Was KI kann - mit Florian Zsifkovics· Staffel 1· Folge 23

Schluss mit Doom! Warum wir alle bei KI zu pessimistisch sind

Mittwoch, 14. Oktober 2026 · 48 min

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Shownotes

In dieser Folge spreche ich mit Stefan Erschwendner darüber, warum das wertvollste Unternehmen der Welt plötzlich ein österreichisches Bier namens Lobster Lager ins Silicon Valley holt und was wirklich hinter dem rasanten Aufstieg von Agentic AI steckt. Wir analysieren, warum klassische SaaS-Modelle durch Coding Agents massiv unter Druck geraten, wie Unternehmen ihre Prozesse jetzt radikal neu denken müssen und warum die echte Disruption nicht bei simplen Chatbots, sondern bei autonom agierenden Agenten-Systemen liegt.

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Willkommen zurück zu Waskrieg kann und heute geht es um Bier. Aber nicht nur um Bier, sondern um die Zukunft von Adgente AI und wie wir in Europa besonders lernen, AdentiAI zu unserem Wohl einzusetzen. Dazu habe ich einen besonderen Gast, das freut mich sehr, Stefan Erschwendner. Vielen wieder unter Nobsterlager bekannt sein, aber er macht viel mehr als nur Bierbrauen und das unter anderem bald bei Nvidia zu verkaufen.

Lieber Stefan, vielen Dank für deine Zeit. Wie geht's?

Hi Florian, vielen Dank für die Einladung. Grundsätzlich alles Bestens, sehr viel zu tun. War ein sehr verrücktes 2026 für uns bis jetzt.

Hast du dich schon von deinem Chatlag erholt? Du warst ja erst gerade bei OpenAI, bei ihren Dev Days?

Ich war bei OpenAI letzte Woche, genau, und bin jetzt gerade aus den einen Chatlag raus und morgen geht es dann aber schon wieder nach San Francisco zurück, in den nächsten. Was steht da an, wenn man fragen darf? Ja, die Geschichte von Lobsterlager geht noch weiter und es ist ja sehr witzig, dass in Österreich kennen ja einige Leute Lobsterlager aufgrund von unserer Herkunft und in San Francisco kennen ungefähr gleich viele Leute Lobsterlager.

Und es ist auch sehr beliebt in der ganzen Tech-Community und AI-Community. Und darum gibt es jetzt auch einen Abfüller in Kalifornien, der dort lokal dann unser Lobsterlagerbier produziert. Und gleichzeitig entwickelt sich mein Vater, der fast 70 ist, ein bisschen so zum KI-Botschafter für Senioren und ist jetzt auch eingeladen worden für Keynotes nach San Francisco.

Das heißt, er ist schon dort und dann sind wir am Montag noch bei Nvidia und haben dann eine Keynote noch gemeinsam in San Francisco.

Wie, also für alle, die es nicht wissen, wie ist Nvidia auf euch aufmerksam geworden? Das passiert ja nicht alle Tage, dass der wertvollste Konzern der Erde plötzlich österreichisches Bier trinkt oder haben will.

Naja, ich glaube zur richtigen Zeit, am richtigen Ort mit der richtigen Idee wahrscheinlich. Und wir haben Open Cloud relativ früh entdeckt, haben uns nachher überlegt, wie kann man die Sachen eben fürs Business eigentlich nutzen, haben sehr viel für uns selbst, für Frontierer gebaut und wollten dann immer mehr Kunden davon überzeugen, welche Möglichkeiten eben eben Coding Agents bieten abseits der Softwareentwicklung.

Weil wenn du Software entwickeln kannst, dann kannst du damit auch Software betreiben und Software ist die Abbildung von Business-Prozessen in der Organisation. Und dann war immer so die Frage, naja, aber das geht doch irgendwie bei uns nicht oder wir können das nicht machen und wir haben nicht den richtigen Background.

Und dann waren wir auf der Suche, wie können wir eigentlich einen Case oder ein Projekt bauen, wo dir praktisch die Ausreden fehlen. Und dann sind wir auf die Idee gekommen, wenn es ein Pensionist kann, dann kann es eigentlich jeder. Und dann hat es halt zufällig ergeben, dass ich an meinen Vater gedacht habe, der Pensionist ist, der dann in der Pension angefangen hat mit seiner Microbrewery, das ist sein Hobby, hat auch einige Auszeichnungen in der Schweiz bekommen, wo er wohnt.

Und dann war das Schöne, dass es halt Hardware ist und dann ist noch Bier dabei bei der Geschichte, das macht das Ganze auch leicht. Und über OpenClaw, Peter Steinberger, Nvidia hat ja OpenClaw von Anfang an sehr, sehr unterstützt. Und dann im Rahmen der GTC Keynote war Nvidia auf der Suche nach Use Cases und wollte einfach noch zeigen, was alles möglich ist mit OpenClaw, mit der Nvidia Hardware, mit AI.

Und da hat dann der Peter Steinberger ihnen auch empfohlen, dass wenn sie halt einen wirklich einen Case haben wollen, der so out of the ordinary ist, dann sollten sich mal Lobster-Lager anschauen und so hat die ganze Geschichte dann angefangen.

Wie bist du auf diesen KI-Trip eigentlich gekommen?

Mein Background ist ja eigentlich ein wirtschaftlicher Background, so Strategie und Innovation. Und also wir haben uns schon immer mit Innovationen beschäftigt, ganz am Anfang von unserer Zeit mit Hardware-Innovationen. Also wir haben das erste größere Produkt, was wir entwickelt haben mit einem schwedischen Konzern Weinewindel.

Dann haben wir uns mehr natürlich mit Software beschäftigt, haben nachher gemeinsam mit Partnern, mit der Bank Claire, die erste Mobile Only Bank der Schweiz, gebaut. Glaube ich 2017 oder sowas, wenn ich mich recht erinnere. Und über dieses Thema sind wir dann immer weiter Richtung Agilität, Automatisierung gekommen und mit den ganzen Herausforderungen, die Automatisierung mit sich bringt, wenn es halt dann nicht funktioniert.

Und dann, wo AI über APIs verfügbar war, haben wir uns einfach gedacht, okay, wenn wir jetzt einen JSON-File genau in dem Format brauchen, dann kann uns doch die AI dabei helfen und die Daten genauso umwandeln. Und das hat dann eigentlich auch funktioniert und dann haben wir halt gesehen, was das für ein Potenzial für uns hat.

Und ich glaube, aufgrund von unserer Erfahrung waren wir dann relativ schnell in der Lage, das Ganze umzulegen und zu sagen, das könnte ja dann eigentlich für jede Industrie super relevant sein.

Ja, und jetzt baut ihr mit Frontierer, eigentlich deckt ihr mittlerweile fast alle Ecken des Businesses ab, oder?

Ja, also ich glaube, wenn man mal tiefer eintaucht und wenn man eben mit dieser Logik, wo ich gesagt habe, Software ist eigentlich die Abbildung von Businessprozessen, weil egal ob du Logistik, Finance, Marketing oder Customer Service hast, alles läuft ja irgendwie über Software. Über Coding Agents hast du jetzt die Möglichkeit, dass du nicht eine Standardsoftware verwenden musst, wie eben 10.000, 100.000 andere Unternehmen, die zwar für alle gut funktionieren, aber für keinen wirklich super, hast du halt jetzt die Möglichkeit, dass du deine eigene Customized Software baust, die genauso so funktioniert, wie die Prozesse in deiner Organisation laufen.

Und somit brauchst du halt keine Excel-Listen mehr, die nebenbei geführt werden, keine Copy-Paste-Sachen zwischen Applikationen. Und das sind die großen Vorteile. Und wenn du das halt dann weiter überlegst, dann kommst du drauf, eigentlich jede Organisation, die Prozesse hat, ist potenziell die Zielgruppe.

Und ich will mal sagen, ähnlich wie beim Finanzamt, kommst du dann drauf, dass 100% der Organisationen in einem Land eigentlich die Zielgruppe sind. Und es ist egal, ob wir jetzt über den Public Sector reden, für die wir Sachen machen, ob wir jetzt für Einzelunternehmen arbeiten, für Konzerne, für NGOs.

Im Prinzip gibt es überall Prozesse und die große Chance, dass du die Prozesse jetzt endlich so drauf anpasst, wie die Organisation wirklich arbeitet oder arbeiten will.

Hat das? Also die Frage liegt jetzt wirklich auf der Hand. Also SaaS-Apokalypse, also Software as a Service, das wird ja gern ausführlich immer diskutiert, du siehst das schon so, dass es vorbei ist dann mit den großen Softwareunternehmen.

Also mit den Großen, das ist jetzt vielleicht noch die Frage. Also ich glaube, wenn du als SaaS-Unternehmen im Enterprise-Segment tätig bist, dann hast du gewisse Vorteile, weil du natürlich auf der anderen Seite auch Kunden hast, die extrem groß sind und du hast Verträge, die extrem langfristig sind.

Ich glaube, das ist ein großes Asset. Ich glaube, was wirklich Challenging ist, ist, wenn du eine Saa-Software hast, die jetzt auf den SMI-Bereich abzielt oder mittlere Unternehmen, weil dort sehen wir halt deutlich auch von Kundenseite, dass du halt relativ schnell wechseln kannst. Also selbst Unternehmen wie wie ein HubSpot oder wie ein Salesforce, glaube ich, sind da teilweise gefährdet in diesem Kundensegment, weil du halt kürzere Verträge hast, schneller reagieren kannst.

Und wenn du dann entweder dir Hilfe ins Haus holst oder talentierte Mitarbeiter innerhalb der Organisation hast, dann kannst du halt relativ schnell die Software auch nachbauen und anpassen an deine eigene Organisation. Und man kennt es vielleicht eh von verschiedenen Softwareprodukten. Meistens braucht man ja eh nur 10% von den Features.

Aber vielleicht halt ein paar Sachen ein bisschen anders. Und die Sachen, die man anders braucht, die sind jetzt teilweise gar nicht so komplex zum Bauen und von dem her kann man relativ schnell einen Mehrwert erzielen.

Das heißt eigentlich, das wird, also siehst du schon grundsätzlich, um das noch einmal klarer zu sagen, so SAP oder Ariba und diese Systeme werden früher oder später Probleme bekommen.

Ja, ich glaube, sie haben jetzt noch länger Zeit, aber wenn du wahrscheinlich jetzt eine Software hast, die jetzt irgendwie, keine Ahnung, im Logistikbereich bist oder Social Media Management etc. So Dinge, CRM-Software, Customer Service Software, ich glaube, dann bekommst du halt relativ schnell Druck, weil natürlich sehr viele Leute draußen auch aufmerksam werden und sagen, okay, da kann ich das ja mit meinem Agent oder mit meinem Agent Swarm nachbauen lassen.

Und dann ist halt meistens die erste Reaktion, dass du dann sagst, also wir haben jetzt das gleiche Produkt wie X, nur wir machen es halt 20% günstiger. Und das ist so ein Race to the bottom, weil dann kommt der nächste und macht es halt wieder 20% günstiger, weil es halt einfach geht. Und die Frage ist, wie kannst du dich gegen das halt verteidigen?

Und wenn du Distribution hast oder langfristige Verträge, dann geht das natürlich noch sehr gut, aber mit allen anderen Sachen wird es natürlich schwierig, weil wenn du auf die Idee kommst, dass du eine Saa-Software bauen kannst, dann kann der nächste oder die nächste auch auf die gleiche Idee kommen.

Ja, aber glaubst du, dass auch deswegen Salesforce sich jetzt eben mit Enthropic und sie nennen sich ja Cloud Force, wenn ich das richtig im Kopf habe, dass das dann einfach die Bewegungen sind, dass man Ja, ich glaube, sie müssen sich halt irgendwie bewegen, weil entweder also im Sinne von Josef schon beter die kreative Zerstörung, ja, also entweder du zerstörst dich selbst und baust selbst ein neues Geschäftsmodell oder es passiert halt von außen.

Und da gibt es natürlich ein paar Unternehmen, die sind recht gut und machen das auch und bei anderen, die sind halt nicht so gut. Aber ich glaube zum Beispiel auch mit dem Feature vom OpenAI Dev Day, mit Sign-In, mit ChatGPT. Also das ist ja ganz gefährlich, glaube ich, für SaaS-Unternehmen. Weil jetzt hast du ja zum Beispiel Organisationen wie Notion, die probieren dir ja zum Beispiel Notion AI mit zu verkaufen.

Mit, ich weiß jetzt nicht genau, was kostet, ich würde mal so schätzen, 20 Euro pro Monat extra. Das heißt, Notion probiert dir einfach Tokens weiter zu verkaufen. Und dieses Geschäftsmodell ist ja jetzt dann mit Sign-In, mit Chat-GPT tot, weil du nimmst ja deine Chat-GPT-Subscription oder OpenAI Subscription mit.

Das heißt, die 20 Euro, die jetzt probiert, Notion von dir abzuknöpfen, die bekommen in Wirklichkeit OpenAI. Weil du nimmst im Zweifel wahrscheinlich eine höhere Subscription von OpenAI und gehst halt dann mit diesem Sign-In, jetzt sage ich einfach mal, zu Notion, zu Strava und wer dann sonst noch in Zukunft alle dabei ist.

Und das macht, glaube ich, grundsätzlich aus Konsumentensicht extrem viel Sinn, weil es ist so ähnlich wie dein Wallet, wie deine Kreditkarte etc., dass du halt deine Token-Subscription da mitnehmen wirst und den Kontext, den natürlich das LLM von dir hat. Und ich glaube, dadurch wird die Experience in den Apps tendenziell eigentlich besser.

Es wird für dich einfacher zu managen, weil du nicht so viele Subscription hast. Aber ich glaube, es wird extrem schwer für die App, dass sie dich als Kunde binden, weil du bist dann eigentlich nur mehr die Hülle und der Kern liegt dann in dem Fall halt bei OpenAI. Oder ich glaube halt, die anderen werden auch nachziehen.

Ja, es ist also grundsätzlich führt das ja eigentlich dazu, dass es sich ein bisschen monopolisiert, oder? Dass man dann einfach die Daten alle bei OpenAI in dem Fall liegen hat und man sagt, ja, ihr benutzt das, aber die Daten gehören OpenAI dann eigentlich, oder? Halt, das ist ja ganz spannend.

Ja, dass sie haben zumindest Zugriff auf deine Daten. Also OpenAI probiert es jetzt, glaube ich, gerade wenn man, wenn man Dev Day zwischen den Zeilen liest, dann war, glaube ich, der Angriff auf der Business- und Enterprise-Seite extrem groß. Und ich glaube, dass sie halt probieren, es so einfach wie möglich zu machen, dass du eine agentische Organisation aufbauen kannst.

Gleichzeitig natürlich auch dann mit der Bindung, weil es so einfach ist, dass du die Organisation auf ihrem Fundament aufbaust. Und es gibt natürlich Alternativen dazu, die hat auch der Peter Steinberger vorgestellt mit super spannenden Sachen, wo Open Claw Enterprise jetzt hingeht. Das heißt, es gibt auch Open Source Alternativen, aber natürlich ist es so ein zweischneidiges Schwert.

Auf der einen Seite ist es einfach, auf der anderen Seite hast du dann halt deine Daten bei OpenAI, aber Organisationen haben ja auch fairerweise ihre Daten bei Windows oder bei Microsoft mit der Subscription oder bei Google im Workspace.

Ja, hast du manchmal den Eindruck, dass man bei KI-Unternehmen kritischer ist bei den Daten als jetzt beispielsweise bei Google oder Microsoft, wo ja Azure oder sonst was auf der Cloud liegt, aber bei OpenAI schreit man relativ schnell, habe ich manchmal den Eindruck.

Ja, ich glaube, Teil davon ist, dass natürlich Microsoft oder Google, die kennt man jetzt schon und das ist mir gewöhnt. Und ich glaube, die AI-Labs sind halt noch wirkliche Blackboxes, teilweise auch jetzt in der Kommunikation nicht förderlich und natürlich die Aktionen, die teilweise passieren, ja.

Es ist halt so ein bisschen auch die bleeding edge. Also es ist eine extrem junge Disziplin in Wirklichkeit. Und es gehen da auch Sachen schief, wie es wahrscheinlich bei Microsoft ganz am Anfang auch passiert ist, nur es war eine andere Zeit und es hat ja keiner mitbekommen. Ja, ich glaube schon, dass man ein bisschen genauer hinschaut.

Es ist, glaube ich, auch okay, dass man genauer hinschaut. Und es gibt ja auch genügend kritische Berichterstattung oder ich würde fast sagen, tendenziell mehr kritische Berichterstattung. Ich glaube, man darf nur nicht drauf vergessen, dass man auch positive Beispiele dann immer wieder erwähnt. Jetzt nicht um irgendeinen Hype auszulösen, sondern ich gehe eher mit der Voraussicht, dass ich glaube, dass dieses Thema AI oder ich glaube, agentic AI ist es jetzt eigentlich, wo man angekommen ist.

Also es ist nicht der Chatbot, sondern es ist der Agent. Ich glaube, dieses Thema wird nicht weggehen. Und es gibt so viele Kräfte, die dieses Thema nach vorne treiben werden, dass das kein Land es aufhalten kann. Und ich glaube, es wäre nur sinnvoll für uns jetzt in Österreich und für die Gesellschaft und für die Unternehmen, wenn man sich einfach frühzeitig gerne auch sehr kritisch damit auseinandersetzt, aber dass man einfach experimentiert und praktische Erfahrung sammelt und nicht nur Dinge vom Hörensagen übernimmt.

Ja, wie geht es dir da mit Frontierer, wenn du da mit Unternehmen redest? Muss man da sehr viel überzeugen zu sagen, hey, versuch das mal mit Achantik AI zu lösen?

Ja, ich sage einmal so, also teilweise hast du das Gefühl, dass du mehr Zeit mit Kunden verbringst, Dinge zu besprechen, als wie du eigentlich nachher brauchst, um die eigentliche Lösung zu bauen. Was teilweise schon ein bisschen schizophren ist, aber es zeigt halt die Situation. Und wir sagen auch, du hast auf der einen Seite eine Technologie, die sich halt exponentiell entwickelt.

Also es passiert ja jeden Tag irgendwas. Und selbst für uns, die wir das hauptberuflich machen und nichts anderes, ist es extrem schwierig, überhaupt nachzukommen und den Überblick zu behalten. Und du kannst nicht alles testen, weil es einfach nicht ausgeht. Und natürlich, wenn du jetzt im Business bist und Teamverantwortung hast, Geschäftsführer bist oder Bereichsleitung hast etc., dann ist es natürlich noch viel schwieriger, dass du dir irgendwie mitkommst, was passiert.

Gleichzeitig hast du halt sehr oft dann irgendeine Exposure Richtung Microsoft und die IT-Abteilung stellt dir den Copilot zur Verfügung. Und die Experience vom Copilot ist jetzt schwer vergleichbar mit Agents und mit Cutting Edge, was möglich ist. Und darum gibt es halt sehr oft die Verwirrung, wo Leute dann sagen von Kundenseite, also erklärt es mir das jetzt einmal, wie das passiert, weil in der Zeitung lese ich die ganze Zeit, dass das KI-gefährlich ist, Shellbreaks und überall einbricht und dann selber gibt es die größten Probleme beim Copilot, dass ich meine E-Mails überhaupt finde.

Und das ist halt so die Situation. Also du hast exponentielle Technologie auf der einen Seite und auf der anderen Seite eben Organisationen, die sich nur inkrementell entwickeln. Und dadurch entsteht ein Gap, was von Woche zu Woche größer wird und es wird von Woche zu Woche eigentlich schwieriger, dass du die Organisationen da mitnimmst, darum musst du halt sehr viel Beratungsleistung machen, sehr viel erklären.

Und was unsere Erfahrung ist, einfach gruppieren, auch viele Dinge abzukürzen, indem du mit ihnen ganz schnell Richtung Erleben gehst, Richtung Selbstständig bauen, selbstständig ausprobieren. Und dann ist das Verrückte, dass oft, wenn du mit Leuten, also ich komme jetzt gerade von einem Hackathon zurück, den wir mit einem Kundenteam gemacht haben, mit 20 Personen auf Kundenseite, wo es vorher auch Bedenken gegeben hat, wie funktioniert das, haben noch nicht ein Coding Agent verwendet, teilweise, kenne nur Microsoft Copilot, nach eineinhalb Stunden, wenn sie Zugang bekommen in einem Safe Environment, dass sie Dinge bauen können, dann geht ihnen auf einmal das Licht auf mit einem Coding Agent,

in dem Fall was Pi von Mario Zechner, der auch schon bei dir war, und die Welt sieht für sie auf einmal ganz anders aus.

Aber ist das, glaubst du, halt, was du bei einem IT-Unternehmen oder was wenn man fragen darf?

Du meinst jetzt ich persönlich oder bei dem Hackathon? Nein, nein, gar nicht, gar nicht. Sozusagen ist er so Produzent in Österreich, der Hersteller von Bohrer, also wirklich für die Bohrmaschinen. Und die haben eine interessante Situation, wie glaube ich, viele Unternehmen, weil der Shareholder will nicht die Produktion ins Ausland verlagern, was ja eigentlich löblich ist, weil es gibt drei Standorte in Österreich.

Und die Geschäftsführerin, die Claudia, ist nachher einfach mit der Situation betroffen, wo sie sagt, es gibt natürlich für Bohrer immense Konkurrenz aus China, was den Preis angeht. Und du bist in einem Rennen um Innovation und um Qualität. Und wenn du aber am Standort Österreich bleiben willst, dann musst du dich irgendwie anders differenzieren, weil über den Preis kannst du dich nicht differenzieren.

Und das heißt, was sie jetzt erkannt hat als ihr Weg in die Zukunft, ist einfach, dass sie probiert die Organisation, die kleiner ist wie der Mitbewerb, dass sie die Chance der Agilität ausnutzt und jetzt schneller Agentic AI in die Organisation, in alle Organisationsbereiche reinbringt, um dort Mitarbeiter von repetitiven, manuellen Aufgaben freizuspielen, dass sie sich um die Dinge kümmern, die nachher auf der einen Seite Differenzierung zum Wettbewerb schaffen und auf der anderen Seite dann einen wirklichen Mehrwert kreieren für die Organisation.

Glaubst du, dass es auch dadurch besser wird, weil du gerade den Co-Pilot gebracht hast, dass jetzt mit Muse und Dots eben von OpenAI geht beides noch nicht in Europa, keine Frage, aber es wird ja irgendwann einen Zeitpunkt leben, wo es passieren wird, dass das dann auch ein bisschen die Wahrnehmung verbessert?

Ja, ich glaube, dass die Personal Agents und grundsätzlich, was der Peter Steinberger dort losgetreten hat, die Experience für sehr viele Leute verändern wird. Weil du kannst es natürlich privat verwenden und mit dem Heartbeat, dass jemand aktiv nachfragt, dann fühlt sich das halt so an, als wenn man eben einen persönlichen Assistenten oder eine Sekretärin oder einen Sekretär hat und man kann verschiedene Sachen automatisch erledigen.

Und jetzt nur so ein Beispiel, mein Vater ist er jetzt gerade nach San Francisco geflogen und dann hat er sich Internet im Flugzeug gekauft, das hat aber dann schlussendlich nicht funktioniert. Und dann hat er mal gerade vorher geschrieben, also er hat jetzt seinen, er verwendet OpenClaw noch immer und er hat jetzt mit OpenClaw einfach gesagt, das Internet hat nicht funktioniert, kannst du bitte Reklamation ausfüllen.

Hat die ausgefüllt und innerhalb von einer halben Stunde hat er nach eine E-Mail bekommen, dass das Geld wieder zurück überwiesen wird auf die Kreditkarte, ohne dass er jetzt selbst mehr machen hat müssen, als wie dass er OpenClaw sagt, du schau, meine Flugnummer kennst du eh, schau in den E-Mails nach.

Da gibt es auch einen Beleg vom WLAN und bitte file dann den Claim. Das ist ja.

Ich glaube, das ist auch die ganz große Stärke von Agente AI oder von den Agenten, glaube ich, dass man viel mehr sein Recht einfordern wird.

Ja, ich glaube, dass das auch spannend wird und vielleicht auch gewisse SaaS-Unternehmen unter Druck setzt. Also ich habe erst letztens eine Grafik gesehen, dass ja tendenziell SAS-Unternehmen auch einen Großteil ihres Revenues dadurch machen, dass Kunden einfach vergessen zu kündigen. Und ich glaube, dieser Revenue ist jetzt auch natürlich extrem gefährdet, weil ein persönlicher Assistent kann dich daran erinnern, wann deine Subscription ausläuft und kann es für dich kündigen und dich auf so Sachen hinweisen.

Also ich glaube, dass das eine große Challenge wird. Das ist, glaube ich, einer der Punkte, der sich dann ändern würde.

Aber wie warst du jetzt beeindruckt, wie du jetzt in San Francisco warst, von Dots? Also was man so gesehen hat?

Ja, also ich finde, Dots erinnert mich jetzt sehr an OpenClaw. Ich habe auch Dots persönlich schon in Verwendung, die Sache. Also es ist von der Interaktion und von der Smartness, glaube ich, ähnlich wie Open Claw. Es gibt natürlich auch ein paar Kinderkrankheiten, dass pass auch nicht funktionieren.

Und du musst nachher trotz darauf hinweisen, dass es geht. Ich glaube grundsätzlich sind jetzt die Personal Assistance eigentlich alle auf einem relativ gleichen Level. Also ich würde jetzt nicht merken, dass dort wahnsinnig irgendwo hinten wäre. Auf der anderen Seite auch nicht, dass dort wahnsinnig weit vorne ist.

Wo ich in Amerika war, die Leute, die dort Muse verwendet haben, ist glaube ich auch auf dem gleichen Level von dem, was sie beschrieben haben. Dann gibt es ja noch Instinct zur Zeit, es gibt Hermes. Also von dem her, glaube ich, ist die Experience. Relativ ähnlich und du hast halt die Vorteile, so wie die Vorteile sind, dass du halt erinnert wirst an verschiedene Sachen und dass du dann Dinge automatisiert erledigen kannst.

Und wenn ich wer frage, ob du halt Zeit hast für einen Termin am 14. November, dann weist dich da halt der Agent automatisch darauf hin, dass du entweder Zeit hast oder nicht Zeit hast oder was nachher alternative Vorschläge werden etc. Und ich glaube, du wirst es über persönliche Assistenten natürlich kennenlernen und du wirst dann wahrscheinlich die gleiche Experience auch in deiner Organisation haben wollen.

Was mir sehr aufgefallen ist bei den News und bei Dots, dass es bei mir da mal Godschi-Vibes auslöst. Also es ist sehr vernietlicht, oder?

Ja, aber ich glaube, es geht ja auch genau in die Richtung, also es ist ja kein Zufall, dass die Sachen so aussehen, wie sie aussehen. Also da hat man es schon auch gemerkt, wenn du mit verschiedenen Organisationen in Silicon Valley sprichst, dass was ganz wichtig ist für sie ist, die Message jetzt, dass AI nicht böse und nicht schlecht ist und einen Mehrwert leisten kann.

Ich glaube, das ist auch Teil davon, weil warum jetzt mein Vater relativ viele Anfragen für Keynotes bekommt, weil es natürlich eine extrem positive, motivierende Nachricht ist, wenn du einen fast 70-Jährigen hast, der jetzt Agentic AI verwendet und selbst sagt, hey, das ist so einfach, dass ich es verwenden kann ohne einen Development Background und gleichzeitig schafft es einen Mehrwert in meinem Leben, weil ich Dinge machen kann, die ich halt sonst nicht machen kann und es macht mein Leben einfacher und schöner und ich kann halt Dinge bauen.

Und ich glaube, solche Nachrichten sind ihnen wichtig und darum sehen die Personal Assistance auch so aus, wie sie zurzeit aussehen.

Glaubst du, kannst du auch vielleicht beschreiben, wie unterschiedlich die Wahrnehmung ist? Wir haben vorher kurz auch geplaudert, off the record. Wie ist die Stimmung so grundsätzlich im Silicon Valley im Vergleich zu Europa in Bezug auf KI?

Ich glaube, jetzt offensichtlichste Beispiel ist, und da muss man noch gar nicht in Silicon Valley, sondern einfach nur, wenn du vom Flughafen in San Francisco in die Stadt reinfährst, ist ohne dass du jetzt irgendeine Ahnung hast von AI oder Agentic AI, was dir sofort auffällt, ist, dass es massiv viel Outdoor-Werbung für AI gibt.

Also es ist extrem offensichtlich, also ich würde mal sagen, gefühlt wahrscheinlich jede dritte oder jede vierte Outdoor-Werbung, die du siehst, egal ob es jetzt ein Plakat ist, ein City Light oder Werbung auf einem Bus oder sowas, ist für das Thema AI. Also du merkst, dass es dort schon omnipräsent ist, ohne dass du irgendwas selbst verwendest.

Also das ist wirklich das Offensichtlichste. Und dann glaube ich, das andere ist, du merkst, dass es jetzt nicht, wie man oft glaubt, jetzt irgendwie um AI-Labs geht, also OpenAI gegen Enthropic oder so, sondern du siehst, dass in Wirklichkeit eine komplette Ökonomie rund um Agentic AI oder AI entsteht.

Und das hat man auch gemerkt eben beim Dev Day, was überraschend war, dass ich mit sehr vielen Menschen eigentlich aus der Financial Community gesprochen habe, die dort waren und jetzt nicht, wie man es glauben würde, beim Dev Day, dass so viele Leute mit Development-Fokus dort waren. Sehr viele Hedgefonds, die glaube ich jetzt auch probieren zu verstehen, was sind jetzt die anderen Komponenten, die benötigt werden in dieser Economie.

Oder auf der anderen Seite, wie kommen ihre Portfolio-Companys jetzt unter Druck, wenn natürlich Agentic AI so viel Veränderung in die Wirtschaft bringt.

Ich denke mir so, ein Tradingbot, das ist, glaube ich, schon sehr spannend. Also wenn der kompetent ist, da kann man, glaube ich, viel Geld machen. Also da war dann BlackRock untergleichen.

Genau, aber nicht nur das, sondern natürlich auch traditionelle Businesses. Weil du, wie gesagt, das Thema Agentic hält ja Einzug in Wirklichkeit in jede Industrie und senkt potenziell Markteintrittsbarrieren, weil du halt einfach jetzt mit kleineren Teams Märkte erschließen kannst, wo du gesagt hättest, wir bräuchten aber sonst, dass es sich auszahlt, dass wir in einem neuen Markt gehen, ein Team von fünf Leuten oder sowas.

Jetzt brauchst du vielleicht nur mehr eine Person, die halt Support von Agenten hat und du kannst es loslegen und dann hast du Office dort und dann kommt das Ganze ins Laufen. Also ich glaube, du hast einfach Faktoren, die in jeder Industrie zutreffen, weil wenn du das als System anschaust, dann experimentierst du als Organisation mit Agentic AI.

Du hast aber vor dir einen Kunden, der experimentiert ja auch mit Agentic AI. Du hast vielleicht neben dir einen Mitbewerber, der experimentiert. Und dann kommen eben durch das Senken der Eintrittsbarrieren neue Mitbewerber in den Markt, die experimentieren. Und hinter dir hast du einen Lieferanten, der experimentiert auch.

Und darum, glaube ich, wird der Druck halt so hoch. Und wir haben andere Kunden, sei es jetzt im Bereich der medizinischen Zulassung, die halt sagen, wir müssen Dokumente ausfüllen für die Zulassung in unserem Bereich. Und wir bekommen jetzt auf einmal von den zulassenden Stellen statt 20 Fragen auf einmal 100 Fragen zurück.

Und wie sollen wir die 100 Fragen beantworten? Also müssen wir neue Mitarbeiter einstellen oder verwenden wir auch jetzt Adentic AI, weil sehr wahrscheinlich verwende ich jetzt die andere Seite. Und gleich hast du es auch beim Thema HR, wo du teilweise jetzt 1000 Bewerbungen für einen Job bekommst, wovon halt 900 AI generiert sind oder 950 und du musst die möglicherweise aussortieren.

Oder auch der ganze Förderbereich, wo du natürlich auch einen riesigen Run auf Förderungen hast und Förderstellen teilweise schon massiv überlastet sind, weil es lauter ChatGPT-Anträge gibt.

Ja, aber was bedeutet denn das? Grundsätzlich heißt das ja eigentlich, wir können alle unsere eigenen Firma mit Agente AI sein oder passiert ja auch schon ein Stück. Wir müssen ja alles neu denken.

Genau, das ist der Punkt. Und du startest ja sehr oft, wenn du mit Organisationen sprichst, dass du sagst, okay, was ist jetzt der Use Case und was ist der Business Value? Und dann ist mir das so gewohnt von früher, von der Uni und was wir so die letzten 20, 30 Jahre gelernt haben, dass du sagst, wir erheben Use Cases, wir müssen Analysen machen etc.

Und wir müssen ganz genau priorisieren und du gehst noch so rein mit diesem Bild, da gibt es bei uns in der Organisation jetzt vielleicht 10 oder 15 Use Cases und die müssen wir finden und die liegen dann irgendwo. In Wirklichkeit ist alles ein Use Case oder deine ganze Organisation ist einfach die eine Use Case.

Weil wenn du mit dieser neuen Sicht reingehst, dann wirst du halt sehen, dass Agentic AI praktisch in jeder Abteilung eine Rolle spielen kann. Und es gibt immer wo was zu optimieren und du kannst teilweise dann halt auch das komplette System neu denken. Und wir gehen halt davon aus, wenn du als Organisation nicht nur dich mit dem Thema beschäftigst, wie kann ich jetzt Agentic AI für Effizienz verwenden, also praktisch im System aus der Vergangenheit einfach Dinge schneller erledigen, sondern dass die wirklichen Opportunities im, wir sagen dazu, einfach Opportunity AI-Bereich liegen.

Das heißt, wie kann ich eigentlich mein System, Organisation, Geschäftsmodell neu denken. Und desto schneller du dorthin kommst, desto stärker wird deine Wettbewerbsfähigkeit sein und desto stärker wird deine Produktivität sein.

Jetzt ist vor ein paar Tagen, weil es mir einfach einfällt, von der Statistik aus die KI-Nutzung rausgekommen. Und die haben gefragt, wie oft die Menschen KI benutzen, und dass sie im Zeitraum von drei Monaten warum auch immer nur. Und 43,2% haben gesagt, sie haben KI in drei Monaten verwendet. Das ist ja dann wirklich eine Geschwindigkeit, wo man sich denkt, zumindest einmal in drei Monaten ist ja jetzt wirklich nicht viel oder oft um 43%, halt auf die Schnelle habe ich jetzt keinen Internet, einen Internetvergleich, wie viele Menschen das Internet verwenden, da wartet sehr viel Arbeiter auf uns als Gesellschaft, oder?

Ja, ich glaube, es wartet sehr viel Arbeit und du siehst ja auch mit dem Beispiel, was ich vorher erwähnt habe, es wird so irgendwie der perfekte Sturm. Weil sobald eine Organisation innerhalb von dem System einen signifikanten Durchbruch hat, löst es massiven Druck auf alle anderen aus. Und du musst mitziehen, weil selbst mit dem anderen Beispiel jetzt von der medizinischen Firma oder von den Förderstellen, selbst wenn du für dich selbst sagst, wir wollen KI nicht verwenden, warum auch immer, du wirst von der anderen Seite ja fast dazu gezwungen, weil du sonst einfach nicht mehr mit der Arbeit nachkommst.

Und darum ist es ein System, was sich gegenseitig befeuert. Und darum wird die Geschwindigkeit tendenziell eher nur zunehmen. Ich glaube nicht, dass wir es aufhalten können, vielleicht ein bisschen verlangsamen, aber auch das glaube ich nicht. Und darum ist völlig klar, unserer Meinung nach, dass die Zukunft eben im Bereich Agentic AI liegt und dass du dich frühzeitig jetzt damit auseinandersetzen solltest.

Was würde das für uns als Organisation bedeuten, wenn zum Beispiel jeder unserer Mitarbeiter auch einen Agent hat? Und wenn er über diesen Agent dann auch die Software, die er jetzt bedient hat, von einem Agent bedienen lässt, oder zusätzlich eigene Applikationen schreibt, weil wir jetzt halt eben ein Sonderthema haben und das wollen wir halt einfach schnell lösen und darum schreiben wir uns eine eigene Applikation schnell.

Und nachdem das Ganze ja keinen Preis mehr hat, wirklich, merkst du auch, dass Code in Wirklichkeit ein Wegwerfprodukt wird. Das heißt, du kannst auch mit Agents, die dir jetzt einfach für einen Workshop praktisch eine Applikation schreiben lassen und du verwendest die vielleicht nachher nur für den einen Workshop.

Es ist aber egal, weil die Kosten für die Tokens zum Schreiben der Applikation sind vielleicht 5 Euro und dann ist es erledigt.

Ja, vor allem und mit dem Aufklamen von den chinesischen Modellen bzw. das Local LLM-Thema, das wird ja, klar ist es jetzt noch eine Kostenhürde, aber es wird ja auch immer billiger.

Ich glaube, das ist ja auch Teil, komischerweise ist das auch Teil, warum die Innovation weitergehen wird, weil wenn man sich Amerika anschaut und was Amerika leisten muss, ist es ja, Amerika muss jetzt noch zwei IPOs durchführen, was jeweils die teuerste oder most valuable company in the world sein wird, mit Entropico mit OpenAI.

Das heißt, sie müssen die zwei Labs noch platzieren, weil sonst haben sie ein massives Problem aufgrund von den Investments, die getätigt worden sind in der ganzen Industrie, die sehr Amerika-lastig ist. Das heißt, Amerika ist dazu verdammt, dass es Innovationsrennen weitergehen muss und dass es keine Regulatorik gibt oder extrem wenig.

Darum hat ja auch die amerikanische Regierung so reagiert, wie sie reagiert hat, als Antwort auf die Frage der AI Labs, ob sie sie jetzt regulieren wollen und natürlich nein, weil sie können ja nichts anderes sagen. Weil wenn sie das machen würden, würde ja China aufholen und China kopiert ja die amerikanischen Modelle und schmeißt sie halt zu Dumpingpreisen auf den Markt.

Und das heißt, jeder Euro, der dann aus Europa nicht nach Amerika fließt, sondern nach China, hilft natürlich den Chinesen zum einen und verschlechtert die Situation der Amerikaner zur anderen Seite. Das Einzige, wie die Amerikaner die Euros holen können, indem sie halt immer wieder neue Frontiermodelle bringen.

Und so sind wir einfach in dem Rennen drinnen und ich glaube, bis das C2-IPOs platziert sind, wird dieses Rennen auch auf alle Fälle genauso weitergehen.

Aber heißt das nicht auch eigentlich, dass die USA ein großes Interesse eigentlich haben, dass wir in Europa, weil wir sind ja wirklich meistens nur Zuschauer, auch wenn jetzt mit Colipri und mit Lejon von Mistral wieder was gekommen ist, wo man kurz für Aufsehen sorgen? Konnte zumindest. Wir haben zumindest bewiesen, wir sind nicht komplett tot.

Haben die nicht dann eigentlich ein Interesse, dass wir in Europa gar kein Frontier Model haben?

Ja, sie haben ja Interesse, dass grundsätzlich die ganze Welt Frontier Models verwendet. Darum probieren sie ja über Innovation, die Firmen anzuziehen und über die neuen Möglichkeiten, die du jetzt machen kannst und wie mächtig die Modelle sind und was sie alles für dich erledigen können. Natürlich, weil sie brauchen ja die Investment, sie brauchen die Subscription, damit das Ganze gerechtfertigt ist.

Und ich glaube, grundsätzlich geht es ja auch in diese Richtung, weil ich glaube, in Wirklichkeit ist der Markt aktuell noch unterbewertet. Weil wenn du davon ausgehst, jetzt von dem Personal Assistant Thema Comment, dass Mitarbeiter in Zukunft in der Organisation einen Agenten verwenden werden, was meiner Meinung nach mittlerweile schon völlig klar ist, dann würdest du ja viel mehr Subscriptions brauchen.

Und Agents konsumieren ja viel mehr Tokens. Das heißt, ich glaube, die Bewertungen aktuell sind in Wirklichkeit noch viel zu niedrig. Du kommst dann eher auf so Fragen wie, kommen wir überhaupt mit den Data Centern nach und kommen wir mit der Energie nach, dass das Ganze geht. Aber die Modelle sind ja so stark, du kannst so einen hohen Mehrwert erzielen, wenn du das in deinem Business verwendest, dass du ohne Agent nur mehr extrem schwer konkurrenzfähig sein wirst als Organisation.

Darum glaube ich, dass der Weg dorthin geht Richtung Agents, sei es jetzt im Personal-Bereich, aber vor allem im Business-Bereich, von dem bin ich wirklich sehr überzeugt. Und ich glaube, was spannend ist, ist, wenn wir beim OpenAI Dev Day, da war ja auch der Peter Steinberger mit OpenClaw, die OpenCloud Enterprise präsentiert haben.

Und der Peter ist da, glaube ich, einen Schritt voraus. Ich glaube, mittlerweile gibt es auch das Video von seinem Vortrag schon online. Dann ist ja auch so die Frage, wenn du jetzt Agents innerhalb von deiner Organisation zur Verfügung stellst, wie funktioniert das auf der einen Seite sicher, wie kannst du die Kontrolle darüber behalten?

Aber es führt natürlich auch zur Frage, gibt es Agents, die der Organisation gehören, oder hast du als Mitarbeiter deinen eigenen Agent, der mit dir möglicherweise durch dein Berufsleben geht und den du ja auch trainierst mit deinen Erfahrungen und deinem Wissen, was du hast? Und die Frage ist, wenn du in Zukunft einen Agent hast, von wo kommt der Agent?

Geht dein Agent in die Organisation rein und die Organisation stellt die APIs zur Verfügung? Oder probiert dir die Organisation einen Agent zur Verfügung zu stellen und nimmst du den dann an?

Ja, also grundsätzlich heißt er, grundsätzlich kann man das großkalieren, oder? Dass man, dass wir alle einen eigenen Agent haben, quasi so ein Haustier, mehr oder weniger, also so in die Richtung, der einfach mit uns durchs Leben geht, also als Assistent.

Genau, und der kennt dich halt vielleicht zu einen im privaten Kontext, ja, und welche Themen dich interessieren und weist dich auf relevante Nachrichten, Events etc. hin. Auf der anderen Seite wirst du mit ihm, und die Frage ist, ist es der gleiche oder ist es ein anderer, wirst du halt auch berufliche Themen und Interessen mit ihm durchdiskutieren und Learnings und Erfahrungen und Ideen und was du alles hast.

Und dann ist die Frage, wie gesagt, ist der immer bei dir, kommt der von der Organisation und eben auch was spannend ist, dieses Thema, was glaube ich jetzt die nächste große Welle ist, und der Peter ist, finde ich, immer sehr früh am Puls der Zeit, ist dieses Thema Multiplayer AI. Ja, normalerweise bist du sehr gewohnt, dass du mit deinem eigenen Agent interagierst.

Also du sitzt am Computer und du hast deinen Agent, sei sie jetzt Cloud Code oder Pi oder Codex oder was auch immer du verwenden willst, und du bist ja eigentlich in einer Einzelsituation. Wenn du aber in Organisationen gehst und an Projekte denkst, dann ist es viel wahrscheinlicher, dass du halt mit verschiedenen Kollegen gemeinsam an einem Projekt arbeitest und dann ist halt der Handover relativ schwierig, den du machst, wenn du immer in einer Einzelinteraktion mit dem Agent bist.

Und darum ist Multiplayer AI in die Richtung, dass eben mehrere Menschen gleichzeitig mit einem Agent oder mit mehreren Agents mit interagieren und dadurch sind Handovers möglich. Weil ich kann dann lesen, was du mit dem Agent jetzt gerade vorbereitet hast, dann gehst du in die Mittagspause und ich komme gerade zurück und ich kann dann den Chat mit dem Agent weiterführen und wenn ich dann am Nachmittag in eine Besprechung gehe, dann kannst du wieder weitermachen mit dem Thema.

Glaubst du, also man spekuliert ja schon lange und OpenMAI hat ja auch John Ive, den quasi einen Erfinder des iPhones geholt, um an einer Hardware zu arbeiten. Wird es da noch dann eine Hardware überhaupt brauchen oder kann das dann eh ohnehin alles digital laufen?

Ja, es ist eine gute Frage. Es hat ja auch die Überlegungen geben, ob die Hardware jetzt schon kommt am Dev Day. Es ist dann nicht passiert. Ich glaube, du wirst schon eine Hardware brauchen, weil ich glaube, es gibt auch Interesse von den AI-Labs, dass sie die Hardware zur Verfügung stellen. Dass sie sich auch aus anderen Ökosystemen dadurch freischaufeln.

Ich glaube, von wem die Hardware kommt, weiß ich nicht. Ich glaube, es wird noch eine Hardware geben, aber ich glaube, dass es immer wahrscheinlicher ist, dass das primäre Interface, was du für die Arbeit verwendest, wird dein Agent sein. Und innerhalb von deinem Agent wirst du eben die Informationen angezeigt bekommen oder du wirst dem Agent sagen, dass er gewisse Softwareaplikationen bedienen soll.

Und der Agent wird das machen und wird dir dann die Ergebnisse liefern und du wirst nicht mehr zwischen CRM, ERP und E-Mail-Software hin und her switchen, sondern du hast einfach nur ein Fenster, du sagst, was passieren soll, dir werden dort die Informationen angezeigt und der Agent macht dann die Ausführungen.

Ja, das ist eine sehr, sehr vielversprechende Zukunft eigentlich. Das hat sich. Aber natürlich stellt sich da mir die Frage, glaubst du, was passiert dann eigentlich mit, weil es gibt halt Organisationen, die ein paar tausend Mitarbeiter haben. Und die wird es ja in der Form nicht mehr so brauchen oder bin ich dazu pessimistisch?

Ich glaube, das eine ist, dass es, glaube ich, nicht die Zukunft ist, sondern es ist in Wirklichkeit schon die Gegenwart. Aber es ist halt noch bei den meisten Organisationen nicht angekommen. Aber du kannst schon jetzt so arbeiten. Das ist vielleicht das noch Verrücktere dran, dass wir jetzt nicht reden, dass das irgendwann nächstes Jahr passiert, sondern es ist de facto schon da und es gibt die Organisationen und wir helfen ja auch den ersten Organisationen genau dieses System einzuführen.

Und dann ist die Frage natürlich, was heißt das für die Organisation, was heißt das für Arbeit? Und ich glaube, was wir sehen, ist, dass du, wenn du kleinere Organisationen hast, dass sich dieses Thema gar nicht stellt. Weil als kleine Organisation hast du normalerweise irgendwelche Budgetlimitationen gehabt, Fachkräftemangel etc.

Und du musst dir alle regulären Aufgaben erfüllen und du kommst immer nur ab und zu mal dazu, dass du die richtig coolen Sachen machst. Weil du halt in dieser Ausführung der manuellen Tätigkeiten und repetitiven Tätigkeiten drinnen hängst. Da gibt es jetzt halt die große Chance. Und darum, glaube ich, kommen ganz viele neue Wettbewerber von unten, weil dort ist sowohl das Management wie auch die Mitarbeiterinnen, die sind ja hungrig.

Also du willst ja gern die ganzen Ideen machen, die immer ganz unten auf deiner To-Do-Liste stehen, weil alles andere ist halt dringlicher. Und die glaube ich, oder das merken wir, die haben halt extrem viel Energie, wenn sie dort reingehen. Und wenn du natürlich eine extrem große Organisation bist, dann ist schon mal die ganze Diskussion wesentlich schwieriger, weil dann ist die Frage, findest du noch so viele Wachstumsopportunities, dass du alle beschäftigen kannst?

Und bei der kleinen Organisation sind die super, wir starten jetzt los, wir holen uns die Effizienz raus, schaufeln uns einmal frei, damit wir dann überlegen können, experimentieren können, wie wir diese Opportunities umsetzen. Bei großen Organisationen ist das natürlich ein bisschen schwieriger. Da weiß man nicht genau, was passiert.

Aber ich würde jetzt nicht von vornherein sagen, dass dort so ein Doomsday-Szenario kommt und bis jetzt, was ja auch bei jeder anderen Technologie so, dass mehr Jobs entstanden sind. Und mir kommt ja auch vor, dass du halt eben, wenn du dich aktiv damit auseinandersetzt, gehst du in eine extreme Lernkurve rein, du siehst so viel mehr Opportunities, die du machen kannst und du kommst ja dann auch irgendwie dorthin, dass du sagst, dein Backlog wird irgendwie infinite, weil du auf einmal so viele Ideen und so viele Opportunities hast.

Und du merkst halt relativ schnell, dass der limitierende Faktor nicht mehr die Technologie ist, sondern du bist es eigentlich und wie du denkst und das Multitasking, was wir alle jetzt auf einem komplett neuen Level lernen müssen, weil du kannst ja viel mehr machen, weil wenn der Agent die Ausführung übernimmt und die Ausführung ist meistens der längste Teil einer Aufgabe, dann musst du, also du kannst dem Agent natürlich zuschauen, wie er die Sachen ausführt.

Du kannst aber eigentlich schon wieder mit dem nächsten Agent sprechen und dem ein Briefing geben und deine Ziele erklären.

Jetzt haben wir ja auch vorher durch die Statistik Ausrecht gehört, dass 50% in Österreich beispielsweise noch gar nicht Fail verwendet haben, Stefan. Was würdest du diesen Menschen empfehlen? Wo fahren die an, wenn sie sich mal da reinfuchsen wollen? Nicht die Copilot verwenden wahrscheinlich.

Man kann ein Copilot auch verwenden, aber ich glaube, anders hat man vielleicht eine bessere Experience. Ich sage oft, also es reicht jetzt eigentlich so ein verregnetes Wochenende. Und ich glaube, ein sehr guter Startpunkt ist trotzdem auch für viele Leute, dass man einfach mal sagt, man macht jetzt einmal eine Website.

Das kennt jeder. Und du jetzt sagst, ich mache jetzt eine Website für, keine Ahnung, meine Organisation. weil ich selbstständig bin oder für meinen Fußballverein oder für, keine Ahnung, unseren Kirchenchor. Es ist in dem Fall einfach egal. Aber dass man sich einfach so ein Ziel setzt mit einem Zeitbudget und sagt, ich probiere das jetzt einfach einmal aus, wie weit komme ich in sechs Stunden.

Und dann kann ich mir einfach einen Agent nehmen, das sind 20 Euro, wo es losgeht mit der Subscription und dann kann ich einfach einmal loslegen und herumexperimentieren. Und dann, wenn ich mein Zeitbudget aufgebraucht habe, dann kann ich eh sehen, ob ich dann noch weitermachen will oder nicht. Und auch der zweite Punkt, wo ganz viele Leute hängenbleiben, ist, dass sie sagen, ja, aber was passiert, wenn ich irgendwo anstehe und nicht weiter weiß?

Dann ist halt die einfache Antwort, ja, du sprichst mit deinem Agent drüber. Und das ist einer der großen Unterschiede, dass der Agent dir helfen kann, wenn du mit dem Agent nicht mehr weiterkommst. Und das macht halt auch schon wieder so viel einfacher, weil du brauchst jetzt nicht mehr irgendwie die zweite Person, die sich besser auskennt.

Natürlich ist es toll, wenn du noch einen Kollegen hast oder Familienmitglied oder Freund, die dir helfen können. Aber du kannst auch einfach mit dem Agent darüber sprechen, wie das jetzt funktioniert und wie du verschiedene Sachen dann besser machen kannst. Der Agent wird probieren, dir zu helfen und in den meisten Fällen ist es eigentlich nur eine Frage der Zeit und das Problem ist dann gelöst.

Grundsätzlich ist das, glaube ich, auch bei Chatspots ein guter Tipp, würde ich behaupten, weil oft weiß man selber nicht weiter und dann schreibe ich ein, ich weiß gerade nicht weiter und dann hilft einfach ChatGPT oder Cloud oder Gemini oder whatever.

Genau, aber der große Unterschied ist, wenn du jetzt zum Beispiel sagst du, du programmierst eine Website und irgendwie rendert die Webseite nicht richtig, dann würde dir halt der Chatbot also Antwort geben, ja Florian, das ist kein Problem, ich habe ja den Code angesehen und du musst zur Zeile 214 gehen und dann die und die Sachen ausbessern und Zeile 328 ist auch noch was falscher.

Und du musst dann selbst halt wieder hingehen, du musst das Pfeil aufmachen, du musst dorthin scrollen, du musst das dann rein kopieren oder reinschreiben etc. Da können wieder Fehler passieren. Es geht natürlich auch. Nur viel angenehmer ist es halt von der Experience, wo du sagst, ich weiß gar nicht, was der richtige Editor dafür ist oder um was es geht.

Und der Agent sagt einfach, Florian, ich habe das Problem gefunden, ich fixe es jetzt für dich und dann mache ich einfach ein neues Deployment und dann funktioniert es. Und das ist halt der große Unterschied. Du musst nicht mehr wissen, wie die Dinge im Detail funktionieren und der Agent kann dir helfen, dass du diese Sachen machst.

Ist es schlau, dass du darauf dann als Nichtwissender ein B2C-Business aufbaust? Bin ich mir vielleicht nicht sicher. Aber wenn es darum geht, dass du selbst Dinge ausprobieren willst, mal für deinen eigenen sozusagen Hausgebrauch, dann würde ich mir nichts dabei denken, weil auch das Security-Thema dann sehr oft vernachlässigbar ist, weil dann hast du halt Applikationen, die laufen jetzt einfach nur auf deinen Computer etc.

Also du musst ja auch nichts im Internet für andere Menschen zugänglich machen, du kannst es ja einfach über den Localhost laufen lassen. Und das ist, glaube ich, einfach ein guter Einstieg, wenn man mal so losstartet und einfach mal probiert zu sagen, oh, mir gefällt halt die Website A, B und C und wie würde das ausschauen, wenn ich es jetzt einfach meine eigene Website mache, die eine Kombination aus dem Ganzen ist und wie lange dauert das und was kann ich dann eigentlich noch alles integrieren?

Lieber Stefan, vielen, vielen Dank für das Gespräch. Du musst unbedingt wiederkommen. Ich will dich dieses Jahr noch gerne mal gerne diese Gespräch weiterführen. Aber ich denke, wir haben mehr als genug heute gelernt, zumindest ich auch persönlich. Und ich denke sehr viel über KI nach. Und es freut mich mal, aus einem Gespräch zu gehen beim Podcast, wo ich mir nicht denke, okay, die Welt geht unter.

Danke dafür.

Vielen Dank für die Einladung, Florian. Kommt gerne nochmal vorbei.

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