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040 Streng vertraulich: Die Lage in Hamburg· Folge 23

HSV contra FC St. Pauli: Rollentausch in der Bundesliga

Freitag, 10. Oktober 2025 · 36 min

MP3

Shownotes

In dieser Episode sind Matthias Iken und Lars Haider so gar nicht einer Meinung – weder beim anstehenden Volksentscheid zur Klimaneutralität Hamburgs noch, wenn es um die Fußball-Bundesliga geht.
Matthias muss dabei als bekennender St. Pauli-Fan schmerzhaft eingestehen: Der HSV macht momentan nicht (nur) auf, sondern vor allem neben dem Platz ein besseres Bild – und das will wirklich was heißen!
Außerdem in dieser kontroversen Folge: Der aktuelle Stand im Block-Prozess und die ganz persönlichen, nervenaufreibenden Erfahrungen mit dem Einbau einer Wärmepumpe. Klima-Streit, Stadt-Fußball und Energie-Frust – jetzt im 040 Podcast!

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Herzlich Willkommen. Ich bin Lars Heider. Und ich bin Matthias Iken. Und wir müssen, wie nennt man das, eine Warnung aussprechen zu Beginn dieses Podcast. Wenn Sie, wenn Ihr schwierig reagiert auf intensive Auseinandersetzungen, auf hitzige Diskussionen, auf Meinungsverschiedenheiten, die an die Grenze gehen, Denn dann befürchte ich, ist dieser Podcast heute nichts für euch, für sie.

Denn Matthias und ich werden heute im Wesentlichen über zwei Themen sprechen. Eigentlich über drei. Ein Thema, an dem man nie vorbeikommt, ist das Thema Blog. Das ist klar, der Blog-Prozess. Diese Woche zwei Verhandlungstage. Jetzt erstmal eine Pause. Wir ziehen so eine Zwischenbilanz, obwohl das schwer ist.

Aber wir werden vor allen Dingen über zwei Themen sprechen, bei denen wir sehr unterschiedlicher Meinung sind. Und einmal geht es, und das ist ja in dieser Woche akut wie nie, aktuell wie nie, um den Zukunftsentscheid, bei dem die Hamburgerinnen und Hamburger die Frage beantworten müssen, ob ihre schöne Stadt schon im Jahr 2040 klimaneutral sein soll.

Und ob sie dann noch schön ist. Und da geht schon los. Und nicht wie bisher geplant im Jahr 2045. Und Matthias und ich werden da auch von verschiedenen Seiten eigene Erfahrungen mit Dingen einbringen, die dem Klimaschutz helfen können. Das ist das eine große Thema. Und das andere große Thema, und da ist auch der Moment gekommen, um eine Mini-Zwischenbilanz zu ziehen.

Das war deine Idee vom Timing. Ist der Start in die Bundesliga für den HSV und den FC St. Pauli. Und die These, da ist jetzt eine gewagte These und ich hoffe, Matthias, dass wir nachher noch tiefer einsteigen werden, dass vielleicht die beiden dabei sind, die Rollen zu tauschen und zwar auch vielleicht, was die Seriosität angeht.

Dazu, das ist Thema Nummer zwei, Thema Nummer eins ist natürlich der Klimaentscheid. Lieber Matthias, es sieht wie folgt aus. Wir haben ja beim Hamburger Abendblatt eine Umfrage laufen, wo wir die Menschen fragen, werden sie mit Ja oder mit Nein stimmen beim Klimaentscheid. Da haben ungefähr 10.000 Leute teilgenommen und es ist für mich erstaunlich, dass 78% dieser Menschen...

Sagen, ich stimme mit Ja. Ja, ist sogar noch mal gestiegen. Also das war für mich auch überraschend. Ich hatte und ich erwarte immer noch einen knappen Ausgang, aber das zeigt, dass das Thema von einer sehr interessierten Gruppe und mit viel, sage ich mal, Rückenwind gespielt wird. Es ist einfach so, dass die, die mobilisieren, für den Klimaentscheid sind.

Und erst in den letzten Tagen hat eigentlich die, die dagegen sind, haben angefangen, auch für ein Nein zu werben. Ich fand es interessant zu sehen, dass sozusagen die Rolle des Gegners, des Widersachers dann im Senat offensichtlich Andreas Dressel zugefallen ist, der ja einerseits, das haben wir ja in der vergangenen Woche auch auf dieser Plattform ausgespielt, dieses Streitgespräch mit Luisa Neubauer hatte, sprechen wir auch gleich noch drüber und andererseits dann jetzt ein paar prominente Bekannte in Hamburg um sich gescharrt hat, die sozusagen gesagt haben, so wie die Künstler vorher, die dafür waren, wir sind dagegen.

Das ist natürlich ein bisschen Establishment. Da liegt immer eine gewisse Gefahr drin, aber trotz alledem, ich kann gut nachvollziehen, dass man, wenn man in Wirtschaft, Politik oder auch anderen Bereichen das Sagen hat, dass man jetzt nochmal ein Interesse hat, deutlich zu machen, das ist jetzt nicht so eine Wohlfühlveranstaltung, wo man mal eben Ja abstimmen kann, sondern hier geht es um eine signifikante Zukunftsentscheidung für diese Stadt. Und da sind wir ja schon mittendrin.

Ich habe das neulich schon, wir haben neulich schon darüber diskutiert und tun es jetzt auch hier wieder. Und ja, ich verstehe die Argumentation und ich fand auch den Auftritt von Andreas Dressel überzeugend. Aber was ihr mir erklären müsst, was ich nicht verstehe, ist folgendes. Zwischen 2045 und 2040 liegen fünf Jahre.

Und alle wissen, 2045 müssen wir klimaneutral sein. Das heißt, wenn man das jetzt um fünf Jahre vorzieht, dann muss man so ein bisschen schneller und konsequenter sein. Was ich aber nicht verstehe, ist, dass so viele Leute behaupten, dass es dann so viel teurer wird. Erster Punkt. Zweiter Punkt, wenn dann heute Leute sagen, ja, ich habe mir gerade erst eine Gasheizung vor vier Jahren gekauft.

Da muss man sagen, ob das ein schlauer Mufa ist, die zweite Frage. Wahrscheinlich nicht. Aber, das habe ich neulich auch dann zu jemandem gesagt, ja, im Jahr 2040 ist deine Gasheizung dann aber 18 Jahre alt, dann brauchst du wahrscheinlich sowieso eine neue. Wo ist also das Problem? Und was ich überhaupt nicht verstehe, ist, wieso wird das teurer, wenn man das fünf Jahre früher macht? Ja, ich versuche das mal zu erklären.

Wenn du diese Klimaneutralität als Marathonlauf betrachtest. Hat sich Europa verpflichtet, in den nächsten 25 Jahren klimaneutral zu werden. Bis 2050. Bis 2050. Deutschland hat gesagt, wir schaffen das in 20 Jahren. Und Hamburg sagt jetzt, wir wollen das in 15 Jahren schaffen. Wenn du nochmal im Bild bleibst, sagt der eine, ich schaffe den Marathon in dreieinhalb Stunden, der zweite sagt in drei Stunden und Hamburg sagt jetzt, wir schaffen das in zweieinhalb Stunden.

Das ist ambitioniert und das bedeutet natürlich, dass du diesen Pfad beschleunigen musst. Bislang ist alles in Hamburg auf 2045 ausgerichtet, jetzt musst du es schneller schaffen. Und das bedeutet, dass du in einer knapperen Zeit massive Investitionen auf den Weg bringen musst, die du dann halt nicht auf 20, sondern auf 15 Jahre verteilen musst.

Und wenn dann in vielen Bereichen, gerade weil du diesen Bereich. Wenn du Heizung in den Häusern ansprichst, wenn du das auf wenige Jahre jetzt verteilen musst, heißt das, du hast Engpässe bei denen, die quasi die Heizung überhaupt einbauen können. Schon jetzt ist es ja so, dass du nicht, wenn du irgendwo anrufst, sofort irgendwie die Handwerker ins Haus bekommst.

Wenn du diese Knappheitseffekte aber hast, treibt das die Preise. Das ist etwas, was auf jeden Fall wichtig ist. Und der zweite, in meinen Augen noch wichtigere Aspekt ist ja, dass du anfängst, wenn du von 2045 auf 2040 gehst, teilweise noch funktionierende Anlagen rauszubauen. Das ist erstmal ein ökologischer Irrsinn. Aber stopp, das können ja nur ganz wenige sein, weil die können ja maximal oder minimal, also allerhöchstens 15 Jahre sind die alt.

Also die Heizungen, die in diesem Jahr eingebaut werden, die 20, 45, sind dann okay, die würden vielleicht noch 4, 5 Jahre reichen. Aber die meisten Heizungen sind ja jetzt schon jenseits 20 und gehen in Richtung, also jenseits 15 und gehen in Richtung 20, müssen also sowieso ausgetauscht werden. Wenn ich in den Keller meines Vaters gucke, der immer noch eine Ölheizung hat, die ist schon so aspach uralt.

Gut, der wird vor 2040 oder müsste vor 2040 was machen, aber es gibt halt auch Heizungen, die sind jetzt 10 Jahre alt. Und seien wir ehrlich, vor 10 Jahren, im Jahr 2015 hat keiner über Wärmepumpen gesprochen. Aber im Jahr 2040 sind die dann 25 Jahre alt. Darum geht es ja. Bis dahin. Ja, aber auch das kann eine Heizung durchaus aushalten.

Der Punkt ist, dass wir einfach von einem Pfad, den wir jetzt seit Jahren planen, abkommen und sagen, wir müssen schneller werden. Das ist wie der Marathonlauf, wo man nicht nur schneller werden muss, sondern auch ein paar Steine hinten in den Rucksack packt. Weil es einfach die ganzen Protagonisten, die jetzt reagieren müssen, überfordern kann. Und am Ende des Tages stellt sich ja die Frage, was gewinnen wir und was verlieren wir?

Und wir gewinnen eine Klimaneutralität, das halte ich schon für sehr, sehr wichtig. Das ist jetzt kein Grund, für den es nicht zu kämpfen lohnt. Und wir gewinnen vielleicht auch etwas, was man Vorbildcharakter einer Stadt nennen kann. Aber was wir drohen zu verlieren, ist der innenpolitische Frieden in dieser Stadt und eine Menge Geld.

Denn es ist halt so, wenn du noch eine funktionierende Heizung rausreißt als Vermieter und eine neue einbaust, dann kannst du das deinen Mietern schön quasi auf die Miete draufschlagen. Und es wird nicht so einfach werden. Das zeigen ja auch wirklich die Reaktionen. Das sind ja jetzt nicht irgendwie die Miethaie, die sich da melden, sondern Vermieter, die in Genossenschaften organisiert sind.

Oder zumindest sozial verantwortlich handeln. Wenn die sagen, auch wenn ich von dieser Zahl 4,350, 450 eher skeptisch bin, lass es doch einfach 2 Euro sein. Das ist trotzdem 160 Euro. das musst du erstmal bezahlen. Und dann werden die Leute sagen, was ist denn hier los? Und dann werden sie sagen, Politik hat versagt, jetzt muss ich so einen quasi Preisschock hinnehmen. Alles richtig. Kommt früher oder später aber sowieso.

Das ist ja, weißt du, dieses Thema, es wird, also, es wird erstmal, es wird Investitionen geben müssen. All diese Heizungen, die Öl- und Gasheizungen, übrigens, ich kann dir ja aus eigener Erfahrung sprechen. Wir haben uns jetzt endlich nach langer Zeit entschieden, weil es auch ein schwieriges Projekt war, Wir haben jetzt eine Wärmepumpe in unserem Haus.

Sehr gut. Und dann habe ich immer gedacht, das heißt sehr gut. Und dann war ich ganz stolz auf unsere alte Gasheizung. Wir haben so ein Mehrgenerationenhaus. Ich wohne mit meinem Schwieger zusammen. Und mein Schwieger hat einmal gesagt, die Gasheizung, die war jetzt 19 Jahre alt, die ist noch top. Und dann frage ich den Elektriker, den Installateur, Elektrikersquatsch, den Installateur.

Und dann sagt er, ich kenne die Marke gar nicht. Ich habe so eine Heizung noch nie gesehen. Und eins kann ich Ihnen sagen, effizient war die nicht. Also wird ausgebaut und was passiert jetzt? Es sinken massiv die Heizkosten. Und das ist ja auch ein Effekt, der auf alle zukommt. Also ich habe es mal für uns ausgerechnet, und das muss man sich mal reinziehen, dass sich diese Wärmepumpe, die wir jetzt eingebaut haben, für die es übrigens ja auch noch einen unglaublichen Zuschuss aktuell vom Vater Staat gibt.

Den aber auch jemanden. Ja, Vater Staat sind wir alle. Die wir alle, natürlich. Ich habe deine Wärmepumpe bezuschusst. Ich habe es gerne gemacht fürs Klima, aber das gehört zur Wahrheit dazu. Ich glaube auch, dass es Quatsch ist. Ich glaube, das kannst du auch gucken. Die Wärmepumpen kosten in Deutschland deutlich mehr als in anderen Ländern.

Und zwar etwa um den Preis, den man vom Staat als Prämien kriegt. Das ist immer mit Nahem-Effekt. Aber was ich sagen wollte ist, die Wärmepumpe, wenn es gut läuft, hat sich in fünf Jahren amortisiert. Und dann verdienst du sozusagen Geld damit. Das muss man den Leuten ja auch sagen. Und was man den Leuten aber vor allen Dingen sagen muss ist, ob es jetzt 2040, 2045, 2050 kommt, wir werden in dieser Stadt alle alten Öl- und Gasheizungen abschaffen müssen.

Ab 2028 ist es sogar Pflicht bei neuen Heizungen, dass die mindestens 65% erneuerbare Energien machen müssen. Es spricht alles für diese Wärmepumpen-Technologie und ich frage mich dann, wo ist das Problem? Ja, es wird teurer, aber es wird auf jeden Fall teuer. Und dann wird es immer wieder günstiger. Für die Wärmepumpe spricht ökologisch ja erst dann alles, wenn wir schaffen, unsere Kohleverstromung, die wir derzeit noch haben.

Das heißt, momentan läuft ein Großteil deines Wärmepumpenverbrauchs über Kohleverstromung. Bei mir nicht, bei mir nicht, bei mir nicht. Komplett 100% Ökostrom garantiert. Okay, aber insgesamt ist es ja ein Strommix. Da müssen wir auch ehrlich sein. Dann nimmst du es nicht, aber dann hat andere den Kohlestrom.

Die sonst vielleicht die Windenergie genommen hätten. Wir müssen uns da ein bisschen ehrlich machen und das ist natürlich der zentrale Punkt, wenn wir klimaneutral werden wollen, dann müssen wir endlich dahin kommen, dass wir noch mehr Solar, noch mehr Windenergie, aber vor allem auch mehr Speicherkapazitäten nutzen.

Und da finde ich, wird es sehr spannend, weil du eben sagtest, gucken wir mal bei uns in den Keller. Ich habe jetzt verstanden, was der Philipp Schröder von 1,5, der ja auch schon hier bei uns im Podcast war. 1,5 Grad Großunternehmen, das die Energiewende voranbringen will. Genau, eines der, das einzige Einhorn, wie das so schön heißt, in Hamburg, also von diesen jungen Unternehmen, die schon richtig viel wert sind.

Was er immer sagt ist, wir müssen die Energiewende intelligenter machen und das ist interessant, wir haben uns ja schon noch vor dem Überfall von Putin, Gottlob, auf die Ukraine ein Solardach und einen Speicher in den Keller gestellt. Und das Interessante ist eigentlich nicht, dass wir jetzt den Strom quasi nutzen können.

Allerdings auch, muss man sagen, fast nur im Sommer. Denn im Winter ist die Ausbeute ziemlich finster. Sondern was wirklich effizient ist, dass man seinen Strom anders verbraucht. Dass man nämlich guckt, Menschenskinder, gerade so schön Sonne auf dem Dach, dann mache ich mal schnell die Waschmaschine an und nutze die Spülmaschine.

Dass man also wirklich zu den Stromspitzen. Beziehungsweise zu den Erntespitzen versucht seinen Strom wieder zu verbrauchen und das ist natürlich, wenn das Millionen machten, total effizient, weil man dann diese Spitzen nicht mehr hat und weil man wirklich den Strom dann verbraucht, wenn er anfällt. Natürlich kann das für eine volkswirtschaftlich nicht der einzige Weg sein, aber es ist ein total wichtiger Weg und was mich ärgert ist, dass wir bei diesen Smartmetern, also bei wirklich intelligenten Stromnutzungssystemen so hinterher hinken, weil wenn wir wirklich es erreichen könnten, dass alle Stromverbraucher interagieren miteinander, könnte man wirklich schon eine Menge abgreifen.

Und deshalb glaube ich ja, ist dieser Druck, also wir kennen es doch bei uns selber, wenn man einen Text abgeben muss, Jean-Rémy von MAD war neulich hier in der Redaktion und hat darüber erzählt, wie kreative Ideen entstehen. Der Gründer von Jung von MAD, der Werbeagentur, hat gesagt, ein Rätsel hat er nie lösen können, nämlich das Rätsel, warum jede Kampagne, jede Idee kurz vor knapp fertig wurde.

Sagt ihr, wir haben immer diesen Druck gebraucht. Und ich glaube einfach, dass wir auch, gerade in so einer Stadt wie Hamburg, diesen Druck brauchen. Wenn du weißt, okay, jetzt hat es noch 15 Jahre. Das ist ja jetzt auch keine kurze Zeit. Aber in diesen 15 Jahren muss ich reagieren. Da muss sich was ändern.

Dann musst du dir Gedanken machen. Und du hast ja komplett recht. Ich habe jetzt diesen Installateur, übrigens unglaublich, was die können. Das ist, glaube ich, in der Nähe eines Physikers, der studiert hat, was die da machen, was die da bauen. Und dann habe ich gesagt, wenn ich jetzt zu dir gekommen wäre und hätte jetzt den Auftrag erteilt, wann würdest du dann kommen? Dann sagt er am 7.

Januar 2027, habe ich meinen nächsten Termin. Das kommt ja alles dazu, aber ich meine, wir müssen jetzt einfach damit anfangen, vor dem Hintergrund. Ja, aber wir haben doch schon lange angefangen. Natürlich kann man immer sagen, wir haben zu wenig gemacht, das würde ich auch so sagen. Wir hinken hinterher, gerade was Photovoltaik betrifft.

Also Hamburg ist da nicht so der Vorreiter. Aber trotz alledem, Deutschland hat sich auf den Weg gemacht. Deutschland will fünf Jahre vor den anderen europäischen Staaten quasi klimaneutral werden. Was gut ist und was auch richtig ist, aber man sollte sich keine unrealistischen Ziele setzen. Und vor allem sollte man sich keine Ziele setzen, die am Ende nur teuer, aber ineffizient sind. Und das ist halt meine Befürchtung.

Das sagt ja auch das Gutachten des Öko-Institutes, jetzt nur nicht gerade ein Institut, was der Wirtschaft nahe steht. Wenn du das liest, erstellt für die Umweltbehörde, dann sind da wirklich sehr, sehr kritische Töne drin und ich weiß nicht, ob der Preis für diese 0,003 Prozent, die wir dann irgendwie für das Weltklima sparen.

Ob das nicht zu teuer wird. Aber ich weiß nicht, ich werde das Argument zum Beispiel, wenn man nicht mit dem Argument rangeht, dann muss man als einzelner Mensch eigentlich gar nichts machen. Weil was bedeutet das schon? Aber der Unterschied ist glaube ich gerade, wenn man sich anguckt, was da mit dem Klimawandel auf uns zukommt, ist, dass man muss doch irgendwie das Gefühl haben, dass man was tun kann.

Man muss sich die Hoffnung selber schaffen. Und ich glaube, das ist, was viele Menschen gerade treibt in Hamburg, dass sie sagen, wir wollen jetzt vorangehen. Wir wollen auch tatsächlich, ich glaube, dass das eine Rolle spielt, wir wollen zeigen, dass Hamburg eben nicht nur die schönste Stadt der Welt ist, sondern echt eine Stadt, die vor anderen ins Ziel kommen kann.

Ja, aber wir sind ein Industriestandard und zwar sind wir der größte Industriestandard der Bundesrepublik. Und ich kann dir sagen, wir erleben ja gerade, was uns die Energiewende schon an Deindustrialisierung gebracht hat. Also nicht alleine, aber das ist zumindest ein Aspekt, weil er hat Energie teurer gemacht.

Und auch Rubis sagt ganz klar, wenn das kommt, dann wird das Konsequenzen für die Arbeitsplätze haben. Und auch Rubis investiert jetzt oder hat jetzt gerade groß investiert in den USA. Da kostet Energie teilweise nur ein Fünftel. Und es ist nicht schwer ökonomisch vorauszusagen, wo dann am Ende die Jobs entstehen. Aber pass auf, aber es kommt ja so oder so.

Also das mag ja sein, dass Aurobes sagt, oh, wenn das jetzt kommt, 2040, das ist okay. Wenn du strecken kannst, ist es günstiger. Ja, aber dann gehen die 2045 weg, dann ist es halt so. Nein, nicht unbedingt, weil wenn du mehr Zeit hast, die Anpassung vorzunehmen, hast du auch niedrigere Kosten. Und diese niedrigen Kosten kannst du dann auch eher quasi betriebswirtschaftlich schlucken.

Wenn du Leute überforderst, Stichwort Marathonlauf, dann brechen sie halt zusammen. Und dann ist weder dem Klima noch der Stadt geholfen. Aber ich zitiere nochmal den Installateur, der sagte, weißt du was, wenn du vor sechs Jahren gekommen wirst, hättest du die Hälfte bezahlt. Und es glaubt doch kein Mensch, dass in den nächsten Jahren die Nachfrage nach Wärmepuppen, nach Solar, wird so stark steigen, weil jeder Neubau, übrigens sehr interessant, jeder Neubau in Hamburg wird mit Wärmepuppen gemacht.

Aber das wird dann noch teurer. Ja, ich sag, es wird noch teurer. Deshalb ist es doch besser, jetzt zu glauben, dass in 25 Jahren die Wärmepumpen genauso viel kosten wie jetzt. Never ever. Je schneller du umbaust, umso besser. Ja gut, das kannst du inflationär abrechnen. Aber insgesamt musst du natürlich sagen, du hast so und so viele Häuser in Hamburg und die hast du jetzt in 15 Jahren statt in 20 Jahren umzurüsten. Und da stellt sich wieder die Frage...

Wer soll das machen? Und wie teuer wird das? Und wenn du mehr Zeit hast, hast du bessere Möglichkeiten, das zu verteilen. Also ich bin immer dafür, dass man sich Pläne realistisch setzt. Das hat die von uns gewählte Regierung, der Senat getan. Jetzt gibt es da eine Initiative, die sagt, wir können das auch schneller schaffen, aber am Ende des Tages muss dann die Politik liefern.

Und wenn die über diesen Gesetzentwurf stolpert, dann sind nicht die, die quasi die Initiative ausgeheckt haben, dafür verantwortlich, sondern SPD, Grüne, vielleicht auch CDU, die sind ja auch dagegen. Und dann werden am Ende die Populisten profitieren. Wir werden das gucken. Am ersten Mal geht es jetzt darum, am Sonntag, so gegen 19.00 Uhr, 19.10 Uhr wird das Ergebnis feststehen. natürlich, wenn wir das live auf Abendblatt verfolgen können, geht es hier erstmal darum, will das eine Mehrheit in dieser Stadt?

Und natürlich ist es einfach so, wenn es eine Mehrheit will, dann ist es ja ein urdemokratischer Entscheid und dann können wir darüber, werden wir sehen, was daraus wird. Ich kann immer nur sagen, was habe ich mir auch nicht bewusst gemacht, ich habe immer dieses Heizungsthema, ich dachte immer Autofahren ist so wichtig.

Ne, Heizung. Wir haben im vergangenen Jahr mit unserer, gut, zwei Haushälften mit den Schwiegereinten zusammen, 13,5 Tonnen CO2 emittiert. 13,5 Tonnen. Das ist üppig, ja. Das ist üppig. Das liegt vielleicht auch daran, dass ältere Leute es ein bisschen wärmer haben wollen. Aber als ich die Zahl hörte und dann hochrechnete in der Straße, wo ganz viele ältere Leute wohnen, dann gibt es um 100 Tonnen CO2 in einer Straße.

Zum Vergleich, so ein normales Auto hast du dann vielleicht zwei Tonnen, wenn du damit so 25.000, 20.000 Kilometer im Jahr unterwegs bist. Aber dann klingel mal bei den Nachbarn, bei den älteren Leuten und frag auch, ob alle in der Lage sind, sich jetzt eine neue Wärmepumpe zu leisten, weil die kriegen keinen Kredit mehr von ihrer Bahn.

Und gestern, aber was interessant war, gestern tatsächlich kommt die Nachbarin, die ist so Mitte 80 und sagt, was waren denn das für Bauarbeiten bei ihm? Dann haben wir es erzählt und sagt, das finde ich so toll, dass sie das machen. Die hat aber wahrscheinlich auch nicht mit sechs Leuten in einem Haus und so weiter. Nein, ich finde das auch toll. Also ich möchte mich da jetzt auch nicht irgendwie zum...

Ich bin dann wirklich an diesem Klimathema seit ich Jugendlicher bin dran. Aber wir müssen jetzt wirklich gucken, wir sind in einer so schwierigen Situation. Ich mache mir zum ersten Mal wirklich Sorgen um die Stabilität im Land. Und da finde ich solche Experimente, die am Ende für das Weltklima sehr, sehr überschaubar sind, zu gefährlich.

Das fand ich einen interessanten Punkt in der Diskussion zwischen Andreas Dressel und Luisa Neubauer. wo Andreas Dressel und vielleicht hat er da einen Punkt. Luisa Neubauer vorwarf, naja, ihr seid ja so ein bisschen mit Fridays for Future in der Versenkung verschwunden, da passiert nicht mehr so viel und jetzt sucht ihr euch so ein kleines Spielfeld, um mal wieder einen Triumph, einen Punkt zu machen.

Hat er damit recht? Spielt das eine Rolle? Natürlich muss jede Organisation gucken, wo sie bleibt. Das finde ich auch legitim. Was ich halt ein bisschen ärgerlich finde, ist, dass es am Ende des Tages gar nicht wirklich um das Thema CO2 runter geht, sondern es geht auch um viel Ideologie. Da sind viele Leute dabei, die halt Verzicht predigen, Verzicht auch predigen können, weil ihre Bankkonten gut gefüllt sind oder sie zumindest aus den Wohlhaberinnen der Stadtteilen kommen.

Und da ist die Ideologie dabei, die halt doch sehr, sehr stark, Industrie, Autos, brauchen wir alles nicht. Ja, kann man, kann man so wollen, aber ich finde, wer das Klima retten will, hätte eigentlich schon vor Jahren einen anderen Kurs einschlagen müssen. Wir haben mit dem Ausstieg aus der Atomkraft unseren Klimaabdruck wirklich sowas von vergrößert und ruiniert.

Und wir müssen halt auch über CCS zum Beispiel sprechen, was ja auch die Natur- und Umweltschutzverbände ablehnen. Das ist halt das Speichern und Verpressen von CO2. Ja, das mag uns nicht gut gefallen, aber wenn wir schnell klimaneutral werden wollen, müssen wir diese Option alle probieren. Und ich finde es nicht hilfreich, damit zum ideologischen Überbau voranzugehen und sagen, nee, das gefällt mir nicht.

Damit retten wir das Klima auch nicht. Aber was man den Leuten eben auch sagen muss, ist, pass mal auf, wenn du eine Gasheizung, eine Ölheizung hast, innerhalb der nächsten Jahre wirst du sie ausbauen müssen, also bis jetzt 15, 15 sind, kann ja jeder für sich selber gucken. Und dann ist es klar, dass du umsteigen musst auf eine Form mit erneuerbarer Energie.

Und was man auch sagen muss, Gas wird teurer werden. Allein schon wegen der Kosten, die. Emissionszertifikate. Aber auch sonst wird Gas teurer werden und es wird auch so sein, dass natürlich die Gasnetze werden weniger genutzt werden und so weiter und so weiter. Wir werden das sehen und nächste Woche streiten wir dann weiter.

Entscheidung am Sonntag um... Was tippst du? Ich glaube, dass es ein klares Jahr wird. Ein klares Jahr? Ich glaube, es wird ein knappes Jahr. Also ein klares Jahr im Sinne von, also sie werden diese 265.000, die sie mindestens haben und die Mehrheit werden sie kriegen. Also das ist für mich schon klar. Also ich tippe...

280.000 kriegen sie, das reicht und 220.000 Nein-Stimmen und dann geht es durch und dann geht Hamburg auf eine herausfordernde Reise. Und dann wird es auch echt interessant, was mit dem rot-grünen Senat dann wird, das hat natürlich eine große politische Komponente. Jetzt haben wir so lange darüber gesprochen, das hast du geschickt eingefädelt, weil du das zweite Thema natürlich kurz halten möchtest und weil ja unsere alte Regel ist. Das sind alles, genau, was du jetzt sagst.

Das sind alles Momentaufnahmen, die du auskostest in der Länderspielpause. Weil ausnahmsweise die Nummer 1 der Stadt der Haarschhaus. Nee, darum geht es mir gar nicht. Ich würde nur von dir einmal wissen wollen. Also, ich habe in den vergangenen Jahren mit Bewunderung auf den FC St. Pauli geguckt. Das habe ich gar nicht gemerkt. Doch, aus verschiedenen Gründen.

Erstens hatte ich das Gefühl, das ist ein wirtschaftlich total stabiler Verein. Die Leute wissen, wie es geht. Der ist ein wirtschaftlich gesunder Verein. dann hatte man das Gefühl, dass die ein super Konzept haben, habe ich immer noch das Gefühl, ein gutes Konzept haben und eben in die erste Liga nicht gekommen sind, um da wieder gleich rauszugehen, sondern um sich da zu etablieren.

Irgendwo im Mittelfeld, die werden wahrscheinlich nie auf europäischer Ebene spielen oder vielleicht mal durch einen Zufall. Und dann war das so ein Verein, wo man dachte, krass, da gibt es überhaupt all die Sachen, die man beim HSV im Überschwang hatte eine Zeit lang. Also hier ein Skandilchen, da eine Affäre, hier was, wo man die Hände über dem Kopf zusammenschlug und sagte, das kann nicht sein.

Das gab es alles beim FC St. Pauli nicht. Und täuscht es mich oder ist da jetzt, das musst du mal erklären, rund um den Spieler Irvine und seine Frau und ein Aufsichtsrat, Herrn Born, da passiert irgendwas, was gar nicht zum FC St. Pauli passt. Ja, du hast vielleicht auch eine sehr, wie soll ich sagen, positive Wahrnehmung eines Vereins.

Man muss ja sehen, dass jeder Verein natürlich, und gerade einer mit vielen Mitgliedern, verschiedene Haltungen repräsentiert und dass es nie so konfliktfrei abgeht. Das war früher auch schon so, wie man sich das nach außen wünscht. Aber du hast natürlich recht, es sind jetzt in den letzten Wochen auch so ein paar Dinge aufgetreten, die schon diesen Ruf, teilweise war es ja auch Marketing, erschüttert haben.

Und ich muss ganz ehrlich sagen, und jetzt wird es echt schmerzhaft, dass der FC St. Pauli gerade... Zu viele Fehler in dieser Beziehung macht und der HSV, also der Hollywood-SV. Es genau andersrum macht. Also relativ ruhig, auch geblieben ist nach diesem ja doch schlechten Start und so aus dem Umfeld.

Also man muss wirklich sagen, der HSV hat in der Wahrnehmung bei mir und ich glaube auch bei vielen Fußballfans in und außer von Hamburg in den letzten Jahren deutlich gewonnen, man ist durch das Tal der Tränen gegangen, Aber man ist mit Würde durch das Tal der Tränen gegangen. Und der FC St. Pauli ist natürlich auch, muss man sagen, schon gut gemanagt.

Sehr, sehr erfolgreiche Arbeit vom Präsidium, vom Trainer, vom Sportchef. Ich meine, das war immer der Underdog. Und es gibt ja die Hoffnung, dass man sich jetzt in Liga 1 etabliert. Das muss man sehen. Aber natürlich, solche Nebengeräusche wie jetzt mit Jackson Irvine sind absolut kontraprodukt. Erklär doch mal für alle, was ist da eigentlich genau gewesen?

Ein Aufsichtsrat hat sich in den sozialen Medien über Jackson Irvine deswegen nochmal aufgeregt. Ich verstehe es gar nicht so richtig, was ist der Aufregungspunkt? Ja, der Punkt ist, also eigentlich ist ja Jackson Irvine, das sagte auch hier kürzlich unser Kollege Kai Schiller, also wenn der FC St. Pauli sich ein Profi backen könnte, dann würde ein Typ wie Jackson Irvine rauskommen.

Einer, der so ein bisschen rebellisch ist, der auf dem Fußballplatz aber irgendwie alle mitreißt und der auch ein politischer Kopf ist, denn das ist der FC St. Pauli ja auch. Zum Beispiel hat der Verein auch den Klimaentscheid unterstützt, den ich ja für keine gute Idee halte. Aber davon mal abgesehen, nein, der Konflikt entbrannt ein bisschen daran, dass also natürlich gerade auch die Ehefrau, die so ein bisschen als Influencerin tätig ist, natürlich auch die Marke FC St.

Pauli benutzt, um also selber Erfolg zu haben. Aber da muss man sagen, es ist halt ein Geben und Nehmen. Der FC St. Pauli profitiert von Jackson Irvine und seinem ganzen Auftreten. Und andersrum ist es auch, die Gattin von Jackson Irwan profitiert vom FC St. Pauli und es kam jetzt eins zum anderen dazu.

Er hat natürlich in der Gaza-Frage eine, wie ich auch finde, schwierige Position eingenommen mit der Karte, wo Israel verschwunden ist, also dieses alte From the River to the Sea. Aber auch da muss man fairerweise sagen, dass natürlich ein Australier und auch schon ein Schwede ganz anders auf diesen Konflikt guckt, als wir Deutschen.

Ich finde diese Position schwer erträglich. Ich bin aber als Demokrat auch der Meinung, dass man verstehen kann, dass andere Länder anders auf diesen Konflikt sehen und ihn anders betrachten, als wir mit quasi unserer Schuld am Holocaust. Das war das Erste, glaube ich, wo es Ärger gab. Und jetzt hat ja dann der Aufsichtsrat, nachdem es dann diesen neuerlichen Vorfall gab, und es gibt ja noch einen dritten Punkt, Den wir jetzt ja auch im Abendblatt rausgearbeitet haben.

Es gibt ja, du warst glaube ich auch mal mit Paul Bethke hier im Podcast, dieses tolle Hamburger Projekt Lemonade und Charity und da hat Jackson Irvine für Werbung gemacht. Auch mit seinem Gesicht, weil er die Sache halt total gut findet. Wir finden sie auch richtig gut, aber das passte dann den Verantwortlichen wieder nicht so gut in den Kram, weil das nicht von den quasi Hierarchien der Sponsoren angemessen war.

Und da muss ich auch ein bisschen sagen, Freunde, wenn ihr da etwas andere Verein seid, dann macht da mal die Augen zu. Da geht es um ein Hamburger Projekt, wo ein Hamburger Fußball aus Überzeugung und nicht, weil er irgendwie quasi dahingetragen wird, mitmachen will. Und dann so dumm um die Ecke zu biegen und zu sagen, das entspricht aber nicht den Sponsor-Regeln.

Letztes Jahr hat der Herr Born dann irgendwie geschrieben, der ist sowieso irgendwann bald weg. Oder für ein Euro mehr. Spielst irgendwo für ein Euro mehr. Also gerade wer auch Jackson Irvine ein bisschen kennt, das ist halt kein Fußball-Söldner. Zumindest. Und erzählten das auch die Leute, die ihn gut kennen.

Und das ist halt völlig über. Und da muss man ganz ehrlich sagen, also jemand, der sich so äußert, und das haben wir auch so kommentiert, ist auf diesem Platz falsch. Und du hast es beschrieben, das Interessante ist beim HSV, ist es am Anfang der Saison total ruhig geblieben. Und man muss da wirklich sagen, offensichtlich glauben die nicht nur an ihre Strategie, sondern die Strategie geht auch auf.

Die haben ja eine völlig neue Mannschaft zusammengestellt, die natürlich am Anfang der Saison noch nicht zusammenpassen konnte. Dann das Spiel gegen St. Pauli verloren, das Spiel gegen Bayern 0 zu 5 verloren. Hätte auch noch mehr sein. Das Spiel gegen Heidenheim mit Ach und Krach gewonnen, aber das war so ein Brustlöser.

Und jetzt auf einmal dann irgendwie, und das ist vielleicht auch hoffentlich der neue HSV, der in solchen Situationen ruhig bleibt und weitermacht und an der Strategie festhält. Und vielleicht dreht sich das Ganze, ansonsten hast du natürlich recht. Es ist eine Momentaufnahme. Ich finde schon, das kann man auch mal anerkennen.

Also es gab ja auch in der Vergangenheit viele, ich nenne es jetzt mal illustre Persönlichkeiten, die da im Vorstand rumwirbelten. Nicht alle hatten auch, glaube ich, die ganz große Kompetenz oder das große Herz für den HSV. Auch das ist, glaube ich, in den letzten Monaten, auch Jahren schon anders geworden.

Gucken wir nochmal, wo stand der HSV beim Abstieg? Was waren das für Bilder? Irgendwie Fans, die eine Rakete nach der nächsten aufs Spielfeld schießen. Eine berittene Polizei. Das hat ja echt was von Bürgerkrieg da im Stadion, wo man echt denkt, Leute, es ist nur Fußball. Und das war ein Abgang so, wie ich als natürlich Pauli-Fan den HSV auch wahrgenommen hatte, ein bisschen großkotzig und dann noch ein schlechter Verlierer.

Immer auch mit schwierigen Fans. Gerade als ich irgendwie früher ins Stadion ging, also man muss ganz ehrlich sagen, da liefen richtig viele Nazis noch rum. Das war natürlich bei St. Pauli nie so. Und heute muss man fairerweise sagen, ist es einfach, und das ist auch, muss man anerkennen, ist es anders geworden.

Man hat den schwierigen Saisonstart mit Ruhe und mit viel Beifall hingenommen. Die Leute gehen ins Stadion, die Leute benehmen sich im Stadion, die machen eine gute Choreografie. Im Umfeld ist es leise. Das ist auch echt mal, das muss man auch vom Kiez aus blickend anerkennen und sagen, wow. Jetzt sind wir uns einig. Nein, wir sind uns nicht einig. Nein, wir sind uns nicht einig.

Ja, ich will jetzt auch nicht meinen eigenen Verein schlecht machen, aber Aber ich bin ja immer dafür, man muss auch Probleme benennen und dieser Fall Jackson Irvine, der geht mir da schon ein bisschen an die Knochen. Du hast es gut beschrieben, weil es eben auch um die Identifikation geht, um das, was den FC St.

Pauli ja jenseits des Sports ausmacht und da, glaube ich, ist das einer drüber. Zum Schluss noch kurz ein Blick auf den Blockfall, diesmal nicht so ausführlich, weil man muss sagen, ja, diese Woche zwei neue Prozestage. Es haben Menschen ausgesagt, die die Entführung in Dänemark beobachtet haben. Richtig neue Erkenntnis aus deiner Sicht?

Nee, das Bild, was man im Kopf hat, hat sich glaube ich so ein bisschen verfestigt. Also gut, dass es die Entführung gab, das ist ja klar, darüber gibt es ja keine zwei Meinungen. Wer sie beauftragt hat, wissen wir immer noch nicht, aber natürlich hat sich diese Woche wieder gezeigt, dass es schon ein gesteigertes Interesse der Familie Block daran gab, auch mit halblegalen oder illegalen Mitteln die beiden Kinder zurückzubringen.

Da sagt man ja, die Kinder wurden entführt von Stefan Hänsel, wir haben sie zurückgeholt. Aber wie gesagt, Selbstjustiz ist immer schwierig. Und trotzdem frage ich mich, also dieser Prozess, der ja noch sehr, sehr lange dauern wird, also wir haben noch nicht mal die Hälfte der angesetzten Prozestage erreicht, ein gutes Drittel, ein gutes Drittel, ja, nicht mal das.

Kommt das denn, weißt du, es kommt doch tatsächlich auf die Frage an, man muss doch irgendetwas gefunden haben, wenn es da was gibt, dass Christina Block mit irgendjemandem telefoniert hat, irgendjemandem eine Mail geschrieben hat, irgendjemandem Geld überwiesen hat. Und dann hört man immer von den Leuten, die die Akte kennen, sagen, ja, ja, das, warte mal ab, das kommt alles noch. Da gibt es ja Beweise.

Und dann frage ich mich, warum fängt man damit nicht an? Warum sagt man nicht, guck mal so? Weil dieses Ganze, dass es die Entführung gab, unstrittig. Dass er sich dabei verletzt hat, unstrittig. Also man kann das Ganze und das Ganze macht es auch nicht besser, ob das jetzt fünf Leute beobachtet haben oder zehn.

Die entscheidende Frage ist doch, wenn die Behörden bei ihren Ermittlungen irgendwas gefunden haben, dann bitte präsentiert das doch jetzt irgendwann mal. Ja, es ist halt ein Indizienprozess. Also es gibt halt immer neue Indizien, die es sehr wahrscheinlich machen, dass die Israelis mit dem klaren Auftrag der Angeklagten da...

Tätig geworden sind, aber du hast recht, die Smoking Gun, die fehlt noch ein bisschen und deshalb wird man wahrscheinlich weiter Indiz, um Indiz sammeln. Das ist ja die Frage, aber die Frage ist ja, also wenn man sich umhört, dann gibt es ja auch Leute, die sagen, nein, nein, nein, das ist schon irgendwo, die haben schon was gefunden, das ist nur noch nicht zur Sprache gekommen, das kann ich nicht glauben, weil da müsste man diesen Prozess ja nicht unendlich in die Länge ziehen.

Er zieht sich in die Länge und in der nächsten Woche werden wir nicht drüber sprechen, über den Blog-Prozess. So viel kann man sagen. Weil er pausiert. Weil er nämlich pausiert, aber ich glaube, wir werden dann einiges zu besprechen haben. Aber es ist schon, also ich muss auch sagen, ich weiß nicht, ob du es gesehen hast, ich war in München beim Oktoberfest und es gibt ja ein Nachrichtenmagazin, was in München erscheint.

Und ich dachte, da will ich mich laus der Affe, als ich da im Kiosk war und der Fallblock, der Aufmacher des Nachrichtenmagazins Fokus war, wo man sich wirklich die Frage stellt, hat dieses Land keine anderen Probleme als dieses Familiendrama? Offenbar nicht. Offenbar nicht. Wir sprechen, wir dürfen uns auch nicht beklagen, weil wir haben auch viel darüber gesprochen.

Ja, aber wir sind eine Hamburger Zeitung und wir sind kein Münchner Nachrichtenmagazin. Das stimmt. Matthias, das war wie immer hochinteressant mit dir. Wir sprechen nächste Woche wieder. Mit dir auch. Und ich trigger schon mal an. Die Woche darauf haben wir eine ganz besondere Folge. Da geht es nämlich um Matthias, der ins Kloster geht.

Hast du mal Ruhe vor mir? Nein, aber leider nur eine Woche. Bis nächste Woche. Tschüss. Tschüss. Auf abendblatt.de slash podcast.

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