Wieder was gelernt - der ntv-Podcast

Ukraine will die Todeszone nach Russland tragen - aber Elon Musk ist dagegen

Mittwoch, 12. August 2026 · 9 min

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Der Ukraine steht erneut ein schwerer Kriegswinter bevor. Ihr fehlen Luftabwehrraketen, um ballistische Raketen aus Russland abzuschießen. Plan B lautet deshalb: Wir zerstören die Startrampen - in Russland. Doch dafür benötigt die Ukraine die Unterstützung von Elon Musk und Starlink. Der Tesla- und SpaceX-Chef jedoch wiegelt ab. Die Hoffnungen ruhen auf Donald Trump.

Moderation: Kevin Schulte (x.com/SchulteKev)

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Der Ukraine steht erneut ein schwerer Kriegswinter bevor. Ihr fehlen Luftabwehrraketen, um ballistische Raketen aus Russland abzuschießen. Plan B lautet deshalb, wir zerstören die Startrampen in Russland. Doch dafür benötigt die Ukraine die Unterstützung von Elon Musk und Starlink. Der Tesla- und SpaceX-Chef jedoch wiegelt ab. Die Hoffnungen ruhen deshalb auf Donald Trump.

Darum geht es jetzt hier im Podcast. Wieder was gelernt von NTV. Sie finden diese und alle anderen Folgen auf ntv.de und in der ntv-App bei RTL Plus und auf allen anderen bekannten Podcast-Plattformen. Ich bin Kevin Schulte, hallo. So gut die Ukraine derzeit gegen die russischen Angreifer im Krieg dagegen hält, so sorgenvoll schaut das Land auf den nächsten Kriegswinter.

Russland wird wieder massiv das ukrainische Stromnetz und die Energieinfrastruktur attackieren. Kiew droht ein Winter ohne Strom, ohne Wärme, ohne Wasser und Nahrung, hat mein Kollege Dennis Trubetskoy vor wenigen Tagen in einem Text für NTV.de aus der Ukraine berichtet. Zumal Kiews Armee ein Patriot-Problem hat. Der Bestand an den Luftabwehrraketen aus den USA ist zuletzt dramatisch geschrumpft.

Die Amerikaner haben selbst kaum noch welche, die sie der Ukraine schicken können, vor allem wegen des Irankrieges. Das Zentrum für strategische und internationale Studien schätzt, dass die USA derzeit nur noch etwa 800 der modernsten Patriot-Raketen haben. Vor dem Irankrieg waren es demnach noch über 2300.

Trump sagt, Biden habe zu viel Kriegsgerät an die Ukraine gegeben. Jetzt würde man die Vorräte wieder auffüllen, man sei in bester Verfassung. Und wir, benutzen munitions, Sie sind sehr stark, sehr gut, aber wir hätten sie nicht benutzt, wir könnten etwas anderes benutzen. Aber diese sind ein bisschen älterer Typ, egal wie effektiv.

Und es sind Dinge, die wir so viel haben. Plus, wir haben Supplungen von Munitionen all over the world, und wenn wir sie ever needed, dann nehmen wir sie. Wir haben Supplungen all over the world, aber wir sind in sehr, sehr gut shape. Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky war vor zwei Wochen im Weißen Haus bei Donald Trump zu Gast und hat dem US-Präsidenten dort seinen Plan für den Kriegswinter vorgestellt.

Zelensky hat Trump laut The Atlantic darum gebeten, 300 weitere Patriot-Raketen zu bekommen. Aber Trump zögert. Die Ukraine muss deshalb einmal mehr kreativ werden. Im Mittelpunkt der Überlegungen steht Starlink, das weltumspannende Satellitennetzwerk von SpaceX, dem Raumfahrtunternehmen von Elon Musk.

Das Starlink-Netzwerk besteht aus einem Schwarm kleiner Satelliten, die ständig in Bewegung sind und untereinander kommunizieren. Sie fliegen in 550 Kilometern Höhe um die Erde und damit viel tiefer als andere Satelliten. Wenn man per Starlink ins Internet will, dann braucht man dafür nur eine spezielle Starlink-Antenne, die etwa so groß ist wie ein Pizzakarton.

Die Ukraine will das Satelliten-Internet von Elon Musk für Angriffe auf russischem Boden einsetzen. Starlink sei eine schnellere und kostengünstigere Antwort auf die Bedrohung durch ballistische Raketen aus Russland. Bislang erlaubt Musk den Ukrainern Starlink nur auf ukrainischem Boden einzusetzen, einschließlich der Krim und der anderen von Russland besetzten Gebiete.

Mit den Starlink-fähigen Drohnen hat die Ukraine die sogenannte Killzone geschaffen auf dem eigenen Territorium, erklärt Oberst Markus Reisner vom österreichischen Bundesheer im NTV-Interview. In diesen 50 Kilometer breiten Todesstreifen, in dieser Killzone, ist es fast unmöglich, tatsächlich in die Offensive zu gehen und auch sehr schwer in der Defensive zu bleiben, weil alles, was sich bewegt, von diesen Drohnen angegriffen wird.

Das begünstigt natürlich den Verteidiger, denn der Angreifer müsste ja praktisch gelähnt in Besitz nehmen, kann es aber kaum, weil er sich eben nicht aus der Deckung herauswagen kann. Oder wenn er es tut, wird er sofort quasi Opfer von den Drohnen einhalten. Für Angriffe tief in Russland muss die Ukraine bislang auf KI-gestützte Bordsysteme ausweichen. Damit kann die Armee zwar Ölraffinerien ins Visier nehmen.

Das sind allerdings große, statische Gebäude. ballistische Raketen werden aber oft von Raketenwerfern aus abgefeuert, die zum Beispiel auf LKW-Ladeflächen montiert sind. Für die Ukraine sind diese Ziele in Russland nicht zu treffen. Die Ukraine will das aber künftig auch schaffen, auch diese mobilen russischen Ziele angreifen.

Und Starlink bietet die präziseste verfügbare Möglichkeit, ukrainische Drohnen auf die russischen Raketenwerfer zu lenken, schreibt Sea Atlantic und zitiert den ukrainischen Drohnenunternehmer Dennis Stielermann. Er sagt, statt die Pfeile abzuschießen, würden wir die Bogenschützen treffen und könnten die Killzone auf 500 Kilometer ausweiten.

Bislang feuert die Ukraine teure Patriot-Abfangraketen auf fliegende russische Raketen die Pfeile. Stattdessen will Kiew jetzt aber die mobilen Abschussrampen tief im russischen Hinterland zerstören. Also die Bogenschützen will man treffen. Doch der Starlink-Chef lehnt das bisher ab. Zelensky hätte bei seinem Besuch in den USA zuletzt gerne persönlich mit Elon Musk darüber gesprochen.

Doch der reichste Mensch der Welt hat die Einladung zum Gespräch nicht angenommen. Ob US-Präsident Trump schon mit Musk darüber gesprochen hat, ist nicht bekannt. Wenn, dann hat es zumindest noch nichts gebracht. Musk beharrt darauf, dass die Ukraine bei Angriffen in Russland weiterhin nicht auf seine Technik setzen darf.

Musk hadert insgesamt mit seiner Rolle im Krieg. Starlink war nicht dafür gedacht, in Kriege verwickelt zu werden. Es war dafür gedacht, dass die Menschen Netflix gucken und sich entspannen können, für die Schule online gehen und gute, friedliche Dinge tun können, keine Drohnenangriffe. Wurde Musk schon vor drei Jahren von seinem Biografen Walter Isaacson zitiert.

Der Starlink-Chef will, dass der Krieg endet und drängt laut Medienberichten weiter auf ein Abkommen zwischen Russland und der Ukraine. Dass Russland derzeit aber keine Anstalten macht, ein Kriegsende zu wollen und damit ein Deal weit entfernt ist, scheint Musk nicht zu beachten. Bei seinem Besuch in Washington soll Zelensky deshalb Trump gebeten haben, bei Musk ein gutes Wort einzulegen für die Ukraine.

Zelensky soll gesagt haben, sein Land brauche dringend noch vor dem Winter eine Möglichkeit, sich gegen den russischen Raketenhagel zur Wehr zu setzen. Ansonsten könnten die Kreml-Truppen erneut versuchen, das Stromnetz der Ukraine komplett lahmzulegen. Auch der vor kurzem entlassene ukrainische Verteidigungsminister beißt bei Musk auf Granit.

Mikhailo Fedorov hatte zuletzt ebenfalls versucht, den Billionär umzustimmen. Fedorov war es auch, der Berichten zufolge in den vergangenen Monaten von den Ukrainern den besten Draht zu Musk hatte. Auch Trump hält Zelensky hin. Trotzdem ist der US-Präsident die einzig realistische Hoffnung für den ukrainischen Präsidenten.

Denn aus dem Umfeld des entlassenen Verteidigungsministers heißt es, Fedorov habe von Musk die Zusicherung bekommen, dass eine Erlaubnis zum Starlink-Einsatz auch in Russland möglich sei, wenn Trump das anordnet. Noch aber ziert sich der US-Präsident, das Gespräch mit Musk darüber zu suchen, möglicherweise weil Trump die Reaktion von Russland fürchtet.

US-Technologie auf russischem Boden einzusetzen, das birgt Risiken und wäre vielleicht auch eine neue Qualität aus seiner Sicht. Und die Drohungen sind längst da natürlich aus Russland. Moskau hat bereits angekündigt, Starlink-Satelliten ins Visier zu nehmen, sei es durch Störsender, durch Hackerangriffe oder sogar, indem man sie im Weltall aus der Umlaufbahn schießt, schreibt The Insider.

Hinzu kommt, dass Zelensky zuletzt ausgerechnet seinen erfolgreichen Verteidigungsminister entlassen hat, der den besten Kontakt zu Musk gepflegt hat. Das hilft der Ukraine natürlich auch nicht. Das war Wieder was gelernt. Wenn es Ihnen gefallen hat, lassen Sie gerne ein Abo da und verpassen Sie auch in Zukunft keine Folge mehr von Wieder was gelernt, dem NTV-Podcast.

Ich bin Kevin Schulte, sage Tschüss und bis zum nächsten Mal und habe jetzt zum Abschluss auch noch einen Hörtipp für Sie und zwar NTV Sport. Den Podcast-Feed haben wir zur Fußball-WM gestartet, aber der wird auch weiter bespielt. Wir haben bereits Folgen aufgenommen zum natürlich aktuell laufenden FIFA-Knaller, zum FIFA-Skandal rund um Gianni Infantino.

Also NTV Sport ist die Adresse und der Link dazu, den finden Sie auch in der Folgenbeschreibung hier in den Shownotes. Bis dann.

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