
040 Streng vertraulich: Die Lage in Hamburg· Folge 85
Christina und Eugen Block - das Finale des Entführungs-Prozesses
Donnerstag, 27. August 2026 · 34 min
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Shownotes
Nach mehr als 70 Verhandlungstagen neigte sich einer der am aufmerksamsten verfolgten Strafprozesse Deutschlands seinem Ende zu. Vor dem Hamburger Landgericht steht die Gastronomie-Unternehmerin Christina Block unter dem Vorwurf, die gewaltsame Entführung ihrer eigenen Kinder aus Dänemark in Auftrag gegeben zu haben.
In einer neuen Folge des Podcasts „040 – Streng vertraulich“ sprechen Chefredakteur Lars Haider und Gerichtsreporter Christoph Rybarczyk über die juristische Zielgerade, den drohenden Ausschluss der Öffentlichkeit bei den Plädoyers und die überraschenden Wendungen am Ende der Beweisaufnahme.
Im Mittelpunkt der Diskussion steht eine zweite, ausführliche persönliche Einleitung von Christina Block. Die Angeklagten bestritten weiterhin vehement jede Beauftragung der dramatischen Silvester-Aktion. Stattdessen beleuchtet sie das extrem angespannte Verhältnis der Familie und wirft ein neues Licht auf die Rolle ihres Vaters, des 85-jährigen Block-House-Gründers Eugen Block, sowie des angeklagten Familienanwalts.
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Hinweis: Die Inhalte dieses Podcasts wurden von unserer Redaktion sorgfältig recherchiert und verfasst. Stimme und Teaser wurden mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) generiert.
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Herzlich Willkommen, mein Name ist Lars Heider. Der Block-Prozess nähert sich dem Ende und deshalb wollen wir diese Folge von 040 Hamburg streng vertraulich diesem Prozess widmen. Dem Prozess gegen Christina Block, die angeklagt ist, die Entführung ihrer eigenen Kinder in Auftrag gegeben zu haben. Kinder, die ihr Ex-Mann Stefan Hensel mit nach Dänemark genommen hat, für die sie das Aufenthaltsbestimmungsrecht hatte.
Und das sozusagen in die eigene Hand genommen hat. So stelle ich das ganz verkürzt mal dar. Jemand, der das viel besser kann, ist heute bei uns im Studio zu Gast. Matthias Icken weilt ja im Kloster und schweigt da, deshalb ist er diese Woche nicht da. Dafür aber jemand, der schon mal hier war und der den Blogprozess von Tag 1 bis jetzt, wir sind jetzt bei Tag 73, verfolgt hat, in allen Verästelungen und da wunderbar drüber erzählen kann.
Ich freue mich sehr, dass mein lieber Kollege Christoph Rebatschik da ist. Lieber Christoph, um das einmal einzuordnen, befinden wir uns tatsächlich, das kann man ja immer gar nicht glauben, am Ende des Blockprozesses, weil wir zwischendurch ja auch mal dachten, er könnte sogar noch bis Ende des Jahres und ins Jahr 27 reingehen.
Ja, tatsächlich befinden wir uns am Ende des Blockprozesses. Es wird also in Kürze Urteile geben, vielleicht Freisprüche geben. Wir rechnen damit so Mitte, Ende Oktober. Mitte, Ende Oktober. Wir zeigen jetzt am Donnerstag auf, wir sind an Prozestag 73 gelandet. Was macht dich so sicher, dass es jetzt tatsächlich auf ein Urteil hinauslaufen könnte und dass Ende Oktober ein Urteil gesprochen werden könnte?
Ja, es ist so, dass die Beweisaufnahme schon abgeschlossen ist. Das heißt, wir haben eigentlich nach Auffassung des Gerichts, wir haben alle Zeugen gehört, wir haben alle Beweise gesehen, wir haben alle in Augenschein Namen gehabt. Das heißt also Dinge, die wir ansehen müssen, um zu verstehen, ist das nun ein Beweis und wie ist das zu werten?
Zum Beispiel der Verletzte Stefan Hensel, dessen Wunden zu sehen waren auf Bildern der dänischen Polizei und all solche Dinge, die mussten in den Prozess eingeführt werden. Die Zeugen mussten sprechen und sie mussten Gelegenheit haben. Ihre Aussagen zu machen und alle Anwälte mussten dazu Stellungnahmen abgeben können. Das ist alles abgeschlossen.
Da kommen jetzt vielleicht noch Beweisanträge der Anwälte, die sagen, wir müssen diesen Zeugen noch hören oder jenen, um das Geschehen, um das es geht, einschätzen zu können. Aber die Richterin Isabel Hildebrandt hat gesagt, wir sind eigentlich mit der Beweisaufnahme durch. Dann kommen jetzt noch die Plädoyers und am Ende die letzten Worte der Angeklagten.
Und dann lese ich bei euch und höre von euch, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Öffentlichkeit und damit auch wir als Medien da nicht mehr dabei sein können, relativ groß ist. Warum ist das so? Und müssen wir damit rechnen, dass wir sozusagen das nächste, was wir von diesem Prozess erfahren, dann das Urteil ist?
Ja, nicht ganz. Wir haben jetzt, wie gesagt, noch die Beweisanträge und vielleicht noch ein, zwei, drei Verhandlungstage, an denen wir dabei sein können und auch die Zuschauer dabei sein können. Das wird nach einer dreiwöchigen Pause wieder am 21., 22. September der Fall sein. Aber dann werden wir von dem Prozess und von den Plädoyers ausgeschlossen, weil eben der Prozess schon vorher unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Teilen stattgefunden hat, als es um die Kinder ging, um die entführten Kinder Theo und Clara.
Und als es um das Gutachten zu ihrer psychischen und körperlichen Gesundheit ging. Das war so intim und sollte nicht vor der Öffentlichkeit verhandelt werden, dass wir ausgeschlossen wurden. Das ist auch absolut verständlich. Aber weil das einmal über einen längeren Zeitraum geschehen ist, müssen wir auch von den Plädoyers und den letzten Worten der Angeklagten ausgeschlossen werden.
Das sagt das Gerichtsverfassungsgesetz, weil ja bei den Plädoyers auch die Anwälte auf das rekurrieren, auf das zurückkommen könnten, was in diesem Gutachten über die Kinder gesagt wurde. Und da wir das nicht hören sollen, werden wir davon ausgeschlossen. Wenn wir jetzt den Prozess bis hierhin zusammenfassen, ist es, ich versuche es mal und du springst dann da rein.
Die Frage, ob die Kinder entführt worden sind, die ist beantwortet. Man kann natürlich, die Kinder sind entführt worden von professionellen, dafür angeheuerten Verbrechern. Jetzt stellt sich nur die Frage, wer hat diese Menschen angeheuert? Und das sind diese berühmten Israelis, die vor Gericht mehr oder weniger gesagt haben, wir haben unseren Auftrag von Christina Block und aus dem Umfeld der Familie direkt gekriegt.
Und Christina Block sagt, nein, ich habe diesen Auftrag nie erteilt. Ist das so, erst mal zusammengefasst, richtig? Ja, das ist absolut richtig. Man muss sich trotzdem eine Kernfrage stellen, ist das überhaupt eine Entführung gewesen? Konnte Christina Block, wenn sie es denn getan hätte, beauftragt hätte, konnte sie überhaupt ihre eigenen Kinder entführen? Denn sie ist natürlich der Meinung, ich hatte ja das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht.
Das ist nicht Sorgerecht. Sorgerecht haben sie beide gehabt, Vater und Mutter. Aber das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht, das heißt, wenn sie die Kinder in Dänemark mitgenommen hätte, hätte sie möglicherweise rechtmäßig gehandelt. Möglicherweise, sage ich, weil es da natürlich auch unterschiedliche Rechtsauffassungen gibt.
So, und wenn jetzt die Israelis die Kinder geholt haben, was sie ja zugegeben haben, dann wäre vielleicht auch noch zu fragen, naja, war das dann eine Entführung oder nicht, aber lass uns das doch einmal ganz kurz durchdeklinieren. Da ist eine Truppe, da ist eine Truppe beauftragt worden. Oder sie haben sich selber beauftragt, das wollen wir mal da hinstehen lassen.
Da ist eine Truppe gewesen, eine Truppe von Israelis, die dafür angeheuert wurden, die Kinder zu holen. Dann ist die Frage, haben sie sie gewaltsam geholt? Ja, sie haben sie gewaltsam geholt. Die Kinder wollten nicht mit, der Vater ist niedergerungen worden, die Kinder sind gefesselt worden, sie haben ein Tape über den Mund bekommen und so weiter. Das ist Gewalt.
Sind die Kidnapper dafür bezahlt worden? Ja, bezahlt worden sind sie auch noch dafür. Sind die Kinder traumatisiert worden durch diese Entführung? Ja, das sind sie auch. Das sind alles Kriterien für eine schwere Kindesentziehung, schwere Kindesentführung. Und davon, denke ich, müssen wir ausgehen. Das ist das, was der Prozess ergeben hat.
Genau, das steht fest und jetzt ist nur, die Frage, die übrig bleibt, ist, wer hat das alles in Auftrag gegeben oder hat das keine Auftrag gegeben? Während du das erzählt hast, habe ich eben gedacht, wenn Christina Block sagt, ich habe keine Entführung in Auftrag gegeben, kann das dann auch einfach eine semantische Geschichte sein?
Weil sie sagt, Moment, wie du es eben erzählt hast, das ist keine Entführung gewesen, ich habe mir ja nur das zurückgeholt, was mir rechtmäßig zusteht. Dann reden wir immer noch über Selbstjustiz, aber kann das sein, dass sie da etwas sagt, dass es trotzdem ganz anders ist, aber dass sie ihm sagt, nein, es geht ja gar nicht um eine Entführung.
Ich habe nie eine Entführung in Auftrag gegeben, weil ich kann meine eigenen Kinder nicht entführen. So ähnlich wie wenn man sich was zurückholt, was einem gehört hat, was hat man jemandem ausgeliehen und holt sie das zurück, dann ist es ja kein Diebstahl, sondern man hat sich das zurückgeholt, was einem gehört.
Ja, so kann man das sehen. Es sind aber zwei sehr wichtige Dinge, die dabei eine Rolle spielen. Einmal ist es so, dass tatsächlich der Prozess gezeigt hat, die leitende LKA-Beamtin des Landeskriminalamtes Hamburg hat das ausgesagt. Als die Kinder wieder in Hamburg waren, kurzzeitig bei Christina Block, hat Christina Block zu dieser Beamtin gesagt...
Ich mache eine Rückführung, er macht eine Entführung. Das ist ein so entscheidender Satz, dass er als Teilgeständnis oder als Geständnis gewertet wird. Das heißt nichts anderes als, mein Ex-Mann Stefan Hänsel hat die Kinder entführt und ich hole sie einfach nur zurück. Dieser Satz ist übrigens ganz, ganz am Anfang gefallen, also weit bevor der Prozess begann. Letztendlich im genauen Umfeld, als die Kinder nach Hamburg zurückkamen. Ja, ganz genau, ist dieser Satz gefallen.
Jetzt ist die Frage, ist Christina Block zu dem Zeitpunkt richtig belehrt worden Und als Verdächtige, als Beschuldigte und so weiter darf dieser Satz verwertet werden. Ja, okay. Aber die Frage, auf die du eben hinaus wolltest, ist ja die, hat Christina Block das in Auftrag gegeben, die Entführung der Kinder in Auftrag gegeben?
Sie sagt, nein, das habe ich nicht getan. Die Israelis, die als Zeugen hier waren, sie sind ja beschuldigt in einem gesonderten Verfahren. Das heißt also, die sollen ja auch noch angeklagt werden. Man konnte sie nur noch nicht anklagen, weil man sie nicht hatte. So, und sie sind ja auch in Israel, sie haben ja hier unter freiem Geleit ausgesagt.
Die Israelis haben gesagt, Christina Block war dabei bei diesem entscheidenden Vorbereitungstreffen für die Entführung am 28.12. im Hotel Grand-Elysée. Das heißt also drei Tage vor der Entführung, sie war dabei, sie hat uns Glück gewünscht. Sie hat gesagt, nur ihr Israelis könnt das schaffen. Sie sagt, ich war nicht dabei und ich habe diese Entführung nicht in Auftrag gegeben.
Kann es aber sein, dass sie eine Rückführung in Auftrag gegeben hat? Also es ist ja rein samantisch, wenn man sagt, ich habe keine Entführung in Auftrag gegeben, aber eine Rückführung schon. Das kann ich mir nicht vorstellen, weil sie jede Art der Auftraggabe hat sie sozusagen verneint und mit dem Finger auf andere gezeigt. Und da kommen wir jetzt zum Ende dieses Prozesses in der vergangenen Woche zu einem interessanten Phänomen, über das wir jetzt ausführlich sprechen wollen.
Sie hat eine persönliche Einlassung abgegeben. Du musst jetzt mal erzählen, was ist eine persönliche Einlassung? Also das kann eine Angeklagte in einem Prozess praktisch jederzeit tun. Das ist die zweite längere Erklärung, die Christina Block in diesem Prozess abgibt. Die erste hat sie zu Beginn des Prozesses abgegeben, da hat sie stundenlang über das Verhältnis zu ihrem Ex-Mann, über das Verhältnis zu ihren Kindern, über die Liebe zu ihren Kindern, über die Verhältnisse in der Familie Block gesprochen, über ihre wirtschaftlichen Verhältnisse gesprochen, darüber, wie sich der ganze Sorgerechtsstreit entwickelt hat.
Das war wirklich, man muss es sagen, auch emotional mitreißend, hat schon sehr tiefe Einblicke in die Familie gegeben. Was sie jetzt gesagt hat, war in Teilen ein bisschen anders, weil sich ja gerade durch die Aussagen der Israelis neue, ich sag mal, Sachverhalte ergeben haben. Sie hat auch etwas neu, einige Dinge neu bewertet, die sie vorher nicht so gesehen hat oder vielleicht nicht erwähnt hat in ihrer ersten Erklärung.
Und jetzt hat sie, weil sie das Recht hat, zu jeder Zeit sozusagen Stellung zu nehmen, hat sie das ausführlich genutzt. Und da sie eben nicht ihre letzten Worte als Angeklagte öffentlich sagen kann, da das Plädoyer nicht öffentlich sein wird, hat sie das eben genutzt, um nochmal ausführlich... Auch über uns die Öffentlichkeit darüber zu informieren, wie sie die Geschichte sieht.
Und da, das konzentriert sich so ein bisschen, fokussiert sich für mich in einem Wort, und du willst auch gleich wissen, warum, das ist das Wort die Steghauserbin. Also immer wieder liest man auch bis heute noch in den ganzen vielen Berichten, die über Christina Block geschrieben werden, die Steghauserbin, und du schreibst es zu Recht, das ist sie nicht.
Und da fängt glaube ich die ganze Geschichte an, denn man denkt ja, das Interesse an diesem Prozess ist auch deshalb so groß, weil da eine reiche Unternehmerin ist, aber tatsächlich gehört Christina Block von diesem Stickhaus-Imperium was, gar nichts? Steakhouse-Erbin hört sich sehr gut an. Es ist sogar, weil es natürlich auch eine Berichterstattung im Ausland, die der New York Times und sonst wo gegeben hat, ist es auch auf Englisch übersetzt worden, Steakhouse Harris.
Aber sie hat ja noch nie ein Steakhouse geerbt. Und ob sie je eins erben wird, das weiß man ja gar nicht. Denn sie hat, wie ihre Brüder Dirk und Philipp, hat sie 16 Prozent der Anteile an der gesamten Gruppe. Dreimal 16 sind 48. Das bedeutet, die Mehrheit und die überwältigende Mehrheit der Stimmrechte sowieso, hat nach wie vor ihr Vater Eugen Block. Eugen Block ist 85 Jahre alt.
Und sie hat sehr tiefe Einblicke vor Gericht gegeben in das Verhältnis Vater-Tochter, Vater-Söhne. In die Verhältnisse innerhalb des Unternehmens. Und da ist ganz klar, dass sie zwar einen Anteil, einen gesellschaftlichen Anteil von 16% am Unternehmen hat, aber sie auch natürlich nur dann finanziell profitiert, wenn es Ausschüttungen gibt.
Und das Verhältnis zu ihrem Vater ist vorsichtig gesagt über die letzten Jahre, vielleicht noch angespannter geworden, als es vorher war. Denn auch ihr Vater ist extrem verbittert über diesen Sorgerechtsstreit, den seine Tochter mit ihrem Ex-Mann hat. Und darüber, dass die Kinder seit fünf Jahren in Dänemark sind.
Bis auf die Tochter Greta, die bei Christina Block in Hamburg lebt. Er ist verbittert. Er wollte eine Lösung haben. Er hat versucht, Kontakt zu den Kindern aufzunehmen. Er hat sogar jetzt noch mal Umgang mit den Kindern beantragt, in Dänemark beantragt, denn Christina Block darf die Kinder aufgrund einer gerichtlichen Entscheidung in Dänemark nicht sehen.
So und diese Verbitterung, sagt Christina Block jetzt, hat auch dazu geführt, dass er das Heft selbst in die Hand nehmen wollte. Und da muss man glaube ich über diese Person Eugen Block, den ich sehr gut kenne, weil ich seit vielen, vielen, viele Jahre lang auch über, ihn berichtet habe, über das Blockhaus berichtet habe, muss man sich mit der Person Eugen Block beschäftigen und da ist es nicht, kommt nicht von irgendwo her, dass er die Mehrheit seines Unternehmens noch nicht an die Kinder abgegeben hat.
Ich erinnere mich an eine Szene, wo wir zusammen saßen, gar nicht so lange her, allerdings weit vor dem Prozess. Ich dann in Erinnerung hatte, dass Eugen Block ja die Anteile nach und nach da an die Kinder überschreiben wollte und nicht nur diese 16 Prozent. Und dann fragte ich es in die Runde, Christina Block saß auch dabei, fragte ich so, wie ist das denn jetzt eigentlich, die haben ja nicht mehr die Mehrheit.
Und dann war Stille im Raum und Christina Block zuckte so mit den Schultern, sah ihren Vater an und der Vater sagte, naja also nee, ist also. Und dann kam ein Satz, der glaube ich typisch für Eugen Block ist, es geht ja auch nicht ohne mich. Und ich glaube, das ist so dieses Gefühl von ihm, dass alles bei ihm zusammenlaufen muss, weil die anderen es schlicht nicht können.
Es gibt einen Film über die Geschichte von Eugen Block, wo er ganz freimütig erzählt, dass er zwischendurch mal einen seiner Söhne, Dirk, der im Unternehmen war, wieder rausgeschmissen hat. Also seinen eigenen Sohn. Es ist legendär, wie viele Hoteldirektoren im Grand-Elysée er immer und immer wieder rausgespissen hat, weil er das Gefühl hatte, die können es nicht.
Und man kann sagen, dass er jede Entscheidung, seine Entscheidung, meine beiden Lieblingsbeispiele war, als Dirk noch in Funktion beschlossen hat, die Knoblauchbrote im Blockhaus, die sehr viel mit dem Erfolg des Blockhauses zu tun haben, zu halbieren, glaube ich, oder zu verringern, hat der Papa das wieder zurückgenommen, die Entscheidung.
Wenn es darum geht, welcher Teppich im großen Saal des Elysées ausgesucht wird, dann entscheidet der Vater das, wo man sagen muss, der Geschmack eines 80-Jährigen, Mitte 80-Jährigen heute, mit dem, was andere so finden, ist dann ein besonderer Geschmack. Also ich kann, und deshalb kann man sich kaum vorstellen, dass es eine Situation, wie sie jetzt passiert mit den Kindern, dass irgendwann jemand, der es gewohnt ist, alles zu entscheiden.
Alles mit seinem Geld lösen zu können und am Ende damit auch immer Erfolg ist, dass der sich da zurückhält, kann man sich kaum vorstellen. Ich frage mich nur, warum kommt das? Christina Block jetzt mit dem Vater, mit dem angespannten Verhältnis, mit dem, da ist dieser Patriarch, der am Ende in allen Themen sagt, ich muss es jetzt selbst in die Hand nehmen, ihr könnt es nicht.
Warum kommt sie damit jetzt? Weil auch wenn sie behauptet, ihn nicht zu beschuldigen, das beschreibst du ja sehr gut, macht sie es natürlich genau, macht sie genau das und nochmal, er steht nicht vor Gericht, er ist nicht verurteilt, die Ermittlungen gegen ihn sind eingestellt worden. Ja, das ist richtig. Die werden möglicherweise wieder aufgenommen.
Aber die Ermittlungen gegen Eugen Block sind eingestellt worden. Er hat auch beteutend nichts mit der Entführung zu tun zu haben. Dennoch müssen wir feststellen, dass eben, das ist ja deine Frage, dennoch müssen wir feststellen, dass das Prozessfieber ausgebrochen ist. Es ist ein richtiges Prozessentfieber ausgebrochen.
Ich will mal vorsichtig sagen, da kommen natürlich Dinge auf. Die dazu führen, dass jeder selbst sein Popo retten möchte. Bei den sieben Angeklagten ist das natürlich so. Jeder versucht selbst noch mal darauf hinzuweisen, ich war da und da ja gar nicht beteiligt, ich habe das und das nicht getan. Und manchmal muss man eben so weit gehen und den Finger auf andere zeigen.
Und das passiert gerade innerhalb des Prozesses. Und es ist auch fapierend zu sehen, wie der Familienanwalt Dr. C. Und die angeklagte Christina Block, beide angeklagt, beide sitzen praktisch nebeneinander im Gericht, wie die mit dem Finger gegeneinander auf den jeweils anderen zeigen. Und um ihre jeweils eigene Beteiligung an der Entführung kleinzureden.
Die ist vielleicht auch klein, die ist vielleicht auch gar nicht da. Vielleicht kommt das Gericht ja auch zu Freisprüchen, das wissen wir ja nicht. Allerdings sieht man hier ganz klar, dass dieses Fieber dazu geführt hat. Dass die Nervosität innerhalb des Gerichts größer wird, dass sie außerhalb des Gerichts größer wird.
Und jeder natürlich möchte, dass auch jetzt noch das Bild der Öffentlichkeit so gezeichnet wird, egal wie der Prozess nun ausgeht, dass das Bild der Öffentlichkeit so gezeichnet wird, dass es auch einen nachhaltigen Einfluss dann auch auf eine mögliche Revision und anderes haben kann. Und wir sagen, Eugen Block sitzt nicht vor Gericht und das stimmt und es stimmt wieder nicht, weil wenn man Christina Blocks Schilderung glaubt, dann ist sozusagen, der wichtigste Mann in diesem Konzern und für die Familie dieser Anwalt C-Punkt, der ja angeklagt ist.
Und der ja offensichtlich all das gemacht hat oder macht, was derjenige sagt, der das Ganze bezahlt, nämlich Eugen Block. Also sitzt indirekt Eugen Block doch vor Gericht? Das wäre sehr weit interpretiert, weil es ja um die Beweise und Nachweise geht, die ja in den Ermittlungen, die es ja gegeben hat, die in den Ermittlungen ja für Eugen Block ausgeschlossen wurden.
Es hat einfach nicht gereicht, sagt die Staatsanwaltschaft, was wir hier an den Ergebnissen aus den Razzien und so weiter haben, was wir an den Handys, Tablets, Laptops, was wir alles beschlagnahmt haben, um Eugen Block anzuklagen. Und dann ist das so und das ist auch okay und wir müssen von der Unschuld Eugen Blocks ausgehen.
Das dürfen wir nicht vergessen. Das müssen wir auch bei den anderen Angeklagten, bis sie verurteilt sind, rechtskräftig übrigens, das hieß also auch, bis alle das Urteil akzeptiert hätten. Aber bei Augenblock ist es natürlich so, dass ja auch Geldflüsse nachgewiesen wurden. Es wurde ja auch gesagt, na ja, Christina Block ist zwar die Tochter, aber am Ende hat über viele Dinge, auch über die Finanzierung der ganzen Sicherheitsdienste, der Vater mitentschieden.
Das muss man sich ja nochmal klar machen. Jemand, der darauf besteht, über die Teppichfarbe im Ballsaal zu entscheiden, da muss man sich nicht fragen, ob er über andere größere, deutlich größere, dass man den dann nicht mitentscheiden kann, ist eigentlich jetzt also gesunder Menschenverstand Quatsch.
So ist es und wir dürfen dabei auch nicht vergessen, dass er nicht nur die Entscheidungen alle mittrifft, sondern dass ja Christina Block zwar als Stickhouse-Erbin gilt, als Millionärin, als Unternehmerin, aber die Frage ist doch wirklich berechtigt. Ist da jetzt wirklich so viel Geld, um all diese Sicherheitsdienste, die hunderttausende Euro kosten, zu bezahlen, um eine Familie am Laufen zu halten, die Kosten sind sicherlich nicht gering.
Dann ist die Ausschüttung auch, die während der Corona-Jahre entweder nicht da war oder sehr gering ausgefallen ist auch, die ist ja auch nicht da. Also wir können zwar immer über Millionäre reden und über wohlhabende Familien etc., aber man muss da wirklich sehr genau hinschauen, ob das tatsächlich so ist.
Hat denn Christina Block jetzt auch offensichtlich diese schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse thematisiert in ihrer Einlassung? Es ist so, dass sie gesagt hat, mein Vater hat ja einen Großteil der Sicherheitsunternehmen, die wir beschäftigt haben, also sie hat es nicht gesagt, die wir beschäftigt haben, aber das ist ja faktisch so, hat das Geld dafür bezahlt.
Um ein Beispiel dafür zu nennen, die israelische Firma, die dann am Ende die Entführung gemacht hat, Cyber Cupola, die haben nach den verschiedenen Angaben, die wir im Gericht gehört haben und dann an den Unterlagen, die wir gesehen haben, haben sie 220.000 Euro bekommen. Ob sie noch mehr bekommen haben, das wissen wir nicht, aber auch der Chef der Entführer, David B.
Punkt, hat gesagt, das waren 220.000 Euro. So, 150.000 in bar, dann nochmal 50.000 in bar und dann nochmal 20.000. Und diese 20.000 von Christina Block, das hat David B. Punkt gesagt. Und jetzt sagte Christina Block im Gericht, ich habe zweimal 9.000 Euro in bar an ihn ausgegeben. Könnte man daraus schließen, dass Eugen Block, der große Finanzier, im Hintergrund war.
Man darf nicht vergessen, die Familie von Christina Block mit Stefan Hänsel und dann den vier Kindern, die konnte sich natürlich auch zu Anfang das Haus, was sie in Hohlsdorf haben, überhaupt nicht leisten. Sie mussten Kredite dafür aufnehmen. Sie haben Geld dafür von Eugen Block bekommen, von der Tante von Christina Block, von Marlies Head, haben sie einen Kredit oder einen Zuschuss bekommen, um sich überhaupt das Haus leisten zu können.
Also ich sag mal, die Kinder von Eugen Block waren nicht von vornherein mit dem goldenen Löffel im Mund geboren. Wollte sie denn mit dem, was sie da in dieser persönlichen Einlassung jetzt gesagt hat, suggerieren, liebes Gericht, passt mal auf, ich hätte das gar nicht bezahlen können, ich hätte das Geld gar nicht gehabt?
Das ist möglich, aber das Gericht hat natürlich eine Reihe von Unterlagen, die auch die Kontobewegung bei Christina Block zeigt und die könnten das mit dem abgleichen. Warum stellt sie den Vater so dar, wie sie ihn darstellt, als den Patriarchen? Das ist einerseits keine Neuigkeit, andererseits ist es interessant, wenn es die Tochter in ihrer zweiten persönlichen Einlassung sagt.
Wenn sie nicht den Vater beschuldigen will, will sie dann damit sagen, der Druck des Vaters auf mich war so groß, dass ich nicht anders konnte? So einen Erklärungsversuch damit starten, weil sonst, es gibt ja eigentlich nur drei Gründe, warum man das so sagt. Erstens, man versucht irgendwie, ich habe das Geld nicht gehabt und deshalb kann ich das nicht.
Zweitens, es war mein Papa. Das will sie aber nicht. drittens, sie müssen meine Lage verstehen, da ist dieser alles beherrschende Unternehmer, der weiß, wie es geht, der uns einem tierischen Druck aussetzt und der in dieser, der unruhig wurde und mithilfe seines Anwaltes C-Punkt dann diesen Druck gemacht hat, dem ich nicht widerstanden konnte oder was ist der Sinn dieser Einlassung an diesem entscheidenden Punkt?
Ja, es ist so, dass wir das natürlich so sehen, wir sehen die psychologische Seite, für das Gerecht spielt das keine Rolle. Mildernde Umstände sind das in der Hinsicht nicht. Wir möchten natürlich die Verhältnisse innerhalb der Familie verstehen. Wir möchten verstehen, warum Eugen Block und Christina Block sich auseinanderbewegt haben, natürlich.
Aber das ist eine Geschichte, die wir nur zum Teil verstehen können, weil wir natürlich nicht alles wissen dazu. Aber wir verstehen es anhand der Aussagen von Eugen Block, wir verstehen es anhand der Aussagen von Christina Block, dass die beiden sich so ein bisschen entzweit haben. natürlich entzweit haben über die Frage des Sorgerechtsstreits.
Und wie man das zu lösen hat. Das ist ja dieses typische, man kennt so die alten Unternehmergeister, die sagen, komm, Hinweis jetzt mal in die Hand, das kläre ich schon, notfalls mit ganz viel Geld. Und andere, die dann da vorsichtiger vorgehen. Aber wenn du sagst, das beeindruckt das Gericht nicht, warum bringt sie es dann?
Was ist die Strategie hinter dieser persönlichen Einlassung kurz vor den Plädoyers, kurz vor der Urteilsfindung? Das hast du, glaube ich, auch schon erzählt, wo man ja davon ausgehen kann, das natürlich im Hintergrund an dem Urteil, das ja nicht nur zwei Seiten sein wird, schon geschrieben wird. Warum jetzt zu diesem Zeitpunkt diese...
Diese Wende, dieser Blick auf Eugen Block wieder. Es ist ein juristisches Argument, kann man sagen. Denn sie sagt, er ist dafür verantwortlich gewesen. Sie sagt es nicht, sie bestreitet es sogar. Aber ich sage, sie sagt, Eugen Block ist dafür verantwortlich gewesen. Dr. C., der Anwalt, ist dafür verantwortlich gewesen, dass diese Truppe, vielleicht ist sie selber losgegangen, vielleicht hat Eugen Block sie beauftragt.
Das müsste ja noch ermittelt werden. Aber der ist dafür verantwortlich gewesen. Also es gab so einen Druck, den alle gespürt haben. so ein Druck irgendwie, der will das und dann hat es sich so praktisch verselbstständigt. So ein bisschen wie in so einem Unternehmen, wo man das Gefühl hat, die Eigentümerin möchte das und so im Vorauseilen gehorsam machen dann alle, was sie glauben, was die Eigentümerin oder der Eigentümer macht.
Ja, aber Christina Block bleibt dabei, sie hat es mit der Beauftragung zur Entführung nichts zu tun. Ihr Narrativ ist mehr, naja, die Israelis sind von sich aus losgegangen, also das halte ich für relativ unwahrscheinlich, aber es ist immerhin möglich, dass sie von sich aus losgegangen sind, denn die hatten auch ein Interesse, einen Geschäftsstandort in Deutschland zu eröffnen und so eine schicke Entführung wäre doch ein tolles Entree gewesen für die.
Aber wir dürfen nicht vergessen und wir müssen uns darauf fokussieren, dass Christina Block den Anwalt der Familie in Wahrheit beschuldigt und ihren Vater auch das Zepter selbst in die Hand genommen zu haben. Das ist der Satz, den sie gesagt hat. Das sind ihre Worte und das ist schwerwiegend. Sie zeigt auch tatsächlich mit dem Finger auf ihren Vater. Und dann kommen jetzt so Kleinigkeiten dazu, wo man sich als wundert, als jemand, der das so wie ich verfolgt, dann geht es auf einmal darum, wenn ich das alles gewusst hätte und in Auftrag gegeben hätte, dann hätte ich ja nicht ganz in Ruhe, in der Silvesternacht feiern können, da wäre ich ja aufgeregt gewesen und jetzt etwas, die sind ja irgendwie,
auf so einem Bauernhof, wo es auch Tiere gibt. Abgegeben haben die Kinder und dann sagte sie, das hätte ich ja nie gemacht, weil ich ja eine Tierhaarallergie habe. Erklär mir mal solche Einlassungen in der Einlassung. Ja, das ist genau die, Strategie, die natürlich Menschen, die sich länger erklären müssen, die die juristische Seite und die die emotionale Seite berücksichtigen wollen, genau die Strategie, die diese Menschen fahren.
Sie erzählen dann etwas, was so absurd klingt, dass man es sofort glaubt. Ob es so ist, ob es eine Tierhaarallergie gibt, das weiß ich nicht, das vermag ich nicht zu sagen. Ich vermag gar nicht zu sagen, wie schlimm es ist. Aber sie bleibt bei ihrer Aussage. Sie wusste nicht, dass die Kinder entführt werden sollen und dass sie auf diesen Alpaka-Hof, auf diesen Bauernhof nach Süddeutschland kommen soll.
Alpaka mit Alpakas, wahrscheinlich mit Hühnern, Schweinen etc. Und dass sie da hinkommen sollte, wusste sie nicht. Sie war selber darüber überrascht. Und wenn ich es geplant hätte, hätte ich keinen Alpaka-Hof genommen, weil ich eine Tierhaarallergie habe. Wie reagiert dann das Gericht auf sowas? Wenden die sich dann gelangweilt ab oder schütteln die den Kopf?
Oder hören die das einfach an, weil es sich so gehört? Nein, die hören sich es an, weil Christina Block alle Zeit der Welt hat, sich dazu zu erklären. Und die Zeit bekommt sie auch von der Richterin zugestanden. Das ist auch korrekt so. Alles andere wäre sozusagen ein rechtlicher Verstoß, wieder ein Revisionsgrund.
Warum man ein späteres Urteil in die Revision bringen könnte. Nein, das Gericht hört sich das alles an, sehr ruhig und schaut auf die Beweise, die dem Gericht vorliegen und auf die Aussagen, wie die Aussagen bewertet werden. Wer der Anwalt, der Familienanwalt, in dem Fall jetzt der Anwalt des Familienanwalts, wie hat der auf diese persönliche Einlassung reagiert? Hat er schon reagiert?
Es gab nur eine ganz kleine Wolte, die er sozusagen gefahren hat, aber sie ist wichtig zum Verständnis für das Verhältnis zwischen Christina Block und diesem Familienanwalt. Und zwar ging es darum, dass die Israelis, die ja fast ein Jahr lang beauftragt waren, also die Cybersicherheit des Hotels zu überprüfen und in Wahrheit natürlich um die Kinder und die Familie in Dänemark auszuspielen, ist ja klar.
Es ging darum, es hat einen Plan gegeben, einen Friedensplan, der ist sehr wichtig, ich komme gleich noch drauf. Einen Friedensplan der Israelis gegeben, bitte Christina Block, einige dich doch mit deinem Ex-Mann Stefan Hensel, zahle ihm Geld. Und dann habt ihr wieder das gemeinsame Sorgerecht, die Kinder kommen nach Hamburg, du kannst nach Dänemark, ihr habt wieder den Umgang miteinander und beendet diesen Krieg.
Christina Block hat das gesagt, ja, das möchte ich, ich möchte diesen Krieg beenden. Gleichzeitig hatte sie aber auch zu verstehen gegeben, dass dieser Dr. C., der Anwalt der Familie Block, das nicht wollte. Also damit auch Eugen Block nicht wollte, diesen in Anführungsstrichen Krieg zu beenden und zu befrieden mit ein paar hunderttausend Euro vielleicht, dass der das nicht wollte.
Und in seiner ersten Reaktion auf die lange, lange, lange Einlassung von Christina Block hat der Anwalt von Dr. C. gesagt, also ich will mal kurz klarstellen, so war das nicht. Wir wollten diesen Friedensplan, Christina Block wollte ihn nicht. Machen wir da mal jetzt den Schnitt und gucken uns das Ganze an.
Und du sagst, das Ganze, vieles von dem, was jetzt kommt, zielt eigentlich nicht so sehr auf das Urteil ab, sondern auf das, was nach dem Urteil passiert, dass man Gründe hat für eine Revision, um das so lange wie möglich am Laufenden zu halten, dieses Verfahren, dann auf anderen Ebenen. Ist das der Kern gerade dieser persönlichen Einlassung?
Ja, es geht natürlich einmal darum zu sagen, was hier jetzt in den Akten steht, was hier als Beweise gefunden wurden, das kann ich alles widerlegen, sagt Christina Block. Das ist sozusagen die juristische Seite. Dann ist die auf die Öffentlichkeit gerichtete Seite natürlich die, ich bin als Mutter dämonisiert worden von meinem Ex-Mann. Ich bin verteufelt worden. Ich hätte Gewalt gegenüber den Kindern ausgeübt.
Das stimmt alles gar nicht. Es ist ganz wichtig für das öffentliche Bild von Christina Block. Und man muss es sagen, Deutschland schaut auf diesen Prozess und schaut auf diese Mutter, die ihre eigenen Kinder entführt haben soll. Das sind ja Fälle, wie sie ganz selten sind in der deutschen Rechtsgeschichte.
Schauen wir doch mal, welche Fälle es da gegeben hat. Monika Weimar und andere, da ging es um Tötungen und sowas. Da schaut die Öffentlichkeit sehr genau drauf. Und es ist das Bild von Christina Block, das öffentliche Bild von Christina Block, was eine Riesenrolle spielt. Und auch das will sie selbstverständlich zu Recht beeinflussen.
Und es geht um sehr viel, das muss man nochmal erklären. Es hat ja vor ein paar Wochen ausgesagt, diese Kinderpsychologin. Weil die Kinder traumatisiert sind, das kannst du gut erklären, warum ist das so wichtig, dieser Punkt, auch für die Straffindung, für das Strafmaß? Ja, es gibt da sozusagen zwei Aspekte im Bereich der sogenannten Kindesentziehung, also Kindesentführung.
Einmal gibt es die leichteren Fälle und es gibt die schwereren Fälle. Und bei den schwereren Fällen, die bestraft werden mit zwischen einem und zehn Jahren Haft, bis zu zehn Jahren Haft, da ist ein Kriterium, ob die Kinder nachhaltig traumatisiert wurden. Und das wurde ihnen von der Psychologin, von der medizinischen Gutachterin, sie ist Kinderpsychiaterin, bescheinigt. Sie sind massiv traumatisiert.
Kann man, wenn man als Reporter in so einem Prozess sitzt über lange Zeit, hat man denn irgendwann so ein Gefühl, wie das ausgeht oder wäre das vermessen? Das wäre wirklich vermessen. Wir sind Beobachter, keine Juristen. Wir sind auf andere Dinge fokussiert, auch auf das sozusagen materiell-juristische, selbstverständlich.
Dafür haben wir auch Experten, die uns das einschätzen können. Wir sind ja auch mit allen im Gespräch und das ist auch, als Journalist ist es nur vernünftig, es so zu machen, aber wir müssen a. Unabhängig bleiben, b. authentisch und c. Klar machen, dass wir in der Sache das nicht beurteilen können. Interessant ist, dass ja Eugen Block sich mehrfach zu dem Prozess geäußert hat, außerhalb des Prozesses stehend, mit einem sehr, sehr bekannten Anwalt, Gerhard Strate an der Seite.
Jetzt aber hat er noch nichts wieder gesagt und auch Strate nicht. Kommt da noch was? Man weiß es nicht? Man weiß es nicht. Er würde sicherlich dann das Urteil kommentieren, wenn es kommt in die eine oder andere Richtung. Für ihn ist jetzt wichtig, den Umgang mit den Kindern in Dänemark zu beantragen und seine Enkelkinder wieder zu sehen, da er seine Kinder nicht als...
Erben einsetzen möchte, sondern die nächste Generation und möglicherweise eine Stiftung dafür sorgen wird, wie die Unternehmensnachfolge in der sehr erfolgreichen Blockgruppe geregelt ist, hat er glaube ich jetzt das Interesse, sich auf die Enkel zu fokussieren. Das ist interessant. Du meinst tatsächlich, trotzdem nach all dem würde er ja, auch dann die Gefahr laufen, dass wenn die Enkel.
Teilhaber des Unternehmens werden, dass dann auch der von ihm ja nicht geliebte Stefan Hänsel da seine Hand drauf kriegen könnte. Das muss nicht so sein, weil ja auch die Kinder eine gute Chance haben, sich persönlich und individuell so zu entwickeln, dass sie sich auch von all dem, und das wäre meine persönliche Hoffnung, wenn ich das jetzt doch mal, als Journalist sagen darf, Die Kinder haben trotzdem eine positive Chance, sich zu entwickeln, sich über den Sorgerechtsstreit sozusagen hinweg zu entwickeln und eigenständige, selbstverantwortliche Menschen zu werden.
Ich sehe eigentlich bei allen Kindern, vor allen Dingen bei denen, die auch Geschwister haben, wie die Blockkinder und die eine Familie haben, auch außerhalb dieses Sorgerechtsstreits, da sehe ich eine sehr positive Prognose. Letzte Frage. Vor Ingo Bott, der jetzt der Anwalt von Christina Block ist, war der Anwalt Ottmar Curi.
Und in dieser Einlassung hat Christina Block offensichtlich jetzt nochmal beschrieben, wie erfreut Ottmar Curi darüber war, dass die inzwischen verstorbene Mutter von Christina Block 120.000 Euro abgehoben hat. So nach dem Motto, dann haben wir doch jemanden, dem wir das anlasten können. Ist das der Grund? Warum bringt sie diese Geschichte nochmal?
Sie muss diese Geschichte nochmal bringen, weil es dann natürlich darum geht, ihre Mutter eben nicht zu belasten. Sie sagte, ich möchte gar nicht meine Mutter belasten. Ich weiß auch gar nicht, ob meine Mutter das Geld abgehoben hat, um die Israelis zu bezahlen. Ich kenne den Hintergrund gar nicht. Und auch hier gibt es, wie in all diesen kleinen Geschichten, gibt es eine Pointe.
Christina Block hatte selber 75.000 Euro in bar abgehoben, um sie möglicherweise den Israelis oder wem auch immer zu geben. Sie hat das Geld nicht gebraucht. Sie hat einen Großteil davon zu Hause im Keller aufbewahrt, in einer Kiste. Und sie sagte, und das war ihr eine persönliche Genugtuung, Christina Block sagte, als bei mir im Haus durchsucht wurde, hat nicht mal die Polizei dieses Bargeld gefunden.
Lieber Christoph Hochinteressant, du bist auf jeden Fall eingeladen, wenn dieser Prozess zu Ende ist, unbedingt nochmal. Ob Matthias dann im Schweigekloster oder wo auch immer, ist völlig egal. Vielen Dank, dass du heute da warst. Sehr gerne. Slash podcast.