Wieder was gelernt - der ntv-Podcast

Putin hat einen neuen Verbündeten: Madagaskar

Donnerstag, 16. April 2026 · 8 min

MP3

Shownotes

+++ Alle Rabattcodes und Infos zu unseren Werbepartnern findet ihr hier: linktr.ee/wiederwasgelernt +++
Russland ist auf der Suche nach neuen Verbündeten in Afrika fündig geworden. Kremlchef Wladimir Putin pflegt ein enges Verhältnis mit der Militärregierung in Madagaskar - und bietet ihr einen simplen Deal an.

Text und Moderation: Kevin Schulte (x.com/SchulteKev)
Sie haben Fragen? Schreiben Sie eine E-Mail an podcasts@ntv.de

Sie möchten "Wieder was gelernt" unterstützen? Dann bewerten Sie den Podcast gerne bei Apple Podcasts (podcasts.apple.com/de/podcast/wieder-was-geler…) oder Spotify (open.spotify.com/show/6w5kuaVaPvVDWGdPLXkONh).

Dieser Podcast wird vermarktet von Julep Media: sales@julep.de

Wir verarbeiten im Zusammenhang mit dem Angebot unserer Podcasts Daten. Wenn Sie der automatischen Übermittlung der Daten widersprechen wollen, melden Sie sich hier: datenschutz@julep.de

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Russland ist auf der Suche nach neun Verbündeten in Afrika fündig geworden. Kreml-Chef Wladimir Putin pflegt mittlerweile ein enges Verhältnis mit der Militärregierung in Madagaskar und bietet ihr einen simplen Deal an. Darum geht es in dieser Folge von Wie der was gelernt, das ist der Podcast von NTV.

Mein Name ist Kevin Schulte. Ich sage danke fürs Zuhören und abonnieren Sie den Podcast. Auch gerne hinterlassen Sie fünf Sterne bei Spotify und bei Apple. Das würde uns riesig freuen. Vielen Dank dafür und jetzt geht's rein in die neue Folge. Russland gehen die Partner abhanden. Auf Venezuela hat der Kreml keinen Einfluss mehr, seitdem die USA Nicolás Maduro entführt und außer Landes gebracht haben.

Der Iran ist schwer unter Druck, das Mullah-Regime angeschlagen, zittert um den Machterhalt. In Kuba gehen wortwörtlich die Lichter aus. Wladimir Putin muss sich nach neuen Verbündeten umschauen. Der Kreml-Chef ist bereits fündig geworden und zwar auf der viertgrößten Insel der Welt. Madagaskar vor der Südostküste Afrikas ist nach einem Militärputsch im vergangenen Herbst voll auf Russland-Linie.

Ich möchte mich ganz besonders bei meinem Bruder, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, für diese Spenden bedanken. Das hat Michael Randriani-Riener gesagt. Der Oberst ist seit dem Militärputsch im Oktober Interimspräsident von Madagaskar. Ende Februar hat er bei einer feierlichen Zeremonie auf dem zentralen Flughafen der Insel Kampfhubschrauber, LKW und Reis in Empfang genommen.

Alles aus Russland. Eine Spende des Kreml. Dies markiert die Fortsetzung der langjährigen brüderlichen Beziehungen zwischen Madagaskar und Russland. Wir werden sie wiederbeleben und stärken, hat Michael Randry Anirina gesagt. Die brüderlichen Beziehungen sollen künftig so aussehen. Moskau liefert Waffen und anderes Kriegsgerät, hilft bei der Ausbildung madagassischer Soldaten.

Mehrere Einheiten des madagassischen Militärs sollen an den Trainings teilnehmen. Madagaskar sei zur Kooperation mit allen Staaten bereit. Aber schon früher habe das Land sein Militärequipment eben aus Russland bekommen, berichtet der TV-Sender Afrika News mit Sitz in Frankreich unter Bezugnahme auf Aussagen der aktuellen madagassischen Regierung.

Der vorherigen Regierung, es um die Zusammenarbeit mit Russland zu erzeugen. Die Moskau hat die Militär-Equipment zu den Indian Oceanien und hat eine Delegation zu trainieren, die Armee in den Einsatz zu nutzen, die Malagasy Presidency sagte, Wednesday. Die Training will cover different types of equipment. Various military units, based in the capital Antananarivo, will take part.

The Presidency said it's willing to work with all countries, but said historically Madagascar has sourced its military equipment from Russia. The country has been in political transition since October, when weeks of youth-led protests over power and water shortages forced out then-President Andrei Rajoye Lina.

Der aktuelle Machthaber des riesigen Landes kann die Lieferung aus Russland gut gebrauchen. Madagaskar ist seit Jahrzehnten ein Krisenstaat. Fast drei Viertel der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Es fehlt an elementarsten Dingen der Grundversorgung. Strom, Trinkwasser, Essen. Menschen sterben vor Hunger oder verdursten.

Russland intensiviert die Beziehungen zu Madagaskar, aber nicht aus humanitären Gründen. Der Inselstaat im westlichen Indischen Ozean ist vor allem geopolitisch wichtig. Madagaskar hat große Metall- und Mineralschätze. Madagaskar ist der viertgrößte Kobalt-Exporteur der Welt. Im Boden schlummern zudem große Mengen Grafit und seltene Erden.

Wichtige Rohstoffe für die Batterieproduktion und Hightech-Geräte. Auch die Lage macht Madagaskar interessant. Das Land liegt an einer wichtigen Öltransportroute am Kanal von Mosambik. Etwa ein Drittel des weltweiten Rohöls passiert die Route zwischen Mosambik am afrikanischen Festland und Madagaskar. Im Herbst hat es in dem Inselstaat Unruhen gegeben.

Wochenlang sind die Menschen massenweise auf die Straßen gegangen. Es hat viele Tote gegeben. Im Oktober hat das Militär den langjährigen Präsidenten Andrei Rajoylina gestürzt. Russland hat die Situation für sich genutzt und schnell Kontakte zur neuen Militärführung um Michael Randriani-Rina aufgebaut.

Putin hat 40 Soldaten und Waffen nach Madagaskar geschickt. Erstmal eine eher symbolische Aktion. Wenig später sind Vertreter der russischen Staatsbank hinterhergekommen, um den Handel anzukurbeln in Madagaskar. Russland hat auch günstige Treibstofflieferungen versprochen. Der Interimspräsident hat sich bedankt, indem sein allererster Staatsbesuch nach Moskau ging, nicht nach Paris, wie eigentlich üblich in Madagaskar zur alten Kolonialmacht in Frankreich.

Ein symbolischer Bruch mit der Vergangenheit. Following the military-led ouster of its previous government in October last year, Madagascar's leadership is strengthening cooperation with Russia. Präsident Michael Randriani-Rina traveled to Moscow in February, the first visit by a Malagasy leader in nearly 50 years.

He's led what he calls a re-foundation since taking power after weeks of youth-led unrest, which began as protests over power and water shortages. During his Russian visit, he highlighted the nation's ambition to engage with a diverse array of nations, including the BRICS Alliance. Security cooperation with Moscow has already begun. Es gibt die Militär-Equipmenten zu den Islandern und eine Szent-Delegation zu trainieren, die Arme in den Einsatz zu tun.

Other targeteden sectors include agriculture, mit projects involving Russian fertilisers und seeds, als Madagascar's mineral resources. Randry Anirina hat gesagt, dass ein Militärkomitee mit einem Transitional-Grunden regelt werden wird, mit neuen Entscheidungen zu geben, die innerhalb von zwei Jahren in den letzten Jahren stattfindet.

Bei dem Treffen in Russland haben Putin und Randry Anirina nicht nur eine engere militärische Zusammenarbeit vereinbart. Auch im Gesundheits- und Landwirtschaftssektor wollen beide Länder miteinander kooperieren, genauso im Bildungsbereich. Junge Erwachsene aus Madagaskar sollen an russischen Hochschulen ausgebildet werden.

Für die Militärregierung in Madagaskar ist der Kreml vor allem als Sicherheitspartner wichtig. Die neue Führung ist nur knapp sieben Monate nach dem Putsch noch sehr fragil. Zuletzt gab es einen Attentatsversuch auf den Übergangspräsidenten, offenbar organisiert von einem verfeindeten Oberst innerhalb des Militärs.

Das neue Regime fühlt sich verletzlich, zitiert Bloomberg den Politikwissenschaftler Thierry Virculan vom Französischen Institut für internationale Beziehungen. Er sagt, die Russen kommen mit einem Deal. Sicherheit im Austausch gegen politischen Rückhalt. Die Drähte in den Westen hat Madagaskars Militärregierung aber noch nicht gänzlich gekappt.

Nach dem Besuch in Moskau ist Randriani Rina nach Frankreich gereist und hat sich mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron getroffen. Madagaskar versucht sich also an einer Art Schaukelpolitik zwischen den Großmächten Russland auf der einen und die EU mit Frankreich auf der anderen Seite. Was im Westen gut ankommt, Randri Anirina hat nach dem Putsch angekündigt, innerhalb von zwei Jahren Präsidentschaftswahlen durchführen zu wollen.

Bei Bloomberg heißt es unter Bezug auf Analysten, er suche nach einem Schutzschild gegen den Druck Frankreichs und der Europäischen Union, die Demokratie wiederherzustellen. Das sei das Motiv von Randri Anirina. Aber Frankreich ist nach China immer noch der wichtigste Handelspartner von Madagaskar. Russland ist da nicht mal unter den Top 20. In der wirtschaftlichen Bedeutung gibt es also ein deutliches Gefälle.

Noch, denn Madagaskar will Russland enger an sich binden, um den Druck auf die Europäische Union erhöhen zu können. Für das afrikanische Land sei die Kuschelei mit Russland eine Zitat Absicherung gegen Frankreich und die EU, um sie zu weiteren Zugeständnissen zu drängen. So wird der auf Afrika spezialisierte Risikoanalyst Sean Ducey von Bloomberg zitiert.

Und weiter sagt er, wenn sie Russland in der Hinterhand haben, hat die Europäische Union nicht mehr denselben Würgegriff auf sie. Das war wieder was gelernt, der NTV-Podcast über Russlands enges Verhältnis zu Madagaskar. Ich bin Kevin Schulte, sage Danke fürs Zuhören. Tschüss und auf Wiederhören. Bis zum nächsten Mal.

0:00 / 0:00