040 Streng vertraulich: Die Lage in Hamburg· Folge 82

Warum der Block-Prozess kaum noch öffentlich sein wird

Freitag, 14. August 2026 · 38 min

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Shownotes

Mitten in der Woche ins Schuljahr starten – Sinnbild für Hamburger Eigentümlichkeiten oder logische Schulplanung? Matthias Iken und Lars Haider kehren frisch aus der Sommerpause zurück und widmen sich nach den typischen Urlaubsfragen gleich den brisantesten Themen der Hansestadt:
• Justiz & Prominenz: Der überraschende Prozess gegen eine Finanzbeamtin im Cum-Ex-Skandal wirft neue Fragen auf, während im Verfahren um Unternehmerin Christina Block künftig die Öffentlichkeit ausgesperrt werden könnte.
• Stadtentwicklung & Bildung: Wird die neue Sternenbrücke wirklich ein neues Wahrzeichen für Hamburg, wie der Verkehrssenator beteuert? Und stimmt es wirklich, dass die Klassengröße keinen Einfluss auf den Schulerfolg hat – wie es Ex-Schulsenator Ties Rabe in seinem neuen Buch behauptet?

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„Hinweis: Die Inhalte dieses Podcasts wurden von unserer Redaktion sorgfältig recherchiert und verfasst. Der Teaser wurde mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) generiert.

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Willkommen. Die Sommerferien sind in Schleswig-Holstein vorbei und in Hamburg fast vorbei. Und das heißt, Matthias, Iken und ich, wir nehmen wie versprochen, unseren Podcast wieder auf. Lieber Matthias, wie war dein Sommer? Schön war er. Ich war ja nicht im Ausland, wo es heiß ist, wo es Hitzerekorde gibt und brennt, sondern, habe es sogar geschafft, die eigentlich schlechteste Woche auf Amrum zu erwischen, wo ich ganz, ganz viele Wolken und auch ziemlich Regen hatte.

Aber schön war es trotzdem. Schön war es. Ich war ja tatsächlich im Ausland, in der Bretagne, wo man ja auch immer sagt, dass irgendwie es nicht so warm wird, aber es waren tatsächlich fast irgendwie, also die drei Wochen, die ich da war, es war immer, es kratzte immer an den 30 Grad. Das war verrückt. Und die Menschen, die in der Bretagne, also Freunde von mir.

Er ist Ägypter, sie ist Holländerer, also keine Franzosen, die sagten, sowas haben sie noch nicht erlebt. Und wir haben, glaube ich, einen guten Zeitpunkt erwischt, diesen Podcast wieder aufzunehmen, weil es passiert richtig was in Hamburg. Ich gehe es mal schnell durch. Wir wollen am Anfang ein bisschen sprechen über die Sommerferien und die Frage, warum die in Hamburg eigentlich immer mitten in der Woche enden.

Da haben wir nämlich mal nachgefragt bei der Schulbehörde und eine interessante Antwort bekommen. Ein Thema und dann geht es insgesamt um Bildung und um Lehrer, denn da müssen sich alle, die in Hamburg zur Schule gehen, auf eine Veränderung einstellen. Thema Nummer eins. Thema Nummer zwei, natürlich die Sternenbrücke, wo wir uns fragen, ist das jetzt ein Wahrzeichen und wenn ja, für was?

Thema Nummer drei, ganz aktuell reingekommen, Cum-Ex. Da denkt man, diese ganze Affäre, an der ja Olaf Scholz und Peter Tschentscher stark beteiligt waren, mittendrin steckten, sei zu Ende. Und nun gibt es nochmal einen Prozess vor dem Oberlandesgericht in Köln und der kann unangenehm werden. Zumindest für Peter Tschentscher.

Dann geht es einmal, wo wir bei Peter Tschentscher sind, um Peter Tschentscher und die Hamburger CDU, die nämlich beide die Bundesregierung kritisieren. Kleiner Hinweis für alle, die es nicht mehr wissen. Die Bundesregierung besteht aus SPD und CDU, also genau aus den Parteien, aus denen auch Peter Tschentscher und zum Beispiel Dennis Thering, der CDU-Vorsitzende, kommen.

Und natürlich kein neuer Podcast, kein neuer Podcast-Start ohne den Prozess gegen Christina Block. Da gab es eine Aussage, die interessant ist, weil sich vielleicht auch das Strafmaß verändern kann. Es ging um die Frage, ob die Kinder von der Entführung traumatisiert sind. Auch das werden wir hier klären.

Lieber Matthias, weißt du, warum in Schleswig-Holstein enden die Ferien an diesem, Freitag, an dem wir den Podcast aufzeichnen, und am Montag beginnt die Schule? In Hamburg ist das nie so. Die enden immer an einem Mittwoch und dann beginnt die Schule am Donnerstag. Was hat die Schulbehörde auf unsere Frage gesagt, warum das so ist?

Erstmal, sie wissen es nicht, oder? So ist es. Wobei ich finde, sie hat ja eine gewisse Logik, diese Entscheidung. Also ich kenne es auch nicht anders. Als ich früher noch zur Schule ging in Niedersachsen, war das immer so. Donnerstags begannen die Ferien, am Mittwoch hörten sie auf, fand ich immer auch ganz gut, weil natürlich zwei halbe Wochen irgendwie weniger bringen als eine ganze Woche, aber das ist ja im Interesse der Schüler.

Aber so übergreifend, dass man irgendwie bei, so vielen Bundesländern versucht, die Ferienbeginne zu entzerren, damit nicht alle im selben Moment auf die Autobahn gehen, in die Züge oder zu den Flughäfen, finde ich durchaus plausibel. Und mich hat es nie gestört. Was macht man, wenn die Schulbehörde die Antwort nicht weiß?

Ich habe mal die KI gefragt, eine KI gefragt und die sagte, in Hamburg beginnt die Schule immer erst am Donnerstag, um den Schülern und den Lehrern einen sanften Übergang von den Ferien, in die Schule zu ermöglichen. Ich bin ja in Hamburg zur Schule gegangen. Ich kenne das auch. Man muss sagen, dieser Donnerstag und dieser Freitag war eigentlich noch Ferien.

Das war wie eine Fortsetzung. Es passierte nichts. Es ging immer erst am Montag richtig los. Und Achtung, kurzer Hinweis, im Jahr 2029, da beginnen die Ferien in Hamburg. Tatsächlich an einem Montag und sie enden an einem Freitag. Also da ändert sich das dann nochmal. Ich finde diese Lösung in Schleswig-Holstein, dass es gerade Wochen sind, ganz gut.

Das nur zur Einstimmung, denn wir wollen zu einem Thema kommen, das jetzt viele Eltern betrifft. Und Hamburg ist ja bekannt dafür, dass es relativ kleine Klassen gibt. Und es hieß immer, dass es ein Erfolgsgeheimnis ist. Nun passieren zwei Dinge gleichzeitig. Erstens, die Stadt hat angekündigt, dass man die sogenannte Basisgröße der Klassen verändern wird.

Weißt du, was die Basisgröße ist? Letztlich ist es die Mindestgröße. Das heißt, die Klassen werden wohl größer werden. Im Schnitt sollen aber über die Höchstgröße von, glaube ich, 28 nicht hinausgehen. Und man denkt, oh, was kann das bedeuten, was kann das bedeuten und dann kommt Thies Rabe, der legendäre Hamburger Schulsenator, der Hamburg von ganz unten in den Bildungsrankings nach ganz oben geführt hat, mit einem neuen Buch, das genau heute erscheint, Entschuldigung, das genau heute erscheint, das heißt Endlich mal anfangen und was ist eine der Kernthesen in diesem Buch, du ahnst es.

Die Größe der Klassen spielt quasi keine Rolle. Du hast es schon gelesen, oder? Ich habe es zum Teilen gelesen. Und es ist etwas, also das ist natürlich so ein Erkenntnis, wo du denkst, wie viel wird darüber geredet, in sozial schwachen Gegenden 18 Kinder, 19 Kinder, möglichst nur eine Grenze nicht überschreiten, möglichst bei 24 Kindern bleiben.

Und dann sagt er, ist völlig egal. Was spielt die entscheidende Rolle? Das ist witzig, dafür muss man gar nicht Pädagogik studieren. Was ist der entscheidende Punkt für den Lernerfolg von Kindern? Die Lehre. So ist es. Das ist aber auch wirklich, muss man sagen, also damit machen wir das Buch. Ich habe jetzt auch schon mal ein bisschen reingeguckt. Ich habe es leider erst gestern bekommen, insofern nur quer gelesen.

Interessant ist ja, dass er wirklich auch den Mut hat, sich da mit, ja, glaube ich, vielen seiner Parteifreunde, gerade die SPD hat sie ja nicht in Hamburg, aber in vielen anderen Bundesländern sich gerne an die Spitze aller Bildungsreformbewegungen gestellt. Und er bricht das jetzt runter, so zumindest wie ich das gelesen habe, und sagt eigentlich, wie vieles von dem, was wir an Diskussionen geführt haben, war völlig überflüssig.

Am Ende hängt es an zwei Dingen, am Unterricht und am Lehrer. Und das ist interessant, dass er auch nochmal betont, dass es gar nicht darum geht, das Schulwesen als solches zu reformieren und zählt dann ganz, ganz viele Dinge auf, wo er sagt, das ist alles völliger Quatsch. Entscheidend ist, und da war ich erstaunt, dass man wirklich mit den Lehrern arbeitet und da hätte ich gedacht, das ist sowas, dass Lehrer A sich mal anguckt, wie unterrichtet Lehrer B eigentlich?

Und sich mal in das Unterricht setzt, so wie wir das machen, dass man mal andere Zeitungen besucht, dass man mit anderen Journalisten spricht, dass man auf Kongresse geht und so weiter, dass das Standard sei, das ist es offensichtlich gar nicht. Genau wie die Frage natürlich der Bewertung von Schülern.

Dass Schüler Lehrer bewerten und sagen, wie ist der Unterricht? Sowas gibt es eigentlich gar nicht. Und sowas, sagt er, müsste aber viel stärker in den Mittelpunkt gerückt werden. Und dann, das fand ich auch interessant, bin auch nicht ganz durch, aber an einer Stelle, wo er sagt, wenn wir in den Grundschulen einfach nur zwei Unterrichtsstunden pro Woche mehr hätten.

Würden wir wahrscheinlich alle unsere Probleme lösen und kommen dann, da sind wir bei den Ferien, hat mal ausgerechnet, dass die Kinder, wenn man alles abzieht, eigentlich nur jeden zweiten Tag zur Schule gehen. Genau. Und dann ist der sanfte Start, von dem du eben sprachst, laut KI natürlich eigentlich auch schon Bullshit.

Denn was kritisiert er ja auch? So viele Projektwoche, so viele Projekttage. Also wir müssen, glaube ich, in den Schulen einfach wieder anfangen, ganz normal versuchen, Wissen zu vermitteln. Und den ganzen Eifer, den manche Lehrer haben, das sehe ich ja auch gerade, dann habe ich ja drei Kinder hier im Hamburger Schulsystem gehabt, beziehungsweise habe sie noch.

Wenn der Eifer mancher Lehrer, Schule umzubauen, auf den Unterricht transferiert werden könnte, dann wäre das Hamburger Abschneiden noch besser. Also ich glaube, wir schlagen uns noch viel zu viel mit Strukturdebatten, mit Experimenten, mit neuen Versuchen rum und haben zu wenig im Blick, wie wir am Ende es schaffen, dass Kinder lesen, schreiben, rechnen, lernen.

Das ist quasi die Basis von allem. Wo er sagt, jedes fünfte Kind kann genau das nicht richtig aus. Und dann hilft auch nicht. Dann wird er keinen Schulabschluss bekommen, was man natürlich auch als Bildungssenator nicht haben möchte. Denn das ist ja immer die Quote des Scheiterns. Und deshalb werden auch viele, durchgewinkt, die eigentlich nicht die nötigen Qualitäten mitbringen.

Also interessantes Thema. Kleiner Hinweis in eigener Sache. Ich spreche im Podcast-Entscheider-Treffen Haider am 27. August, also es ist übernächste Woche mit Thies Rabe im Schmidchen auf dem Kiez, nicht nur über sein Buch, sondern auch natürlich über die Frage. Wie man die Bildung in Deutschland auf einen europäischen Stand bringen kann und nicht sogar auf Weltniveau bringen kann.

Das ist am 27. August um... Es ist ein Dienstag, ne? Nein, es ist kein Dienstag, das ist Quatsch. Da geht es schon los. Du erzählst Quatsch. Es ist ein Donnerstag. Ein Donnerstag. Was mit dir? Um 19 Uhr. Das zum Thema Schule. Du könntest nochmal erzählen, dass du ja Thies Rabe noch aus ganz anderen Zeiten kennst, oder?

So ist es. Ich war mal, habe mal beim Elbe-Wochenblatt gearbeitet. Und da war Thies Rabe damals der Redaktionsleiter und kam eines Tages, Machte er die Redakteure zum Redaktionsraum auf und rief rein, wer ist Lars Haider? Ich war da freier Mitarbeiter und ich meldete mich natürlich ein bisschen eingeschüchtert.

Dann kam er zu mir hin, stellte sich vor meinen Tisch. Er steckte so die Hände in die Hüfte und sagte, wir müssen mal reden, sie verdienen zu viel. Ja, dann haben wir geredet. Da könnte ich jetzt viel zu erzählen, das tue ich aber nicht, das mache ich, wenn er dabei ist, weil wir sind dann essen gegangen und das war ganz lustig.

Und Thema Nummer zwei, da bist du auch, kennst du dich tiefer aus als ich. Ich hätte auch gedacht, die ganze Cum-Ex-Affäre sei eigentlich erledigt. Man hörte nichts mehr. Olaf Scholz ist schon lange nicht mehr Kanzler. Der Cum-Ex-Ausschuss, ich weiß gar nicht, gibt es den noch? Er tagt auf jeden Fall nicht mehr.

Und plötzlich kommt heute an diesem Freitag die Nachricht, dass der Fall nochmal von einem Gericht in Nordrhein-Westfalen aufgenommen wird. Willst du da weitererzählen oder ich weitererzählen, was da jetzt heute passiert ist? Ich kann ein bisschen was erzählen. Also man muss ja sagen, der Untersuchungsausschuss ist ja beendet und man hatte wirklich das Gefühl, dieses Thema ist politisch durch.

Der Bürgermeister hätte sich das wahrscheinlich auch gewünscht. Der Bundeskanzler Olaf Scholz, ade, der hat diese Affäre auch überstanden. Und jetzt kommt halt wieder eine neue Volte rein. Jetzt geht es nochmal um die Hamburger Finanzbeamtin Daniela P., die jetzt in NRW, also vor dem Gericht in Bonn quasi.

Da wird Anklage rum vor dem Bonner Landgericht. Es ist glaube, ich jetzt der Kölner, sie war vor dem Landgericht in Bonn, war sie, und die haben gesagt, der Klage geben wir nicht statt und es ist ans Oberlandesgericht nach Köln gegangen und die haben jetzt gesagt, doch, die Klage lassen wir zu. Aber in Bonn. Bei der großen Strafkammer des Landkreuz Bonn beginnt es dann.

Und dann wird es halt nochmal spannend, weil dann wieder die Mutter aller Fragen, vermutlich vor diesem Gericht auch diskutiert und natürlich auch versucht wird zu klären. Hat sie quasi alleine entschieden, als sie damals die 90 Millionen, darum ging es ja bei der Warburg Bank, als Steuergeld nicht zurückgefordert hat?

Oder hat sie es getan, weil, und das wird ja immer insinuiert, von oben vom Bürgermeister, der damals den Chef der MM Warburg Bank war, schicken sie einen Brief. An die Finanzbehörde. Also ist von oben Druck ausgeübt worden, den sie als Finanzbeamtin so verstanden hat, dass sie auf das Geld verzichtet hat. Das ist ja die Frage aller Fragen.

Und wenn sie dann, sage ich mal, unter Eid sagt, ja, ich habe... Mich so unter Druck gesetzt gefühlt, dann kommt da, glaube ich, nochmal ein bisschen Dynamik rein. Auf der anderen Seite ist natürlich Daniela P. mehrfach vernommen worden, zum Beispiel in dem Untersuchungsausschuss, von dem du eben gesprochen hast und da hat sie diese Vorhaltung ja auch zurückgewiesen.

Aber am Ende geht es natürlich vor diesem Landgericht Bonn auch um ihre Zukunft und ja, das könnte nochmal interessant werden. Da muss man nochmal erklären, MM Warburg. Nicht im Mittelpunkt dieser Cum-Ex-Affäre, es gab Banken, die deutlich mehr Geld da irgendwie zur Seite geschafft haben, aber an denen wurde so ein bisschen, ein Exempel statuiert, will ich nicht sagen, aber es wurde schon sehr genau verfolgt.

Die sollten 90 Millionen Euro nachzahlen an Steuern an die Freie und Hansestadt Hamburg. Und der Vorwurf der Staatsanwaltschaft ist, dass sich Daniela P., die Finanzbeamtin, diese eine Finanzbeamtin sozusagen schützend vor Warburg geworfen hat und gesagt hat, nee, sollen die nicht zurückzahlen. Dazu kommen die Geschichten des damaligen Warburg-Gesellschafters Oliarius, der, in seinem Tagebuch, das wissen vielleicht viele noch, in seinem Tagebuch vermerkt hatte, dass er bei Olaf Scholz war und ihm die schwierige Lage der Warburg-Bank erklärt hat und gesagt hat, wir können das nicht und dann sind wir pleite, sind sie bis heute nicht.

So, Punkt. Und das schien eigentlich alles abgeräumt. Und gibt es jetzt Befürchtungen, in den Behörden beim Senat, dass Daniela P. Jetzt in diesem Prozess, der wirklich beginnt, wo sie dann im Zweifel unter Eid aussagen muss, wobei wir haben gelernt, auch im Untersuchungsausschuss waren das Aussagen unter Eid, dass sie dann was anderes sagt?

Zumindest kenne ich Leute, die so ein bisschen sagen, das könnte nochmal interessant werden. Ja, auch vor dem Untersuchungsausschuss wird man ja vereidet, aber ich glaube, das ist nochmal eine andere Dimension, als wenn man dann selber vor Gericht steht. Da geht es natürlich auch um die persönliche Zukunft.

Und da wird man quasi von einer Nebenfigur im Untersuchungsausschuss zur Hauptfigur und auch selber am Ende natürlich die Person, die mit jeder Aussage. Über ihre eigene Zukunft entscheidet. Da will ich nicht die Hand ins Feuer legen, dass alles genau so gesagt werden wird wie vor dem Untersuchungsausschuss. Aber wir wissen es nicht.

Das muss jetzt das Gericht klären und es gilt, das darf man ja auch nie vergessen, die Unschuldsvermutung. Interessant ist, wenn man sich jetzt mal so unabhängig von allem mit gesundem Menschenverstand durchdenkt und denkt, es geht um eine Steuernachzahlung von 90 Millionen Euro. Und da ist dann eine Beamtin.

Die das allein entscheiden kann? Entschuldigung, das glaube ich nicht in dieser Größe. Also wir nehmen es mal bei uns. Es gibt eine große Geschichte und wirklich heikle Geschichte und ein Reporter hat diese Geschichte. Nehmen wir mal ein Beispiel. Wir hatten mal die Geschichte, ein Reporter hatte die Geschichte, dass die damals amtierenden Spiegel-Chefredakteure kurz vor dem Rausschmiss standen. Ja, das wusste kein Mensch.

Teilweise die beiden Spiegel-Chefredakteure selbst nicht. Es ging damals um Matthias Möller-Blumkron und Georg Maskolo. So, und natürlich kam er dann zu uns beiden und hat uns die Geschichte erzählt und wir haben nochmal genau darüber gesprochen, wie wir dann umgehen sollen. Wir haben nochmal nachrecherchiert und so weiter und so weiter, haben die Geschichte, die Stimmte auch gemacht. Aber im Verhältnis zu den 90 Millionen ist das ja eigentlich ein kleiner Fall.

Ist es vorstellbar, dass das eine einzelne Beamtin allein entscheidet und das nicht zumindest in Richtung Finanzbehörde, in Richtung. Finanzsenator, vielleicht ob es zu ihm kommt, aber Abteilungsleiter, wer auch immer dazu kommt, ist das vorstellbar? Nun bin ich kein Finanzbeamter, aber so wie du die Geschichte erzählst, kann man natürlich bei diesen Summen, um die es ging und bei der wirklich komplexen Nachrichtenlage, also da dürfen wir jetzt auch nicht den Fehler machen, dass wir mit dem Wissen, was zehn Jahre später wir alle haben, diese Vorgänge aus dem Jahr 2016, also anders bewerten.

Damals war noch nicht endgültig klar, wie man diese Cum-Ex-Geschäfte auch bewertet juristisch. Damals gab es Unsicherheiten, auch gewisse Risiken. Aber ich vermute auch, eine so schwerwiegende Entscheidung, die wird man nicht allein im stillen Kämmerlein mit sich alleine ausmachen. Da wird man schon gucken, dass man sich zumindest ein wenig rückversichert.

Aber das wird hoffentlich auch alles vor dem Landgericht in Bonn ans Tageslicht kommen. Und es kann aus meiner Sicht dann vor allem dem heutigen Hamburger Bürgermeister, wenn überhaupt gefährlich werden, der damals Finanzsenator war. Ich glaube nach wie vor Olaf Scholz, der ja immer gesagt hat, er kann sich an das und dies nicht erinnern, aber er hat ja auch gesagt, und das glaube ich, er hätte keine Anweisung gegeben.

Und das glaube ich, weil er jemand ist, der nicht lügt. Also es ist auf jeden Fall, er ist Jurist, er ist natürlich clever genug zu wissen, welche Strategie am besten ist. Sich nicht zu erinnern ist immer die beste Strategie, weil dann kann man sich ja auch nicht in Widersprüche verwickeln. Und wer das Erinnerungsvermögen von Olaf Scholz kennt, hat damals schon wahrscheinlich innerlich ein bisschen geschmunzelt.

Ich glaube auch, man muss auch ein bisschen schauen, dass man jetzt nicht zu viele Räuberpistolen erzählt. In diesem Cum-Ex-Verfahren, ich habe es eben schon gesagt, lange Zeit war nicht mal klar, wohin die Reise geht. Und am Ende ist das natürlich für Politik auch eine klassische Zwickmühle. Du hast eine große, wichtige Bank, die, so zumindest hat es ja wohl Herr Olearius gesagt, durch diese Steuernachzahlung dem Rücken zur Wand steht, da willst du politisch auch nicht verantwortlich sein in einer Frage, die nicht endgültig entschieden ist, dieser Bank das Licht auszuknipsen.

Also egal, wie du es entscheidest, wenn du es entscheidest, hast du ein Problem. Und ich finde, da muss man auch ein bisschen Gnade vor der politischen Entscheidung haben und nicht mit dieser moralischen Brachialgewalt schreien, sieh her, das sind irgendwie Unterstützer eines Steuerräubers. Das ist mir einfach alles zu klein und zu billig.

Das ist eine diffizile Entscheidung gewesen, in die viele wahrscheinlich involviert waren. Ich glaube auch, so wie du es sagst, man muss gar nicht von oben irgendwie das Schreiben verschicken. Ich möchte, dass die Steuer nicht zurückgefordert wird. Da reicht mitunter schon, glaube ich, für die untergebenen Stellen der Hinweis, dass die oberen Stellen involviert sind.

Ja, oder auch so, das kennen wir ja auch, wenn dann bei uns Reporter kommen mit so heiklen Geschichten und dann eine Einschätzung haben wollen, wo man dann, um es nicht gleich so hart zu sagen, sagen, also ich würde an deiner Stelle das und das und das machen. Nochmal recherchieren, nochmal nach. Das heißt dann ja aber auch, deshalb wäre das interessant, ich würde, wenn ein Chefredakteur zu einem Reporter, ich würde an deiner Stelle, heißt das eigentlich, mach es mal lieber.

Und wir verfolgen das, es ist interessant, Es kam für mich völlig überraschend. Nicht überraschend, unser drittes Thema, die Sternenbrücke. Etwas, wo sich sozusagen mein Interesse an der Sternenbrücke, es ist vielleicht auch auch. Falsch, war so etwas so groß wie das Interesse an diesem Wal. Also ich habe so diese ganze Aufregung nicht verstanden, bis ich jetzt gesehen habe, wie die im Stadtbild aussieht.

Und da bin ich gespannt, was du sagst. Und interessant ist, was Agnes Tjag sagt, der Verkehrssenator, der sich jetzt erstmals über das Abendblatt zu der Sternenbrücke geäußert hat, der sagt irgendwie, er sieht in der Sternenbrücke ein Wahrzeichenpotenzial. Entschuldigung, das sehe ich gar nicht. Und dann kommt aber hinzu, er findet sie nicht zu groß. Er sagt, er findet die Sternenbrücke nicht zu groß.

Aber vielleicht sollte man drumherum künftig großer und höher bauen. Weil dann sieht die Sternenbrücke natürlich kleiner aus. Und das ist doch so lustig. Eigentlich ist das doch eine klare Aussage des Verkehrssonators, der sagt, weißt du was? Das Ding ist ganz schöner Klotz geworden. Das ist ganz schön groß geworden. Er kann nichts dafür.

Beschlossen wurde, dass da war er, glaube ich. Er kann schon ein bisschen was dafür. Er hat es ja damals dann auch mit entschieden. Es wurde ja auch mal geprüft, aber er hat ja die Argumente auch auf seiner Seite, weil hätte man halt die Brücke kleiner gebaut, hätte man Stützen gebraucht. Und hätte man diese Stützen gebaut, hätte man wahrscheinlich eine Verzögerung, das hieß damals vier Jahre, fünf Jahre gehabt, weil darunter Siele sind, die man hätte abstützen müssen, hätte man neu bauen müssen, die die Straße über Monate, Jahre aufreißen müssen.

Das war dann auch ein bisschen den Gegebenheiten geschuldet, aber da muss man nicht groß drum herum reden, also da muss man einen echten Knick in der Optik haben, um zu der Meinung zu kommen, dass diese Brücke vom Maßstab her passt. Und die Idee dann drumherum größer zu bauen, macht das auch nicht besser, ne?

Nein, das erinnert mich so ein bisschen daran, ich hatte ja früher eine Modelleisenbahn. Als ich anfing, gab es zwei Maßstäbe. Es gab H0 und N. N war noch kleiner, ist inzwischen, glaube ich, fast weg, hatte den Maßstab von 1 zu 160. Und H0 hatte 1 zu 87. Und als man anfing, hat man mitunter auch die falschen Sachen geschenkt bekommen.

Da hatte man also zwei verschiedene Maßstäbe auf seiner Modelleisenbahn. Und das erinnert mich ein bisschen daran, dass man eine Brücke gekauft hat, die einfach eine ganz andere Größe, einen ganz anderen Maßstab hat. Und das hat mich als Kind relativ schnell total genervt, dass die Dinge nicht zusammenpassten.

Und dann flog alles das, was nicht maßstabsgetreu war von meiner Modelleisenbahn. Hamburg hat jetzt einen anderen Weg gewählt, aber auf die Idee zu kommen, da jetzt Hochhäuser hinzubauen, damit es nicht ganz so bescheuert aussieht, Das ist nun wirklich eine Flucht nach vorn, die schon fast Satire gleicht.

Und das mit dem Wahrzeichen hat aber jetzt der frühere, da erinnern sich wirklich nur, relativ ältere Kolleginnen und Kollegen, Leserinnen, Leser, Hörer und Hörerinnen, der frühere Bürgermeisterkandidat Matthias Petersen aufgegriffen, auch im Gespräch mit dem Abendblatt, der nämlich sagte, es ist ein Wahrzeichen, nämlich ein Wahrzeichen für die Missachtung von Bürgern.

Das muss man sagen, hat an jetzt der Verkehrsland aber auch eingeräumt, dass man, wenn man das nochmal machen würde, die betroffenen Bürger ein bisschen besser einbeziehen würde. Das würde ich auch sagen. Er hat sie ein bisschen geerbt, das stimmt. Die Bahn wollte sie immer so groß bauen, aber die Politik hatte auch uns seine Vorgänger gesagt, wir wollen keine Stützen auf der Straße haben.

Ist auch ein Sicherheitsrisiko, wenn da ein LKW gegenfährt, das haben wir jetzt ja häufig genug gesehen. Dann fällt dieser Teil, der auch nicht ganz unwichtig ist als Teil der Verbindungsbahn, unter Umständen über Monate oder Jahre aus. Insofern muss man schon sagen, es ist realpolitisch nachvollziehbar, ästhetisch nicht.

Punkt. Thema Nummer 4. Da kommen wir jetzt so ein bisschen zu so einer Mischung aus Landes- und Bundespolitik. Zwei Dinge, die ich interessant fand in den vergangenen Wochen. Einerseits die Kritik, die aus der Hamburger CDU an Bundeskanzler Friedrich Merz kam, der ja, wir erinnern uns, eine Kabinettsumbildung gemacht hat, die jetzt vielleicht nicht ganz rund gelaufen ist.

Und dann kam interessanterweise auch aus der Hamburger CDU Kritik, obwohl die ja von dieser Kabinettsumbindung profitiert haben, weil die Hamburgerin Franziska Hoppermann seitdem Generalsekretärin der CDU ist für Carsten Linnemann, der jetzt etwas macht, von dem er noch vor eineinhalb Jahren gesagt hat, ich kann das nicht, nämlich Bundesgesundheitssenator ist.

Und trotzdem hat die CDU mit Kritik an Friedrich Merz nicht gespart und du hast neulich nochmal Dennis Thering getroffen, den CDU-Landesvorsitzenden und da ging es eigentlich schon so weiter. Sind die jetzt undankbar? Der Merz macht eine von ihnen zur Generalsekretärin, der hat den Christoph Plotz zum Maritim-Koordinator der Bundesregierung gemacht.

Also Hamburger CDU ist gut vertreten. Extrem gut, ja. Was ist da los? Ja, was ist da los? Das ist natürlich erstmal die nackte Angst. Guck auf die Umfragezahlen. Das ist am Ende die Währung, die Politik umtreibt und die sind verheerend. Da liegt die CDU noch bei knapp oder bei gut 20 Prozent weit inzwischen hinter der AfD und das macht alle nervös.

Und wenn man dann im Off, wir haben es ja als größere Geschichte auch mit den Menschen, mit den Politikern der CDU gesprochen, dann merkt man auch, dass diese Unzufriedenheit über Friedrich Merz sehr, sehr weit verbreitet ist. Das ist nicht nur stilistisch, was man kritisiert, das ist seine Kommunikation.

Das sind aber auch Enttäuschungen, da natürlich Friedrich Merz für viele Christdemokraten die Projektionsfläche all ihrer Wünsche war. Endlich sollte alles anders werden. Es gibt auch diesen Satz von ihm, links ist vorbei, am Samstag vor der Wahl ausgerufen. Und natürlich merken heute viele Christdemokraten, manches ist vorbei, links aber lange nicht.

Und so wie man damals alle Wünsche und Hoffnungen auf ihn projiziert hat, ist er jetzt, sage ich mal, der Watschenmann, der alleine für die 20 oder 21 Prozent in den Umfragen verantwortlich, alleine für die. Nur langsam tröpfelnden Reformen, der für diese ganze Unzufriedenheit im Land, wie kein anderer steht.

Da muss ich ganz ehrlich sagen, und das habe ich ja auch in der letzten Woche kommentiert, das geht mir jetzt auch ein bisschen weit. Also ihm werden Vorhaltungen gemacht, dass eben der Staatssekretär hat rumgeheult, der entlassen wurde, dass er nicht von Friedrich Merz quasi informiert worden ist. Ja, das ist auch nicht seine Aufgabe.

Friedrich Merz ist nicht für die Staatssekretäre zuständig, es ist der Minister. Also man macht ihm jetzt zwischen Vorhaltungen, wo man auch die Frage stellen muss, hey, das ist gar nicht seine Baustelle. Und ich finde immer... Guckt euch die Ergebnisse der Politik an. Wir haben jetzt durch, äußere Einflüsse, aber auch durch eine, man muss es so hart sagen, verheerende Politik der Kanzler Scholz und Merkel eine schwierige Situation im Land.

Und die Große Koalition unter Friedrich Merz hat zumindest mal Reformen eingeleitet, die in die richtige Richtung gehen. Also ich würde mir eigentlich diesen ganzen Zwergenaufstand aus der Hamburger CDU, aber auch der SPD hätte ich mir vor zehn Jahren gewünscht. Denn damals hätte man auch was verändern können. Jetzt müssen wir, muss man will nicht sagen, irgendwie die Trümmer aufräumen, die diese Politik hinterlassen hat.

Zwergenaufstand ist natürlich ein gemeines Wort, jetzt wenn ich überleite zu der Kritik von Peter Tschentscher. Der war einer der Ministerpräsidenten, der sich sehr lange zurückgehalten hat mit Äußerungen zur Bundespolitik und hat dann aber mitten, in den Sommerferien, also als eigentlich alle Sommerferien hatten, ist er gekommen und hat so sinngemäß gesagt, also nicht nur sinngemäß, also aufpassen, die Kommunen stehen vor dem Kollaps und damit meint er auch, die Kommunen wie die Freie und Hansestadt Hamburg und diese, neokonservative Politik mit Neoliberale, konservative Politik mit Steuersenkung, das hat noch nie was gebracht, das bringt nach wie vor nichts und.

Da müsste die Bundesregierung komplett umdenken. Interessant fand ich da an der Stelle, dass er dieses alte SPD-Narrativ bedient. Also es gibt anders als wir das immer denken, nicht darum, jetzt mal auf die Ausgaben zu gucken, sondern es geht immer um die Einnahmen noch weiter zu erhöhen. Wobei ich ja da bei Wolfgang Kubicki und der FDP binde und bei vielen CDU-Leuten, die sagen, wir haben kein Einnahmenproblem, denn die Einnahmen steigen und steigen und steigen des Staates.

Wir haben ein Ausgabenproblem. Wir haben dazu auch in den Ferien berichtet, das hat mich wirklich, konnte ich gar nicht glauben, dass das Land Schleswig-Holstein seit dem Jahr 2000 5000 neue Stellen geschaffen hat. Also man müsste sich das mal ausrechnen für so eine Redaktion. Ich habe es mal ausgerechnet, wenn man so die Gesamtentwicklung nimmt in der Redaktion so ab dem Jahr 2000 und mit staatlichen Stellen vergleicht, dann hätten wir heute in der Redaktion nicht 160 Redakteure, sondern fast 1000.

Ja, wir könnten sie aber nicht bezahlen. Und das spielt ja offensichtlich beim Staat keine... Was reitet Peter Tschentscher da, wirklich ganz nach links zu greifen? Naja, ich würde sagen, es war nicht nur ganz links. Er hat eigentlich alle auf dieser Klaviatur, er ist ja auch Pianist, bespielt. Er hat ja zum Beispiel, das fand ich auch ganz interessant, was er nicht gefordert hat.

Fast alle Ministerpräsidenten machen sich ja inzwischen stark zum Thema Rente mit 63 oder 45 Beitragsjahren, dass sie bleiben muss. Was natürlich, muss man sagen, so ziemlich der größte Blödsinn ist, den ich in diesem Sommer gehört habe. Denn das ist ja zweierlei. Erstmal ist das ein Mittel gewesen, auf das wir immer hätten verzichten müssen, weil es Riesenkosten verursacht, den Fachkräftemangel verschärft und jetzt noch schlimmer, das Rentenpaket schreddert.

Das hat er nicht gefordert. Er hat, als er von den Kollegen der dpa gefragt wurde, sich zum Thema Steuerpolitik geäußert. Da sind einige richtige Punkte ja durchaus drin. Also Digitalsteuer, finde ich, das zeigen ja auch die Erfahrungen aus Frankreich oder Österreich. Das funktioniert schon. Und der Hinweis auf die Kommunen, die kein Geld mehr haben, auch das ist richtig.

Aber du hast völlig recht, dass er dann natürlich auch die eigene Klientel bedient und wieder das Lied von der ja garstigen neoliberal-konservativen Steuerpolitik singt. Da habe ich auch gedacht, Menschenskinder, das ist aber ein ganz alter Hit. Irgendwie so 1976 Starmokap. Also das muss man eigentlich nicht unbedingt nochmal singen, denn unsere Unternehmen, und das ist ja eines der Probleme, warum die Steuereinnahmen dann auch tröpfeln, haben ein massives Problem.

Und zwar auch ein massives Wettbewerbsproblem. Und deshalb ist die Senkung der Körperschaftsteuer schon eine Idee. Den Unternehmen wieder mehr Bewegungsraum und mehr Raum für Investitionen zu geben. Also ich fand die Äußerung so ein bisschen eine Mischung aus interessanten Gedanken und ein bisschen plumpen Wahlkampf.

Und das alles kurz bevor die Wahl in Sachsen-Anhalt kommt, die ja nochmal einiges ändern wird. Darüber sprechen wir sicher auch aus Hamburger Sicht in den nächsten Wochen nochmal. Wir müssen aber jetzt schon zum letzten Thema kommen, der Blockprozess. Da fragen sich viele, Blockprozess, war denn diese Woche Blockprozess?

Ja, war, aber Achtung, er war unter Ausschluss der Öffentlichkeit und die Wahrscheinlichkeit, dass er in den nächsten Wochen weiter unter Ausschluss der Öffentlichkeit bleibt, die ist groß. Wir sprechen gleich warum. Warum war diese Woche unter Ausschluss der Öffentlichkeit? Weil eine Kinder- und Jugendpsychiaterin, nämlich Mareike Schüler-Spring-Gorum, zu Wort kam, die sich damit beschäftigt hat, welche Folgen die Entführung der Blockkinder, die damals 10 und 13 waren, auf diese Kinder hatte.

Und sie sagte, ich zitiere mal, die Gerichtssprecherin, die Sachverständige kam zu dem Ergebnis, dass die Kinder durch das Erleben ihrer eigenen Entführung, das Erleben der Entführung, das Erleben der Entführung ihres Geschwisterkindes und das Erleben des Angriffs auf den Vater mit unklarem Ausgang in der Silvesternacht 2023-2024 einer massiven Traumatisierung ausgesetzt seien, deren Folgen bis heute andauert.

Etwas, was mich jetzt nicht überrascht, oder? An der Stelle. Also es ist nicht überraschend. Und man fragt sich, warum kommt das jetzt so spät? Also nicht, warum ist es nicht gleich am Anfang? Welche Auswirkungen hat das noch? Ja, was hat das jetzt noch für Auswirkungen? Das ist für die Kinder mit Sicherheit keine schöne Szene, weil im Gegenteil, eine, die sie ihr Leben lang nicht vergessen werden, weil sie ja nicht wissen konnten, dass die Mutter da steckt.

Das ist doch relativ eindeutig. Gut, aber da hat der Prozess, muss man sagen, ja auch noch seinen Beitrag geleistet. Also natürlich ist das für die Kinder schlimm und sicher auch traumatisierend gewesen, also nicht zu wissen, was da passiert. Der Vater wird niedergeschlagen, man selber wird ja wirklich richtiggehend entführt.

Aber ob dann ein Prozess der, wie viele Prozesttage, du hast doch immer die Zahlen parat. Ich bin jetzt auch natürlich die Fähren, aber wir sind wahrscheinlich über 70 im Moment, ja. Genau, also dass man da mit den Kindern auch keinen Gefallen tut, ist glaube ich eine Binse. Es hat am Ende wahrscheinlich auch Einfluss auf die Urteilsfindung, denn wenn man jetzt nochmal, wir sind ja auf der Zielgerade, nochmal deutlich macht, wie sehr die Kinder gelitten haben, dann würde ich sagen, erhöht das nicht die Wahrscheinlichkeit, dass die Angeklagte frei aus diesem Gerichtssaal geht.

Was ich aber gut finde, was aus meiner Sicht hätte viel früher kommen müssen, auch wenn das einem vielleicht da draußen Menschen nicht abnimmt, wenn man Journalist ist, dass jetzt in den nächsten Wochen wahrscheinlich große Teile des Prozesses und der Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden werden. Warum?

Weil in den Plädoyers, in all dem, was jetzt zum Ende des Prozesses kommt, es ja sein kann, dass dort auf Dinge eingegangen wird, die vorher unter Ausschluss der Öffentlichkeit besprochen wurden und dann ja an die Öffentlichkeit gelangen würden. Deshalb werden wir wahrscheinlich jetzt vor allen Dingen vor diesem Prozess, dann das Urteil noch mitbekommen. Wenn es so bleibt, wie es ist, wir erinnern uns, die Richterin hat ja gesagt, Ende August ist ein realistisches Datum.

Mal gucken, ob es wirklich so kommt. Ja, lieber Matthias, wir können natürlich jetzt nicht mit so einer unerfreulichen Nachricht rausgehen. Ich würde dann noch ein zweites Mal etwas Erfreuliches sagen. Und es hat auch ein bisschen mit dem Hamburger Abendblatt zu tun und natürlich mit meinem Lieblingsthema, du ahnst es, mit den Hamburger Goldkirchen.

Denn bevor dieser Podcast begann, habe ich eine lustige Nachricht bekommen. Folgendes, die Goldkirchen spielen ja am 26. September im Volksparkstadion. Da gibt es noch, falls du keine Karten haben solltest, noch genau 180 Stehplätze. Die restlichen kann ich nicht ausrechnen, die dann zu 52.000 fehlen, sind verkauft.

Und heute haben die Goldkirchen die Karten für die Aftershow-Party verkauft. Ich glaube, es sind dreieinhalbtausend Karten, also eine relativ große Aftershow-Party. Wie lange hat es... Nee, direkt daneben in der großen Halle, also in der Nähe in der großen Halle. Was glaubst du, wie lange hat es gedauert, die Karten zu verkaufen?

20 Minuten. 80 Sekunden. Das ist doch eine schöne Sache. Und für alle, die für das Volkspartei keine Karten gekriegt haben, für diese Party keine Karten bekommen haben. Es gibt noch auch ganz wenig Karten für den 25. August im Thalia-Theater. 18 Uhr und 21 Uhr. Da ist die Buchvorstellung. Die Vorstellung des Buches Die Hamburger Goldkirchen. Da machen wir auf unserem Kanal auch ein bisschen Werbung.

Ja, ich gebe es zu. Es liegt vielleicht auch daran, dass ich das Buch geschrieben habe, dass die Werbung in diesem Kanal ist. Ich kann es aber nur empfehlen, Matthias. Anni, du kannst nicht. Du hast irgendwie... Ich bin im Kloster. Du gehst wieder ins Kloster. Ich gehe wieder ins Kloster. Eine Woche bin ich weg, tauche ab.

Und verpasse jetzt dann gleich zwei Veranstaltungen, nämlich den Thies Rabe und die Goldkehlchen. Das ist so ein Trend, aber ich habe auf einem meiner Lieblings-Podcasts einen Machtwechsel mit Robin Alexander und Dagmar Rosenfeld. Die machen auch eine kurze Pause, weil auch Robin Alexander ins Kloster geht, um mal nichts zu sagen. Seid ihr im selben Kloster?

Das wäre es noch nie. Ihr dürft ja miteinander reden. Wir hören uns auf jeden Fall aber nächste Woche, richtig, hören wir uns ja nochmal wieder. Und wir ziehen jetzt auch, dieser Podcast gibt es jetzt auch bis Weihnachten mit einer ganz kurzen Herbstferienunterbrechung, gibt es den jede Woche. Vielen Dank fürs Zuhören, bis nächste Woche. Tschüss. Tschüss.

Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie in unserer Abendblatt-Podcast-App und auf abendblatt.de slash podcast.

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