
Akte Rheinland· Staffel 10· Folge 8
Aufstieg und Fall des "Spargelkönigs"
Montag, 11. Mai 2026 · 1 h 31
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Shownotes
Auf einem Hof in Bornheim baut Claus Ritter jahrelang ein landwirtschaftliches Imperium auf: Spargel, Erdbeeren, hunderte Saisonkräfte, Folientunnel – ein Betrieb, der in der Region weithin bekannt ist. Als 2020 die GbR des Ehepaars Ritter insolvent wird, geraten nicht nur Finanzen, Müllentsorgung und Arbeitsbedingungen in den Blick, sondern auch der Fuhrpark.
Wir rekonstruieren, wie es zu dem Ermittlungsverfahren kommt, welche Punkte die Insolvenzunterlagen liefern – und welche Konflikte rund um die Saison 2020, Lohnfragen und Unterbringung der Erntehelfer den Fall zusätzlich öffentlich machen. Außerdem sprechen wir über die zwei Prozesse, die das Verfahren nach sich zieht.
Zu Gast sind die diesmal GA-Reporter Sven Westbrock und Tobias Al Shomer vom WDR.
Berichterstattung zum Fall (beispielhaft):
ga.de/region/voreifel-und-vorgebirge/bornheim/…
ga.de/region/voreifel-und-vorgebirge/bornheim/…
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Unser Podcast zum Fall Michael Winterhoff (cdn.audiorella.com/podcasts/1465-akte-winterho…)
Akte Rheinland bei YouTube (youtube.com/playlist?list=PLKxR-1mH7nhxNVq2lgM…)
General-Anzeiger Bonn: ga.de
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Akte Rheinland. Ein Podcast des Bonner Generalanzeigers über wahre Verbrechen. Bonn. 23. Oktober 2023. Landgericht. Ein Strafprozess beginnt. Mit einem Geständnis. Vor der 11. Großen Strafkammer geht es um eine lange Liste von Vorwürfen. Bankrott, veruntreuende Unterschlagung, vorenthalten von Arbeitsentgelt, besonders schwerer Betrug und eine falsche Versicherung an Eides statt.
Angeklagt sind neben einem ehemaligen Spargelbauern auch seine Ehefrau und die gemeinsame Tochter. Die Anklage beziffert den Schaden aus dem Bankrott auf 1,7 Millionen Euro. Dazu kommen weitere 1,3 Millionen Euro, die der Hauptangeklagte sich durch Betrug verschafft haben soll. Über seinen Anwalt lässt er erklären, er wolle reinen Tisch machen.
Fast alle Vorwürfe treffen zu. Der größte Teil der Schuld liege bei ihm. Sagen, bestimmen, entscheiden. Das sei immer sein Part gewesen. Hi und willkommen zu einer neuen Episode von Akte Rheinland. Hier geht es an jedem zweiten Montag um Verbrechen und Kriminalfälle aus dem Rheinland, speziell aus der Region um Bonn.
Ich bin Anna-Maria Bekes und hier ist heute manches ein bisschen anders als sonst. Zum einen geht es heute um einen für uns doch eher ungewöhnlicheren Fall. Zum anderen habe ich heute zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder mehr als einen Gast hier im Studio. Wir haben es uns sehr kuschelig heute gemacht.
Zum einen ist hier mein Kollege Sven Westbrock. Hallo Sven. Du bist ja Chefreporter inzwischen in unserer Lokalredaktion Siebengebirge. Als du dich mit diesem Fall befasst hast, über den wir heute sprechen, da warst du das noch nicht und da warst du eigentlich ganz, ganz frisch beim Generalanzeiger gerade gelandet. Genau, ein paar Wochen.
Ich war damals im Vorgebirge unterwegs, also im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis. Und in dem Gebiet spielt ja auch der heutige Fall. Ja, und der dritte hier im Studio ist Tobi Al-Schomer. Hi. Hi. Du bist Journalist, hast für den WDR wiederum den Fall begleitet, bist also quasi heute ein Externer bei uns.
Aber ihr habt ja damals sozusagen zusammen recherchiert und wir haben auch quasi zusammen veröffentlicht teilweise. Es ist ja zum Glück so, dass Medien manchmal auch zusammen und nicht gegeneinander arbeiten. Das ist ja immer sehr nett. Ja, in der Episode, die wir jetzt aufnehmen, werden wir es grundsätzlich so handhaben, dass ihr beide den Fall aus eurer Sicht erzählt, von euren Recherchen berichtet, von euren Erinnerungen und uns da so ein bisschen mitnehmend.
Tobi, du kannst vor allem auch über den späteren Gerichtsprozess und das Verfahren, glaube ich, recht viel sagen. Und das heißt natürlich nicht, dass nicht jeder von euch jederzeit irgendwas einwerfen kann. Ich versuche so ein bisschen, einen roten Faden beizubehalten, wobei ich mit dem Fall selber jetzt noch nicht ganz so tief.
Was ich vielleicht sagen kann, Anna, das ist, obwohl ich da auch schon 12, 13 Jahre beim WDR war, als ich darüber berichtet habe, einer der Fälle oder einer der Recherchen, die mir echt in Erinnerung geblieben ist, weil das journalistisch auch herausfordernd war, da musste man sehr tief bohren, da musste man wirklich auch mal drei Ecken rumgehen, aufwendig telefonieren.
Und ich kann mich erinnern, an einem Sonntag habe ich mal eine halbe Stunde lang oder sogar eine Stunde lang mit einem Menschen aus der Schweiz telefoniert, einfach nur, um meine Informationen zu verifizieren. Das war tatsächlich journalistisch bislang eine der herausforderndsten Recherchen meiner Karriere.
Ja, finde ich spannend, weil das ist für uns eigentlich hier eher ein ungewöhnlicherer Fall. Es geht nämlich nicht um das klassische Kapitalverbrechen. Also es geht hier weder um Mord noch um Totschlag. Ja, und auch ansonsten nicht um Straftaten, die jetzt irgendwie, ja, sich mit körperlicher Unversehrtheit zu tun haben. Vielen Dank.
Schaden angerichtet hat der Mann, über den wir jetzt gleich vorrangig sprechen werden, aber durchaus. Und vor allem ist er ganz schön tief gefallen, kann man sagen. Vom Chef eines florierenden Unternehmens zum verurteilten Straftäter und vom sogenannten Spargelkönig zum Gefängnisinsassen. Wir sprechen jetzt über Klaus Ritter.
Ja, und das ist sein echter Name tatsächlich. Wir ändern hier ja normalerweise, das kennt ihr, alle Namen, um die Persönlichkeitsrechte zu wahren. Natürlich möchten wir auch die Persönlichkeitsrechte von Klaus Ritter wahren. Aber dieser Mann ist hier in der Region eine Person des öffentlichen Interesses.
Es wäre lächerlich einfach, seinen Namen rauszufinden durch einmal googeln. Deshalb nennen wir den heute ausnahmsweise, auch wenn viele von euch den Namen vielleicht nicht kennen. Sven, magst du mal ein bisschen erzählen, wer Klaus Ritter ist? Ja, also Klaus Ritter ist eigentlich gelernter Kfz-Mechaniker, hat man damals wahrscheinlich noch gesagt. Heute heißt es, glaube ich, Mechatroniker.
Aber ich schätze mal, Klaus Ritter hat noch Kfz-Mechaniker gelernt. Und ja, die Landwirtschaft, das war eigentlich eher so ein Nebenerwerb, den er in den 80er Jahren mit seiner Frau aufgezogen hat. Und ja, so gegen Ende der 90er Jahre muss das Ganze dann so groß geworden sein, dass es ein richtiges Business eigentlich wurde, kann man sagen.
Also Klaus Ritter hat sich da auch als sehr innovativ herausgestellt. Er war meines Wissens nach im Rheinland so einer der Ersten, der mit Folientunneln gearbeitet hat, die es einfach ermöglichen, dass man früher mit den Erdbeeren zum Beispiel rauskommen kann. Also um das direkt zu sagen, er hat vor allem Spargel und Erdbeeren angebaut.
Genau, das waren seine Steckenpferde. Am Anfang gab es auch noch so ein paar andere Sachen, Kirschen, Brombeeren, glaube ich, sowas, aber hinterher Spargel, der Spargelkönig und halt eben auch Erdbeeren, genau. Ja, das ist Klaus Ritter. Der ist da lange, glaube ich, sehr erfolgreich gewesen, sehr gut mitgefahren, hatte große Pläne, wollte auch, glaube ich, mal ein Restaurant eröffnen.
Da fehlten dann aber die Genehmigungen. Das hat dann, ja, hat nicht geklappt, aber er hat immer sehr groß schon gedacht, kann man sagen. Wenn ich jetzt ganz kurz ergänzen darf, Klaus Ritter war dafür vor allem bekannt, dass er durch die Folientunnel sehr früh Erdbeeren liefern konnte. Er war meistens einer der Ersten, der schon reichlich Erdbeeren liefern konnte.
Deswegen war er bei den Großhändlern, das bäuerliche landwirtschaftliche Business funktioniert ja so, dass die Ernten an Großhändler abgegeben werden, die die vermarkten. Und da waren diese Großhändler, ein ganz großer zum Beispiel ist Frutania. Da sind wir sehr froh, dass sie von Klaus Ritter sehr früh mit Erdbeeren beliefert wurden.
Jetzt kann man direkt dazu sagen, das wird ja noch eine Rolle spielen, dieser Anbau der Erdbeeren in diesen Tunneln ist dazu auch noch sehr teuer. Also das kostet ja durchaus viel Geld. Kannst du vielleicht, Tobi, ein bisschen was dazu sagen, was er so persönlich für ein Mensch ist? Was hast du für einen Eindruck von ihm gehabt?
Ich glaube, wenn man auf seine Historie guckt, dass er, und jetzt gehe ich zwar von den Erdbeeren zum Spargel weg, dass er den Bornheimer Spargel als Marke mit etabliert hat. Dafür war er maßgeblich verantwortlich. Er war auch das Gesicht des Bornheimer Spargels, hat sich da immer der Spargelkönig präsentiert.
Und das ist, glaube ich, auch einer der Gründe, warum wir heute hier den Namen Klaus Ritter öffentlich nennen dürfen. Weil wer sich so oft wie Klaus Ritter in der Vergangenheit als Spargelkönig präsentiert und sich da auch feiern lässt und auch Werbung damit macht, der muss nachher auch mit den Nachteilen davon leben.
Er ist ein Experte gewesen, auch wenn er, wie Sven sagt, Kfz-Mechaniker gelernt hat, hat er sehr schnell in diesem landwirtschaftlichen Business Fuß gefasst. Und das haben mir alle, mit denen ich immer geredet habe, so viele auch negativ über ihn geredet haben, bestätigt, dass der Mann wirklich was auf dem Kasten hatte, dass der wusste, was er tat und dass er auf seinem Gebiet ein Experte war.
Er ist ein Mensch, der sehr gut mit Menschen konnte, der im direkten Kontakt mit Menschen sehr schnell Vertrauen aufbauen konnte. Weil anders kann ich mir das nicht erklären, dass sogar nachher, als viele Dinge, die Millionen Schulden, die er verursacht hat, schon bekannt waren, da gab es immer noch Menschen, die ihm Geld geliehen haben.
Ja, auf die ganze Geldgeschichte, da kommen wir noch ganz ausführlich zu sprechen. Wenn ich das richtig verstanden habe, hat Klaus Ritter sich sogar, als er da schon wirklich auf dem Höhepunkt seiner Karriere war, noch selber in diese Spargelverkaufsstände gestellt und den Spargel verkauft und war dann so wirklich auch dieses Gesicht der Firma auf dem Höhepunkt seines Erfolgs.
Leitet er also einen Betrieb mit, ja... In den besten Zeiten rund 10 Millionen Euro Umsatz. Der baut auf fast 150 Hektar Land vor allem Spargel und Erdbeeren an. Und er beschäftigt pro Saison um die 500 Erntehelfer, die für ihn auf den Feldern arbeiten. Und das ist ziemlich anstrengend, oder? Knochenjob, kann man sagen.
Die physische Belastung ist extrem. Die Saisonkräfte kommen größtenteils aus Osteuropa, Rumänien jetzt im Fall Ritter speziell. Da das Hauptherkunftsland. Und ja, sechs Tage die Woche bis zu zehn Stunden in wirklich spartanischen Unterkünften. Und dann aber wiederum bei 50 Grad Erdbeeren pflücken. Die Gegensätze sind doch einfach extrem. Ich glaube, ich würde es nicht aushalten.
Ja, es ist auch durch diese gebückte Tätigkeit wahnsinnig belastend für den Rücken und für die Beine. Es ist ja interessanterweise so, dass ein Kollege von uns mal für einige Zeit, Ich dachte eher, sie hätte das für einen Tag gemacht, aber der war da tatsächlich ein paar Wochen und hat in dieser Zeit übrigens auch da als Erntehelfer selbst gearbeitet.
Und der hat das wirklich recht treffend beschrieben. Also einmal dieses körperlich Anstrengende, dann aber auch diese total monotone Tätigkeit. Und der hat dann irgendwie so beschrieben, das Gehirn wird da förmlich geleert sozusagen. Und das alles übrigens natürlich zum Mindestlohn. Die meisten dieser Saisonarbeiter, hast du gerade schon gesagt, kommen aus Südosteuropa, im Falle Ritter vor allem aus Rumänien.
Ja und die Arbeiten dann, das ist natürlich auch wichtig, nur in dieser Erntesaison für dieses Bornheimer Unternehmen werden da eingeflogen, wenn ich das richtig verstehe. Auf jeden Fall reisen sie ein und reisen dann auch nach diesen Monaten wieder aus. Ob sie mit Flugzeug wirklich kommen, das war ich persönlich jetzt mal zu bezweifeln, wenn ich auch die Entlohnungsmodalitäten bei Klaus Ritter kenne.
Da habe ich meine Zweifel. Wobei ich glaube, dass unsere Zuschauer das insofern richtig sehen sollten. Das ist ein geringer Lohn. Allerdings für die Menschen in Rumänien ist das ein so guter Lohn, dass über Jahre hinweg Klaus Ritter immer auf einen konstanten Bestand an Erntehelfern bauen konnte. Das waren nicht immer eins zu eins dieselben, aber es gab einen festen Stamm, der sich da etabliert hatte.
Und auch das, glaube ich, ist dem Verdienst von Klaus Ritter zurückzuführen, dass er gut mit Menschen konnte. Und dass, egal welchen widrigen Bedingungen er diese Menschen auch beschäftigt hat, es a für diese Menschen eine gute Entlohnung war, mit der sie in ihrer Heimat auch lange, lange leben konnten.
Das war der Grund, warum sie jedes Jahr wieder nach Bornheim gekommen sind. Er aber auch diese Menschen bei der Stangenhalte konnte, über seinen Charakter, über seine Ansprache, einfach über seine Persönlichkeit. Bei der Spargelstange. Naja, ich habe eine kleine Anekdote gefunden. Ich habe natürlich unsere Berichterstattung auch so ein bisschen durchwühlt und wir haben ja recht oft über Klaus Ritter und seinen Spargel vor allem berichtet.
Also auch wenn dann die ersten Spargelstangen aus dem Boden kommen und so weiter, gibt es dann alljährlich da Berichterstattung. Und ich fand das ganz sinnbildlich. Während also die Erntehelfer da wirklich, wie du beschrieben hast, so einen richtigen Knochenjob machen, hat Klaus Ritter ja vor allem viel Umsatz gemacht auf dem Höhepunkt seiner Karriere.
Und er hat, das hast du eben schon angedeutet, immer gern die Öffentlichkeit gesucht und hat dann auch mal beschrieben, dass er selbst auch so wahnsinnig gern den Spargel ist und jeden Tag. Und dann hat er das genau beschrieben, wie er den zubereitet und mit Gorgonzola und drüber und so, Solandaise und so weiter.
Und ich fand das irgendwie, ich habe mich dann gefragt, kriegen die Ante-Helfer das eigentlich auch? Ja, ich bin ja, wie vorhin kurz erwähnt, schon so 2020 zum GA gekommen, also ist jetzt auch schon sechs Jahre her. Wenn ich unserer Berichterstattung da vertrauen darf, und ich glaube, das darf ich, dann war es im Jahr 2019 so, dass nicht weniger als 18 Verkaufsstände da hier in der Gegend von Ritter standen. Also die gehörten wirklich zum Stadtbild.
Und ich kann auch sagen, später noch, als es da nicht mehr so gut lief für ihn, da waren diese Stände immer noch da und haben hier wirklich die Region geprägt, eigentlich fast an jedem Ackerstand sowas. Das stimmt, das kennt tatsächlich jeder hier, ne? Also ich zitiere nochmal ganz kurz. Er hat nämlich uns berichtet, wie er seinen Spargel am liebsten isst. Also gerne klassisch mit Kartoffeln und Soße Hollandaise.
Oder auch in mediterraner Art, das ist es nämlich. Dazu brät er die geschälten rohen Stangen in der Pfanne mit Pinienkern und Cocktailtomaten an. Auf dem Teller gibt er Gorgonzola-Käse über das noch warme Gemüse und rundet das Gericht mit Olivenöl und Barsamico-Essig ab. Auch das war aber Klaus Ritter. Also Klaus Ritter konnten wir beim WDR immer anrufen. Ich weiß von Kollegen, die haben mir das berichtet, als ich zu Ritter recherchiert habe, die meinten, Tobi, den Klaus Ritter, den kannst du auch nachts anrufen.
Dann geht er ran und sagt, was kann ich für Sie tun, was brauchen Sie? Also es war, Marketing kann ja man einfach. Ja, ja, und ein richtiger Rheinländer, ne? Ja, ganz kurz, falls jemand noch ein Spargelrezept braucht, also ich habe gestern im Airfryer Spargel gemacht, 10 Minuten, 200 Grad, bisschen Olivenöl, Salz, Knoblauch, ein Traum.
Ja, ob der Klaus Ritter das auch so sehen wird, ist die Frage, ne? Aber der ist ja sowieso, wie ich übrigens auch, ich habe noch nicht das nötige Kleingeld, jemand, der Sinn für die schönen Dinge im Leben hat. Da gehörten auch schnelle Autos dazu. Absolut. Können wir gleich noch vertiefen, das Thema.
Aber der Fuhrpark war nicht schlecht. Ja, ja, ein Genussmensch, definitiv. Und er hat auch in vollen Zügen genossen, das werden wir noch hören, wozu wir jetzt kommen. Das ist nämlich im Grunde das Ende dieses Höhenflugs, den er da doch viele Jahre hatte. Und zwar ist dieses Ende, zumindest als die Öffentlichkeit dann davon erfährt, im Februar 2020 erreicht, also zwei Monate vor Beginn der neuen Spargelsaison.
Da gibt es nämlich plötzlich mal schlechte Nachrichten vom Spargelhof Ritter. Ein Gläubiger hat Insolvenz für diese GbR, also Gesellschaft beschränkten Rechts heißt es, von Sabine und Klaus Ritter beantragt. Also das ist die Firma, die er und seine Frau gemeinsam gegründet haben. Was ist denn da jetzt los? Ich glaube, man muss noch mal drei Jahre zurückgehen.
Weil wir haben vorhin gesagt, Ende der 90er fing das so richtig an, das Business. Und lief immer besser. Und ja, wenn unser Archiv auch da recht hat, dann war 2017 so das erste Jahr, wo man eine Delle da reinkam. Ja, gestiegene Kosten, schlechtes Wetter. Und dazu kam auch immer, dass der Genussmensch Klaus Ritter offenbar wenig von Rücklagen gehalten hat.
Und drei Jahre später, 2020 ... Ist die Firma insolvent. Beziehungsweise jetzt ist sie noch nicht insolvent. Erstmal gibt es nur dieses Sicherungsverfahren, so nennt man das. Und das klingt da noch, ja, es klingt fast noch ein bisschen harmlos. Also die Gerichtssprecherin vom Amtsgericht Bonn war das damals, hat uns dann bestätigt, ja, es gibt ein Insolvenzverfahren, aber erst mal, ja, gibt es nur Sicherungsmaßnahmen. Also es gibt einen Insolvenzverwalter.
Und das ist wohl ein offensichtlich recht übliches Verfahren, wenn Gläubiger einer Geldforderung Nachdruck verleihen wollen. Das heißt aber natürlich auch, es gibt hier einen Gläubiger, der sein Geld will und offensichtlich nicht bekommt von Klaus Ritter. Es gibt mehrere Gläubiger. Das wissen wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Wir haben aber vielleicht noch einmal um diese...
Frage anzusprechen, 150 Hektar wurde gerade gesagt, das ist ja eine riesige Fläche, aber man muss wissen, diese Flächen, die waren gepachtet und da gibt es ganz viele Eigentümer. Die gehören nicht ihm selbst, das wird auch noch ein Thema. Ganz einmal kurz dazwischengrätschen, es gibt natürlich das Insolvenzverfahren in Eigenregie, nach meinen Informationen liegt es hier nicht vor, sondern es war ein klassisches.
Insolvenzverfahren, wo auch ein Insolvenzverwalter, der ja auch später noch eine Rolle spielen wird, auf den wir noch zu sprechen kommen und da war es hier schon so, dass aufgrund einer fehlgeschlagenen Ernte dann, Sven hat es gesagt, gar keine Rücklagenvorlagen. Weil normalerweise muss man sagen, bei so einem Betrieb, den Klaus Ritter betrieben hat, mit dem Umsatz, mit der Größenordnung, ist eine Saison, eine Delle kein Problem.
Wir haben es gerade eben schon mit dem guten Leben angesprochen. Das wird da noch eine Rolle spielen. Ich kann es einmal spoilern. Das ist einer der Gründe oder für mich der Hauptgrund, warum keine Rücklagenvorlagen. Und das führte dazu, dass Klaus Ritter dann zahlungsunfähig war. Und zahlungsunfähig vor dem Hintergrund muss man auch sehen, dass er wirklich nur das laufende Geschäft nicht mehr bezahlen konnte.
Da reden wir noch nicht über die Erntehelfer. Also kommen wir später, weil das führt zu immensen Problemen dann. Das hat eine Welle dieses Insolvenzverfahren ausgelöst, die noch über mehrere Monate anhält und auch dem Insolvenzverwalter sehr große Probleme bereitet. Ja, da kommen wir gleich noch genauer zu, genau wie du sagst.
Jetzt ist es ja so, ich habe eben gesagt, Klaus Ritter war eigentlich immer gut erreichbar und gern erreichbar. Jetzt hast du ihn aber auf einmal nicht mehr erreicht. Handy aus, Festnetz besetzt. Ja, ich sag mal so, die Gespräche sind auch kürzer geworden, als er dann gecheckt hat, wer angerufen hat.
Da war dann plötzlich tut, tut, nichts tat sich mehr in der Leitung. Er wollte nicht mehr so gerne sprechen. Auch da finde ich es mir wichtig, auch wenn es kleinig klingen mag, dass wir die Zeit, dass wir es zeitlich einordnen. Am Anfang des Insolvenzverfahrens hat sich Klaus Ritter in der Öffentlichkeit gezeigt. Er hat bereitwillig Interviews übrigens auch jeder Mann gegeben.
Er hat sogar nach den ersten, unseren ersten sehr negativen Recherchenveröffentlichungen, hat er noch schriftlich per Mail geantwortet. All das, was du jetzt gerade angesprochen hast, kommt zeitlich ein bisschen später dann, als die Berichterstattung schon läuft, als immer mehr offenbar wird. Also auch dieses gute Leben, Luxus-Oldtimer können wir hier schon mal sagen, weil das so ein Stichwort ist, was den meisten Zuschauer, Zuhörern und auch Lesern von euch bekannt sein dürfte.
Erst als das wirklich alles offenbar ist, da geht er auf Tauchstation und ist das bis heute geblieben. Das letzte Mal, als ich Klaus Ritter gesehen habe, war kurz vor Beginn des Gerichtsverfahrens. Da habe ich ihn auf einem Feld in Bornheim getroffen und da sagte er nur, als ich ihn mit der Kamera gedreht habe, lassen Sie mich in Ruhe, lassen Sie mich in Ruhe.
Da wirklich ging er dann komplett auf Distanz. Okay, verstehe. Ganz kurz einmal noch das Thema Erreichbarkeit. Es war dann auch so, dass der Insolvenzverwalter der Hauptansprechpartner war und da wiederum kann ich sagen, der war wirklich nicht so leicht zu erreichen. Ja, du bist ja dann selber zum Ritterhof gefahren nach Bornheim und Klaus Ritter hatte offensichtlich gesagt, ja, der Betrieb läuft hier ganz normal weiter, alles unverändert.
Sah das für dich da auch so aus, als du da vor Ort warst? Nein. Es ist so, dass es viel Müll da gab, Planen, aber auch bei den Unterkünften der Erntehelfer. Aber vor allem diese großen Plastikplanen, so zerknüddelt irgendwie hatte man den Eindruck. Und es war irgendwie eine komische Stimmung. Also es waren ja Erntehelfer da.
Aber trotzdem irgendwie ... Dass der Laden brummt, den Eindruck hatte ich wirklich nicht. Das wirkt auf jeden Fall zu diesem Zeitpunkt aus unserer Sicht alles so ein bisschen seltsam, also irgendwas ist da los, also jedenfalls wirkt es nicht mehr wie dieser florierende Betrieb, den wir kannten und zu diesem Zeitpunkt weiß niemand, welche Forderungen da genau bestehen oder welche Forderungen bestehen und ja, was das dann, du hast es schon angedeutet, mit bestimmten Investitionen zu tun haben könnte, über die wir ja zum Beispiel auch immer berichtet haben, beispielsweise diese Tunnel.
Wobei, wenn ich das noch ergänzen darf, zu dem Zeitpunkt, wo wir, glaube ich, auch schon oft auf dem Hof bei Ritter in Bornheim vor Ort waren, war es, glaube ich, weitestgehend erstmal uns nicht bekannt, mir zumindest nicht so bekannt, dass der Insolvenzverwalter da schon drin war und den Betrieb übernommen hatte.
Ich war selber mal in Hallen dort drin, habe gesehen, welche Spargelreste, vergammelte Spargelreste da auch lagen, vergammelte Erdbeerreste da lagen. Das lag zum einen daran, es gab ein System Klaus Ritter, das beherrschte aber ganz offensichtlich nur Klaus Ritter. Und der Insolvenzverwalter damals hat das nach seinen Ideen und nach seinem Denken fortgeführt.
Und diese beiden Systeme, Insolvenzverwalter Klaus Ritter, die haben kollidiert. Und im Normalfall ist es bei einem Insolvenzverfahren so, dass ein Insolvenzverwalter alles daran setzt, den Betrieb zu retten. Das funktioniert natürlich nur, wenn man den eigenen Betrieb erfolgreich fortsetzen kann, zumindest normal fortsetzen kann, wie er bis dahin lief.
Das war hier in diesem Fall aber unmöglich, weil es nachher zum Höhepunkt der Auseinandersetzung so war, dass Insolvenzverwalter und Klaus Ritter gegeneinander gearbeitet haben. Es eskalierte so weit sogar, dass der Insolvenzverwalter Klaus Ritter Hausverbot in seinem eigenen Betrieb erteilen musste.
Ja, das muss man sich vorstellen. Also wir sagen es einmal ganz kurz, der Vollständigkeit halber, ein Insolvenzverwalter wird vom Insolvenzgericht, in dem Fall als Amtsgericht hier in Bonn, eingesetzt. Das ist eine unabhängige Person, die dieses Verfahren, dieses Insolvenzverfahren organisiert und dafür sorgt oder es versucht, dass alles geordnet und fair abläuft.
Und in dem Fall war das ein Bonner Rechtsanwalt, der da als Insolvenzverwalter eingesetzt wurde. Ich wage zu spekulieren, dass das jetzt kein landwirtschaftlich erfahrener Mensch war. Den Eindruck hatte ich auch nicht. Ich auch nicht. Ja, also die Aufgabe ist dann eben, für den erstmal sich einen Überblick zu verschaffen.
Erstmal geht es aber jetzt noch, bevor dann wirklich die Insolvenz eingeleitet wird, ja um den Müll, den du gerade erwähnt hast, Sven. Also da liegt offenbar jede Menge Müll auf diesem Gelände. Was passiert denn damit und warum liegt der da überhaupt? Also warum er da liegt, ja, das wäre jetzt Spekulation, aber wahrscheinlich, weil der Betrieb einfach nicht mehr so ordnungsgemäß läuft. und warum er nicht abgeholt wird, das kann ich sagen.
Und zwar hat die RSAG, die dafür zuständig war, einfach keinen Auftrag mehr gehabt. Also das ist das Abfuhrunternehmen hier im Rhein-Sieg-Kreis. Dann ist er aber auch, als dann diese Bilder durch die sozialen Medien auch gingen, auch relativ plötzlich dann abgeholt worden, scheinbar über Nacht, wahrscheinlich von Bekannten, Angehörigen, Leuten aus dem Umfeld jedenfalls von Klaus Ritter, die sich dann hinterher auch dagegen gewehrt haben auf Facebook und Co. Das sähe jetzt alles sauber aus.
Aber da lag das Zeug da halt schon eine ganze Weile. Also die RSAG, dieses Müllunternehmen sozusagen, hat keinen Auftrag mehr gehabt, schlichtweg, weil Klaus Ritter seine Rechnung nicht mehr bezahlt hat. Das ist korrekt. So, jetzt sind wir also Anfang März 2020, um das nochmal einzuordnen. Jetzt wird das Insolvenzverfahren über diesen Betrieb tatsächlich eröffnet.
Also Spargel Ritter ist insolvent. Und die Zukunft dieser GbR von Sabine und Klaus Ritter, die liegt jetzt also in den Händen dieses Insolvenzverwalters, dieses Bonner Rechtsanwalts. Und der sagt dann erstmal, das hört sich eigentlich erstmal alles ganz okay an, also er sagt, der Betrieb sei bis zum Abschluss der diesjährigen Ernte, also Ernte 2020 gesichert.
Und nennt dann irgendwie einen nicht, also er nennt ihn nicht mit Namen, aber er sagt, es gibt einen Finanzierungspartner und dann soll es eine übertragene Sanierung geben. Also das Unternehmen soll in eine neue Gesellschaft überführt werden. Es gäbe da schon Gespräche mit möglichen Investoren und so weiter und so fort.
Hört sich eigentlich immer, also hört sich alles erstmal ganz gut an. Und wie gesagt, Klaus Ritter sagt, läuft hier alles unverändert weiter. Aber so richtig unverändert läuft es nicht weiter, Denn da klingt schon an, das sagt nämlich diese Insolvenzverwalter, das habt ihr eben auch schon angedeutet, es fehlt einfach an Rücklagen. Korrekt.
Also schlichtweg, die sind pleite. Dass die Rücklagen fehlen, ist nicht das einzige, vielleicht sogar noch nicht mal das größte Problem für die Zahlungsunfähigkeit natürlich. Aber dafür, dass der Betrieb nicht mehr weiterläuft, ist das größte Problem, dass Kraus Ritter und der Insolvenzverwalter gegeneinander arbeiten, weil sie komplett unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie man diesen Betrieb führen muss.
Du hast es eben selber schon gesagt, Sven hat es auch so gesehen, dass wir beide davon ausgehen, dass der Insolvenzverwalter der Bonner nicht wirklich Expertise im Bereich Landwirtschaft hatte und schon gar nicht Expertise im Bereich Erdbeer und Spargel hatte. Das hat er, ich konnte ihn damals zu der Zeit auch mehrmals sprechen, wir haben ihn im WDR auch interviewt, das hat er auch selber übrigens offen eingeräumt, hat er gar keinen hier draus gemacht.
Allerdings ist es halt so, das System Klaus Ritter, wie ich es gerade eben genannt habe, war nicht nur auf dem Hof an sich die Abläufe und alles, wie es gemacht wurde, auf Klaus Ritter ausgerichtet. Das System Klaus Ritter beinhaltete auch, dass sich Klaus Ritter manchmal über die Regeln, sage ich mal, insofern, wie ich es wahrgenommen bin, weggesetzt hat.
Oder sie großzügig ausgelegt hat. Oder sehr großzügig ausgelegt hat. In jedem Fall hat er sie so großzügig ausgelegt, dass der Insolvenzverwalter da gesagt hat, da gehe ich nicht mehr mit, weil da verlassen wir zumindest den rechtlich gesicherten Bereich und den kann der Insolvenzverwalter nicht verlassen, da muss er drin bleiben. Ja, richtig.
Jetzt muss man einmal dazu sagen, es ist natürlich auch bei weitem, wie du schon sagst, nicht das einzige Problem, das Klaus Ritter hat und jetzt kommt noch ein dickes Problem dazu, das aber natürlich viele in dem Fall in diesem Jahr haben und das ist die Corona-Pandemie. Also die setzt natürlich auch diesem Betrieb logischerweise zu.
Das stimmt und vor allem muss man ja bedenken, unter was für Bedingungen auch die Erntehelfer da leben. Die sind in Containerunterkünften untergebracht. Die hygienischen Zustände da haben für mich jetzt nicht so erst reingewirkt und das ist natürlich was, was ganz erschwerend hinzukommt. Und damit natürlich auch ehrlich gesagt keiner rechnen konnte.
Also dass wir eine Pandemie haben. Ich weiß auch noch, wie wir Anfang 2020 in der Redaktion saßen und das auch alle nicht so fortwahrhaben wollten jedenfalls. Wie gesagt, das geht natürlich nicht nur Klaus Ritter so, sondern vielen Landwirten und vielen Wirtschaftszweigen insgesamt. Jetzt ist es so, es kommen natürlich auch viel weniger Erntehelfer als die 500, die er da normalerweise pro Jahr hat. Also am Anfang sind es nur 50.
Und das wird auch nicht wesentlich mehr, weil die einfach nicht einreisen können wegen Corona. Und das ist alles, ja, es läuft alles ziemlich schlecht für ihn, sagen wir es mal so. Es spitzt sich immer mehr zu. Jetzt kommen wir in den Mai 2020 und eigentlich geht es dann erst richtig los mit den Problemen.
Ja, der Insolvenzverwalter, der stellt dann nämlich die Spargelernte wegen mangelnder Nachfrage einfach ein. Das wiederum liegt an Corona. Ja, und an dem, was da auch dran hängt. Also Corona, man muss sich ja darüber im Klaren sein, die Gastronomie ist dicht. Wer soll den Spargel abnehmen? In welchen Restaurants soll der gegessen werden?
Und damit ist ja diese ganze Kette eigentlich passé. Und ja, ich weiß noch, es war Freitagvormittag. Ich war mit einem Kollegen vor Ort und die Felder waren verwaist im Prinzip. Und die Arbeiter, die waren aber nicht weg. Die waren auf dem angrenzenden Hof. Und da ist dann auch schnell klar geworden, dass die teilweise einfach auf Geld warten, dass die nicht bezahlt wurden.
Und da erahnt man dann auch schon, dass die Finanzprobleme bei Klaus Ritter, dass die ... Gewisses Ausmaßwohl haben. Aber auch da möchte ich kurz einhaken, dass die Erntehelfer Geld verlangen. Da gibt es auch zwei Sichtweisen. Die eine ist die, dass der Insolvenzverwalter immer gesagt hat, dass er diese Erntehelfer wie vertraglich vereinbart bezahlt hat.
Ich persönlich habe keinen Zweifel daran, weil der Insolvenzverwalter ein sehr integrer Mann, ein sehr integrer Anwalt ist und ein erfahrener Insolvenzverwalter ist, dass der da faul gespielt hat, was im Raum stand, was wir nie belegen konnten, weil wir da nie Belege für hatten. Aber was im Raum stand, war, dass offenbar auch die Erntehelfer.
Andere Gelder noch auf die warteten und deswegen erbost waren, weil die Spargelhelfer, mit denen ich, oder die Erntehelfer, mit denen ich gesprochen habe, die sagten, dass sie einfach noch auf Geld warten, dass sie Geld noch zu bekommen haben. Wenn der Insolvenzverwalter jetzt sagt, dass er sie nach vereinbarten Stunden nun bezahlt hat, dann wird es einen anderen Weg gegeben haben, über den sie Geld bekommen haben und was sie da nicht mehr bekommen konnten, weil Klaus Ritter halt pleite war und weil der Insolvenzvorwalter zu dem Zeitpunkt ja schon die Geschäfte gelenkt und geführt hat und Klaus Ritter da im Betrieb gar nichts mehr zu sagen hatte.
Also möglicherweise, um das jetzt mal auszusprechen, gab es da irgendwelche Absprachen zwischen Klaus Ritter und den Erntehelfern, die wir jetzt nicht kennen und auch nicht belegen können, aber die werden ja einen Grund haben zu sagen, hallo, wir kriegen hier noch Geld, denn ich glaube auch nicht, dass der Insolvenzvorwalter da irgendwie gemauscht hat, das kann ich mir nicht vorstellen.
Aber auf der anderen Seite steht natürlich das individuelle Schicksal der Erntehelfer. Ich habe mit einer jungen Frau gesprochen, für die das ein Grund war, jetzt noch nicht abzureisen, sondern da auszuharren auf dem Hof, bis sie das Geld, was ihr aus ihrer Sicht zusteht, bekommt. Und das war auf jeden Fall auch eine ganz große Motivation und auch ein, ja.
Etwas, was die Erntehelfer dann auch zu ihrem Protest bewegt. Was man aber auch noch sagen muss, ist, dass Klaus Ritter, obwohl er da schon gar nicht mehr die Geschäfte gelenkt hat und seine Hofpleite war, noch auffällig häufig auf diesem Hof zugegen war. Auch übrigens zu einem Zeitpunkt, wo er schon Hausverbot hatte, also wo der Insolvenzverdienst schon rausgedrängt hatte.
Auch da war Klaus Ritter noch sehr, sehr häufig auf diesem Hof. Und wie haben die Erntehelfer so auf ihn reagiert? Ich frage mich nämlich, du hast ja auch von diesen hygienischen Zuständen, die da wirklich sehr, sehr schwierig offenbar waren, berichtet. Kann das wirklich ein Problem gewesen sein, dass da erstmals auftritt, dass...
Kann ich mir kaum vorstellen. Es kommt ein bisschen auf den Zeitpunkt an. Es gab diese Bilder, die ich bei euch auch im WDR gesehen habe, wo Klaus Ritter angefahren kommt mit SUV und steigt aus. Und eigentlich ist er schon längst gefallen. Aber von den Erntehelfern, da lässt er sich noch mal feiern. Obwohl ja eigentlich, zumindest bei Teilen dieser Helfer, ja auch großer Unmut über ihn herrscht.
Es hat den Anschein, dass Klaus Ritter da, ich sage es mal aus meinen Worten, Und das war nämlich auch der Ansatz für mich, in diese Recherche überhaupt tiefer einzusteigen, dass Klaus Ritter da ein ganz komisches Spielchen gespielt hat. Und zwar gibt es da zwei Tage, nämlich den Freitag einmal im Mai und den Montag im Mai, wo größere Demonstrationen der Erntehelfer sind.
Übrigens am Montag dann auch organisiert von einer anarschlichen Gewerkschaft der FAU. Die war da mit drin. Und da kommt es zu einer richtig großen Demo, wo Klaus Ritter mit seiner Frau und seiner Tochter vor Ort ist. Übrigens auch da bereitwillig Interviews gibt und sich von diesen Erntehelfern feiern lässt und probiert auch ein bisschen aus meiner Sicht, so habe ich es in Erinnerung, wie es da vor Ort war, den Groll Richtung Insolvenzverwalter zu lenken, weil diese Demo am Montag zumindest, auf der ich selber war, das ist eine Demo gegen den Insolvenzverwalter, wo der Groll da sagt, wo auch dargestellt wird, der Insolvenzhalter, der bezahlt uns nicht, der enthält uns Geld vor Dinge, die nachweislich alle nicht stimmen.
Das ist definitiv falsch. Da habe ich mich damals gefragt, was stimmt denn hier nicht? Wer lügt hier, der Insolvenzverwalter? Oder wird hier irgendwas Falsches kolportiert? Was mich zusätzlich skeptisch gemacht hat und wirklich mein Kernantrieb war. Ist so eine Beobachtung vor Ort gewesen. Nämlich Klaus Ritter kam alleine mit seinem Porsche Cayenne.
Seine Frau kam mit einem dickmotorisierten VW Passat. Und seine Tochter kam auch noch mal separat mit einem Golf GTI vorgefahren. Da habe ich mir gedacht, ey Mensch, ihr seid doch pleite. Wie könnt ihr euch das leisten mit einem Porsche? Passat, um GTI vorzufahren und es stellte sich dann ja auch raus, dass da einiges voll war.
Richtig, in der Tat. Also wir haben es jetzt gerade schon gesagt, es gibt tatsächlich Proteste, Demos auf diesem Hof, an dem Freitag noch eher unorganisiert, an dem darauffolgenden Montag dann tatsächlich um eine offizielle, auch angemeldete Demonstration, du hast es gerade schon gesagt, das ist von der FAU angemeldet worden, der Freien ArbeiterInnen-Union und da gibt es dann erstmal eine Kundgebung bei diesen Wohncontainern, der Erntehelfer und dann sind die tatsächlich zum rumänischen Konsulat hier in Bonn marschiert. Sagen wir mal so.
Und ja, jetzt sagen wir mal ganz kurz was zu dieser Gewerkschaft FAU. Laut Wikipedia ist die in mehreren Verfassungsschutzberichten aufgeführt. Im Bereich Linksextremismus unter der Bezeichnung, das hast du gerade schon gesagt, traditionelle Anarchisten. Kann man jetzt von halten, was man will. Die treten auf jeden Fall relativ, ja, resolut auf.
Und was ich dann noch in Erinnerung habe, ist, dass die tatsächlich offenbar auch einen Mitarbeiter dieses Bonner Rechtsanwalts, der ja wahrscheinlich mit dieser Sache gar nichts zu tun hatte, an dessen Wohnanschrift aufsuchen und da Geld fordern sozusagen für die Arbeiter. Also es sind etwas merkwürdige Methoden, wenn ihr mich fragt.
Ansprechpartner vor Ort, das ist auch klar, ist jetzt nicht mehr Klaus Ritter, sondern eben dieser Bonner Rechtsanwalt, der Insolvenzverwalter, denn Klaus Ritter, das hast du auch schon gesagt, der hat tatsächlich inzwischen Hausverbot auf seinem ehemaligen Hof sozusagen. Und ja, die fordern jetzt eben Geld und eben eine Instandsetzung dieser Mängel, die da offensichtlich auf dem Hof vorherrschen.
Und es gibt dann auch dieses Agitieren von Klaus Ritter gegen den Insolvenzverwalter, das wird immer deutlicher. Es gibt da unter anderem auch Facebook-Posts von ihm, in denen er quasi sagt, ja also bis der kam, also er spricht es glaube ich nicht so deutlich an, aber er sagt eben bis dato war das ein funktionierender Betrieb und es hat alles ganz toll geklappt.
Wir haben schon gehört, so richtig toll kann das alles nicht gewesen sein. Es ist aber vieles ja unklar und vage geblieben bis zu diesem Zeitpunkt. Und das ändert sich jetzt. Also unsere Wirtschaftsredaktion in dem Fall berichtet jetzt, es gibt eine Gläubigerversammlung in diesem Mai 2020. Und für diese Gläubigerversammlung hat der Insolvenzverwalter, dieser Rechtsanwalt, einen Bericht geschrieben.
Das sind, glaube ich, 57 Seiten, also auch jetzt nicht gerade wenig. Und ja, unsere Wirtschaftsredaktion hat sich da natürlich schön durchgearbeitet. Und da wird jetzt doch einiges deutlich, nämlich, dass die Ritters, ja, so schätzt es dieser Anwalt ein, die haben in den vergangenen Jahren komplett den finanziellen Überblick verloren und sie haben auch einige wirtschaftliche Fehlentscheidungen, sag ich mal, ganz vorsichtig getroffen. Das dürfte wohl eher...
Ich will auch da noch mal ganz kurz einhaken, dass eine Gläubigerversammlung nach Einladung eines Insolvenzverfahrens abgehalten wird. Das ist ein vollkommen normaler Vorgang, weil die ureigenste Aufgabe eines Insolvenzverwalters ist ja Insolvenzmasse. Also das, was noch da ist, zu sichern, damit die Schuldner, die Gläubiger so viel von ihren Schulden zurückbekommen, wie geht. Das hat er hier gemacht und auch uns beim WDR lag dieser Bericht vor.
Und das Erschreckende ist ja wirklich, dass allein aus diesem Bericht, und das ist auch längst nicht alles an Schulden gewesen, da gehen ja schon um die 10, 11 Millionen Schulden hervor, die Klaus Ritter da nach Bericht des Insolvenzverwalters für die Gläubigerversammlung angehäuft hat. Und im Übrigen, diese Gläubigerversammlungen sind natürlich Geheimtagen, also nicht öffentlich tagende Gremien.
Und was da ungewöhnlich ist, ist, dass dann so ein Bericht aus einer Gläubigerversammlung dann offenbar publik wird, weil die Anzahl der Menschen, die diesen Bericht nach draußen geben können, die ist begrenzt. Und auch das war für mich auch schon ein Indiz, wow, wow, wow, krass, ich als Journalist habe mich total gefreut, super.
Ein Bericht aus einer Gläubigerversammlung, aber es zeigt auch, wie groß der Unmut da, wie groß der Druck auf dem Kessel war, dass sowas rausgegeben wird. Der Unmut und vor allem auch irgendwo der Wunsch, Klaus Ritter jetzt irgendwie dran zu kriegen, sage ich mal ganz lapidar. Ich zitiere mal einen ganz sprechenden Satz aus diesem 57-seitigen Bericht, das steht über diese Gesellschaft bürgerlichen Rechts vom Ehepaar Ritter, Zitat, der Schuldnerin, also...
Dem Ehepaar Ritter war es daran gelegen, ihren Betrieb wachstumsorientiert, ohne das erforderliche Eigenkapital mit dem Ziel aufzubauen, möglichst hohe Erträge zu erzielen. Also ich versuche es mal zu übersetzen. Die wollten das ganz große Geld machen, ohne aber selbst zu investieren und vor allem auch ohne mal was zurückzulegen für möglicherweise schlechtere Tage.
Aber, weil du es gerade gesagt hast, Gesellschaft bürgerlichen Rechts bedeutet ja vor allen Dingen eines, dass der Gesellschafter, in dem Fall die Eheleute Ritter, mit allem Haften, was sie haben, mit ihrem kompletten Privatvermögen. Der Klassiker bei, wie ich es aus meiner Zeit bisher den 17, 18, 20 Jahren Journalist-Dasein kenne, das klassische Konzeptprojektmodell ist meistens eine GmbH zu gründen, beschränkte Einlage, wenn es gut läuft, 25.000 Euro, manchmal aber auch nur 1.000 Euro und dann blank zu ziehen und sagen, ha, insolvent pleite, dann bin ich nämlich als Betreiber des Geschäftsmodells mit dieser Summe 25.000 maximal raus, aber der Schaden, mit dem habe ich nichts mehr zu tun.
Diesen guten Zustand, den konnten die Eheleute Ritter nicht für sich reklamieren, sondern da kommen wir später wahrscheinlich auch noch drauf zu sprechen, die haben wirklich mit ihrem kompletten Privatvermögen gehaftet. Ja, und das ist wirklich das Ungewöhnliche daran. Wahrscheinlich habe ich es deshalb eben auch verwechselt mit der beschränkten Haftung. Es ist nämlich ganz genau das Gegenteil bei der gesellschaftbürgerlichen Rechts.
Und die haben das tatsächlich, diese Gesellschaft gegründet, fast ohne Eigenkapital. Und das ist, glaube ich, sehr ungewöhnlich. Und Sven, das hast du eben schon kurz gesagt, das meiste Land, auf dem die angebaut haben, das hat denen gar nicht gehört. Also die haben das gepachtet und das offenbar, so kommt jetzt raus, zu viel zu hohen Preisen.
Ja, und auch bei vielen verschiedenen Eigentümern. Und das ist dann auch etwas, was die Sache dann am Ende nochmal kompliziert macht, weil man muss sich ja auch wahrscheinlich als Insolvenzverwalter dann erstmal einen Überblick verschaffen, wer hat denn jetzt hier eigentlich welchen Anspruch? Und das stelle ich mir sehr unübersichtlich vor.
Ja, und da sie eben auch nicht liquide waren und offenbar auch nie waren oder zumindest nicht für die Firma, haben sie Maschinen nicht gekauft, sondern finanziert. Und die haben dann auch nicht so eine Logistik aufgebaut. Also was man jetzt aus der Landschaftswirtschaft kennt in diesen Bereichen mit Rampen, Lagerhallen, Schnellkühlung und so weiter.
Das haben die nicht gehabt, wahrscheinlich, weil das Kapital fehlte. Und das haben die ausgeglichen. und das finde ich wirklich einen wichtigen Punkt durch diesen, Zitat auch wieder, ungewöhnlich hohen Arbeitseinsatz der Erntehelfer. Deshalb natürlich auch 500 Mann, die da jedes Jahr geschuftet haben ohne Ende.
Und das war einfach in diesem System Ritter komplett mit einkalkuliert, weil das diese mangelnden Investitionen ausgleichen musste. Ja, Klaus Ritter sagt jetzt aber, Er weiß auch, woran es liegt. Also warum das jetzt alles nicht mehr so gut läuft. Das Wetter ist schuld. Solange das Wetter günstig war für dieses doch recht riskante Spiel, das die da gespielt haben, da hat das Unternehmen wirklich floriert.
Die haben Geld gemacht ohne Ende. Aber sobald die Bedingungen dann nicht mehr so gut waren, das war dann eben dieses Jahr 2017, ist dieses Kartenhaus offenbar komplett zusammengebrochen. Ich stelle mir das so ein bisschen, Also auch, weil wir ja gerade von diesen Hütten gesprochen haben, an den Feldern, wo der Spargel verkauft wird und die eigentlich so zum Stadtbild gehört haben.
Jetzt in der Rückschau wirkt das eigentlich auf mich wie so ein potenzielles Spargeldorf irgendwie. Also vorne ist die schöne Fassade und hinten schuften die Erntehelfer. Und das ist lange gut gegangen, aber irgendwann dann eben nicht mehr. Und es hatte halt, ja, keine Toleranz für große Fehler oder Einschnitte.
Also einmal schlechtes Wetter, einmal irgendwie unkalkulierte Kosten und die Krise ist da. Jetzt muss man dazu sagen, bis dahin ist das vielleicht alles unternehmerisch nicht besonders clever oder zumindest wahnsinnig riskant, aber ja auch jetzt noch nicht kriminell. Wir haben aber ja jetzt eben schon ganz kurz das Spargelrestaurant angesprochen.
Und da wird es dann doch mindestens mal halblegal, oder? Einmal die Dimension. Ich weiß nicht, kennt ihr Karls Erdbeerhof? Das ist so deutschlandweit so ein Erlebnishof, wo man ja wirklich an Disney World eigentlich erinnert wird, wenn man da essen geht und wenn man da mit der Familie irgendwie am Wochenende Zeit verbringt.
Und ich weiß es nicht, aber ich könnte mir vorstellen oder in meiner Vorstellung ist es so, dass das sowas ähnliches vielleicht für Klaus Ritter ein Vorbild gewesen sein könnte. Das Spargelrestaurant, was in Planung war jedenfalls, das sollte bis zu 450 Plätze haben. Das muss man sich mal vorstellen.
Außerdem muss man sagen, dass dieses Spargelrestaurant, dieses Restaurant, das ist gar nicht weit vom Hof von Ritter. Also man kann vom Hof von Ritter ... Also das, was es mal werden sollte. Genau. Ja, man muss sagen, es stand ja schon einiges da. So Glasgebäude, ne? Genau, ein Glaspalast, so die Eckpfeiler.
Man konnte da schon sehen, was es werden sollte. Und irrerweise ist es ja auch so, dass da schon italienischer Naturstein schon am Boden lag, dass Klaus Ritter da schon eine Großküche sehr günstig bekommen hatte. Auch die stand da schon da. Und der Insolvenzverwalter hat da nachher ja auch Tabula Rasa gemacht und einfach um Masse für die Gläubiger zu sichern, da einen Großteil dieses Zeugs wieder verkauft.
Mutmaßlich, muss ich unterstellen, ich habe die Zahlen nie gesehen und nie bekommen, aber sowas funktioniert in der Regel nur mit größeren Abschlägen. Also man macht dabei Verlust. Aber besser Verlust mitzunehmen und irgendwas für die Gläubige rausholen als gar nichts. Allerdings muss man sagen, dass dieses Restaurant ein separates Thema ist halt.
Das hat sozusagen mit dem eigenen Betrieb vom Spargelhof Ritter wenig zu tun, weil das, was. Das, was Ritter, glaube ich, der Grund dafür ist, dass Ritter keine Rücklagen bildet, ist, dass er halt mit Geldern, auch das stellt der Insolvenzvorwalter in seinem Bericht fest, teilweise private Finanzierungen bedient für fragwürdige Hobbys, für fragwürdige Machenschaften.
Und dieses zweite Paralleluniversum des Klaus Ritters, Stichwort Luxus-Oldtimer, worüber wir später bestimmt noch reden werden, da wird der finanzielle Druck auch so groß, dass er immer größere Summen quasi aus seinem Betrieb darüber ziehen muss oder in seinem Betrieb, wie Klaus Ritters wahrscheinlich sehen würde, erwirtschaften muss, um seine privaten Verpflichtungen da zu tätigen.
Denn hier, in diesem Bereich Luxus-Oldtimer, ist die Dimension, was den Schuldenstand von ihm angeht, mindestens doppelt so hoch wie in den Betriebsschulden des Spargel- und Erdbeerbetriebs. Ja, weshalb ich jetzt dieses Spargelrestaurant erwähnt habe, ist aber um zu zeigen, dass tatsächlich die Legalität, dass er es mit der Legalität wirklich nicht so ganz genau genommen hat.
Denn dieses ganze Ding hat er hochgezogen oder angefangen hochzuziehen, komplett ohne Baugenehmigung. Das ist korrekt. Also der Insolvenzverwalter, der vermochte das damals, also offenbar nicht mit Sicherheit zu sagen, aber wenn man sich das Gerichtsurteil anschaut, also demzufolge gab es einfach keine Baugenehmigung und das passt für mich so ein bisschen ins Bild.
Also Klaus Ritter, ich glaube, hat sich gerne als Macher gesehen, aber der Papierkram war seine Sache nicht. So ist es, so kann man es glaube ich sagen. Und er hat dann irgendwie gesagt. Er hätte da mit der Verwaltung gesprochen, da hätte man ihm in Aussicht gestellt, da wird es doch eine Baugenehmigung geben.
Ja und dann hat er einfach mal angefangen, es gab aber keine Baugenehmigung, zumindest bis dato und es war noch nicht mal die Frage nach der Kanalisation geklärt. Da hat er eben schon von seinem Glaspalast nicht nur geträumt, sondern da mit, ich glaube einer Million Euro schon gebaut, die auch natürlich wieder auf Pump waren.
Ja, und in diesem Bericht, über den wir gerade schon mehrfach gesprochen haben, da ist ja tatsächlich auch erstmals die Rede von Fahrzeugen. Nicht irgendwelche Fahrzeuge. Nicht irgendwelche Fahrzeuge. Es geht hier also nicht nur um Nutzfahrzeuge, Traktoren und so weiter. Es geht um insgesamt 68 Fahrzeuge und von denen hat der Insolvenzverwalter leider zwölf nicht finden können.
Die waren futsch. und zum Verbleib dieser Fahrzeuge konnte sich Klaus Ritter dann leider nicht äußern. Also ja, wir kommen ja gleich noch genauer darauf zu sprechen, aber es scheint so zu sein, also das zumindest sagt dann Klaus Ritter, dass er einen Teil seiner Fahrzeuge an diese, du hast sie eben schon erwähnt, Frutania GmbH verkauft hat.
Es ist quasi sein größter Abnehmer für Spargel und da wollte er natürlich dann, Liquidität draus schöpfen, also Geld mitmachen. Das Problem ist, die Autos haben ihm gar nicht gehört, ne? Und ja, 68 Fahrzeuge, manche sollen verschwunden sein. Ich muss sagen, als ich damals eine Liste oder einen Teil davon bekommen habe, fand ich das auch sehr unübersichtlich, weil da dann Typenbezeichnungen standen.
Und ich muss sagen, in einem ersten Text hatte ich auch mal zwei Autos aufgezählt, die sich dann als ein Auto hinterher herausgestellt haben, weil das einfach so seltene Sportwagen war, dass es sich da um einen Prototyp gehandelt hat, der früher wohl offenbar noch unter anderen Bezeichnungen irgendwie ging.
Und ja, also es waren wirklich Luxussportwagen. Ich kann mich an einen Fall am Landgericht in Köln erinnern. Da ging es drum um einen Porsche. Da stand aber nicht Klaus Ritter vor Gericht, ne? Das ist jetzt... Doch, es war ein Zivilgericht. Doch, es war ein Zivilgericht. Ja, aber vor Gericht stand, glaube ich, ein Zahnarzt damals.
Ja, der war derjenige, der war der Unglücksrabe, der dieses Auto, was Klaus Ritter nicht gehört hat, eben gekauft hat. Genau. Also, wir fassen nochmal zusammen. Wir haben jetzt schon gehört, dieses System Ritter scheint auf fragwürdigen Maßnahmen zu beruhen und teilweise auch auf mindestens mal teillegalen Geschäften oder auch illegalen.
Klaus Ritter selbst war offenbar nicht in der Lage oder nicht willensvernünftig zu wirtschaften. Uns ist jetzt klar geworden, diese Situation spitzt sich immer weiter zu. Und es kommt dann Mitte des Jahres 2020 dazu, dass diese Situation endgültig eskaliert. Da nimmt nämlich die Staatsanwaltschaft Bonn Ermittlungen auf.
Wobei, lass uns noch ganz kurz zur Frutane das abrunden, was du sagst. Ich habe da in dem Fall auch recherchiert, weil aus dem Bericht der Gläubigwahlsammlung hervorgeht, dass auch die Frutania noch sehr große Summen von Klaus Ritter dazu bekommen hat. Ich persönlich habe mich da gewundert, dass die Frutania, die ja so ein großes Unternehmen ist, sozusagen, dass die das so absichert.
Mir wurde immer versichert da, dass man sich sicher sei, dass diese Millionen Summen, die da im Raum standen, dass die hervorragend abgesichert seien. Aber wie du es gerade halt auch gesagt hast, wundert einen dann schon, wie es abgesichert ist. und aber auch, dass im Gespräch mit mir persönlich, was ich wahrgenommen habe in diesem Gespräch, so viel Nervosität dann vorherrscht.
Weil wenn man sich sicher ist, dann muss man eigentlich nicht so nervös sein. Ja, es kommt einem auf jeden Fall merkwürdig vor, definitiv. Wir sind jetzt Ende Mai. Es überschlagen sich sozusagen die Ereignisse. Die Staatsanwaltschaft Bonn hat jetzt Ermittlungen gegen Klaus Ritter aufgenommen. Das berichten wir dann auch, ihr auch.
Und ja, jetzt gibt es also Anhaltspunkte für einen Anfangsverdacht. Das ist ja nötig, um dann wirklich auch Ermittlungen einzuleiten. Und da stehen jetzt wirklich im Mittelpunkt die Urteilung. Ganz kurz, die Staatsanwaltschaft hat nicht da die Ermittlungen aufgenommen, sondern sie hat sie erweitert. Weil was wir im Zuge unserer Recherchen erfahren haben, ist, dass gegen Klaus Ritter schon relativ lange ermittelt worden ist.
Und zwar unter anderem deswegen, weswegen er Anfang dieses Jahres nochmal vor Gericht stand und auch verurteilt worden ist, wegen Sozialversicherungsbetrugs. Und das ist das, was wir beide, glaube ich, sehr spannend fanden, dass im Zuge dieser Recherche so viel bekannt geworden ist, was bis dahin unterm Radar war.
Dass Razzien bei Klaus Ritter waren, das hat keiner mitbekommen. Und ich meine, wir beim BDR werden bei sowas auch schon mal informiert, aber gerade ihr beim Generalanzeiger erfahrt ja sozusagen noch viel früher und noch viel näher von euren Lesern sozusagen, was wenn da Verdächtiges ist sozusagen, aber auch ihr habt davon nichts mitbekommen.
Da war es so, dass der Unmut, ich habe es eben schon angedeutet, so groß war, dass mir unter anderem im Zuge dessen ein Zollprotokoll von einer Razzia durch, nicht durch, sondern zugeflogen ist. Und das zeigt eigentlich dieses System Ritter relativ gut, weil da wurde, der Zoll hat da ein Säckchen gefunden mit Stempeln von ausländischen Sozialversicherungsträgern, die man offenbar irgendwo illegal auf dem Schwarzmarkt bekommt, weil ich frage mich sonst, wie kommt Klaus Ritter an diesen Beutel.
Und man muss da mal ganz kurz ausholen, wie das funktioniert mit den Erntehelfern. Die dürfen im Zuge der Europäischen Union, der Freizügigkeit, dürfen die eine Zeit lang hier arbeiten, ohne dass dafür Sozialversicherungsabgaben fällig werden. Das ist gut für die Bauern, die nehmen das auch immer gerne wahr.
Sie dürfen sich aber maximal drei Monate beschäftigen. Jetzt wissen wir von Klaus Ritter, dass da immer die Menschen länger als drei Monate gearbeitet haben, was zu Problemen führt. Weil wenn ich einen Stamm von Menschen habe, auf die ich vertraue, die besonders gut arbeiten, dann reichen mir drei Monate nicht.
Dann muss ich da andere Dinge ergreifen. Da gab es die sogenannten Hausmannstempel. Was steckt hinter dem Begriff? Kannst du das noch mal erklären? Ich glaube, ich habe es so verstanden, dass die versichern sollten eigentlich ... Sie kümmern sich im Hauptberuf um den Haushalt und um die Familie. Und das mit dem Spargel, das ist nur nebenbei.
Also wenn ich das richtig erinnere, dann ist es zumindest so gewesen, dass diese Erntehelfer mit einem Dokument aus der Heimat kommen, wo sie sich von ihrem eigenen Sozialministerium bestätigen lassen, dass sie nur temporär dort arbeiten, eigene Hauptbeschäftigung in ihrem Heimatland haben. Und ich habe mir dann von Mitarbeitern, die dieses System Ritter mitgestützt haben, weil sie ja die Verwaltung machen mussten, erklären lassen, dass er dann einfach mal eine Woche nach Hause oder zwei Wochen nach Hause geschickt worden ist und dann einfach mit einem neuen Namen und einem neuen Stempel zurückgekommen ist.
Deshalb scheint immer die große Unruhe ausgebrochen zu sein, wenn es da zum Beispiel mal jemand medizinische Probleme hatte, weil man in dem Moment nicht wusste, mit welchem Pass schicken wir den denn jetzt zum Arzt. Also es liegt schon einiges im Argen. Und was bei dieser Razzia allerdings auch gefunden ist, was ich zu dem Zeitpunkt, als ich recherchiert habe, doch ein wenig beunruhigend fand, bei der Razzia wurde auch eine Waffe mit Munition gefunden. Vielen Dank.
Ja, also irgendwas stimmt da nicht bei Klaus Ritter. Das kann man jetzt mal wirklich ganz eindeutig festhalten. Er selbst sagt zu diesem Zeitpunkt, also die Staatsanwaltschaft ermittelt, das wird euch jetzt alles öffentlich und so weiter. Wir gehen gleich auf die Oldtimer mal ein und er hat auch einen Kommentar dazu.
Er sagt, das ist sowieso alles Blödsinn. Und ich denke, da kann man jetzt schon sagen, nee, das ist nicht alles Blödsinn. Er hat, ja, während dieser Proteste auch, hat er noch gesagt, ja, bis zu dieser Insolvenz hätte es ja nie Probleme gegeben und so weiter. Jetzt habt ihr ja richtig angefangen zu recherchieren. Wollt ihr mal berichten, was da so alles rausgekommen ist?
Ja, gerade waren ja schon die Sportwagen Thema und wir haben auch schon über das Schlüsseljahr 2017 gesprochen, wo es eigentlich anfängt, für Klaus Ritter so ein bisschen bergab zu gehen. Das hält ihn aber nicht davon ab, im September 2017 bei einer Oldtimer-Gala in Baden-Württemberg in Schwetzing mit einem alten Ferrari vorzufahren.
Nicht das typische knalle rot, sondern dezentes dunkelblau, richtig schickes Auto ähm, Offenbar ein Marktwert von 1,6 Millionen Euro. Das ist so fast, alleine dieses Auto ist fast die Summe, die ja dann am Ende wohl noch schuldig bleibt, laut Gerichtsurteilen. Also 1,6 Millionen Euro in einem Auto. Das ist die Dimension, über die wir reden. Es ist vor allem halt nicht irgendein Ferrari.
Es ist der Ferrari, an dem Firmengründer Enzo Ferrari selbst gesessen haben soll. Und das muss man auch bei Klaus Ritter, bei allen Wagen, von denen wir wissen, wo wir übrigens auch Fotos gesehen haben. Und das ist übrigens auch von Klaus Ritter nie bestritten worden, dass er diese Fahrzeuge besessen hat.
Er hatte da einen ganz guten Geschmack. Also es gibt den Porsche Spyder, war es ne? Der Porsche Spyder, den mit dem James Dean sich in den Tod gewickelt hat. Davon gibt es nur ganz wenige. Also nicht mit genau dem, sondern mit dem Modell. Aber in dieser Baureihe gibt es nur noch ganz wenige, zehn Exemplare.
Allein dieses Exemplar, um das mal zu verdeutlichen, ist 4,3 Millionen Euro wert. Und es gibt Fotos von Klaus Ritter, wie er auch mit einem Kompagnon oder mit einem Kollegen, mit einem Kameraden, Oldtimer-Freund in einem Auto sitzt. Auch da gibt es Fotos dokumentiert, dass er mit diesem. Wagen gefahren ist. Und diese Oldtimer-Szene ist halt eine ganz eigene Szene.
Im Übrigen, was nicht merkwürdig ist oder was nicht obskur ist, ist, dass Klaus Ritter diese Fahrzeuge finanziert. Weil das ist relativ normal. Und normal ist halt auch, dass in diesem Zusammenhang, wenn eine Bank so ein Fahrzeug liest oder finanziert, dass bis die Schuld komplett getilgt ist, dieser Fahrzeugbrief, nicht der Fahrzeugschein, der Fahrzeugbrief bleibt bei der Bank als Sicherheit.
Weil Klaus Ritter gehört, er ist nicht Eigentümer, er ist nur Besitzer dieses Fahrzeuges. Eigentümer bleibt die Bank, bis die Schuld komplett beglichen ist. Allerdings wird ihm das auch noch mal zum Verhängnis. Und das ist das, was ich eingangs, glaube ich, meinte, was die herausforderndste Recherche war.
Weil er geht irgendwann so weit, dass er so ein Fahrzeug, was beliehen ist bei einer Bank, was finanziert ist, dass er das doppelt beleidigt. Das geht eigentlich gar nicht, weil man braucht bei der anderen Bank auch den Fahrzeugbrief, um als Sicherheit den zu hinterlegen. Er hat bei der Bank aber nicht nur verschwiegen, dass dieses Fahrzeug schon finanziert ist.
Er war, um diesen Fahrzeugbrief zu bekommen, so dreist, dass er zum Straßenverkehrsamt der Stadt Bonn gegangen ist, dort eine falsche eidesstattliche Versicherung abgegeben hat und bekundet hat, dass er seine Fahrzeugpapiere verloren hätte. Das ist nämlich der einzige Weg, wie er an neue Fahrzeugpapiere kommen kann.
Und ist dann mit diesen neu ausgestellten Fahrzeugpapieren zur nächsten Bank gegangen und hat dieses Fahrzeug dort doppelt beliehen. Das ist übrigens auch ein Anklagepunkt bei Gericht gewesen. Und da waren wir beide einigermaßen stolz darauf, als wir das auch in der Anfrage gesehen haben, dass wir das vorher schon hart bekommen haben.
Die Schwierigkeiten als Journalist sind da ganz einfach. Die Stadt Bonn darf nichts dazu sagen. Das ist eine datenschutzrechtliche Maßnahme. Das ist ein persönlicher Fall für eine personenbezogene Sache. Dazu darf die Stadt Bonn gar nichts sagen. halt. Deswegen war es so, dass wir sehr intensiv in dieser Oldtimer-Szene recherchiert haben und da kam es halt zu diesem.
Telefonat an, dass ich mich noch sehr gut erinnert habe mit einem Menschen aus der Schweiz, der in dieser Szene sehr tief drin war und der diesen Sachverhalt kannte, da auch vertraut war. Da muss man natürlich dann auch gucken, wenn man telefoniert, dass man nicht einfach nur fragt, stimmt das, stimmt das nicht, sondern dann muss man abklopfen, ja, erzähl mal ein bisschen mal ein paar Details.
Ich wollte schon wissen, hat dieser Mensch Insiderwissen und ist der nah dran, weiß der wirklich Dinge und deswegen war das auch so aufwendig, aber das war super spannend auf jeden Fall. Ganz kurz, also dieser Fall hat einen zu der Zeit auch wirklich ins Privatleben, hineinverfolgt, weil ich kann mich auch erinnern, dass ich am Wochenende einen Anruf auf dem Handy bekam und zwar auf meinem, Privatgerät und da sich auch jemand anonym gemeldet hatte und reden wollte.
Die Leute wollten in dem Fall reden, das ist genau das Ding. Normalerweise haben wir als Journalisten immer das Problem, wo kommen wir an die Informationen her, jenseits von Pressemitteilungen und anderen offiziellen Verlautbarungen. Hier gab es halt einfach natürlich interessensgesteuert, wahrscheinlich aus dem Umfeld der Gläubiger.
Hier gab es Menschen, die hatten ein Bedürfnis daran, dass Informationen zutage treten. Davon haben wir, das muss man auch ehrlich sein, profitiert. Klar. Jetzt haben wir diese Oldtimer-Geschichte, genau wie du sagst, es ist völlig normal, dass er solche Fahrzeuge liest und dass er nicht der Eigentümer, sondern nur der Besitzer ist.
Was dann aber schwierig ist, ist dann irgendwie eine eidesstattliche Versicherung abzugeben, dass er den Fahrzeugbrief... Nicht mehr hat, dass er aber der Besitzereigentümer ist. Und dann dieses Auto dann nochmal zu beleihen, das ist schwierig. Und es zeigt sich auch jetzt, dass er schon 2018 wirklich in Geldnot gewesen sein muss.
Da kommt nämlich raus, dass er dann Privatkredit aufgenommen hat sozusagen. Also sprich, er hat sich von einem bekannten Geld geliehen und jetzt nicht irgendwie 100 Euro oder 1000, sondern 100.000 Euro. und Bedingung für diesen Kredit war, dass Klaus Ritter das Geld innerhalb von einem Monat zurückzahlen sollte.
Wie gesagt, das war 2018, das Geld ist jetzt bis Mitte 2020 immer noch nicht wieder da und. Ich glaube, es war sogar noch ein Ticken anders, dass es gar nicht so ein Barkredit war, sondern wenn ich das richtig erinnere, weil auch wir beim WDR haben über diesen Menschen berichtet, haben mit seinem Anwalt telefoniert, nicht telefoniert, sondern mit dem sogar auch gedreht.
Es ging, glaube ich, um Porsche-Ersatzteile, um irgendwelche Motorteile, Motorrohr. Es war auf jeden Fall kein Geld, sondern es waren wirklich Materialien, die super teuer waren, die er bekommen hat und die schuldete Klaus Ritter. Der Mann hat dann sozusagen die Materialien gekauft und Klaus Ritter hat das nie bezahlt. Richtig, genau. Darum ging es.
Dann gibt es weitere Ermittlungen, weil er eben Dokumente manipuliert haben soll. Das haben wir eben schon angesprochen. Also um eben diese Erntehelfer mit falschen Papieren nach Deutschland einreisen zu lassen. Und wir haben es auch schon erwähnt, das schöne Glashaus, das tolle neue Restaurant, für das es aber leider keine Baugenehmigung gibt.
Und da haben wir dann auch mal mit dem Bürgermeister von Bornheim gesprochen, genau genommen du. Und der hat eben gesagt, er hätte Klaus Ritter schon deutlich gemacht, er braucht das richtige Planungsrecht, um das umzusetzen. Und dafür müsste das Planungsrecht erstmal geändert werden, dafür müsste die Bezirksregierung tätig werden.
Und ja, es war also nicht gestattet, da so ein Riesenrestaurant zu bauen, er hätte da nur ein kleines Hofcafé bauen können. Offenbar gab es da auch ein Bußgeld im vierstelligen Bereich. Also sprich, 1000 Euro müssen das gewesen sein. Und ja, so ein Bußgeld muss man erstmal kassieren. Wirkt aber im Vergleich schon fast lächerlich, wenn man sich so anguckt, was er ansonsten so schuldet.
Und vor allem, wie dreist er ist. Also, dass er diesen Oldtimer da doppelt beleiht bei einer Bank. Das ist schon ein ganz gravierender Vorgang. Und da kann er auch nicht gewusst haben, dass das illegal ist. Da muss er gewusst haben, dass das illegal ist, genau. Das ist eine ziemliche Ungeheuerlichkeit.
Aber auch irgendwas, auf das man, finde ich, erst mal kommen muss. Also, mir wäre die Idee, glaube ich, mir wäre es nicht eingefallen. Also, eine Menge kriminelle Energie. Ja, und auch eine gewisse Hupsbe. Irgendwie da ins Straßenverkehrsamt reinzugehen und das da so einfach zu fordern und damit durchzukommen.
Es ist so krass einfach, dass diese Zeit, wo wir da beide recherchiert haben, auch Bilder, die wir gesehen haben, die wir auch im WDR gezeigt haben, das sind Bilder, die bekommt man eigentlich normalerweise nicht. Weil das ist auch so Bilder aus einer Gesellschaft, wahrscheinlich, die ich zumindest mal früher in der Vergangenheit zum Innerzirkel von Klaus Ritter zählen würde. Andernfalls hätten, wären diese Menschen nicht im Besitz, dieser Bilder.
Und wenn man allein diese in Ende nicht war, wo er gelebt hat, es war, glaube ich, ein alter Getränkemarkt, den er hat umbauen lassen, so eine Wagenhalle quasi, da stand zeitweise neun oder zehn Fahrzeuge, dieser Luxus-Oldtimer drin. Allein da müssen wahrscheinlich Fahrzeuge im Wert von einem zweistelligen Millionenbetrag gestanden haben. Das möchte ich erst streichen, was diese Gesellschaftszirkel angeht.
Ich hatte mal das Glück in meiner Zeit als Journalist in der Nähe von Frankfurt, dass ich bei so einer Oldtimer-Rallye mal mitfahren durfte. Und also die Werte, die da auf der Straße sind und die Leute, die die Autos bewegen, das sind Leute, mit denen komme ich sonst nicht in Berührung. Also um nochmal die Dimension zu verdeutlichen, wir haben das eben schon kurz angesprochen, es gibt dann auch Razzia an Ritters Privatanschrift und bei mehreren weiteren Gebäuden und also die gab es schon.
Also das ist eben dieser Zollbericht, der da zugespielt wurde. Das war glaube ich schon 2018, richtig? Muss ich ganz kurz korrigieren. Es gab nicht nur eine. Ich habe von dieser einen erzählt, weil mir da der Zollbericht vorlag. Die ist aber tatsächlich sogar zu einem Zeitpunkt gewesen, wo wir beide noch gar nichts von dem Fall wussten. Wo niemand was wusste.
Deswegen haben wir gesagt, dass wir beide so überrascht waren, was da alles schon unter dem Busch war, sozusagen. Was da alles lief. Es gab, glaube ich, insgesamt, lass mich nicht lügen, aber sieben, acht Razzien bei Klaus Ritter gab es bestimmt. Der hatte ja nicht nur den einen Wohnsitz in Bonn Ende nicht, sondern er hat dann ja auch in Dernau sich da unter anderem in die Gesellschaft eine sehr verschlossene Gesellschaft soll es sein, eingekauft, hat ein Haus gekauft, das saniert.
Da hat er zuletzt auch gelebt, da hat er sich sozusagen hingeflüchtet. Wir haben mehrere Menschen berichtet, mit denen ich gesprochen habe, dass gerade zuletzt, als dieser Druck, Ermittlungsdruck größer wurde, vor allen Dingen auch seine Frau sehr mitgenommen war. Sehr, sehr angeschlagen war deswegen und eigentlich kaum mehr das Haus verlassen haben soll.
Und das haben wir beide im Prozess auch gesehen. Da haben wir die Ehefrau von Klaus Ritter gesehen, die da wirklich auch sehr mitgenommen war. Ja, das glaube ich. Also bei dieser ersten Razzia, zumindest der ersten, von der wir wissen, ist aber schon, das hast du gerade schon kurz angesprochen, ist tatsächlich auch ein nicht registrierter Revolver samt Munition beschlagnahmt worden und eine Schreckschusswaffe.
Und da kommt dann eben auch diese merkwürdige Stofftüte ins Visier. Da sind also Siegel und Stempel drin. Und ja, mithilfe dieser Siegel und Stempel muss er offensichtlich dann gefälschte Ausweise angefertigt haben für diese Arbeiter. Und ich finde das wirklich skurril, was da noch berichtet wird. Während der Razzia hat er offensichtlich noch vergeblich versucht, diese Stofftüte zu verstecken, indem er sie unter so einen Anhänger mit Brennholz geworfen hat. Und dann, Das war offensichtlich nicht sehr unauffällig, die wurde also sichergestellt.
Und dann hat er eben gesagt, ja gut, die einen sammeln Briefmarken und die anderen sammeln eben das. Das ist Klaus Ritter. Das ist Klaus Ritter. Wenn du in einer absolut ausweglosen Situation bist, probier Gold draus zu machen. Ja, das scheint ihn zu charakterisieren, das stimmt. So, ich fasse nochmal zusammen. Wir haben jetzt Schulden. Wir sind jetzt inzwischen bei einem Betrag von mehr als oder mindestens 12 Millionen Euro Schulden angekommen.
Dazu gibt es diese mutmaßlich illegalen Autofinanzierungsgeschäfte. Es gibt Fälschungsvorwürfe im Zusammenhang mit der Ein- und Ausreise dieser Saisonarbeiter. Und ja, die scheinen tatsächlich auch ansonsten nicht unbedingt immer so gut behandelt worden zu sein, wie Klaus Ritter da vorgibt. Da gibt es so einen Vorfall mit einer Schere, wo sich einer der Erntehelfer eine Schere in den Arm schlägt.
Gerammt hat, weil die Ritters ihn nicht ausreisen lassen wollten. Also das ist alles nicht so rosig, wie es klang. Da muss man insofern verteidigend oder einwendend sagen, wenn wir sauber bleiben wollen, dass Klaus Ritter darauf geantwortet hat, dass dieser Mensch danach wieder zurückgekommen sein soll.
Insofern, da steht Aussage gegen Aussage. Zum einen die Aussage, dass dieser Mensch sich so verletzt hat, weil er sich von Klaus Ritter so schlecht behandelt gefühlt hat. Und die Aussage von Klaus Ritter, der wiederum sagt, ja, Moment mal, liebe Leute, so schlimm war das Ganze, Es war ein Kratzer und er ist danach auch nochmal wiedergekommen zu mir und hat weiter für mich gearbeitet.
Wie schlimm kann das denn gewesen sein, wenn er dann nochmal wiedergekommen ist? In dem Zusammenhang auch direkt nochmal abgeräumt, weil wir das eben auch noch nicht eingeordnet haben. Der Zustand dieser Container, die wir da sehen am Hof Ritter, wo die Arbeiter gelebt haben. Das sind keine feinen Container, das sind keine feinen Unterbringungen oder so.
Aber vielleicht nicht ganz so krass in der Dimension, wie es da gewesen ist. Gerade zum Schluss, wo natürlich auch immer weniger gemacht worden ist an diesen Containern. Aber es sind durchaus übliche, gängige Behausungen für Erntehelfer. Das ist jetzt nicht, dass Klaus Ritter das als einziger so in diesen Zuständen gemacht hat.
Und wie du gesagt hast, es gibt natürlich auch sehr viele Erntehelfer, die tatsächlich auch seit Jahren, einer, glaube ich, seit 20 Jahren immer wieder zu ihm kommt. Das muss man auch der Fan ist halber sagen, das stimmt. Nur in dem Moment, wo auch der Schmuh aber mit den Papieren betrieben wird, wird natürlich das Abhängigkeitsverhältnis auch nochmal viel größer.
Oder weil die dann eben einfach vor sehr praktischen Problemen stehen, was Ein- und Ausreise zum Beispiel angeht. Ja, natürlich. Die sind sowieso sehr abhängig, das muss man natürlich sagen. Wir kommen zurück zum Sommer 2020. Es sind weitere Wochen ins Land gegangen. Es ist mittlerweile Ende Juli. Ja, und jetzt eine ganz kleine Episode, die ich doch irgendwie bemerkenswert finde.
In Bornheim wird dann auf einmal wieder gearbeitet, also auf diesem Hof. Genau genommen werden da irgendwie plötzlich neue Erdbeerpflanzen gesetzt. Was ist denn da jetzt los? Ja, offenbar gibt es weiter Rittererdbeeren in Bornheim. Bzw. er versucht neu anzufangen. Ja, aber eher nicht selbst direkt, zumindest offiziell nicht.
Sondern das läuft über eine GmbH diesmal, in die seine Tochter involviert ist und deren Partner. Und ja, die führen quasi dann das Werk weiter. Man könnte meinen, als wäre nichts gewesen. Ja, und vor allem genauso wie vorher. Also da wird wieder Land gepachtet, in dem Fall 24 Hektar. und dann wird, wie gesagt, diese GmbH gegründet von Tochter und Ehemann und die pflanzen da auf diesen 24 Hektar, also die haben dann 20 Arbeiter eingestellt offenbar oder bezahlen die, die pflanzen dann neue Erdbeerpflanzen, und ja.
Nicht nur in Bornheim, sondern auch in Wesseling, in Urfeld genau genommen. Und ja, wenn man den Informationen da trauen kann, dann ist es so tatsächlich, dass die Anfrage für diese Pacht von Klaus Ritter selbst ausging. Also er scheint dahinter zu stecken. Das deckt sich auch mit meinen Informationen.
Ich habe auch davon Erkenntnis erlangt, dass Klaus Ritter da wieder Neufelder gepachtet hat. seine Beziehung hat spielen lassen. Ich habe es eingangs erwähnt, dass Klaus Ritter maßgeblich an der Gründung der Marke Bornheimer Spargel beteiligt war. Es ist übrigens für uns beide sehr, sehr schwer gewesen, mit Landwirten aus Bornheim oder Wesseling oder dem ganzen Umland zu sprechen.
Eigentlich denkt man, Mensch, da ist der Klaus Ritter mit seinen Luxus-Oldtimern und der hat so viel Schmuh gemacht. Da müssen doch alle einen Riesenhals auf den haben und mal sowas von über den Ledern. Aber Pusteguhn, also da ist eine Mauer des Schweigens gewesen. Öffentlich, offiziell wollte sich da sowieso gar keiner zitieren lassen zu Klaus Ritter und eigentlich auch hinter vorgehaltener Hand hat, da haben da nur die Allerwenigsten mit uns sprechen wollen.
Das zeigt auch selbst nach allem, was gewesen ist, dass Klaus Ritter Einfluss hatte und überraschend kam das auch nicht wirklich, dass Klaus Ritter unter einer Gesellschaft seiner Tochter weitergemacht hat. Er hatte das bei dieser Demo, über die wir eben auch schon gesprochen haben mit den Erntehelfern bei dieser anarchistischen Gewerkschaft, da hatte er das im Interview mit uns beim WDR schon angedeutet.
Da hatte er auch ein bisschen seinen Unmut über den Insolvenzverwalter Kundluft gemacht und hatte da schon gesagt, dass er es nicht akzeptieren wird, dass der Name Ritter in den Schmutz gezogen wird und dass es natürlich weiter Erdbeeren und Spargel von Ritter geben wird. Also insofern hat er da folgerichtig nur das umgesetzt, was er auch da vielleicht mal leichtsinnigerweise angekündigt hatte.
Ich muss sagen, ich finde es trotzdem, Das hat irgendwie eine bemerkenswerte Dreistigkeit, finde ich, wenn so ein Verfahren über einem schwebt, da einfach dann munter neue Erdbeerpflanzen. Zu setzen. Ja, er scheint also zu versuchen, wieder Fuß zu fassen. Ja, ganz kurz eine Anekdote vielleicht noch. Ich muss wirklich sagen, also wenn mich, wenn mir meine Erinnerung gerade keinen Streich spielt, war es tatsächlich so, dass ich in Bornheim da entlang gefahren bin und, zufällig halt da am Feld wieder so ein Bulli von Ritter gesehen habe und ich echt erst dachte, ich gucke nicht richtig.
Und habe halt wirklich, ja, wie man so schön sagt, nicht schlecht gestaunt. Das glaube ich. Und schon wieder jetzt es weitergeht. Das währt auf jeden Fall nicht lange, das können wir schon mal sagen, denn es kommt jetzt dazu, es gibt einen Termin, also Sabine und Klaus Ritter müssen zum Amtsgericht und sollen da eben Fragen des Insolvenzgerichts sozusagen, also im Rahmen dieses Insolvenzverfahrens beantworten.
Ja und dieser Termin geht glaube ich anders aus, als er sich das jetzt vorgestellt hatte. Auch ein bisschen anders. Es ging darum, dass die Eheleute Ritter als Schuldner zur Mitwirkung, zur Aufklärung bei diesem Insolvenzverfahren verpflichtet sind. Dazu müssen sie alle Vertragsunterlagen, alle Geschäftsunterlagen eigentlich beibringen, die der Insolvenzverwalter anfordert.
Das haben sie nicht getan. Sie haben sich teilweise oft zurückgezogen, die würden es nicht finden und die würden nicht vorliegen, waren weg oder sonst was. Das hat der Insolvenzverwalter aber nicht wirklich glauben wollen, zumindest nicht in Gänze. Insofern hat er dann die Eheleute Ritter vor Gericht gezerrt und dort haben sie aber auch nicht zur Zufriedenheit der Vorsitzenden oder des Vorsitzenden dort geantwortet.
Und das hatte krasse Folgen. Ja Moment, sie kamen vor allem vollkommen unvorbereitet, ohne jegliche Unterlagen und er hatte, was ich auch lustig finde, noch nicht mal seine Brille dabei, also Lesebrille, er hätte noch nicht mal was lesen können. Das war, glaube ich, noch das geringste Problem für den Richter, weil der Richter fand es auch so dreist auf jeden Fall, weil wenn ein Richter eine Erzwingungshaft ansetzt, das ist ein Rechtsmittel, was man wählen kann, um Menschen zur Raison zu bringen und zum Umdenken zu bewegen, dass man sagt, Mensch, jetzt denk doch mal drüber nach, willst du wirklich sechs Monate in den Bau, das ist die Maximalstrafe, die man da verhängen darf, oder willst du nicht vielleicht doch nochmal überlegen, wo du diese Verträge hast?
Das hat Klaus Ritter für sich ganz klar entschieden, er ist für sechs Monate in den Bau gegangen. Ganz genau. Also das meinte ich, er konnte, er hat sich glaube ich nicht ausgemalt, dass dieser Termin so endet. Er hat tatsächlich, ist direkt von diesem Gerichtstermin ab in die JVA in Köln gefahren worden und da saß der sechs Monate ein in der Zwingungshaft.
Und seine Frau ist ihm übrigens kurz darauf auch gefolgt. Die saß zumindest über Weihnachten, die saß die, glaube ich, sogar noch in der JVA. Ja, richtig. Die ist im Dezember dann ebenfalls in Beugehaft, kann man das, glaube ich, auch nennen, gekommen. Nachdem sie nach diesem Gerichtstermin wurde erst mal etwas erschrocken war und gesagt hat, ja, also sie wird jetzt doch kooperieren.
Und tja, das hat sie dann doch anders entschieden. Ich weiß nicht, ob nach Rücksprache mit ihrem Mann, aber sie muss dann letztlich auch in den Knast. In der Zwischenzeit findet eine große Auktion statt, das nur der Vollständigkeit halber. Da steht so ziemlich alles zur Versteigerung, was es da auf diesem früheren Ritterhof noch gibt.
Also alle möglichen Maschinen, teilweise auch Nutzfahrzeuge und so weiter. Und dann gibt es nochmal Durchsuchungen im Umfeld der Ritters, also in mehreren Gebäuden. Da sind Polizei, Staatsanwaltschaft und Steuerfahnder unterwegs. Und ja, da werden auch Beweismittel sichergestellt. Können wir da sagen, was da sichergestellt wird?
Im Grunde genommen geht es ja immer um digitale, also um alles, was man vorfinden kann, was zur Aufklärung dienen kann, weil man muss das natürlich so sehen, wenn zwei Menschen wie die Eheleute Ritter, die leicht zeitversetzt in diese, wie der Volksmund sagt, Beugehaft gegangen sind, und vor allen Dingen, wenn diese Menschen die vollen sechs Monate da absitzen, dann sag ich dir ganz ehrlich, die werden ihre Gründe dafür haben, warum die diese Entscheidung treffen.
Und das ist natürlich auch einer der Gründe gewesen, warum dann nochmal durchsucht wurde. Ich habe es eben erwähnt, es ist nicht nur einmal, sondern mehrfach gleich da an den Wohnanschriften. Und es gab mehrere von den Ritters, wo die gemeldet nicht nur gemeldet waren, aber wo sie Immobilienliegenschaften hatten. Und dann wird an allen Liegenschaften durchsucht.
Und da probiert man Beweismittel zu sichern. Das können Handys sein, das können Computer sein, das können aber auch einfacher Ordner sein. Alles, was zur Aufklärung dienen kann, wird da sichergestellt. Unter anderem waren die, glaube ich, auf der Suche nach Wertgegenständen, die der Ritter offenbar dem Insolvenzverwalter einfach nicht ausgehändigt haben könnte, um da eben, wie gesagt, auch diese Insolvenzmasse weiter zu prüfen und dann möglicherweise den Schuldnern doch noch, den Gläubigern, sorry, doch noch etwas Geld übergeben zu können.
Auch das nur der Vollständigkeit halber, was passiert jetzt eigentlich mit diesem ganzen Land, auf dem früher der Ritterhof war. Dieses Land gehört jetzt wieder dem ursprünglichen Eigentümer, der das eben an Ritter verpachtet hatte. Das ist Klaus Langen vom Obst- und Gemüsehof Langen und der will da jetzt glaube ich selber Erdbeeren anbauen.
Ich weiß jetzt nicht, wie ganz aktuell der Stand ist, aber das war damals jedenfalls der Plan. Und er hat auch gesagt, dass der eine Sauerei sei es, wie der Ritter diesen Betrieb hinterlassen hätte. Also das hat dann ein Landwirt-Kollege dann doch gesagt. Wir haben schon gesagt, Sabine Ritter kommt dann schließlich im Dezember auch in Erzwingungshaft.
Ebenfalls in die JVA Köln ist das Ehepaar also wieder vereint. Und auch sie bleibt tatsächlich diese vollen sechs Monate da. Das muss für sie wirklich schlimm gewesen sein, glaube ich. Für ihn sicherlich auch. Aber wir hören ja nachher schon... Es kommt dann noch zum Prozess und da hat Sabine Ritter schon einen sehr, sehr angeschlagenen, psychisch angeschlagenen Eindruck gemacht.
Genau, und während des Verfahrens wird das auch noch verstärkt, weil meine Wahrnehmung war es im Prozess, so wie ich das beobachte, da hat Klaus Ritter am ersten Tag direkt ein vollumfängliches Geständnis abgelegt und aber auch wirklich alle, versucht alle Schuld auf sich zu nehmen. Das hat auf mich den Eindruck gemacht, dass er das wirklich auch getan hat, jede Schuld von seiner Frau wegzunehmen, um dafür zu sorgen, dass sie freikommt.
Am Ende muss man sagen, dass es ja auch funktioniert hat. Ja, genau. Aber darauf auf den Prozess kommen wir gleich noch. Ich arbeite noch das ab, was da noch so passiert ist. Denn zumindest dieses Thema der ausstehenden oder auch nicht ausstehenden Löhne für die Saisonarbeiter erledigt sich dann im April 2021.
Da gibt es also eine außergerichtliche Einigung. Das ist, glaube ich, gut, das hier noch einmal abzuhandeln. Und ja, die Ritters sind dann irgendwann beide wieder auf freiem Fuß. Noch mal ganz kurz, diese Erzwingungshaft darf eben nur höchstens sechs Monate dauern. Die darf auch nicht einfach wiederholt werden. Also das ist ein einmaliges Mittel.
Und jetzt haben wir Juni 2021 und irgendwie brennt es dann auf einmal auf dem Ritterhof. Stellt sich da eigentlich jemals raus, was da passiert ist? Meines Wissens nach ist das bis heute im Unklaren. Ja, ne? Es ist wieder so eine dieser vielen Merkwürdigkeiten um Klaus Ritter. Aber dass das aufgeklärt wird, ist schwierig, weil man bräuchte Kameras oder man bräuchte Augenzeugen, die auspacken.
Wenn wir eben erwähnt haben, dass Landwirte sich weigern oder Skepsis haben, überhaupt mit uns allgemein zu sprechen, über Hintergründe, dann ist es, glaube ich, ausgeschlossen, dass über sowas jemand auspacken würde. Auf mich hat es damals einen sehr merkwürdigen Eindruck gemacht, dass es da gebrannt hat. Ich habe mir meine Gedanken gemacht.
Aber da kann man nichts beweisen, nichts belegen. Wer dahinter steckt, ist vollkommen offen und wird mutmaßlich auch nie ermittelt werden. Das denke ich auch. Also da sind auf jeden Fall rund 80 Quadratmeter Unrat in Brand geraten, darunter auch Holzpaletten. Und ja, die Feuerwehr braucht anderthalb Stunden, um das Ganze zu löschen.
Und es wird eben auch von der Polizei gesagt, Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden. Aber genau wie du sagst, das kommt zumindest bisher nie raus, was da passiert ist. Und jetzt wird es, ja zumindest öffentlich, vorerst still um den einstigen Spargelkönig. Und zwar bis zum Sommer 2023. Und jetzt kommt der Gerichtsprozess. Vor dem Landgericht Bonn.
Genau, da eröffnet das Bonner Landgericht das Verfahren. Der muss sich da, ja, vor der 11. Großen Strafkammer unter anderem wegen Bankrotts verantworten. Frau und ein weiteres Familienmitglied sind mit angeklagt. Das ist die Tochter, ne? Das kann man sagen, das ist die Tochter, ja genau. Und ja, 1,7 Millionen Euro ist die Summe, die die Familie durch den Bankrand erlangt haben soll.
Und dazu kommen dann nochmal 1,3 Millionen, die Klaus Ritter sich durch Betrug verschafft haben soll. Und Ritter ist auch wegen besonders schweren Betruges angeklagt, sowie noch wegen falscher Versicherung an Eidestadt. Das betrifft dann diese Autofinanzierung? Das Straßenverkehrsamt der Stadt Bonn, die doppelte Beleihung des Oldtimers in dem Fall, genau.
Ab Ende Oktober, 23. Oktober, um genau zu sein, wird dann eben am Bonner Landgericht verhandelt gegen den jetzt 63 Jahre alten Klaus Ritter und seine Frau Sabine. Der Tochter wird wiederum Beihilfe vorgeworfen. Aber ist das Verfahren meines Wissens, wenn ich es recht erinnere, ist das Verfahren gegen die Tochter abgetrennt worden?
Ich habe vorhin noch mal bei uns in der Berichterstattung geguckt. Da steht, dass es dann auch gegen eine Zahlung von 5.000 Euro wohl eingestellt wurde. Auf jeden Fall weiß ich, dass die Tochter nie vor Gericht erschienen ist. Also hier wurde, glaube ich, vorgeworfen, dass sie Beweismittel vernichtet hat.
Aufgeheiß der Eltern. Soll sie da was verbrannt haben? Ich glaube, das können wir schnell abhandeln. Aber die Eltern, denen wird dann doch etwas mehr verbrannt. Vorgeworfen. Und du hast es gerade schon gesagt, der Protest beginnt direkt mit Geständnissen. Genau, weil die Frau von Klaus Ritter, Sabine Ritter, macht einen sehr gebrechlichen Eindruck.
Sie wirkt wirklich gezeichnet, mutmaßlich auch von der Zeit in der JVA, in der Zwingungshaft, die sechs Monate, sollen ihr nach allem, was ich in Erfahrung bringen konnte, auch sehr zugesetzt haben. Und bei Klaus Ritter habe ich den Eindruck gehabt, dass er wirklich versucht, von seiner Frau alles wegzunehmen, um möglichst, dass möglichst wenig bei ihr landet.
Und formal wird das auch korrekt sein, weil die Eheleute Ritter sind als GbR zusammen eingetragen. Damit ist seine Frau mit drin. Aber auf dem Hof, da hat seine Frau bestimmt hier und da mal mit angepackt und auch mitgearbeitet. Aber Klaus Ritter war der maßgebliche Player auf diesem Hof, war der Mann, der alles geregelt hat.
Und insofern ist das wahrscheinlich von der Schuldzumessung absolut korrekt und gerechtfertigt, dass er da einen Hauptteil der Schuld trägt. Aber ich finde es so bemerkenswert, wie er auf einmal umschwenkt. Wir haben vorhin noch darüber gesprochen, dass er einen Sack mit Stempeln irgendwo verschwinden lässt und sagt, ja, jeder sammelt irgendwas.
Und jetzt halt dieser Sinneswandel und er steht so extra vollumfänglich. Das ist schon, ja, außergewöhnlich. Das stimmt. Ich denke, er wird gut beraten worden sein von seinem Anwalt, der ihm vermutlich zu voller Ehrlichkeit geraten hat. Und er sagt dann wohl auch, dass er ja im Rahmen dieses Prozesses oder dieses Verfahrens reinen Tisch machen will.
Und was ich da lustig fand, ehrlich gesagt, war, dass er tatsächlich bei einem Punkt sogar noch sagt, also einer der Anklagepunkte, da könne der Schaden sogar noch ein bisschen höher gewesen sein, als von der Staatsanwaltschaft errechnet. Und ja, er ist da wirklich, wie gesagt, vollumfänglich geständig.
Und es fällt dann Ende November 2023 ein Urteil vor. Am Montagmittag ist das, da sind die Spargelbauern Klaus Ritter und seine Ehefrau vom Bonner Landgericht eben wegen Bankrotts in 34 Fällen, 34 Fälle unveruntreuender Unterschlagung in zwei Fällen, ja, zu Gefängnis von drei beziehungsweise anderthalb Jahren verurteilt worden.
Und man muss auch noch sagen, also diese anderthalb Jahre, die werden zur Bewährung ausgesetzt. Also sie bekommt eine Freiheitsstrafe, bleibt aber auf freiem Fuß. Genau. Und damit hat die Strategie von Klaus Ritter da, zumindest wenn sie dann so gewesen sein sollte, wovon ich aber ausgehe, funktioniert, dass er seiner Frau den weiteren Haftantritt erspart bleibt.
Klaus Ritter selbst ist außerdem wegen Betrugs und falscher Versicherung an Eides statt noch verurteilt worden. Und die beiden müssen jetzt insgesamt rund 1,68 Millionen Euro zurückzahlen. Also so ungefähr, wie du eben schon sagtest, den Preis eines dieser Autos. Und ja, also diese Summe wird eben von der vorsitzenden Richterin festgesetzt.
Und Klaus Ritter wiederum muss dann weitere 1,3 Millionen Euro noch alleine tragen. Und ja, tatsächlich, was nicht ganz ungewöhnlich ist, ist, dass sowohl Klaus Ritter, also auch seine Frau, als auch die Staatsanwaltschaft schon jetzt deutlich machen, sie werden auf Berufung oder Revision verzichten.
Das heißt, dieses Urteil ist tatsächlich auch sofort rechtskräftig. Und wie du eben schon gesagt hast, das Verfahren gegen die zunächst mitangeklagte Tochter ist abgetrennt worden in der Zwischenzeit und ist dann gegen Zahlung eines Bußgeldes eingestellt worden. Dass übrigens auf Revision verzichtet wird, liegt natürlich zum einen an der drückenden Beweislast, an dem umfangreichen Geständnis.
Wenn jemand so umfangreich gesteht wie Klaus Ritter vor Gericht, was übrigens auch der Grund dafür ist, warum dieses Verfahren so schnell zu Ende gebracht wird, dann macht eine Revision überhaupt keinen Sinn. Eine Sache ist mir noch ganz wichtig, die 1,68 Millionen, die 1,3 Millionen Euro, da gäbe es jetzt eigentlich ein ganz einfaches Verfahren, die loszuwerden, indem ich in Privatinsolvenz gehe. Das funktioniert hier aber nicht, weil das Schulden sind, die aus Straftaten resultieren.
Und die Privatinsolvenz schließt solche Schulden exakt aus. Also das kann ich nicht mit einer Privatinsolvenz zilgen. Das heißt, diese Schulden, diese knapp drei Millionen Euro Schulden, die werden die Ritters ihr wahrscheinlich bis zum Ende ihres Lebens behalten. Das wird so aussehen. Oder bis zum Ende ihres Lebens abzahlen müssen.
Also große Sprünge sind da wahrscheinlich dann nicht mehr drin. Also gestraft sind die beiden definitiv. Das muss man ganz klar sagen. Und Klaus Ritter auch ja nicht nur einmal, es gibt ja dann noch ein neues Verfahren, das nur der Vollständigkeit halber von 2025, da geht es jetzt um den Sozialversicherungsbetrug, richtig?
Genau, Steuerhinterziehung und Urkundenfälschung sind da auch noch die Anklagepunkte. Und genau, dem Paar wird eben vorgeworfen, in 48 Fällen, das sind nochmal mehr als die 34, die wir gerade hatten, keine Sozialversicherungsbeiträge erhoben, beziehungsweise keine Lohnsteuer für die Erntehälfte angemeldet zu haben.
Und ja, da rächt sich halt eben, dass die Ritters da ausschließlich auf Saisonarbeiter gesetzt haben. Und die Personalien gefälscht haben und die auch über einen Zeitraum beschäftigt haben, der viel zu lang war. Aber man muss hier sagen, dass mich gewundert hat, dass 2025 dieser Prozess erst verhandelt wurde.
Liegt aber wirklich daran, dass das sauaufwendig ist, das zu ermitteln. Also ich habe eben von dem Zollbericht schon gesprochen, der mir sehr früh vorlag. So früh, dass nach meinem Kennenstand damals selbst die Staatsanwaltschaft noch nicht im Besitz dieses Dokuments war. Und es ist einfach sehr schwierig, in diesen Fällen, wo Sozialversicherungsbetrug vorliegt, muss man das am exakten Tag und der Person exakt zuordnen.
Und das ist natürlich super aufwendig. Da kriegt man teilweise keinen Kontakt mehr nach Rumänien zu den betroffenen Arbeitern. Und es ist auch aufwendig, das auch exakt dazu zuweisen. Das ist einfach der Grund, warum es so lange gedauert hat. Und meines Wissens nach ist es auch so, dass es längst nicht alle Fälle gewesen sind, die da vorlagen.
Sondern es sind die Fälle, die man nachzeichnen konnte und die man zuordnen konnte und wo man aufgrund dessen Anklage erheben konnte. Also das Dunkelfeld, auch wenn ich es nicht beziffern kann, wird definitiv höher sein als das, was hier angeklagt wurde. Und da muss man jetzt auch ganz klar sagen, das sagt auch die Vorsitzende Richterin ja dann nochmal.
Dieses Geständnis von Klaus Ritter und seine Kooperation in diesen Fällen, die führen eben dazu, dass da überhaupt jetzt so verhältnismäßig schnell nach Eröffnung des Verfahrens dann doch noch ein Urteil fallen kann. Das heißt, man bekommt schon den Eindruck, er will jetzt hier wirklich reinen Tisch machen.
Also er will damit abschließen. Er kriegt jetzt nochmal eine Haftstrafe. Und das wird jetzt so eine Gesamtfreiheitsstrafe mit der vorigen sozusagen gebildet. Da wird eine Gesamtfreiheitsstrafe gebildet. Insgesamt muss er für vier Jahre in Haft. Und diese Haft sitzt er im offenen Vollzug ab. Das heißt, er muss schon ins Gefängnis, aber hat nicht diese strengen Sicherheitsvorkehrungen wie im geschlossenen Vollzug.
Und kann zum Beispiel für Arbeit, Ausbildung oder auch Therapie die Gefängnismauern hinter sich lassen. und muss dann eben nur zum Schlafen sozusagen zurückkehren. Ich weiß jetzt nicht, was er dann macht tagsüber, ob er dann Erdbeeren und Spargel anpflanzt. Ich kann tatsächlich sagen, also ich könnte sagen, was er macht. Mir ist er nämlich tatsächlich einmal begegnet.
Aber da... Ich kann nur sagen, ich bin schnell wieder umgedreht. Weitere Details ... Nicht an dieser Stelle. Nicht an dieser Stelle, ja. Was bleibt denn nun eigentlich vom großen Spargelkönig Klaus Ritter? Für mich ist das eigentlich vor allem die Frage. Wie wird Spargel produziert? Unter welchen Bedingungen entsteht eigentlich dieses Genussprodukt Spargel?
Ich frage mich manchmal, wir haben auch in der Redaktion ja jetzt dieses Jahr wieder über die Spargelpreise diskutiert und ich frage mich manchmal, wie teuer müsste eigentlich fairer Spargel sein? Ein Spargel, der ja keine, osteuropäischen Arbeitskräfte mehr oder weniger ausbeutet, genau, und der irgendwie nachhaltig produziert ist und ja, so, dass, vielleicht auch man damit gutes Geld verdienen kann als Landwirt, aber eben diese Machenschaften gar nicht nötig hat.
Wahrscheinlich würde man auf einen Mondbetrag kommen, der einem den Appetit ziemlich schnell zunichte machen würde. Wie hast du das Ganze für dich in Erinnerung und wie hast du es quasi verarbeitet? Du sagst, das war so quasi einer der spannendsten Fälle ja für dich. Ich fand es übrigens auch sehr spannend, obwohl es eben kein klassisches Kapitalverbrechen ist.
Ich fand es spannend, dass sozusagen, wie man in die Tiefe gehen konnte. Gerade auch diese Oldtimer haben uns beiden, glaube ich, sehr viel abverlangt, Recherchetechnik. Und es war sehr aufwendig, das zu recherchieren. Aber es sind auch die Fälle, finde ich, für die man irgendwie Journalist geworden ist, weil es einfach Spaß macht, auch irgendwie mit solchen Leuten in solchen Kreisen zu recherchieren.
Wenn man dann irgendwann mal drin ist, bekommt man über den einen Kontakt einen anderen Kontakt und so geht das so ein bisschen pingpongmäßig dann durch. Ich sehe es ein bisschen ähnlich wie Sven, dass das so einen Einblick in diese Spargelbranche gegeben hat, wie hoch da doch auch die Margen sind. Und ich fand es aber auch gut, weil das oft immer so, gerade in der aktuellen Zeit anklingt, dass man die da oben oft gerne schont.
Und der Klaus Ritter, muss man sagen, gerade wenn man seinen Luxus-Oldtimer sieht und seinen Vermögensstand auch sieht, der zählte eher zu der mindestens gehobenen Mittelschicht, wenn nicht sogar zu unteren Oberschicht, dass man dem einfach nicht durchgehen lässt. Dass einem Menschen wie Klaus Ritter, der aus meiner Sicht, so wie ich es sehe, über viele, viele Jahre gedacht hat, dass er selber Gesetze aufstellen kann oder nach seinen eigenen Regeln handeln kann, dass man dem die Grenzen aufzeigt und auch sagt, bis hier und nicht weiter.
Das ist ganz wichtig, weil ansonsten können wir irgendwann mit der Anarchie anfangen. Und das, was er da vor allem mit den Oldtimern getrieben hat. Das hat die Grenzen weit überschritten. und das ist wichtig, finde ich, dass das auch alles publik geworden ist durch uns Journalisten, dass wir das auch schon vorab aufgedeckt haben, aber dass auch Gerichte ihm die Grenzen aufgezeigt haben.
Das finde ich sehr spannend, denn meine Frage wäre jetzt gewesen, was ihr glaubt, man kann das ja auch alles ganz anders aussehen, man kann ja sagen, Mensch, das ist halt so ein Rheinländer, der denkt halt, ach ja, komm, das regeln wir jetzt hier mal ohne Papier und so weiter, aber du bist ja schon sehr sicher, dass das alles sehr, sehr bewusst von ihm war und dass er eigentlich schon wusste, auf welchem Pflaster er sich da bewegt, oder? Ja.
Ich glaube ehrlich gesagt, dass er das nicht so ganz wusste, weil über Jahre hinweg das System Ritter funktioniert hat, was da so ungefähr so aussagt, ach komm, hilf mir schon jetzt Geld, dann kriegst du schon wieder irgendwann. Und das hat er halt auch in anderen Belangen geglaubt, weil was ich ihm abnehme ist, dass er das zum Beispiel diese doppelte Beleidigung des Fahrzeugs, dass er es nicht aus krasser Bereicherung gemacht hat, sondern der hatte ja kurzfristig finanzielle Probleme, der brauchte Geld und das war der einzige Weg, wie er geglaubt hat, da an Geld zu kommen halt.
Und dann hat er in seiner unheimlichen Art wahrscheinlich gedacht, ich erwirtschafte das irgendwann wieder später und zahle das zurück. Meine Wahrnehmung bei allem, was mir begegnet ist, mit Menschen, mit denen ich gesprochen habe, war, dass Klaus Ritter da niemand war, der Menschen bewusst bescheißen wollte, der denen was schuldig bleiben wollte.
Sondern der hatte so eine gewisse Ehre, das war auch seine rheinländische Ehre, auch seine landwirtschaftliche Ehre, dass er Schulden begleicht. Also Schulden waren, finde ich, irgendwas, wie das heute in anderen Schichten üblich ist. Komm, das schieben wir ab, das schreiben wir ab dann sozusagen. Also das wäre, glaube ich, für ihn nicht in Frage gekommen, aber es war einfach irgendwann zu viel.
Ein zweistelliger Millionenbetrag nach der Gesamtverbindlichkeit, wie wir herausgefunden haben, von 30 Millionen Euro, das kann man auch nicht mehr mit einem Spargel- und Erdbeerenbetrieb erwirtschaften, der zwei Millionen Umsatz im Jahr abwirft. Das ist einfach nicht drin, es ist zu viel. Also er hat irgendwo den Überblick wahrscheinlich verloren und es ist auch, glaube ich, eine Art von Gier, will ich es gar nicht mal unbedingt nennen in dem Fall.
Aber er hat eben dieses unglaublich kostspielige Hobby und konnte davon anscheinend nicht lassen. und ist der Illusion vielleicht nachgehangen. Ach ja, das kriege ich schon irgendwie noch wieder hin. Genau, ich glaube auch, da gab es keinen böswilligen Masterplan oder so, sondern als es dann irgendwann nicht mehr lief, hat er einfach, ja ...
Von Spiel zu Spiel gedacht, auf eine Art. Und ich löse ein Problem, indem ich mir ein anderes Problem schaffe und am Ende sind die Probleme zu viel geworden. Ja, das trifft es, glaube ich, ganz gut, ja. Also wirklich ein sehr, sehr spannender Fall. Vielen Dank euch beiden für diese echt tiefen und sehr interessanten Einblicke. Also gerne wieder.
Und euch danke ich natürlich wie immer ganz herzlich fürs Zuhören. Abonniert bitte unseren Podcast, folgt ihm, liked unsere Inhalte, teilt sie. Gebt mir bitte unbedingt Feedback bei Spotify, YouTube und bei Instagram unter oder schickt uns einfach eine Mail an podcast.ga.de Aktiviert natürlich die kleine Glocke bei Spotify, damit ihr keine neue Folge verpasst und sehr wichtig, bewertet uns mit 5 Sternen.
Vielen lieben Dank dafür und bis zum nächsten Mal. Tschüss! Das war Akte Rheinland. Der GA-Podcast zu Kriminalfällen aus Bonn und der Region. Akte Rheinland ist eine Produktion der Generalanzeiger Bonn GmbH Redaktion und Moderation Anna-Maria Bekes Produktionsleitung Andreas Deick Mitarbeiter Sabrina Bauer, Simeon Gerling und andere Sprecher Daniel Dähling, Martin Busch.