Wissensreisende

WR143 - Von San Francisco nach New York in weniger als 90 Tagen

Freitag, 7. Juni 2024 · 40 min

MP3

Shownotes

Als Horatio Nelson Jackson am 18.05.1903 die Clubbar des San Francisco University Clubs betritt, hat er noch keine Ahnung, dass an diesen Tag der Grundstein für seinen Einzug in die Geschichtsbücher gelegt wird. Wie Phineas Fogg in Jules Vernes Buch geht er eine Wette ein. Nämlich, dass es ihm als erstem in der Geschichte gelingen wird mit einem Automobil die gesamten USA von Westen nach Osten zu durchqueren.
Und dabei besitzt Jackson nicht mal ein Auto...
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#Horatio Nelson Jackson #Automobil #Wette #Neuere und neueste Geschichte #Nordamerika

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Bitte geben Sie Ihre Koordinaten. Ein neuntausendsiebenhundert Kilometer nach Westen, 81 Jahre in die Vergangenheit. Was? Reisende. Hallo und willkommen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, es ist wieder Freitag und das heißt, es ist wieder Zeit, uns hier in unserem Raumzeit Schiff am Raumzeitisch einzufinden und einer Geschichte zu lauschen und wir unser Format schon kennt, der dürfte auch wissen, wenn ich anmoderiere hoffe ich immer gleich, dass Jan eine Geschichte mitgebracht hat und ich guck mal rüber, er hat so ein Verschmitztes lachen. Heißt das du hast eine Geschichte oder ich habe eine? Geschichte dabei.

Hallo da draußen. Los geht das, weil ich weiß ja, die Anmoderation ist harte Arbeit, dementsprechend entspann dich. Ich habe eine schöne, schöne Geschichte mitgebracht. Das ist fein. Als ich angefangen habe, dieses Thema zu recherchieren, habe ich mal Google Maps aufgemacht und im Routenplaner erfragt, wie lange es laut Google dauert mit dem Auto von der Westküste der USA zur Ostküste der USA zu fahren oder genauer von San Francisco bis nach New York. Dass es eine zurückzulegende Entfernung von ungefähr viertausendsechshundert Kilometern und das dauert etwas weniger als 2 Tage, natürlich reine Fahrzeit und das Verkehrsaufkommen darf auch nicht zu hoch sein. Das geht halt wie gesagt nur bei

absolut dauerhafter Fahrt. Aber wenn man sich überlegt, man wäre mit 3 Leuten in einem Auto unterwegs und alle könnten fahren, dann ließe sich das grundsätzlich machen und bewerkstelligen. Hundertprozentig. Zumal du, wenn du aus den Metropolregionen beziehungsweise aus der einen Metropolregion raus bist und bevor du in die andere rein fährst, hast du in der Mitte einfach so wenig überhaupt ein Verkehrsaufkommen, dass du damit rechnen kannst, einfach durchfahren zu können. Aber so einfach durchfahren konnte man natürlich nicht immer.

Und heute gehen wir in ne Zeit zurück, in der die pferdelose Kutsche oder das Automobil noch ne echte Neuheit war und es noch verdammt viele Menschen in den USA gab, die noch nicht mal in ihrem Leben ein Auto gesehen haben. Insbesondere in den ländlichen Gebieten weit, weit weg von den Metropolen. Wir springen zum Start unserer Geschichte zum 18.5. Neunzehnhundertdreiund.

Der Ort des Geschehens ist San Francisco. Wir stehen hier wunderschönerweise, weil es ist ja auch angenehm mit unserem Raumzeitschiff in einer Bar, und zwar in der Club Bar des San Francisco University Club. Und wir sehen gerade einen rechtsstaatlichen Mann die Bar betreten. Das ist der Hauptcharakter unserer heutigen Geschichte. Ein Mann mit dem schwungvollen Namen Horatio Nelson Jackson. Ansonsten würde er namentlich wahrscheinlich auch dem Briten zu nahe kommen.

Hier einige kurze Worte zu diesem Mann vor dem Datum, an dem wir uns gerade befinden, also was er vorher so alles gemacht hat, er wurde am 25 März 1872 in Toronto in Kanada als Sohn von Samuel Nelson Jackson und Mary Ann Parkin Jackson geboren zu seinen Geschwistern gehörten zum Beispiel John Holmes Jackson, der mehrere Amtsperioden als Bürgermeister von Burlington Vermont tätig war, und der Bruder Hollister Jackson, der als Lieutenant Governor von Vermont diente.

Ratio selber besuchte die Schule in Toronto und später das Collegioet Institut in Toronto. Er ging in die USA und schloss 1893 sein Studium an der University of Vermont mit dem Doktortitel ab, er wurde Arzt und praktizierte in Brettleboro und dann später auch in Burlington, wo er sein Bruder auch später noch Bürgermeister wurde.

Er heiratete Burfer Richardson Wells, die Tochter von William Wells, der als Partner von Wales, Richardson und Co. Einer der reichsten Männer in Vermont war. Da seine Firma ein beliebtes rezeptfreies Arzneimittel namens Paint Sellery Compound produzierte. Seine Praxis lief gut und die Tatsache, dass der Vater seiner Frau so reich war, war sicher für die beiden auch nicht unbedingt schlecht. Aber kommen wir doch wieder mal zum Mai Neunzehnhundertdreiund Jacksons Besuch in der Bardis Universityclubs. Seine Clubkollegen, so schrieb Jackson später, diskutierten über die Schwierigkeiten, die bei der Fahrt mit einem Auto über den Kontinent zu überwinden wären, und kamen zu dem Schluss, dass es nicht zu schaffen sei.

Dies veranlaßte ihn, so sagte er, die Frage ernsthaft zu erwägen, ob es nicht doch möglich sei. Er hatte keinerlei Erfahrung mit Langstreckenversuchen mit einem Auto, tatsächlich hatte er erst einige Monate zuvor überhaupt Auto fahren gelernt. Er plante eigentlich schon eine transkontinentale Reise zusammen mit seiner Frau, allerdings mit der Bahn, dem damals vernünftigen und bequemen Weg.

Er hatte sich von seiner einträglichen Praxis in Vermont verabschiedet und den Winter 1902 1903 mit seiner Frau an der Westküste verbracht und in diesem angenehmen Klima hatte er sich entschlossen, mit dem neuen Sport des Automobilfahrens zu beginnen. Und dazu hatte er den 22 jährigen Sue Crocker einen Chauffeurmechaniker aus Tacoma eingestellt, um ihn einzuweisen und ihm das Fahren beizubringen.

Die Pläne der Jacksons für ihre Rückkehr nach Vermont waren bereits in vollem Gange, als der Arzt am 18 Mai im Universityclub vorbeischaute. Und es war vermutlich ne sehr, sehr spontane Entscheidung von Jackson, aber er ging an diesem Tag im Club eine Wette ein. Nämlich eine Wette um $50, dass er es als Erster schaffen würde, mit einem Automobil die USA von West nach Ost zu durchqueren, und zwar in weniger als 90 Tagen. Vielleicht war es im ersten Moment auch nur ein dummer Spruch von Jackson, dass er wetten wollte, aber naja, die Wette eines Gentleman ist das Wort eines Gentleman und der Doktor machte sich sofort an die Arbeit. Auch wenn es 90 Tage waren, erinnert die ganze Geschichte ja sofort ein bisschen an pheneas

Fogg, der die Welt in 80 Tagen umrunden will. Jacksons erster Schritt bestand darin, den Chauffeur Crocker zu engagieren und dieser wurde somit zum Passepartout zu Jacksons Phineas Fogg auf der Reise. Procker behauptete, dass einer der 919 103 er winden Tourenwagen mit 20 Pferdestärken ein Produkt der Winden Motor Carrage Company aus Cleveland, das beste Auto für die Herausforderung wäre. Und daraufhin soll Jackson nur gesagt haben, nun gut, sie holen den Wagen und ich kümmere mich um alles weitere. Aber allein schon die Beschaffung des Wagens gestaltete sich komplizierter als erwartet. Der Vertreter der Winden Company in San Francisco hatte nämlich kein Auto auf Lager und alle vom

Werk in Cleveland erwarteten Lieferungen waren schon lange vorbestellt, schließlich. Machten sie einen Winden Besitzer ausfindig, einen Wells Fargo Banker, der bereit war, sich gegen eine, nennen wir es mal Prämie von seinem Auto zu trennen. Zusätzlich zu den $2500, die er dafür bezahlt hatte. Sie einigten sich auf eine solche Prämie von $500,00, was 1903 schon echt ordentlich war und das Geschäft war abgeschlossen.

Wie bereits gesagt, Jacksons Praxis lief gut und die Familienverhältnisse sorgten dann wohl für alles weitere, was die Finanzierung des Abenteuers anzugehen schien. Jackson und Crocker begannen mit der Zusammenstellung der Ausrüstung und der Vorräte, die sie zu benötigen glaubten. Mrs. Jackson wurde mit der fröhlichen Versprechung ihres Mannes, dass er sie innerhalb von 3 Monaten wiedersehen würde, in einen Zug Richtung Osten gesetzt.

Zumindest war das seine Hoffnung. Und seine Unsicherheit war auch nicht ganz unverständlich. Die Herstellerpferdeloser Kutschen wie die meisten Amerikaner sie immer noch nannten, hatten in den wenigen Jahren seit 1896 als Frank und Charles Dureya zum ersten Mal ein Auto aus amerikanischer Produktion verkauften, große Fortschritte gemacht. 1903 sollte die Produktion die elftausender Marke überschreiten und damit sollte die Zahl der sich landesweit in Betrieb befindlichen Automobile auf fast 33 000 ansteigen. Dazu muss man allerdings sagen, ja, einerseits klingt 33000 Autos schon nach einer Menge, wenn man sich die Größe der USA anguckt, ist 33000 so ziemlich überhaupt nichts und dann muss man sich auch wieder die

Unterschiede zwischen Metropolregion wie direkt an der Westküste oder Halt im Osten oder an den großen Seen so Chicago anschauen. Da ist natürlich doch dann ein Auto schon ein bisschen mehr los, aber so dazwischen kennt man keine Autos. Bisher war es noch niemandem gelungen, in einer dieser Maschinen von einer Küste zur anderen zu fahren, obwohl Dutzende von Versuchen unternommen worden waren. In den meisten Fällen lag es auch nicht an den Autos selbst. Das viel größere und teils tödlichere Problem waren die Fahrbedingungen und der und die Straßen. Sind nicht vorhanden.

Straßen. Genau. Ein Kommentator der Jahrhundertwende hatte Amerikas Straßen als minderwertiger als in jedem anderen zivilisierten Land verurteilt, und bis 1903 hatte man in den USA auch nicht wirklich irgendwas unternommen, um diese Anklage zu entkräften. Von einem Ende des Landes zum anderen gab es außerhalb der Städte nicht einen Meter gepflasterter Straßen und weniger als 250 Kilometer gepflastert innerhalb der Städte. Von den insgesamt 2,3 Millionen Straßenkilometern des Landes waren nur ungefähr hundertfünfzigtausend verbessert in Anführungsstrichen, das heißt in der Regel, waren sie mit ner Schotterdecke versehen.

Und fast alle diese verbesserten Straßen befanden sich in den Hauptverkehrskorridoren des Ostens, nicht im Westen. Der Rest mehr als 93% der Zurückzulegenden Gesamtstrecke, war Unbefestigt. Das bedeutete ein Straßennetz, das im Sommer Zentimetertief im Staub lag, das im Winter von gefrorenen Spuren und Frostaufbrüchen durchzogen war, und dass sich bei Regenwetter zu jeder Jahreszeit extrem schnell in Schlamm verwandelte, der in seiner Konsistenz von glitschig bis zu klebrig reichte. So schlecht die Straßen im Osten auch waren, mit einem guten Auto und genügend Pioniergeist konnte ein Autofahrer in dieser Region schließlich sein Ziel erreichen.

Im Westen sah das ganz anders aus, da waren die Bedingungen für Autofahrer nur unwesentlich besser als die Bedingungen, mit denen die ersten planwagenpioniere Generationen zuvor die Ebenen, Berge und Wüsten durchquert hatten. Die Eisenbahnbauer hatten den Westen längs erobert, aber die Straßenbauer hatten noch nicht mal wirklich mit der Aufgabe angefangen. Vielerorts bestand Einestraße lediglich aus ein paar schwach zu erkennenden Spurrillen, die sich bis zum Horizont erstreckten, der irgendwo von Viehzäunen durchzogen war. Das Wüstenland des Südwestens war buchstäblich weglos Bergpfade in den Rockys oder der Sierra Nevada waren selbst für reiterne Herausforderung.

Und als Jackson und Crocker zu ihrem Abenteuer aufbrachen, war noch niemand auch nur annähernd in der Lage gewesen. Hatte ich ja schon gesagt, irgendwie den Kontinent mit einem Auto zu erobern. Ja, und wenn man sich so überlegt, das Erste überhaupt erst mal über die Kaskadenberge zu kommen, ist ja dann schon das das wirklich große erste Problem. Und genau da geht auch das große Problem der beiden schon los. Denn ja, ich hatte ja auf Google Maps geguckt und das sind, wenn du heute fährst, 4600 Kilometer, aber die haben unglaublich viel mehr Kilometer zurückgelegt, um es zu schaffen dahin zu kommen, wo sie hinkommen wollten.

Nun ja, sie brachen auf, und zwar am Samstag, den 23 Mai 1903 um 13:00 Uhr gerade mal 5 Tage nachdem Jackson seine Wette abgeschlossen hatte. So enthusiastisch und entschlossen sie waren, so unschuldig und eigentlich schon fast naiv waren sie auch. Sie hatten keine klare Vorstellung davon, welcher Route sie folgen sollten.

Sie verließen sich auf grobe Karten, Kompaß und Wegbeschreibungen, die sie sich von den Menschen erhofften, die sie unterwegs trafen. Das ist so schön wie wie naiv eigentlich der Gedanke ist, wenn du davon ausgehst, dass Leute, die du da triffst, ja diese nicht vorhandenen Straßen auch nicht wirklich kennen. Die wissen halt, die gehen in die eine Richtung und die gehen in die andere Richtung, aber sie bewegen sich auf diesen Straßen so gut wie gar nicht, und wenn dann wenige Meilen im Endeffekt. Ja, und einmal im Laufe der Reise sollte es sogar noch viel, viel schlimmer kommen, denn einmal wurde ihnen das wirklich zum Verhängnis.

Da sagte ihnen nämlich eine Frau, in welche Richtung sie fahren mussten und deswegen nahmen sie einen Umweg von über 100 Meilen in Kauf. Und im Endeffekt hat sie sie nur da lang geschickt, weil die Route, entlang der sie sie geschickt hat, sie am Haus ihrer Eltern vorbeiführen würde. Und die hatten noch nie in ihrem Leben ein Auto gesehen.

Also dementsprechend. Ja, das ist schon wirklich naiv. Und wenn ich dann jetzt noch mal dazu sage, dass sie in San Francisco leider keinen Ersatzreifen für den Wagen auffinden konnten und sich dann überlegt haben, wir waren oben, oh mein Gott, ist das gleich nochmal das nächste. Aber zunächst mal war die Wahl des Autos ein echter Vorteil der Wahl war gut der. Bünden war ne echt robuste und gut verarbeitete Maschine. Sein wassergekühlter Zweizylinder Motor war mit Schiffsunter den Sitzen auf winkeleisernen Rahmenelementen montiert, er leistete 20 PS, drehte ein Zweifuß messendes Schwungrad und hatte einen Kettenantrieb zu den Hinterrädern.

Die beiden Vorwärtsgänge und der Rückwärtsgang wurden durch ein Paar aus den Bodenbrettern herausragenden Hebel bedient und die Geschwindigkeitsregelung war neu. Anstelle der typischen Vergaserdrosselklappen verfügte der Win über eine kleine, vom Motor angetriebene Luftpumpe, die Druckluft liefert. Um die Öffnung der Einlassventile des Motors zu regulieren.

Je weniger Luftdruck, der über ein Fußpedal gemessen wurde, desto weiter öffneten sich die Ventile und desto schneller lief der Motor. Bremsen gab es nur an den Hinterrädern, außerdem eine Notbremse, die auf das ganze Getriebe wirkte. Der Wagen hatte eine Holzkarosserie und Kotflügel aus Schichtholz und war in Winden rot lackiert. Und das war dann noch schön mit Schwarz abgesetzt. Die Sitze waren aus gepolstertem Leder und das Lenkrad ließ sich zum bequemen Einsteigen neigen.

Ein Merkmal, das Dr. Jackson selber übrigens sehr, sehr gut fand, weil er halt stämmig und Meter 80 groß war und dementsprechend, er wusste das zu schätzen. Es gab weder ein Verdeck noch eine Windschutzscheibe. Im Großen und Ganzen kann man sich das vorstellen wie eine Holzkiste, wo in der Mitte n Motor ist und auf diesem Motor ist ne Holzbank montiert und da ist n Polster drauf und davor ist n Lenkrad. So ungefähr sieht das aus.

Dr. Jackson taufte die Maschine auf den Namen Vermont. Die Rücksitzlehne des Wagens wurde entfernt, um Platz für die Reiseausrüstung zu schaffen und die beiden Männer packten sorgfältig Gummistiefel, ledermäntel und 2 kleidertaschen, Schlafsäcke, Wasserbehälter, Proviant, Kochutensilien und Angelruten, ein Waffenarsenal mit einer Schrotflinte, einem Gewehr und 2 Pistolen, eine Axt, einen Spaten und einen Flaschenzug, Werkzeug, Wagenheber und eine Ausrüstung zur Reifenreparatur und ein Kanister mit 12 Gallonen Benzin, um den eigenen 10 Gallonen Tank des Winden zu ergänzen.

Als erstes nahm sie die Fähre von San Francisco nach Oakland. Sie überquerten die Coast Range und fuhren über den Altamont Path ins Sacramento Valley, um dann weiter nach Norden zu fahren. Nach anderthalb Tagen Fahrt über die allgemeinen guten Straßen erreichten sie Sacramento, nachdem sie etwa 125 Meilen zurückgelegt hatten.

Dort übernachteten sie am Montag den 25 Mai, kauften eine Acetylenscheinwerferlampe und ordneten die Ausrüstung im Fahrzeug. Perfekter, so wie Dr. Jackson das ausdrückte. Die Scheinwerferlampe das war das erste Stück Technologie, was sie an dem Wagen ausgetauscht haben, weil sie einfach festgestellt haben, dass in völliger Dunkelheit diese blöden kleinen Laternen, die da vorne dran waren, einfach überhaupt nichts gebracht haben.

Sie wollten dann den direkten Weg nach Osten nehmen, parallel zu den Gleisen der Southern Pacific über die Sierra Nevada. Aber man sagte ihnen, dass der Schnee die Straßen blockiere, die. Berichte über schneegesperrte Pässe hielten an, als sie durch das frühlingshafte Sacramento Valley weiterführen. Ja, im Tal kann es schon sehr frühlingshaft sein und auf den Bergen liegt noch richtig Schnee. In Oroville gaben sie den Versuch auf, die Sierra Nevada zu überqueren und beschlossen, noch weiter nach Norden zu fahren und ihr Glück in den kalifornischen Cascade Mountains zu versuchen.

Das würde die Reise zwar erheblich verlängern, aber sie sahen keine andere Möglichkeit. Außerdem würden sie damit die glühende Wüste vermeiden, die schon vielen früheren transkontinentalen Versuchen ein Ende gesetzt hatte. Am fünften Tag erreichten sie Anderson und Bogen in nordöstlicher Richtung ab und als sie das Sacramento Teil verließen, begann die Straße anzusteigen und damit begann dann auch die Probleme. Die grobe Piste, der sie folgten, war eine haarsträubende Abfolge von steilen Hängen, schmalen Felsvorsprüngen und mit Geröll übersäten Abgründen, wobei die Oberfläche abwechselnd aus klebrigem Lehm und Feuerstein bestand. Der Weg führte sie über den 340 Meter hohen Hedged Mountain Pass nördlich des heutigen Lesson

Volcanic Nationalpark. Wenn Sie auf Pferdewagen trafen, mußten sie oft ausweichen und dann mußten sie rückwärts fahren, bis sie eine Stelle fanden, die breit genug war, um zu passieren. Es gab auch keine Brücken über die Gebirgsbäche, weil wozu auch wenn du n Fluß hast und du bist mit deinem Pferdegespann unterwegs, Solang das Pferd da durchlaufen kann, zieht das den Wagen dadurch.

Das kann für dein Auto und für deinen Motor aber schon zu tief sein. Wenn sie ins Stocken gerieten oder der Fluß zu tief war, zogen sie den Winden mit Flaschenzügen auf die andere Seite. Für die Überquerung der Cascades brauchten sie allein 3 Tage und am 30 Mai, dem achten Tag nach der Abfahrt von San Francisco, Tuckerten sie nach Alturas in der Nordöstlichsten Ecke Kaliforniens.

Wir sind also jetzt 8 Tage unterwegs. Und wir haben den Bundesstaat noch nicht verlassen. Ja, und ich muss. Ganz ehrlich sagen, ich hab mir jetzt gerade inzwischen ne Karte dazu genommen und verfolg das Ganze so n bisschen einfach mit und ich bin eigentlich relativ begeistert, dass ich es in 8 Tagen bis dahin geschafft habe, weil das sind alles gegeneinander war ich schon mal.

Und wenn du dir das. Vorstellst, wie das aussieht, wenn du keine befestigten Straßen hast, ist es unfassbar, dass sie soweit gekommen. Sind. Ihre Reifensituation näherte sich langsam dem kritischen Stadium. Das Reparieren eines dieser Hochdruckreifen war ne Prüfung von Kraft, Ausdauer und Temperament. Lösen der Wülste von den Felgenflaschen mit reifeneisen, mühsames Flickend des Schlauchs, Wiedereinbau von Schlauch und Karkasse und dann lange an der Handpumpe pumpen. Durchdrehende Räder auf steinigen Strecken und schlitternde Abfahrten mit blockierten Bremsen setzten vor allem den Hinterreifen schwer zu. Jackson kam aber zu dem Schluss, dass die Wartezeit auf neue Reifen aus San Francisco zu

lange sein würde. Und er beschloss weiterzufahren, bis sie eine Eisenbahnlinie erreichten, auf der dann die Ersatzreifen in viel kürzerer Zeit aus dem Osten angeliefert werden konnten. Die nächstgelegene Bahnlinie war ein Zweig der Union Pacific, der sich durch den Süden idahos Schlingelte und bei Ontario etwa 340 Meilen von Alturas entfernt, die Grenze nach Oregon überquerte.

Und da sie davon überzeugt waren, dass sie es schaffen konnten, umwickelten sie die Hinterreifen mit Sackleinen und Seilen und fuhren los. Nach den damaligen Volkszählungen lebten im Südosten Oregons weniger als 2 Menschen pro Quadratmeile. Und selbst das war wahrscheinlich noch Maß und schamlos übertrieben.

Und auch heute wird es noch von relativ wenigen Highways durchzogen. Die Abenteurer fuhren langsam durch diese trostlose Landschaft, pflegten ihre abgefahrenen Reifen und eine kaputte Feder und Zelteten einsam unter den Sternen. Ich bin auch so mittlerweile echt erstaunt, wenn ich mir überlege, was sie an Benzin mit hatten. Und wenn du damals Benzin irgendwie eigentlich nur in Apotheken kaufen konntest und das auch echt unbegrenzter Menge, weil keiner gerechnet hat, dass irgendwie jemand mehr als eine Kanne Benzin haben möchte. Ja, ist richtig, aber es gab halt auch in den ländlichen Gebieten doch schon ein Paar mehr Maschinen. Die so angetrieben wurden, das heißt Benzin konnten sie kriegen, aber meistens gab es

halt in den Orten dann genau einladen in der Stadt, wo es ein Stück weit Benzin gab, dass sie dann auch komplett gekauft haben. Und, Na ja, später in ihrer Reise, da komm ich nachher auch noch zu, wenn das Ganze dann schon n bisschen bekannter wird, dann wissen die Ladenbesitzer auch, die brauchen den Sprit. Oh Mann.

Etwa in der Mitte dieser Reise ging ihnen der Treibstoff aus. Zum ersten und tatsächlich auch einzigen Mal auf ihrer Reise. Jackson war dann äußerst demokratisch und warf eine Münze, um zu entscheiden, wer bis zur nächsten Siedlung laufen würde. Crocker verlor und der junge Chauffeur machte sich auf den Weg und dieser Weg stellte sich als 29 Meilen lange Rundreise heraus.

Am nächsten Tag kehrte er in einem geliehenen Wagen mit 2 Gallonen Benzin und 3 Gallonen eines anderen Kraftstoffs zurück, der nicht näher spezifiziert wurde in den Quellen, die ich gefunden habe, aber der Motor des Windon hat ihn einfach getrunken und gesagt, funktioniert kann ich damit auch Explosion erzeugen. In Ontario, Oregon, angekommen, wurden sie mit der Fähre über den Snack River gebracht und machten sich auf den Weg nach Caldwell, Idaho.

In einem, wie Jackson es später beschrieb, 8 Stunden andauernd höchst unangenehmen Regen. Und das war ihre erste richtig ernsthafte Begegnung mit dem Wetter. Regen macht Schlamm und Schlamm sollte von nun an ihr fast ständiger Begleiter Fluch und ihre Plage sein, hier mußten sie mehrfach zum Flaschenzugreifen, um den Wagen jeweils aus Schlammlöchern zu ziehen und dem flackernden Licht ihrer Acetylenscheinwerfer fuhren sie dann am Samstag den 13 Juni ziemlich genau um Mitternacht in Cordula ein.

Als sie dort über die Union Pacific wieder mit der Zivilisation verbunden waren, Telegraphierte Jackson an die Firma Godridge, um neue Reifen zu kriegen. Außerdem bekam er einen zusätzlichen Reisebegleiter und dementsprechend wurde unser Duo von nun an zu einem Trio, denn in Calwell wurden sie von einem Bullterrier adoptiert, der frisch von einem ihnen zu Ehren veranstalteten Hundekampf stammte. Dieser Bullterrier hieß Bud und der Hund sprang an Bord des Vermontes, als gehörte er dorthin. Und somit wurde er zu einem offiziellen Mitglied der Expedition.

Und was ganz wundervoll ist, davon gibt es Originalaufnahmen. Der Wagen hat ja keine Windschutzscheibe und kein Verdeck und natürlich machen die Augen des Hundes dann auch das Ganze nicht mit und dementsprechend wurde er bald mit einer Fahrerbrille ausgestattet, an die er sich so sehr gewöhnt hat, dass er die Tagesfahrt nicht mehr ohne sie antrat. Also die Brille war definitiv nötig, sonst hätte es den Augen des Hundes genauso wenig wie den Augen der Menschen gut getan, diese Fahrt zu machen.

Aber trotzdem sind die Bilder einfach toll, weil ne bulldogge so ne richtige, so n typischer Bulldogg mit ner Fahrerbrille auf dem Kopf sieht schon irgendwie niedlich aus. Inzwischen wurde der Winden bei jedem Halt von den Einwohnern, von denen die meisten noch nie ein Automobil gesehen hatten, mit Erstaunen betrachtet. Und fast jeder war mit Ratschlägen und Wegbeschreibungen behilflich, und die meisten davon waren auch wirklich hilfreich, nicht so wie der, den ich vorhin beschrieben habe.

In der Nähe von Mountain Home, Idaho, stürzten sie in ein Bachbett, das ihnen beinahe zum Verhängnis wurde. Der Winden versank bis zu den Bodenbrettern im Schlamm und den Treibsand und nach 4 Stunden vergeblicher Arbeit mit dem Flaschenzug suchten sie n Farmer, der ihnen half und erst die Kombination aus dem vierspännigen Gespann des Fahrers und den 20 Pferdestärken der Winden rettete sie schließlich aus dem Schlammloch, das sie dementsprechend für sich als das 24 PS Schlammloch in Erinnerung behalten sollten.

Das war ja auch immerhin die Power, die es benötigt hat, um rauszukommen. Bislang hatte der Wagen tatsächlich fast fehlerfrei funktioniert. Abgesehen von einer gebrochenen Feder und einem Lufteinlassrohr, das irgendwo auf der Straße abgefallen war, Tuckerte das kleine Auto klaglos durch die schlimmsten Bedingungen, die man sich vorstellen konnte. In Montpellier im Südosten Idaho s war das Glück schließlich zu Ende, als ein Vorderradlager ausfiel. Mithilfe eines Mechanikers der Union Pacific konnten Jackson und Crocker eine Reparatur mitteilen, einer alten Mähmaschine vornehmen.

Der behelfsmäßige Ersatz hielt ungefähr 80 Meilen und in Diamondville, Wyoming, fertigte ein Mechaniker einer Kohlmine dann einen neuen Lagerkonus für den Wagen an. Und dann konnten sie bald auch ihre Reise wieder vernünftig fortsetzen. Oh Mann, ich find das so Wahnsinn, wie lange wir jetzt schon quasi in der Geschichte drin sind. Und ich bin ja wie gesagt für Euch derjenige, der gerade mitguckt und auf der Karte guckt. Und wenn wir jetzt schon Wyoming erreicht haben, heißt das nichts anderes, als dass wir bis jetzt zweieinhalb Bundesstaaten von der Küste entfernt sind.

Wir sind echt immer noch ziemlich am Anfang. Wobei man auch sagen muss, wir sind von der Strecke ziemlich am Anfang. Aber von dem, wie schnell sie vorankommen, sind wir tatsächlich schon gar nicht so weit. Also schon ein gutes Stück in die Reise rein, weil wirklich die Bedingungen zu Anfang dieser Reise. Unfassbar schlimm waren absolut ist klar, wenn du erstmal über die ganzen Berge drüber weg bist, sind es durch die Berge sind durch die Hochwüste in Oregon ja die ja auch nicht wirklich angenehm ist.

Du hast zwar dann nicht diese klassische Sandwüste mit der Hitze, aber trotzdem, es ist halt einfach nicht gut zu fahren, ganz im Gegenteil, selbst im heutigen Auto hättest du echte Probleme da voranzukommen und jetzt kommen wir in die amerikanische Hochebene, dementsprechend jetzt wird das Land halt sukzessive flacher.

Da sie nicht lange nach der Reparatur auf auf der nächsten Tour ihre Kochausrüstung und ihren Proviant verloren und sich in einer unbewohnten Gegend befanden, mussten sie anderthalb Tage ohne Nahrung auskommen. Und nachdem sie diese anderthalb Tage unterwegs gewesen waren, ohne ein einziges menschliches Wesen zu sehen, stießen sie auf einen Schafhirten und seine Herde und wurden mit einer Mahlzeit aus Hammelfleisch und Maiskonserven verwöhnt, die die Reisenden als absolut köstlich bezeichneten. Wahrscheinlich der.

Mal inklusive Bad der Bulldogge. Von der Stadt Green River, Wyoming fuhren sie in Richtung Rawlands. Ungefähr parallel zur heutigen Interstate 80, als sie am 23 Juni, einen Monat nach ihrer Abreise aus San Francisco in Rollins eintrafen, konnten sie stolz darauf sein, dass sie Idaho und die Hälfte von Wyoming trotz unzähliger Umwege und Komplikationen in nur 11 Tagen durchquert hatten.

Die Freude darüber verflog jedoch sehr, sehr schnell, als sie von ihrem Hotel in Rawlands Losfuhren, um den Wagen in einem nahegelegenen Pferdestall Unterzustellen. Denn mit einem lauten Scheppern liegt der Motor des Winden, stehen die wahrscheinliche Ursache des Motorschadens war ein Ausfall der Schmierung. Der Wagen verfügt über ein Tropfschmiersystem mit Ölleitungen, die von einem Tank auf dem Armaturenbrett zu den wichtigsten Teilen führen, da sie nicht immer in der Lage waren, das richtige Schmieröl zu beschaffen, hatten Jackson und Crocker auf jedes beliebige Öl zurückgreifen müssen, das sie finden konnten, und das hatte zur Folge, dass vermutlich die Ölleitungen verstopft waren.

Jackson eilte zum Telegraphenamt, um bei der Windenfabrik in Cleveland Ersatzteile anzufordern. Wenigstens war es für ihn und die ganze Fahrt ein echtes Glück im Unglück, dass es dort passiert ist, wo es passiert ist. Denn Rawlands war eine Station der Union Pacific und 5 Tage später hatten sie die neuen Teile eingebaut und waren wieder auf dem Weg.

Östlich von Rollins stießen sie auf die Medicine Bow Range, die, wie Jackson schrieb, die härteste Bergprüfung der gesamten Reise darstellte. Der Vermont schleppte sich langsam und im niedrigen Gang durch den Rattlesnake Canyon und über den Elk Mountain. Du kriegst jetzt gerade so große Augen. Ja, man hätte es auch etwas flacher haben können, aber sie wussten es einfach nicht.

Wahrscheinlich ist das so. Nach der Überquerung des Medicine Bowiver verlangte ein Ladenbesitzer, der den fast leeren Tank der Winden im Auge hatte, einen Dollar 5 pro Gallone für 5 Gallonen Benzin, etwa das Dreifache des üblichen Preises. Und das war der einzige Fall von richtiger Preiswucherei, den Jackson in seinem Bericht über die Reise erwähnt, aber das, was ihn wahrscheinlich am meisten geärgert hat, war das der Ladenbesitzer aus Vermont stammt. Also es haben einige da wohl gute Preise genommen, aber das war wohl da das eine Mal wo er gesagt hat jetzt geht es zu weit.

In Cheyenne begann das Ende des Gebirgslands und zur Feier des Tages ruhten sie sich 2 Tage lang aus und Checkten und vervollständigten ihre Ausrüstung. Etwa 18 Meilen östlich von Cheyenne kam der Winden mit unheilvoll vertrauten Geräuschen aus dem Motor erneut zum Stehen. Wieder ein Motorschaden, ein Arbeitstrupp der Union Pacific hieß sie in seinem Lager am Gleis willkommen, während sie wieder 5 Tage auf neue Teile aus der Windenfabrik warten mussten.

Die Hoffnungen der Reisenden in den Great Plains Staaten leichtere Wege zu finden, schwanden schnell. Anstatt die versprochenen guten Straßen vorzufinden. So schrieb Jackson, fanden sie wegen der starken Regelfälle einfach nur etwas vor, das sie als einen schrecklichen Zustand von Straßen bezeichnen konnten. Oh man, dann hast du die Tatsache, dass du jetzt nicht mal mehr die Spuren siehst, die zum Horizont gehen. Das ist nur noch eine Fläche, genau. Die Durchquerung der Braskars war eine besondere Herausforderung.

Immer wieder saßen sie im Schlamm fest. Manchmal gelang es ihnen, den Flaschenzug an einer Hinterradnabe zu befestigen und. Damit zu einer Winde zu machen, um den Vermont aus eigener Kraft aus dem Sumpf zu ziehen. Wenn aber auch das versagte, mussten sie sich jedes Mal auf die Suche nach einem Bauern mit einem Gespann machen.

An einem besonders schlammigen Tag, möglicherweise dem schlimmsten Tag der gesamten Reise, mussten sie tatsächlich den Wagen 17 mal an einem einzelnen Tag mit dem Flaschenzug aus dem Schlamm ziehen. Sie schätzten den Fortschritt an diesem Tag auf 16 Meilen. Immerhin. Ja, allerdings muss ich sagen, wenn du einen kompletten Tag nimmst, sind 16 Meilen zu Fuß nicht etwas unschaffbares. Ist richtig, aber schleppt dabei mal den Wagen mit. Das ist richtig.

OK, den den rechne ich dann nicht auf meinem Rücken ein. In diesem Hinterland trafen sie eines Tages auf einen älteren Farmer und seine Frau, die mit einem Planwagen unterwegs waren. Das waren Ereignis, das hat Jackson offensichtlich wirklich in Erinnerung behalten, so dass er es auch aufgeschrieben hat.

Und als diese Familie eine laute, schlammige Erscheinung wahrnahm, die sich ihnen näherte, besetzt mit 2 Männern und im Bullterrier, der eine unheimliche Schutzbrille trug, kroch das verängstigte Paar unter den Wagen, bis das Auto vorbei war. Und die sind auch nicht vorher wieder rausgekommen. Sehr schön.

Einen Tag vor Omaha endlich auf einer Vernünftigeren Straße, brach dann die Vorderachse. Der findige Crocker besorgte sich von einem Farmer aber ein kurzes Stück Eisenrohr, steckte die gebrochenen Achsenenden hinein und sicherte seine notdürftige Reparatur, indem er Keiler einhämmerte. Sie schlichen 20 Meilen weiter, bis Sie einen Schmied fanden, der die Achse dort schweißte. Am.

Juli, 51 Tage nach San Francisco, fuhren sie in Oma ein. Sie hatten 20 Tage und 3 größere Pannen gebraucht, um die rund 650 Meilen von Rawlands, Wyoming, zurückzulegen, aber sie spürten, dass das Schlimmste jetzt überwunden war. Jackson und Crocker kam in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, als ich die Nachricht von ihrem Abenteuer verbreitete, von Ozean zu Ozean in einem Automobil lautete ZB eine Schlagzeile, bei jedem Halt versammelten sich Menschenmengen und Bud verdiente sich seinen Lebensunterhalt als Wachhund, indem er Souvenirjäger vom Fahrzeug abhielt.

Ein junger Passant verkündete, er sei 68 Meilen geritten, nur um einen Blick auf das Auto zu werfen, er habe schon viele Bilder von ihnen gesehen, aber das wäre das Erste, das er wirklich jemals vor Augen gehabt hätte. Wahrscheinlich erfuhr Jackson ungefähr zu diesem Zeitpunkt, dass er professionelle Konkurrenz für die transkontinentale Auszeichnung hatte.

Am 20 Juni waren Tom Fatch und Marius Carripp in einem Packard mit Werksunterstützung von San Francisco aus aufgebrochen und am 6. Juli trat eine dritte Maschine in die Listen ein, ein Oldmobil, das von ll. Whitman und Eugene Hammond gesteuert und von Ransom Olse gesponsert wurde, also das waren dann schon Teams, die wirklich werksunterstützung hatten. Der eintägige Zwischenstopp in Omaha war für Jackson und Crocker die letzte entspannende Pause dieser Art. Von Omaha aus wollten sie so schnell wie möglich in Richtung ihres Ziels fahren.

Also machten sie sich in östlicher Richtung durch Iowa auf, um den Mississippi bei Davenport auf einer Route zu überqueren, die in etwa der heutigen Route 6 entspricht. In Illinois liefen sie parallel zu den Gleisen der Chicago in Northwestern Jackson berichtete, dass es anhaltend und heftig regnete und die Straßen schwer und schlammig waren.

Bereits am vierten Tag nach der Abfahrt aus Omaha erreichten sie aber schon Chicago. Es war die schnellste Fahrt, die sie bisher hatten. Nach einer Nachtruhepause waren sie wieder auf dem Weg, der sie in anderthalb Tagen ereignislos durch Indiana und weiter nach Toledo, Ohio, führte. Am Montag Nachmittag 20.7. Wurden die Reisenden in Aleria, Ohio, vom Werbemanager der Winden Company mit offenen Armen empfangen. Das war ein Mann namens Charles B. Schenks.

Und niemand in der Automobilbranche war in Sachen Öffentlichkeitsarbeit geschickter als Schenks damals. Und in der Hoffnung, dass sich die Helden bald zu Eroberern entwickeln würden, war er mit 2 Wagenladungen von Firmenvertretern aus Cleveland angereist. Der Vermont wurde zum Hotel Holland, dem besten Hotel in Cleveland gebracht, wo eine große Menschenmenge wartete, um die Helden zu feiern. An diesem Abend gab die Gesellschaft ein Festbankett zu Jacksons und Crockers ehren, es wurde angeboten, den Vermont von den Mechanikern des Windenwerks überprüfen zu lassen, aber Jackson, der ein echter Sportsmann war, wollte seinen Amateurstatus nicht aufs Spiel setzen, weil ihn das auch von den später gestarteten und

werksunterstützten Teams Unterschied und das war ihm doch wichtig und dementsprechend sagte er der Winden wird es ohne eine Überprüfung im Werk schaffen. Früh am nächsten morgen mit dem 21 Juli brachten die Pathfinders, sogenannte Schenks, die beiden später zur letzten Etappe ihrer epischen Reise auf. Sie hatten keinen Zweifel daran, dass sie es schaffen würden, wenn kein schwerer Unfall passierte. Jacksons überschwengliche Stimmung zeigte sich in dem Telegramm, das er etwa einen Tag später an Schenks schickte. Alles ist in Ordnung, aber der Regen ist heftig, wenn er anhält, werde ich Sie bitten, Paddel für die Räder und ein Ruder für das Heck des Wagens zuschicken. Da sie genug von den Bergen

hatten, wählten sie nicht die direkte, sondern die längere Rute entlang des Wasserwegs durch das Zentrum des Staates New York nach Albany und dann den Hudson hinunter nach New York City. Östlich von Buffalo wäre ihnen der Übermut fast zum Verhängnis geworden, als sie mit der Höchstgeschwindigkeit des Winden von knapp 20 Meilen, und das sind ja auch schon 28 KMH, also wir sind bei knapp 30 ja fast 30 KMH. Als sie mit der Höchstgeschwindigkeit des Winden durch den Schlamm rasten, stießen sie mit solcher Wucht gegen ein verstecktes Hindernis, dass die beiden Männer und auch bat kopfüber aus dem Wagen geschleudert wurden. Erstaunlicherweise wurde bei diesem letzten Malheur einer Reise voller Pannen weder jemand

verletzt, noch wurde der Winden wirklich ernsthaft beschädigt, das ist dann der Vorteil, wenn du nur eine Holzkiste aufrädern mit einem Motor in der Mitte bist. Und alles schlammig ist und der Weg generell auch sowieso nicht großartig angelegt ist. Dementsprechend fällst du auch noch ein. Bisschen weicher ja, und wenn dann kein Stein da liegt, hast du noch Glück gehabt, richtig?

Am Samstag, dem 25 Juli, eilten sie den Hudson entlang nach Fischkill, wo sie von einer Willkommensdelegation aus Manhattan empfangen wurden. Zu dieser Delegation gehörte auch Mrs. Jackson, die per Telegram benachrichtigt, den Zug auf den Mund genommen hatte, um am Ziel zu sein und auf ihren Mann zu warten. Nach einer letzten ärgerlichen Reifenreparatur begaben sie sich auf die allerletzte Runde und um 04:00 Uhr morgens am Sonntag den 26 Juli Tokerte der Treue Vermont die Fifth Avenue hinunter zum Hollandhaus.

Am nächsten Tag berichtete die New York Sun, dass ein Schlamm verkrustetes Automobil gestern Abend nach der längsten jemals aufgezeichneten Kraftfahrzeugreise in einem Lagerhaus hin Uptown einen Hafen der Ruhe gefunden hat. Die Zeit für diese, ja, man muss es schon fast so nennen, Auto Odyssee betrug, 63 Tage und 15 Stunden.

Die zweite Hälfte der Reise östlich von Omaha war in nur 12 Tagen zurückgelegt worden, aber. Abzüglich der Zeit für Ruhepausen und Reparaturen waren die Pathfinders 46 Tage unterwegs und die zurückgelegte Entfernung lässt sich natürlich nicht mehr so wirklich genau berechnen. Die dürfte aber wahrscheinlich bei ungefähr viereinhalbtausend Meilen gelegen haben, obwohl du es heute, wenn du es fährst, in knapp 4500 Kilometern fahren kannst.

Jackson schätzte später seine Gesamtkosten für die Reise einschließlich des Autokaufs und des Gehalts von Crocker sowie alle Ausgaben auf ungefähr $8000 oder $7950. Wenn man davon ausgeht, dass seine Trinkkumpanen im Universityclub von San Francisco ihre Sportwette eingelöst haben. Als transkontinentaler Rekord hielt das Kunststück kaum 3 Wochen, denn der von der Fed chryrobfabrik unterstützte Packard, der am 20 Juni gestartet war, unterbot die Zeit um 3 Tage. Das Old mobil erreichte New York zwar auch, brauchte aber 74 Tage.

In den folgenden Jahren wurde der Rekord immer wieder gesenkt, da die Autohersteller um die Lorbeeren der Öffentlichkeit konkurrierten und schon im Jahr 1910 hatte ein Riu die Marke auf etwas mehr als zehneinhalb Tage gesenkt, was gar nicht mehr so weit von den heutigen Möglichkeiten weg ist. Wobei, heute kann das jeder machen und 1910 brauchtest du dafür garantiert noch einen vollkommen Wahnsinnigen am Steuer, ja. Aber in einem Abenteuer, das den Erfindungsreichtum von Phileas, Fogg und Passepartout herausgefordert hätte, waren Horatio, Nelson Jackson und Sue Crocker die ersten und sicherten sich damit auch ganz rechtmäßig ihren Platz in den Rekord und Geschichtsbüchern.

Ihr unkommerzieller Dilettantismus und ihr fröhlicher Enthusiasmus verleihen dieser Leistung immer noch zusätzlichen, ganz besonderen Glanz. Sie taten, was noch niemand zuvor getan hatte, und es scheint auch so, wie der Jackson das beschrieben hat, dass sie dabei verdammt viel Spaß gehabt haben und Charles Schenks von Winden hatte mit Sicherheit auch viel, viel Spaß bei der Werbung für ihre Reise, seine große Anzeige in der Motorworld zum Beispiel pries den kürzlichen Triumph des Standardmodells des 20 PS Touring Car als ohne Parallelen in der amerikanischen Automobilgeschichte an. Und die Anzeige des Unternehmens trugen bald den Slogan Windton Is King Long Live the King stürzte sich auch freudig auf die offenbar zuerst vom

Packardfahrer Tom Fetch in Umlauf gebrachte Behauptung, die Reise seien Schwindel gewesen. Jackson und Crocker hätten ihren Wagen auf einen Zug gesetzt, um das schlimmste Gelände zu umgehen und dann einen zweiten Wagen benutzt, nachdem der erste eine tödliche Panne erlitten hätte. Schenks füllte die Automobilpresse mit Anzeigen, auf denen in großen Lettern zu lesen war. $25000,00 Belohnung $10000 von der Winden Company und $15000 von Dr. Jackson für den geringsten Beweis für solch bösartige Geschichten.

Niemand meldete sich, um die Belohnung in Anspruch zu nehmen, und Schenks hatte seinen zweiten Publicity Coup. Die Pathfinder erholten sich nach ihrer Ankunft in New York einige Tage lang und traten dann natürlich an Bord des robusten Winden die Heimreise nach Vermont an und als wäre es eine Geschichte von heute, die am Ende noch mal etwas braucht, damit man sich richtig vor die Stirn schlagen kann, wurden sie in der Heimatstadt des Doktors, Burlington, vom Stadtpolizisten angehalten und mussten $5 Strafe zahlen.

Denn sie hatten dort die örtlich geltende Geschwindigkeitsbegrenzung von 6 Meilen pro Stunde überschritten. Der Vermont steht heute im Smithsonian Museum of History and Technology, dem er 1944 von Dr. Jackson gestiftet wurde. Er wurde originalgetreu restauriert und erstrahlt heute noch im Winden rot. Würde man ihn noch einmal auf die Probe stellen und mit Vollgas über die modernen Interstates fahren, könnte es theoretisch in 13 Tagen von San Francisco nach New York schaffen.

Nicht ganz so schnell wie heute, aber ein Abenteuer wäre es auf jeden Fall. Und nur falls jemand die Frage stellt. Natürlich hat er nicht nur den Wagen wieder mit nach Hause genommen, sondern auch selbstverständlich und hatte damit auch ein neues Mitglied seiner Familie und Bat hat den Rest seines Lebens dann bei Dr.

Jackson verbracht und das wahrscheinlich auch gar nicht mal so. Schlecht, das denke ich auch. Ganz, ganz vielen Dank für diese Geschichte. Es war sehr amüsant und ich hoffe, ihr da draußen fandet das genauso amüsant und wahrscheinlich habt ihr auch noch nie von gehört, dass es durchaus verständlich, aber es gibt so viele tolle Geschichten da draußen.

Ja wie gesagt, vielen vielen dank Jan, immer gerne und wenn es euch auch so fantastisch gefallen hat, dann hinterlasst uns doch gerne mal einen Kommentar, das könnt ihr bei uns auf der Webseite machen oder auch bei Apple Podcasts ihr könnt uns gerne auch hinterlassen bei Apple Podcasts ihr könnt uns bei Spotify folgen wir können uns vor allen Dingen die Treue halten, uns weiterempfehlen, an eure Freunde und Verwandte es gibt ja so viele Leute, die einfach Podcasts lieben und das zurecht. Wir werden in der nächsten Woche ne kleine Überraschung haben, aber dazu mehr am nächsten Freitag und so verbleiben wir mit dem einen Wort das immer das letzte ist. Tschüss.

Was? Reisende.

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