mehr Krypto-Formate oder Bitcoin-Formate. Auch der Aktionär hat ja ein Format, NTV hat, das ist ja auch ein Format, wo ich jetzt da war, was auch regelmäßig kommt alle paar Wochen, wo die dann verschiedene Experten einladen.
Ist auf jeden Fall, glaube ich, auch Sinn und Zweck der ganzen Geschichte, dass sie da auch ein bisschen ihre Zielgruppe erweitern. Weil ich glaube, ja, so lineares Fernsehen gucken ja nicht mehr so die meisten. Wer schaltet noch den Fernseher ein? Und da lohnt es sich vielleicht für die da ein bisschen so die Zielgruppe zu erweitern, das stimmt.
Aber was man auch erweitern muss, sind, glaube ich, die Frontier-Labs, weil die kriegen langsam aber sicher Probleme, wenn ich das richtig verstehe und deine Videos richtig interpretiere.
Kommt drauf an, was du genau meinst mit Problemen und wer genau vor allem.
Naja, wenn die KI, wie ist das mit der Kreditsituation, ganz naiv gefragt.
Ja, also im Prinzip, wenn man jetzt über den KI-Sektor spricht, das ist ja jetzt nichts Neues. Vieles wird über Kredit und ein Großteil über Kredit jetzt aktuell finanziert, vor allem die Rechenzentren. Und vor allem auch über eine sehr lange Laufzeit wird da sehr viel Kapital aufgenommen. Dieses Jahr knapp 700 Milliarden, nächstes Jahr soll es über eine Billion dann gehen.
Die Hyperscaler investieren so wie noch nie und ziehen halt auch Kapital an. Und was man halt jetzt gerade merkt, und das war sozusagen mein letztes KI-Video zu dem Thema, und zwar, dass halt an der Wall Street die professionellen institutionellen Anleger und Trader halt auch inzwischen auf KI-Insolvenzen betten.
Also das sieht man ja an den sogenannten CDS-Credit-Default-Swaps, also wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kredite eben nicht mehr bedient werden können. Es ist jetzt nicht so, dass das irgendwie ein Basissszenario wäre von der Wall Street, dass jetzt irgendwie Alphabets, Google, Meta, wer auch immer da pleite geht, also die Hyperscaler, die ganz großen, die haben ja auch sehr viel Eigenkapital.
Aber als Ganzes, wenn man das betrachtet, ist das natürlich immer ein größer werdendes Risiko, weil immer mehr auf Pumpe läuft, auf Kredit läuft und vor allem in einer Phase, wo die Zinsen immer weiter nach oben gehen. Das ist etwas, was aus meiner Sicht halt beobachtet werden muss. Das hat weitreichende Folgen, nicht nur an den Märkten, aber auch beispielsweise für die USA selbst.
Und ja, man sieht einfach dieses Verhalten, dass inzwischen beispielsweise SpaceX Staats, äh, äh SpaceX Unternehmensanleihen auf 85 Cent pro Dollar getradet werden. Also im Prinzip so wie Ramsch-Anleihen. Offiziell ist das Ganze noch wie beziehungsweise bewertet kreditwürdig, aber das wird gehandelt wie Ramschanleihen teilweise, weil einfach das Risiko da ist und die entsprechenden institutionellen und die Wall Street Trader da so auf, ja, sich absichern zumindest, um auch dieses Risiko auch selber sehen.
Ja, was halt unter anderem passiert, Google hat das erste Mal oder Alphabet halt ja das erste Mal ihre kompletten Cash-Reserven verbrannt. OpenAI baut sowieso nur auf Pump, Entropic nicht viel anders. Es ist, und dann ist ja auch irgendwas in Südkorea passiert, wenn ich dich richtig verstanden habe.
Ja, ich glaube, jetzt in den letzten Wochen merkt man schon, dass eben diese, was heißt Skepsis, aber die Vorsicht wieder zurückkommt so ein bisschen in den Markt. Wir haben in den letzten Wochen und Monaten eigentlich eine komplette Euphorie. Es gab zwar zwischenzeitliche Korrekturphasen im Markt, aber dieses Thema beschäftigt jetzt immer mehr Leute.
Wie lange kann das gut gehen, das so schnell, so in diesem Maße auf Punkt zu machen? Auch diese Laufzeitthematik ist ja immer dann ein Thema. Also die nehmen dann Schulden auf für teilweise zehn Jahre, ich glaube, Alphabet hat einen Rekord geworden, hundertjährige Staatsanleihen ausgegeben, also Schulden über 100 Jahre aufgenommen und die Hardware, die Rechenzentren, ja wann sind die denn veraltet?
Sind die vielleicht schon in fünf Jahren veraltet und dann muss man schon wieder neue Hardware reintun, in die Rechenzentren reinbauen, Infrastruktur updaten und muss man dann wieder neue Schulden aufnehmen und wie refinanziert man das Ganze? Ich habe gestern noch eine Analyse darüber geschrieben, dass auch Hochrechnungen gibt, dass bis 2032 der KI-Sektor 3,7 Billionen US-Dollar an Umsatz machen muss pro Jahr, damit sich halt diese Kreditwerte rechnet.
Das wären zum aktuellen Zeitpunkt 10% der US-Wirtschaftsleistung. Ist das realistisch? Ist das machbar? Auf jeden Fall. Also wir sehen ja, das begleitest du ja vor allem auf deinem Kanal noch stärker, wie KI auch in unserem Alltag Platz einnimmt und Sachen ersetzt und effektiver, produktiver macht. Aber es ist auf jeden Fall eine große und heftige Wette.
Man muss aber aus meiner Sicht aber auch trotzdem unterscheiden. Ich glaube, da gibt es halt so drei Ebenen. Die fünf großen Hyperscaler, unter anderem Amazon, Alphabet, Meta und Codi, die haben, wie gesagt, genug Kapital, dass das Risiko, dass der Hebel nicht so groß ist. Die zweite Ebene sind dann so Unternehmen wie Oracle, wo wir auch schon Projekte eingestampft bekommen haben und gesehen haben, dass da auch gesagt wurde, ja, da wurden Genehmigungen nicht eingeholt und dann ist auch die Aktie abgestürzt.
Und dann ist die dritte Ebene halt die komplett neuen Cloud-Unternehmen, die da jetzt kleiner sind und auch noch weiterhin noch größeren Hebel haben. Ich glaube, am Rand ist es deutlich gefährlicher. Ich glaube, im Kern sind die Unternehmen schon stark genug, dass da jetzt nicht kurzfristig irgendwas passiert.
Aber Fakt ist, dass halt genau diese Risiken immer mehr wahrgenommen werden aktuell.
Ja, ich denke, man sieht ja, Oracle ist, glaube ich, um die 40% gefallen seit Anfang des Jahres. Der SpaceX IPO war viel Hype, zwischenzeitlich halbiert gewesen, jetzt erholt sich es wieder. Also ja, es kracht irgendwo. Auf der anderen Seite ist es eine Technologie, die im Verdacht steht, Krebs heilen zu können.
Also wie viel Risiko darf man dafür nehmen? Das ist, glaube ich, die große Frage.
Ja, also das glaube ich, das kann halt keiner. Wird man das jetzt schon beantworten können, dann wäre es ja klar, wo es hingeht, die Märkte würden komplett in die Höhe, also noch krasser in die Höhe schießen. Aber das ist halt so das, was keiner kann hell sehen, keiner kann genau wissen, wie die Produktivität aussieht, ob man wirklich das Geld, was man jetzt dafür einsetzt, die Schulden, die man jetzt dafür nimmt, ob das wirklich am Ende des Tages dann auch wieder zurückkommt durch das, was in der Praxis dann auch umgesetzt wird.
Und das ist, wie gesagt, die große Wette, die aktuell da getroffen wird. Und ja, Kapital ist aktuell auch nicht günstig, wie gesagt. Wir haben hohe Zinsen und das liegt auch vor allem daran, dass die KI-Unternehmen so viel Kapital aufsaugen und entsprechend die ganze Zinslandschaft auch beeinflussen.
Glaubst du, also ich hatte jetzt mehrere Gäste in der Juniorin-Vergangenheit, die meinen, die USA können sich es gar nicht leisten, dieses KI-Wettrennen gegen China zu verlieren, weil sie ihre Vormachtstellung an der Welt einfach verlieren würden.
Klar, also auch geopolitisch ist das natürlich ein Riesenfaktor. Also auch das ist ein Punkt, wo man sagen kann, okay, wer kann da mehr Hebel in die Hand nehmen und deswegen sehen wir auch dieses Wettrennen. Ich glaube aber auch, so wie du schon sagst, dass die USA sich das eben nicht leisten können, wenn die jetzt irgendwie in der ganzen KI-Thematik irgendwie hintendran sind und China da die Vormachstellung bekommen würde.
Weil das ist die Revolution, in der wir gerade stecken, die technologische Revolution, das wird auch nicht morgen zu Ende sein. Und wer da am Ende des Tages dann das Rennen gewinnt, der wird halt die Macht auch haben. Also sowohl auf Unternehmensebene. Ich bin der Meinung, es wird nicht wie jetzt zehn verschiedene KI-Unternehmen und Chatbots geben, sondern es wird sich auch irgendwann dann, so wie bei vielen anderen Sachen auch, dann irgendwie aussortieren und Unternehmen werden ausgespült und es wird dann irgendwie so ein bisschen mehr zentralisiert, wo halt die Gewinner sind und die haben die Macht und genau auf staatlicher Ebene wird es genauso sein.
Also da sehen wir auch aktuell dieses Wettrennen. Es gibt ja auch immer diese Meldungen, ja, die KI ist zu gefährlich, wir müssen das ein bisschen langsamer gestalten. Dann gibt es stimmen, ja, das ist eigentlich nur vorgeschobener Grund, um ein bisschen da Luft rauszunehmen, um das Rennen so ein bisschen zu verlangsamen, weil vielleicht Amerika auch mit den Unternehmen mit OpenAI vielleicht gar nicht hinterherkommt.
Also es ist ja viel Spekulation, aber das sind auf jeden Fall auch Faktoren, die da absolut eine Rolle spielen, also auch geopolitisch klar.
Ja, jetzt stehen wir ja auch kurz davor vom Börsegang von Enthropic, also das sollte in den nächsten Wochen stattfinden. Und jetzt sind die ersten Analysten auf der Wall Street einfach skeptisch, weil sie sagen, sie sind nicht vom Businessmodell von Anthropic überzeugt. Weil am Ende des Tages, das sehen wir ja irgendwie, immer wenn ein neues Modell rauskommt, gehen alle zum Anbieter mit dem besten mit der besten KI.
Und das wird ja auch noch sehr spannend, oder glaubst du nicht?
Ja, also was ich dabei interessant finde, jetzt unabhängig von Anthropic, das auch beispielsweise OpenAI IPO verschoben hat. Und ich denke mir dann, okay, warum? Also klar gibt es offizielle Gründe, aber eigentlich ist es ja jetzt gerade voll im Hype und die Leute wollen mit dabei sein und ja, auch da gibt es verschiedene Spekulationen.
Ich persönlich, ich habe jetzt auch in SpaceX-IPO nicht investiert und ich werde auch in die OpenAI und Anthropic-IPOs nicht direkt investieren. Also ich bin sowieso am traditionellen Markt nicht so aktiv unterwegs, dass ich irgendwie Stockpicking mache. Ich bin da eher ein passiver Investor. Ich stecke meine Zeit eher bei Bitcoin und den kurzfristigen Trades dann rein.
Aber ja, das ist, wird auf jeden Fall dann aber auch noch ein zusätzlicher Kapitalfaktor sein, wenn diese IPOs kommen, genauso wie bei SpaceX. Das zieht ja dann auch nochmal weiter Kapital an und irgendwo muss dieses Kapital herkommen. Woher holen sich die Leute dann das Geld? Entweder durch Ersparnisse, die es ja eigentlich in dem großen Stile gar nicht mehr gibt, oder verkaufen sie dann andere Assets, um dann bei Anthropic oder bei OpenAI zu sein.
Also da kann es auch natürlich Rotationen dann im Markt geben, zu den IPOs selbst.
Jetzt gab es in den letzten Jahren in Cryptospace war ja Jerome Paul mehr oder weniger eine gottesähnliche Figur. Man hat immer gewartet, senkte die Zinsen, senkte sie nicht. Und jetzt hast du vorhin auch gesagt, die Zinsen werden nicht gesenkt im Moment. Jetzt gibt es einen US-Präsident, der sehr aggressiv auf Zinssenkungen.
Ja, wie soll man sagen? Also er fordert sie. Man kann es, glaube ich, nicht anders umschreiben. Wie siehst du das? Was wird da passieren? Sehen wir jetzt weiterhin, dass Trump da die FED vor sich hertreibt und jedes Mal in einem Rage?
Das kann passieren, also dass er da rumschreit und Leute beleidigt, so wie er es bei Jerome Paul gemacht hat. Aber im Prinzip muss man dafür einfach auch wissen, die FED ist erstmal nicht alleine, also nicht der FED-Vorsitzende entscheidet über die Zinsen, also nicht Kevin Walsh, der ja von Trump dann auch ins Amt gebracht worden ist, sondern da gibt es mehrere Mitglieder und Beamte, die darüber entscheiden dann gemeinsam.
Und was man da zusätzlich nicht vergessen darf, ist, dass die FED die Leitzinsen zwar entscheidet und damit aber nur das kurze Ende, also die kurzen Laufzeiten direkt beeinflusst, was aber viel maßgeblicher ist für den gesamten Markt, für Kreditkosten, für Immobilienkredite, für generell Unternehmensanleihen auch, ist das lange Ende, also 10 Jahre, 20 Jahre, 30 Jahre und das entscheidet der Markt, also die Anleihe, Anleihentrader entscheiden darüber, wie die Zinsen aussehen und würden, das ist so ein bisschen paradox sozusagen in der aktuellen Situation, würde in der jetzigen Situation, und das ist ja das große Problem, wir haben Defizite in den USA, große Defizite, also zu wenig Einnahmen, zu
viele Ausgaben, sehr hohe Zinslast, gleichzeitig eben die hohen Zinsen und vor allem dann gleichzeitig auch noch eine hohe Inflation, die jetzt auch noch weiter steigt in der aktuellen Phase durch den Iran-Konflikt, durch hohe Energiepreise. Also haben wir auf der einen Seite hohe Zinsbelastung, auf der anderen Seite Inflation, was passiert dadurch?
Der Markt preist halt entsprechend diese Risikoprämie am langen Ende ein und fordert einen höheren Zins. Also wenn ich jetzt dem Staat USA Geld geben möchte über zehn Jahre, dann möchte ich natürlich auch entsprechend einen Zins haben, der mindestens mal die Inflation wettmacht und im Idealfall noch mehr.
Und genau das preisen ja die Märkte ein. Und wenn jetzt der Kevin Walsh und die FED jetzt die Zinsen in so einer Situation senken würden, dann würde das Vertrauen noch weiter sinken gegenüber der FED und gegenüber der Unabhängigkeit, weil die Inflation ebenso hoch ist. Und dadurch würden die Zinsen sogar noch weiter steigen.
Und das haben wir auch gesehen, dass beispielsweise, ja, als die Zinsen dann angehoben worden sind, ist der Zins jetzt nicht direkt weitergestiegen, sondern der Markt hat es erstmal positiv aufgenommen. Okay, die wollen wirklich Inflation bekämpfen, weil wenn sie es nicht tun, dann möchten die Leute, die Anleihen kaufen und Geld dem Staat geben, entsprechend noch höhere Zinsen, um da halt die Inflation wettzumachen.
Und das muss man erstmal wissen und deswegen glaube ich nicht, dass die Zinsen irgendwie gesenkt werden in der aktuellen Situation. Das kann sich die FED nicht leisten, dadurch würde das langen Ende noch teurer werden. Und gleichzeitig haben wir aber, wie gesagt, das Problem, dass vor allem der KI-Sektor auch das Geld halt braucht.
Und dann muss man sich aus der Perspektive die Frage stellen, eines Anleihetraders oder Investors, ja, wo gebe ich lieber mein Geld jetzt gerade? Gebe ich es einem Alphabet, gebe ich es lieber ein Meter oder gebe ich es dem US-Staat, wo der Dollar immer weiter entwertet, Inflation weiter hochgeht und ja, jedes Jahr und jeden Monat die Defizite größer werden.
Wir sind ja bei über 40 Billionen US-Dollar in der aktuellen Situation.
Das heißt, die Tech-Unternehmen könnten in einem Alternativszenario sogar die USA fressen, weil sie halt mehr Geld bekommen als der Staat selbst im Sinne.
Ja, in dem Sinne ja, ob die mehr bekommen, das ist dann schon eine ganz andere Größenordnung, aber der Kampf um Kapital ist auf jeden Fall schon im vollen Gange. Also das sehen wir in jedem Fall, dass eben halt auch, wie gesagt, die Leute sich ganz gut überlegen, wo gehe ich lieber rein, stecke ich mein Geld lieber in ein KI-Unternehmen, wo ich weiß, okay, in den nächsten zehn Jahren wird irgendwas damit gemacht und ich kriege eine Rendite raus, eine Dividende raus und das Unternehmen läuft weiter und die machen noch mehr Umsatz und die Anleihen werden sogar vielleicht noch mehr wert.
Und in den Staaten ist es so, dass die Anleihen halt immer mehr an Wert verlieren. Also wir haben ja einen Bärenmarkt bei den US-Staatsanleihen, die es noch nie gegeben hat. Also auf zehn Jahre betrachtet, hat die Anleihe auch sogar eine negative Performance hingelegt zum ersten Mal.
Ja, und dann gleichzeitig haben wir einen vierjährigen Pool Run auf der Wall Street.
Ja, weil eben halt das Kapital auch irgendwo hin muss. Aber es gibt halt da auch, da habe ich auch nochmal ein extra Video zugemacht, wir sind wirklich an so einer Schwelle. Wir sind ja aktuell bei den zehnjährigen Anleihen bei 5,3 Prozent. Und normalerweise ist es ja so, wenn die Zinsen steigen, wird der Aktienmarkt abverkauft.
Jetzt gerade passiert halt das Gegenteil sozusagen beides. Also die Zinsen steigen und der Aktienmarkt steigt. Und da gibt es so eine Analyse, ab welchem Zinsniveau dann wirklich noch mehr Druck gibt. Und da ist für mich vor allem die 6%-Marke sehr relevant. Also über 6% zehnjährige Staatsanleihen würde dann wirklich mal noch zusätzlich Druck auf den Aktienmarkt zusetzen.
Wobei man dann auch sagen muss, das ist ja meine These seit Jahren, die finanzielle Repression. Also dass das vielleicht auch sogar das Gewollte ist, dass man Geld entwertet, weil viele fragen sich ja, oh, das ist ja so ein dummer Krieg da im Nahen Osten, warum kriegen die da keine Lösung hin? Das Einzige, was passiert ist, unabhängig jetzt von den Kriegsfolgen, so jetzt in der Wirtschaft oder im Markt selber ist, dass die Inflation hochgeht und die Energiepreise hochgehen.
Wird man schmerzhaft an der Dankstelle, oder?
Genau, das spürt jeder. Und die Frage ist ja, wie kriegen die Staaten ihr Schuldenproblem in den Griff? Die haben ja versucht, auf der einen Seite die Ausgaben zu senken. Elon Musk kam da ja als prominentes Beispiel dann, hat mit seinem Doge-Departement versucht, Ausgaben zu kürzen. Hat kaum, also hat gar keine Wirkung gehabt.
Also natürlich haben sie was gekürzt, aber in keiner Größenordnung, wie es irgendwie relevant wäre. Auf der einen Seite hat man versucht, ja, Zölle zu erheben, um die Einnahmeseite halt zu erhöhen, hat auch keine Wirkung gezeigt. Also die sind auch viel zu klein, die Einnahmen. Und dann muss man sich die Frage stellen, wie sollen diese Schulden abgebaut werden?
Und da ist die einfache Antwort über Geldentwertung. Also wenn die Inflation höher ist, als das Ziel ist und als es eigentlich sein sollte, dann entwertet man einfach die Schulden und das ist der Ausweg aus diesem hohen Schuldenberg langfristig. Und ich kann mir schon vorstellen, dass das auch eine Rolle da spielt.
Ja, man hat es ja auch eine Zeit lang über den Clarity Act versucht, oder? Habe ich das richtig im Kopf? Dass man eben.
Also generell ist ja, ja, es wurde ja so getan, immer ja, der Trump ist so ein Fan von Bitcoin und von Krypto. Er ist mal sein Fan von eigenen vollen Taschen, das hat er auch schon schön hingekriegt, aber er ist natürlich auch ein Fan davon von den Stablecoins und das hat ja auch einen bestimmten Grund, weil die hinterlegten Dollar bei den Stablecoins, die fließen zum großen Teil in US-Staatsanleihen und dadurch bekommt man eine neue Nachfrage und dieser Zusammenhang ist ja wichtig.
Nachfrage bedeutet, der Zinsfeld irgendwann, wenn wir genug Nachfrage da sehen. Aber, und das in einem Umfeld, wo ausländische Zentralbanken immer weniger Interesse haben. Also China kauft ja schon seit Jahren keine US-Staatsanleihen mehr. Japan hat gar nicht mehr die Möglichkeit, US-Staatsanleihen zu kaufen, weil sie eigene Probleme haben.
Die müssen ihre eigene Währung stützen. Da muss sogar die USA herkommen und Japan jetzt helfen. Und da kommt natürlich sowas wie ein Stablecoin-Markt sehr gelegen. Und da haben wir auch schon 300 Milliarden US-Dollar-Marktkapitalisierung im gesamten Markt. Und der größte mit Tether, die haben ja 140 Milliarden um den Dreh in US-Staatsanleihen und sind damit in den Top 20 der US-Gläubiger.
Also das muss man sich mal vorstellen, dass ein Stablecoin-Unternehmen da inzwischen mehr US-Staatsanleihen besitzt als bestimmte andere Länder weltweit. Also das hätte, glaube ich, keiner sich vorstellen können vor zehn Jahren, dass das so eine Relevanz dann hat. Und der Clarity Act war ein wichtiger Faktor eigentlich dafür.
Ist ja leider gescheitert jetzt Mitte September, vorerst zumindest. Und die Idee war ja, dass man auch die Stablecoins dann entsprechend dann auch ja fest verankert. Aber da hatte der Bankensektor natürlich auch was dagegen. Weil wenn man bei Stablecoins automatisch Zinsen auszahlt, was passiert? Die Leute gehen dann aus dem Bankensektor raus und gehen dann in Richtung Stablecoins und die hatten dann genug Macht, um zu sagen, nee, automatische Zinsen wollen wir nicht.
Und dementsprechend war dieses Thema sowieso nicht mehr so relevant. Aber generell ist, glaube ich, schon im Interesse des Marktes oder des Staates USA, dass der Stablecoin-Markt noch weiter wächst.
Ja, grundsätzlich glaube ich für alle, die Täter nicht kennen, das ist eine 140-Mann-Firma irgendwo in der Karibik, wo keiner so genau weiß, was die wirklich machen. Ja, weiß ich nicht, ob das vertrauensbildernd ist. Muss jeder für sich selbst wissen.
Ja, das auf jeden Fall.
Und beispielsweise, ich glaube in Europa sind sie verboten. Also wenn ich Transaktionen tätige, kann ich nicht mehr so verändern.
Also verboten ist es jetzt nicht direkt, aber es ist auf jeden Fall nicht reguliert. Das heißt, europäische Börsen dürfen USDT nicht anbieten. Aber wir haben mit Circle, also USDC, haben wir auch eine gute Alternative hier in Europa, womit wir auch einen Dollar im Kryptomarkt handeln können, aufbewahren können.
Das ist im Endeffekt das Gleiche, ein bisschen kleiner.
Sind beispielsweise, wer Fußball verfolgt, der neue Trikotsponsor beim FT Chelsea tatsächlich.
Circle, ja. Aber solche Partnerschaften gab es und gibt es ja schon immer eigentlich, wenn man sich anschaut, wie viele Kryptounternehmen oder Stablecoin-Unternehmen auf Sporttrikots sind, auf Arenen oder auf Formel 1-Autos, das ist ja üblich tatsächlich.
Jetzt sehen wir ja, wir steuern auf sehr spannende Zeiten zu, weil was in den USA passiert, betrifft uns alle im Endeffekt. Also besonders wir in Europa sind immer sehr Amerika abhängig. Was heißt denn das dann eigentlich Summa Summarum für ein Bitcoin? Das sind ja eigentlich gute Zeichen, so dramatisch es eigentlich klingt, was ich bis jetzt gehört habe.
Also langfristig gesehen, ich glaube, diese ganze Schuldenproblematik und die daraus folgende finanzielle Repression aus meiner Sicht ist immer gut für harte Assets, für Bitcoin, für Gold, für, aber auch Aktien. Also alles, was Geld aufbewahrt, in dem Fall, wenn Aktien sogar produktiv ist, oder halt ein harte Assets, davon profitiert natürlich genauso eine Unsicherheit und auch ein Vertrauensverlust.
Weil ich glaube, das kriegt man schon mit, dass nicht nur jetzt die Bitcoin-Investoren irgendwie kritisch gegenüber der Zentralbank sind, nicht nur in den USA. Wir sehen ja die gleichen Probleme auch jetzt in Europa, mit Frankreich als bestes Beispiel, wo die Zinsen höher sind als in Italien. Und ich glaube, das ist immer so ein Anlass dafür, dass die Menschen dann auch ja das System so ein bisschen hinterfragen, das Fiat-System mit den Zentralbanken und dann auch irgendwann zu der Erkenntnis kommen, okay, dieses Problem kann nicht einfach so gelöst werden.
Es wird immer Geldentwertung geben. Die Frage, die man sich immer dann anschaut, ist die Geschwindigkeit der Geldentwertung. Und ich glaube auch, dass irgendwann ein Schmerzpunkt dann erreicht ist, dass dann auch der US-Staat selber eingreifen muss und dann eben halt auch die Zinsen drückt, also die eigenen Anleihen dann auch zurückkauft irgendwann.
Natürlich ist es jetzt gerade noch ein bisschen weiter entfernt. Wie gesagt, die Inflation ist hoch, aber ich glaube am Ende des Tages, wenn die sich entscheiden müssten, lassen wir das ganze System jetzt gegen die Wand fahren oder lassen wir einfach den Dollar noch stärker entwerten, dann werden sie auf das zweitere gehen und ich glaube, genau darauf laufen wir halt zu.
Und wir sehen die ersten Schritte auch. Also diese Ankündigung vom US-Finanzminister Scott Bessent, der hat das ja vor einem Monat angekündigt, ja, wir kaufen jetzt eigene Staatsanleihen nochmal verstärkter zurück. Das ist einfach nur ein Signal dafür, unsere Schmerzgrenze ist erreicht und wir wollen jetzt hier reagieren.
Diese Summe spielt eigentlich keine Rolle in so einem großen Markt, aber diese Signale werden halt vom Markt aufgenommen. Und am Ende des Tages geht es immer um den Realzins. Also Zins minus Inflation. Und da gibt es sozusagen zwei Wege, wie es positiv für Bitcoin oder auch alle anderen harten Assets werden kann.
Und zwar entweder die Inflation geht noch weiter höher, sodass der Realzins fällt, oder die Zinsen fallen halt. Und ich glaube, beide Szenarien sind halt schon realistisch in der aktuellen Situation.
Ja, dann, also ich sehe halt, wenn ich dir so zuhöre, dass die USA ganz dringend eine kluge KI brauchen, die ihnen dabei hilft, aus dieser Situation rauszukommen. Weil das ist ja wirklich alles nur nicht einfach zu entscheiden. Ich lese ja auch manchmal beispielsweise, dass es einen Schuldencut einfach geben soll.
Dass man ja anscheinend auch einfach sagen kann, so, puff, Schulden weg.
Also das ist tatsächlich sogar in Frankreich von den Linken gefordert worden, jetzt in der aktuellen Situation. Also haben wir auch auf jeden Fall so gefordert worden, weil eben sie halt ihre Schulden nicht mehr in den Griff bekommen und die Defizite halt zu groß sind. Aber was würde passieren, wenn wirklich sowas kommt?
Dann würde ja das Vertrauen von einem Tag auf den anderen Tag komplett wegbrechen. Ich glaube eher, das wird so ein langsamerer Prozess, sodass halt auch die meisten Menschen gar nicht davon mitbekommen. Natürlich kriegen sie, wie du schon sagst, an der Tankstelle mit, es wird alles teurer und beschweren sich, aber ändern tun die meisten sowieso nichts und können ja auch nicht viel tun.
Die meisten leben von der Hand in den Mund, weil sie es einfach auch nicht anders machen können und da gar nicht anders irgendwie sich positionieren können, sozusagen. Aber ich glaube, so ein Schuldenschnitt, das wird einen großen Knall mit sich bringen. Das ist, das ist sozusagen der Notausgang und das ist sozusagen der letzte Schritt, aber das würde bedeuten, die Währung an sich ist dann sozusagen kaputt, wenn man so einen Schritt dann geht und einen Schuldenschnitt macht, weil ja, das muss man irgendwie argumentieren und das Vertrauen wäre dann von einem Tag auf den anderen komplett weg.
Ja, ist halt, ich denke mir alternativ, halt, wir sind jetzt, glaube ich, beide alt genug, um zu, wo es von einer Währung in die andere ging. Da wurde ja sehr viel versprochen und irgendwie, ja, das mit den Fiat-Games geht sich halt irgendwie offenbar nicht aus.
Nee, also es wird immer so bleiben. Also ich glaube, es gibt ja auch kein Beispiel, wo irgendwie eine Pferdwährung aufgewertet hätte. Es gibt eine Währung vielleicht, die besser hält als die andere, aber am Ende des Tages entwerten alle Pferdwährungen und laufen langfristig gegen Null.
Auf die Schnelle würden mir der Schweizer Franken einfallen, weil der ist, glaube ich, stärker geworden.
Ja, aber auch langfristig hat der Schweizer Franken an Wert verloren. Also der kann natürlich kurzfristig an Wert gewinnen, aber auch nur an Wert im Vergleich dann zum Dollar vielleicht. Aber nicht in sich selbst. Also auch in der Schweiz gibt es Inflation.
Das heißt, eigentlich sollten sich Staaten langsamer sicher halt, dass mit Gold hat man ja aufgegeben. Aber es wäre wahrscheinlich an der Zeit und da hat der Donald Trump eigentlich viel versprochen, damals 2024 in Nashville, man sieht jetzt herzlich wenig davon, was er gesagt hat, dass also Bitcoin als Stadt als nationale Reserve gehalten würde.
Wird das helfen, deiner Meinung nach ein Stück weit, dass man diesen Sailor Weg kriegt?
Also erstmal war es für mich keine große Überraschung, dass jetzt irgendwie die Bitcoin-Reserve nicht kommt. Also ich glaube, das war echt nur Wahlkampf und Stimmfang. Ich glaube, es wird natürlich irgendwo helfen, wenn irgendwo eine Pferdwährung zu einem gewissen Teil vielleicht zumindest irgendwo mit irgendwas Werthaltigem gekoppelt ist.
Ich glaube aber der erste Schritt davor ist noch vielleicht die Anleihen selbst irgendwie mit was Werthaltigem zu hinterlegen. Und da frage ich mich, ob das wirklich Bitcoin sein wird im ersten Schritt. Ich glaube dann eher auch, dass Regierungen eher dann auf Gold setzen erstmal. Das wäre, glaube ich, so der erste Schritt.
Aber das sind natürlich Lösungen und Gedanken, die so eine Währung dann auch stützen können, wenn hinter Anleihen oder hinter der Währung selbst dann auch irgendwas hinterlegt ist und nicht wie heute einfach Versprechen gemacht werden, gesagt wird, okay, wir sind hier als Staat, als souveräner Staat, wir haben genug Wirtschaftsleistungen, unser BIP wächst, wir sind besser als die Inflation und das klappt halt heutzutage leider nicht mehr.
Okay, aber gleichzeitig haben ja die USA sogar eine Käsereserve. Ist das so, davon wusste ich nichts. Diese, die Horten-Edelkäse. Dann kann man Bitcoin eigentlich theoretisch auch als Reserve halten, wenn man schon Käse halten kann. Also Elon Musk hat sich die damals tatsächlich angeschaut, wie dieser Doscho-Offizier oder was auch.
Dann wird es auf jeden Fall zeigen. Es gibt ja im Prinzip ja auch schon eine Bitcoin-Reserve, die gibt es, aber das sind alles nur beschlagnahmte Bitcoin. Aber ich glaube, wenn wir über so eine Bitcoin-Reserve sprechen in den USA, dann reden wir auch vor allem darum, dass ja auch aktiv dann neue Bitcoin gekauft wird.
Also es gibt ja Bitcoin im Besitz der USA, die aber halt nicht gekauft worden sind, sondern nur beschlagnahmt worden sind und die sind im Besitz der Regierung.
Dann, das hört sich ja alles hochexplosiv an und ich verfolge ja sehr Michael J. Burry, der sich ja der sehr, sehr klare Meinung hat zur momentanen wirtschaftlichen Situation. Dann gibt es ja auch einen Herrn Eismann, der das ein bisschen anders sieht. Wie würdest du das eher interpretieren? Sind wir, wenn es zu einem Knall käme, wäre es eher 2008 oder dort com oder was ist, wie siehst du das?
Ich bin absolut kein Fan von diesem Crash-Propheten-Gerede. Im Endeffekt hier Barry, der sagt ja jedes Jahr, es kommt ein Bärenmarkt, der hat, glaube ich, 17 der letzten zwei Bärenmärkte vorhergesagt. Ich glaube, das ist, wird komplett vor allem davon abhängt, deswegen sind wir auch hier auf deinem Kanal, glaube ich, heute, davon abhängig sein, ob diese KI-Wette aufgeht oder nicht.
Weil wenn man sich anschaut in die USA, die Unternehmen sich anschaut, es ist ja so, dass 50%, über 50 Prozent der US-Unternehmen technisch gesehen, per Definition schon mitten in einen Bärenmarkt stecken. Und es sieht alles sehr schön aus, der SP 500 macht neue Allzeithochs, der Nasdaq macht neue Allzeithochs, aber das passiert nur wegen den einigen wenigen KI-Unternehmen.
Und wenn die dann mal irgendwann Probleme bekommen, dann wird es natürlich dann, dann wird es, glaube ich, krachen. Ich bin aber kein Fan davon zu sagen, ja, es kommt jetzt eine Weltwirtschaftskrise und jetzt alle schnell in Sicherheit. Ich glaube, irgendwann wird es auf jeden Fall krachen, aber das so zu prognostizieren und zu erwarten, kann sehr teuer werden.
Weil es gibt genug Leute, die genau darauf seit Jahren warten, irgendwie Sideline sind, Cash-Reserven haben ohne Ende, weil sie auf den einen Crash warten und in den letzten fünf Jahren hat, keine Ahnung, sich der Markt vervielfacht und die Opportunitätskosten sind mega hoch. Und wenn es dann einen Crash gibt, dann sind die noch nicht mal da mit dem Einstiegspunkt, wo sie hätten sein können, wenn sie jetzt irgendwie von ein, zwei Jahren dann investiert hätten.
Also dein Tipp, nicht auf nicht den Crash-Propheten glauben.
Ja, also zumindest nicht in dem Maße, dass man irgendwie zu sehr sidelined ist. Ich bin selber auch jemand, der immer auch natürlich eine gewisse Cash-Reserve hat, auch sich auch über dann Korrekturen freuen kann. Aber halt, dann muss man halt so ein gesundes Maß für sich da finden, dass man sozusagen in einer Situation ist, dass man sich über beide Wege sozusagen freuen kann.
Wenn es hoch geht, freue ich mich, weil ich positioniert bin, wenn es runtergeht, habe ich genug Reserven, dass ich auch ein bisschen nachschießen kann und günstigere Einstiege bekomme.
Ja, ich glaube auch vieles, was kommt mir zumindest so vor, dass viele hoffen, dass es einfach diesen KI-Crash gibt und dann ist KI weg. Weil das, ja, aber solche, also zumindest ist das oft meine Interpretation von manchen Menschen, dass sie glauben, das ist ja nur eine riesige Spekulationsbubble. Das ist ja KI ist ja kein Shitkorn.
Nee, nee, nee. Also das glaube ich auch nicht. Ich glaube, dieser Vergleich auch zu der Dotcom-Blase ist auch nicht wirklich treffend. Die Wette ist da, die Wette ist groß, aber ich glaube, es steckt schon mehr hinter als zum Beispiel damals, wo es deutlich überhebelter war. Wir hatten ein ähnliches Spiel, ne?
Damals wurde halt Glasfaser verlegt und gefühlt die Hälfte, was verlegt worden ist, wurde nie benutzt und das Geld wurde verbrannt. Heute wird dann das einzige Risiko, oder das größte, nicht das einzige, aber das größte Risiko sehe ich echt in diesem Laufzeitdilemma, auf der einen Seite so lange Kredite aufzunehmen von der Laufzeit her und auf der anderen Seite, ja, 100 Jahre wird man die heute gebauten Rechenzentren ja nicht verwenden können.
Also das ist dann die Frage, wo kommt dann das Geld her für dann sozusagen das Upgrade für die Rechenzentren dann als nächsten Schritt?
Das ist halt grundsätzlich ist es ja am Anfang einer Technologie eher so, dass man halt mehr Ressourcen braucht und es wird ja immer kleiner, sieht man ja ganz gut bei AKWs, dass die ja sehr viel kleiner sind als noch vor 3. Ähnliches wird man wahrscheinlich bei Rechenzentren sehen. Aber wenn wir schon so jetzt bei KI sind, wie setzt du so KI ein?
Was kann man von dir lernen?
Wie setze ich KI ein? Also in verschiedenen Bereichen. Also ich bin kein Fan davon jetzt irgendwie, also ich nutze KI, also ich für meine Texte natürlich, also ich optimiere die, ich habe mein X-Profil da komplett eingespielt, wo ich noch selber alles geschrieben habe, also dass es auch in meinem Stil bleibt.
Was ich nicht mache, ist, dass ich irgendwie KI komplett irgendwie recherchieren lasse. Also ich bin schon jemand, der immer noch auf Financial Times geht, dann auf Bloomberg geht und dann die jeweiligen Analystenmeinungen mir anschaue, aber indem ich halt dann auch KI das dann auslesen lasse. Also ich lese mir die Artikel inzwischen Gott sei Dank nicht mehr alles selber durch.
Das hat sehr viel Zeit damals in Anspruch genommen. Ich versuche halt alles so ein bisschen effizienter zu machen. Aber trotzdem nicht irgendwie meine Gedanken dahinter, meine Analysen dahinter zu sehr beeinflussen zu lassen, sondern wirklich selber Input zu bringen und dann den Output daraus sozusagen effizient zu machen.
Sei es jetzt, wie gesagt, mit den Texten, sei es mit den Recherchen, indem ich halt einfach dann lange Reports dann mir zusammenfassen lasse oder halt auch beispielsweise bei den Videos, dass ich dann irgendwelche Grafiken erstelle, weil damit man halt auch die Leute viel besser abholen kann. Also das ist dann so eine Win-Win-Win-Situation, dass man das dann benutzt und dann entsprechend mit weniger Zeit dann aber bessere Qualität liefern kann.
Also ich nutze das in verschiedensten Bereichen, versuche das aber trotzdem, so eine Grenze zu setzen, sozusagen, dass das, was ich erzähle, mir nicht die KI erzählt hat, nur, sondern auch, dass ich wirklich dann auch selber mitgedacht habe und dass das sozusagen meine Gedanken sind, die ich da erzähle trotzdem.
Hast du aber das eine, wie soll ich sagen, eine Form der Entwicklung, dass du sagst, du willst dich erzählen mit Hilfe von KI oder hast du es auch mal anders versucht? Weil ich habe mehrmals mal in der Erfahrungsgemäßheit versucht, irgendwelche Dinge zu verstehen und die dann anderen Leuten beizubringen und habe dann sehr schnell gemerkt, it doesn't work.
Also weil es eben nicht meine Gedanken sind oder meine Überlegungen.
Also ich muss sagen, klar ist das ein Prozess. Also ich habe jetzt nicht von Tag 1 an direkt irgendwie Grafiken erstellt oder irgendwie Analysen irgendwie gerade formuliert, sondern es ist, ich bin da peu à peu so ein bisschen reingegangen dann sozusagen, hab immer versucht, so ein bisschen zu optimieren.
Ja, und dabei halt immer versucht, jetzt nicht irgendwie, weil das passiert ja sehr oft, wenn man irgendwie jetzt so ein Chatbot fragt und sagt, ey, mach mal, analysier das mal, was hat das für eine Auswirkung, da kommt meistens halt nur Schwachsinn raus und jetzt nicht etwas, wo ich irgendwie sagen würde, das ist jetzt eine Top-Qualität und irgendwas, was jetzt einen Mehrwert bringen würde, weil im Endeffekt kann ja jeder jetzt inzwischen diese Fragen auch der KI stellen.
Und ja, da habe ich schon den Anspruch, dass ich da auch schon meine eigenen Gedanken dann mit einbringe.
Ich hatte den Macher von Hit oder Shit, das ist sein Gaming-Kanal, und der meinte, mittlerweile werden seine Videos eins, sein kopiert und einfach nur von einer KI einfach ein bisschen umgeschrieben, anders geschnitten und es ist der gleiche Inhalt. Passiert dir das auch?
Nee, tatsächlich ist mir das noch nicht aufgefallen. Was es aber natürlich gibt, ist so ganz viele Fake-Profile, die dann auch versuchen, in dem gleichen Stil dann vielleicht ein Profil aufzubauen. Aber jetzt Videos geklaut worden sind noch nicht bei mir, glaube ich, durch KI.
Ja, es kann ja noch kommen.
Ja, ich hoffe nicht.
Ja, lieber Furkan, gibt es von deiner Seite noch was? Ich bin erheitert. Ich verstehe einige Dinge jetzt sehr viel besser als davor, um ehrlich zu sagen.
Das freut mich. Ich habe, glaube ich, wir haben alle relevanten Punkte zu den Themen, die wir uns vorgenommen haben, auf jeden Fall gut aufgenommen, würde ich sagen.
Ja, vielen, vielen Dank für deine Zeit. Das ist echt nicht selbstverständlich. Eine Frage fällt mir jetzt doch noch an. Was sagst du zur Vertragsverlängerung von Nikokovac?
Ich bin kein Fan, ich bin kein Fan vom Fußball, aber die Ergebnisse sprechen ja für sich, also vom Fußball von Nikokovac. Aber ja, ich bin gespannt, ob er denen, ob er den Vertrag ausfüllt. Ja, ich würde schon gerne attraktiveren Fußball sehen.
Erlaubt mich. Verständlich, verständlich. Aber die Chancen stehen vielleicht gut, dass es wieder ein Meister, weil die Bayern strugglen.
Ja, dafür darf man nicht so Punkte liegen lassen wie gegen Bremen. Ja, das stimmt.
Lieber Furkan, danke, danke, danke für deine Zeit. Danke für deine Einladung. Und ja, vielleicht ein, vielleicht gibt es ja noch wieder mal, dass wir uns wieder über Riverside hören oder dergleichen. Und ja, danke dir.
Gerne.