
Wie stabil ist das Auftragsbuch von Rheinmetall?
Mittwoch, 21. Oktober 2026 · 37 min
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Shownotes
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Diese Woche sprechen Petra Ahrens und Timo Pache über
Das Ganze sehen: Der Höhenflug der Rheinmetall-Aktie bis auf an die 2000 Euro war spektakulär, seither ging es aber auch wieder heftig runter. Inzwischen gibt es hartnäckige Zweifel, ob Rheinmetall wirklich liefern kann, was der Rüstungskonzern an Aufträgen eingesammelt hat. Wie gehen Anleger mit dieser Unsicherheit um?
Wahre Größe: Gewürze sind immer ein gutes Geschäft – das gilt auch für einen der größten Gewürzhändler der Welt, McCormick aus den USA. Die Aktie ist ein Dividenden-Klassiker, der Kurs ist aber seit einer Weile kräftig gesunken. Für Unsicherheit sorgt die Mega-Übernahme der Lebensmittelsparte von Unilever – zu Recht oder ist der Kurs eine Einstiegsgelegenheit?
Nachgehört: Das kanadische Unternehmen Celestica ist einer der wichtigsten Elektrotechnikausrüster der Welt und profitiert vom Rechtenzentren-Bauboom in den USA. Hier zu Lande ist das Unternehmen nicht sehr präsent, der Kurs der Aktie ist aber bereits massiv gestiegen. Ist die Aktie noch attraktiv?
Um diese Aktien geht es: SK Hynix (A1JWRE), BASF (BASF11), Evonik (EVNK01), Rheinmetall (703000), McCormick (858250), Celestica (A406LU)
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Bevor es losgeht, ein wichtiger Hinweis. Dieser Podcast ist keine Anlageberatung oder Empfehlung. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Diese stellen keinen Ersatz für eine professionelle und individuelle Beratung dar. Werteentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Wertentwicklung. Aktien fürs Leben Der Vermögenspodcast von Capital mit Petra Ahrens und Timo Pache, Ja, hallo und herzlich willkommen. So, es wird etwas rappliger an den Börsen.
Die neuesten Inflationszahlen schüren die Angst vor weiteren Zinssteigerungen. Und in der vergangenen Woche wurde es zum Teil recht ungemütlich. In Asien und in den USA mehr als in Europa. Vor allem die Tech-Werte erlebten heftige Korrekturen. An der Börse in Seoul wurde sogar kurzfristig der Handel gestoppt. Wir sprechen gleich aber nochmal darüber.
Für uns ist das natürlich einmal mehr der Grund, den Blick über den Tellerrand zu wagen. Und Timo, was für spannende Unternehmen haben wir denn heute im Podcast? Ja, wir blicken über den Tellerrand, aber wir blicken auch genau auf unseren Teller. Wir gucken uns nämlich eine der erfolgreichsten Aktien der letzten Jahre aus Deutschland an, nämlich die des Rüstungskonzerns Rheinmetall.
Der Höhenflug bis auf an die 2000 Euro war ja spektakulär, aber nicht minder spektakulär war jetzt auch der Sinkflug wieder. Es ging runter bis auf 900 Euro in den vergangenen Tagen. Zuletzt hat sich die Aktie wieder etwas erholt. Hängt auch zusammen mit der Korrektur, die du gerade, glaube ich, schon angesprochen hast. Kommen wir gleich drauf und über diese Aktie wollen wir etwas ausführlicher sprechen.
Ja, und dann werden wir etwas Würze in unseren Podcast bringen. Wir schauen uns ein Unternehmen an, das in fast jeder Küche eine Rolle spielen könnte. Es handelt sich um McCormick & Company. Egal ob Pfeffer, Paprika, Gewürzmischungen oder Marinaden. McCormick verdient sein Geld mit Produkten, die viele Menschen regelmäßig kaufen.
Ob diese Würze jedoch auch im Depot ankommt, genau darüber werden wir gleich sprechen. Und zu guter Letzt ein Hörerwunsch. Der kanadische Elektrotechnikkonzern Celestica profitiert, wie so viele andere in dem Bereich auch, vom Bauboom bei KI-Rechenzentren in den USA. Das sieht man der Aktie allerdings auch schon an. Ein Hörer hat sich gemeldet und wünscht sich eine Einschätzung dazu.
Machen wir gerne und werden die Frage diskutieren, ob diese Aktie trotz ihres Höhenflugs noch interessant ist oder ob man davon lieber die Finger weglassen sollte. Und wer jetzt zu einem dieser Unternehmen direkt springen möchte, kann dies gerne tun und orientiere sich an den Timecodes in den Shownotes.
Zuerst der Blick in die letzte Woche und da herrscht ja plötzlich Unruhe an den Märkten. Die Aktien der Chip-Hersteller fallen so schnell, dass man hier fast schon von einem Halbleiter-Sell-Off reden kann. Und auch der amerikanische Halbleiter-Index verlor in den letzten sechs Handelstagen der vergangenen Woche rund elf Prozent.
Ja, Timo, wie siehst du das? Was war entscheidend dafür? Naja, wir haben ja in der vergangenen Woche schon darüber gesprochen, Petra. Da war deine These noch, ich hatte dich gefragt, wir haben die sehr guten Zahlen von Samsung diskutiert, 80 Milliarden US-Dollar operativer Quartalsgewinn, die Aktie hatte trotzdem nachgegeben.
Deine These war, dass es vor allen Dingen Gewinnmitnahmen seien und ich habe so ein bisschen dagegen gehalten und gefragt, na ist es nicht vielleicht auch so der Vorbote eines KI-Schweinezyklus oder Chip-Zyklus, den wir hier sehen. Das heißt also massive Kapazitätsausweitung, hohe Investitionen jetzt bei den Chipkonzernen, die absehbar zu einem Preisverfall bei diesen aktuell sehr teuren Chips führen wird.
Da warst du noch so ein bisschen zurückhaltend und hast gesagt, nein, die Nachfrage wird hoch bleiben. Glaubst du immer noch, würde ich dich jetzt fragen, dass das so ist, dass das vor allen Dingen Gewinnmitnahmen sind? Oder würdest du sagen, naja, vielleicht ist der eine oder andere Investor doch inzwischen etwas skeptischer geworden?
Also vorweg, ich sehe hier keinen Platzen einer KI- oder Technologieblase, sondern das, was wir sehen, ist halt Zeugnis hoher Nervosität und die wurde in der letzten Woche durch unterschiedliche Entwicklungen befeuert. Also zunächst hatten wir die Meldung des chinesischen Speicherchip-Herstellers CXMT.
Die haben unglaubliche Fortschritte in der Technik vermeldet. Und das hat natürlich die etablierten Anbieter wie Samsung, SK Hynix und Micron unter Druck gesetzt. Dann kam hinzu, natürlich war das zu erwarten, dass die Inflationsrate weiter steigt. Aber sie stieg höher, als die Erwartungen waren. Und das hat natürlich nochmal Druck ausgeübt und macht natürlich auch die Zinserhöhung Ende Oktober in den USA wahrscheinlicher.
Und zum Schluss gab es dann auch noch die Unkenrufe, nämlich Broadcom-Chef, wie spricht er sich aus? Hocktan? Hat er was mit den TAN-Verfahren zu tun? Wahrscheinlich nicht. Also Hocktan warnte am Montag letzte Woche davor, das Kapital könnte zum größten Engpass der KI werden und verglich viele der Investoren jetzt momentan mit Casino-Spielern.
Und das alles hat natürlich dafür gesorgt, dass es unruhig wurde, dass die Nervosität stieg und dass man erstmal die hohen Gewinne mitgenommen hat. Ich finde ja Casino im Prinzip total unterhaltsam und gucke da gerne zu, wie sich das so die nächsten Tage noch weiterentwickeln wird. Kommen wir auf die USA und die Quartalszahlen der großen US-Banken, die wurden nämlich in der vergangenen Woche alle vorgestellt und die Zahlen sind so auf den ersten Blick so gemischt, würde ich mal sagen.
Also durchaus positiv starke Gewinne sowohl beim Umsatz als auch tatsächlich beim Nettogewinn, meistens zumindest. Und ganz stark sind gestiegen die Einnahmen aus irgendwie Aktienhandel beziehungsweise großen Investmentgeschäften. Ansonsten läuft das Geschäft, glaube ich, so relativ mau. Sind die US-Banken jetzt in irgendeiner Form ein Vorbote für etwas, was uns im Herbst noch bevorsteht? Kann man da etwas Größeres daraus herauslesen?
Naja, die Banken und auch die Finanzdienstleister, das dürfen wir nicht vergessen, sind natürlich allen voran die Profiteure von steigenden Aktienkursen, weil immer mehr Anleger investieren. Und genau das ist das, was du eben gesagt hast, dass natürlich das Kapitalmarktgeschäft allen voran mit dem Aktienhandel durchweg überall zugenommen hat.
Wir haben einen einzigen Ausreißer und das war die Bank of America. Die hat einen Umsatz von nur drei Prozent gehabt, Nettogewand minus 17 Prozent. Aber warum? Die blieben deswegen unter den Erwartungen, weil halt die waren zum einen wegen einer schweren Regulierungsstrafe in Höhe von 1,2 Milliarden abgestraft worden.
Und dann haben sie natürlich auch ein entsprechend großes Geschäft im Anleihenhandel. Und der brach um 17 Prozent ein. Alles andere ist natürlich Profiteur vom Aktienhandel. Und ich sehe auch nicht, dass der Aktienhandel abschwächen sollte, nur weil wir jetzt zurückkommen. Ganz im Gegenteil, dann wird der Handel größer. Viele verkaufen jetzt.
Wie viele werden wieder einsteigen? Das müssen wir mal schauen. Ah, okay, weil da wollte ich nämlich gerade einhaken. Wenn jetzt die Zinsen weiter steigen, würde ich doch denken, dass dieser ganze Markt trotzdem noch unter Druck gerät. Ja, das kommt auf die Ausrichtung an. Also zum einen glaube ich, dass natürlich die wirklichen Banken, also weniger die Finanzdienstleister wie BlackRock und Co., dass die Banken natürlich von höheren Zinsen profitieren, weil sie das Geld entsprechend lukrativ wieder einnehmen und anlegen können.
Und wir wissen ja, dass die Marge im Zinsgeschäft den Banken überwiegend zugute kommt. Ich sehe dann eher etwas Schwierigkeiten bei den Finanzdienstleistern, beim größten Vermögensverwalter der Welt. BlackRock, die haben einen Rekord im verwalteten Vermögen von 15,5 Billionen US-Dollar gemeldet. Da könnte ich mir eher vorstellen, dass vielleicht doch der ein oder andere Anleger sagt, ich gehe jetzt mal aus dem hochbewerteten Aktienmarkt raus und parke das Ganze mal vielleicht mit einer Verzinsung von 4 Prozent.
Das wird sich da eher zugrunde schlagen. Ansonsten glaube ich, dass die Banken recht solide und gut aufgestellt sind. Dann noch eine kurze Meldung aus Deutschland. Wir haben auch in der vergangenen Woche gesprochen über BASF und Ivonik. Wir erinnern uns, BASF möchte gerne oder hat Interesse bekundet an dem Spezialchemiehersteller Ivonik.
Und so eine erste Annäherung ist dann so ein bisschen schroff zurückgewiesen worden von Ivonik. Jetzt tänzelt man so umeinander herum, ist mein Eindruck. Und BASF hat jetzt angedeutet, man könnte sich vorstellen, in den kommenden Tagen ein neues Angebot vorzulegen, unter der Bedingung, dass IVONIC BASF so ein bisschen in die Bücher schon mal blicken lässt, um den wahren Unternehmenswert von IVONIC besser beurteilen zu können.
Das ist aus Sicht von BASF nachvollziehbar. Es gibt allerdings auch massive Widerstände gegen eine solche Übernahme. Sowohl das Land Nordrhein-Westfalen, hat da schon, auch die Gewerkschaften sind nicht so wirklich überzeugt davon. Deswegen ja mal abwarten, aber das könnte noch spannend werden. Definitiv und der Deal oder diese Übernahme ist keineswegs in trockenen Tüchern.
Also was bekannt geworden ist, dass BASF einen reinen Cash-Deal präferiert. Also es wird keine Bezahlung durch Aktien geben, aber selbst der Ton hier wird auch so ein bisschen rauer. Und BASF hat wohl gesagt, dass momentan sehr viele Leute im Markt sehr viel Unsinn reden. Sie selbst rechnen übrigens erst mit einer Vollstreckung der Übernahme gegen Ende 2028. Also ich glaube, wir haben da noch etwas Zeit, um uns die ganze Geschichte genauer anzuschauen.
Wir hatten im März diesen Jahres schon ausführlich uns mit dem Unternehmen Rheinmetall beschäftigt. Damals ging es um einen der großen Profiteure natürlich der steigenden Verteidigungsausgaben in Europa und in Deutschland. Das Unternehmen hatte volle Auftragsbücher und die Frage, die wir uns im März gestellt haben, wie lange der Rüstungsboom an den Börsen noch anhalten kann.
Und heute, gut sieben Monate später, müssen wir diese Frage erneut stellen. Denn die Rheinmetall-Aktie hat einen deutlichen Rückschlag erlitten. Letztes Jahr hatten wir die Aktie noch mit einem Kurs bei 2.000 Euro. Im März hatten wir uns schon bei einem Kurs von 1.600 Euro so ein bisschen gewundert. Und jetzt sind wir in der Spitze noch mal 40 Prozent tiefer gerutscht.
Aktuell notiert der Kurs bei 1.085 Euro mit schon einem fast günstigen KGV von 29. Und das Spannende daran ist, das operative Geschäft ist keineswegs zusammengebrochen. Im Gegenteil, Rheinmetall wächst weiter kräftig, verdient mehr Geld und verfügt über einen hohen Auftragsbestand von mehr als 80 Milliarden Euro.
Also müssen wir uns heute die Frage stellen, warum fällt die Aktie so stark? Naja, ich glaube, du hast ein entscheidendes Stichwort schon genannt, nämlich der Auftragsbestand von 80 Milliarden Euro. Ja, der steht tatsächlich in den Büchern, aber die Frage ist ja, wie viel davon kommt wirklich und wenn ja, wann?
Ich habe gelesen, dass nicht alles von diesen 80 Milliarden wirklich schon fixiert ist und in trockenen Tüchern ist. Das sind tatsächlich eher so 70 Prozent ungefähr. Dann kommen wir also schon auf einen deutlich niedrigeren, safen Auftragsbestand, nämlich von etwa 56 Milliarden Euro. Naja, und wenn man sich dann anguckt, die Geschichte der großen Rüstungsprojekte bei Rheinmetall, wie auch in der gesamten Industrie, das ist ja keine Spezialität von Rheinmetall, muss man der Fairness halber sagen, dann stellt man immer wieder fest, es gibt Verzögerungen, es gibt Komplikationen, es gibt technische Probleme, es muss nachgearbeitet werden, die Abnahme verzögert sich, die Auslieferung verzögert sich, dann wird auch nicht sofort bezahlt.
Und dann hat ja jetzt im Sommer oder im Frühherbst es einen ganz spektakulären Fall gegeben, nämlich dieses Fregattenprojekt F126, das Rheinmetall im Grunde genommen erst vor zwei Jahren so ein bisschen an Land gezogen hatte von einer niederländischen Werft, die schon massive Probleme hatte bei der Ausführung dieses Auftrags.
Da hat CEO Armin Pappberger gesagt, komm, das machen wir, das kriegen wir auch gut hin. Hat extra dafür noch eine Werft übernommen in Bremen, die Lürssenwerft, um das Ganze dort abzuwickeln. Und jetzt hat Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius vor einigen Wochen die Reißleine gezogen und gesagt, nee, ich glaube an dieses gesamte Projekt nicht mehr und ich storniere einfach den Auftrag.
Über sechs Milliarden stehen da im Feuer. Es deutet sich jetzt schon ein langer Rechtsstreit um Schadensersatz und so weiter an. Aber wenn das so läuft mit diesem Auftragsbestand von 80 Milliarden, den du da gerade zitiert hast, dann in der Tat, wenn da mal einfach so ein paar Milliarden aus diesem Auftragsbestand wieder wegbrechen können, wäre ich mir als Aktionär oder als Profi-Investor auch nicht so sicher, ob das alles so wirklich kommt, wie es da jetzt avisiert worden ist.
Und ich glaube, ganz viel von diesen 2000 Euro Aktienkurs, die du da gerade angeführt hast, haben ja all diese Aufträge antizipiert und haben das im Grunde genommen schon eingepreist. Ja, also die Absage dieses Fregattenprogramms traf ja nicht nur Rheinmetall rein operativ, was natürlich sehr negativ ist, sondern es trifft natürlich auch die zukünftigen Erwartungen an Aufträge.
Und da sehen wir einfach, was passiert im Moment. Der Markt orientiert sich komplett neu. Er muss jetzt einschätzen, wie zuverlässig Rheinmetall die Wachstumsziele durch die neuen Aufträge überhaupt erreichen kann. Und da ist natürlich auch eine ganz wichtige Kennzahl, dass man Kapazitäten weiterhin aufbaut.
Aber für Kapazitätenaufbau und auch Liefertermine einhalten zu können, muss Rheinmetall auch wiederum volle Kassen haben, um hier investieren zu können. Und daher ist der Blick natürlich auf den Cashflow ganz entscheidend. Und hier hatten wir im ersten Halbjahr einen operativen Free Cashflow, der lag bei minus 1,62 Milliarden Euro.
Also das ist eine Zahl, die wirklich Anleger nicht ignorieren sollten, weil Rheinmetall investiert massiv in zusätzliche Kapazitäten, baut Vorräte auf und hatte mit verschobenen Kunden Vorauszahlungen zu kämpfen. Und ein negativer Cashflow in einer solchen Phase ist natürlich alles andere als positiv, weil hier kann einfach nicht investiert werden.
Im laufenden Geschäftsjahr hat man jetzt die Umsatzprognose ein bisschen zurückgezogen aufgrund dieses abgesagten F126-Projekts, und geht jetzt davon aus, dass man irgendwie zwischen 13,7 und 14,2 Milliarden Euro Umsatz machen wird. Das wäre immer noch ein Plus von etwa 30 Prozent zum Vorjahr. Die Frage ist, wie geht das jetzt weiter? Wenn ich mir diese 56 Milliarden sicherer Auftragsbestand einmal anschaue und ich übernehme mal so vier, fünf, Jahre für die ganze Umsetzung dieser Projekte, dann würde ich Stand heute sagen, reicht dieser Auftragsbestand ungefähr für einen Jahresumsatz von irgendwas so zwischen 15 und 20 Milliarden.
Tatsächlich hat Armin Pappberger aber ein ganz anderes Wachstumsziel vor Augen. Der möchte im Grunde genommen bis 2028 schon bei eher 24 bis 25 Milliarden Euro Umsatz sein, 2029 bei über 30 und 2030 fortfolgende dann so bei 40 bis 50 Milliarden Euro Jahresumsatz. Und da wäre ich irgendwie so mit den Erfahrungen mit diesen Rüstungsprojekten auch etwas skeptisch, ob das wirklich gelingt, so weit zu skalieren.
Klar, die machen nicht nur Panzer, die machen nicht nur hochkomplexe Rüstungsprojekte, wie jetzt zum Beispiel die Endmontage von diesem neuen Kampfflieger, der F-35 aus den USA. Sondern die machen auch ganz viel Munitionsproduktion und so. Das ist natürlich skalierbar, das stimmt. Aber ich wäre da irgendwie sehr, sehr zurückhaltend, dass diese ambitionierten Ziele, die Pappberger da in den Raum gestellt hat, so zu halten sind.
Sind die Anleger der Zeit, sind auch die Analysten, die jetzt auch so ein bisschen anfangen zu warnen und am Ende muss natürlich aus dem Umsatz auch Geld aufs Konto kommen und was wir hier sehen, das hast du jetzt eben ja schon aufgeschlüsselt, ist, dass halt, die mittelfristigen Wachstumsaussichten bis 2030 halt unsicher geworden sind und für weiteres Wachstum über 2030 hinaus braucht es halt zusätzliche Aufträge, die auch abgearbeitet werden können.
Und daher halte ich für die nächsten Quartale es unglaublich wichtig, ob sich der Cashflow verbessert und ob Rheinmetall halt seine steigenden Umsätze in nachhaltige Gewinne und in die liquiden Mittel umwandeln kann. Das sehen wir im Moment noch nicht. Daher ist das für mich wirklich, ich finde es interessant, dass der Kurs zurückgekommen ist. Er war wirklich für mich völlig überzogen.
Aber im Moment herrschen halt noch Unsicherheiten. Das würde ich weiterhin beobachten. Jetzt haben wir gesehen in der vergangenen Woche, dass die Aktie sich ein bisschen erholt hat. Sie ist hochgekommen von 900 auf 1100 fast. Das ist relativ spektakulär gewesen innerhalb von fünf Tagen. Hängt aber wahrscheinlich auch damit zusammen, dass insgesamt...
Sozusagen, wenn man irgendwie nicht mehr glaubt an KI und Chip-Konzerne, dass man dann irgendwie eher so umschichtet in so traditionelle Industrie. Deswegen hat Deutschland in der vergangenen Woche eben auch stärker profitiert, während andere Aktienmärkte sehr stark unter Druck geraten sind. Genau, wir haben halt nicht so technologielastige Indizes, wie das jetzt der COSPI in Südkorea der Fall ist oder wie das die Nesta in Amerika ist.
Das heißt also diese breite Gewichtung, die wir hier auch immer nach vorne leben, wo wir sagen, breit gestreutes Depot kann auch mal abfedern, wenn es vielleicht auch in den vergangenen zwei Jahren ein bisschen langweiliger war. Ja, genau das sehen wir. Und was macht man natürlich, wenn auf der einen Seite wir diese heftigen Kurskorrekturen hast? Du guckst dir andere Branchen an, die vielleicht im Vorfeld schon abgegeben haben. Und deswegen glaube ich, ist das auch der Grund, warum Rheinmetall hier in der vergangenen Woche so zulegen konnte.
Ich habe mal wieder in unserer Liste der 50 Aktien fürs Leben gestöbert. Das ist ja einer unserer Kapital-Klassiker und leider gibt es das Heft nicht mehr am Kiosk, aber online sind alle Aktien und alle Listen dazu noch verfügbar. Also liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, wer Interesse hat, hier noch weiter einzusteigen, dann einfach mal online auf kapital.de vorbeischauen.
Also McCormick ist weltweit führend als Gewürzhersteller, kommt aus den USA und ich war schon ein paar Mal in den USA, auch länger. Tatsächlich begegnet einem da immer wieder diese Verpackungen und diese ganzen Marken des McCormick-Konzerns. Er arbeitet aber weltweit und verkauft seine Produkte auch in Europa, in Australien, Mexiko, Indien.
Das Faszinierende finde ich immer bei Gewürzherstellern, haben wir auch schon häufig bei Capital mal gemacht, Geschichten darüber, das sind hochprofitable Geschichten. Es ist ja eigentlich total, man kauft Pfeffer, man kauft Paprikapulver, man kauft Zimtpulver und das kostet alles irgendwie so viel. Vier, fünf, drei Euro, je nachdem, welchen Hersteller man präferiert.
Da hast du jetzt aber Spannen drin. Drei bis fünf Euro. Aber du hast recht, es ist ein eher kleinteiliges Geschäft. Es ist ein wahnsinnig kleinteiliges Geschäft, aber am Ende offensichtlich ein hochprofitables Geschäft. Immer. In Deutschland relativ intransparent, weil die Gewürzhersteller hierzulande nicht an der Börse sind.
Man wüsste gerne, was so Gewürzhersteller wie Fuchs und Ostmann so für Margen machen. Aber großes Geheimnis. Aber kommen wir zurück zu McCormick. Also einer der größten Gewürzhersteller der Welt macht irgendwas zwischen 6 und 7 Milliarden US-Dollar Umsatz. Und zwar egal, wie die Krisen laufen. Man würde jetzt annehmen, Inflation, die Leute halten sich zurück.
Aber irgendwie Gewürze, also so ein bisschen Oregano auf der Pizza will man halt doch. Ja, da kannst du doch nicht drauf verzichten oder Pfeffer auf dem Steak oder Salz irgendwo drin, das brauchst du immer und das siehst du halt hier auch und das finde ich bei McCormick so toll, die haben ja auch zwei Geschäftsbereiche, also, die ziehen den höchsten Umsatz mit 58 Prozent aus dem eigentlichen Konsumentengeschäft, was du gerade angesprochen hast, halt mit dem Verkauf von Gewürzen und Kräutern und Marinaden und Soßen, da habe ich ja auch die Erwartung oder das Vorurteil, dass gerade die Amerikaner natürlich mit Marinaden und mit irgendwelchen Barbecue-Soßen ganz weit vorne sind.
Absolut. Das ist natürlich irre. Da ist der Verkauf über die Supermärkte, der Online-Handel. Und dann haben sie den zweiten Bereich namens Flavor Solutions, also die Geschmackslösungen, wo immer noch 42 Prozent des Umsatzes drauf liegt. Und hier beliefert McCormick halt die Lebensmittelhersteller und die Restaurantketten direkt, die halt dann wiederum Gewürzmischungen und Aromen und maßgeschneiderte Zutaten entsprechend haben.
Was ja auch ein sehr fixes Modell ist, weil du das nicht einfach mal eben so austauschst. So und das Ganze machen die mit einer auch sehr ordentlichen Gewinnmarge. Also von so 6,8 Milliarden US-Dollar Umsatz bleiben dann 790 Millionen Nettogewinn übrig. Die sind auch sehr freundlich gegenüber ihren Aktionären und Shareholdern.
Die beteiligen sie nämlich kontinuierlich an ihrem Gewinn und schütten eine Dividende aus. Das waren so im letzten Geschäftsjahr ungefähr 1,70 Euro umgerechnet, macht eine Dividendenredite. Und jetzt kommen wir auch zum Aktienkurs von 4,25 Prozent. Weil was ist bei dieser Aktie passiert? Die ist sehr, sehr hoch bewertet gewesen in den vergangenen Jahren.
Und jetzt aber seit 2022 hat sie sich mehr als halbiert, ist wirklich von über 100 Dollar runtergekommen, jetzt auf 44, Dollar ungefähr und hat sie damit auch erst wieder qualifiziert für unsere 50 Aktien, weil das KGV zuvor, weit jenseits der 20 lag. Das ist ja bei uns so ein Ausstoßkriterium. Und jetzt aktuell für das laufende Geschäftsjahr sind wir irgendwie so bei 14 bis 16, 17.
Das ist also sehr günstig geworden. Jetzt ist natürlich die spannende Frage, okay, was sieht der Markt, was wir jetzt hier gerade nicht sehen? Warum ist dieser Aktienkurs so runtergekommen? Und da wäre meine Vermutung jenseits der Konsum- und Inflationssorgen in den USA, die viele Konsumhersteller und Lebensmittelhersteller ja treffen, dass es diese gigantische Übernahme sein muss, die McCormick davor hat mit Unilever, oder?
Ja, aber die Übernahme wurde ja erst, glaube ich, dieses Jahr angekündigt. Also im Vorfeld hatten wir ja schon einen Preisabsturz und ich glaube gar nicht, dass es hier irgendwie eine Konsumschwäche gab in diesem Bereich bei Gewürzen, sondern ich glaube eher, dass natürlich die Rohstoffeinkäufe auch die Marge belastet haben.
Und natürlich kommt hinzu, dass zwar ein solides Unternehmen ist, aber es gibt hier keine spektakulären Wachstumsraten. Und wir wissen ja aus den vergangenen Jahren und Monaten, dass Anleger jetzt eher gesagt haben, alles, was mit Konsum zu tun hat, egal ob Nestle, Unilever, McCormick, L'Oreal, das finden wir langweilig.
Weil auf der anderen Seite können wir 800 Prozent mit einer Nvidia machen. Aber das ist hier halt genau dieses Typische für so ein etabliertes Konsumgüterunternehmen. Ich meine, es ist halt weniger entscheidend, den Umsatz jedes Jahr explosionsartig zu steigern, sondern kontinuierlich Geld zu verdienen und die Margen zu verteidigen.
Die Frage, die wir uns hier stellen müssen, ist, wie viel Preissetzungsmacht besitzt dieses Unternehmen, wenn Kunden gegebenenfalls weniger kaufen. Das sehe ich hier aber nicht. Was halt jetzt hinzukommt und nochmal so einen Tiefpunkt nach unten gebracht hat, ist der große Deal mit Unilever, der sich natürlich erstmal gut liest, aber auch unglaublich viele Risiken birgt.
Ja genau, darauf würde ich gerne eingehen, weil das ist ja tatsächlich, also McCormick wie gesagt 6,7 Milliarden US-Dollar Umsatz und jetzt übernehmen die da die Lebensmittelsparte von Unilever oder wollen die zumindest übernehmen und alleine…. Diese Übernahme wird mit einem Firmenwert von 44,8 Milliarden US-Dollar bewertet.
Davon will McCormick ungefähr 15,7 Milliarden Dollar in bar bezahlen. Soviel zum Thema profitables Geschäft. Und den Rest will man mit stimmrechtslosen McCormick-Papieren vergüten, was aber dann in der Folge Unilever zu einem der Hauptanteilseigner bei McCormick machen würde, was ja vielleicht auch gar nicht so verkehrt ist.
Aber das ist ja für ein Unternehmen der Größe von McCormick, wo ich sagen würde, okay, das ist sozusagen nach deutschen Maßstäben fast noch ein Mittelständler mit 6,7, 6,8 Milliarden US-Dollar Umsatz. Ist das schon echt ein richtig großer fetter Sprung? Da gehören so Sachen dazu wie die schönen Knödel von Pfanny, diese Fertigsuppen von Knorr und Mondamin Fix Soßenbinder, was jetzt alles ins Reich von McCormick kommt.
Gut, das zu integrieren wird man schon irgendwie hinkriegen, aber irgendwo müssen da ja dann auch, muss man diesen Deal ja finanzieren, man muss irgendwie die Rendite am Ende steigern und die Marge steigern und das stelle ich mir jetzt gar nicht so einfach vor in diesem Bereich. Ja, das stimmt, also ein großer Deal ist natürlich jetzt nicht automatisch ein guter Deal, die Integration muss funktionieren, aber...
Das sind natürlich zwei Konzerne, die wissen schon, was sie tun und das ist eine Transaktion mit enormen Dimensionen und man hat halt dieses kombinierte Unternehmen, also McCormick kombiniert mit Unilever ausgenommen ist das Indien-Geschäft und spezielle Geschäftsbereiche, aber, dieses kombinierte neue Unternehmen soll auf Basis der Geschäftszahlen 2025 rund 20 Milliarden Dollar Umsatz erzielen.
Und dann erwartet man natürlich auf Seiten Maccomics auch noch erhebliche Vorteile durch die Zusammenlegung von Einkauf, der Produktion, Logistik, Verwaltung. Also alle diese Kosten, das ist natürlich eine Kostensynergie und alleine hier sollen die Ersparnisse bei rund 600 Millionen Dollar liegen. Also man hat sich hier natürlich Gedanken gemacht und das kann richtig toll werden, aber die Börse zweifelt jetzt hier erstmal. Hinzu kommt natürlich, dass die Transaktion auch noch lange nicht abgeschlossen ist.
Das wird aber interessant. Ich finde das super toll, vor allen Dingen, weil mir natürlich auch ein Unternehmen gut gefällt, was halt mal abseits der Technologie ist und wirklich einen tollen Umsatz und auch Margen hat und im Konsumbereich ist. Ich werde das weiterverfolgen, auf jeden Fall. Ich finde das auch ein super spannendes Unternehmen.
Wie gesagt, die haben ja auch einen Track-Record mit ihrer Dividenden-Historie und der Partizipation der Aktionäre an den Unternehmensgewinnen. Aber wo du jetzt gerade nochmal die 600 Millionen Synergie-Effekte hattest. Ich finde, das ist nun wirklich irgendwie bei einem Deal, also alleine das Bar-Volumen mit 15,7 Milliarden US-Dollar.
Und da habe ich jetzt noch nicht über die Anteile, die Stimmrechtslosen für Unilever gesprochen, aber und du hast dagegen 600 Millionen Synergieeffekte. Ich wollte nämlich gerade sagen, bei einem Unternehmen von 6,8. Ja, das verpufft ein bisschen. Also irgendwie klingt eher nach einem Tropfen auf den heißen Stein. Also das stelle ich mir noch irgendwie sehr spannend vor, wie sie dieses Geschäft dann am Ende wirklich profitabel drehen.
Ja, also es ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Der Umsatz muss stimmen und letztendlich die Gewinne müssen hier stimmen. Wichtig ist jetzt kurzfristig erstmal, dass McCormick selbst seine Prognosen nach den Zahlen vom 1. Oktober 26 bestätigt hat. Und ich finde, diese Prognose zeigt halt auch ein sehr interessantes Bild, weil das Unternehmen erwartet ein kräftiges Umsatzwachstum, aber noch ein deutlicheres, moderates Gewinnwachstum je Aktie.
Daher, das ist jetzt schon interessant. Du hattest eben gesagt, KGV von 16, knapp 17, eine Dividendenrendite von 4,3 Prozent, profitabel. Also man kann langsam angucken, sich das anschauen, vielleicht hier erste Einstiege zu machen und sollte wirklich der Deal mehr belasten, kann man ja in der zweiten oder dritten Branche noch verbilligen. Auf jeden Fall mal was anderes.
Auf jeden Fall und wie gesagt, Teil der 50 Aktien fürs Leben von Kapital in diesem Jahr und offenbar auch zu Recht. Ja, jetzt kommen wir zu einem Wert. Recht herzlichen Dank an den Hörer, der hier schon ganz in die Tiefe gegangen ist und uns gebeten hat, das Unternehmen doch mal auf unsere Art und Weise zu betrachten und analysieren.
Das ist natürlich ein interessanter Zeitpunkt, sich jetzt mit einem Technologiekonzern, der natürlich auch von KI profitiert, zu beschäftigen. Vor allen Dingen, weil er letzte Woche natürlich auch kräftig hat federn lassen müssen. Aber warum geht es? Wir sprechen über Celestica. Das ist ein Unternehmen, was 1994 als eigenständiges Unternehmen aus dem Elektronikfertigungsgeschäft von IBM ausgegliedert wurde.
Einige Jahre später ist das Unternehmen selbst an die Börse gegangen. Das ursprüngliche Geschäftsmodell war vor allem die Auftragsfertigung elektronischer Produkte für andere Unternehmen. Also statt selbst eine bekannte Marke aufzubauen, produzierte Celestica im Hintergrund für die Kunden. Das klingt zunächst wenig glamourös.
Ist es auch, doch genau diese Spezialisierung ist in der modernen Technologieindustrie halt entscheidend. Celestica möchte nicht einfach möglichst viele elektronische Bauteile produzieren, sondern zunehmend komplexe und hochwertige Systeme liefern, bei denen halt technisches Know-how und die Zuverlässigkeit besonders wichtig ist.
Und besonders interessant ist heute die Ausrichtung natürlich auf die Hochleistungsrechner, auf Netzwerktechnik und die Infrastruktur für die Rechenzentren. Und da ist Celestica natürlich ganz weit vorne integriert. Zumal Sie da ja so einen kleinen fast Ortsvorteil haben, weil Sie schon in Nordamerika zu Hause sind.
Mich hat das Portfolio so ein bisschen und das Produktangebot so ein bisschen an Schneider Electric aus Frankreich erinnert, die ja auch in dem Bereich ganz aktiv sind und auch enorm vom KI-Bauboom in den USA profitieren und profitiert haben. Wenn man sich jetzt die Aktie von Celestica anschaut, und das sollen wir ja hier tun, die Aktie kostet aktuell so knapp 340, 330 US-Dollar, ist wie gesagt ein bisschen runtergekommen in den vergangenen Tagen, dann stellt man ja fest, dass da auch schon ganz schön viel Fantasie eingepreist sein muss, weil 2023.
Da stand die Aktie noch, also Anfang 2023, bei gut 10 Dollar und inzwischen also ungefähr beim 30, 34-fachen. Das ist eine ganz enorme Entwicklung, die diese Aktie da genommen hat. Und wenn man sich jetzt auf der anderen Seite die Umsätze anschaut und die Gewinnentwicklung, Dann würde ich mal sagen, hat die Aktie, also hat sich deutlich schneller entwickelt als die Umsätze.
Also die Umsätze sind schon gestiegen und sie haben sich in dem Zeitraum 2022, 2023, ja naja, nicht ganz verdoppelt, aber immerhin, so um 60, 70 Prozent sind sie gestiegen von 7,2 Milliarden US-Dollar auf immerhin zuletzt 12,4 Milliarden US-Dollar. Aber der Nettogewinn hat sich auch deutlich gesteigert von knapp 150 Millionen auf 830 Millionen. Aber jetzt merken wir schon so ein bisschen, also mit einem Chip-Hersteller selbst, also mit Nvidia kann man das jetzt hier nicht vergleichen.
Und deswegen wäre ich so spontan, wenn ich mir das erstmal angucke, Petra, etwas zurückhaltend bei dieser Aktie. KGV für 2025 lag bei 41. Das 2026er KGV liegt ein bisschen niedriger, aber trotzdem ziemlich hoch. Also, schon irgendwie eine sehr gehypte Aktie. Kein Geheimtipp mehr offensichtlich, lieber Hörer.
Trotzdem, wie blickst du da drauf? Findest du es spannend? Sagst du ja, trotzdem irgendwie ein super interessantes Unternehmen, weil es irgendwie so in der zweiten, dritten Reihe dieses KI-Booms steht? Also ich glaube, es ging hier gar nicht um den Geheimtipp. Es ist halt einfach, das ist eine Alternative zu den Unternehmen, die vorne in der ersten Reihe stehen und diejenigen, die hinten für die Infrastruktur sorgen.
Und da finde ich Celestica schon unglaublich spannend, schon allein, wenn du dir die zwei Hauptgeschäftsbereiche ansiehst. Also wir haben die Konnektivität, wir haben die Cloud-Solutions. Das heißt also, in diesem Bereich sind wir bei den Hochleistungs-Servern und die Lösungen für die Rechenzentren. Und hier auch gerade beim Training und Betrieb so großer KI-Modelle reicht es halt nicht, nur leistungsfähige Chips zu besitzen.
Die Chips müssen ja auch miteinander kommunizieren, Daten müssen schnell ausgetauscht werden und dafür kommt halt Celestica ins Spiel. Und als zweites haben wir die sogenannten Advanced Technology Solutions. Das ist also der Geschäftsbereich, der bedient unter anderem die Industrie, die Luftverteidigung, Gesundheit und so weiter und nimmt hier den gesamten Apparat von Entwicklung und Fertigung.
Das ist ein sehr interessantes Unternehmen und wir hatten es eben im Intro schon gesagt, wir haben hier gerade keinen Platz in einer KI-Blase und wir haben hier auch nicht Unternehmen, wo ich davon überzeugt bin, dass die in zehn Jahren nicht ihren Umsatz und ihr Wachstum machen. Wir haben gerade einfach eine Nervosität, weil sich die Menschen jetzt einfach mehr die Bewertungen angucken und die Erwartungen werden vielleicht ein bisschen reduziert.
Das bedeutet, ich finde das Unternehmen genauso interessant, wie ich die Unternehmen kenne, die in aller Munde sind. Aber man muss halt nicht jedes gute Unternehmen auch in dem Moment kaufen, wo es so hoch bewertet ist. Und daher vielen Dank, lieber Hörer. Das ist schon interessant, um sich das anzugucken.
Wir haben hier momentan die Risiken. Wir haben natürlich aber auch vor allen Dingen momentan diese Abhängigkeit von den großen Kunden. Das bedeutet also, wir müssen uns angucken, wie jetzt zukünftig auch die Investitionsentscheidungen von NVIDIA und Co. Stattfinden. Und wenn hier im Grunde genommen ein wenig Zurückhaltung kommen sollte, dann ist natürlich Celestica jemand, der als erstes darunter leiden wird und daher interessanter Kandidat.
Wenn es hier mal scheppert, kann man sich hier aber natürlich dann wiederum längerfristig einkaufen. Das ist interessant. Ich glaube, der Punkt, warum habe ich gesagt Geheimtipp, weil man ja in der zweiten, dritten Reihe tatsächlich immer denkt, das sind so Unternehmen, die sind noch nicht so heiß gelaufen wie die in der ersten Reihe.
Also zum Beispiel Nvidia, Samsung oder SK Hynix, die die ganzen Chips produzieren oder in der zweiten Reihe die ganzen Rechenzentrenbauer. Ich finde, hier muss man aber feststellen, hier ist die Aktie schon ziemlich heiß gelaufen, zumindest in meinen Augen. Es ist dann ja auch die Frage, wer leidet am ehesten oder am stärksten darunter, wenn da mal so ein bisschen auf die Ausgabenbremse in dieser Branche getreten wird und man sagt, naja, brauchen wir wirklich all diese Rechenzentren für die hunderten Milliarden, die da in den Raum gestellt wurden oder reicht nicht vielleicht auch erstmal nur die Hälfte?
Und dann könnte ich mir ja vorstellen, dass viel von dem, was da möglicherweise storniert wird, wiederum oder zurückgezogen wird, am Ende auch in den Büchern von Celestica landen wird an Stornierungen. Ja, definitiv. Und noch ein Tipp an unseren Hörer oder an die Hörer und Hörerinnen, die sich jetzt ein bisschen detaillierter mit diesem Unternehmen auseinandersetzen wollen.
Ich glaube, einfach für eine fundierte Bewertung muss man sich ein paar besondere Kennzahlen angucken. Das ist bei Celestica vor allen Dingen das Forward KGV, also wie teuer ist die Aktie gemessen am erwarteten Gewinn 26 und 27. Dann finde ich sehr entscheidend die Free Cashflow Rendite und natürlich das e.V. EBIT, wie hoch ist der Unternehmenswert im Verhältnis zum operativen Ergebnis.
Da wird es interessant, wie fallen die nächsten Quartalszahlen aus. Und ich habe nachgeschaut, am 27.10. gibt es einen Investor- und Analystentag. Und da wird es sicherlich noch mal Informationen geben, die ganz entscheidend sind. Ja, dann gucken wir da doch nächste Woche noch mal drauf. Das war mal wieder Aktien fürs Leben, der Vermögenspodcast von Capital.
Ich sage vielen, vielen Dank fürs Zuhören und wir wünschen eine wunderschöne Woche. Und wir hören uns nächste Woche wieder. Bis dahin. Tschüss.