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Trump droht Oman mit Bomben: Hat Maskat den Hormus-Bogen überspannt?

Mittwoch, 19. August 2026 · 10 min

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Das Weiße Haus verspricht wochenlang, dass eine Einigung mit dem Iran kurz bevorsteht und die Straße von Hormus wieder geöffnet werden kann. Eine entscheidende Rolle bei den Verhandlungen spielt der Oman. Der Golfstaat ist mit den USA verbündet. Doch Präsident Trump hat den Eindruck: Das Sultanat hintergeht uns.

Moderation? Christian Herrmann (n-tv.de/autoren/Christian-Herrmann-article2158…)
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Das Weiße Haus verspricht wochenlang, dass eine Einigung mit dem Iran kurz bevor steht und dass die Straße von Hormuz wieder geöffnet werden kann. Eine entscheidende Rolle bei den Verhandlungen spielt der Oman. Der ist mit den USA verbündet. Doch Präsident Trump hat den Eindruck, der Golfstart hintergeht uns. Darum geht es in dieser Folge von Wieder was gelernt.

Abonnieren Sie den Podcast gerne überall, wo es Podcasts gibt. Und wenn Sie Wieder was gelernt unterstützen möchten, freuen wir uns über eine Bewertung bei Apple Podcasts oder Spotify. Ich bin Christian Herrmann, hallo und herzlich willkommen. Das Sultanat Oman ist ein Traum aus tausend und einer Nacht.

Der Golfstaat hat Wüsten, Oasen in Flussbetten und eine lange Küste entlang des Arabischen Meeres und des Golfs von Oman. Das Land ist ungefähr so groß wie Deutschland, aber dünn besiedelt. In der Dünenregion wohnen Bedouin. Die meisten der knapp 5 Millionen Einwohner leben allerdings in der Hauptstadt Maskat.

Mehr als 600.000 Menschen haben sich in der Hafenstadt am Golf von Oman niedergelassen. Fast die Hälfte von ihnen stammt aus dem Ausland, vorwiegend aus Indien. Das Sultanat besitzt eine Verfassung, ist aber eine absolute Monarchie. Die vom Sultan ernannten Minister und die zwei nationalen Parlamente haben nur beratende Funktionen.

Diese Beratung kann Sultan Haitham bin Tariq derzeit aber gut gebrauchen. Denn der Oman grenzt auch an die Straße von Hormuz und ist dafür verantwortlich, mit dem Iran eine Wiedereröffnung der Meerenge für die Schifffahrt auszuhandeln, ohne die USA zu verprellen. Denn die sind ein wichtiger Verbündeter des Sultanats.

Bisher scheint dieser Plan nicht aufzugehen. Einem Bericht zufolge hat US-Präsident Donald Trump damit gedroht, den Oman zu bombardieren, sollte das Sultanat die Verhandlungen mit dem Iran über die Straße von Humus behindern. Wenn der Oman uns im Weg steht, werden wir sie in Schutt und Asche legen, soll der US-Präsident einem Fox-News-Reporter gesagt haben.

Es ist nicht das erste Mal, dass Donald Trump den Eindruck hat, dass der Oman sich nicht benimmt, wie er sagt, sondern alle hintergeht. Die USA und auch die anderen Golfstaaten bei den Verhandlungen mit dem Iran. Bereits vor knapp drei Monaten war der US-Präsident wütend auf das Land. Das Sultanat dürfe sich bei der Wiedereröffnung der Straße von Humus nicht auf die Seite des Iran stellen, sagte Trump damals bei einer Kabinettssitzung.

Der Oman müsse sich benehmen, forderte er. Andernfalls müssten die USA das Land in die Luft jagen. Mark Jonathan Sievers war von 2016 bis 2019 der US-Botschafter in Maskat. Der Diplomat kann sich vorstellen, dass die Drohung für den Oman belastend ist, aber nicht, dass Trump es wirklich ernst meint. Der Diplomat sagte im Interview aber auch, der Oman ist an seiner Lage nicht ganz unschuldig.

Der Oman verhandelt seit Beginn des Konflikts mit dem Iran über die Straße von Hormuz weitgehend auf eigene Faust, ohne Koordination mit den Golfstaaten, wenig Koordination mit den USA. Ich weiß also nicht genau, was Präsident Trump diesmal aufgeschreckt hat, aber es ist nicht das erste Mal, dass er diese Drohung ausstrahlt.

Das Problem des Humanen sieht so aus. Der Iran hat festgestellt, dass er den USA militärisch nicht ebenbürtig sein muss, um ihnen das Leben schwer zu machen. Vor dem Krieg haben die Gas- und Ölstaaten am Persischen Golf, also Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Kuwait, der Irak und auch Bahrain, jeden Tag ungefähr 20 Millionen Barrel Öl durch die Straße von Humus in die Welt verschifft.

Seit die USA gemeinsam mit Israel im Krieg gegen den Iran sind, ist klar, ist diese Route nicht oder nur teilweise passierbar, steigen die Ölpreise weltweit und damit die Benzinpreise auch in den USA. Auch Düngemittel werden durch die Straße von Humus verschifft, Lebensmittel werden also auch teurer, Schiffsversicherer und Reedereien leiden ebenfalls, auch dadurch steigen die Preise.

Das versucht das Regime in Teheran auszunutzen. Die Botschaft an die USA lautet, ihr könnt mit Raketen unsere Brücken und Straßen zerstören, aber wir können dafür sorgen, dass die ganze Welt dafür einen Preis bezahlt. Damit dieses Drohszenario aber funktioniert, muss der Oman mitspielen, sagt der deutsch-iranische Journalist und Nahost-Experte Bamdad Esmaili.

Denn der Iran liegt nördlich der Straße von Hormuz, der Oman südlich davon. Da kann man sagen, Oman spielt da natürlich seit Jahrzehnten eine Sonderrolle. Muscat ist weder enger Verbündeter der Islamischen Republik, noch wird es von Teheran als Gegner wahrgenommen. Oman hat Gesprächskanäle zu Iran, zu den Golfstaaten und zu den USA offengehalten und schon mehrfach zwischen Washington und Teheran vermittelt.

Und dazu kommt die Geografie. Oman liegt direkt an der Straße von Hormuz. Und wenn es um Schiffsfahrtrouten, Sicherheit oder Minenräumung geht, kommt man da an Oman einfach kaum vorbei. Und dieses Vertrauen sollte man aber nicht romantisieren. Die Mullahs vertrauen Oman nicht aus Freundschaft, sondern weil das Land für sie ja berechenbar ist.

Und noch etwas ist entscheidend. Oman versucht traditionell nicht, Teheran öffentlich vorzuführen. Und für die Machthaber im Iran ist das wichtig, weil die Kompromisse dann zu Hause leichter als ein Erfolg verkauft werden können. Der Iran erwartet Gegenleistungen, wenn die Straße von Hormuz uneingeschränkt für die Schifffahrt geöffnet werden soll.

Sanktionen sollen aufgehoben und eingefrorene Gelder freigegeben werden. Das Regime möchte außerdem, dass Öltanker und andere Schiffe in Zukunft für die Passage der Meerenge eine Transitgebühr bezahlen. Die Nachrichtenagentur Reuters hat Anfang August unter Berufung auf zwei Regierungsvertreter aus der Region sowie unter Berufung auf einen Insider aus dem Iran berichtet, dass Teheran eine Transitgebühr in Höhe von 5 bis 7 Prozent des Frachtwerts vorschwebt.

Das könnte dem Iran täglich mehrere Millionen Dollar einbringen. Unabhängig von der Höhe ist klar, eine Maut- oder Transitgebühr wäre ein Präzedenzfall für die globale Handelsschifffahrt. Führende Schifffahrtsverbände haben sich bereits in einem offenen Brief bei der UN-Schifffahrtsorganisation IMO beklagt, dass die Abgabe den international anerkannten rechtlichen Rahmen für Meerengen untergraben würde.

Sie verlangen, dass die Durchfahrt für alle Schiffe diskriminierungsfrei und kostenlos bleiben müsse. Denn das UN-Seerechtsübereinkommen besagt, dass alle Schiffe ein Anrecht auf Transitdurchfahrten durch Meerengen haben, ohne Beschränkungen und Gebühren. Das ist die Grundlage des internationalen Seehandels.

Außerdem würden Schiffe und Reedereien Gefahr laufen, dass sie mit der Zahlung der Gebühr gegen US-Sanktionen verstoßen. Der Iran hatte zum Beispiel erst im Mai eine neue Behörde für die Regulierung der Wasserstraße gegründet. Nur wenig später wurde sie bereits von der US-Regierung mit Sanktionen belegt.

Wer diese Transitgebühr also zahlt, muss damit rechnen, dass die eigenen Vermögenswerte eingefroren werden. Die Schifffahrtsversicherer von Lloyds haben außerdem klargestellt, dass der Versicherungsschutz für Kriegsrisiken erlischt, sollte ein Schiff eine Transitgebühr an den Iran für die Route entrichten.

Es scheint offensichtlich, abgesehen vom Iran hätte eine Transitgebühr keine Gewinner. Vermutlich auch deshalb hatte US-Präsident Trump wiederholt erklärt, er werde keine Gebühren für die Durchfahrt akzeptieren. Das scheint bei Sultan Haitham bin Tariq aber nicht angekommen zu sein. Der Oman soll zwar nicht wie der Iran 5 bis 7 Prozent des Frachtwerts für die Passage verlangen, der kleine Golfstaat scheint aber auch nicht ganz darauf verzichten zu wollen.

Wie Reuters berichtet, soll er die Einführung einer Gebühr von etwa 3% des Warenwerts anstreben. Es kann das Sultanat also eigentlich nicht überraschen, dass Trump empfindlich auf diese Pläne reagiert. Werden die USA den Oman also bombardieren? Wahrscheinlich nicht. Die Führung des Golfstaats sollte den Bogen bei den Verhandlungen mit dem Iran aber auch nicht überspannen.

Denn US-Präsident Trump hat bereits eine andere Idee, wie es mit der Straße von Humus weitergehen könnte. Diese dürfte aber weder dem Iran noch dem Oman gefallen. Bei einer Veranstaltung im US-Bundesstaat New York sagte er vor kurzem schmunzeln, dass er die Straße von Humus nach Kriegsende einfach zu IS-Territorium erklären könnte.

Dann würde nur Donald Trump an den Gebühren bringen. der Städte der Städte? Ich denke, es ist eine gute Idee. Wir kontrollieren es mit der Blockade. Wir haben eine Blockade. Wir kontrollieren es mit der Blockade. Und ich liebe die Idee, dass es ein Territory ist. Wir haben totalen Kontrollen. Sie können es nicht mehr so sein.

Das war wieder was gelernt. Ich bin Christian Herrmann. Tschüss und bis zum nächsten Mal.

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