
WR180 - Inge Lehmann, die Forscherin, die uns das Innerste der Welt erklärte!
Freitag, 30. Mai 2025 · 36 min
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Shownotes
Manche Menschen vollbringen ganz besondere Dinge und bleiben trotzdem irgendwie immer im Hintergrund. Heute geht es um eine sehr besondere Wissenschaftlerin, die in ihrem langen Leben eine Menge Hinternisse hinter sich lassen konnte.
Ihre ganz einzigartige Lebensgeschichte steht heute im Mittelpunkt. Und natürlich schauen wir uns auch ihre größte Entdeckung an.
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Wie ist die Erde in ihrem Inneren aufgebaut? Woher wissen wir das und wer hat es herausgefunden? Das erfahrt ihr heute bei Wissensreisende, dem Podcast für spannendes Wissen aus aller Welt. Willkommen. Liebe Hörerinnen und Hörer, es ist Freitag, das bedeutet, es ist wieder Zeit für eine neue Geschichte bei den Wissensreisenden.
Wir haben uns hier vollzählig schon eingefunden, am Tisch in unserem Podcast Studio, nämlich wie jede Woche der Chris. Hallo ihr Lieben. Und ich bin der Jan und ihr kennt das. Wir könnten an dieser Stelle erzählen, was Wissensreisende eigentlich sind, was wir hier machen, aber eigentlich wollen wir immer nur schnell zum Punkt kommen und dementsprechend Chris.
Du hast uns heute was mitgebracht, er läuft uns mit was spannendem. Okay mach ich glatt, finde ich gut. Inge Lehmann wurde am 13 Mai 1888 geboren, sie war die älteste von 2 Schwestern, die in Kopenhagen bei einer durchaus intellektuellen Familie aufwuchsen. Ihre Mutter Ida Ned Turslaff stammte aus einer Familie von Buchhändlern, mehrere weibliche Mitglieder der Familie Turslaff waren Teil der Frauenrechtsbewegung. Und wurden zu bedeutenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.
Inges Cousinen waren Leiterinnen der dänischen Pfadfinderinnen, Vorsitzende der Dänischen Frauenvereinigung und Handelsministerin, ihre jüngere Schwester Signe, eine alleinerziehende Mutter, wurde Schulleiterin, starke, emanzipierte Frauen waren also in inges Familie etwas ganz normales, und das in einer Zeit, in der das noch ganz und gar nicht normal war. Erst seit 1903 durften Mädchen in Dänemark gleichberechtigt die Schule besuchen.
Das Frauenwahlrecht kam erst 1915 und eine weitreichende Gleichberechtigung gab es erst ab 1921. Inges Vater Alfred Lehmann hatte einen Masterabschluss in angewandten Wissenschaften an der Kopenhagener Polytechnischen Hochschule gemacht. Er etablierte die Psychologie als eigenständiges Forschungsgebiet in Dänemark, nachdem er 1886, ein privates psychophysik Labor für experimentelle psychologische Forschung, gegründet hatte.
Als die Universität Kopenhagen das Labor 1890 übernahm, wurde Alfred Lehmann zum Interimsdozent. Das war eine Lehrstelle, die nur knapp unterhalb der Professur angesiedelt war. Aufgrund finanzieller Zwänge musste er bis 1911 zusätzliche bezahlte Tätigkeiten ausüben, unter anderem als Zensor an einer Lehrerhochschule, als Bibliothekar an der königlichen Veterinär und Landwirtschaftsuniversität und als Lehrer für technisches Zeichnen, also vielseitiger Mann.
Erst 1910 wurde er zum Extraordinärprofessor, also einem außerordentlichen Professor, ernannt und 9 Jahre später schließlich zum Professor mit Lehrstuhl befördert. Alfred Lehmanns umfangreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu experimentellen und angewandten Themen reichen von der Einflussnahme von Emotionen auf die Durchblutung und der Existenz okkulter Phänomene, denen er skeptisch gegenüberstand, bis hinzu Studien über die maximale Leistungsfähigkeit von körperlicher und geistiger Arbeit.
Inges Eltern hatten eine fortschrittliche Ansicht zur Bildung, 1894 schrieben sie sie und später auch ihre Schwester Harriet, in die Hannah Adlers Fälliskorle ein. Die erste Koedukative Schule in Kopenhagen, in der Mädchen und Jungen gemeinsam unterrichtet wurden. Das war höchst ungewöhnlich, die meisten Schulen hatten immer noch getrennte Bildungswege für Jungen und Mädchen, für intellektuell begabte Mädchen ging die Geschlechtertrennung sogar noch weiter, die. Mädchen in der Pubertät, intellektueller Erschöpfung und Stress auszusetzen, galt nämlich als schädlich. Daher durften Mädchen unter 17 Jahren nicht an der Aufnahmeprüfung für die höheren Schulen teilnehmen, während Jungen, die biologisch
vermeintlich besser für solche Aktivitäten geeignet waren, die Prüfung ablegen und mit 15 Jahren in die Sekundarstufe 2 eintreten konnten. Es ist einfach Wahnsinn, dass. Das, was du gerade gesagt für die damalige Zeit unfassbar fortschrittlich war. Geradezu revolutionär. Wirklich eine absolute Revolution und du etwas mehr als 100 Jahre später zurück guckst und einfach nur denkst, so, Oh mein Gott, weit zurück kann man so, es ist wirklich wirklich Wahnsinn wieso der der Zeitpunkt zu dem du existiert mit Sicherheit den Blick auf die Dinge deutlich verändert.
Hundertprozentig. Die Erfahrung der Gründerin der Schule, Hannah Adler, als Frau in der Wissenschaft inspirierten sie dazu, ihre koedukative Schule überhaupt erst zu gründen. Ja, genau das, was du auch schon sagtest, die Zeit war einfach fürchterlich, du musstest dich unglaublich durchschlagen und du brauchtest dann solche Personen wie dieser Hannah Adler zum Beispiel, die gesehen hat, wie schwierig das ist, als Frau in der Wissenschaft, und die dann sagt, nee, ich gehe jetzt aber einfach brutal den Weg nach vorne und probiere, etwas daran zu ändern.
Im Jahr 1892 17 Jahre nachdem die Universität Kopenhagen die ersten Studentinnen zugelassen hatte, waren Adler und Christine Meyer die ersten beiden Frauen, die einen Masterabschluss in Physik erlangten. Meyer war auch die erste Frau, die eine Habilitation in Physik erhielt, die traditionelle Voraussetzung für eine Professur, inspiriert von fortschrittlichen pädagogischen Methoden in den USA eröffnete Adler ein Jahr nach ihrem Abschluss ihre eigene Schule.
Als Lehrerin stellte sie mehrere ihrer Kommilitoninnen ein, die von vielen Stellen für männliche Absolventen ausgeschlossen waren. Zu dieser Zeit konnten Frauen keine Stellen an Universitäten bekommen und obwohl ihre Abschlüsse sie für den Unterricht an weiterführenden Schulen qualifizierten, fanden viele weibliche Hochschulabsolventinnen arbeiten nur als Grundschullehrerin.
Als wegweisende Akademikerin, glaubte Hannah Adler fest an die Gleichstellung der Geschlechter. Sie war auch die Tante des Physikers und Nobelpreisträgers Niels Bohr und häufig zu Gast im Haus Bohr oh. In autobiografischen Aufzeichnungen beschrieb Inge Lehmann ihre Schulzeit als glücklich, geprägt von ernsthaftem Lernen ohne unterschiedliche Behandlung von Jungen und Mädchen.
Inge zeigte großes Talent in Mathematik und Physik und ihr Vater wollte, dass sie ein naturwissenschaftliches Studium aufnahm. Christine Meyer unterrichtete sie in Physik und Tyra Eibe, bekannt für ihre fachkundige Übersetzung von euklids Elementes, unterrichtete Mathematik. Das ist eben auch noch dieses Ding, diese Schule, die da gegründet wurde, war jetzt nicht nur einfach eine Schule, wo wo Mädchen hin konnten, sondern das Waren alles Akademikerinnen, die nicht einfach nur auf Lehramt studiert hatten, die dort unterrichteten.
Du hast wirklich Expertinnen gehabt, diese Wissenschaftlerinnen waren in einziger Art und Weise qualifiziert, um Inge Lehmanns akademischen Ambitionen zu unterstützen. Mit solchen Vorbildern ist es dementsprechend auch gar nicht so verwunderlich, dass das Mädchen einen starken Glauben an die Gleichberechtigung der Geschlechter entwickelte. Nach ihrem Abitur im Jahr 1906 arbeitete Inge Lehmann als Privatlehrerin, bevor sie im Herbst 1907 ihr Studium an der naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Kopenhagen mit dem Hauptfach Mathematik aufnahm, als Inge Lehmann mit ihrem Studium begann, waren Studentinnen keine Seltenheit mehr, aber sie war noch nicht besonders zahlreich. Lehmann lebte bei ihren Eltern
und konzentrierte sich voll und ganz viel Studium. Ihre Prüfungen im Sommer 1910 endeten mit guten Noten und nach ihrem Abschluss wollte Inge Lehmann unbedingt im Ausland weiter studieren. Im Frühjahr 1911 schrieb sie sich am Newnham College ein, einem der beiden Frauen Colleges der Universität Cambridge in Großbritannien.
Cambridge war für seine hervorragende Mathematik Abteilung bekannt und eine für die Universität einzigartige Prüfungsform. Der Mathematical Trypos umfasste theoretische und angewandte Mathematik sowie Stoff aus der Astronomie und Physik, und er war berüchtigt für seinen Umfang und seinen Schwierigkeitsgrad. Die Prüfung galt als so anspruchsvoll, dass die Vorbereitung traditionell zu gleichen Teilen aus theoretischem Studium und körperlicher Betätigung bestand, um Körper und Geist zu trainieren und so den Intellekt zu stärken.
Selbst nach einer Änderung im Jahr 1909, die dem Rückgang der Einschreibungen entgegenwirken, und dem Wunsch der Studierenden nach einer Spezialisierung innerhalb eines Fachs Rechnung tragen sollte, blieb der Mathematical Tripos äußerst anspruchsvoll und ebenso prestigeträchtig. Mit ihrer Entscheidung, Mathematik in Cambridge zu studieren, zeigte Lehmann, wie ehrgeizig sie war, aber das Umfeld der englischen Universität war ganz anders als das, was sie aus Kopenhagen kannte.
Frauen durften seit 1881 am Tripos teilnehmen, die. Doch obwohl sie Vorlesungen besuchen durften, konnten Frauen sich nicht immatrikulieren, keine volle Universitätsmitgliedschaft erlangen oder akademische Positionen begleiten. Erst 1948 wurden Frauen in Cambridge zu gleichen Bedingungen wie Männer zugelassen, nicht immatrikulierte Studentinnen hatten keinen Zugang zu Laboren oder Bibliotheken.
Da der Einzelunterricht in Cambridge oft in Verbindung mit Laborarbeiten stattfand, war es Studentinnen untersagt, an praktischen Experimenten teilzunehmen, und sie konnten nicht von männlichen Dozenten unterrichtet werden. Boah, in Cambridge war das reguläre System von Tutoren, Stipendien und studentenclubs Männern vorbehalten, was weibliche Studierende weiter Marginalisierte in den 1880er und 1890er Jahren entstand daher ein paralleles System von Laboren, Bibliotheken und Tutoren ausschließlich für Studentinnen und. Und wurde nach und nach auf die beiden Frauen Colleges Guarton und Younam herum aufgebaut.
Inge Lehmann wusste zwar von ähnlichen parallelen Systemen in Dänemark, beispielsweise der Frauenlesegesellschaft, aber sie hatte noch nie eine so starke Geschlechtertrennung erlebt wie in Cambridge, obwohl das Prüfungssystem in Cambridge 1909 reformiert wurde und den Studentinnen über ihre Colleges eine Reihe wichtiger Ressourcen zur Verfügung gestellt wurden, war es für Frauen immer noch schwierig, frei zu studieren.
Insbesondere die Beschränkungen für soziale Kontakte zwischen Studierenden unterschiedlichen Geschlechts waren in Cambridge weitaus strenger als in Kopenhagen und stellten ein echtes Hindernis für Wissensaustausch dar. Das war Neuland für Inge Lehmann und ihre Frustration über ihre Erfahrungen kamen in ihrer Korrespondenz mit Niels Borg zum Ausdruck, der ebenfalls nach Cambridge kam.
Niels Borg schloss seine Doktorarbeit im Frühjahr 1911 ab und plante einige Zeit am Cavendish Laboratory zu verbringen und. Um die experimentellen Arbeiten von JJ Thompson zu verfolgen, borgs Begegnung mit Inge Lehmann in Cambridge wird von mehreren Autoren ausführlich beschrieben. Im Mai 1911 schrieb er ihr einen ersten Brief, in dem er sie um Hilfe bei der Suche nach Physikvorlesungen bat, die für seine Interessengebiete relevant sein könnten und ihr eine Kopie seiner Doktorarbeit Beilegte, nachdem sie das Manuskript gelesen hatte, skizzierte Lehmann kurz die Vorlesungen, die sie für nützlich hielt. Und schloss Ihren Brief mit der Hoffnung, dass sie sich treffen könnten, wenn er nach Cambridge
käme. Dies erwies sich als wesentlich schwieriger als gedacht, Borg kam Ende September 1911 in Cambridge an, Anfang Oktober hatte er mit Hilfe von Lehmann und ihrem Freundeskreis eine Wohnung gefunden, in den folgenden Monaten besuchten sich Niels Borg und Inge Lehmann mehrfach, doch die Besuche waren immer schwierig zu organisieren, die. Nach den Vorschriften der Universität musste Inge in Begleitung sein, wenn sie sich in Gesellschaft eines Mannes aufhielt.
Och Gott, einmal kurz nach Niels Ankunft in Cambridge wurde er in die Pale Hall eingeladen, wo Inge Lehmann am Newnem College wohnte. Ihr Treffen war nur möglich, weil die stellvertretende Direktorin von Newnem MS trackey sich zur Vorbereitung erklärt hatte, dabei zu sein. Ein weiterer Besuch musste abgesagt werden, weil Inge an einem Sonntag keine geeignete Begleitperson finden konnte.
Eine Dinnerparty Anfang Dezember 1911 erwies sie als besonders schwierig, Inge war auf dem Weg nach Kopenhagen, um Weihnachten mit ihrer Familie zu verbringen und Niels Lutz zusammen mit 2 männlichen Mathematikern zu einem Abschiedsessen in seine Unterkunft ein, bevor sie seine Einladung annehmen konnte, musste Inge ihn nach dem Namen ihrer Begleitpersonen fragen.
Mit dieser Information konnte sie den Direktor des Newman College um die Erlaubnis bitten, an der Feier teilnehmen zu dürfen. Sie bedauerte die Umstände und schrieb resigniert. Cambridge ist Cambridge aus Erfahrung hatte Bohr bereits dafür gesorgt, dass ein Freund seiner Schwester zu der Dinnerparty eingeladen war und sie begleiten konnte. Leider teilte ihm Lehmann mit, dass diese Schwester, ebenfalls Studentin am Newnem College war und ihre Anwesenheit die Anforderung einer wirksamen Aufsicht nicht erfüllen würde. Oh Mann, das gibt es doch gar nicht. Ja, mach mal dein Leben richtig.
Schwer? Ja, entweder einmal, nee nicht, mach deinen jetzt schwer, sondern mach das Leben der anderen schwer. Ja, und vor allen Dingen Leute, Leute, da denkt man einfach nur mal den Stock aus dem Arsch ziehen, Oh. Ja. Schließlich wurde die Liste der Dinnergäste so lang, dass Bohr befürchtete, in seiner kleinen Wohnung nicht genug Platz für alle zu haben, wie er seiner Verlobten Margarete Nörle und Irone schrieb. Dieser Briefwechsel verdeutlicht, wie die restriktiven sozialen Konventionen Cambridge den Kontakt zwischen Studenten unterschiedlichen Geschlechts, einschließlich des Wissensaustauschs behinderten. Inge Lehmann spürte diese Einschränkungen zweifellos am stärksten, die.
Aber auch Niels Bohr beklagte sich über die strengen Verhaltensregeln der Universität, die er für ziemlich absurd befand. Die sozialen Konventionen zwischen Studenten unterschiedlichen Geschlechts an der Universität Kopenhagen war weit weniger streng, hier gab es nie ein formalisiertes System der Geschlechtertrennung und der Unterricht und die Praktika waren beiden Geschlechtern gleichermaßen zugänglich. Lehmann fuhr 1911 zu Weihnacht nach Hause und plante zu Beginn des Frühjahrssemesters nach Cambridge zurückzukehren. Während der Weihnachtsferien aber beschloss Lehmann, im nächsten Semester nicht nach Cambridge zurückzukehren. Sie hatte das Jahr 1911 mit den Vorbereitungen für den Mathematical Tri Post verbracht
und beabsichtigte im Frühjahr 1912 die Aufnahmeprüfung abzulegen. Sie war zutiefst überarbeitet, es wird allgemein angenommen, dass Lehmann ihr Studium ganz aufgab, weil sie sich nur noch sehr langsam von dieser völligen Erschöpfung erholte, sie war buchstäblich lange Zeit nicht in der Lage, ihr Studium wieder aufzunehmen.
Aber tatsächlich war sie zwar erschöpft, aber entschlossen, nach Cambridge zurückzukehren. Kürzlich entdeckte Briefe zeigen, dass Alfred Lehmann ihre Pläne durch die Verweigerung der Finanzierung ihres Aufenthalts zunichte machte, stattdessen drängte er sie, eine Anstellung in Dänemark zu suchen und ihren Lebensunterhalt außerhalb der akademischen Welt zu verdienen, in einem Brief an Inge vom März 1912 erläuterte ihr Vater ausführlich seine Gründe. Praktisch gesehen machten es ihm die steigenden Lebenshaltungskosten unmöglich, ihr Studium weiter zu finanzieren.
Alfreds wirtschaftliche Sorgen scheinen angesichts seiner prekären Anstellungen der Universität und der kürzlichen Einschreibung seiner jüngeren Tochter Harriet an der Schauspielschule des dänischen künstlichen Theaters echt zu sein, doch inges Gesundheit stand vielleicht an erster Stelle, um seine Tochter zu beschützen, konnte er es mit seinem Gewissen nicht länger vereinbaren, ihre akademischen Ambitionen zu unterstützen, die ihre Gesundheit ruinierten.
Für Alfred und viele seiner Kollegen war es eine erwiesene Tatsache, dass Frauen zwar ebenso intellektuell begabt seien wie Männer, ihnen jedoch die für ein akademisches Studium erforderliche robuste Konstitution fehlte. Das College sei besser für die männlichen Veranlagungen geeignet, um seine Position zu untermauern, zitierte Alfred Lehmann mehrere männliche Professoren aus seinem Bekanntenkreis, die fest davon überzeugt waren, dass Frauen nicht über die mentale Ausdauer verfügten.
Um die durchaus angemessenen Anforderungen eines Masterstudiums in Kopenhagen zu erfüllen, geschweige denn die noch anspruchsvolleren Studien in Cambridge. Er führte Zitat eine Reihe trauriger Beispiele dafür an, wie es mit intellektuell begabten Frauen endete, die mehr wollten. Das Studium habe sie so krank gemacht, dass sie ständig in Nervenkliniken ein und ausgingen, wenn nicht gar halb wahnsinnig wurden das.
Da Herr Inge, die bereits Anzeichen von Erschöpfung zeigte, nicht das gleiche Schicksal erleiden lassen wollte, hielt ihr Vater es für unverantwortlich, sie ihr Studium fortsetzen zu lassen. Stattdessen drängte er seine Tochter, eine praktische Anstellung im Büro zu suchen, wo sie zweifellos zu gegebener Zeit eine wertvolle und verantwortungsvolle Verwaltungsposition erreichen könnte, so würde sie ihre Abschlussprüfung nicht absolvieren müssen und so könnte sie diesen ganzen Stress vermeiden. Das biologische Argument, dass Frauen nicht über genügend Energie und Willenskraft für wissenschaftliche Studien verfügten, entstand wahrscheinlich mit dem Aufkommen der wissenschaftlichen Medizin
im 19 Jahrhundert und damit auch der Erforschung der biologischen Geschlechter von 1890 bis Ende der 1910 er Jahre veröffentlichte DR. Leopold Meier in Dänemark eine Reihe einflussreicher medizinischer Texte, die die Menstruation im Zusammenhang mit körperlicher und geistiger Arbeit problematisierten. Aufgrund ihrer weiblichen Physiologie würde es eine zu starke Beanspruchung des Gehirns und des Nervensystems aufgrund ihrer weiblichen Physiologie würde eine zu starke Beanspruchung des Gehirns und des Nervensystems Frauen krank machen.
Oh oh, Oh Mann, ja, das ist Wahnsinn, weißt du, wenn Frauen zu viel denken, werden sie krank oh oh Gott. Ja, ja, ja, ganz, ganz fürchterlicher Stammtisch damals. Da inges Vater die Reaktion des Körpers auf körperliche und geistige Arbeit erforschte, war er höchstwahrscheinlich mit Meyers Ideen vertraut und daher besorgt um die Zukunft seiner Tochter in ihrem gewählten Berufsfeld. Inge muss protestiert haben, denn Alfred schrieb 2 Wochen später erneut etwas Besänftigend und schlug vor, dass sie sich bis September zu Hause erholen sollte, dann sollte sie unter Berücksichtigung ihrer Gesundheit ihr Studium an der Universität Kopenhagen wieder aufnehmen. Wenn ihre Kräfte und ihre Prüfungsergebnisse am Ende des Jahres zufriedenstellend wären,
würde er die notwendigen Mittel für ein weiteres Jahr in Cambridge aufbringen, wo sie ihren Masterabschluss machen könnte. Letztendlich hielt Alfred es für unklug, dass Inge einen ausländischen Abschluss anstrebte, da ein Abschluss an der Universität Kopenhagen sie besser für eine Anstellung im dänischen Schulsystem vorbereiten würde. Inwieweit Alfreds eigene prekäre Erfahrung im akademischen Bereich seinen Rat an Inge beeinflusst hat, ist unbekannt. Aber als Frau wären ihre Berufschancen sehr begrenzt und an der Universität fast gar nicht existent gewesen. Inge Lehmann nahm sich die Bedenken ihres Vaters zu Herzen und kehrte nicht an die Universität zurück, die nächsten 6 Jahre ihres Lebens werden
sporadisch in kürzlich entdeckten autobiografischen Notizen beleuchtet, die viel später erst im Rückblick geschrieben wurden. Darin räumte sie ein, dass akute Überarbeitung und eine lange Erholungsphase sie dazu veranlasst hatten, ihr Studium vorläufig aufzugeben und ein typisches Leben als bürgerliche, berufstätige Frau zu führen.
Im Herbst 1912 verschaffte ihr ein Freund ihres Vaters eine Stelle als Versicherungsmathematikerin ihre Wahl des Arbeitgebers war nicht ungewöhnlich, da das Versicherungswesen viele Akademikerinnen mit mathematischem Hintergrund anzog. Dort konnten ihre statistischen Kenntnisse und ihre Rechenfertigkeiten in einem Büroumfeld eingesetzt werden, in dem weibliche Angestellte und Schreibkräfte seit langem eine Selbstverständlichkeit waren. Aus den Aufzeichnungen geht nicht hervor, warum Lehmann ihr Studium nicht wie von ihrem Vater vorgeschlagen, wieder aufnahm, möglicherweise hielt ihre Erschöpfung länger an als erwartet oder die finanzielle Lage ihrer Familie war drängender geworden.
Auf jeden Fall beendete der Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 abrupt alle Gedanken an eine Rückkehr nach Cambridge. Inge Lehmann blieb noch einige Jahre bei der Versicherungsgesellschaft, zeigte jedoch wenig Interesse an dem geschäftlichen Aspekt ihrer Arbeit, als sie nicht im gleichen Tempo wie ihre männlichen Kollegen befördert wurde, erkannte sie, dass ihr Geschlecht erneut ein einschränkender Faktor war. Das ist so das nächste Ding, weißt du sie? Sie brauchen die Frauen, weil die einfach mathematisch richtig gut sind und die ganze Statistikabteilung hat eigentlich das, wo die Versicherung Geld verdient. Da sind die Frauen eingesetzt, nur befördert werden sie nicht, da sie bei den Beförderungen
übergangen wurde und die Tatsache einen männlichen Vorgesetzten zu haben für sie inzwischen inakzeptabel geworden war, erwog sie einen Umzug nach Kanada. Doch eine weitere Phase der Überarbeitung hinderte sie daran auszuwandern, da sie keine Führungsposition finden konnte, dachte Lehmann über eine Heirat nach und.
Im Februar 1917 im Alter von 29 Jahren verlobte sie sich und kündigte bei der Versicherung da eine Anstellung mit einer Ehe unvereinbar war. Es ist unfassbar, oder diese Gängelei, dieses nur einen Monat später löste sie ihre Verlobung auf, um ihr Studium wieder aufzunehmen und eine akademische Laufbahn einzuschlagen. Inge Lehmanns Entscheidung, unverheiratet zu bleiben, um ihre akademischen Ambitionen zu verfolgen, war zu dieser Zeit keine ungewöhnliche Wahl sie.
Der Verzicht auf die Ehe war bis in die 1920er Jahre für Universitätsfrauen üblich. Danach stieg die Zahl der verheirateten Akademikerinnen langsam an. Inge Lehmann verkörperte diesen Trend, da sie ihr Leben lang unverheiratet und kinderlos blieb, im August 1918 nahm Inge Lehmann schließlich ihr Studium an der Fakultät für Mathematik wieder auf, 2 Jahre später bestand sie den zweiten und letzten Teil ihrer Prüfung mit Bestnoten und erwarb so ihren Masterabschluss. Ihr Vater Alfred Lehmann verstarb im September 1921. Dies bedeutete unter anderem, dass Inge sich ein stabiles Einkommen sichern musste.
Im selben Jahr wurde ein Gesetz verabschiedet, das Frauen den gleichen Zugang zu Beschäftigungen im öffentlichen Dienst einschließlich aller Universitätsstellen gewährte, da sie sich nun nicht mehr nur mit dem Lehramt begnügen musste, konnte Inge Lehmann eine Universitätskarriere in Mathematik mit entsprechendem Gehalt, Prestige und wissenschaftlicher Anerkennung verfolgen.
Ein kleines Stipendium ermöglichte Lehmann ein kurzes Mathematikstudium an der Universität Hamburg. Nach ihrer Rückkehr begann sie im Jahr 1923 als Assistentin von Professor Johann Frederick Stephenson in dessen Labor für Versicherungsmathematik an der Universität Kopenhagen zu arbeiten. Inge verdiente 700 dänische Kronen im Jahr zuzüglich einer kleinen Zulage für dieses bescheidene Gehalt musste sie Studenten unterrichten, bei Praktika assistieren und Hausarbeiten benoten.
Das Benoten der mathematischen Aufgaben nach den Praktika nahm einen unverhältnismäßig großen Teil ihrer Zeit in Anspruch und es wurde schnell klar, dass ihr Einkommen nicht den Anforderungen ihrer Aufgaben entsprach. Die hat einfach viel zu wenig Geld dafür gekriegt, dass sie halt 27 Stunden am Tag an 9 Tagen in der Woche gearbeitet hat, als auch Professor Steffensen dies erkannte, versuchte er mehrmals bessere Bezahlungen und Arbeitsbedingungen für seine Assistentin zu erreichen, die.
Im Dezember 1924 versuchte er eine Verringerung ihrer Arbeitsbelastung zu erreichen. Einige Monate später beschwerte er sich dann beim Bildungsminister, dass Lehmanns Gehalt deutlich unter dem anderer, vermutlich männlicher wissenschaftlicher Assistenten an der Universität liege und forderte, dass dies auf das gleiche Niveau angehoben werden müsste. Der Unterschied zwischen Ihrem Gehalt und dem der andere muss erheblich gewesen sein, denn das Bildungsministerium handelte schnell.
Im April stieg ihr Gehalt auf fast das Dreifache des vorherigen Niveaus. Wäre ihre Tätigkeit am Labor für Versicherungsmathematik hatte Inge Lehmann Teilzeitjobs angenommen, darunter Übersetzungs und Lektoratsarbeiten für einen anderen Mitarbeiter der mathematischen Fakultät, Professor Nils Erik Nörlund.
Zusätzlich zu seiner Professur war Nörlund 1923 zum Direktor des Dänischen geodätischen Dienstes ernannt worden mit dem Auftrag, den Dienst zu reformieren und mit der topografischen Abteilung des Generalstabs zusammenzulegen. Die Rolle der Lehrassistentin und gelegentlichen Sekretärin war traditionell das Ende der Karriere für viele Frauen in der Wissenschaft, aber Lehmann gab sich mit dieser Endstation ganz und gar nicht zufrieden, nachdem sie als gelegentliche Sekretärin von Niels Erik Nörlund gearbeitet hatte.
Wies sie ihn im Juni 1925 vorsichtig darauf hin, dass sie eine Forschungsstelle haben wollte. Nörlund konnte sie nicht als Forschungsassistentin einer Universität einstellen, sei jedoch eine andere Möglichkeit, ihr Talent zu nutzen. Er war gerade dabei, den geodätischen Dienst neu zu organisieren und musste dessen Aufgaben um seismologische Stationen erweitern, ein jährlicher Zuschuss der Karlsberg Stiftung machte das Projekt realisierbar und. Und in den nächsten Jahren half Inge Lehmann bei der Einrichtung der neuen Seismologischen Stationen. 1926 half sie beim Aufbau seismologischer Stationen in Kopenhagen und Ivitut im Südwesten Grönlands, 1927 in Skorebüsund im Westen Grönlands, Lehmann übernahm zusätzlich zu
ihrer Arbeit im Labor für Versicherungsmathematik den Aufbau und den Betrieb dieser Stationen im Januar, 1927 war die Umstrukturierung des geodätischen Dienst so weit fortgeschritten, dass. Dass sie aus dem Versicherungsmathematischen Labor ausscheiden und ausschließlich für Nils Erik Nörlund arbeiten konnte.
Der Plan war, dass Inge die Wissenschaft der Seismologie erlernen sollte, um später in diesem Bereich arbeiten zu können, da die Seismologie in Dänemark noch in den Kinderschuhen steckte, arrangierte Nörlund für Lehmann im Herbst 1927 einen viermonatigen Auslandsaufenthalt, damit sich diese in dieser Wissenschaft vertiefen konnte. Einen Teil ihrer Zeit verbrachte sie am Vorläufer der Internationalen Vereinigung für Seismologie und Physik des Erdinneren.
Die Geschäftsstelle des Instituts befand sich in Straßburg, wo sie mehrere Wochen lang das Lesen von Seismogrammen lernte. Nach der Teilnahme an der IUGG Generalversammlung in Prag konnte sie diese Fähigkeit während ihres Studiums bei Beno Gutenberg in dessen Haus in Darmstadt gut einsetzen. Im April 1928 wurde Niels Erik Nörlund zum Direktor des neu gegründeten Dänischen Geodätischen Instituts ernannt. Im Mai legte Inge Lehmann als zweite Person des Landes die Magisterkonferenz, das entspricht einem Masterabschluss in Geodäsie an der Universität Kopenhagen ab, einem neuen Fach, das auf Betreiben von Nörlund eingeführt worden war. Ihre kurze Ausbildung im Ausland und ihr eigenes Studium waren die einzigen Vorbereitungen auf
die Prüfung, die auf ihren zukünftigen Beruf zugeschnitten war. Im Sommer war Inge Lehmann Direktorin der neuen Seismologischen Abteilung des Geodätischen Instituts. Sie war zusammen mit einigen technischen Assistenten für den Betrieb der seismologischen Stationen Dänemarks verantwortlich. Obwohl die Tätigkeit hauptsächlich administrativer Natur war und nur sehr wenig Forschung umfasste, handelte es sich dennoch um eine Festanstellung mit dem Titel und dem Gehalt einer Abteilungsleiterin in einem Brief an Nils Erik Nörl und aus demselben Jahr drückte sie ihre Freude und Dankbarkeit aus. Ich glaube, ich habe ihnen von meiner Ernennung noch nicht richtig gedankt.
Ich hätte mir nichts Besseres wünschen können. Ich habe mir zu versorgen gemacht, dass ich zu viel verlange, wenn ich mich nicht damit zufrieden geben sollte, zu arbeiten, um Geld zu verdienen, sondern eine Stelle suche, die mich wirklich interessiert in meiner Arbeit hier habe ich mehr gefunden, als ich mir jemals erhoffen konnte, im Gegenzug werde ich mein Bestes geben, es ist keine Kleinigkeit, die Möglichkeit und Erlaubnis zu haben, all seine Stärken einzusetzen. Bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1953 war Engel Lehmann die einzige Wissenschaftlerin am Institut für Seismologie. Aufgrund ihrer Verwaltungsaufgaben führte sie den Großteil ihrer Forschungsarbeit in ihrer Freizeit durch.
Oh ja, ich meine okay sie hatte zumindest jetzt was Freizeit, das muss man auch dazu sagen, sie musste nicht mehr 5 Jobs arbeiten, um irgendwie klar zu kommen. Schon mal ein Anfang, richtig. Durch die Betreuung von Stationen in Dänemark und Grönland hatte sie Zugang zu Seismogrammen von mehreren Orten und einer Reihe von Instrumenten. Als Abteilungsleiterin stand Sie in Kontakt mit ihrem internationalen Netzwerker und Kollegen, ihre Fachkenntnisse im Lesen von Seismogrammen und ihr reger Briefwechsel mit führenden Seismologen ebneten ihr den Weg zu ihrer großen Entdeckung im Jahr 1936, die ihr internationalen Ruhm als eine der einflussreichsten Seismologinnen des 20. Jahrhunderts einbrachte.
Wow. Als eine der ersten Wissenschaftlerinnen Dänemark ist Inge Lehmann in Bezug auf ihre berufliche Stellung und ihre wissenschaftliche Anerkennung nahezu unübertroffen. Inge Lehmann verstarb am 21 Februar 1993 und damit erreichte sie das stolze Alter von 104 Jahren. Jetzt haben wir eine Menge über das Leben und auch die Lebensumstände von Inge Lehmann erfahren, aber was ist ihre herausragende wissenschaftliche Leistung?
Nicht, dass ihr Leben an sich nicht schon bemerkenswert war, entdeckte sie etwas, das für unser heutiges Verständnis des Planeten, auf dem wir leben, maßgeblich ist. Und jetzt ist der Moment, wo ich dich dann als führenden Geologen der Wissensreisenden einmal was fragen muss, wie ist eigentlich die Erde in ihrem Inneren aufgebaut?
Es gibt einen Kern und dann gibt es verschiedene Schichten und am Ende gibt es sozusagen die die Ummantelung der, also die erkaltete Oberfläche. Ich hör schon, das ist so wie mit dem Handy. Das verbindet sich dann irgendwie mit irgendeinem Funkmast und dann ist das ganz egal. Grundsätzlich ja, wenn auch stark vereinfacht. Heute wissen wir, dass die Erde in Schalen aufgebaut ist. Ganz außen ist diese sehr dünne, feste Kruste, auf der wir leben, darunter ist der Mantel, der in den oberen festen Mantel und den plastisch verformbaren unteren Mantel aufgeteilt ist. Innen befindet sich der Kern allerdings auch wieder aufgeteilt in einen äußeren und inneren Kern. Wie aber kann man das herausfinden? Wie kann man herausfinden, was
sich tief im Inneren der Erde befindet und da vor sich geht? Die Temperaturen sind zu heiß, die Drücke zu Extremen und die Entfernungen zu groß, um sie in irgendeiner Form mit Sonden zu erforschen, daher verlassen sich die Wissenschaftler auf seismische Wellen, Schockwellen, die von Erdbeben und Explosionen erzeugt werden und sich durch die Erde und über ihre Oberfläche bewegen und so die Strukturen des Planeteninneren enthüllen können. Jedes Jahr ereignen sich Tausende von Erdbeben und jedes von ihnen gewährt einen flüchtigen Blick auf das Erdinnere.
Seismische Signale bestehen aus verschiedenen Arten von Wellen, die für das Verständnis des Erdinneren wichtigen sind. Die P Wellen, das sind primäre oder Kompressionswellen und s Wellen wie sekundären oder Scherwellen diese bewegen sich auf unterschiedliche Weise durch Festes und flüssiges Material.
Die seismischen Wellen, die s. Wellen haben dabei die Besonderheit, dass sie nicht durch Flüssigkeiten laufen. Und genau das kann man als Indikator nutzen. Nur aufgrund dieser Eigenschaft der S Wellen wissen wir, dass der äußere Kern flüssig ist, denn er zeigt in der Analyse der S Wellen einen Schatten der Seismograph, also das Gerät, das Bewegungen seismischer Wellen erkennt und aufzeichnet, wurde schon im Jahr 1880 erfunden. Schon bis zum Ende dieses Jahrzehnts gab es damals seismische Stationen auf der ganzen Welt. Damals war aber der vermutete Aufbau der Erde noch unpräzise, man stellte sich einen flüssigen Kern vor, der von einem festen Erdmantel umschlossen ist und auf dessen Oberfläche dann die Kruste zu finden ist.
Und dieses Modell wackelte dann im Jahr 1929, als sich ein großes Erdbeben in der Nähe von Neuseeland ereignete. Inge Lehmann untersuchte die Schockwellen und war verwundert über das, was sie sah. Einige wenige P. Wellen, die vom Kern hätten abgelenkt werden müssen, wurden tatsächlich von seismischen Stationen aufgezeichnet.
Lehmann stellte auf dieser Basis die Theorie auf, dass diese Wellen eine gewisse Strecke in dem Kern zurückgelegt hatten und dann an einer Art Grenze abgeprallt waren, und das passte nicht zum bisherigen Modell, ihre Interpretation dieser Daten bildete die Grundlage für einen Aufsatz aus dem Jahr 1936.
Indem sie die These aufstellte, dass das Zentrum der Erde aus 2 Teilen besteht, einem festen inneren Kern, der von einem flüssigen äußeren Kern umgeben ist, der durch die heute sogenannte Lehmann Diskontinuität getrennt ist, einem recht scharf geschnittenen Bereich, wo das flüssige ins Feste übergeht. Lehmanns Hypothese konnte erst 1970 bestätigt werden Boah, wo man wiederum sagen kann, was ein Glück, dass die Dame so lange gelebt hat, dass sie das noch gut mitgekriegt hat. Inzwischen waren Empfindlichere Seismographen entwickelt worden und mit diesen war es möglich, Wellen zu entdecken, die von dem festen Kern abgelenkt wurden.
Damit konnte nachgewiesen werden, dass das heutige Modell des Erdaufbaus, so wie es Inge Lehmann entdeckt und Theoretisiert hatte, realistisch ist. Wow, und das ist das Vermächtnis von Inge Lehmann, einer dieser Wissenschaftlerinnen, die echt ganz schön lange in Vergessenheit geraten ist. Und die verdammt noch mal ganz schön hart umkämpfen. Musste überhaupt das machen zu können, was sie gemacht hat. Ja, und ich bin immer sehr froh, wenn Leute, die halt einerseits so unglaublich fähig sind und andererseits so unglaublich determiniert sind.
Dann auch damit. Durchkommen also eine Chance bekommen und halt auch was verändern können. Ja, und es ist. Also ist es. Wirklich historisch. Gesehen dann ganz schön cool, wenn Du die erste Person warst, die das Theoretisiert hat, was am Ende richtig war. Auch wenn du es noch nicht wissen konntest, sondern vielleicht nur erahnen konntest.
Richtig, ja, auch generell einfach nicht zu sagen, ja, das ist hier dann irgend so ne Abweichung, das ist n Fehler, sondern ne die Offenheit zu haben. Es nicht als Messfehler ab. Richtig, einfach wirklich Wissenschaftler zu bleiben, weil ich find Wissenschaft hat halt immer dieses Ding von, wir wissen das noch nicht.
Ja es könnte sich was verändern, ich muss erstmal ne Theorie. Aufstellen und dann kann ich das überprüfen und ich darf halt auch nicht mich darauf verlassen, dass alles, was wir schon denken zu wissen, hundertprozentig der letzte Schluss ist. Wahnsinn. Sehr coole Geschichte, sehr sehr coole Frau. Ich habe von Inge Lehmann ganz ehrlich noch nie gehört, war gerade total neu für mich, dementsprechend vielen Dank sehr sehr cool, dass du, dass du das gefunden hast und und uns allen mitgebracht hast. Ich habe halt tatsächlich wirklich schon länger das Thema Engel Lehmann auf dem Zettel gehabt. Ich habe aber so lange so wenig zu ihr rausgefunden, dass es einfach nicht getragen hat und das jetzt hier. Diese Informationen konnte ich
aus einer wissenschaftlichen Arbeit bekommen, die entsprechend auf einer Lizenz mir erlaubt haben, da eine ganze Menge rauszunehmen und ich werde es auch entsprechend dann in den Shownotes verlinken, also wer mehr dazu lesen möchte, kann dann das noch tun, der wird noch ein PDF sein, wo diese ganze wissenschaftliche Abhandlung über Inge Lehmann und nicht ihr schaffen ist. Wahnsinn.
Vielen vielen Dank. Sehr sehr cool auf jeden Fall. Liebe Leute, wenn es euch auch so viel Spaß gemacht habt wie mir beziehungsweise wenn ihr vielleicht heute auch das erste Mal von Inge Lehmann bewusst irgendwie was wahrgenommen habt und damit mal wieder eine Lücke eures oder eine Wissenslücke gefüllt wurde, von der ihr nicht wusstet, dass sie da war, lasst es uns gerne wissen. Lasst es den Christ gerne wissen, schreibt uns Kommentare, vergebt uns Sterne oder wenn ihr uns richtig unterstützen wollt, so richtig, richtig doll, dann werdet doch einfach. Ich glaube bei youtube nennt man das Kanalmitglied, also werdet doch einfach Premium.
User Ja, Förderer bei uns und das könnt ihr sowohl bei Steady als auch direkt bei Spotify tun und dann habt ihr auch Zugang zu unserem Premium Kanal. Da rauchen wir regelmäßig noch mal so ne Sonderfolge raus für unsere Unterstützer, denn letztendlich wir lieben euch, das ist Ding, das müssen wir einfach machen, wir müssen euch ein bisschen was zurückgeben, obwohl wir eigentlich ja kürzer treten wollen, haben wir es dann ja doch geschafft, irgendwie jede jede Woche weiterhin ne Folge zu machen, aber. Einmal im Schnitt, jede Vierte ist dann nur für die Förderer so.
Sieht's aus. Gut, Chris, ich glaube, das war's dann jetzt auch für heute. Jawohl. Wir sagen das eine Wort, mit dem wir uns immer verabschieden, was das letzte Wort ist, was ihr hört. Und das lautet natürlich. Tschüss.