
WR200 - 200 Jahre von der Entdeckung bis zum Beweis
Freitag, 2. Januar 2026 · 1 h 18
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Shownotes
Es ist unser 200. Reiseabschnitt!!!! Herzlichen Glückwunsch Wissensreisende.
1676 entdeckt ein Tuchhändler aus Delft winzige Tierchen in einem Tropfen Wasser. 200 Jahre später liefert ein Landarzt aus Wollstein den Beweis, dass diese Entdeckung die Medizin für immer verändern wird. Eine Reise durch zwei Jahrhunderte falscher Theorien, vergessener Pioniere und tragischer Helden – von Antoni von Leeuwenhoeks Mikroskop bis zu Robert Kochs wissenschaftlichem Durchbruch.
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#Leeuwenhoek #Robert Koch #Mikrobiologie #Frühe Neuzeit #Neuere und neueste Geschichte #Westeuropa #Deutschland
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Happy Birthday, Wissensreisende. Ich hoffe, du hast etwas Besonderes für den heutigen Tag vorbereitet. Natürlich, wir besuchen erstmal jemanden, der gerade eine der wichtigsten Entdeckungen der Medizingeschichte macht. Ah, einen berühmten Wissenschaftler. Nee, tuchhändler. Was einen Tuchhändler aus Delft keine wissenschaftliche Ausbildung spricht nur niederländisch und hat noch nie eine Uni von innen gesehen.
Und der Macht eine der wichtigsten Entdeckungen der Medizin. Ja. Und passend zur 200 Folge dauert es von seiner Entdeckung 200 Jahre, bis zweifelsfrei bewiesen wird, dass er etwas gesehen hat, das die Medizin auf den Kopf stellt. Bereit, Na klar, Delft, Niederlande, hippolitus burd 324 April 1676 nachmittags wissensreisende okay wir sind da, hier passiert es gleich. Wo sind wir hier?
Das ist winzig und irgendwie hatte ich jetzt auch mit sowas wie einem Labor gerechnet. Wir sind im Arbeitszimmer unseres Tuchhändlers. Das ist der Mann da am Tisch. Und was hat er denn in der Hand? Das ist irgendwas kleines. Das ist Antony von Lavenhook, 43 Jahre alt, und das in seiner Hand ist ein Mikroskop, das. Soll ein Mikroskop sein?
Das ist ja so klein, da brauchst du ein Mikroskop für. Stimmt schon, fast. Naja, Anthony baut seine Mikroskope selber und er schleift dafür winzige Glaslinsen und die sind sogar besser als alles, was die Wissenschaftler zu dieser Zeit an den Unis haben. Und was macht er da jetzt? Der tropft irgendwie Wasser auf was drauf. Pfefferwasser ist, das hat 3 Wochen in einem Topf gestanden und er will wissen, warum Pfeffer im Wasser scharf schmeckt.
Und das ist jetzt wichtig. Ja, er bleibt erstmal ruhig und guckt dir einfach an, was passiert. Er hält das Mikroskop jetzt ganz nah ans Auge. 500 fache Vergrößerung, mehr als jeder andere Mensch in der Welt zu dieser Zeit zur Verfügung hat. Er bewegt sich nicht, schaut er überhaupt noch was an? Wartenee.com nicht Chain, sie bewegen, Sie bewegen sich. Was hat er gesagt?
Er hat gesagt, das kann nicht sein. Sie bewegen sich. Ah, ich glaube, ich kann mir vorstellen, was er da gesehen hat, leben das. Winzige Tierchen, die sich durchs Wasser bewegen, und zwar Tausende davon in einem einzigen Tropfen Bakterien. Ganz genau, er hat gerade als erster Mensch Bakterien gesehen.
Was macht er jetzt mit seiner Entdeckung? Er wird der Royal Society in London schreiben, in holprigem Niederländisch, weil er halt einfach keine andere Sprache kann, und die werden ihm erstmal nicht glauben. Und warum nicht? Ja, keiner hat so gute Mikroskope wie er und darum kann das auch keiner überprüfen.
Es dauert Monate, bis sie es selbst bestätigen können. Und das ist also der Anfang. An diesem Tag, dem 24 April 1676, öffnet sich eine Tür und zum ersten Mal sehen wir, dass unsere Welt nicht nur aus dem besteht, was wir mit bloßem Auge sehen können. Okay aber was dauert denn jetzt noch 200 Jahre? Es dauert noch 200 Jahre, bis ein Landarzt aus Wollstein im heutigen Polen beweist, nicht nur vermutet, sondern beweist, dass diese kleinen Tierchen Krankheiten verursachen können. Warum noch so lange?
Genau darum wird es heute gehen. Warum hat es so lange gedauert und was musste alles passieren, damit die Menschheit versteht, was lavenhook da in seinem winzigen Labor entdeckt hat? Es ist die Geschichte von 200 Jahren Kampf gegen falsche Theorien, vergessen in Pionieren und tragischen Helden. Hallo liebe Hörerinnen und Hörer, und Herzlich willkommen zu einer neuen Folge bei Wissensreisende, dem Podcast über Geschichte, Menschen und Hintergründe.
Und heute habe ich den Spaß, euch anzukündigen, dass ich jetzt zum 200 Mal meinen mit Podcaster vorstelle, nämlich den Jan. Hallo da draußen, ich bin der Chris und ich freue mich mit euch auf diese ganz besondere Jubiläumsfolge, denn irgendwie 200 klingt dann so rückblickend ganz schön groß. Ja, 200 ist schon ganz schön viel, wir haben auch schon wirklich an Geschichten, die wir uns hier gegenseitig erzählt haben, eine Menge erlebt, auf jeden Fall gar keine Frage. Und denk alleine nur mal da dran. Weißt du, wir sind schon mit einem Raumzeitschiff abgestürzt und haben dank.
Euch allen da draußen wieder ein neues bauen können? Richtig. Es ist geradezu ein Wunder, dass wir heute wieder hier in unserem Podcaststudio direkt hinter dem Cockpit unseres wunderschönen neuen Raumzeitschiffs sitzen können. Aber jetzt ist die große Frage, Du hast was mitgebracht, was mit 200 zu tun hat und es geht diesmal um Jahre. Richtig, es geht um 200 Jahre.
Ich musste ja irgendwie was mit der Zahl 200 anfangen und als ich dazu gesucht habe, was ich irgendwie damit verbinden kann. Gefiel mir diese Idee tatsächlich am besten, weil einfach so unglaublich viel da drin steckt? Ja, das ist auch wirklich ein sehr wichtiges Thema, denn das können wir uns heute gar nicht mehr vorstellen, dass wir gar nicht wissen, woher so Krankheiten kommen, dass man nur noch ganz komische Theorien hat, aber dass du letztendlich irgendwelche kleinen Lebewesen hast, die ich von A nach b können, das war erstmal sehr, sehr unwahrscheinlich für die Leute. Das stimmt, weil ganz einfach, warum, du kannst sie ja nicht sehen, richtig, das ist dann schon ein Problem. Aber liebe Leute, wir haben
heute ein recht volles Programm und darum lege ich mal erstmal los. Und am Beginn dieser Folge steht eine ganz, ganz einfache Frage, die von Menschen vor sehr, sehr, sehr, sehr, sehr langer Zeit schon gestellt wurde, nämlich warum wird man krank und jetzt stellt euch einfach mal vor, ihr habt Fieber, ihr fühlt euch Elend, der Kopf dröhnt, der Körper schmerzt, was macht man da, man geht zum Arzt und das macht ihr auch und der sagt kein Problem.
Ich lass dich mal zur Ader, was dann so viel bedeutet wie ich nehme dir jetzt erstmal eine große Menge Blut ab, dann geht's dir schon besser. Das klingt für uns heute total absurd, aber das war über 2000 Jahre lang standardmedizin. Die Idee dahinter war die 4 Säfte Lehre, entwickelt von Hippokrates im antiken Griechenland und perfektioniert von Galen im zweiten Jahrhundert nach Christus und die Grundidee war simpel, der menschliche Körper besteht aus 4 Säften Blut. Schleim, gelbe Galle und schwarze Galle. 3 davon waren tatsächlich Körperflüssigkeiten.
Blut ist halt Blut, Schleim, das ist der Schleim aus Nase und Atemwegen. Gelbe Galle ist die gelblich grünliche Flüssigkeit aus der Gallenblase, schwarze Galle gibt's aber so im Körper gar nicht, eventuell war es dunkles geronnenes Blut oder verfaulte Galle oder einfach auch nur eine theoretische Erfindung, weil man 4 Säfte brauchte, um zu den 4 Elementen zu passen und. Heute ist tatsächlich kaum noch wirklich nachzuvollziehen, was genau damit gemeint war.
Wie schon gesagt, Jeder dieser Säfte war mit einem Element verbunden, Blut mit Luft, Schleim mit Wasser, gelbe Galle mit Feuer und schwarze Galle mit Erde, und jeder Saft hatte seine eigenen Eigenschaften, Blut war warm und feucht, Schleim war kalt und feucht, gelbe Galle war warm und trocken und schwarze Galle komplettierte das theoretische Konstrukt und war kalt und trocken. Die Theorie sagte, Wenn diese Säfte im Gleichgewicht sind, dann ist der Mensch gesund und wenn sie aus dem Gleichgewicht geraten, dann wird der Mensch krank. Zu viel Blut, Fieber, zu viel Schleim, Erkältung und so weiter und die Lösung scheint dann auch erstmal logisch, wenn zu viel von einem Saft da war, dann musste man ihn loswerden, deshalb gab es als ganz
natürliche Behandlung eben den Aderlass oder Abführ oder brechmittel, man versuchte irgendwie das Gleichgewicht wiederherzustellen und. Und das funktionierte zumindest manchmal, weil manche Krankheiten von selbst weggehen oder weil der menschliche Körper erstaunlich gut da drin ist. Sich selbst zu heilen. Aber die Ärzte, die sahen den Zusammenhang anders, die haben nun nicht einfach gesehen, Patient krank, Aderlass, Patient Gesund, Schlussfolgerung Aderlass Super und das hat sich wirklich erschreckend lange gehalten, denn ein schockierendes und prominentes Ereignis zeigte, was diese falsche Theorie verursachen konnte, aber. Am 14 Dezember 1799 war George Washington der erste Präsident der Vereinigten Staaten, 67
Jahre alt und eigentlich noch relativ fit. 2 Tage vorher war er durch Schnee und Regen geritten, er kam durch Nest nach Hause und bekam am nächsten Morgen Halsschmerzen. In der Nacht wurde es schlimmer und er bekam Atemnot und Fieber, seine Ärzte kamen gleich 3 davon, alle Best ausgebildet und alle folgten der 4 Säftelehre und.
Bei Fieber, da wissen wir ja, da ist einfach zu viel Blut im Körper. Also folgte ein erster Aderlass, ein halber Liter Blut, Washington wurde schwächer für uns heute gar nicht mal so so seltsam, dass er schwächer wurde, die Ärzte diskutierten aber richtig drüber, weil einer von ihnen Dr. Alicia Dick, der hatte so seine Zweifel, er war relativ jung, er ist 37 Jahre alt und.
Und er hatte von neuen Ideen gehört. Und vielleicht, vielleicht war der Aderlass ja doch nicht immer die beste Lösung. Aber die anderen beiden Ärzte widersprachen Dr. James Craig und Dr. Gus Davis Brown waren das beide, erfahren beide überzeugt, mehr Aderlass musste her, es folgte also Aderlass Nummer 2.
Noch ein halber Liter Washington wurde noch schwächer, seine Ärzte gaben ihm daraufhin noch zusätzlich ein Brechmittel und. Und legt ihm Senfpflaster auf die Füße, um schlechte Säfte abzuziehen. Aber wir wissen ja, nichts hilft so gut wie ein ordentlicher Aderlass. Also folgte ein dritter Aderlass, noch mal ein halber Liter und ein Vierter, diesmal fast ein Liter.
Irgendwie müssen diese verdammten Säfte doch wieder ins Gleichgewicht zu bringen sein. Na super, insgesamt wurden George Washington innerhalb von 12 Stunden ungefähr zweieinhalb Liter Blut abgenommen. Das waren 40% seines gesamten Blutvolumens und die Aufzeichnung von Mount Vernan, Washingtons historischer Residenz, dokumentieren jeden dieser Adalesse minutiös zwischen 10 und 11:00 Uhr.
Abends starb George Washington, er war bei Bewusstsein bis fast zum Schluss, und seine Frau Martha saß am Fußende des Bettes. Heute wissen wir, er hatte wahrscheinlich eine bakterielle Kehlkopfentzündung, etwas, das mit Antibiotika behandelbar gewesen wäre, oder vielleicht hätte sein Körper es sogar schlicht und ergreifend alleine geschafft, aber. Aber die Ärzte haben ihm das Blut abgenommen, das sein Körper brauchte, um kämpfen zu können.
Die 4 Säfte Lehre war durch Paracelsus im 16. Jahrhundert bereits heftig kritisiert worden und hatte auch schon an Bedeutung verloren, aber wirklich weg war sie aus 1799 ganz offensichtlich noch nicht. Naja, die 4 Säfte Lehre erklärte erstmal nur warum ein Mensch krank wurde, sie erklärte nicht woher die Krankheit kam beziehungsweise woher halt das Ungleichgewicht der Säfte kam.
Und dafür gab es eine andere Theorie, auch von Hippokrates. Die Niasma Theorie Niasma kommt aus dem griechischen und bedeutet Befleckung oder schlechte Luft. Hippokrates prägte den Begriff im fünften Jahrhundert vor Christus in seinem Werk über die Winde und die Idee war auch ganz simpel, Krankheiten entstanden durch schlechte Gerüche, durch Verfaulende organische Materie, durch Sümpfe, durch Abwässer, durch alles, was stank, der diese Theorie haben wir auch schon ganz kurz in Folge 6, also vor langer, langer Zeit, zum großen Gestank in London im Jahr 1858 kurz behandelt.
Die Theorie hatte schon eine gewisse Logik, denn tatsächlich gab es Krankheiten ja vermehrt dort, wo es stank, in den engen, schmutzigen Gassen mittelalterlicher Städte, in den Elendsvierteln der industriellen Revolution, überall da, wo Menschen auf engem Raum lebten, wo Abwässer offen flossen oder wo Müll auf der Straße lag und. Und dementsprechend schien die Verbindung halt ganz klar. Gestank gleich Krankheit.
Gestank macht krank. Ja, das war tatsächlich eigentlich im Endeffekt das simple Mantra und bei dem, was du halt sehen kannst, wo Krankheiten vermehrt entstehen, eigentlich, was siehst du da oder was hast du dort halt schlechte Gerüchte, das ist nun mal ganz häufig so und die Schlussfolgerung ist gar nicht so sinnlos, wenn du halt darüber nachdenkst, dass du nicht so viel weißt wie heute, ja, 1846.
Schrieb der britische Sozialreformer Edwin Shatwick einen Report über die sanitären Bedingungen in England. Sein Kernsatz aller Geruch ist Krankheit und dieser Glaube führte ja auch tatsächlich zu Verbesserungen, Städte bauten kanalisationssysteme, sie legten Parks an, sie sorgten für bessere Belüftung in Häusern, und all das half, weil bessere Hygiene tatsächlich Krankheiten reduzierte.
Es war nur der falsche Grund, die. Die Miasmatiker, so nannten sich die Verfechter der Theorie, die dachten, sie bekämpften den Gestank. Tatsächlich bekämpften sie aber Bakterien, sie tränkten Trinkwasser von Abwasser, sie sorgten dafür, dass Leichen und Tierkadaver nicht mehr in der prallen Sonne verwesten, sie machten eigentlich schon wirklich eine ganze Menge richtig, nur die Erklärung war halt eben Mumpitz.
Ja, die 4 säftelehrer erklärte, warum Menschen krank wurden, die Miasma Theorie erklärte, woher Krankheiten kamen, beide basierten auf dem, was Menschen sehen, riechen und fühlen konnten, die. Die Menschen konnten nur das in ihre Überlegungen mit einbeziehen, was sie mit ihren Sinnen wahrnehmen konnten und diese begrenzte Wahrnehmung führte zu Theorien, die aus ihrer Perspektive absolut logisch erschienen, die uns heute aber wirklich total absurd vorkommen. Nehmen wir nämlich dabei auch mal die Theorie der spontanen Zeugung, die Idee leben entsteht einfach so aus toter Materie. Aristoteles hatte das gelehrt, weil Maden entstanden aus verfaulendem Fleisch, Mäuse entstanden aus altem Getreide, Frösche entstanden aus Schlamm.
Klingt für uns völlig verrückt, ist aber wieder völlig logisch, wenn man sich nun mal in die Gedankenwelt reinversetzt du legst Fleisch in die Sonne. 2 Tage später wimmelt es da drin nur so von Maden, wo sollen die denn hergekommen sein? Im 17. Jahrhundert hatte der flämische Chemiker Jan Baptist van Helmont sogar ein Rezept dafür aufgeschrieben, Ma man nehme ein schmutziges Hemd und etwas Weizen, man lege beides 21 Tage in ein offenes Gefäß und voila, es entstehen Mäuse. Unglaublich.
Das war kein Witz, ne, also das muss man sich mal vorstellen. Van Helmont der war ein ernsthafter Wissenschaftler, er glaubte halt einfach fest daran, dass Leben spontan entstehen konnte und warum halt auch nicht, weil niemand hatte je gesehen, wie fliegen ihre Eier auf Fleisch ablegen, die Eier waren winzig, fast unsichtbar, aber.
Also schien das Fleisch selbst die Maden zu produzieren. Aber natürlich gab es auch schon sehr, sehr früh Ausnahmen, nämlich Menschen, die zweifelten, schon 36 vor Christus hat ein römischer Gelehrter namens Marcus Terentius Varro etwas ganz bemerkenswertes geschrieben in seinem Werk über die Landwirtschaft warnte er vor Sümpfen nämlich. Nicht wegen des Geruchs, sondern wegen winziger Geschöpfe, die man mit den Augen nicht sehen könnte, die aber durch die Luft in den Körper eindringen und schwere Krankheiten. Verursachen können.
Respekt also, der hat es richtig theoretisiert, hat dann wahrscheinlich keine Chance gehabt, das nachzuweisen. Ja, aber ich sag mal, es gibt ja schon diverse Dinge, die weit vor Christus theoretisiert wurden und im 20. Jahrhundert dann vielleicht bestätigt wurden. Das war also 36 vor Christus, ziemlich genau 1700 Jahre, bevor jemand mit einem Mikroskop Bakterien sehen würde.
Aber natürlich hörte keiner auf den Ja, varus Buch war über Landwirtschaft, nicht über Medizin, und die Idee schien einfach auch zu abwegig. Warum müssen wir jetzt schon mal wirklich, wirklich viel, viel weiter in der Zeit springen, noch bevor wir bei Lawenhoek ankommen, und zwar springen wir einmal ins Jahr 1546. Da ging nämlich ein italienischer Arzt namens Girolamo Fracastoro noch weiter.
Er schrieb ein Buch, und zwar mit dem Namen de Contagione et contagiosis Morbis über Ansteckung und ansteckende Krankheiten Fracastoro beschrieb 3 Wege, wie Krankheiten übertragen werden konnten, per Contactum, also durch direkten Kontakt, Performitem, durch kontaminierte Gegenstände oder Art Distanz. Über die Distanz, durch die Luft. Und er hatte eine Theorie, und in dieser Theorie gab es die Seminaria, die Samen der Krankheit, winzige unsichtbare Teilchen, die sich vermehrten und Krankheiten verursachten. Das war 1546, und er war der Wahrheit schon wirklich, wirklich nah.
Was Frack hast du hier gemacht hat, war übrigens nicht, sich einfach irgendetwas auszudenken, sondern das ist auch heute völlig normale Wissenschaft. Er postulierte etwas, das er nicht sehen konnte, um seine Beobachtungen zu erklären. So funktioniert Wissenschaft seit jeher, man stellt eine Theorie auf und dann versucht man, sie zu beweisen und es gibt, das habe ich hier sogar mit in meinen Notizen und es gibt da ein wirklich schönes Beispiel, weil schon ungefähr 400 Jahre vor Christus hat der Grieche Demokrit effektiv das Vorhandensein von Atomen postuliert, bewiesen wurde die Theorie erst im 20 Jahrhundert, aber zurück zu frackastoro.
Der hatte nämlich jetzt ein Problem. Er konnte seine Seminaria Halt nicht zeigen und damit beweisen. Zu seiner Zeit war das Halt nur eine Theorie oder besser gesagt eine Idee, aber die 4 Säfte Lehre und die miasma Theorie, die hatten ja nun schon eine lange Tradition im 16. Jahrhundert, sie waren in Tausenden von Büchern beschrieben, Galen hatte sie gelehrt, die größten Universitäten Europas unterrichteten sie, wer sollte denn diesen alten bewährten Theorien irgendwie widersprechen und? Und hier wirklich bitte noch mal das Verrückte, dass man sich vor Augen führen muss, alle 3 Theorien, die 4 Säfte, lehre, die Miasma Theorie, die spontane Zeugung, sie funktioniert logisch, zumindest manchmal.
Die 4 Säfte Lehre funktionierte, weil Krankheiten von alleine weggehen, die miasma Theorie funktionierte, weil Hygiene tatsächlich hilft und die spontane Zeugung funktionierte, weil halt keiner die winzigen fliegen Eier auf dem Fleisch sehen konnte und genau das machte diese Theorien einfach so unglaublich mächtig du. Du glaubst das, was du sehen kannst? Sie waren zwar faktisch falsch, aber die Anwendung schien zumindest oft genug zu funktionieren und es war genug um zu überzeugen und genug um wirklich als akzeptierte Wahrheit fürchterlich lange zu überleben. Diese Theorien hielten die Medizin über 2000 Jahre lang auf, weil immer wenn jemand versucht hat gegen diese Theorien vorzugehen, wurden die
aufs Schärfste kritisiert, die. Diese alten Theorien verhinderten, dass Ärzte nach der wahren Ursache von Krankheiten suchten, weil man ja die Lösung schon wusste. Und so wurden Menschen wie George Washington durch diese Theorie getötet und das sollte sich irgendwann ändern, aber sehr, sehr langsam und mühsam. Und damit starten wir jetzt mal so ganz langsam in unsere lange, lange Reise, und zwar im Jahr 1668 in Florenz, 6 Jahre bevor Laven Hook seine Entdeckung gemacht hat und. Und da treffen wir einen Mann namens Francesco Redi. Redi war Arzt und arbeitete am Hof der Medici, und er glaubte nicht an spontane Zeugung, nicht weil er eine bessere Theorie hatte, sondern weil er ein einfaches Experiment gemacht hat.
Redi nahm 3 Gläser in jedes legte er Fleisch, das erste Glas ließ er offen, das zweite Glas versiegelte er komplett, das dritte Glas deckte er mit einem feinen Tuch ab, die Luft konnte durch, aber fliegen nicht, und dann wartete er. Das Ergebnis war klar. Im ersten Glas Maden, alles voller Maden, genau wie erwartet im zweiten Glas keine Maden, das Fleisch verweste, es stank, aber keine Maden und im dritten Glas auch keine Maden, aber dafür saßen ganz ganz viele Fliegen auf dem Tuch und die versuchten zu dem Fleisch zu kommen, sie legten auch Eier auf dem Tuch, aber auf das Fleisch kamen sie nicht, das war's, das war sein Experiment, extrem einfach, aber. Aber damit hatte er 1 bewiesen,
Maden entstanden nicht spontan aus Fleisch, sie entstanden aus Fliegeneiern, und wenn man fliegen Fernhielt, gab es keine Maden. 1668 veröffentlichte er seine Ergebnisse in seinem Buch Experimente über die Entstehung von Insekten das war revolutionär, nicht weil die Erkenntnis so kompliziert war, sondern weil Redi etwas getan hatte, was kaum jemand vor ihm getan hatte. Er hatte nämlich mit dem zweiten und dritten Glas Kontrollgruppen geschaffen, er.
Er hat nicht einfach nur beobachtet, er hatte getestet, und das ist wissenschaftliche Methode. Aber hat ihm irgendwer geglaubt, ein Paar schon, aber nicht wirklich viele, denn redes Experiment hatte ein Problem, es funktionierte nur bei sichtbaren Lebewesen, bei Fliegen und Maden, bei Dingen, die man sehen konnte, aber was ist mit den wirklich kleinen Dingen, die man trotzdem sehen kann, wie zum Beispiel Schimmel für? Geschimmel war die spontane Zeugung immer noch das, was am besten als Theorie funktionierte. Noch 3 Jahre vorher hatte ein englischer Wissenschaftler ein Buch veröffentlicht, ein Buch, das zeigen sollte, was möglich war, wenn man ganz genau hinschaute, und dieser Mann hieß Robert Hook, er arbeitete für
die Royal Society in London, und er hatte ein zusammengesetztes Mikroskop mit 2 Linsen, die Vergrößerung lag etwa bei 30 bis 50 Fach, aber das reichte erstmal und. Hook schaute sich alles Mögliche an. Flöhe, Läuse, Nadelspitzen, Schneeflocken, Korkkristalle und er zeichnete, was er sah. Das ist so krass, ich mein, das ist etwas, das haben wir als. Kinder mit Mikroskopen irgendwie in der Schule oder auch einfach zu Hause gemacht und haben es als als spannendes Experiment angesehen.
Aber damals war das halt Top of the Line Wissenschaften, absolut absolut das ist. Halt so auf dem Level neutronenbeschleuniger. Wahnsinn, ja. Die Zahl voran. Und sie ändert sich. Das Ergebnis von hucks Arbeit war die Mikrographie, ein Buch voller detaillierter Zeichnungen, riesige Flöhe mit behaarten Beinen, vergrößerte Pflanzenstrukturen und bei den Korkkristallen prägte Huck einen Begriff, der bis heute gilt, nämlich Zellen, weil die kleinen Kammern im Kork ihn an Mönchszellen erinnern, aber. Am 20 Januar 1665 schrieb Samuel Peppis, ein späterer englischer Staatssekretär, in sein Tagebuch. Ich blieb bis 02:00 Uhr morgens wach und las Hooks microscopical observations das faszinierendste
Buch, das ich je las die Mikrografia wurde ein Bestseller, sie zeigte, es gab eine Welt jenseits dessen, was das bloße Auge sehen konnte. Aber auch Hook stieß an Grenzen. Seine Mikroskope waren nicht gut genug, er konnte Flöhe vergrößern, aber für Bakterien war die Vergrößerung seiner Mikroskope einfach nicht stark genug.
Dazu brauchte es erst unseren Tuchhändler aus Delft, Anthony van Lavenhook war am 24 Oktober 1632 in Delft geboren worden und er war, wie schon gesagt, kein Wissenschaftler, aber er hatte eine Leidenschaft, und das waren Linsen, er schliff winzige Glaslinsen und baute damit ganz, ganz kleine Mikroskope, die.
Keine zusammengesetzten Mikroskope wie Hook, sondern einfacher eine einzige Linse zwischen 2 Metallplatten. Die Mikroskope waren winzig, ungefähr 5 Zentimeter lang, zweieinhalb Zentimeter breit, kleiner als eine moderne Kreditkarte und man musste sie direkt ans Auge halten, aber die Linsen, die waren brillant, Hooks Mikroskope schafften mit 2 Linsen 30 bis 50 fache Vergrößerung, laven, Hooks, Mikroskope. Schafften 200 bis 500 fache Vergrößerung und die Linsen schliff er selbst stundenlang, tagelang wochenlang, bis sie perfekt war.
Robert Hook schrieb später über solche Mikroskope, ich fand sie anstrengend für meine Augen und sie haben mein Sehvermögen stark belastet, aber ich muss zugeben, Sie zeigen Objekte viel klarer und deutlicher als zusammengesetzte Mikroskope und. Naja, am 24 April 1676 machte Lavenhook dann die Entdeckung, die wir vorhin schon miterleben durften.
Die winzigen Tierchen, und zwar Tausende davon. Sie schwammen durch sein Pfefferwasser, drehten sich und bewegten sich, er schaute sich daraufhin mehr an Regenwasser, teichwasser, und überall fand er diese kleinen Tierchen, einige waren länglich, andere rund, manche bewegten sich schnell, andere eher langsam. Er berechnete ihre Größe und ihre Anzahl. In einem einzigen Tropfen Wasser waren nach seiner Berechnung etwa 8000000 dieser Tierchen.
Er schrieb dann seinen Brief an die Royal Society, aber man glaubt ihm halt erstmal nicht so kleine Lebewesen, das war unmöglich, aber die Royal Society bat zumindest Robert Hook das zu überprüfen. Hook probierte das auch, aber zunächst scheiterte er, seine Mikroskope waren nicht gut genug, erst beim dritten Versuch mit einem besseren Mikroskop gelang es ihm und er sah dasselbe wie Laven, Hook und.
Und damit war auch die Royal Society überzeugt. 1680 wurde Lavenhook zum Fellow der Royal Society ernannt, ein Tuchhändler aus Delft ohne Universitätsabschluss, Wahnsinn. Er nannte seine Entdeckung Animal, cooles kleine Tierchen, er wusste nicht, was sie waren, er wusste nicht, woher sie kamen, und er wusste nicht, was sie taten, alles, was er wusste, war sie existieren, lavenhook lebte noch 47 Jahre er.
Er baute über 500 Mikroskope und schrieb über 400 Briefe an die Royal Society. Er zeigte seine Entdeckungen jedem, der vorbeikam und im Oktober 1697 besuchte, sogar Zar Peter der große ihn in Delft, aber lawenhoek verstand nie, was seine Tierchen waren, niemand machte die Verbindung und sagte, diese Tierchen könnten Krankheiten verursachen, weil, warum auch, welchen Anlass hätte man gehabt zu glauben, dass da eine Verbindung besteht. Ich meine, immerhin haben wir ja eine super gut funktionierende 4 Säfte lero miasma Theorie, aber damit ist der Anfang gemacht und jetzt steigen wir wirklich ein in die 200 Jahre die es bis zum Beweis gedauert hat.
Holt euch mal ein Heißgetränkt. Das kann noch ein bisschen. Dauern naja, aber ich verspreche euch schon mal 1. Es dauert keine 200 Jahre, immerhin beginnen wir mal mit jemanden, der eigentlich alles falsch gemacht hat, aber trotzdem ein bisschen dabei geholfen hat, irgendwann zur Wahrheit zu kommen und. Und das war John Needom, ein englischer Priester. Und dazu gehen wir ins Jahr.
1745 needom wollte die spontane Zeugung beweisen, er nahm Fleischbrühe und kochte sie, aber nicht lange, nur ein paar Minuten, und dann versiegelte er die Gefäße. Nach ein paar Tagen überall Mikroorganismen, Schimmel und so weiter seine Schlussfolgerung spontane Zeugung funktioniert doch, denn die Mikroorganismen waren ja ganz offensichtlich einfach so entstanden aus dem Nichts beziehungsweise aus der Brühe. Er hatte sogar eine Erklärung.
Die Brühe enthielt nach seiner Theorie eine Art Lebenskraft, und diese Kraft erschuf Leben und zusammen mit seinem Kollegen, dem Comp de Boufon, entwickelte er eine ganze Theorie darüber, und die Welt glaubte ihm, denn Nietem hatte ja ein Experiment gemacht und er hatte gekocht und er hatte versiegelt, und trotzdem waren Mikroorganismen entstanden.
Am allerwichtigsten war, dass er mit seinem Experiment versuchte, die anerkannten Theorien zu untermauern. Und es dauerte dann erstmal wieder über 20 Jahre, bis jemand zeigte, was für einen ganz simplen Fehler nietem gemacht hatte. Vorher gehen wir aber noch einmal ins Jahr 1762, denn da hat ein österreichischer Arzt etwas ganz, ganz Bemerkenswertes aufgeschrieben.
Markus Antonius von Plenzitz Leibarztin Wien veröffentlichte in diesem Jahr sein Werk Opera medico physica und darin stand etwas schon fast Unerhörtes für die gängigen Theorien und von Plentys behauptete, nämlich jede Infektionskrankheit hatte ihren eigenen spezifischen Erreger. Die Pest hatte ihren Erreger, Syphilis hatte ihren Erreger, Cholera hatte ihren Erreger, es waren nicht einfach allgemeine Miasmen oder verdorbene Säfte, es waren spezifische lebende Organismen, und er war damit wieder der wissenschaftlichen Realität ganz, ganz nah, auf jeden Fall sogar noch mal näher als alle anderen vor ihm.
Aber es hört keiner zu. Sein Buch wurde gelesen und dann vergessen die Miyasma Theorie und die 4 Säfte Lehre waren einfach zu stark und zu etabliert. Von Pletzitz starb im Jahr 1770 und sein Name wurde einfach nur zu einer Fußnote. Aber zurück zu John Neeton und seiner Fleischbrühe mit Lebenskraft.
Lazarus Balancani war ein italienischer Priester und Wissenschaftler und er glaubte Neeton nicht 1767 wiederholte es balancani neetons Experiment mit einem ganz kleinen Unterschied er. Er kochte seine Brühe deutlich länger. Nicht nur ein paar Minuten, sondern so zwischen 30 und 45, und er versiegelte die Gefäße hermetisch, also so, dass es zwischen im Gefäß und außerhalb des Gefäßes keinerlei Luftaustausch gab.
Das Ergebnis können wir heute sehr, sehr einfach vorher schon abschätzen, solange die Gefäße versiegelt blieben, blieb die Brühe steril, erst wenn er sie öffnete, erschienen nach einiger Zeit Mikroorganismen spalanzanis Schlussfolgerung. Lietem hatte einfach nicht lange genug gekocht und die Mikroorganismen waren nicht tot gewesen oder sie waren durch winzige Risse in die Gefäße gekommen.
Er veröffentlichte seine Ergebnisse und die Royal Society war beeindruckt und im Jahr 1768 wurde auch er Fellow, aber nur wenn die Wissenschaftler dir glauben, heißt es noch nicht, dass die Allgemeinheit dir glaubt, denn die glaubte ihm, naja zum Teil, einige glaubten ihm aber auch wieder viele nicht. Denn er hatte mit seinem Experiment schon wieder ein Erklärungsproblem geschaffen.
Seine hermetisch versiegelten Gefäße ließen halt keinerlei Luft rein, und viele Wissenschaftler glaubten, dass Luft auf jeden Fall notwendig war für spontane Zeugung. War halt das nächste gute Argument für die Befürworter der spontanen Zeugung, das sie bringen konnten, und die Debatte ging wieder weiter, über Jahrzehnte aber während Wissenschaftler über spontane Zeugung stritten, machte ein Chirurg aus Klostersche eine ganz bemerkenswerte Beobachtung und. Und damit kommen wir zu John Fust and Thornberry in England im Jahr 1768 wieder fuster Betrieb variolation das war die gängige Methode, Menschen vor Pocken zu schützen, man infizierte sie absichtlich mit echten Pocken, mit Material von Pockenkranken, das erzeugte
meistens einen milderen Verlauf, als es eine natürliche Infektion tat, und statt 30% Todesrate gab es nur ein bis 2%, also auf jeden Fall deutlich besser. Es war zwar immer noch verdammt gefährlich, aber es war das Beste, was man hatte. Und Schuster war wieder mal jemand, der etwas Seltsames beobachtete. Manche seiner Patienten reagierten einfach nicht auf diese Variolation keine Pusteln, kein Fieber, fast so, als hätte sie gar nicht infiziert.
Er versuchte es dann mehrmals wieder, aber immer wieder ohne Ausbruch der Krankheit, und dann sagte irgendwann einer seiner Patienten, ein Bauer, er. Ich habe kürzlich relativ heftige Kuhpocken gehabt. Kann das was ausmachen und das hat Fuster neugierig gemacht und er fragte dann systematisch nach praktisch alle Patienten, die nicht auf Variolation reagierten, hatten vorher Kuhpocken gehabt und damit war eine neue Verbindung da, Kuhpocken schützten vor Pocken, wir wissen das von Fuster selber Jahre später schrieb er einen Brief an den Chemiker George Pearson und.
Und in diesem Brief schrieb er, was 1768 passiert war in seinen Worten im Frühling 1768 kam ich nach Thornebury in genau diesem Jahr wurde mir die Krankheit namens Kuhpocken bekannt. Wir stellten fest, dass eine große Zahl von Patienten nicht mit Pockengift infiziert werden konnte, der Grund wurde schließlich entdeckt durch den Fall eines Bauern, der mehrmals erfolglos geimpft wurde und der uns versicherte, er habe nie die Pocken gehabt, aber, sagte er, ich hatte kürzlich die Kuhpocken. Fusster berichtete von seiner Entdeckung auf einem Treffen einer lokalen medizinischen Gesellschaft. Sie trafen sich in einem Gasthaus Namens The Ship by Elveston und bei diesem Treffen waren die Ludlo Brüder anwesend. Daniel Ludlo war Chirurg und
sein Bruder Edward war Apotheker, sie praktizierten den Shipping Sudbury und die Ludlo Brüder, hatten einen Lehrling, einen neunzehnjährigen jungen Mann und der hieß Edward Jenner und. Und Jenna hörte von Fusters Entdeckung und die Idee ließ ihn nicht mehr los. Später wurde er Mitglied derselben medizinischen Gesellschaft und er redete ständig über Kuhpocken, seine Kollegen nannten ihn irgendwann sogar The Kaupoxbor, den kuhpocken Langweiler, fast 30 Jahre lang beobachtete Jenna, er sah Melkerinnen während Pockenausbrüchen, er sammelte Fälle, er überlegte und theoretisierte Fuster hatte die Beobachtung gemacht, aber aber fuster machte nichts damit.
Er hatte eine florierende Variulationspraxis, und das funktionierte ja, warum sollte er irgendwas ändern, war gutes, gutes Geschäftsmodell. Jenna hatte aber eine Idee, was passiert denn, wenn man Menschen nicht mit echten Pocken infizieren würde, sondern mit Kuhpocken, absichtlich und gezielt, das wäre nämlich viel, viel sicherer am 14 Mai 1796 machte er das Experiment, er nahm Eiter aus einer Kuhpockenpostel von einer Melkerin namens Sarah Nels und.
Und er ritzt das Material in den Arm eines achtjährigen Jungen namens James Fipps. Der Junge bekam leichtes Fieber und ein paar Pusteln, wurde dann aber auch recht schnell wieder gesund. Am 1. Juli machte Jenner dann den Test. Er führte bei dem Jungen eine Variolation mit echten Pocken durch und der Junge blieb gesund.
Jenner wiederholte das Experiment mit anderen Kindern und sogar mit seinem eigenen elfjährigen Sohn immer mit dem gleichen Ergebnis. 1798 veröffentlichte er seine Ergebnisse. Ein incury into the corsus an effects of the Vario Lay Vexine, eine Untersuchung über die Ursachen und Wirkungen der Kuhpocken.
Er dokumentierte 23 Fälle und er beschrieb seine Methode genau und er prägte einen Begriff Vaccination oder für uns Vaccination von vaca, lateinisch für Kuh, die. Die Welt reagierte gemischt, einige Ärzte übernahmen die Methode sofort, andere waren aber skeptisch und die Kritik war heftig. Es gab sogar Behauptungen, Menschen würden Kuhteile wachsen, wenn man sie mit kuhpocken Infizierte, aber in Wahrheit funktionierte die Methode einfach und langsam setzte sie sich durch. 1840 verbot England die Variulation und machte die Vagination verpflichtend, Gender wurde berühmt und bekam Geld vom Parlament, Ehrung und Anerkennung.
Aber man muss sich eine Frage stellen. Hat er verstanden, warum es funktioniert hat? Nie, er wusste nicht, was die Pocken verursachte, er wusste nicht, wie das Immunsystem funktionierte, er hatte halt beobachtet, experimentiert und dokumentiert, und er hatte einfach etwas gefunden, also müssen wir noch weiter springen und zum nächsten Mann, der uns wieder ein Stückchen weiter näher an die Wahrheit bringt. Und damit geht es weiter ins Jahr 1807 zu einem Mann namens Agostino Bassi und mitten in eine wirtschaftliche Katastrophe.
Denn eine Krankheit brachte die Seidenindustrie von Bassis Heimat an den Rand des Zusammenbruchs, und zwar eine Krankheit, die Seidenraupen tötete, mal de Senio nannten die Italiener sie das schlechte Zeichen oder calcinaccio Schutt wegen des weißen Pulvers, das auf den toten Raupen erschien, ganze Zuchten wurden ausgelöscht.
Die Franzosen nannten die Krankheit Muscadin nach einer weißen Süßigkeit, weil die toten Raupen aussahen wie weiß, überzuckerte Bonbons. Und die Industrie suchte verzweifelt nach Lösungen. Agostino Bassi war Rechtsanwalt aus Lodi in der Lombardei, er verwaltete Familienbesitz und interessierte sich für Landwirtschaft, für Schafe, Kartoffeln, Wein und eben dementsprechend auch für Seidenraupen. 1807 begann er zu forschen, zum.
Zunächst glaubte er, was alle glaubten. Die Krankheit entstand spontan, schlechtes Futter, schlechte Luft oder schlechte Zuchtmethoden, und Bassi quälte erst mal seinen Raupen systematisch, gab ihnen schlechtes Futter, setzte sie falschen Temperaturen aus, hielt sie in schlechter Luft, die Raupen starben reihenweise, aber nicht an muskatin, und so vergingen fast 20 Jahre, und dann änderte Bassi seine Theorie, die.
Die Krankheit entstand nicht spontan, sondern wurde übertragen von toten Raupen auf Gesunde, durch das weiße Pulver, durch die Hände der Züchter, durch deren Kleidung, durch andere Tiere, durch die Luft in befallenen Räumen. Etwas externes verursachte die Krankheit und Bassy entwickelte eine ganz, ganz brillante Methode.
Er nahm das weiße Pulver von toten Raupen und Infizierte damit gesunde Seidenraupen, sie bekam moskadin er. Er nahm das Material von diesen Raupen und Infizierte andere Raupenarten. Und auch die bekamen dieselbe Krankheit. Er nahm dann wieder das Material von diesen anderen Raupenarten und Infizierte damit wieder die Seidenraupen wieder die gleiche Krankheit wieder Muskatin die Krankheit war also definitiv übertragbar und dann untersuchte er das weiße Pulver unter dem Mikroskop und stellte fest, dass es kein Pulver war, sondern ein Pilz mit winzigen Sporen.
Und die Sporen waren die Infektionen nur, wenn sie sich entwickelten, wurde die Krankheit übertragbar. Bassi hatte damit den Erreger identifiziert, reproduziert und übertragen, das war die erste wissenschaftliche Demonstration, dass ein Mikroorganismus eine Krankheit verursachen konnte, zumindest innerhalb der Tierwelt, aber. 1835 und 36 veröffentlichte Bassy seine Ergebnisse in 2 Teilen mit genauen Beschreibungen seiner Experimente und mit praktischen Ratschlägen für die Seidenzüchter.
Infizierte Raupen isolieren und vernichten, Hände und Kleidung sauber halten, Desinfektionsmittel verwenden, die Raupen weiter auseinandersetzen, während seiner 25 jährigen Forschung war Bassy erblindet, aber er hatte weitergemacht und was geschah, wieder fast nichts. Einige italienische Seidenzüchter lasen seine Schrift, einige wandten seine Methoden an und natürlich funktionierte sie. Die Schrift wurde auch ins Französische übersetzt, das war 1836, aber bassi bekam keinen akademischen Posten, keine große Anerkennung, er blieb ein praktisch blinder Rechtsanwalt aus der Provinz Lodi, der Pilz wurde aber zumindest später nach ihm benannt, Buveria Bassiana, aber einige Wissenschaftler. Die lasen seine Arbeit auch,
auch wenn sie vielleicht gar nicht sonst so an der Landwirtschaft interessiert waren. Und sie verstanden die Konsequenz, wenn ein Pilz seidenraupen töten könnte, dann konnten vielleicht andere Mikroorganismen andere Tiere töten oder vielleicht sogar Menschen, und damit war so die Idee schon mal langsam wirklich richtig in der Wissenschaft angekommen.
Aber besser schnell weiter auf unserer Reise in der Entwicklung der Keimtheorie und schnell rüber nach Wien und ins Jahr 1847. Dort arbeitete nämlich ein Mann namens Ignaz Semmelweis als Geburtshelfer, und den wird vielleicht der ein oder andere von Euch kennen oder schon mal von ihm gehört haben. Er war wieder einer von den Menschen, denen einfach etwas aufgefallen ist, was sie zum Nachdenken gebracht hat. Das Krankenhaus, in dem Semmelweis arbeitete, hatte 2 Entbindungsstationen.
In der ersten Station, wo Ärzte und Medizinstudenten arbeiteten, starben bis zu 18% der Mütter an Kindbettfieber. In der zweiten Station, wo Hebammen arbeiteten, lag die Sterberate durch Kindbettfieber bei unter 3% und Semmelweis stellte sich dazu die vermutlich wichtigste wissenschaftliche Frage, die es gibt, warum? Semmelweis suchte verzweifelt nach einer Erklärung. Er verglich erstmal alles, Belüftung, Überfüllung, geburtsposition nichts erklärte den Unterschied am 13 März 1847 starb sein Kollege Jakob Koletschka, und zwar bei einer Autopsie, weil er sich mit dem Skalpell geschnitten hatte, er bekam Fieber, und dann starb er.
Semmelweis hat den Autopsiebericht gelesen, und die Symptome waren identisch mit denen des Kindbettfiebers, und so langsam dämmerte es ihm. Der Unterschied zwischen den beiden Entbindungsstationen waren nämlich die Ärzte und Medizinstudenten. Im Gegensatz zu den Hebammen, die Ärzte führten morgens Autopsien durch und gingen dann direkt zur Entbindungsstation und dabei trugen sie etwas mit sich, das Semmelweis als Kadaverteilchen bezeichnete, Geduld sozusagen am 15 Mai 1847 führte Semmelweis eine neue Regel ein, aber. Alle Ärzte mussten ihre Hände in klarkalk Lösung waschen, bevor sie eine Geburt betreuten.
Das Ergebnis dieser Veränderung war dramatisch, die Sterblichkeit in der von den Ärzten betreuten Stationen fiel schlagartig von 18,3% auf, nur 1,2% im Folgemonat, er hatte auf jeden Fall die Lösung gefunden. Aber natürlich glaubte ihm die Welt nicht. Teilweise wahrscheinlich, weil er mit seinen Kadaver Teilchen wieder in die komische Richtung dieser seltsamen neuen Theorie ging, die sich mit diesen kleinen Tierchen auseinandersetzte, was ja vollkommen absurd ist. Und außerdem waren Semmelweis Kollegen extrem beleidigt, weil effektiv, sagte er den ganzen hochangesehenen Ärzten nichts anderes, als mit euren dreckigen Händen bringt ihr Mütter um, und das wollten die natürlich nicht hören. Man konnte doch solchen Personen
wie Ärzten nicht erzählen, dass sie dreckig waren und auch noch schlecht für Patienten. Und wir müssen uns hier wirklich noch mal vor Auge halten. Semmelweis hat in einer Zeit gelebt, als sehr viel eingetrocknetes Blut am Kittel eines Chirurgen als positives Zeichen für seine Erfahrung gewertet wurde, statt als negatives Zeichen für seine Hygiene. Semmelweis wurde zunehmend verzweifelt und aggressiv zeigt. Seine Ergebnisse waren zu gravierend, um sie zu ignorieren, aber seine Kollegen taten es trotzdem, wofür er sie dann auch öffentlich beschimpfte. 1865 wurde er in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen, er versuchte zu fliehen und wurde von den Wärtern zusammengeschlagen und am 13 August 1865 starb Ignaz
Semmelweis ironischerweise an einer Blutvergiftung genau derart von Infektionen, die er bekämpft hatte und. Und so krass wie das ist, so sehr wie dieser Mann kritisiert wurde, nur wenige Jahre nach Semmelweis Entdeckung wurde eine Frau zur Heldin, die bis heute immer noch viel und häufig erwähnt und geehrt wird, nämlich Florence Nightingale.
Nightingale organisierte die Pflege in den Lazaretten des Krimkriegs von 1854 bis 56, sie sorgte für Sauberkeit, für Belüftung und hygienische Bedingungen, und dank ihrer Maßnahmen sank die Sterblichkeit in den Kriegslazaretten dramatisch das. Sie wurde zur Legende und sie wird als Begründerin der modernen Krankenpflege angesehen. Sie bekam Ehrungen, Anerkennung und viel Respekt nach der Geschichte von Semmelweis wirkt das schon fast komisch, denn er hatte auch hygienische Ansätze, aber er wurde in die Irrenanstalt geschickt, statt geehrt zu werden, und dieser Unterschied in der Akzeptanz lag wahrscheinlich einfach an der Theorie, auf die beide ihre Erkenntnisse basierten, vielleicht.
Florence Nightingale war nämlich überzeugte Miasmatikerin sie glaubte an schlechte Luft, sie glaubte an die Entstehung von Krankheiten aus Gestank. Wenn man die beiden vergleicht, wirkt das auf mich schon echt surreal. Nightingale machte alles richtig, basierte das aber auf einer falschen Grundlage und wurde gefeiert.
Semmelweis machte auch alles richtig und er hatte die richtige Theorie, aber er wurde zerpflückt, das. Das war halt kein Zufall. Das zeigt noch mal, warum es so lange gedauert hat. Es reichte nicht, Recht zu haben, du musst es beweisen und vor allem auch verkaufen können, du musst es zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, du musst es die richtigen Leute überzeugen oder man musste zumindest einfach das Glück haben, dass die Methode funktionierte, auch wenn die Theorie falsch war, den nächsten Mann der. Den besuchen wir nur ganz kurz, den haben wir nämlich auch in Folge 6 zum Great Sting of London schon besucht und das ist natürlich kein anderer als Jon Snow ex. Dann den Norden, genau der Mann
aus dem Norden, Jon Snow ich. Finde das so krass, das fühlt sich so an, als ob die wir die Folge irgendwie vor ein paar Wochen aufgenommen hätten, das war Nummer. 6, das war Nummer 6. Ja, ich hab's nachgeguckt, weil ich dachte, so Moment, das hatten wir doch irgendwo schon und dann bin ich drauf gestoßen.
Ja, das war Nummer 6 okay ein. 194 Folgen. Ganz genau. Aber hier noch mal in Kürze, was damals in London passiert ist. Am 31 August 1854 begann in Sohaw ein massiver Cholera Ausbruch innerhalb von 10 Tagen starben über 500 Menschen und Snow machte was revolutionäres, er kartierte nämlich die Todesfälle und er sah dabei ein Muster. Fast alle Todesfälle konzentrierten sich nämlich um eine Wasserpumpe, die Broad Street Pumpe am Ende. Am 8.
September überzeugte Snow die Behörden und sie entfernten den Griff der Pumpe. Niemand konnte mehr daraus trinken und der Cholera Ausbruch endete. Snow hatte damit bewiesen, Cholera verbreitete sich durch Wasser, nicht durch Luft, aber wieder glaubten es einige, viele aber nicht The Lancet, eines der führenden medizinischen Fachjournale heute ja bis wirklich bis heute attackierte John Snow besonders heftig. 1855 schrieb der Herausgeber Thomas Wake über Snowes Theorie beim zu heftigen Reiten seines Steckenpferds ist er in ein Abflussloch gefallen und konnte nie wieder rauskommen. Hat er irgendwelche Fakten als Beweis? Nein, das ist natürlich schon echt, wirklich wirklich heftig und da fragt man sich so, Boah
ey, warum denn überhaupt so viel Hass? Naja, Snow hatte Wakes politische Kampagne sabotiert, Wakey wollte stinkende Fabriken schließen lassen und Snow hatte vor dem Parlament ausgesagt, die Gerüche verursachen keine Epidemien und darum war Wakey einfach verdammt Schweine sauer auf Snow 1858 starb John Snowman nur 45 Jahren an einem Schlaganfall, The Lenz schrieb einen Nachruf, gerade mal 34 Wörter lang über Konrad ist darin kein Wort zu finden.
Im Jahr 2013 155 Jahre später veröffentlichte Lancet eine Korrektur und darin steht nach einer unangemessen langen Bedenkzeit akzeptiere man, dass Snows coolere Arbeit vielleicht doch bedeutsam gewesen sei. Und sein Nachruf wurde von 34 auf 1377 Wörter erweitert. Aber du weißt ja, wir müssen weiter, wir haben noch ein kleines bisschen vor uns und darum. Nach Schottland ins Jahr 1865 und zur Royal and firmarine Glasgow.
Joseph Lister war Chirurg und er beschäftigte sich mit einem ganz großen Problem der Chirurgie, das nicht nur er hatte, denn nach Operationen starben ungefähr 45% seiner Patienten an Wundinfektionen, an Sepsis oder Gangreen. Lister hatte von den Arbeiten eines französischen Wissenschaftlers gehört, die gezeigt hatten, dass Gärung durch Mikroorganismen verursacht wurde und dass Hitze diese Organismen töten konnte. Und Lister dachte, was, wenn Wundinfektionen auch durch Mikroorganismen verursacht werden und was, wenn man sie irgendwie umbringen könnte?
Er probiert Carbolsäure, heute bekannt unter dem Namen Phenol, das war eine leicht ätzende Chemikalie er. Er tränkte Verbände, damit er desinfizierte Instrumente, er versprühte Phenol im Operationssaal. Am 12 August 1865 operierte er den 11 jährigen James greenlease. Der hatte einen offenen Beinbruch, und das war zu dieser Zeit eigentlich ein sehr, sehr klares Todesurteil. Lister reinigte die Wunde mit Phenol, verband sie mit Phenol getränkten Tüchern und wechselte diese Verbände regelmäßig und wie durch ein Wunder heilte die Wunde ohne Infektion und der Junge überlebte.
Die Sterblichkeit nach seinen Operationen fiel zunächst von 45% auf 15 und dann sogar bis auf 3% Wahnsinn. 1867 veröffentlichte Lister seine Ergebnisse wieder mal gab es nur gemischte Reaktionen, einige Chirurgen übernahmen seine Methode, viele aber auch nicht. Es war umständlich, es war teuer und außerdem hat es gestunken und.
Und gerade der schlechte Geruch, der wird die Vertreter der Miasma Theorie vielleicht sogar abgeschreckt haben. 1881 wurde ein Attentat auf US Präsident James Garfield verübt, er überlebte, aber seine Ärzte ignorierten Listers antisepsis, sie Stocherten mit ungewaschenen Händen und unsterilen Instrumenten in seiner Wunde und Garfield starb an einer Sepsis.
Hätten die Ärzte listers Methoden befolgt, hätte er vielleicht überlebt, auf jeden Fall. Wären seine Chancen deutlich höher gewesen. 1867 waren listers Ergebnisse rausgekommen. 100 Jahre nach Spalanzani und 191 Jahre nach Laven Hooks Entdeckung unter dem Mikroskop. Es gab die Beweise, dass Mikroorganismen mit Krankheiten verursachen konnten, hatte Bassy bei den Seitenrauben gezeigt, es gab Methoden, die gegen Krankheiten funktionierten, das Händewaschen, die Wasserhygiene oder die Antisepsis.
Es gab sogar schon eine funktionierende Impfung, aber es gab keinen Beweis, keinen unwiderlegbaren wissenschaftlichen Beweis, dass Bakterien Krankheiten verursachten. Und wir sind jetzt schon kurz vor dem Ende der 200 Jahre. Aber 2 Charaktere, die fehlen uns noch und das sind beides absolute Schwergewichte, was die Geschichte der Medizin angeht und die Namen dieser beiden Männer kennt wirklich jeder von euch, der.
Den einen kennt ihr, wenn ihr schon mal eine Packung Milch im Supermarkt gekauft hat und den Namen des anderen kennt, zumindest seit Corona auf jeden Fall jeder in Deutschland. Aber ich denke, wir fangen erst mal mit unserem Milchmann an, kein Mediziner, sondern ein französischer Chemiker, und wie der heißt, das Weißt du natürlich hundertprozentig, Chris. Jens Spahn.
Nicht ganz, nicht ganz. Ich gebe dir aber noch einen zweiten Versuch, Louis Pasteur ganz genau, der Louis Pasteur und die pasteurisierte Milch Pasteur wurde am 27 Dezember 1822 in Dohl im französischen Jura geboren, er war der Sohn eines Gerbers Pasteur war wie gesagt kein Arzt, sondern Chemiker und genau das machte ihn fürchterlich gefährlich für die alten Theorien was. Weil er war nicht in einer medizinischen Ausbildung darauf getrimmt worden, auf diese alten Theorien zu bauen. Er dachte nicht wie ein Arzt, er dachte wie ein Wissenschaftler, experimentell, systematisch und was die Ergebnisse angeht, auch einfach kompromisslos, wenn die Erkenntnis da ist, die man dann einfach auch akzeptieren muss.
Pasteur war besessen von Genauigkeit. Er verlangte von seinen Assistenten absolute Präzision, seine Laboratorien waren penibel sauber, seine Experimente minutiös geplant, er wiederholte Tests Dutzende Male, um sicher zu sein, und er galt auch als streitlustig, wenn jemand seine Theorien anzweifelte, dann kämpfte er manchmal schriftlich, aber manchmal auch ganz, ganz deutlich öffentlich die.
Diese Kombination, wissenschaftliche Brillanz und kämpferische Natur waren genau die richtige Kombination im Jahr 1854 war Pasteur 32 und Professor für Chemie an der Universität Lille, einer Industriestadt im Norden Frankreichs. Die Uni hatte einen klaren Auftrag, nämlich der Industrie helfen, also ganz praktische Probleme in Produktionsverfahren lösen, ein Geschäftsmann mit dem Namen Bigo kam zu Pasteur, er war Produzent von Alkohol oder ganz genau gesagt Rübenschnaps das.
Aber seine Produktion, die lief einfach nicht rund. Manchmal funktionierte die Gärung und aus Zucker wurde Alkohol, aber manchmal wurde das Gebräu sauer und damit vollkommen unverkäuflich. Warum, wusste keiner, darum war Bigo ja bei Pasteur, denn der sollte das rausfinden. Die herrschende Theorie kam von Justus von Liebig, dem berühmten deutschen Chemiker. Laut Liebig war Gärung ein rein chemischer Prozess, der der Zucker zerfiel durch chemische Kräfte und Hefe war nur ein lebloser Katalysator.
Pasteur ging an den Bigus Brennerei und nahm Proben von erfolgreichen und verdorbenen Gernsätzen. Im Labor untersuchte er sie unter dem Mikroskop, bei erfolgreicher Alkoholgärung sah er kleine kugelförmige Hefezellen, bei saurer Gärung ergab sich ein ganz anderes Bild, er sah längliche, stabförmige Gebilde, viel kleiner als die Hefezellen, das waren Milchsäurebakterien.
Pasteur machte Experimente, er züchtete die Hefezellen in Nährlösung, die Hefe vermehrte sich und produzierte Alkohol. Er züchtete natürlich auch die Bakterien, auch sie vermehrten sich ganz wunderbar und produzierten Milchsäure jedes Mal dasselbe Ergebnis. Hefe macht Alkohol, Bakterien machen Säure die Schlussfolgerung war wieder mal revolutionär, Gärung war kein rein chemischer Prozess.
Es waren lebende Organismen, also Hefe oder Bakterien, die den Zucker aßen und Alkohol oder Säure ausschieden. 1857 veröffentlichte Pasteur seine Ergebnisse Memoire Sur la Fermentation Appelée lactique Abhandlung über die sogenannte Milchsäuregierung die Reaktionen waren gemischt, einige waren wirklich begeistert, endlich eine Erklärung.
Aber andere waren auch wütend und an erster Stelle natürlich Liebig, der große Justus von Liebig, der seinen Pasteur nämlich einfach einen Dilettanten, der Streit zwischen den beiden sollte Jahre dauern, Liebig starb 1873, ohne seine Meinung geändert zu haben, Recht hat aber trotzdem Pasteur Pasteur forschte weiter an Wein, an Bier, immer dieselbe Frage, warum verdirbt es manchmal und manchmal nicht die.
Die Antwort war immer dieselbe Bakterien. Wenn Wein sauer wurde, Bakterien, wenn Bier schleimig wurde, andere Bakterien, wenn Milch sauer wurde, wieder andere und so weiter und so weiter jedes Mal konnte Pasteur die Übeltäter unter dem Mikroskop zeigen, identifizieren und auch züchten und er konnte zeigen, wie man sie unschädlich macht, nämlich durch Hitze, aber bloß nicht kochen, weil wir sprechen ja hier über Lebens und Genussmittel kochen ruinierte den Geschmack. Und gerade wenn man so an Wein denkt, wir sind hier in Frankreich, ja, also wir sprechen hier über den Nationalstolz in Gläsern, also experimentierte Pasteur, wieviel Hitze für wie lange notwendig war, und seine Lösung war moderate Erhitzung, 60 bis 70
Grad Celsius für ungefähr 20 bis 30 Minuten, das tötete die meisten schädlichen Bakterien, aber der Geschmack blieb weitgehend erhalten, aber. 1864 patentierte Napoleon III das Verfahren auf pasteurs Empfehlung hin für Wein. Später wurde es für Milch verwendet und auch nach Pasteur benannt. Die Pasteurisierung und jede Packung Milch im Supermarkt trägt damit seinen Namen, aber das war für Pasteur nur Nebenprodukt, ein praktischer Nutzen seiner Forschung, was ihn wirklich interessierte, war eine grundlegende Frage, nämlich woher kommen diese Mikroorganismen eigentlich und. Und jetzt kommen wir wieder zu einer unserer schönen alten Theorien, denn deren Verfechter sagten schön Pasteur, Mikroorganismen verursachen
Gärung, Mikroorganismen verderben Wein. Aber woher kommen die? Sie entstehen spontan aus organischer Materie selbst. Das bedeutet, damit hast du die spontane Zeugung bewiesen, vielen Dank dafür. Also wieder diese bescheuerte Theorie und. Und ihr erinnert euch ja noch an Spalanzani im Jahr 1767. Der hatte gezeigt, wenn man Brühe kocht und hermetisch versiegelt, entstehen keine Mikroorganismen.
Aber die Kritik haben damals gesagt, er hatte die Luft ausgeschlossen und die Luft war ja nötig, so Pasteur, der wohl auch nicht so wirklich viel von der Theorie der spontanen Zeugung gehalten hat, brauchte einen besseren unwiderlegbaren Beweis, dass es einfach quatsch war und 1859 begann er die entscheidenden Experimente und. Er entwickelte den Schwanenhalskolben. Das war ein Glaskolben mit langem gebogenem Hals, halt wie bei einem Schwan.
Der Name war schon echt sehr, sehr wortwörtlich gemeint, der Hals war offen, Luft konnte also frei ein und ausströmen, aber der Hals war s förmig gebogen und in dieser Biegung und aufgrund des fehlenden Antriebs durch Luftzug blieb Staub und alles dort hängen und mit ihm die Mikroorganismen. Pasteur füllte Brühe in den Kolben, kochte sie und tötete damit alle Mikroorganismen. Und dann ließ er den Kolben offen stehen. Wochen, Monate, nichts passierte, die Nährlösung blieb klar steril, gene, Mikroorganismen, dann nahm Pasteur einen der Kolben und kippte ihn, sodass die Brühe den gebogenen Hals berührte, wo der Staub lag, einen weiteren Hals brach er einfach ab und innerhalb von Tagen wurde die Brühe trüb und Mikroorganismen
wuchsen und. Und damit war der Beweis erbracht, eindeutig und unwiderlegbar. Weil jetzt gab es kein Gegenargument mehr, von wegen, du hast ja doch die Luft ausgeschlossen oder du hast dies gemacht, du hast jedes gemacht, es gab kein Argument mehr, Mikroorganismen entstanden nicht spontan, sie kamen von außen, aus der Luft, aus Staub und von anderen Organismen, eigentlich konnte. Könnte man sogar sagen, dass dieses Experiment zur Widerlegung der spontanen Zeugung immer noch erfolgreich läuft.
Denn einige dieser Kolben existieren noch heute im Pasteur Institut in Paris, und die Brühe darin ist immer noch steril. Nach über 150 Jahren. Gut ist so ein Ding auch aus unserer heutigen Sicht heraus. Klar wird sie auch immer bleiben, solange das Ding dicht bleibt aus der. Damaligen ist es ja an sich nicht dicht, aber solange du es halt nicht kippst und solange halt dieser Kolben entstand bleibt und. Und ja, das ist halt wirklich ein schon wirklich sehr, sehr lange andauernder Beweis, dass es einfach auch die Zeit nicht das Argument sein kann.
Ja, ich habe euch ja schon erzählt, dass Pasteur wirklich sehr genau und methodisch war, also machte er weit mehr als nur ein Experiment, er variierte die Bedingungen, die Nährlösungen, die Temperaturen, die Orte, er brachte solche Kolben auf Berge, in Keller oder in Ställe, immer dasselbe Ergebnis, aber.
Am 7. April 1864 hielt Pasteur einen Vortrag an der Sorbonne in Paris vor der wissenschaftlichen Elite Frankreichs. Er zeigte seine Schwanenhalskolben und erklärte seine Experimente, und er schloss mit den Worten niemals wird die Lehre der spontanen Zeugung sich von diesem tödlichen Schlag erholen, den ihr dieses einfache Experiment versetzt hat.
Es gab jetzt nichts mehr. Wirklich? Die Argumentationskette war gebrochen, keiner hatte mehr die Idee, was man ihm sonst noch hätte erzählen können. Warum ja sein Experiment gerade nicht die spontane Zeugung bringt. Die Akademie des Science verlieh Pasteur einen Preis von 2500 francs für die endgültige Widerlegung der spontanen Zeugung, trotzdem waren natürlich immer noch nicht alle überzeugt, Felix Pouchet, ein französischer Naturforscher, kämpfte weiter, er publizierte Gegenargumente und machte eigene Experimente.
Pasteur widerlegte ihn immer wieder und immer wieder öffentlich und manchmal, was seine Worte anging, fast schon brutal. Der Streit zog sich bis 1877, bis pochés schließlich irgendwann doch aufgab. Aber welchen Unterschied macht das eigentlich, was bedeutet es, dass Mikroorganismen nicht spontan entstehen, das bedeutet, jeder Mikroorganismus kommt von einem anderen Mikroorganismus und. Und wenn Mikroorganismen Gärung verursachen oder Lebensmittel verderben können, dann konnten Mikroorganismen vielleicht doch Krankheiten verursachen und im Jahr 1865 während Pasteur noch mit Pouchet stritt, kam es in Frankreich zu einer Krise, denn diesmal stand die französische Seidenindustrie fast vor dem Kollaps.
Auch da tötete eine Krankheit die Seidenraupen Pébrin wurde diese Krankheit von den Franzosen genannt, die. Die Raupen bekamen schwarze Flecken und starben oder produzierten einfach keine Seide. Die Krankheit hatte Südfrankreich erreicht, genauer gesagt die Seidenzuchtgebiete um Allee bei Seidenindustrie hat es bei euch ja definitiv jetzt schon geklingelt und ihr habt alle sofort an den Italiener Bassi gedacht, der hat ja schon 1835 gezeigt, dass ein Pilz seinen Raupen töten konnte.
Bassis Arbeit war 1836 ins Französische übersetzt worden, aber als die französische Seidenindustrie. So kurz vorm Zusammenbrechen war kannte sich scheinbar keiner oder keiner Verstand die Konsequenz davon. Weil ist ja eine ganz andere Krankheit. Jean Baptiste Duma, ein berühmter Chemiker und Senator Bad Pasteur um Hilfe Duma, kam nämlich selber aus Allee, und es war ihm einfach persönlich wichtig so, da ging es um seine Heimat. Pasteur war skeptisch, aber Duma bestand einfach darauf und Pasteur reiste nach Allee.
Was folgte, waren 5 Jahre härtester Arbeit, unterbrochen von Reisen zurück nach Paris mit persönlichen Tragödien. Pasteur verlor in dieser Zeit seinen Vater und 2 seiner Töchter starben, und wenn das noch nicht genug gewesen wäre, er hat in der Zeit auch einen Schlaganfall erlitten, der machte, dass er halbseitig gelähmt war, aber er forschte immer weiter mit eiserner Disziplin.
Angefangen hatte er mit dem Mikroskop. Er untersuchte kranke Raupen und er sah sofort kleine, ovale Körperchen. Er nannte sie Corpusculis. Die Züchter kannten sie. Wer diese Körperchen im Mikroskop sah, wusste, die Raupe war verloren, aber woher kamen sie und waren sie die Ursache oder nur ein Symptom?
Pasteur fütterte gesunde Raupen mit Blättern, die von kranken Raupen berührt worden waren, die gesunden Raupen wurden krank und bekamen die Corpculis. Ganz offensichtlich war die Krankheit also wieder erst mal ansteckend. Aber er ging noch weiter und untersuchte auch die Eier. Die Eier, die von Schmetterlingen gelegt worden waren, die vorher aus kranken Raupen geschlüpft waren, trugen die Krankheit in sich und damit war die nächste Generation direkt schon infiziert. Pebrin war also ansteckend und erblich pasteurs Lösung war einfach, man musste die Schmetterlinge untersuchen, wenn.
Wenn die Körperchen da waren, musste man die Eier vernichten, nur gesunde Eier verwenden, aber dann im Jahr 1867 bemerkte Pasteur bei den seinen Raupen noch etwas anderes, es gab nämlich Raupen, die starben, und zwar ohne diese Körperchen zu haben, sie wurden schlaff, dunkelbraun und starben einfach, das war nicht hebrin, das war was anderes, Pasteur nannte es Flascherie von Flask schlaff. Es waren also 2 Krankheiten, nicht eine. Die französische Seidenindustrie wurde von 2 verschiedenen Erregern zerstört, Flasheri wurde durch Bakterien verursacht und Pasteur fand sie im Darm der Raupen und sie verbreiteten sich durch diese Ausscheidungen und da war die Lösung Hygiene, saubere Zuchtbedingungen, gute
Belüftung, kranke Raupen sofort entfernen und ebenfalls der Kot musste regelmäßig weg 1870 veröffentlichte Pasteur seine Ergebnisse. Etyte sur la malat, diverse azoir Studien über die Krankheit der Seidenraupen, 2 Bände mit detaillierten Beschreibungen, Mikroskopaufnahmen und praktischen Anleitungen für die Züchter.
Und natürlich funktionierte es wieder. Die französische Seidenindustrie erholte sich zwar langsam, aber sie erholte sich und die Pasteur Methode verbreitete sich 1870 fand der erste internationale Seidenraupenkongress in Gurisia statt und pasteurs Methode wurde weltweit übernommen. Aber für Pasteur, den Wissenschaftler, bedeutete diese Arbeit noch mehr. Er hatte zum ersten Mal gezeigt, Mikroorganismen konnten lebendige, komplexe Tiere krank machen, er hatte gezeigt, Krankheiten konnten gleichzeitig erblich und ansteckend sein, und er hatte außerdem noch praktisch bewiesen, man konnte diese Krankheiten bekämpfen durch wissenschaftliche Methoden, durch Selektion und durch Hygiene ich. Jetzt denkt ihr ja vielleicht,
dass Bassi das doch eigentlich auch schon gezeigt hat, aber bassi war halt ein Anwalt aus der italienischen Provinz und Pasteur ein gefeierter Chemiker. Er hatte eben genau das richtige Forum, das er brauchte, um diese Idee publik zu machen, und zwar Großpublik zu machen, aber eine einzige Frage, die blieb dann noch, wie beweist man unwiderlegbar, dass ein spezifischer Mikroorganismus eine spezifische Krankheit verursacht? Pasteur hatte Zusammenhänge gezeigt bei den Seidenraupen. Er hatte die Erreger gesehen, aber der wissenschaftliche Standard, also das Protokoll, das jeden Zweifel ausschloss, das sollte nicht von Pasteur kommen, sondern von einem Mann, den eben jeder Deutsche kennt,
und das ist natürlich Jens Spahn. Nee, immer noch nicht, versuchst noch ein zweites Mal. Robert Koch. Richtig, Mensch, du, beim zweiten Versuch bist du heute richtig gut, Robert. Robert Koch wurde am 11. Dezember 1843 in Clausthal im Harz geboren. Er war 1 von 13 Kindern und sein Vater war Bergwerksingenieur Koch war ein guter Schüler und er studierte Medizin in Göttingen bei Jakob Händle, einem Anatom, der bereits 1840 auch die Theorie hatte, das winzige Lebewesen Krankheiten verursachen können.
Contagium Animatum nannte Händle das oder auf deutsch lebendiges Ansteckungsmittel. Händler hatte keine Beweise, nur eben seine Theorie. Aber sein Student Robert Koch, der fand das ziemlich interessant und ziemlich spannend. 1866 machte Koch sein Staatsexamen und wurde Arzt im Jahr 1867 heiratete er Emmi Fratz und dann kam der Deutsch französische Krieg 1870 / 71 Koch meldete sich als Militärarzt, er erlebte Schlachten, sah verwundete Infektionen und Soldaten an Wundfieber sterben.
Nach dem Krieg war. Ließ Koch sich als Landarzt in Rackwitz nieder? Das war ein kleines Nest in Ostpreußen, im heutigen Polen mit knapp 3000 Einwohnern. Nur ein Jahr später zog er nach Volstein, das ist ein noch kleinerer Ort mit gerade mal zweieinhalbtausend Einwohnern, damals und dort betrieb er eine Landpraxis, aber was er nicht hatte, war Langeweile, weil er hatte nämlich das beste Geburtstagsgeschenk bekommen, was er sich überhaupt hätte vorstellen können, aber. 1823 zu seinem 28 Geburtstag hatte Emmy ihm ein Mikroskop geschenkt. Schon ein echt Gutes für die damalige Zeit. Koch richtete sich neben seiner Praxis ein kleines Labor, ein wirklich winziger Raum mit einem Tisch, dem Mikroskop und ein paar Reagenzgläsern und
Petrischalen. Er las alles, was er über Bakterien finden konnte, Pasteurs arbeiten die Debatten über Gärung, über Krankheiten und er beschloss, er würde der sein, der das Ganze beweist. In der Gegend um Wollstein starben regelmäßig Schafe, Rinder und Pferde an Milzbrand. Die Tiere wurden plötzlich krank, bekamen Fieber, Bluteten aus verschiedenen Körperöffnungen und starben innerhalb von Stunden. Landwirte kannten die Krankheit und fürchteten sie, manche Felder galten als verflucht, man erzählte sich, wer dort sein Fieber einläßt, der verliert s, wenn. Menschen konnten sich auch anstecken. Die Wollsortiererkrankheit wurde das genannt. Durch die Wolle von infizierten Tieren oder durch Kontakt mit kranken Tieren.
Schwarzer Karbunkel bildete sich auf der Haut, das sind Wunden mit schwarzem, abgestorbenem Gewebe in der Mitte, man wusste, Milzbrand war ansteckend, aber niemand wusste, was sie verursachte, oder besser gesagt, fast niemand aber. 1849 hatte der deutsche Arzt Alois Polländer unter dem Mikroskop Stäbchen im Blut kranker Tiere gesehen und 1863, hatte Kasimir Dawayne in Frankreich ebenfalls Experimente gemacht.
Er hatte Blut von kranken Schafen in gesunde Schafe injiziert, und diese Schafe waren an Milzbrand gestorben und im Blut waren halt immer diese Stäbchen dawayne war überzeugt, die Stäbchen waren die Ursache, die. Die Stäbchen waren zwar immer da, aber vielleicht waren sie ja nur ein Symptom oder ein Nebenprodukt und nicht die Ursache. Der Zusammenhang war halt grundsätzlich klar, aber der Beweis stand noch aus.
Koch ging dieses Problem systematisch an, er besorgte sich Milzbrandblut von der Milz eines toten Schafs voll mit den Stäbchen und dann züchtete er sie in einem Glasröhrchen in einer Flüssigkeit, die er aus Rinderaugen extrahiert hatte, das. Das war neu. Vorher hatten Forscher, die Milzbrand Bakterien nur in Blut beobachtet, im Lebenden oder toten Tier.
Koch züchtete sie außerhalb in einem kontrollierten Medium, und er beobachtete sie stundenlang unter dem Mikroskop. Die Stäbchen wuchsen, teilten sich und wurden zu langen Fäden, zu Ketten von Bakterien, und dann passierte an diesen Stäbchen etwas Merkwürdiges. In den Fäden bildeten sich kleine, glänzende Punkte wie Perlen auf einer Schnur, und das waren Sporen. Koch verstand, was das bedeutete, diese Sporen, die waren nämlich widerstandsfähig, sie konnten überleben, auch wenn das Tier tot war, auch wenn das Blut vertrocknet war, vielleicht sogar jahrelang, und das erklärte tatsächlich auch die verfluchten Felder, die Sporen lagen im Boden, ein totes Tier wurde verscharrt.
Aber die Sporen überlebten und Jahre später fraß dann ein anderes Schaf das Gras von diesem Feld und starb an Milzbrand. Aber das war halt immer noch kein Beweis. Darum ging Koch weiter. Er nahm seine Kultur, also die Bakterien, der gezüchtet hatte, und übertrug sie in ein frisches Medium, züchtete sie wieder und wieder und wieder, 8 Generationen, und jedes Mal prüfte er. Waren es noch die gleichen Bakterien, die gleichen Stäbchen, sehen die genau gleich aus. Verhalten die sich unterm Mikroskop gleich. Und ja, das taten Sie.
Dann nahm er Bakterien aus der 8 Generationen und injizierte sie in eine Maus, die Maus starb an Milzbrand und Koch untersuchte das Blut unter dem Mikroskop, die gleichen Stäbchen Bacillus anthrazis und genau damit hatte er es geschafft, aber was genau war es denn jetzt, was er anders gemacht hat als die anderen vor ihm, der? Der Unterschied lag in der Isolierung der Bakterien und der Züchtung in Reinkultur außerhalb eines Tieres unter kontrollierten Bedingungen.
Er hatte nämlich damit bewiesen, dass er sie extrahiert hatte, dass diese Bakterien, und zwar nur und genau diese Bakterien, Milzbrand verursacht, er hatte sie über 8 Generationen gezüchtet und sie verursachten immer noch die gleiche Krankheit, und das war der Unterschied zu allen vorherigen Arbeiten, die. Die anderen vor ihm hatten die richtige Ahnung, haben das Richtige gemacht oder vielfach auch genau die richtigen Schlüsse gezogen.
Aber er hat den Beweis geliefert. Die Methode war außerdem klar und reproduzierbar. Jeder andere Wissenschaftler mit entsprechenden Grundkenntnissen konnte sie wiederholen, erstens den Erreger im kranken Tier finden, zweitens den Erreger isolieren und in Reinkultur züchten, drittens mit dieser Reinkultur ein gesundes Tier infizieren. Viertens die gleiche Krankheit muss dann entstehen und fünftens, man muss wieder die Möglichkeit haben, den gleichen Erreger aus dem infizierten Tier zu isolieren. Das wurde später die Hände Koch Postulate genannt oder kurz die Kochschen Postulate, der wissenschaftliche Standard für den Beweis, dass ein Mikroorganismus eine Krankheit verursacht und.
Und damit ins Jahr 1876 200 Jahre sind wir jetzt schon unterwegs und Koch hatte seinen Beweis, aber er war ein unbekannter Landarzt aus einem winzigen Dorf in Ostpreußen. Wer würde ihm denn schon glauben, und wenn wir mal überlegen, wer in dieser Geschichte schon alles überhört oder missachtet wurde, war diese Sorge mit Sicherheit auch echt berechtigt. Koch schrieb an Ferdinand Kohn die. Er war Professor für Botanik in Breslau und einer der führenden Mikrobiologen seiner Zeit.
Kohn lud ihn ein und im April 76 reiste Koch dann nach Breslau mit seinem Mikroskop, mit seinen Kulturen und seinen Präparaten. 3 Tage lang demonstrierte er seine Experimente vor Kohn und anderen Professoren, und Kohn war tief beeindruckt, er half Koch, die Ergebnisse zu veröffentlichen, und zwar in seiner eigenen Zeitschrift Beiträge zur Biologie der Pflanzen, die. Der Artikel erschien 1876 die Ätiologie der Milzbrand Krankheit begründet auf die Entwicklungsgeschichte des Bacillus anthrazes.
Ätiologie bedeutet übrigens Ursachenlehre Koch hatte nicht nur gezeigt, dass Bakterien Milzbrand verursachen, er hatte gezeigt, wie man so was beweist und damit war die Keimtheorie der Krankheiten jetzt gab. Ganz klar nicht mehr nur eine Theorie, sondern sie war Wissenschaft mit Methode, Protokoll und Beweis. 1876 stand die Medizin damit wirklich vor einem Wendepunkt? Lavenhook hatte 1676 die Mikroben entdeckt 200 Jahre lang hat ein Forscher sie beobachtet, hatten spekuliert, irgendwelche Theorien entwickelt, alle möglichen Menschen hatten irgendwo Stücke des Puzzles geliefert und 1876 hat Robert Koch das dann zu einem kompletten Bild zusammengebaut, das.
Was danach kam? Die großen Entdeckungen, die Impfstoffe, die intensive wissenschaftliche Rivalität zwischen Koch und Pasteur, die Jagd nach den Erregern von Tuberkulose und Cholera, das ist eine andere Geschichte, von der ich aber jetzt schon sagen kann, dass ich das Bild nicht lange unvollständig lassen möchte. Wir machen damit einfach in 2 Wochen weiter, wenn ich wieder dran bin, aber heute in dieser 200 Folge haben. Haben wir diese 200 jährige Reise gemacht von lavin Hooks Tierchen zu Kochs Beweis von der Entdeckung zum Verständnis und von Hä.
Was sind das für Dinger zu so funktioniert Krankheit? Für mich gibt es an dieser Stelle nichts anderes mehr zu sagen als danke an euch alle da draußen fürs Zuhören und danke an Chris für diese wirklich tolle Reise, die nun schon fast viereinhalb Jahre lang läuft und. Auf ein tolles Jahr 2026 für euch alle und für uns mit besseren Nachrichten aus der Welt in allen Belangen und natürlich, ich würde mal sagen, auf die nächsten 100.
Reiseabschnitte auch gern auf die nächsten 200. Ja, auf jeden Fall. Also ich würde glaube ich gern die goldene 500 anstreben, so perspektivisch. Ja doch, also so langsam könnte man schon mal drüber nachdenken. Jetzt bin ich mal gespannt. Ja, also es hat ja tatsächlich mit dem Wechsel bei diesen Folgen gut geklappt.
Du hast die 100 gemacht, ich die 200 müssen, bin ich mal gespannt wie das dann jetzt weitergeht und wer dann bei der 300. Das muss zieht in knapp 2 Jahren werden wir es wissen. Das stimmt, das stimmt. Also ich kann mich beim bedanken nur anschließen. Ganz ganz vielen Dank an euch da draußen, auch an die, die uns unterstützen noch mal ganz besonders dann auf ihr seid die Helden die hier und den Sprit in Tank ballern, denn das Raumzeitstück muss auch betankt werden, leider. Aber ja, ich freue mich wie gesagt gerne auf die nächsten Abschnitte und ich freue mich gerne darauf, dass wir dieses Schiff vielleicht auch etwas besser behandeln als das letzte. Das ist ein bisschen länger hält. Das wäre gut.
Das wäre schon ganz prima, ist nämlich wesentlich komfortabler als die Version 1. Ja und geräumiger. Ja, wenn ihr auch Helden sein möchtet und unterstützen möchtet, dann könnt ihr das gerne machen. Über eine Mitgliedschaft bei Steady oder direkt bei Spotify und alle möglichen Informationen dazu findet ihr in den Show Notes. Sind die Links da, könnt ihr reinschauen und. Und wenn ihr uns Feedback geben möchtet, könnt ihr es auch gerne tun, denn wir freuen uns immer darüber, von euch zu lesen. Ihr könnt Kommentare abgeben, was Spotify oder bei Apple Podcasts oder einfach in den sozialen Medien und es gibt auch immer die Möglichkeit, uns per Mail zu erreichen, das könnt ihr machen über die E Mail Adresse
feedback@wissensreisende.de und solltet ihr einen Themenvorschlag haben, den auch noch ein bestimmter von uns beiden verarbeiten soll. Dann schreibt ihr unsere eigenen direkten Adressen. Das ist einmaljan@wissensreisende.de oder Chris ohne hartwissensreisende.de und damit sind wir wirklich am Ende angekommen und zum 200. Mal beenden wir diesen Podcast mit dem einen Wort, das lautet?