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040 Streng vertraulich: Die Lage in Hamburg· Folge 87

"Ein Skandal": Hamburg bringt Flüchtlinge im nagelneuen Design-Hotel unter

Freitag, 11. September 2026 · 39 min

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Shownotes

Im Hamburger Abendblatt-Podcast „040 streng vertraulich“ analysieren Lars Haider und Matthias Iken die brisantesten Themen der Woche aus der Hansestadt. Im Mittelpunkt steht der emotionale Abschied von Unternehmer Klaus-Michael Kühne im Hamburger Michel samt den Entwicklungen rund um seine HSV-Anteile und die geplante Oper.

Für Aufsehen sorgen zudem die Aussagen von Bürgermeister Peter Tschentscher, der offen am Weiterbau des Elbtowers zweifelt. Ein weiteres Reizthema: Die umstrittene Unterbringung von Geflüchteten in einem neu eröffneten Designhotel im Harburger Binnenhafen trotz Sparversprechen der Stadt.

Schließlich blicken die Journalisten auf die politischen Nachwirkungen der Wahl in Sachsen-Anhalt und deren Bedeutung für den Norden.

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Hinweis: Die Inhalte dieses Podcasts wurden von unserer Redaktion sorgfältig recherchiert und verfasst. Stimme und Teaser wurden mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) generiert.

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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

040. Streng vertraulich. Die Lage in Hamburg. Herzlich willkommen. Mein Name ist Lars Heider und ich bin wie immer am Freitag, verbunden mit meinem Lieblingskollegen, dem Mann, der sich in Hamburg so gut auskennt wie kein anderer. Lieber Matthias, wie geht es dir? Moin, mir geht's gut. Ich hatte gestern wieder einen Zug durch die Gemeinde und war im schönen Nettelnburg.

Und du hast gestern, und da kommen wir auch gleich zu, du hattest gestern eine Einladung, war das gestern, also am Donnerstag? Am Donnerstag, ja. Zu der Trauerfeier von Klaus-Michael Kühne, aber erstmal wie immer kurz und kompakt, worüber sprechen wir heute. Thema Nummer eins, die Trauerfeier für Klaus-Michael Kühne im Hamburger Michel.

Ein, zwei Sachen fand ich da überraschend. Du warst dabei, du kannst davon berichten. Thema Nummer zwei, das passt dazu, die Kühne Holding hat nicht mehr mehr als 10% der Anteile im HSV, die hat Teile, der Anteile im HSV verkauft an jemanden, der auf einmal in Hamburg wieder eine Rolle spielt, obwohl man dachte, eigentlich ist der jetzt sozusagen im Ruhestand.

Thema Nummer zwei. Thema Nummer drei, der Elbtauer. Da wird es heute richtig spannend, denn wir haben ein Interview geführt mit dem Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher und was der da gesagt hat über das Thema Elbtauer, hat mir so ein bisschen, wie sagt man, die Socken ausgezogen. Thema Nummer drei, unbedingt dranbleiben. Thema Nummer vier, Flüchtlinge.

Die sollen in Hamburg eigentlich nicht mehr in Hotels untergebracht werden. Außer offensichtlich, wenn diese Hotels im Hamburger Süden in dem Stadtteil liegen, der sich von Hamburg nur durch einen Buchstaben unterscheidet, nämlich Harburg. Und ich glaube, da sind wir einem ziemlichen Skandal auf der Spur.

Darüber reden wir auch. Und Thema Nummer fünf. Geht nicht anders in dieser Woche. Sachsen-Anhalt wirkt noch nach und wir fragen uns mal, kann das eigentlich, was in Sachsen-Anhalt passiert, ist auch im Norden, im hohen Norden passieren? Und meine These ist, wir denken nicht und wir könnten uns irren.

Das ist das Programm. Gestern am Donnerstag, Trauerfeier, Klaus-Michel und Kühne im Michel. Ich war überrascht, 150 Menschen, ich hätte gedacht, dass da wesentlich mehr hinkommen. Was war das für eine Gruppe von Menschen, die da eingeladen war? Naja, das waren Freunde, Wegbegleiter, man kann fast sagen, das Who is Who der deutschen Wirtschaftselite, die gestern in den Bänken beim Michel Platz nahm.

Und es war am Ende auch nicht öffentlich, weil man kam nur rein, wenn man quasi auf der Einladungsliste stand. Das war auch wohl ein Wunsch. Der Frau des Verstorbenen, die erstmal natürlich die ganz große Öffentlichkeit nicht unbedingt haben möchte, was man gut nachvollziehen kann. Deshalb finde ich auch die Beisetzung im kleinsten Kreisestadt.

Wer war denn alles da? Wer war da? Ja, es waren natürlich viele Hamburger da, die man kennt. Ich habe natürlich erstmal in die Senatsbank geguckt. Das finde ich ja immer noch so eine Skurrilität. In Michel gibt es ja, das wird jeder, der mal in Michel war, wissen. Eine Bank, die den Senatoren vorbehalten ist. Da saßen drei Senatoren.

Das fand ich jetzt gar nicht so rasend viel, muss ich sagen. Also einmal der Senatsprieses, der Bürgermeister, der auch gesprochen hat und eine, die ich finde, ganz gute Rede gehalten hat. Dann Katharina Fegebank als zweite Bürgermeisterin, die ja auch einen ganz guten Draht zu ihm hatte. Und natürlich Carsten Broster als Kultursenator, der sich ja auch ganz genau hingeguckt hat, wann immer das Wort Oper in diesem Gotteshaus gefallen ist.

Und dann waren, ja, man erkennt ja gar nicht alle so, also zum Beispiel, dass Günther Netzer da war, habe ich erst bei den Fotos gesehen, die über die deutsche Presseagentur liefen, der war da. Dann habe ich Carsten Spohr, den Chef der Lufthansa, gesehen, was nicht ganz verwundert, denn die Kühne Holding ist ja der größte Einzelaktionär.

Christian Sebing war auch da, das heißt der Chef der Deutschen Bank. Und den habe ich gesehen, dann war natürlich auch ... Vom HSV, wie war es vom HSV? Okay, vom HSV. Werden auch einige da gewesen sein. Ich habe ein bisschen doof gesessen, ich konnte also nicht meiner Neugier so richtig frönen. Insofern kann ich dir gar nicht genau sagen, ich will jetzt auch nichts Falsches sagen. Ich war natürlich auch jetzt nicht da, um irgendwie nur zu luschern, wer jetzt zu Trauerfall gekommen ist, sondern auch hier einfach Abschied nehmen von Klaus Michael Kühne.

Er ist ja einer gewesen, der wirklich nicht nur in Hamburg viel bewegt hat, er war ein beeindruckender Mann. Ich habe ihn, wie du weißt, oft getroffen und das war auch für mich natürlich jetzt erstmal ein persönliches Abschied nehmen. Absolut. Ich habe gesehen auf den Bildern, die Farben vor dem Sarg, der im Michel aufgebahrt war, das waren die HSV-Farben?

Das ist mir natürlich wieder nicht aufgefallen, gebe ich ganz ehrlich zu. Das kann aber auch sein, dass ich auf diesem HSV-Auge einfach auch eine gewisse Sehschwäche habe. Also man muss ja sagen, das war ihm schon wichtig, der HSV. Und da war er auch ganz anders als sonst. Da hatte er so einen kleinen Hang zur Irrationalität, während er sonst ja ganz genau wirklich geguckt hat, wo geht das Geld hin, was mache ich damit.

Weil beim HSV ganz anders, da hat er wirklich die Spendierhosen sehr, sehr locker angehabt und hat ja auch wirklich viel Geld in diesen Verein gesteckt. Hat ja auch die Namensrechte immer wieder dem HSV abgekauft. Da war er ja ein Stück weit, würde ich sagen, wirklich Fan. Das hat auch nochmal Karl Gernandt in seiner Rede gesagt.

Er war einfach ein Riesenfan, er konnte sich furchtbar aufregen, aber war dann auch beim nächsten Spiel wieder mit dabei. Aber es war insgesamt, und das muss man sagen, wirklich ein sehr, sehr stimmiger Gottesdienst. Ulrike Murmann, die langjährige Pröbstin, hat sehr, sehr persönlich, sie kannte Kühne ja auch, gepredigt. Das war musikalisch, muss man sagen, sehr, sehr beeindruckend, weil das Philharmonische Staatsorchester gespielt hat.

Auch sehr, sehr schöne Werke. Da merkte man natürlich, Klaus-Michael Kühne und seine Frau sind ja ganz große Musikliebhaber. Das war schon alles ein Rahmen, der sehr, sehr würdig war und der, glaube ich, eine passende Verabschiedung von diesem Hamburger Klaus-Michael Kühne darstellte. Wenn man in Richtung Vermächtnis guckt, die Oper wird gebaut, wird die Oper dann Kühne Oper heißen? Oder wird dann die Straße, die zu dieser Oper führt, Klaus-Michael-Kühne-Allee heißen? Ist sowas vorstellbar?

Ja, also ich glaube, irgendwas ist vorstellbar. Der Name soll ja nicht Kühne-Oper sein. So wurde es zumindest bislang immer kommuniziert. Das hat auch Klaus-Michael-Kühne selber gesagt. Das will er gar nicht, das muss nicht. Aber dass man zum Beispiel den Platz an der Oper dann nach ihm benennt, ich finde, das ist das Mindeste.

Wenn es denn dazu kommt, was wir glaube ich alle hoffen, dass nämlich diese Oper so, wie wir sie jetzt vergangenen November. Präsentiert bekommen haben, gebaut wird. Wir hatten ja kürzlich im Abendblatt Maike, Schiller und ich die Gelegenheit, mit den beiden Projektleitern zu sprechen, die einen sehr souveränen und auch sehr zuversichtlichen Eindruck gemacht haben.

Und momentan lässt mich da eigentlich wenig zweifeln, dass das nichts wird. Ich glaube, die größte Gefahr wäre jetzt nochmal eine Kostenexplosion, also all das, was man von den öffentlichen Projekten her kennt. Dann könnte es eng werden, wenn plötzlich die Oper nicht jetzt noch so, wie sie jetzt 350, 360 Millionen kostet, sondern irgendwie 700.

Dann, glaube ich, wird es schwierig, das in der Schweiz mit den neuen Verhältnissen durchzusetzen. Aber wenn das einigermaßen, und das war auch unser Fazit nach dem Gespräch, wenn das im Kostenrahmen bleibt, dann wird die Oper so kommen. Es gab ja auch die Aussage vom Stiftungsrat Thomas Stelin, der sagte, man werde quasi seinen Wunsch erfüllen.

Also jetzt ganz unrein zitiert. Und ich glaube, das ist auch klar. Man weiß, dass das Klaus-Michael Kühne wichtig war. Das war sein Projekt, von dem er wirklich, ja, für das erbrannte. Und es wäre komisch, wenn das jetzt am Ende nach seinem Tode nichts würde. Da wird sicher auch seine Frau, seine Witwe auch einen Blick drauf haben.

Das dazu Thema Nummer eins. Thema Nummer zwei hat mit Klaus-Michael Kühne zu tun. Du hast es gesagt, er war ein großer Fan des HSV. Er war und ist auch nach wie vor nach dem Verein, nach dem HSV e.V. Der größte Anteilseigner am Profibereich. Aber, und das ist erst in der vergangenen Woche rausgekommen, Kühne hat sich von weiteren Anteilen getrennt, genau von 6 Prozent, hat jetzt nur noch 9,4 Prozent, damit unter 10 Prozent.

Das ist deshalb wichtig, weil der HSV in Gestalt von Erik Huber dem Vorstand immer gesagt hat, ich möchte eigentlich nicht, dass es beim HSV einen privaten Investor Anteilseinheit gibt, der mehr als 10 Prozent hat. Das ist jetzt gewährleistet. Interessant ist aber, wer hat denn diese 6% übernommen? Das ist eine Firma, ein Unternehmen, das heißt Hanse und Raute.

Also lustig, Raute für das Logo des HSV, Hanse ist klar. Und dahinter steckt unter anderem jemand, den du, den wir beide gut kennen und von dem man eigentlich dachte, der verabschiedet sich jetzt langsam in den Ruhestand. Ja, das ist dann ja etwas anders gelaufen. Du meinst natürlich den jetzigen quasi Bärenberg- Chef, Herrn Peters, der auch da seinen Finger im Spiel hatte, aber wie so ein Banker so ist. Ich habe natürlich gleich versucht, das auch so ein bisschen rauszufinden.

Wer denn dahinter steckt und wer da sein Geld investiert hat. Da war er nicht so besonders gesprächig. Um nicht zu sagen, da hat er nichts verraten. Ich glaube, das Beste wäre, wenn du dich da vielleicht einschleust, kannst du nicht sagen, du bist Du bist ja auch ein großer HSV-Fan, die letzten paar Millionen anzulegen, ob du nicht Mitglied werden könntest von Hanse und Raute.

Nein, ich kann das verstehen. Das sind natürlich Investoren. Die wollen nicht unbedingt, dass bekannt wird, dass sie in den HSV, das ist ja, muss man sagen, als Investment jetzt nicht unbedingt AAA, Die wollen nicht unbedingt, dass das rumgeht, weil das kann am Ende auch schiefgehen, wie alle Fußball-Investments.

Und das ist, glaube ich, am Ende auch mehr Leidenschaft als wirklich Finanzverstand, wie das auch bei Klaus Michael Kühne war. Und wenn ich, ich kann sagen, ich habe nicht einen Cent investiert, hätte ich aber die nicht fahrende Million investiert, würde ich auch darauf drängen, dass mein Name nicht an die Öffentlichkeit kommt.

Aber interessant, Hans-Walter Peters, der jetzt sozusagen Interim-Chef der Bärenberg-Bank, nachdem es da ja, haben wir drüber gesprochen, so ein bisschen drunter und drüber ging, der bisher im Aufsichtsrat des HSV nur war, in Anführungsstrichen, jetzt sozusagen auch anteilseigner ist, denn klar ist, er wird da Geld investiert haben. Das ist auf jeden Fall klar.

Liegt zumindest nahe. Also er ist ja auch dem HSV, muss man sagen, ja nicht nur sehr, sehr freundschaftlich, sondern auch sehr engagiert verbunden. Und ich glaube, da kann man beim HSV auch froh sein. Wir haben ja in den vergangenen Jahren auch durchaus erlebt, dass da ein paar Anteile an Leute gingen, die jetzt nicht unbedingt den HSV ein ruhigeres Fahrwasser gesteuert haben.

Und das ist, glaube ich, gut, da einen Banker mit guten Kontakten in die Elbe vor Ort und um zu an seiner Seite zu wissen, der dann auch dafür sorgt, dass die Anteile schnell einen Abnehmer finden. Weil es ist immer blöd, wenn man was verkaufen will und es gibt keine Käufer. Und das ist ja jemand, der Herr Peters muss man sagen, der, wenn er dann mal zum Telefon greift, dann erstens weiß, welche Nummer er anruft.

Und meistens die Leute, die ihr anrufen, sich dann nicht, auch vielleicht auch manchmal nicht trauen, da nicht mitzumachen oder derjenige zu sein, der sich an einer Aktion nicht beteiligt, nachdem sich zum Beispiel Peters daran beteiligt hat. Thema Nummer zwei. Thema Nummer drei wird ausführlicher, aber es lohnt sich und wir müssen so ein bisschen die Genese abarbeiten in dieser Woche.

Es geht um den Elb-Tower, nochmal, muss ich glaube ich nicht erklären. Never ending story. Steht an der Elbe, ist halt noch nicht fertig. Soll fertig gebaut werden. Die Idee ist, das Ganze passiert, indem die Stadt Hamburg dort mit dem Naturkundemuseum einzieht. Hamburg muss, hat sie verpflichtet, für das neue Naturkundemuseum einen Platz zu finden und das könnte dieses Gebäude sein.

So, jetzt hast du zunächst diese Woche mit Ole von Beuys, dem früheren Bürgermeister, ein Interview geführt, sehr lesenswert und hast ihn auch auf den Elbtauer angesprochen. Was hat der Altbürgermeister, der mit dem ganzen Projekt ja nichts zu tun hat? Ja, nichts zu tun ist natürlich vielleicht nicht ganz richtig.

Er ist natürlich so indirekt als Beirat bei Becken schon, sage ich mal, nicht direkt mit dem Projekt verbunden, aber natürlich schon vielleicht an etwas. Wie soll man sagen, gelenkten Blick darauf. Also ganz, ganz unabhängig. Er war ja damals auch, glaube ich, in die Vergabe, war er als Berater involviert. Aber er ist jetzt nicht, da hängt jetzt er nicht mit Herzblut drin und auch nicht mit Geld.

Und er hat halt gesagt, und das fand ich ganz interessant, er hat nochmal so ein bisschen rekurriert auf die Elbphilharmonie, in der ich ja letzten Freitag wieder war und dachte, was ist das für ein toller Bau zum NDR Eröffnungskonzert. Und auch da gab es ja vor 15 Jahren die große Debatte, baut man das überhaupt weiter?

Es gab den Baustopp, es gab im Spiegel ein flammendes Plädoyer, warum man auf jeden Fall die Elbphilharmonie so lassen solle, wie sie ist, so als quasi Denkmal für die Hamburger Großmannszucht. Und wenn man das heute alles nochmal liest mit 15 Jahren Abstand und mit dem Wissen, was wir da für ein tolles Konzerthaus haben, dann wirkt das schon ein bisschen schräg. Und er sagte halt auch, hey, wir hatten damals diese Probleme.

Er sagt sogar, wir haben geprüft, wie teuer der Abriss wäre. Das war mir gar nicht so bewusst. Also er wollte einfach mal die Option wissen, weil sich ja die Kosten da eigentlich im Jahrestakt irgendwie auch gesteigert haben. Und am Ende muss man sagen, gut, dass es so Wirklichkeit geworden ist, was sich ja daran lag, dass man einen mutigen Bürgermeister brauchte, der so ein Projekt aufs Gleis setzt.

Und dann einen Bürgermeister wie Olaf Scholz, der das Ding auch zu Ende führt. Denn da war ja, muss man sagen, alles verhakt. Und um jetzt auf den Elbtower zu kommen, das bräuchten wir jetzt eigentlich auch. Also wir bräuchten jetzt eigentlich einen Bürgermeister, der sich auch wie damals Olaf Scholz vielleicht mit dem Konsortium einschließt und sagt, wir gehen erst raus, wenn wir eine Einigung haben.

Denn, und das ist halt die These von Ole von Beuys, diesen Tor so da stehen zu lassen, wäre fatal. Ihn aber wirklich zu Ende zu bauen und da noch so einen Frequenzbringer zu haben mit dem Naturkundemuseum, das würde nicht nur der Hafencity, das würde ganz Hamburg gut tun. Und er hat darauf verwiesen, Freunde, als damals der Masterplan zur Jahrtausendwende, wie denn die Hafencity, als es nur die quasi leere Fläche gab, Als der Masterplan vorgelegt wurde, wie die Hafen-Zitie aussehen soll, dann stand hinten an den Elbbrücken ein ungefähr 200 Meter hoher Turm.

Und darauf hat er verwiesen, jetzt kommt er und macht sich nochmal stark, auch mit dem Wort des ehemaligen Bürgermeisters, dass das was wird. Das war Mitte der Woche, dieses Interview, haben wir das veröffentlicht und jetzt kommt ein neues Interview, was wir mit dem amtierenden Bürgermeister, mit Peter Tschentscher geführt haben.

Und die Frage in diesem Zusammenhang, die die entscheidende ist, war, wird der Elbdauer fertig gebaut, lieber Herr Bürgermeister? Und die Antwort ist, da muss ich nur den ersten Satz zitieren, da bin ich mir nicht mehr so sicher, sagt Peter Tschentscher, soll heißen, er zweifelt daran, dass das Ding fertig gebaut wird.

Der Zweifel wird deutlich lauter daran. Im März war er bei mir im Podcast und da hat er gesagt, das Risiko, dass es nichts wird, ist nicht null. Um also schon mal darauf hinzuweisen, es könnte auch noch scheitern. Jetzt geht natürlich viel mehr in die Vollen, wenn er selber nicht mehr dran glaubt. Er sagt dann später auch, früher oder später wird sich für die Baustelle eine Lösung finden, aber da muss man ja auch ehrlich sein, das haben wir auch schon mal in diesem Podcast besprochen, Man wird das nicht als Ruine oder Mahnmal stehen lassen, die Lösung, die letzte Lösung, die es dann gäbe, wäre, dass das ganze Ding wieder abgerissen wird.

Die Frage ist jetzt, sagt Peter Tschentscher das jetzt, weil er wirklich nicht mehr an die App-Tower glaubt oder sagt er das, um den Druck auf den von dir erwähnten Dieter Becken zu erhöhen, der das Ganze fertig bauen will, weil er die Schnauze voll hat, dass es so lange dauert und weil er Sorgen hat, was den Preis anbelangt.

Denn er sagt auch im Interview, wir zahlen einen Festpreis, wir wollen behandelt werden wie ein privater Verkäufer, wir wollen kein Risiko haben, wir wollen einmal einen Preis zahlen, wir wollen dann das Gebäude abnehmen, fertig aus. Also was ist es? Ist es ernstzunehmende Verkäufer? Oder ist es eine Drohung, eine nicht versteckte Drohung, sondern eine offene Drohung an die, mit der er verhandelt?

Also auch wenn es komisch klingt, ich würde sagen, es ist beides. Auf der einen Seite sieht er natürlich, dass die Bereitschaft in seiner Partei, in der Bürgerschaft, aber auch in der ganzen Stadt, so ein Riesenprojekt zu einem ja nicht ganz günstigen Preis umzusetzen, in Zeiten knapper Kassen und Sparmaßnahmen schwieriger geworden ist.

Da gibt es also, glaube ich, eine wachsende Skeptis zu wissen, Können wir uns das eigentlich leisten? Aber die zweite Sache ist natürlich auch, ganz tot ist das Ding noch nicht, weil dann könnte man es abmoderieren. Dann könnte man sagen, wir haben uns jetzt nochmal hingesetzt und wir machen es nicht.

Das sagt er ja auch nicht. Also er erhöht schon durchaus den Druck und das ist auch ganz drollig, weil ich heute Morgen vom Schwimmbad stand und da rief dann gleich einer der potenziellen, Investoren bei mir an und hatte Interesse nochmal, mir ein paar Hintergründe zu geben. Also da sieht man, das ist im Augenblick auch ein Tauziehen.

Und der Preis steht ja, die Frage ist halt, inwieweit man gewisse Haftungsrisiken, wenn halt wieder was schief geht, verteilt. Und ich glaube, daran scheiden sich jetzt die Geister. Problem, und das hat ja Dirk Hinschef auch bei uns im Interview gesagt, ist wahrscheinlich, dass die Fraktion, gerade die SPD-Fraktion, eigentlich keine Lust mehr auf dieses Ding hat.

Das andere Problem ist aber, damit ist ja der Elb-Tower nicht weg, sondern er steht dann da und machen wir uns nichts vor. Also den arabischen Investor würde ich gerne sehen, der so beknackt ist, in das Projekt einzusteigen, wenn also, ein Hamburger Konsortium, was sicher eher bereit ist, auf ein bisschen Rendite zu verzichten, damit das Ding fertig wird, mit einem potenziellen Mieter, der die Hälfte des Elb-Towers schon belegt hat.

Und es gibt ja auch weitere Mieter, die schon zugesagt haben. Also wenn das jetzt nichts wird, fehlt mir komplett der Glaube, dass das irgendwann nochmal was werden kann. Also es kann natürlich sein, in 20 Jahren Wirtschaftsboom und wir haben uns mit Russland wieder vertragen und die Russen oder Donald Trump, keine Ahnung, aber in den nächsten Jahren, und darauf würde ich mich jetzt wirklich festlegen.

Entweder klappt es jetzt oder es klappt in den nächsten 10 Jahren gar nicht. Und wenn es dann zehn Jahre da rumsteht, dann kannst du es auch abreißen und auch das ist natürlich, muss man sagen, das sind Bilder, die kannst du als Stadt eigentlich nicht in die Welt senden. Dass Hochhäuser mal pleite gehen, ist nichts Neues, das war in London zum Beispiel auch so.

Aber dann wirklich das Ding einzureißen, ist natürlich das absolute Bekenntnis, okay, Wachstum kann man hier in Hamburg nicht mehr erwarten. Interessant ist ja erstens, dass Peter Schenscher so tut, als ob die Stadt damit gar nichts zu tun hat, als ob das eine Privatsache sei. Das blendet ja aus, dass am Ende das natürlich ein Projekt war von seinem Vorgänger Olaf Scholz, das ein Prestigeprojekt für diese Stadt war.

Und das Zweite ist, also auch wenn die Stadt sagen würde, wir ziehen mit dem Naturkundemuseum dann nicht ein, Es bleibt ja für die Stadt das Problem, dass sie einen Platz und ein Haus für dieses Naturkundemuseum finden müssen. Und ich erinnere mich daran, dass in den Berechnungen, die angestellt wurden, immer gesagt wurde, das ist sogar jetzt günstiger, in diesen Elbdauer zu gehen, als ein eigenes Gebäude zu entwickeln.

Das muss sein, dass die Zielrechnung das auch vorgegeben hat. Also da wäre ich jetzt nicht so überzeugt. Aber ich glaube, wenn das Naturkundemuseum nicht in den Elbdauer geht, dann ist auch fraglich, ob es überhaupt kommt. Also wir haben ja noch so viele Projekte in der Pipeline, wo man langsam die Frage stellen muss, Freunde, haben wir das Geld? Brauchen wir ein Haus der digitalen Welt? Das klingt jetzt auch schon so nach so einem Oldschool-Projekt, so als Digitalisierung mal was Neues war.

Brauchen wir ein Hafenmuseum? Wir haben doch schon das Maritimumuseum. Brauchen wir das Naturkundemuseum? Das sind alles Fragen, die natürlich in den nächsten Jahren, sollte sich nicht grundsätzlich was ändern bei den Steuereinnahmen, die viel, viel lauter gestellt werden. Und ich fürchte, ich bin eigentlich ein Fan von diesem Projekt, ich fürchte aber, dass mit dem Nein zum Elbtauer das auch eine Art Todesurteil werden könnte für das Naturkundemuseum.

Interessant war ja auch, dass ja ganz schnell die Reaktion, nachdem der Kinschäf das so ein bisschen versucht hat abzumoderieren, aus Bonn kam und dann gesagt hat, ja, aber wir müssen das Naturkundemuseum, wir müssen eine gute Heimat dafür finden. Also da erkennt man auch, dass es schwierig wird. Und da muss man sagen, das ist ja in der Größenordnung, wir reden von 700 Millionen Euro. Das ist jetzt nicht, das ist nicht eng was.

Also wenn du es deutlich kleiner und auf verschiedenen Standorten verteilst, kannst du die auch günstiger haben. Also das war schon, glaube ich, die Variante, die ein bisschen schön gering ist auf der anderen Seite. Ist natürlich ein Standort direkt an den Elbbrücken. Da wird ja auch das Digital Art Museum aufmachen.

Das wird nochmal wirklich die Stadt in eine andere Dimension heben, glaube ich. was den Tourismus und was die Attraktivität betrifft. Und wir müssen uns halt irgendwann die Frage stellen, wo wollen wir hin? Wollen wir nur das verwalten, was wir schon haben? Oder wollen wir auch mal was Neues wagen? Da ist, glaube ich, gerade der Bürgermeister gefragt. Das ist ja das Lustige, um es noch einmal abzuschließen.

Olaf Scholz will diesen Turm. Und zwar auch relativ einsam mit diesem schönen Satz, ich will, dass die Stadt mal sagt, das hat der Olaf gut gemacht. Sein Nachfolger und Parteifreund fängt immer lauter an zu zweifeln und der Vorvorgänger von Olaf Scholz springt dann quasi dem Ideengeber an die Seite, das hat schon ein bisschen was Netflix-artiges.

Punkt dahinter. Spannendes Thema. Wir bleiben dabei. Da bin ich mir nicht mehr so sicher, sagt Peter Tschentscher über den Weiterbau des Elbthaus. Thema Nummer vier. Flüchtlinge. Wir haben schon mal in diesem Podcast darüber gesprochen. Da ging es um die Frage, wie viel Geld gibt Hamburg eigentlich aus, um Flüchtlinge in Hotels unterzubringen?

Und da hast du damals eine interessante Zahl herausgefunden. Das waren, glaube ich, pro Jahr 160 Millionen Euro. 160 Millionen Euro. Und kaum haben wir darüber gesprochen und darüber berichtet, hat dann der Finanzsenator gesagt, davon müssen wir runter, es müssen Hotels geräumt werden. Das geht vielleicht auch, weil nicht mehr so viele Flüchtlinge kommen und so weiter und so weiter.

Und dann dachte man, jawohl, jetzt wird ein Hotel nach dem anderen geräumt. Und plötzlich ploppt die Nachricht aus unserer Redaktion in Harburg hoch, dass in Harburg in einem Designhotel, das gerade erst eröffnet wurde, also in diesem Jahr im März eröffnet wurde, ein Hotel im Harburger Binnenhafen mit 166 Zimmern, das eigentlich gedacht war für Gäste der Technischen Universität.

Die dann ein schönes Hotel brauchen, wo immer viele Leute da hinkommen. Gerade eröffnet und plötzlich werden da die Möbel rausgeräumt, andere Möbel reingeräumt, weil, man höre und staune, die Stadt dieses Hotel mindestens bis Ende des Jahres angemietet hat, um da 340 Menschen aus der Ukraine unterzubringen.

Und damit es nicht gleich falsch verstanden wird, die müssen untergebracht werden, die müssen auch vernünftig untergebracht werden, aber das ist natürlich etwas, was komplett dem widerspricht, was der Finanzsenator Andreas Dressel versprochen hat und es kommt hinzu und das hat die Hamburger gar nicht gefreut, die haben das gar nicht erfahren, die haben das erst aus den Medien, erst aus dem Hamburger Abend, das haben die erfahren, dass dieses Designhotel gerade erst eröffnet, nun zu einem Hotel für Flüchtlinge geworden ist.

Was ist das für ein Signal? Ja, also ein Signal, viel verheerender kann man, glaube ich, und ich mag eigentlich keine Superlative, aber viel verheerender kann man nicht Politik machen. Man muss es, glaube ich, mal so deutlich sagen, ich halte das auch für einen echten Skandal. Und ich glaube auch, dass der uns in den nächsten Tagen und Wochen wirklich noch beschäftigen wird, weil wirklich alles falsch gemacht worden ist, was man, glaube ich, falsch machen kann. Punkt 1, Hotelunterbringung von Flüchtlingen.

Ist in meinen Augen, Entschuldigung, ein No-Go. Das kann in absoluten Krisensituationen, wenn du also eine massive Flüchtlingswelle hast und du weißt am Ende nicht mehr, wo bringst du die Menschen unter, dann kann man sowas machen. Ansonsten ist das von den Kosten her auch den Steuerzahlern, wie ich finde, nicht zumutbar. Und es ist auch so, es ist ein bisschen ein komisches Signal, was wir senden, auch in die Ukraine.

Fahr doch nach Hamburg, da kannst du ein Hotel unterkommen. Also das ist einfach eins drüber. Und wir reden da nicht nur über Sachsen-Anhalt. Das sind genau die Nachrichten, die natürlich die AfD gerne ausschlachtet. Hotelunterbringung machen übrigens nur ganz, ganz wenig Kommunen, ist eigentlich ein No-Go.

Also zweiter großer Fehler ist, man kann natürlich nicht die Harburger so quasi, im Regen stehen lassen, beziehungsweise ihnen gar nicht rein Wein einschenken. Das sieht also wirklich aus dem Abendblatt erfahren. Es ist sehr, sehr schwierig und es ist natürlich auch für die gesamte Entwicklung, das war ja auch ein städtebaulich wichtiges Projekt, Dass man dieses Hotel da angesiedelt hat, um endlich wieder Frequenz da reinzubringen, was sich auch positiv ausgewirkt hat, was auch für die Forschungseinrichtungen, du hast die TU erwähnt, wichtig ist, das war schon ein Bringer.

Am Ende des Tages kann man also sich das kaum erklären, wie die Politik da agiert hat. Es sei denn halt, es war irgendwie von vornherein vielleicht vorgesehen nach dem Motto. Wenn du das Hotel baust, ist ja ein schwieriger Standort, dann garantieren wir dir für die ersten Monate zumindest einen Return of Investment.

Das ist jetzt Spekulation, aber anders kann ich es mir derzeit kaum erklären. Das wäre aber auch ein Skandal und du hast es eben besprochen. Nochmal, dass es nicht falsch versteht. Natürlich muss man Flüchtlinge angemessen unterbringen. Aber was ist das Signal? Das Signal ist, da wird ein Designhotel im Harburger Binnenhafen. Übrigens eine schöne Ecke.

Ein nickelnages neues Designhotel. Und wer die NIO-Kette kennt, der weiß, das sind schöne Hotels. Wird eröffnet mit 166 Zimmern im März. Das Ziel ist da, Wissenschaftler aus aller Welt unterzubringen, damit die angemessen da wohnen können. Und gut knapp sechs Monate später werden dann die Möbel da rausgetragen und neue Möbel angeschafft.

Was man übrigens auch nicht macht, wenn man jetzt denkt, das Ganze geht nur bis Ende des Jahres. Und da ziehen dann Flüchtlinge ein. Das ist natürlich... In Zeiten von sinkenden Flüchtlingszahlen. Das ist halt das, was mich so überrascht. Also wie gesagt, du hast keine Notlage. Du hast im Augenblick wirklich, ja, man kann sagen, es ist weiterhin angeknapst. Aber das liegt auch daran, dass man halt viele Einrichtungen, die schon bestehen, zugemacht hat.

Und da würde ich ja irgendwie als Planer erst mal sagen, bevor ich jetzt irgendwie vielleicht eine Notunterkunft schließe, belege ich die erst mal weiter, bevor ich auf die Idee komme, ein Hotel anzumieten. Denn nochmal, du musst dir diese Summe von 160 Millionen Euro für die Unterbringung von Flüchtlingen wirklich mal auf der Zunge zergehen lassen.

Das ist eine Summe, also wir streiten im Augenblick in Hamburg. Über die Finanzierung der Uni. Wir streiten über das Reeperbahn-Festival. Das sind über die quasi Begleitung, die Schulbegleitung. Das sind alles Summen, die deutlich niedriger sind. Ja, wir müssen auch streiten. Wir können nicht quasi alles weiterführen, wie wir es vielleicht bislang gemacht haben. Aber das gilt erst recht.

Und das meine ich wirklich ganz ernst. Da werden viele Leute die Frage stellen, Moment, für uns ist kein Geld da, aber für die Unterbringung in Hotels von Flüchtlingen ist Geld da. Also ich möchte wirklich den treffen, den können wir auch gerne einladen in den Podcast, der uns das vernünftig erklärt.

Wird, glaube ich, keiner dieser Einladung vorgelassen. Wir können ja mal abwarten, also Frau Schlauptauer, wenn Sie mögen. Es ist ja genau, in den Sozialsanatoren, es ist ja genau dieser Punkt, der auch, und da kommen wir gleich zu, in Sachsen-Anhalt eine Rolle spielt, dass die Leute da natürlich denken, und ich glaube, man kann das eine mit dem anderen nicht vergleichen, dass die Leute denken, ja, für die in der Ukraine ist Geld da und für uns in diesem Bereich ist nicht Geld da.

Und das Signal ist natürlich wirklich verheerend, ein niegelnagelneues Hotel anzumieten. Und das Ganze dann noch an den Betroffenen, an der Bezirkspolitik vorbei, absurd. Insgesamt, Niu, du hast da mal ein bisschen recherchiert, das ist sowieso eine Hotelkette, die mir schon was sagt, weil sie in Hamburg mehrere Hotels haben.

Da sind offensichtlich mehrere Hotels im Moment, die an Flüchtlinge fängt. Das würde ich dir gar nicht vorwerfen. Also ein besseres Geschäft kannst du wahrscheinlich nicht machen. Du hast automatisch eine Auslastung von 100%. Du hast einen ganz anständigen oder einen guten Satz pro Bett. Also das ist wir leben in einer Marktwirtschaft. Da gibt es Interessenten.

Nur wir leben auch in einem Staat, der mit den Steuergeldern natürlich zurückhaltend umgehen muss. Also ich würde sagen, spätestens seit 2023, 2024 gibt es in Hamburg keinen Grund mehr, Menschen in Hotels unterzubringen. Das ist einfach eins drüber. Und das muss jetzt auch wirklich schnell gestoppt werden, weil sonst wird man genau, was du sagst, der AfD auf dem Silbertablett ein Thema hinlegen, mit dem sie wunderbar Wahlkampf machen können. Wollen wir das? Nein, wollen wir nicht.

Thema Nummer 4, Abgehackung, das ist ein guter Übergang zu Thema Nummer 5, AfD in Sachsen-Anhalt 43,8 Prozent mit Abstand stärkste Partei und da neigt man natürlich dazu immer zu denken, naja, okay, Sachsen-Anhalt, Ostdeutschland, ja, und in Mecklenburg-Vorpommern wird das schon ganz anders sein und in Berlin und wenn dann nächstes Jahr in Schleswig-Holstein gewählt wird, dann ist die AfD nur noch ein Fliegenschiss der Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes.

Und ich bin mir da nicht so ganz so sicher und ich würde mit dir gerne darüber sprechen. Wir haben natürlich auch mit Peter Tschentscher in dem Interview darüber gesprochen. Der sagt, das finde ich richtig, Zitat, man soll nicht über politische Konzepte von Parteien diskutieren, was ja passiert, weil im Moment immer nur über die AfD diskutiert wird, sondern über praktische Wege zur Problemlösung, Zitat Ende.

Absolut. Wir haben eben gemerkt, das ist mit den Hotels und den Flüchtlingen nicht gelungen. Und trotzdem frage ich mich, Hamburg ist im Moment das Bundesland mit dem niedrigsten Wert, wenn eine Wahl wäre. In Umfragen liegt die AfD bei 12 Prozent. Und ich würde auch sagen, wahrscheinlich bevor Hamburg...

Eine Entwicklung nehme, in dem die AfD eine maßgebliche Partei wird. Ist es erstmal in allen anderen Bundesländern so. Aber, und da muss man nur einmal unseren Nachbarlern gucken, es kann halt irre schnell gehen. Du erinnerst dich vielleicht noch, wie in Schleswig-Holstein vor knapp fünf Jahren gefeiert wurde, nach der letzten Landtagswahl, weil was dort passiert war, die AfD hat den Einzug in den Landtag nicht geschafft.

Mit 4,4 Prozent. Großer Jubel. Das ist, glaube ich, eines der ersten Bundesländer in dieser Reihe, wo es nicht geklappt hat und wo man schon dachte, na, ist vielleicht sogar schon das Totenglöckchen am Leuten für die AfD, ist deren Hochphase vorbei. Und dann guckte man nach Schleswig-Holstein, was machen die anders, was machen die besser und im Verhältnis zu, auch Hamburg, die AfD ein schwerer Stand, ah, guck mal, was kann man von denen lernen und dann denkt man sich, und deshalb passiert das hier bei uns nicht.

Und jetzt habe ich mir mal angeguckt, wie sehen denn die aktuellen Umfragen aus für die AfD in Schleswig-Holstein? Und da muss man sagen, je nachdem, wie man abrundet, sieht es so aus, als würde sich die Partei in Schleswig-Holstein im April, glaube ich, nächsten Jahres vervier- oder verfünffachen. Die steht jetzt bei 18 Prozent und das ist für mich so ein Signal, dass.

Es wahrscheinlich nicht so hart kommen wird bei uns wie in Ostdeutschland, aber dass die AfD hier sozusagen, dass man die so klein halten kann, das scheint schon jetzt nicht mehr möglich zu sein. Ne, und da sind wir wieder bei dem Thema. Ich glaube, das müssen wir jetzt auch begreifen. Wir haben Migration immer noch als eines der großen Themen, was den Pool der AfD speist.

Und wir haben nach 2015 ja das Glück gehabt, dass wir üppige Steuereinnahmen hatten und wir hatten keinen Verteilungskonflikt. Wir konnten also die Steuermehreinnahmen, die kamen, auch investieren in Förderkurse, in Sprachkurse, Integrationskurse etc. Jetzt, und deshalb ist ja auch die Debatte um die Hotelkosten nicht irrelevant.

Haben wir, guck einfach bei uns ins Abendblatt, ganz viele Verteidigungskonflikte. Wir diskutieren darüber, ist dafür noch Geld da, ist dafür noch Geld da, wie jetzt auch in diesem Podcast. Und dann gucken die Leute anders drauf. Und dann endet auch bei einigen, bei vielen, bei 15, 20, vielleicht auch mehr Prozent, in Sachsen-Anhalt waren es mehr, ein bisschen der Langmut.

Und dann kommt es ein bisschen die Frage, warum sind wir denn nicht dran? Und das ist eine politisch extrem brisante Frage. Und es ist, glaube ich, man ist klugberaten, wenn man da ein bisschen den Fokus drauf hat, ohne jetzt irgendwie die AfD nachzueffen oder ihr nachzueifern, aber ein bisschen zu sehen, was die Menschen bewegt.

Und die Kosten, die Inflation, die Spritpreise, das war ja eines der Top-Themen auch in diesem Wahlkampf. Die Leute haben Angst um ihre soziale Sicherheit. Da kann man sagen, mein Gott, euch geht es ja gut. Aber das hilft ja nichts, wenn die Leute selber das Gefühl haben, es geht ihnen nicht gut. Oder es wird schlechter. Das alte Versprechen, es wird uns mal besser gehen, gilt für die kommende Generation nicht unbedingt.

Und da werden hässliche Fragen gestellt und da muss man, glaube ich, einerseits sehr ehrlich sein, andererseits den Menschen die Dinge erklären, aber drittens auch ein bisschen umsteuern und dieses Umsteuern, da haben wir noch Nachholpotenzial. Und da hat Peter Schentscher ja recht, wenn er sagt, er muss die Probleme praktisch lösen.

Aber was ist, wenn der Elbtower nicht weitergebaut wird? Wenn die Stauproblematik in dieser Stadt so bleibt, wie sie aktuell ist? Wenn die Arbeitslosigkeit weiter zurückgeht? Wenn die Stadt sparen muss an bestimmten Stellen und die Menschen das merken, dann ist, und verbessere mich da, mein Gefühl, der Weg zur AfD, der ja in den vergangenen Jahren für die meisten Menschen, die CDU, FDP.

SPD gewählt haben, ein langer war. Dieser Weg ist viel kürzer geworden. Ja, klar. Je mehr Menschen AfD wählen, desto niedriger wird die Hürde, die zu überspringen ist, um es auch ihr gleich zu tun. Und meine große Befürchtung ist, dass in den kommenden Monaten wir auch Konservative, die durchaus, sage ich mal, nicht in dem Verdacht stehen, dass sie rechtsradikal sind, sich von der CDU auch personell lossagen und Richtung AfD gehen.

Und dann muss man sagen, dann ist die CDU am Ende. Man muss es so ganz klar sagen, also wir gucken immer so auf die SPD. Die CDU ist in einem ähnlich desaströsen Zustand und das wird man auch nicht damit heilen können, dass man Friedrich Merz jetzt ablöst, weil, sie haben auch keinen Kandidaten, von dem ich zumindest sehe, dass er dieses Dilemma, in das sich die CDU rein manövriert hat, da wieder aussteuert.

Was natürlich dafür spricht, dass Hamburg doch relativ wacker bleibt, ist, glaube ich, das hat Peter Tschentscher auch angesprochen, und da hat er, glaube ich, recht, dass man diese Erfahrung. Diese AfD-Erfahrung durch die Schild-Partei schon einmal hatte. Und das ist natürlich ein Nachwerk, dass damals ja, wir erinnern uns, Roland Schild, glaube ich, du weißt es besser als ich, 20 Prozent der Stimmen kriegte. 19,4.

19,4, wow, gut. Genau, da konnte auch die Kraft nicht laufen. Ich meine, man muss sagen, es war jetzt auch keine AfD, das habe ich ja Ole von Beuys auch gefragt, er hat es ganz lustig auch dargestellt, lohnt sich nochmal nachzulesen, dass es ein echt bunter Haufen war, diese Schild-Partei, aber die waren schnell weg.

Aber damals war unser System auch gefestigter, muss man sagen, unser politisches System. Ich will jetzt auch nicht irgendwie Dr. Doom sein und sagen, alles im Untergang begriffen, so schlimm ist es nicht. Aber wir haben im Augenblick einige Warnsignale. Und nur mit Verbotsdebatten werden wir das Problem sicherlich nicht lösen.

So ist es. Matthias, vielen Dank. Hochspannend. Geht so weiter nächste Woche. Man merkt irgendwie, Hamburg ist ein bisschen die Insel der Glückseligen nach wie vor. Aber man muss auch echt alles dafür tun, dass es so bleibt, die Flut stark. Vielen Dank fürs Zuhören, bis nächste Woche. Tschüss. Tschüss.

Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie in unserer Abendblatt-Podcast-App und auf abendblatt.de slash podcast.

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