Akte Rheinland· Staffel 11· Folge 4

“Benutzt wie eine Sexpuppe”: Der tödliche Drogencocktail

Montag, 26. Oktober 2026 · 58 min

MP3

Shownotes

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Eine Frau aus Euskirchen verliert nach einem Drogencocktail, den ihr Nachbar ihr bereitstellt, das Bewusstsein. Ein Smartphone zeichnet die Stunden danach auf. Als Rettungskräfte die Aufnahme entdecken, beginnt die Rekonstruktion einer Nacht, die mit dem Tod der 42-Jährigen endet. Die Aufnahme auf dem Smartphone wird zum entscheidenden Beweismittel. Im Prozess geht es außerdem um die Frage, warum das Gericht trotz des Todes von einem versuchten Mord durch Unterlassen spricht.
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Euskirchen, Samstag, 9. November 2024, in den frühen Morgenstunden. Gemeinsam betreten Daniel und Laura das Wohnzimmer seines Hauses. Er mischt ihr ein Getränk. Außer Cola sind darin Kokain, Ketamin und MDMA enthalten. Er stellt das Glas vor sie auf den Wohnzimmertisch. Trinkt das besser nicht, sagt er.

Daniel geht durch die Zimmer seines Hauses und zieht die Stecker der smarten Lautsprecher aus den Steckdosen. Er will nicht, dass jemand mitkriegen könnte, was in den kommenden Stunden passiert. Im Wohnzimmer trinkt Laura den Drogencocktail. Daniel startet um 5.29 Uhr eine Videoaufnahme auf seinem Handy, das er ins Regal stellt.

Das Telefon wird aufzeichnen, was in den folgenden drei Stunden passiert. Laura wird diesen Morgen nicht überleben. Hallo und willkommen zu einer neuen Episode von Akte Rheinland. Hier geht's alle zwei Wochen montags um Verbrechen und Kriminalfälle aus Bonn und der Umgebung. Mein Name ist Anna-Maria Bekes und bei mir ist heute meine Kollegin Marie Schneider.

Genau, hallo. Hi Marie. Hi. Wenn diese Episode, die wir gerade aufnehmen, erscheint, dann sind es noch drei Tage bis zu unserem diesjährigen Live-Podcast mit Lydia Benecke im Schauspielhaus in Bad Godesberg. Und an alle, die ein Ticket haben, wir freuen uns schon sehr auf euch. Ich kann euch allerdings leider keinen ganz gemütlichen Abend versprechen, denn auch diesmal wird es ein wirklich schrecklicher Fall sein, über den wir sprechen.

Und hier und heute ist das leider nicht anders, denn ja, der Fall, den wir hier heute besprechen, das ist tatsächlich sogar einer der abgründigsten Fälle für mich, die wir je behandelt haben. Und davon abgesehen ist er juristisch betrachtet sehr interessant. Da hast du dich netterweise nochmal ein bisschen reingefuchst.

Ich sage direkt dazu, wir sind beide juristische Laieninnen. Das heißt, wenn wir etwas sagen sollten, was nicht stimmt oder was ungenau ist, freuen wir uns, und das meine ich ernst, über alle Zuschriften von Juristen und Juristinnen, die uns erklären, wie es richtig ist. Und das meine ich wirklich ernst. Also da sind wir wirklich dankbar. Auf jeden Fall.

Bevor es losgeht, falls ihr Akte Rheinland noch nicht abonniert habt, dann holt das jetzt gerne nach, abonniert unseren Podcast, folgt ihm und hinterlasst uns am allerliebsten natürlich eine Fünf-Sterne-Bewertung und einen Kommentar mit eurem Feedback zu dieser Episode. Das freut uns immer sehr, ganz besonders natürlich, wenn uns jemand fragt, ob wir denn auch wirklich recherchiert haben. Aber dazu ganz am Ende dieser Folge.

Heute geht es um den Tod einer 42 Jahre alten Frau aus Euskirchen, die wir hier Laura nennen. In Wirklichkeit heißt sie anders. Das gilt auch für alle anderen Menschen, über die wir heute sprechen, wie fast immer bei uns im Podcast. Und das gilt auch für den Mann, der für den Tod von Laura verantwortlich ist, nämlich ihr Nachbar Daniel. Richtig.

Es geht um eine gemeinsame Nacht, um Drogen, um schwerste sexuelle Gewalt und um die Frage, welche Verantwortung jemand trägt, wenn er selbst eine lebensgefährliche Situation herbeiführt und anschließend keine ausreichende Hilfe holt. Das wichtigste Beweismittel in diesem Fall ist das Handy des Täters beziehungsweise ein Video, das er selbst mit diesem Handy aufgenommen hat.

Aber für die Ermittler tun sich tatsächlich noch mehr Abgründe auf, als sie dieses Handy genauer unter die Lupe nehmen. Und jetzt Werbung. Mal ganz unter uns, googelst du dich eigentlich manchmal selbst? Wenn nicht, solltest du das vielleicht mal nachholen. Einfach den eigenen Namen und die Stadt, in der du wohnst, bei Google eingeben und dann mal schauen, was passiert.

Was man da findet, ist oft erschreckend. Handynummer, Wohnadresse, alles frei verfügbar für jeden, der sucht. Für Werbeunternehmen, die dein Profil verkaufen, für Kriminelle, die das als Einstieg, für Betrug oder Identitätsdiebstahl nutzen oder für jemanden, der dich damit aufspüren kann. Das klingt abstrakt, ist es aber nicht. KI-gestützte Betrugsmaschen werden immer raffinierter, weil die Täter vorab alles über ihr Opfer wissen. Und woher?

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Denn deine Daten gehören dir und nicht irgendwelchen Datenmaklern. Werbung Ende An dieser Stelle eine Inhaltswarnung. Wir sprechen heute über sexualisierte Gewalt, den Tod eines Menschen und über Darstellung des sexuellen Missbrauchs von Kindern. Wir werden die Fakten vollständig einordnen, aber wir möchten hier nicht alle Einzelheiten nennen, weil das nicht nötig ist, um die Tragweite dieses Falls deutlich zu machen.

So ist es ganz kurz vorweg. Der sexuelle Missbrauch von Kindern ist hier selbst kein Thema, kommt am Rande dieses Falls aber zur Sprache und derzeit. Das kann man auch ganz gut weiterspulen, wenn man da große Probleme mit diesem Thema hat, was ich sehr gut verstehen kann. Aber wir fangen wie fast immer von ganz vorne an.

Und wie so oft ist es auch hier, das sage ich direkt dazu, leider so, dass wir über das Opfer Laura nicht allzu viel wissen und somit auch nicht erzählen können und auch nicht wollen, um ihre und die Persönlichkeitsrechte ihrer Familie zu schützen. Genau, sie ist, wie ich schon gesagt hatte, zum Zeitpunkt ihres Todes 42 Jahre alt und Mutter von zwei Töchtern.

Sie ist mit Markus verheiratet, der als bester Freund von Daniel beschrieben wird. So ist es. Das sind zwei Familien, die unmittelbar nebeneinander wohnen und dadurch, dass Markus und Daniel eben gute Freunde sind, kennen sich Laura und Daniel bereits seit mehreren Jahren. Und in der Zeit, über die wir heute vornehmlich sprechen, befindet sich Laura, das kann man glaube ich durchaus so sagen, in der Umbruchphase ihres Lebens.

In ihrer Beziehung mit Markus soll es seit Ende 2022 gekriselt haben. Im Juli oder August trennt sich Laura schließlich von ihm und schon zuvor sind sie und Daniel sich näher gekommen. An Karneval 2023 haben die beiden erstmals Sex miteinander und seitdem bei verschiedenen Gelegenheiten immer mal wieder.

Außerdem kommunizieren die beiden über WhatsApp miteinander oder treffen sich am Gartenzaun. Das sind also wirklich zwei direkt nebeneinander liegende Häuser, und da reichen sie sich gegenseitig Alkohol über den Zaun. Okay, also Alkohol und andere Substanzen sind ein großes Thema bei den beiden. Das ist so. Laura wird im späteren Gerichtsurteil als konsumerfahren und konsumgeneigt beschrieben.

Das heißt, sie trinkt regelmäßig Alkohol, bevorzugt Jägermeister und sie nimmt auch Cannabis, Ketamin und Kokain, das sie jeweils von Daniel bekommt. Da sprechen wir gleich noch ausführlicher drüber. Und auch über Drogen und die Erfahrung damit gibt es Austausch zwischen den beiden über WhatsApp. Und schon mal ganz klar jetzt an der Stelle, dass Laura regelmäßig einvernehmlichen Sex mit Daniel hatte und dass sie Drogen konsumiert hat.

Das ist eine Faktenbeschreibung und in keiner Weise eine Relativierung dessen, was sie später erleiden muss. Ganz im Gegenteil sogar. Beides ist wichtig zu wissen, um einordnen zu können, was genau da eben passiert. Und wer völlig eindeutig die Verantwortung dafür trägt, und zwar die alleinige. Aber dazu später.

Schauen wir uns erstmal Daniel genauer an. Über ihn können wir ja deutlich mehr sagen. Ja, Daniel wird 1986 geboren. Er hat noch einen sechs Jahre jüngeren Bruder. Daniel wird mit sechs Jahren eingeschult, besucht zunächst die Grund- und danach die Hauptschule. Und in der neunten Klasse bleibt er einmal sitzen und verlässt die Schule nach der Wiederholung, nämlich mit einem Abgangszeugnis, nennt sich das.

Ja, das heißt, einen Schulabschluss hat er nicht erlangt über Daniels Verhältnis zu seinen Eltern und wie er jetzt konkret aufgewachsen ist. Da können wir aus meiner Sicht nur begrenzt was sagen. Er selbst sagt, er hat seine Eltern als fürsorglich erlebt, sagt über seinen Vater auch, dass dieser sehr verschlossen gewesen sei und viel gearbeitet habe.

Körperliche Gewalt durch die Eltern hat es laut Daniel nicht gegeben. Was ich da bemerkenswert finde, ist, schon im Alter von 15 Jahren, also noch vor dem Schulende, bezieht Daniel eine eigene Wohnung neben dem Haus seiner Eltern. Und ja, dort hält er sich häufig allein auf und macht das, was vermutlich jeder 15-Jährige machen würde, der keiner elterlichen Kontrolle unterliegt.

Er spielt Computerspiele. Aber, das muss man auch dazu sagen, er kommt auch in Kontakt mit Drogen. Über den Mann seiner Cousine lernt er nämlich Amphetamine kennen. Und er probiert die Aufmutschmittel zunächst aus und konsumiert sie kurz Zeit später dann auch regelmäßig. Außerdem fängt er an, Alkohol zu trinken und nimmt gelegentlich auch Kokain.

So ist es. Mit 17 lernt Daniel seine erste feste Freundin kennen, die im Grunde ganz schnell von ihm schwanger wird und die beiden planen zunächst die Schwangerschaft abzubrechen, entscheiden sich dann aber dafür, dass das Mädchen das Kind bekommt oder die junge Frau, nachdem Daniels Mutter den beiden ihre Unterstützung zugesagt hat.

Also die hat im Grunde gesagt, komm, das schaffen wir schon und das spricht für mich auf jeden Fall für eine fürsorgliche Mutter, die Verantwortung auch übernimmt und ihr Kind auch in einer schwierigen Lage offenbar unterstützen möchte und eben auch die junge Frau, um die es da geht. Die beiden bekommen das Kind dann also, Daniel fühlt sich mit der Situation aber ziemlich überfordert.

Er geht lieber in Kneipen und konsumiert mit Freunden Amphetamin, statt sich tatsächlich um seine Tochter zu kümmern. Bis heute hat er nur sehr wenig Kontakt zu ihr. Mit 21 Jahren beginnt Daniel im Transportunternehmen seines Vaters als Lkw-Fahrer zu arbeiten. Es scheint so, als hätte er zwischen diesem Abgang von der Schule und seinem 21. Lebensjahr eher in den Tag hineingelebt.

Die Eltern bezahlen seine Wohnung und anscheinend hat er wenig Antrieb gehabt, arbeiten zu gehen. Abschluss nachzuholen oder ähnliches. 2008 stirbt dann sein bester Freund bei einem Autounfall. Daniel ist darüber verständlicherweise natürlich sehr, sehr traurig. Und um seine Probleme und seine Trauer zu verdrängen, beginnt er jetzt also mit etwa 22, da sind wir jetzt ungefähr, regelmäßig Kokain zu konsumieren.

Er nimmt die Droge auch während seiner Arbeitszeiten und finanziert das Ganze. Von seinem Lohn, also dem Konsum. Genau. 2010 oder 2011 trennt sich Daniel von der damaligen Freundin, also der Mutter des Kindes. Die waren also tatsächlich bis dahin auch noch zusammen. Er zieht dann zu einer neuen Partnerin in eine andere Stadt und er konsumiert auch weiter Alkohol und Drogen. Und das führt unter anderem dazu, dass er dann erstmal seinen Führerschein verliert und drei Jahre später auch diese Beziehung im Grunde daran kaputt geht.

Daniel zieht jetzt wieder in eine Wohnung in der Nähe seiner Eltern und beginnt 2013 eine stationäre Entwöhnungsbehandlung. Also er begibt sich tatsächlich in eine Klinik und macht da einen Entzug. Kurz vor dem regulären Ende dieser Behandlung bricht er die allerdings ab. Weil er einen Rückfall hat mit Alkohol und ist dann zurück in seiner Wohnung und verfällt im Grunde dann wieder vollends dem Alkohol- und Drogenkonsum.

Ja und in der Zeit lernt er dann eben auch Sarah kennen und die beiden beginnen eine Beziehung. Und Daniel bekommt ebenfalls 2013 wieder Kontakt zu einem Bekannten aus seiner Kindheit. Das ist dann Markus, über den wir eben ansatzweise schon sprachen. Und über ihn lernt er dann eben auch dessen Ehefrau Laura kennen.

Da laufen diese Fäden also zusammen. Die beiden Paare verbringen viel Zeit miteinander. Vor allem Daniel, Markus und Laura trinken gemeinsam Alkohol und konsumieren auch weitere Drogen. Daniel besitzt Amphetamine zu dieser Zeit nicht mehr nur für den eigenen Konsum, sondern er handelt auch damit. 2015 hat das dann auch Folgen. Das Amtsgericht Euskirchen verurteilt Daniel nämlich wegen, Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten.

Die Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt und später erlassen. Ja, und es ist nicht das erste Mal, dass Daniel straffällig wird. Deshalb wahrscheinlich auch diese verhältnismäßig hohe Strafe. Schon als Jugendlicher gibt es Verfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, wegen gefährlicher Körperverletzung und wegen Beleidigungen, die allesamt eingestellt werden.

2008 wird Daniel dann wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Da hat er einem Mann vor einem Kiosk mit einer Bierflasche auf den Kopf geschlagen. und er hat dadurch eine Verletzung davongetragen. 2011 wird er wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr zu einer Geldstrafe verurteilt und seine Fahrerlaubnis wird für mehrere Monate entzogen.

Und 2012 folgt eine weitere Verurteilung wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Das scheint sich also hier durchaus durchzuziehen. Auch 2015 geht es ja wieder um Fahren ohne Fahrerlaubnis. Das Gericht beschreibt damals einen verstärkten Konsum von Amphetamin und auch von Ecstasy. Ja, und jetzt muss man sagen, folgt eine Phase in Daniels Leben, in der eigentlich vieles erstmal nach Stabilisierung aussieht.

Zwischen 2018 und 2020 gelingt es ihm, seinen Drogenkonsum tatsächlich vollständig einzustellen. Also er nimmt keine Drogen mehr. 2018 erhält er nach mehreren erfolglosen Versuchen auch den Führerschein zurück, was ja nicht unwichtig ist für seine berufliche Zukunft. Denn er arbeitet im Unternehmen des Vaters und er besucht zu dieser Zeit auch regelmäßig seine Großeltern, zu denen er engen Kontakt hat. Also auf dem Familiär scheint er da auch wirklich eine ganz gute Bindung zu haben.

2019 kauft er dann ein Grundstück mit einem Einfamilienhaus, unmittelbar neben dem von Laura und Markus. Und so werden die beiden befreundeten Paare jetzt also auch direkte Nachbarn. Okay, was aber wohl nicht wirklich dazu beiträgt, dass sich Daniels Leben weiter stabilisiert. Leider nicht. In einem gemeinsamen Sommerurlaub mit seiner Freundin Sarah im Jahr 2020 kommt es dann zum Drogenrückfall bei Daniel. Sarah probiert offenbar in diesem Urlaub mit Daniel zusammen Kokain.

Für ihn ist das der Ausgangspunkt, wieder regelmäßig Alkohol und weitere Drogen zu konsumieren, was er zunächst vor Sarah geheim hält. Also sie ist da offensichtlich nicht sehr drogenerfahren und auch nicht affin. Und ja, er fällt dadurch eben dann in diesen Drogenkonsum zurück. Er konsumiert entweder allein in seinem Haus oder bei Laura und Markus, um das eben so ein bisschen geheim zu halten vor Sarah.

Dort kann er dann nämlich auch schlafen und ausnüchtern und eben seinen Konsum vor Sarah verbergen. So ist es. Und was jetzt folgt, kann man wohl sicher auch als Umbruch und sehr schwierige Phase im Leben von Daniel bezeichnen. Sein Bruder muss wegen einer Erkrankung stationär im Krankenhaus behandelt werden.

Sein Haus wird bei der verheerenden Flut im Sommer 2021 durch Starkregen und Hochwasser beschädigt. Das hat ja auch Euskirchen getroffen damals. Und bei seiner Mutter wird ein Aneurysma im Kopf festgestellt im selben Jahr. Daniel arbeitet in dieser Zeit weitgehend allein im Unternehmen des Vaters, weil eben die Eltern mit der Krankheit der Mutter befasst sind, der Bruder selbst auch krank ist.

Er kümmert sich auch offenbar viel um seinen Bruder. Und was sicherlich auch dazu kommt, er treibt keinen Sport mehr, was ihm früher wohl sehr wichtig war. Und sowas kann ja auch dazu beitragen, dass es einem nicht besonders gut geht. Ja, das ist echt viel auf einmal. Und bei seiner Vorgeschichte ist es vermutlich kein Wunder, dass sich sein Konsum in dieser Phase wieder deutlich verstärkt.

Ja, richtig. Er versucht diesen Konsum dann mit seinen Arbeitszeiten zu vereinbaren. In der Regel arbeitet er von 3 Uhr morgens bis 15 Uhr am Nachmittag. Ist also auch ein langer Tag, muss man sagen, und alles sehr anstrengend. Direkt nach Feierabend trinkt er dann meistens schon zwei oder dreieinhalb Liter Bier, manchmal auch Jägermeister.

Kokain konsumiert er ungefähr alle zwei bis drei Wochen, wenn er mehrere Tage am Stück frei hat. Und seltener nimmt er zusätzlich auch Amphetamin. Also man kann das im Grunde als den Versuch eines kontrollierten Konsums bezeichnen. Daniel schafft es nicht, von den Substanzen wirklich nachhaltig loszukommen.

Aber er möchte, anders als früher, offenbar sein geregeltes Leben, das er ja jetzt hat, nicht wieder verlieren und versucht, das beides so ein bisschen in Einklang zu bringen. Okay, aber wegen seines Konsums kommt es häufig zu Konflikten mit seiner Freundin Sarah, also immer mehr. Und sie mietet 2023 dann eine eigene Wohnung, wohnt aber zunächst weiterhin mit Daniel zusammen.

Ja genau, also ich würde das so ein bisschen als so eine Art Ausstiegsszenario interpretieren. Also sie scheint ihm zu diesem Zeitpunkt schon noch eine Chance geben zu wollen, aber sie möchte eben auch die Möglichkeit, sich da zurückzuziehen. An Karneval 2023 kommt es dann wie gesagt zum ersten Mal dazu, dass Daniel und Laura miteinander Sex haben.

Auch in der Ehe von Laura und Markus kriselt es. Im Juli oder August 2024 kommt es dann tatsächlich zur Trennung und Markus zieht aus dem gemeinsamen Haus aus. Und auch Sarah in der anderen Beziehung verlässt nun doch das gemeinsame Haus und zieht bei Daniel aus. Ja, also wir haben jetzt eben immer noch diese beiden Häuser nebeneinander und die beiden Partner, Partner und Partnerinnen sind eben weg.

Trennen sich jeweils. Trennen sich jeweils und Laura und Daniel wohnen eben dann nebeneinander. Und daraufhin intensiviert sich diese Beziehung der beiden. Die treffen sich regelmäßig, schreiben sich Nachrichten, die, habe ich eben schon mal gesagt, die tauschen irgendwie alkoholische Getränke über den Gartenzaun aus.

Daniel versorgt Laura auch mit Cannabis, Kokain und auch Ketamin. Und auf Letzteres würde ich gerne noch mal ganz kurz genauer eingehen. Nicht wegen der Droge an sich, sondern weil das, was ich jetzt erzählen werde, meiner Meinung nach viel über die Beziehung von Daniel und Laura aussagt. Okay, lass uns trotzdem noch ganz kurz erklären, was Ketamin ist, bevor wir dazu kommen.

Ketamin ist ein medizinisches Narkose- und Schmerzmittel, das auch in der Tiermedizin eingesetzt wird. Aber eben auch als Partydroge missbraucht wird. Es kann die Wahrnehmung verändern, Schmerzen unterdrücken und ein Gefühl der Losgelöstheit auslösen. In höheren Dosen oder in Verbindung mit Alkohol und anderen Drogen kann es zu Bewusstseinsstörungen, Bewegungsunfähigkeit und lebensgefährlichen Wechselwirkungen kommen.

Also, was mir jetzt schon mal wichtig ist, auch wenn ich da jetzt ein bisschen vorweggreifen muss, für das, was später mit Laura geschieht, ist wahrscheinlich nicht Ketamin ausschlaggebend. Mir geht es jetzt eher darum zu zeigen, dass Laura durchaus aufgeschlossen war, was Drogen betrifft. Aber vor allem, und das ist mir noch viel wichtiger, dass sie Daniel total stark vertraut hat. Das geht für mich aus den Nachrichten hervor, die die beiden sich am 11. und 12. Oktober 2024 schreiben. Also, das ist knapp einen Monat vor Lauras Tod.

Am 11. Oktober fragt Daniel Laura zunächst, ob sie, Zitat, eine kleine Nase Keta testen wolle, was sie auch mit Ja beantwortet. Also das scheint ihre erste Erfahrung mit dieser Substanz zu sein. Und am Folgetag, dem 12. Oktober, schreibt Daniel wieder, heute Abend noch eine Spezialnase, also ganz offensichtlich hat sie das am Vortag ausprobiert.

Und darauf antwortet Laura dann, nee, nee, habe genug und fügt dann noch hinzu, außerdem hast dann nur du deinen Spaß und ich vegetiere wieder dahin. Ja, und da wird es jetzt für mich ehrlich gesagt schon richtig finster. Das bezieht sich darauf, das kommt später raus, dass es offenbar bei den beiden schon mehrmals vorgekommen ist, dass Laura während des Sex mit Daniel weggetreten ist, weil sie offenbar, zu viel konsumiert hatte.

Und so scheint es dann auch am Vortag gewesen zu sein. Daniel lässt dann aber trotzdem nicht locker. Nee, er fragt in diesem Chat erneut doch eine Nase, also ein Fragezeichen. Und jetzt antwortet Laura, weiß nicht, war schon echt heftig und verstehe sowieso nicht, warum das bei dir nicht so gescheppert hat wie bei mir.

Und das kommentiert er dann mit kein Plan. Okay, das klingt für mich fast schon so, als hätte er ihr mehr gegeben, als er selbst genommen hat. Also ich finde auch, dass sich das genau so anhört. Wir wissen es allerdings nicht. Darauf wird im späteren Prozess nicht konkret eingegangen. Aber es ist schon ein deutlicher Anhaltspunkt, wie diese Beziehung funktioniert, finde ich. Weil irgendwie, finde ich, man kann es so interpretieren, dass sie sich da so ein bisschen überreden lässt.

Die schreibt also jetzt, aber war mal eine Erfahrung wert. Und schwenkt dann so ein bisschen auf seinen Kurs um und er antwortet, ja, ist auf jeden Fall lustig, hätte Bock drauf, hält ja nur eine Stunde. Und schließlich kommt dann von Laura, okay, mache mit, aber nur unter der Voraussetzung, dass wir anständig bleiben, was auch immer das heißt.

Und dann antwortet Daniel, wann wärst du hier? Also da haben sie sich dann wieder dazu verabredet sozusagen. Was man auf jeden Fall ja sagen kann, ist, dass diese Beziehung der beiden schon sehr auf das gemeinsame Konsumieren und auch auf Sex unter Drogen fokussiert ist, der offenbar auch härter ausfällt.

Aber das passiert bis zum Tattag, zu dem wir jetzt gleich kommen, alles immer im beiderseitigen Einvernehmen. Ja, so ist es. Also alles, was wir jetzt gerade gehört haben, erklärt, warum Daniel und Laura in dieser Nacht auf den 9. November 2024 zusammen sind. Es erklärt aber nicht, warum Daniel das tut, was er in dieser Nacht bzw.

An diesem frühen Morgen tut. Wir beginnen am Vorabend, dem 8. November. Daniel kommt von der Arbeit nach Hause und trifft dort zunächst auf Sarah, die ein Perdinger aus dem früher gemeinsamen Haus abholt, um ihre neue Wohnung einzurichten. Das zeigt Daniel, dass sie wahrscheinlich nicht zu ihm zurückkommen wird, was er offenbar gehofft hat. Und das enttäuscht ihn.

Er ist ohnehin in keinem guten Zustand. Er hatte sich von seinem Hausarzt wegen einer akuten Belastungsreaktion für zwei Wochen krankschreiben lassen, weil seine Hand offenbar zitterte und er an Schlafstörungen litt. Da könnte man jetzt auch sagen, woran hattet ihr Leyen? Aber gut, ich möchte das gar nicht kleinreden. Daniel fühlt sich außerdem beruflich enorm unter Druck.

Wir haben ja auch schon gehört, da liegen auch harte Zeiten hinter ihm. Und trotz dieser Krankschreibung fährt er an diesem Tag doch LKW, weil er für jemand anderen einspringt. Und was auch noch hinzukommt, kurz zuvor hat er auch Streit gehabt mit Laura. Ja. Weil Daniel alleine mit Lauras Tochter im Urlaub war. Die ist zu dem Zeitpunkt 18 oder 19 Jahre alt, also schon erwachsen. Aber dass Laura da wenig begeistert ist, kann man schon verstehen. Absolut. Also für Daniel kommt rein subjektiv an diesem Abend viel zusammen.

Und es liegt vermutlich auf der Hand, aber nur der Vollständigkeit halber, die Beziehung zwischen ihm und Sarah ist in erster Linie wegen seines Konsumverhaltens gescheitert. Und auch nach der Trennung gibt es weiterhin Streit zwischen den beiden darüber, dass Daniel Alkohol trinkt und weitere Drogen nimmt.

Wir haben über Daniel ja schon gelernt, dass er dazu neigt, Probleme eher zu verdrängen beziehungsweise zu versuchen, sie durch diesen Konsum auszublenden. Ja, und das erklärt, was er jetzt tut. Er fängt ab etwa 19 Uhr an zu trinken. Also er ist gerade eben seiner Ex-Freundin begegnet. Die haben sich wieder gestritten. Sie hat Sachen abgeholt und er fängt dann eben an, Alkohol zu trinken. Erst mal fünf oder sechs Flaschen Bier, drei oder vier Dosen eines Whisky-Mischgetränks und außerdem nimmt er auch Kokain.

Im Laufe des Abends ruft dann ein Bekannter an. Der Mann weiß, dass Daniel schon früher mit Drogen gehandelt hat und fragt ihn, ob er ihm Kokain bringen kann. Daniel kontaktiert daraufhin Laura und bittet sie, ihn mit dem Auto zu dem Bekannten zu fahren. Er will nicht wieder seinen Führerschein verlieren.

Darüber haben wir auch schon gesprochen. Und gegen 22 Uhr fährt sie ihn dann also tatsächlich dahin. Bei dem Bekannten sind zwei weitere Männer zu Gast und die fünf sitzen zusammen, trinken Alkohol und unterhalten sich. Und konsumieren außerdem insgesamt zwei Gramm Kokain, also die Männer. Laura nimmt zu dem Zeitpunkt nichts. Und Laura fährt dann gegen zwei Uhr nachts kurz nach Hause.

Der Grund dafür ist nicht ersichtlich. Klar ist aber, dass sie dort ihrer Tochter begegnet, die noch wach ist. Und Laura wirkt auf die junge Frau gut gelaunt, redselig und so ein bisschen aufgekratzt. Sie bleibt weniger als eine Stunde zu Hause und fährt dann wieder los, um Daniel abzuholen. Also ich sage das deshalb, weil wir hier wissen, um diese Zeit, um drei Uhr, ist Laura noch im Vollbesitz ihrer geistigen und körperlichen Kräfte, und in der Lage, sich ganz normal mit ihrer Tochter zu unterhalten.

Und die beiden sind dann zusammen in der Wohnung des Bekannten. Gegen drei Uhr verlassen sie diese Wohnung dann. Laura fährt Daniel in Richtung seines Hauses und setzt ihn in der Nähe eines Feldrandes ab. Daniel will zu dem Zeitpunkt eigentlich schlafen gehen. Die beiden schreiben sich aber noch ein bisschen im weiteren Verlauf der Nacht und verabreden schließlich, sich nochmal bei Daniel zu treffen.

In den frühen Morgenstunden des 9. November 2024 kommt Laura dann also nochmal zum Haus von Daniel. Beide halten sich kurz im Innenhof auf und gehen dann gemeinsam ins Wohnzimmer im ersten Obergeschoss. Dort und außerdem auch im Schlafzimmer und in der Küche befinden sich so smarte Lautsprecher Und Daniel trennt diese Lautsprecher jetzt vom Strom.

Er erklärt das später selbst so, dass er sich gesorgt habe, dass seine Ex-Freundin Sarah über diese Geräte vielleicht mithören könnte, was sich gerade im Haus abspielt. Daniel behauptet später, so betrunken gewesen zu sein und unter Drogeneinfluss gestanden zu haben, dass er sich an die folgenden Stunden kaum erinnere.

Wir können hier schon mal vorwegnehmen, das ist nicht glaubhaft. Und durch die Prozessunterlagen wissen wir ziemlich genau, was passiert ist. So ist es. Daniel mischt jetzt. Also wir sind jetzt bei ungefähr 5 Uhr am Morgen. Einen Drogencocktail. Und dazu gibt er Cola, Kokain, Ketamin und MDMA in ein Glas.

Ausschlaggebend ist hier, dazu kommen wir noch, letzteres, nämlich MDMA. Das steht für, Achtung, 3,4-Methyl-N-Dioxy-N-Methyl-Amphetamin. Ich hoffe, ich habe das richtig gesagt. Bestimmt. Als Tabletten ist das vor allem unter dem Namen Ecstasy bekannt. Die synthetische Substanz hat stimulierende und entaktogene, also einfühlungsfordernde Eigenschaften.

Was erklärt, warum MDMA seit einigen Jahren in manchen Ländern gezielt in der Psychotherapie eingesetzt wird. Allen voran posttraumatische Belastungsstörungen, aber auch Angststörungen und Depressionen werden damit behandelt. Und zu diesem Zweck ist die Droge tatsächlich unter anderem in der Schweiz, in Australien und in Kanada teillegalisiert worden.

In Deutschland ist sie allerdings weiterhin verboten. Okay, also die Chemikerinnen und Chemiker können sich ja auch nochmal bei uns melden, ob du das richtig ausgesprochen hast. Jedenfalls setzt die Wirkung nach etwa 30 bis 45 Minuten ein und hält drei bis sechs Stunden an. Und diese erwünschte Wirkung ist eine starke Gefühlsbetonung.

Man spürt Euphorie, Wärme und emotionale Nähe. Empathie und Kontaktfreudigkeit werden gesteigert, die Sinneswahrnehmungen werden verstärkt und Erschöpfung und Hunger werden wiederum unterdrückt. MDMA dürfte die weltweit bekannteste Party-Droge sein und wird entweder als Ecstasy-Tabletten, als Kristallpulver oder als MDMA-Kristalle konsumiert.

Insbesondere bei den ersten beiden ist für den Konsumenten kaum nachvollziehbar, ob und wie viel MDMA sich tatsächlich in der Dosis befinden. Und das macht den Konsum natürlich von vornherein riskant. Und hinzu kommt noch, dass die Spanne zwischen einer wirksamen und einer potenziell gesundheitsgefährdenden Dosis bei MDMA sehr gering sein kann zumindest.

Und zu den unerwünschten Nebenwirkungen gehört eine erhöhte Körpertemperatur, beschleunigter Herzschlag, Dehydratation, also Austrocknung, Kiefermalen, das kennt man ja ganz gut, Angstzustände und im Extremfall ein lebensgefährliches Serotonin-Syndrom. Bei intensiven Konsum kann das Serotonin-System auch geschädigt werden langfristig und es treten als langfristige Nebenwirkungen Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme, sowie auch depressive Verstimmungen in der Absetzphase auf.

Allerdings, das muss man auch dazu sagen, im Gegensatz zu Alkohol, Nikotin, Kokain oder auch Opioiden erzeugt MDMA weitaus seltener eine schnelle, starke körperliche Abhängigkeit. Das alles dient jetzt aber eher der allgemeinen Aufklärung, denn was Daniel hier tut, das hat überhaupt nichts mehr mit möglichen Risiken und Nebenwirkungen zu tun. Ja, auf keinen Fall. Das ist wirklich kaum zu glauben.

Daniel mischt nämlich MDMA in das Getränk und zwar eine Menge von mindestens 2868 Milligramm MDMA-Kristallen oder umgerechnet ungefähr 48 Tabletten. Das hat das toxikologische Gutachten ergeben. Ja, also da komme ich wirklich aus dem Kopfschütteln überhaupt nicht mehr raus, weil das einfach so unvorstellbar ist, wie viel er da reingibt.

Und dieses Glas stellt er dann eben mit diesem Cocktail auf den Wohnzimmertisch und sagt dann zu Laura, sie solle das besser nicht trinken. Also das behauptet zumindest er später. Okay, da fragt man sich natürlich schon, was soll diese Warnung in Anführungszeichen? Er hat es ja gemischt und ihr vorgestellt, hingestellt. Ja, und auch da würde ich dann nochmal vorgreifen, damit da gar kein Zweifel aufkommt.

Vor Gericht wird festgestellt, dass Daniel fest davon ausging, dass Laura das von ihm gemischte Getränk jetzt trinken wird. Nochmal, er weiß, dass sie Drogen konsumiert, er weiß, dass sie in der Vergangenheit mit verschiedenen Substanzen experimentiert hat, aber vor allem, und das ist wie gesagt für mich ausschlaggebend, er weiß, dass sie ihm vertraut.

Sie hat schon oft mit ihm Drogen genommen und sie geht nicht davon aus, dass er ihr jetzt etwas potenziell Tödliches dahin stellt. Er will also, dass sie diese Mischung zu sich nimmt, um etwas ganz Bestimmtes zu erreichen. Und Laura trinkt dann auch das Getränk und Daniel startet eine Videoaufnahme auf seinem Handy.

Ja, es gibt mehrere Videos. Das jetzt aufzudröseln wäre viel zu kompliziert. Klar ist, es entstehen insgesamt drei Videos. Das letzte endet mit einer Länge von knapp zwei Stunden, 25 Minuten. Gegen 8.50 Uhr. Also die erste Aufnahme startet um 5.29 Uhr. Da sind wir jetzt. Genau, in der ersten Aufnahme bewegen sich Lauras Beine noch unkontrolliert.

Sie gibt stöhnende Laute des Unwohlseins von sich. Im Verlauf der Aufnahmen werden ihre Bewegungen aber immer weniger. Und schließlich liegt sie reglos und reaktionslos auf dem Sofa. Ja, und genau diese Reglosigkeit ist das, was Daniel eben erreichen wollte. Denn über die gesamte Zeit nimmt er in den folgenden Stunden sexuelle Handlungen an ihr vor.

Wir haben das anfangs schon mal gesagt, wir werden hier bewusst nicht zu sehr ins Detail gehen, obwohl diese Handlungen im Gerichtsprozess, das ist vor Gericht so, wirklich in allen Einzelheiten und nahezu minutiös beschrieben wurden. Das Video dient ja hier als Beweismittel und wurde im Gerichtssaal tatsächlich auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit gezeigt. Wir werden das hier also nicht in allen Details wiedergeben.

Ich werde das jetzt so umschreiben, dass trotzdem klar ist, wie schwerwiegend das ist, was da passiert. Daniel entkleidet Laura eben komplett, wie sie gesagt, sie ist völlig wehrlos, sie ist bewusstlos und er vergewaltigt sie in den kommenden Stunden immer wieder auf verschiedenste Art und Weise, auf jede erdenkliche Art und Weise.

Er bedeckt ihren Kopf und Oberkörper dabei teilweise mit Decken und Kissen. Er verändert mehrfach ihre Position. Er schlägt sie auch gegen die Brüste und im Grunde macht er mit ihr alles, was ihm in diesem Moment einfällt offenbar. Der Richter hat dafür ja auch sehr eindrückliche Worte gefunden. Ja, er hat gesagt, Daniel hat Laura, Zitat, benutzt wie eine Sexpuppe.

Und ich muss ganz ehrlich sagen, anders kann man dieses wirklich ekelhafte Verbrechen nicht beschreiben. Und natürlich ist Daniel die ganze Zeit über vollkommen klar, dass Laura überhaupt keinen Willen mehr bilden oder gar äußern kann. Denn das ist nach Überzeugung des Gerichts exakt das, was er will.

Ich zitiere hier nochmal aus dem Urteil, weil es das für mich sehr deutlich macht. Enttäuschungen und Konflikten mit Frauen überdrüssig, wollte er zur Selbstbestätigung ungestört und allein nach seinen Vorlieben Sex mit der völlig Willen- und regungslosen Geschädigten haben. Ja, Daniel schlägt Laura im Verlauf dieser Tat wiederholt auch ins Gesicht mit der flachen Hand, ruft ihren Namen und pfeift sie an.

Sie zeigt keinerlei Reaktion und gegen 7.52 Uhr hält Daniel dann seine Hand vor Lauras Gesicht und kontrolliert ihre Atmung. Er stellt fest, dass sie noch atmet. Danach setzt er die sexuellen Handlungen fort. Gegen 8 Uhr lässt er dann kurzzeitig von ihr ab. Da ruft er erneut ihren Namen. Sie reagiert weiterhin nicht und es muss, zu diesem Ergebnis kommt dann das Gericht, zu diesem Zeitpunkt gewesen sein, dass er erkennt, dass Laura sich jetzt in einem akut lebensgefährlichen Zustand befindet oder dass sie sich schon länger in diesem Zustand befindet.

Und trotzdem ruft er in diesem Moment noch keinen Rettungswagen, sondern vollendet die Vergewaltigung, bis er zum Höhepunkt gekommen ist. Gegen kurz nach acht ruft Daniel erneut Lauras Namen und sagt, wahrheitswidrig, dass die Polizei gleich komme. Um 8.10 Uhr sagt er, er rufe jetzt einen Krankenwagen, macht das aber immer noch nicht.

Stattdessen zieht er zunächst Laura und dann sich selbst an und beginnt dann, das Wohnzimmer aufzuräumen, räumt Flaschen und andere Gegenstände weg, ordnet die Sofakissen. Dafür braucht er ungefähr 15 Minuten. Ja, und erst gegen 8.25 Uhr wählt er dann endlich die Nummer des Rettungsdienstes. Am Telefon sagt er, bei ihm sei ein Mädchen, das vorher feiern gewesen sei.

Es sei alles in Ordnung gewesen. Jetzt sei es so, als würde sie schlafen und er wüsste nicht, was mit ihr los sei. Er höre noch ein Geräusch, das wie Schnarchen klinge. Auf Anweisung der Notrufzentrale bringt er Laura dann in die Seitenlage und kontrolliert ihre Atmung. Als er aufgelegt hat, bleibt er dann aber nicht bei ihr und schaut, ob sie atmet, sondern er räumt weiter auf. Er ordnet den Wohnzimmertisch, faltet eine Decke sorgfältig zusammen und er kümmert sich tatsächlich nicht weiter um Laura.

Gegen 8.37 Uhr betreten dann die Rettungssanitäter die Wohnung. Die Einsatzkräfte fangen an, Laura zu reanimieren, sofort und verzüglich. Daniel verlässt dann das Wohnzimmer währenddessen mehrfach und kehrt jeweils nach einiger Zeit wieder zurück. Das stellt sich übrigens später raus, das ist jetzt nebensächlich, zeigt aber nochmal ehrlich gesagt einiges über diesen Mann, dass er da Drogen aus seiner Wohnung gebracht und ins Auto gebracht und bei einem Bekannten versteckt hat.

Die Einsatzkräfte fragen Daniel jetzt, was Laura denn eingenommen hat, weil natürlich klar ist, dass sie da intoxiniert ist. Und Daniel erklärt, er wisse es nicht genau, er wähnt Amphetamin und Ketamin oder eine ähnliche Substanz. Und er sagt, Laura habe auch Alkohol getrunken und mit keinem Wort erwähnt er MDMA.

Er erklärt den Rettungskräften aber auch, dass Laura seine Nachbarin ist. Sie sei aus der Stadt zurückgekommen, die ganze Nacht bei ihm gewesen und sie hat in Fernsehen geschaut. Dann sei sie plötzlich eingeschlafen und nicht mehr ansprechbar gewesen. Und was wir natürlich nicht vergessen dürfen, er hat den Notruf mit einem anderen Telefon getätigt und die ganze Zeit läuft noch immer die von Daniel selbst gestartete Videoaufnahme auf dem im Regal im Wohnzimmer stehenden Handy.

Ein Notfallsanitäter bemerkt dieses Handy dann zufällig, stoppt die Aufnahme und nimmt das Telefon an sich. Das fand ich echt bemerkenswert, dass er das direkt gesehen hat. Zum Glück. Ja. Laura wird dann in ein Krankenhaus gebracht und die Reanimation wird noch weitere 90 Minuten fortgesetzt. Bleibt aber erfolglos.

Laura stirbt an der Vergiftung, insbesondere durch diese bizarre MDMA-Überdosis. Ja, und genau an dieser Stelle entsteht die juristische Frage, die den ganzen Fall so schwer verständlich macht. Laura ist tot und trotzdem lautet die Anklage gegen Daniel dann später auf versuchten Mord und nicht auf Mord.

Ja, wir versuchen das mal so einfach wie möglich zu erklären, aber mit der Vorwarnung, es ist zumindest für juristische Laien wirklich nicht einfach zu verstehen. Also, der entscheidende Moment für diesen Vorwurf ist, dass Daniel sich zu dem Zeitpunkt, als er erkennt, dass Laura in Lebensgefahr ist, bewusst entscheidet, nicht die 112 zu wählen, sondern stattdessen seinen eigenen sexuellen Höhepunkt wichtiger findet.

Das Gericht nimmt deshalb an, dass er den Tod von Laura zu diesem Zeitpunkt billigend in Kauf nimmt. Wichtig zu wissen ist da, für den bedingten Tötungsvorsatz muss ein Täter nicht ausdrücklich sagen, dass er den Tod will. Es reicht, wenn er den Tod als mögliche Folge erkennt und sich mit dieser Folge abfindet.

Ja, aber musste Daniel nicht schon viel früher erkennen, dass Laura sterben könnte? Ich meine, er hat ihr ja diesen Drogencocktail gemischt. Ja, im Urteil heißt es dazu, Zitat, dass die Geschädigte aufgrund der Einnahme des Getränks sterben könnte, drängte sich dem Angeklagten auf und hielt er für möglich.

Ihren Tod billigte er jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht. Okay, aber das erklärt ja immer noch nicht, warum es ein versuchter Mord ist und kein Mord. Denn Laura ist ja eindeutig tot. Ja, das liegt daran, dass man im Strafrecht zwischen dem tatsächlichen Tod eines Menschen und der rechtlichen Ursache dieses Todes unterscheiden muss.

Laura ist an der tödlichen Mischung des Drogencocktails gestorben. Die toxikologische Sachverständige konnte aber nicht sicher beantworten, ob sie durch einen früheren medizinischen Eingriff hätte gerettet werden können. Okay, das heißt, es ist nicht klar, ob ein früherer Notruf den Tod noch hätte verhindern können. Ja, genau. Es sind also im Grunde juristisch zwei voneinander getrennte Handlungen.

Die erste Handlung besteht darin, dass Daniel Laura den Drogencocktail bereitstellt. Die zweite Handlung besteht darin, dass er später, als er ihre akute Lebensgefahr erkennt, nicht sofort medizinische Hilfe holt. Bei der ersten Handlung lautet die Frage, haben die Drogen die tödliche Vergiftung verursacht?

Bei der zweiten Handlung lautet die Frage hingegen, wäre Laura nicht gestorben, wenn Daniel sofort den Notarzt gerufen hätte? Ja und bei der zweiten Frage gab es eben keine sichere Antwort. Ja, genau, ganz genau. Das Gutachten konnte nicht ausschließen, dass der Drogencocktail auch dann tödlich gewesen wäre, wenn Daniel früher Hilfe gerufen hätte.

Wenn das möglich ist, kann das Gericht nicht mit der erforderlichen Sicherheit feststellen, dass gerade sein späteres Nichtstun den Tod verursacht hat. Also ist keine Verurteilung wegen vollendeten Mordes durch Unterlassen möglich. Okay, nach der Logik drängt sich mir aber dann die Frage auf, ob er nicht durch den Notruf, als er ihn dann endlich gemacht hat, vom Mordversuch quasi zurückgetreten ist. Das gibt's ja auch.

Ja, das Gericht hat auch das geprüft und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Daniel genau zu diesem Zeitpunkt, also als er sich entscheidet, noch nicht die Rettung zu rufen, ihren Tod billigend in Kauf nimmt. Juristisch heißt das, ein Versuch kann auch dann vorliegen, wenn der angestrebte rechtliche Erfolg, in diesem Fall der Tod, nicht eintritt oder nicht sicher auf die Handlung des Angeklagten zurückgeführt werden kann.

Also, Daniel erkennt um kurz nach 8 Uhr morgens, Laura ist in akuter Lebensgefahr. Er weiß, dass sofortige medizinische Hilfe erforderlich ist. Und trotzdem ruft er erst den Rettungsdienst, als er seine sexuelle Befriedigung erreicht und danach in aller Ruhe aufgeräumt und Spuren seiner Tat beseitigt hat.

Wenn ich das richtig verstehe, ist entscheidend für den Rücktritt von einem Mordversuch, also ob der Täter sich freiwillig und ernsthaft bemüht, den Erfolg, den Tod also noch zu verhindern. Ja, genau. Und nach den Feststellungen des Gerichts genügte Daniels Verhalten diesen Anforderungen nicht. Dazu kommt ja noch, dass er den Rettungskräften wichtige Informationen verschweigt.

Er sagt nicht, dass Laura bereits seit mehreren Stunden nicht mehr ansprechbar war. Er sagte ja, die sei einfach eingeschlafen. Er teilt auch nicht mit, welche erheblichen Mengen an Drogen sie konsumiert hat. Das Gericht bewertet den Notruf deshalb nicht als ernsthaften und ausreichenden Rücktritt vom Mordversuch.

Es werden außerdem zwei Mordmerkmale erkannt. Daniel unterlässt die Hilfe, um seine sexuelle Befriedigung zu erreichen. Außerdem geht es ihm darum, die anderen Straftaten zu verdecken. Lass uns noch kurz auf die weiteren Tatvorwürfe gegen Daniel eingehen. Neben dem versuchten Mord durch Unterlassen ist er wegen Vergewaltigung einer widerstandsunfähigen Person und der Verbrauchsüberlassung von Betäubungsmitteln mit Todesfolge angeklagt.

Ja, wir sprechen zum einen über Paragraf 177 Strafgesetzbuch. Er regelt die Strafen für sexuelle Übergriffe, sexuelle Nötigung und Vergewaltigung. In unserem Fall geht es um Vergewaltigung, weil Daniel in Lauras Körper eindringt. Das Gericht wertet die Tat als besonders schweren Fall, weil er sein Opfer besonders erniedrigt und, wie der Richter in der Urteilsbegründung ja sagt, wie eine Sexpuppe behandelt. Das hattest du ja schon gesagt.

Laura ist außerdem zum Zeitpunkt der Tat widerstandsunfähig. Das heißt, sie ist durch ihren Zustand nicht in der Lage, einen entgegenstehenden Willen zu bilden oder auch nur zu äußern. Und Daniel nutzt genau diesen Zustand aus. Den er ja noch dazu selbst herbeigeführt hat, indem er eben diesen Drogencocktail gemischt hat. Ja, richtig. Da sind wir dann bei § 30 des Betäubungsmittelgesetzes.

Damit dieser Tatbestand erfüllt ist, müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein. Der Täter muss dem Opfer die Droge so übergeben, dass das Opfer sie sofort an Ort und Stelle konsumieren kann. Also z.B. Eine aufgezogene Spritze bereitstellen. oder eben einen Drogencocktail, wie in unserem Fall. Ja, also das bloße Verkaufen oder auch Schenken zur späteren Verwendung, das fällt jetzt nicht unter diese Vorschrift. Nee, genau, das fällt dann nicht drunter.

Da greifen bei Todesfolge andere Delikte. In unserem Fall muss außerdem logischerweise die Todesfolge gegeben sein, sprich, das Opfer stirbt infolge des Konsums dieser Substanz. Außerdem handelt der Täter leichtfertig, indem er sich die sich aufdrängende Gefahr des Todes aus besonderer Unachtsamkeit oder grober Nachlässigkeit übersieht.

Wichtig sind außerdem Kausalität und Risikozusammenhang. Wir sind gleich durch. Es ist viel, aber ich hoffe, alles verständlich. Der Tod muss die direkte Folge des Konsums sein. Zudem muss der Täter genau das Risiko realisiert haben, dass durch das Überlassen der Droge geschaffen wurde. Ja, und all das ist bei Daniel gegeben. Ja, es sollte selbstverständlich sein.

Aber trotzdem an der Stelle noch mal ganz klar, die frühere sexuelle Beziehung zwischen Laura und Daniel verändert die Bewertung natürlich nicht. Ein früheres Einverständnis gilt nicht automatisch für eine spätere Situation. Und eine bewusstlose Person kann kein Einverständnis zu sexuellen Handlungen geben. Auch wenn das früher in der Beziehung immer bis dahin der Fall war.

Kommen wir jetzt dazu, was nach Lauras Tod passiert. Ja, nachdem der Notfallsanitäter die Videoaufzeichnung entdeckt hat, wird die Polizei informiert. Polizeibeamte fahren zum Krankenhaus. Weitere Beamte fahren zu Daniel nach Hause, treffen ihn aber da nicht an. Sie erreichen ihn telefonisch und er sagt, er sei auf dem Weg ins Krankenhaus und werde am kommenden Tag auf die Polizeiwache kommen, um eine Aussage zu machen.

Tatsächlich geht er aber weder ins Krankenhaus noch zur Polizeiwache. Für die Polizei ist er jetzt zunächst nicht mehr erreichbar. Übers Wochenende hält er sich in einem Hotel und bei Bekannten auf, die ihm Unterschlupf gewähren. Und am Sonntag sucht er dann die Angehörigen von Laura auf und erklärt, er habe nichts damit zu tun, was mit ihr passiert sei.

Und am Montag, das ist dann der 11. November 2024, da geht er dann zunächst zu einem Anwalt und gemeinsam mit dem fährt er zur Polizei nach Bonn. Also es scheint ihm schon klar zu sein, dass er definitiv da eine Verantwortung trägt, glaube ich. Und bei der Polizei in Bonn wird er zunächst als Zeuge vernommen.

Er gibt den Polizeibeamten freiwillig den Sperrcode seines Handys, das ja beschlagnahmt wurde. Daraufhin wird das während der Tat aufgenommene Video gesichtet. Daniel wird festgenommen und kommt in Untersuchungshaft. Ja, und das Video ist nicht das Einzige, das die Ermittler auf diesem Handy finden. Es gibt außerdem Chatnachrichten, vor allem zwischen ihm und Laura, die als Beweismittel dienen. Da haben wir ja eben schon was zu gehört.

Und es gibt Nachweise dafür, dass Daniel auf diesem Handy jede Menge Kinder- und Jugendpornografische Inhalte konsumiert hat. Auch auf die Inhalte werden wir hier bewusst nicht detailliert eingehen, obwohl auch diese Inhalte vor Gericht ausführlich und in allen Einzelheiten beschrieben wurden. Nur so viel...

Es ist absolut widerlich, was Daniel sich da angeschaut hat. Ja, die Bilder und Videos zeigen unter anderem den schweren sexuellen Missbrauch an Mädchen im Alter von ungefähr drei bis sieben Jahren. Und Daniel behauptet vor Gericht, ein Freund habe ihn auf diese Bilder aufmerksam gemacht. Er habe sich durch die Dateien geklickt und sie krank und ekelhaft gefunden.

Das ist wenig glaubwürdig. Daniel hat 78 Mal kinderpornografische Videos abgerufen und 83 kinderpornografische und 5 jugendpornografische Bilder betrachtet. Wenn ich etwas angeblich krank und ekelhaft finde, dann klicke ich schnell weg und schaue mir das nicht ausführlich und immer wieder an, wie in diesem Fall.

Zur Erklärung durchs Aufrufen und Abspielen sind die Dateien in den Browser-Cache dieses Smartphones gelangt und die konnten dann eben von den Ermittlern wiederhergestellt werden. Das ist alles, genau wie du sagst, absolut widerlich und verachtenswert. Im Mittelpunkt des Prozesses gegen Daniel steht aber jetzt natürlich das, was er Laura angetan hat.

Ja, der Prozess vor dem Bonner Schwurgericht beginnt Anfang Juni 2025. Daniel äußert sich zu seiner Person und zur Tatnacht, legt aber kein Geständnis ab. Er erklärt, er könne sich an die Nacht kaum erinnern, weil er selbst viel Alkohol und Drogen konsumiert habe. Und er sagt, Laura sei am frühen Morgen zu ihm gekommen.

An mehr könne er sich nur noch in Teilen erinnern. Auf die Frage, ob er Laura die Drogen zur Verfügung gestellt hat, antwortet er mit einem klaren Nein. Und ansonsten beruft er sich wiederholt auf Erinnerungslücken. Er erklärt außerdem, die sexuellen Handlungen und die Videoaufnahmen hätten zum bisherigen Sexualleben von Laura und ihm gehört. Also das wäre üblich zwischen den beiden.

Die beiden hätten auch solche Szenen bereits zuvor gefilmt, dann gemeinsam angesehen und anschließend gelöscht. Also er erklärt das so, dass sie ja oft unter Drogensex hatten und dann eben das nachvollziehen wollten durch Video. Und dann haben sie sich das zusammen angeguckt und gelöscht. Er sagt außerdem, er habe die sexuellen Handlungen nicht genossen.

Das Gericht hält diese Darstellung nicht für glaubhaft und stellt ausdrücklich fest, dass Daniel bei der Tat weder schuldunfähig noch erheblich vermindert schuldfähig war. Er konnte das Unrecht seiner Handlung klar erkennen und hätte nach dieser Einsicht handeln können. Die toxikologischen Untersuchungen weisen im Körper von Laura Cannabis, Amphetamin, Kokain, MDMA und Ketamin nach.

Cannabis wird wegen der geringen toxikologischen Relevanz nicht als maßgebliche Todesursache bewertet. Und es ist eben dann diese Mischung von MDMA, Amphetamin, Kokain und Ketamin, die eben die toxikologische Bedeutung haben. Und die MDMA-Konzentration liegt im tödlich-toxischen Bereich. Wie gesagt, wir haben es eben gehört, umgerechnet etwa 48 Ecstasy-Tabletten.

Die Sachverständige bezeichnet diesen gemessenen Wert als extrem hoch und so hoch, wie sie es auch noch nie erlebt habe. Ja, das sagt schon viel. Das Landgericht spricht Daniel des versuchten Mordes durch Unterlassen in Tateinheit mit Vergewaltigung einer widerstandsunfähigen Person und der Verbrauchsüberlassung, von Betäubungsmitteln mit Todesfolge sowie des Abrufens von Kinder- und Jugendpornografischen Inhalten schuldig.

Er wird zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von elf Jahren verurteilt. Was sagen wir zu diesem Urteil? Also erstmal finde ich, du hast das super erklärt juristisch. Danke. Und ich kapiere das auch an sich, aber ich kapiere es auch irgendwie nicht. Weil... Ich finde das irgendwie ganz komisch, dass er sich im Grunde dadurch rettet, dass dieser Drogencocktail auch ohne den Notruf hätte tödlich sein können.

Ich finde, da beißt sich das irgendwie selbst in den Schwanz. Also mir als Laien leuchtet es zumindest auf der Logikebene nicht ein und auf der moralischen Ebene sowieso überhaupt gar nicht. Ja, das kann ich nachvollziehen. Sehe ich ähnlich, aber wir sind gespannt auf eure Einschätzung. Definitiv, ja.

Genau. Manchmal ist es schwer zu ertragen. Ja, auf jeden Fall. Was juristisch passiert. Und das soll nicht heißen, dass das ein falsches Urteil des Gerichts ist, um Gottes Willen. Aber es ist für mich in dem Fall jetzt mal, sehr schwer zu begreifen. Schwer zu verstehen, auf jeden Fall, definitiv. Absolut. Also es ist auch wirklich ein sehr, sehr, sehr schwerer Fall. Und das nicht nur, weil er juristisch kompliziert ist. Also da tun sich wirklich wortwörtlich Abgründe auf.

Und ja, wir glauben, dass es wichtig ist, auf solche Fälle aufmerksam zu machen, weil sie leider in der öffentlichen Wahrnehmung nach meinem Eindruck manchmal untergehen. Ja, es ist traurig, aber leider war, dass wir im Grunde quasi in jeder Episode unseres Podcasts über Tötungsdelikte an Frauen durch deren Partner oder Ex-Partner berichten könnten. Ja, da sagst du was.

Wir sind damit am Ende dieses Falls angelangt, aber noch nicht ganz am Ende dieser Episode, weil ich das jetzt schon so lange nicht mehr gemacht habe, gehe ich jetzt zum Abschluss noch auf ein ganz bisschen Feedback ein als Extra-Service. Ganz am Ende der Folge, weil ich ja weiß, dass es Menschen gibt, denen es viel schwerer fällt, den Vorspul-Button ihres Players zu finden, als einen wütenden Kommentar über zu viel Gelauber zu schreiben.

Grundsätzlich ist es ja leider so, dass die, ich sag mal. Eher anstrengenderen Kommentare viel mehr Aufmerksamkeit bekommen, als die ganz, ganz, ganz, ganz vielen wirklich total tollen, wertschätzenden und lieben Kommentare, die ihr uns wirklich täglich schreibt. Aber seid euch bitte sicher, also wir sehen die alle und wir lieben sie und wir sind sehr dankbar dafür.

Aber ich wette, du sprichst jetzt trotzdem über einen negativen Kommentar. Das stimmt. Ja, wobei nein. Erstmal wollte ich auf die wirklich vielen und völlig berechtigten Rückmeldungen zu unserer Episode über die Verbindungen des 9-11-Attentäters nach Bonn eingehen. Denn wie ihr im Gegensatz zu uns sofort gemerkt habt, war die Erinnerung meines Kollegen Florian Ludwig ein bisschen eingerostet nach 25 Jahren.

Und er glaubte, vormittags im Fernsehen die Meldungen über die Anschläge gesehen zu haben. Das kann natürlich wegen der Zeitverschiebung überhaupt nicht hinhauen, denn es war in New York Vormittag, aber natürlich nicht bei uns. Gut. Ich hatte ja von meiner Erinnerung an den Nachmittag nach der Schule berichtet und trotzdem habe ich diesen Widerspruch nicht bemerkt.

Dankeschön also wirklich für eure Hinweise darauf. Und jetzt nochmal zum eher, anderen Teil der Kommentarspalte. Wir hatten mal wieder eine sehr hilfreiche Nachfrage, ob wir denn auch ordentlich recherchiert hätten. Und die kann ich hier gern beantworten. Ja. Okay, das ist damit abgehandelt. Das ist jetzt damit erledigt.

Sehr gut. Dann kam zu unserer Episode über den Cold Case Isolde Becker. Mehrfach die Kritik, wir wüssten, also es kam natürlich auch viel Kritik zu, dem Dialekt unseres Kollegen Nikolaus Ottersbach, aber es kam auch Kritik, wir wüssten ja zu wenig über den Fall. Und ich verstehe, dass es enttäuschend sein kann, wenn es nur so wenig und spärliche Informationen gibt. Also glaubt mir, ich wüsste auch gerne mehr über diesen Fall. Vielleicht weiß ich inzwischen auch schon ein bisschen mehr über den Fall, aber das kann ich jetzt hier noch nicht sagen.

Einen Kommentar fand ich da aber ehrlich gesagt besonders sprechend und den lese ich mal vor. Pointless einen Fall zu erzählen, über den man so wenig weiß. Also da muss ich wirklich mal ganz klar sagen, wer glaubt, dass wir jetzt hier irgendwie Geschichtenerzählerinnen sind, die unsere Hörerinnen und Hörer mit spannenden Grusel-Stories unterhalten, der sollte sich bitte nochmal in Erinnerung rufen, worum es bei True Crime geht und was das bedeutet.

Es geht hier um echte Fälle und vor allem geht es um echte Menschen und in diesem Fall um ein Mädchen, das vor 53 Jahren verschwunden ist. Und ja, natürlich dient ein Podcast immer auch der Unterhaltung, genau wie eine Tageszeitung übrigens. Alles andere wäre verlogen. Der wichtigste Sinn und Zweck zumindest eines journalistischen Formats, ist aber meiner Meinung nach aufmerksam zu machen und im allerbesten Idealfall vielleicht mit dafür sorgen zu können, dann am Ende, dass doch noch irgendein wichtiger Hinweis eingeht, der diesen Fall voranbringt.

Also, da würde ich darum bitten, das eigene Anspruchsdenken vielleicht noch mal zu prüfen. War es das? Nee, noch nicht ganz. Okay. Ich habe noch was Amüsantes zum Abschluss. Also der Kommentar ist mittlerweile gelöscht, vermutlich, weil die Verfasserin ein bisschen Gegenwind nicht von mir nur, sondern vor allem von anderen bekommen hat.

Und dann hat sie vielleicht doch eingesehen, dass das keine super Glanzleistung war, aber ich möchte es einfach gerne teilen, weil ich es irgendwie erheiternd fand. Also zu unserer Episode über den tödlichen Unfall in Hürth hat eine Kommentatorin geschrieben. Wir hätten viel zu oft erwähnt, dass der Unfallwagen ein BMW war.

Das würde ja gar nichts zur Sache tun und das wäre stigmatisierend und diskriminierend. Gegenüber BMW-Fahrern, oder wie? Ja, wir wissen ja alle, dass BMW-Fahrer eine marginalisierte Gruppe unserer Gesellschaft darstellen. Also im Ernst, ganz davon abgesehen, dass uns ehrlich gesagt nicht mal bewusst war, dass wir die Automarke angeblich immer wieder erwähnt haben, finde ich es ehrlich gesagt schon lustig, was der Blick in die Statistik zeigt.

Das habe ich natürlich jetzt dann doch nicht lassen können, da mal nachzugucken. Und da kam raus, dass BMW-Fahrer statistisch deutlich mehr und deutlich schwerere Unfälle verursachen als alle anderen Autohalter. Dicht gefolgt von Audi- und Mercedes-Fahrern übrigens. Ach, und Gender muss man da wahrscheinlich nicht.

Du hast auch schlimme Vorurteile, Marie. Du hast leider trotzdem recht. Männer sind für rund zwei Drittel aller Unfälle verantwortlich, also Autounfälle. Daten des Kraftfahrtbundesamtes zeigen, dass Männer überproportional oft wegen Raser-Delikten, also da machen sie 78% aller Fälle aus, wegen Alkohol am Steuer, da sind Männer zu 87% beteiligt und zu dichtem Auffahren 82% auffallen.

Frauen verursachen statistisch betrachtet eher leichtere Park-, Rangier- oder Wendeschäden. Und Männer, das hat mir ehrlich gesagt ganz gut gefallen, bauen eher Unfälle bei hoher Geschwindigkeit und beim Vorwärtsfahren auf. Ich finde es lustig, dafür, dass uns Frauen immer so oft vorgeworfen wird, dass wir nicht einparken können.

Und Männer haben dann eher Schwierigkeiten, damit geradeaus und vorwärts zu fahren. Naja, die absolute Risikogruppe sind, auch das dürfte vielleicht wenig überraschend sein, die jungen Autofahrer zwischen 18 und 24. Obwohl sie nur einen kleinen Teil der Bevölkerung ausmachen, verunglücken sie doppelt so oft wie ältere Fahrer.

Hauptgründe sind mangelnde Fahrpraxis, logisch. Selbstüberschätzung, auch immer wieder gesehen, und zu hohe Geschwindigkeit. Und da stechen eben auch junge Männer unter 25 besonders negativ aus der Statistik raus. Okay, dann bin ich jetzt noch gespannt, welche Kommentare wir darauf bekommen. Ich auch. Ich freue mich schon drauf. Und in diesem Sinne vielen Dank an euch alle fürs Zuhören.

Danke an dich, Marie, dass du wieder dabei warst. Und wir hören und sehen uns in zwei Wochen. Bis dahin. Macht's gut. Bis dann. Tschüss. Das war Akte Rheinland. Der GA-Podcast zu Kriminalfällen aus Bonn und der Region. Akte Rheinland ist eine Produktion der Generalanzeiger Bonn GmbH. Redaktion und Moderation Anna-Maria Bekes.

Produktionsleitung Andreas Deick. Mitarbeiter Simeon Gerling und andere. Sprecher Daniel Dähling, Martin Busch.

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