
Alle Zeit der Welt· Staffel 1· Folge 86
Der Sturm auf die Bastille: Mythos und Realität
Freitag, 16. August 2024 · 59 min
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
Heute werfen wir einen genaueren Blick auf einen der ikonischsten Momente der Französischen Revolution: den Sturm auf die Bastille.
Viele von uns kennen die Grundlagen: Am 14. Juli 1789 wurde die Bastille, ein Festungsgefängnis in Paris, von einer Menge Revolutionäre gestürmt. Dieses Ereignis wird bis heute als Nationalfeiertag in Frankreich gefeiert und symbolisiert den Fall des Ancien Régime und den Beginn der Französischen Revolution.
Aber wie viel von dem, was wir glauben, zu wissen, entspricht tatsächlich der Wahrheit?
#bastille #frankreich #paris #sturmaufdiebastille #französischerevolution
---
Dir gefällt der Podcast? Dann kannst du uns gerne auf Patreon unterstützen: patreon.com/allezeitderwelt
Wir würden uns ebenfalls riesig darüber freuen, wenn du uns eine Bewertung hinterlässt und uns auf YouTube (youtube.com/@allezeitderwelt) folgst! Danke für deine Unterstützung!
---
Quellen & Literatur:
bbc.co.uk/bitesize/articles/z4xx2v4
parisinsidersguide.com/bastille-paris-france.h…
worldhistory.org/Storming_of_the_Bastille
Lüsebrink, Hans-Jürgen, Rolf Reichardt, and Norbert Schürer. The Bastille: A History of a Symbol of Despotism and Freedom. Duke University Press, 1997. doi.org/10.2307/j.ctv1220k1whttps://doi.org/10….
de.wikipedia.org/wiki/Sturm_auf_die_Bastille
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Alle Zeit erwählt. Alle Zeit erwählt. Alle Zeit erwählt. Alle Zeit erwählt. Wenn sich der Disputisus in einem Land wie Frankreich seit langem etabliert hat, ist er nicht nur in der Person des Königs verankert. Er hat den Anschein, als ob er es wäre, wenn man ihn zur Schau stellt und als ob er eine nominelle Autorität hätte.
Aber er ist es nicht in der Praxis und in der Wirklichkeit. Sie hat ihre Norm überall. Jedes Abend und jedes Ressort hat seinen Disputismus, der Aufgewohnheit und Brauchberuht. Jeder Ort hat seine Bastille und jede Bastille ihren Disputen. Thomas Payne, die Rechte des Menschen, 1792. Ja willkommen zurück zu einer neuen Folge Alle Zeit der Welt liebe Hörerinnen und Hörer.
Heute werfen wir den genauen Blick auf einen der ikonischsten Momente der französischen Revolution, nämlich den Sturm auf die Bastille, die ja hier auch drei Jahre nach der Revolution 1789 von Thomas Payne aufgegriffen wird. Und die Bastille ist hier schon drei Jahre später das Sinnbild für die Revolution und wird quasi mit dem Disputismus verbunden, das Symbol des Disputismus in Frankreich.
Und er erweitert jetzt quasi diese Idee, dass die Bastille nicht nur ein Ort war und eine Ereignis, sondern im Endeffekt jeder Ort und jeder jedes Land in dem Disputismus vorkommt, seine eigene kleine Bastille hat quasi. Und ja, ich habe ja schon länger rum überlegt, wie wir uns mal mit der französischen Revolution beschäftigen können.
Und es hat mich bisher immer abgeschreckt, so ein Riesenthema aufzumachen, weil ich halt auch weiß, dass man zur französischen Revolution sehr gut einen eigenen Podcast machen könnte. Wahrscheinlich könnte man eine ganze Staffel, ein ganzes Jahr lang nur über die ersten paar Wochen davon reden im Detail und hätte genug Material, um das zu füllen und unterschiedliche historische Interpretationen und spannende Forschung aus den letzten 200 Jahren mindestens.
Und ja, dementsprechend habe ich jetzt mal mich mit ein Herz gefasst und sagt, anstatt dass wir uns nicht damit beschäftigen, beginnen wir heute mal mit einer kleinen Folge, wo wir uns mit einem konkreten Ereignis beschäftigen, nämlich dem Sturm auf die Bastille. Wir reden ein bisschen über die Vorgeschichte, über die vielen Mythen, die zu der Zeit über die Bastille bestanden haben und die vielen Mythen, die heute vielleicht über den Sturm auf die Bastille bestehen, in unseren eigenen Köpfen.
Und am Ende können wir noch einen kleinen Ausblick wagen, auf welcher Auswirkungen das ganze hatte. Aber so müssen wir uns nicht bei der ganzen großen französischen Revolution beschäftigen, sondern können uns vielleicht so ein paar einzelne Punkte, die interessant sind, herauspicken und darüber reden in einzelnen Folgen, genau, und immer mal wieder zurückzukirren.
Und da gerade irgendwie auch die Gasewelt blickt nach Paris, dachte ich, ist ein guter Zeitpunkt, mal über den Sturm auf die Bastille zu rennen. Wir haben alle, denke ich, aus dem Schulunterricht so die Grundlagen grob im Kopf. Ich wiederhole es Sie trotzdem nochmal für Jonas und für alle Pyrrhorne. Das wird sehr nett, das wird sehr nett. Lange ist sehr.
Am 14. Juli 1789 wurde die Bastille, ein Festungsgefängnis in Paris, von einer Menge Revolutionäre gestürmt und das Ereignis wird bis heute als Nationalfeiertag in Frankreich gefeiert und symbolisiert in den Geschichtsbüchern immer ganz groß auch mit den Gemälden, den Revolutionären danach den Fall des Ossien Regimes und den Beginn der französischen Revolution, also den richtigen Beginn.
Davor ist ja schon ganz viel vorbereitendes Geschehen. Wir hatten schon in Grenoble zum Beispiel einen kleinen Aufstand. Die französische Krone war schon länger in der Krise, aber dieser Sturm auf die Bastille ist quasi der Moment, wo sich alle darauf einigen können, okay, ab hier war es eine Revolution. Davor war es noch nicht ganz entschieden, wie die Sache ausgeht, aber ab hier befinden sich weite Teile der Pariser Bevölkerung in der offenen Revolte.
Deswegen ist es so spannend, sich mit diesem Moment zu beschäftigen, weil der zu diesem großen Symbol wurde, Symbol für Demokratie in Europa, Symbol für republikanische Freiheiten, für Brüderlichkeit, Gleichheit und was noch? Egalität, Fraternität, Freude, und noch was, mir fehlt auch was. Ah, Freiheit, oder?
Shit, ja, Liberte. Es ist die Egalität, die Fraternität und die Liberte. Und davor, also ganz kurz als Vorgeschichte, um den ersten kleinen Mythos zu basten, es ging bei der frühesten Ständeversammlung und quasi der Versammlung der Adeligen und der drei Stände, also der Kirche, der Astrogratie und der des Bürgertums, hat es ursprünglich damit beschäftigt, dass der König Steuern einführen wollte für die Adeligen und es als eine große Liberte und Freiheit gesehen wurde, dass die Adeligen keine Steuern bezahlen und davon befreit sind, weil potenziell ja jeder auch so ein bisschen die Option hatte, vielleicht mal geadelt zu werden, wenigstens in der Theorie, und damit diese Möglichkeit quasi ihnen steuerein Stand aufzusteigen,
irgendwie so die große Motivation war und zwar eben das gottgegebene Recht, das der König verwaltet hat, dass die aristokraten steuervrei leben können. Und das sollte beendet werden, weil sich Frankreich zu der Zeit, also seit den späten 80er Jahren in einer extremen Finanzkrise befindet und im Gegensatz zu England zum Beispiel keine Nationalbank hat bis jetzt.
Die Steuereinahmen reichen nicht, es wird viel zu viel ausgegeben und es gibt im Endeffekt keinen einfachen Mechanismus, wie der Staat oder der König sich Geld leihen kann. Und im Jahr 1789 ist dann auch der Kredit des Königs ziemlich zerstört und er kriegt wirklich nirgendwo mehr Geld geliehen. Wir steigen also direkt mal in die Geschichte ein.
Ganz kurz bevor wir einsteigen, was ich dir noch fragen wollte, Jonas, dein Bild vom Sturm auf die Bastille, wahrscheinlich was, was, was schwebt dir davor, was für visuelle Bilder hast du, wenn du an den Sturm auf die Bastille denkst? Ich stelle mir französische Bürger vor, die diese Festung stürmen und nicht aufgehalten werden können.
Und natürlich, dass Leute exekutiert werden. Das ist natürlich auch ein wichtiger Faktor. Um Ihnen dieses Bild für dich zu sagen, der französischen Revolution, es müssen Köpfe rollen. Und es werden heute Köpfe rollen in der Folge. Und es ist genau, wir haben diese ermittelalterliche Festung, die immer extrem mit extrem hohen Mauer umgestellt wird, die so über die ganzen kleinen Bürger, die da heran stürmen, die Menge überragt, dieses mittelalterliche Bollwerk und ja, abgeschlagene Köpfe Revolution, abgeschlagene Köpfe.
Genau. Aber bevor die Köpfe rollen, müssen wir, glaube ich, einen Schritt zurückgehen und uns nochmal kurz den Schauplatz, nämlich Paris, im Jahr 1789 anschauen. Paris im Jahr 1789 war eine Stadt am Rande des Chaos. Die Bevölkerung litt Hunger, die Brotpreise waren extrem in die Höhe geschossen und die Spannung zwischen der Monarchie und dem dritten Stand, also dem Dritten Stand dieser Bürgerversammlung, dieser Standeversammlung, hatte ihren Siedepunkt erreicht. Die Generalstände, die eben erwähnte Ständeversammlung, von 1789 hatte zur Bildung der Nationalversammlung geführt, was dann, also die Nationalversammlung hat quasi gesagt, der dritte Stand ist eigentlich der einzig legitime Repräsentant des Volkes, also die Bürger.
Und dann haben sich eben aus dem ersten Stand vom Klerus, vor allem die verarmten Kläriker, aber auch einige aristokratische Kläriker, den dritten Stand angeschlossen und auch unter den Adeligen haben es dann einige aufklärerisch gesinnte, vielvolterlesende, dem dritten Stand angeschlossen und haben quasi gesagt, wir machen jetzt hier den neuen Stand auf, wir machen nicht mehr Generalstandversammlung, sondern wir machen Nationalversammlung. Es geht jetzt um die Nation und da gibt es nur einen Stand, nämlich den Bürger.
Da kommt auch diese Idee des Citouyen, also des Bürgers, dann wirklich auf das Östem, also in diesem Rahmen. Und die schwören dann, nachdem der König versucht das Ganze zu boykottieren und aufzulösen, auf einer Art Tennisplatz, also so ein Proto-Tennis, in der Nähe von Versailles, dem Tennisplatz des Dr. Guillotine, der später noch eine spannende Erfindung machen wird, die auch die Revolution filmt, bestimmt, der hat, kennt diesen Tennisplatz, sie gehen dorthin, nachdem sie aus den Räumen ausgesperrt werden vom König und machen dort den berühmten Tennisplatz Schwur und schwören quasi darauf, dass sie nicht ruhen werden, bevor sie keine Verfassung gegeben haben.
Und das ist quasi so der Uraufstand, der hier stattfindet. Frankreich, der Auslöser, warum überhaupt diese Generalstandsversammlung einberufen werden musste, das war davor schon lange nicht mehr passiert, aber der König sah sich eben gezwungen dazu, weil, wie ich schon erwähnt hatte, Frankreich am Rande des Bankrots stand und neue Steuern erheben wollte und um diese jetzt zusehend außer Kontrolle geraten Situation wieder unter Kontrolle zu bringen, hat der König, wie wie der 16. 20.000 Truppen, wo auf Paris zusammenziehen lassen, die größtenteils Schweizer oder aus Süddeutschland stammt, und die bestdeutsche Söldner, die deutschsprachig sind und die als Loyaler gelten, weil quasi gesagt wird, die haben in den französischen Zuständen nichts zu tun, die leiden nicht unter den Brotreisen
und die kann man quasi für Geld dafür einsetzen, um jetzt diesen aufmünftigen Mob niederzuschlagen. Und diese Truppen waren bei der Pariser Bevölkerung größtenteils gefürchtet und gehasst. Und diese Neuigkeiten, die sich dann in den Straßen verbreiten als Gerüchte, dass die auf die Hauptstadt vorrücken und es stimmt auch, also sammeln sich wirklich Truppen, das alles bewegt sich eben im Juli 1789 auf einen Höhepunkt zu. Die Brotpreise steigen immer weiter, die Panik auf den Straßen wird immer größer und es ist ein Gefühl, der Paraneuer greift in der gesamten Stadt um sich.
Der Funke, der das Feuer der Revolution dann letztlich entfacht, war die Entlassung von Jacques Necker, einem sehr beliebten aus der Schweiz stammenden Minister und Hoffnungsträger für das Volk. Der war quasi von der Garantie Generalstandsversammlung dort auch hingeschickt worden und der war der Meinung, er könnte das lösen, die Finanzen und er muss das alles nochmal durchrechnen und dann findet man da schon eine Lösung.
Und dann hat er sich die Finanzen des Königs angeschaut, kam danach zurück und hat gemeint, ja Leute, wir haben viel größere Schulden, als sie vorher gesagt hatten, diese Situation ist viel schlimmer und noch viel ausweichloser, wie wir dachten. Und wir müssen unbedingt steuern auf den Adel auch und die Kirche muss auch besteuert werden. Also rundherum sollen eigentlich das, was am Anfang verhindert werden sollte, nämlich die großen Freiheiten der Aristokraten zu bewahren, die Gott gegeben, keine Steuern zu zahlen, wird jetzt quasi umgekehrt und die Bürger und der dritte Stand erkennt, wir müssen mehr besteuern und wir müssen das alles ändern, das System.
Und das gefiel dem König natürlich nicht so besonders und er hat dann Jacques Necker mit einer Notiz an einem Samstag entlassen. Die Idee war, am Samstag, Sonntag, kommen die Generalstände nicht zusammen, am Sonntag kommen die Generalstände nicht zusammen, das heißt, wenn ich den Samstag Nachmittag entlass und sage, er muss Frankreich direkt sofort verlassen, dann kann das Ganze nicht besonders groß aufkochen, die haben ein bisschen Zeit, die Neuigkeiten, haben sich alle wieder beruhigt bis Montag, war so die Idee.
Die große Fehlkalkulation daran ist, dass Sonntags Paris halt voller Menschen ist, die alle in die Stadt gefahren sind, aus und aus, umgebungen vom Land, auch einfach nur um zu flanieren, also dass die ganze Stadtbevölkerung ist auf den Beinen und im Stadtzentrum unterwegs. Und dann kommt die große Neuigkeit, dass der vom Volk als ehrlicher Hoffnungsträger, der ist quasi ihnen allen aus der Scheiße hilft, mit der Rezension, mit den steigenden Preisen und so, wurden ganz viele Hoffnungen auf ihn projiziert und jetzt wird er vom König entlassen.
Der von Populus geliebte Politiker wird jetzt rausgejagt und das hat zu extrem Unruhen geführt. Die sehr wütenden Vellaneure und Volksmasse vom Land, die auch in Paris waren am Sonntag, haben dann ein Vorgänger von Madame Tussauds Kabinett, also Madame Tussaud macht ja diese gruseligen, aussehenden Wachstiguren von Stars und Prominence und es gab davon einen Vorgänger in Paris und ich glaube, der ist sogar mit, zwar der Onkel von Madame Tussaud, oder irgendwie mit ihr verwandt auf jeden Fall, der diesen Vorläufer damals 1789 in Paris betrieben hat und er wurde geblündert, um den Kopf von Necker, der entlassen wurde, dort heraus zu tragen und ihn durch die Straßen zu tragen, als Champion des Volkes quasi.
Hier wird schon ein Kopf durch die Straßen getragen, aber es ist noch nur das Abbild von Necker und eine adelige Frau oder hochgeborene Frau, die die Statue anspuckt, wird dann vom Mob auch irgendwie verprügelt. Ich weiß nicht, mit welchem Ergebnis, aber auf jeden Fall wird das Opfer von früher Mobgewalt, weil sie sich gegen diesen Mob stellt und dann kommt es zu den ersten geballtätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und einem Cavalry-Regiments, das Royal Almond heißt.
Du kannst dir vorstellen, wer im Royal Almond Cavalry-Regiment dient? Ja, wahrscheinlich Le Salement, die Deutschen. Und es ist quasi ein deutsches Cavalry-Regiment, was da auch wieder, was wir jetzt öfter sehen werden auch in der Folge, mit Kommunikationsproblemen auf eine sehr ablehnende, wütende Pariser Bevölkerung trifft.
Und es kommt dann zu Straßenschlachten im Zentrum in einem dieser Erholungsgebietsparks in Paris. Und eine kurze Szene davon habe ich dir mal verschriftlich, Jonas, du kannst gerne mal vorlesen. Ich sehe schon, dass ihr irgendwas nicht passt mit zwei Sätzen, aber okay. Ich spieg's mal hin. Totales Chaos. Die Menge schnappt sich Dinge von den Terrassen der Cafés und wirft sie auf die Soldaten. Steine, Teile von Statuen und so weiter.
Und weil die Leute in Panik fliehen, schreien, okay, ist irgendwie eine kacke Übersetzung. Ja, ich sehe es gerade auch. Die Essenz ist, dass die Leute dann quasi, es kommt zu einer Art Schlacht in einem Café, wo dann Café-Stühle auf die Cavalry-Truppen geworfen werden. Und es spricht sich dann relativ schnell in der Stadt herum, die Deutschen und die Schweizer sind verrückt geworden und fangen an, die Menschen zu massakrieren.
Und daraufhin werden quasi die großen Ängste der Pariser, die schon die letzten Tage und Wochen geschwählt haben über diese ausländischen Truppen, die jetzt in die Stadt kommen würden und die Revolution beenden. Und die Generalstände vertreiben und so weiter. Das wird jetzt scheinbar bestätigt, weil die Deutschen, es gibt ja quasi Deutsche, die sich da straßenschlachten mit den Bürgern leisten.
Und dann werden Teile der Garnitionsarmee, Infanterie, Französische, dann noch auf den Seiten der Aufstände schnackt tief und wendet sich quasi gegen dieses deutsche Cavalry-Regiment. Und wir sehen da schon so auch national oder mindestens sprachliche Grenzen, die dazu führen, dass sich die einen gegen die anderen hier solidarisieren.
Das ist der Beginn der deutsch-französischen Freundschaft. Und das Cavalry-Regiment, hier liegt sie begraben, und das Cavalry-Regiment zieht sich dann zurück, aber der Schaden ist eben angerichtet und der Scheniestreich, der kündlichen Verwaltung der Stadt, ist dann tatsächlich, dass sie entscheiden, die beste Idee jetzt die Leute zur Ruhe zu bringen ist, Kanonen abzufeuern und ordentlich trommeln.
Wir brauchen militärischen Trommeltakt überall und ein paar Kanonen, die in die Luft feuern. Das hört sich nach so einer Super-Idee an, oh mein Gott. Das ist eine witzartige Idee. Die Leute denken, jetzt ist die ausländische Armee wirklich da und erheben sich eben vollständig, fangen an, so Zollstationen und so was zu blündern, Bücher zu verbrennen, in denen ihre Schulden und ihre andere Sachen festgelegt sind, ihre Steuerpflichten und noch nicht gezahlten Steuern und so.
Und es kommt quasi zu zunehmenden Blünderungen von Waffendepots und Waffenhandlungen in der Stadt auch. Das einzige, was den Aufständischen jetzt noch fehlt, ich glaube, sie haben in kurzer Zeit 30.000 Musketen, zusammen, was ihnen noch fehlt, ist das Schießpulver dafür. Und wo ist das Schießpulver? Vor kurzem wurde großteil davon eine aus der ganzen Stadt eingesammelt und 250 Fässer in der Bastille gelagert.
Und jetzt gerät diese mittelalterliche Festung in den Fokus der Aufständischen. Es geht um Schießpulver, vor allem. Am gleichen Tag, als all das passiert, soll der Kommentant der Bastille Bernat René Jardin de Lonne, der Lonne wird er auch dann öfter genannt direkt, als Kurzform nach Versailles geschrieben haben an den König, er zitat, er stehe mit seinem Kopf für diese Festung und wenn sie auch von 50.000 Mann überfallen würde.
Das ist ein bisschen ungute Wortwahl von seiner Seite, weil das Ganze wird sich jetzt relativ schnell bestätigen. Nur, dass es keine 50.000 Mann braucht, um ihnen und die Feste zur Aufgabe zu zwingen, ein kleiner Spoiler. Und jetzt würde ich gerne einen kleinen Exkurs machen, weil vordergründig geht es bei der Erstürmung tatsächlich um das Schießpulver.
Das habe ich so glaube ich auch nicht in Erinnerung gehabt aus dem Geschichtsunterricht. Aber die wirkmächtigen Mythen der Bastille spielen dabei auch eine extrem große Rolle. Denn die Bastille selber war tatsächlich im 18. Jahrhundert nicht nur eine alte mittelalterliche Vergessene Festung, sondern sie war ein überproportional in der Literatur vertretenes Symbol der absoluten Macht des Königs und eben auch den Gefahren des Absolutismus.
In der Vorstellung der Pariser und darüber hinaus war die Bastille der schreckliche Kerker voller politischer Gefangener, die da quasi auf Ewig drin fest sitzen und nicht mehr rauskommen und keiner weiß, was hinter diesen dicken Mauern tatsächlich Schreckliches passiert. Das war tatsächlich so das öffentliche Bild, was vorgeherrscht hat. Tatsächlich saßen zu der Zeit, rate mal wie viele Leute ein.
Wahrscheinlich zu weit weniger als man glaubt. Keine Ahnung, 20. Ja, es waren sieben. Ja, das ist ja. Es waren sieben Gefangene. Und da waren die aber selber überrascht darüber danach, die Erstürmung. Das war nicht so geplant, wir holen jetzt die sieben Leute daraus, sondern wir holen jetzt halt die hunderten von vergessenen Seelen den Opfer des Absolutismus daraus.
Das war durchaus auch Teil der Erzählung der Leute, die es erstürmt haben, aber hatte eben sehr wenig mit der Realität zu tun. Dieses Bild von der Bastille als diesem schrecklichen Zeichen der absolutistischen Unterdrückung geht unter anderem auch auch auf Wohlterr zurück, der da selbst in der Bastille als junger Mann 1717 eingesessen hatte und einige Jahre vor ihm der berüchtigte Mann mit der eisernen Maske, den wir alle von den Musketieren kennen, auch mal vielleicht eine Folge wert, da war man eine eisernen Maske, aber quasi die berühmtesten Gefangenen, die das letzte Jahrhundert vor der Revolution hervorgebracht hatte, waren alle irgendwann mal in der Bastille.
Und damit macht es schon irgendwie auch Sinn, dass die so berühmt wurde in der Vorstellung. Rolf Reichardt schreibt in Debastille a History of a Symbol of Despotism and Freedom, das unvorhergesehene Eroberungs- und Zerstörungsereignis des berüchtigten Staatsgefängnisses am 14. Juli 1789 war ein symbolträchtiger Akt.
Die patriotische und feiernliche Extase, die die französische Hauptstadt erfasste, war Ausdruck der kollektiven Begeisterung über die Vernichtung der Bastion der Willkür. Nicht so sehr ihre aktuelle Bedeutung als Staatsgefängnis, die war gering, sondern ihre im kollektiven Bewusstsein tief verankerte, frühere Rolle als Instrument der Willkür-Herrschaft war Ausschlaggebend dafür, dass ausgerechnet die Bastille am östlichen Stadtrand von Paris zum Ziel der Aufständischen wurde.
Daraus wurde die Bastille als Symbol des niedergeworfenen Regimes langfristig danach. Eine ganz kurze Geschichte der Bastille war die Bezeichnung Fachbegriff für städtische Verteidigungstürme im Späten im Mittelalter, die vor allem während des 100-jährigen Krieges in Südfrankreich errichtet wurden und auch im 100-jährigen Krieg in Paris, also 100-jähriger Krieg gegen England.
Im Singular bezeichnet der Begriff, also eine Bastille, auch die zwischen 1356 und 1382 errichtete königliche Festung mit acht Türmen, also die Bastille in Frankreich, am Tor zum nordwestlichen Teil von Paris, dem späteren Faux-Bourg-Sassin, und one ist auch heute ja noch ein Bezirk dort. Letztlich beschränkte sich die Verwendung des Begriffs aber nur noch auf das Bauwerk in Paris. Da haben wir so den Fall von, es war eine moderne Modellfestung im 100-jährigen Krieg, die auch dann europaweit als Beispiel für modernen Festungsbau im 14. Jahrhundert irgendwie rumgezeigt wurde und berühmt war, weil die als erste die Zubrücke so richtig konsequent eingesetzt haben und so einen Design hatten mit doppelten Zubrücken.
Da du quasi erst eine Zubrücke in den ersten Hof hast und dann noch eine zweite Graben und eine zweite Zubrücke in den zweiten Hof rein und eben diese runden Türme, die besser sind um Geschosse in Richtung abzuweisen und für Belagerungen zu der Zeit dann besser geeignet waren, als die ganzen eckigen Sachen, die man vorher gebaut hatte.
Dadurch war die Bastille schon der heiße Scheiß in der Kriegstechnik im 100-jährigen Krieg und nach und nach, die wurde dann aber glaube ich nie gegen die Engländer tatsächlich eingesetzt, sondern war tatsächlich vor allem in inner-französischen Streitigkeiten relevant im Hochmittelalter und dann wurde sie nach und nach zunehmend weniger wichtig als militärische Einrichtung und wurde zunehmend zu einer Staatsgefängnis, bis sie dann also unter Louis XIV.
Als letztlich nur noch als Gefängnis genutzt wurde und wurde dann eben zu diesem Symbol des Despotismus als Gefängnis in der öffentlichen Vorstellung, wobei da eben vor allem viel literarische Berichte und Gerüchte das Bild geprägt haben. Das spannende ist, dass die Leute, die da einsetzen jetzt nicht der Durchschnittsbürger sind eigentlich, sondern in vielen Fällen sitzen da eben Leute ein Voltaire, der wegen Meisterheitsbeleidigung der eben 1717 saß, aber ansonsten ist es so eine Art Luxusgefängnis für aufmüpfige Kinder von Aristokraten.
Wenn du zu der Zeit einen sehr nervigen Sohn hast, dann kannst du den König bezahlen, damit der König eine Art mittlerlichen Haftbefehl ausstellt, ohne Prozess, und dann wird dein Spröstling verhaftet und ein paar Monate oder Wochen oder wie lang auch immer du willst in die Bastille eingesperrt, quasi von den Eltern bezahltes Gefängnis, um ihn quasi aus dem, damit er keine weiteren Skandale verursacht oder aus seiner schlechten Gesellschaft rauskommt oder wie auch immer.
Wenn man da eben die Kontrolle verloren hatte, dementsprechend war das aber tatsächlich kein Ort des Schreckens mit angeketteten nackten Leuten im Verlies, sondern es hatte eher den Charakter eines Hotels als eines Gefängnisses. Es gab zum Beispiel eine sehr gute Küche da drin und zum Beispiel der Schriftsteller Jean-François Montal, der damals einsaß, wurde also danach gefragt, hatte wie das Essen in der Bastille war, hat geantwortet.
Ich erinnere mich an eine exzellente Suppe, ein saftiges Stück Rindfleisch, eine verfett riefende gekochte Hühnerkeule, ein kleines Gericht mit gebratenen marinierten Artischocken, eine Flasche alten Burgunders, der beste Mokka-Café. Klingt nach einem schönen Wochenende in Paris für mich. Also tatsächlich, die Leute, die sie durften ihre eigene Deko mitbringen, ihre eigene Bücher, die konnten ihre Zellen selber einrichten, wie sie wollten.
Man konnte Besuch von außen empfangen, berühmte Personen, die bis wenige Tage vor der Erstürmung, die dort einsaß, war zum Beispiel unser lieber Markete Saade. Der berühmt dafür ist, dass er einen Teil vom Sadomasochmasochismus quasi namentlich geprägt hat. Der Sadopard von Sadomasochismus geht auf Saad zurück und der andere Teil auch von Masoch. Genau, so wie dazu.
Und der Saad hat da eben geschrieben, hat regelmäßig Wein sich bringen lassen von seiner geliebten, verzerrter Frau, ich bin ganz sicher, und hat da eigentlich ein ganz gutes Leben geführt. Schriftstellerisch sehr aktiv und hat das Ganze eben nicht, wie es in der Vorstellung dann gerne ist. Er hat jetzt in der Bastille geschrieben auf Toilettenpapier oder wie die Story ist, sondern er hatte halt einfach ein Schreibtisch da drin mit Papier und konnte einfach vernünftig literarisch arbeiten.
Und er hat aber trotzdem immer sich in diesen revolutionären Tagen in Paris hingen aus der Bastille Markete Saade und hat aus seinen Brichter, er hat einen Brichter zum Pinkeln. Und da hat er den umgedreht und hat dann rausgeschrieben, dass er und die anderen Gefangenen bald umgebroht gebracht werden sollen, dass es einen großen Komplott gibt gegen die Gefangenen.
So viel, dass er am Ende, ein paar Tage vor der Erstürmung, innen zum Sanatorium außerhalb von Paris gebracht wurde, um die Leute nicht zu irgendwas anzustiften. Weil mit seinen Verschwörungstheorien, die er da die ganze Zeit aus dem Fenster schreit. Und er konnte er, Leute, erreichen, weil tatsächlich gegen der populären Vorstellung, weißt du, wie der Vorderhof aussah?
Also es gab diese zwei Höfe, der hintere Hof war das eigentliche Gefängnis und der Vorderhof, raten mal, was da drin war. Ein Swimmingpool. Na dran, ein Gemüsegarten, ein paar Firmerie, ein, zwei andere kleine. Also man konnte da einfach reingehen und im Vorderhof der Bastille shoppen zu der Zeitpunkt noch, und der hintere Teil war Gefängnis.
Eine kleine Stadt in der Stadt. Ja, so eine mittelalterliche Burg, die sich schon langsam auf dem Weg raus befindet aus ihrer ehemaligen Funktion. Ich frag mal, ob sich das schon im ganzen Gefängnis ist, dann ist es jetzt nur noch der hintere Teil des Gefängnis und die Versaille, die Berater, der Könige sind sich alle darüber bewusst, dass es sehr schlechte PR ist, diese Ort.
Und wollen den, es gibt Pläne unter Ludwig XVI, das Ganze umzuwandeln in der Art öffentlichen Park? Ich will. Also das Ganze komplett zu einem öffentlich zugänglichen Ort zumachende Erholung. Was ich sehr spannend finde. Also die wussten schon, was da für Vorurteile im Raum standen, haben quasi gemeint, es eigentlich nicht wert ist, so zu erhalten, wenn wir in Leute sich die ganze Zeit erzählen, was wir da verschreckliche Dinge drin tun.
Wir haben schon nur sieben Leute da drin, die erzählen sich immer noch die Schauergeschichten, ich glaube, wir müssen dann Park draus machen. Ja, und trotz alledem kommt es zum großen Showdown vor der Ampastie. Aber sie kommen eben nicht wegen den Gefangenen wieder nach und gerne behauptet, du wurde, sondern Paris befand sich ja, wie ich schon erwähnt hatte, eben komplett im Chaos, die am 2.12.13.Juli ausgebrochenen Unruhen über Neckars Entlassung hatten die ganzen Stadt im Griff.
Die Menschen befürchteten der Königin, ihr könntet eben das schon erwähnte deutschsprachige Militär einsetzen, um die Nationalversammlung und die Revolution zu verschlagen. Und dementsprechend begannen dann die bewaffneten Mops, Waffenkammern, Depots zu blündern und die Bastille, von der man annahm, dass sie das Schul, dass sie Schuiespülver beherbergte, was auch stimmt, wurde zum Ziel.
Spannenderweise ist genau an dem 14. Juli, an dem auch die große der Sturm losging, der Brotpreis auf bis dahin ungeernte Höhen gestiegen. Normalerweise lag der Preis für den Brot bei 15 Zoo und bei 8 Zoo, normalerweise, und am 14. Juli lag er bei 15 Zoo. Also eine Verdoppelung des Brotpreises und das in der Zeit, in der der normale Arbeiter schon vorher 80% seines Lohns für Brot ausgegeben hat.
Also das ist extrem existenziell, weil die Leute das größte ihres Geldes für Essen ausgeben und das Essen jetzt doppelt so teuer geworden ist. Und zwar das Grundnahrungsmittelbrot, von dem sich die Erbsen ernähren. Dazu kommen die damals kursierenden Gerichte über Wucherer und Leute, die quasi horden und das deswegen die Preise sehr hoch sind.
Das heißt, man glaubt, dass irgendwo es verstecktes Brot auch gibt und man das nur finden muss. Ich glaube, historisch ist das nicht so richtig nachweisbar. Ich glaube, es gab keinen Wucher, aber das Gerücht davon war immer sehr wirkmächtig, um die Leute zum Aufstand aufzuwiegeln. Das darf man dabei, finde ich, immer ganz spannend, wenn man sich mit der französischen Revolution und so beschäftigt, dass das ein ganz spannendes Amalgan aus Gerüchten ist.
Versai war ja ein ziemlich abgeschlossener Raum, wo an sich so Politik gemacht wurde. Und das ist ja komplett außerhalb von Paris gewesen. Das heißt, das Einzige, was die Leute in der Stadt tatsächlich erreicht haben, waren die Pampflete und die Gerüchte, die verschiedene Fraktionen am Hof gelegt haben, um eine andere Fraktion schlecht auslegen zu lassen.
Die ganzen Gerüchte über die Impotenz des Königs und so kamen und über die Freizügig anscheinend Marie-Antoinette rumschlafen würde am Hof und all diese Vorurteile und Stereotype, die die Leute extrem ermutigt haben, am Ende ein Aufstand zu machen, waren alles nur Gerüchte, die von irgendwelchen Feinden am Hof an die frühe Presse weitergegeben wurden und dann schnell verbreitet wurden innerhalb der Pariser Bevölkerung mit Karikaturen.
Die Karikaturen aus der Zeit sind extrem spannend, sind extrem vulgär und man merkt, dass das Genre der Karikatur sich noch in der Frühzeit befindet, aber es geht immer darum, was für alles Schlimmes in den Klöstern passiert, wie ein großer Fokus auf sexuelle Ausschweifungen von Nonnen und Männchen in der katholischen Kirche. Das spielt eine sehr große Rolle in der Propaganda für die Revolution.
Und damit beginnt der Sturm auf die Bastille. Am 14. Juli versammeln sich die Menge von etwa 1000 Parisern, die sogenannten Source-Küllert, also die ohne Strümpfe. Damals waren die Küllert so Strümpfe, heute sind Küllert einfach Unterhose, ein Wort für Verschlüpper. Das heißt, Source-Küllert, wenn man es heute sagt, heißt eigentlich die ohne Schlipper. Es ist lustig, finde ich, wahrscheinlich hatten die wenigsten Unterhosen an, daher waren die ganz Pariser Bevölkerung wahrscheinlich ohne Schlipper. Aber die, die ohne die lange Strümpfe waren, die Mode waren, die sich nicht leisten konnten, die unterste Schicht der Arbeiter waren, waren die Source-Küllerten und die waren eben, betreten hier so nochmal mit diesen Blünderungen von Waffendepots und Blünderungen der Zollstation und dem Sturm auf die Bastille, betreten die eigentlich so richtig die Bühne der Revolution, weil davor wird die Revolution ja vor allem von irgendwie hauptsächlich Anwälten und Richtern gemacht, die eben diesen dritten Stand bilden.
Das sind eben hauptsächlich irgendwie Juristen, die da hingehen und die sich da sehr juristisch Dinge überlegen, wie sie den Staat umfam neu schaffen wollen. Und die Source-Küllert haben andere Probleme. Die ist der Brotpreis zu hoch, die haben keinen Bock, ihre Steuern zu bezahlen und würden das Ganze gerne loswerden.
Und die betreten jetzt so richtig nach Neckars Kündigung, die Bühne der Revolution werden eben ganz zentrales Mittel in der Zukunft auch werden. Und dann ganz am Anfang schicken diese 1000 Source-Küllerten vor der Bastille auch drei Abgesandte rein, um mit dem Chef der Bastille zu reden. Der ist gerade kurz vor zehn, der hat gerade noch nicht seinen Frühstück eingenommen und lädt dann die drei ein, mit ihm doch zu essen.
Wir haben gehört, dass Essen in der Bastille war sehr gut, die Schriftsteller vorhin erwähnt haben. Das heißt, es kommt zu einem typischen französischen, mehrstündigen Frühstück. Was für die Leute, die vor der Mauer warten, jetzt nicht so richtig ersichtlich ist. Also du hast 1000 ungeduldige, wütende Leute, die so leicht paranoid vor den Mauern warten, die schon die ersten Sachen geblündert haben und eigentlich sagen, wenn jeden Moment schickt der König die Deutschen los, um uns hier wieder in unsere Revolution zu zerschießen, hol mal schnell Schießpulver.
Und dann gehen die Delegierten da rein und sind drei Stunden am Frühstück und keiner weiß das draußen. Das heißt draußen kommt immer größere Unruhe auf und irgendwann stürmen sie dann von draußen in den ersten Innenhof mit der Parfümerie und den Gemüsegarten und verlangen Lauthalts nach Schießpulver.
Wer weiß, vielleicht werden die drei abgesandten in diesen schrecklichen Folterkeller gefoltert, die man sich so vorstellt dazu. Die Festung, also die Bastille wird verteidigt von 32 Invaliden. Der Gardé war quasi die Einheit von ehemaligen Soldaten, die entweder zu alt oder zu verletzt waren oder Folge Schäden hatten aus dem Krieg und quasi nicht mehr für den normalen Militärdienst geeignet waren und die wurden dann für so Wachdienstsachen eingesetzt, als Pensionsaktion auch.
Und 32 Schweizer Söldner, die kurz davor noch hingeschickt wurden, um das Ganze zu verstärken. Das heißt, wir haben 120 Verteidiger und 1000 Bütende per Rieser vor den Toren. Und das kommt dann mit dieser ganzen aufgehitzen Stimmung und dem Mob immer wieder zu Missverständen, das ist mir vorher schon.
Nachdem sie in den ersten Innenhof gestürmt sind, schreien die Schweizer Garten, kommt nicht näher, sonst schießen wir. Der Mob versteht anscheinend, kommt näher, wir schießen nicht. Und näher sich, dann wird das Feuer eröffnet, dann ärgern sich die Pariser natürlich sehr, weil sie sagen, die haben uns in der Falle gelockt.
Die haben gesagt, wir sollen näher kommen, dann haben sie auf uns geschossen und das Ganze wird eskaliert eben zu sehen weiter. Die erste Zugbrücke, die schon wird, wird gekappt, werden die Seile gekappt und die fällt dann auf einen der Soskyloten und tötet ihnen, also chaotische Zustände in der Menge und auch in der Festung.
Die Festung hat Essensvorräte für 250 fessers Schießpulver, aber Essen für zwei Tage und keine Wasserreserve. Das heißt, so richtig lang können die das Ganze auch nicht spielen, dieses Spiel, weil sie haben zwar die Mauern und das Schießpulver, die Kanonen, aber nicht genug zu trinken, um da länger als zwei Tage wirklich auszuharren.
Und dementsprechend kommt es nach stundenlangem Kämpfen dann auch zur Kabitulation und de Lonne gibt mit seiner kleinen Garnition auf und öffnet freiwillig das Tor. Ja, das ist genau. Das ist jetzt so ein bisschen der erste Mythos, der mir im Kopf rumgeschwirt war, nämlich, dass der Sturm auf die Bastille so ein wohl geplanter revolutionärer Akt gewesen sei, vor allem um irgendwie Gefangen zu befreien oder nicht.
Und tatsächlich war es eben deutlich chaotischere unorganisierte Massenangriff, der mehr von Angst und Verzweiflung getrieben wurde, also der vor diesem vermeintlich jederzeit einmarschierten Truppen als irgendwie Teil von der größeren revolutionären Strategie. Die Wiener Zeitung hat wenige Tage dann nach, dem es passiert ist, in Wien, Marie-Anstraunet war ja auch Österreicherinnen und so, also die Königin zu der Zeit.
Und Österreich-Untergleich war der Haupttrivale Frankreichs im europäischen Mächte-Kampf. Ja, da hat die Wiener Zeitschrift das einmal zusammengefasst zur damaligen Zeit. Den 14. ging ein mächtiger bewaffneter Turp vor die Bastille hin, dieselbe zu bestürmen. Der Gouverneur ließ unter die Aufrührerfeuern, stellte sich aber bald darauf an, als wollte er kapitulieren. Unter diesem Vorwandel ließ er die Zugbrücke herab und nahm 40 Bürger ein, die er aber mit kartärten Schüssen nötigte, sich zu ergeben.
Dieses brachte die übrigen Soße auf, dass sie nicht abliest. Bis sie sich der Bastille bemeistert hatten. Alle Gefangenen wurden befreit, der Gouverneur aber gleich tot zu Boden gestreckt. Man schlug ihm das Haupt ab, das auf einem Pfahl dem erblitterten Volk zur Schau ausgestellt wurde. Die Bastille warnt inzwischen in Brand gesteckt.
Eine spannende Kurzpassung, die diesen höchstwahrscheinlichen Missverständen auch als bewusstes Niedermetzeln von 40 Bürgern darstellt. Aber es wird auch einfach nur erwähnt, dass die Gefangenen befreit wurden und nicht wie viele und welche Gefangenen. Was ich einen sehr spannenden Fakt finde, nämlich die Menge Befeid, die gefangenen und unter diesen Gefangenen sind 4 Urkundenfälcher und 2 oder 3 Menschen mit geistiger und psychischer Krankheit, die dort eingesessen sind.
Einer davon ist ihre oder Engländer langweißen Bart und entspricht damit sehr gut diesem mystischen Bild von dem seit Ewigkeiten in der Bastille einsetzenden Opfer des Despotismus des Königs. Er hält sich selber für Julius Caesar, muss man dazu sagen, und wird dann von der Menge als Beispiel für die Befreiung durch die Straßen von Paris getragen.
In dem seinen Kopf wäre ich gern gekommen, wenn du als Julius Caesar im falschen Jahrhundert gefangen bist und dann auf einmal befreit wirst und ein, der dir als Volkstribun nur quasi entsprechenden Empfang in Paris bereitet wird. Das hatte auch den Tag seines Lebens. Aber jetzt von den Leuten, die da befreit werden, auf Wikipedia steht übrigens, dass Caesar auch von der Revolution befreit wurde. Tatsächlich wurde er aber ein paar Tage davor in dieses Sanatorium geschafft, weil er so viel genervt hat.
Das heißt aber, er war nicht da, um von denen befreit zu werden, er hat den quasi einen Höhepunkt verpasst. Es wurde ihm nicht gegönnt, dabei zu sein. Spannender Fakt ist auch, dass der Gouverneur, also der Verwalter der Bastille de Lonaise zwischenzeitlich gesagt hat, er würde die 250 fesser Besprengstoffe in die Luft jagen, wenn sie nicht aufführen würden, die Bastille zu belagern und sich seine Soldaten dann geäußert haben von der Schweizer Karte und von den Invaliden.
Und die gemeint haben, wir wollen eigentlich nicht sterben hier für die Festung. Wir haben eigentlich keine Lust, uns hier in die Luft zu jagen zur Verteidigung von Schießpulver. Und dann hat er von diesem großen heroischen Akt abgelassen. Aber wie die Wiener Zeitung ja schon erwähnt hat, kommt es direkt nach der Erstimmung zu weiteren Blutvergießen.
Von der Lonaise wurde auf dem Weg zum Rathaus trotz der Zusicherung des freien Gelaids, die im Ursprich gemacht wurde, erst tödlich verwundet und dann von einem Metzger oder Koch, habe ich beides gelesen, umgebracht. Robert Musil hat das sehr schön beschrieben, diese Szene. Le Bon erzählt die Tötung des Gouverneurs der Bastille. Zufällig hatte er einen stellenlosen Koch mit dem Fuß gestoßen.
Und die Menge beschloss, dass dieser ihn Eigenhändekin richten solle. Der Koch sagt aus Patriotismus, ja, er versucht dem Gouverneur den Kopf abzuschlagen, aber der Säbel ist nicht scharf genug. Da macht er es mit einem Taschenmesser, geschickt wie er als Koch ist. Das, ja, dieses Szene. Das hört sich ziemlich widerlich an.
Ja, es ist quasi diese Idee, der Délonnaie stößt jemandem auf dem Weg zum Rathaus mit dem Fuß bewusst oder nicht bewusst und wird dafür dann eben die Menge beschließt. Sofort du, ah, er hat sich gestoßen, okay, kannst nicht hinrichten, klar, enthaupte ihn. Und dass er es dann mit dem Säbel nicht funktioniert, wenn er es mit einem Taschenmesser macht, ist ein grausiger Fakt, der natürlich an irgendwelchen IS-Videos erinnert.
Und danach wird der Kopf auf eine Pieke aufgespießt und gemeinsam mit dem Kopf von dem armen Wachsoldaten, einem der Invaliden, der den Schlüsselbund gehalten hatte und die Tür aufgemacht hatte. Deswegen, wie man den Schlüsselbund hielt, wurde der für einen Fängneswerter gehalten, der quasi ein Folltergnecht sein und wurde dann, erst wurde ihm die Hand abgeschlagen und dann wurde er auch noch enthauptet.
Und diese beiden Köpfe werden dann auf Pieken gespießt. Jacques de Flesel, der Oberhaupt des Pariser Magistrats, der den Kommandanten retten wollte, wurde ebenfalls geköpft, dieser dritte Kopf. Und die Köpfe trug man dann unter dem Jubel der Bevölkerung durch die Straßen der Hauptstadt. Es waren die ersten, also zwei von den drei, die ersten Adligen Opfer der Revolution.
Ja, im Anschluss hatten die Aufständischen jetzt Schießpulver, nicht nur die Gewehre, die sie vorher eingesammelt hatten, sondern auch genug Schießpulver, um sich zu wehren. Und es wurde dann von der Bourgeoisie, die Gemeinde mit den Sons-Gylotten, ist das schön und gut, aber wenn jetzt alle bewaffnet sind und die Zollstationen blündern, müssen wir doch unser Eigentum beschützen irgendwie.
Und dann wurde die Nationalgarde gegründet unter Marquis de Lafayette. Hast du schon mal von Lafayette gehört? Der Name sagt mir was, aber ich weiß gerade nicht, in welchen Zusammenhang. Also der Name ist Lafayette, wie man sie eine Folge wert, es gibt Leute entweder, die ihn cool finden, als Dandy, Leute, die ihn hassen, also Historiker, wenn sie über ihn schreiben, es gibt sehr viele negative Zitate über Lafayette.
Geistiger Zwerg gewesen wäre und solche Sachen stehen dann teilweise in offiziellen Historikrafien über ihn drin, also richtiger Hate. Und er war also ein bisschen so ein Dandy, der aus einer reichen aristokratischen Familie stammte, sich dann aber früh in republikanischen Idealen verschrieben hat, der mit einer Abordnung ein Freiwilligen an der amerikanischen Bürgerkrieg teilgenommen hatte, ein guter Freund von George Washington war, er wurde auch von George Washington in eine Feldloge eingeführt und wurde dann zu Freimauern unter anderem während der amerikanischen Revolution, was ihn auch für Verschwörungstheoritiker immer wieder interessant macht, und Leute, die sich allgemein für Freimauere interessieren wie mich.
Er kam dann zurück und war eben eine der gefeiertsten Figuren schon bevor die Revolution losging aus dem republikanischen Lager. Er ist auch mit dafür verantwortlich, dass diese neu gegründete Nationalgarde, die es bis heute noch gibt auch in Frankreich, sich von dem Grünen der Uniform abgewandt hat, die bis dahin das Ding waren und gesagt hat, Grün ist irgendwie die Farbe von einem der adeligen Verwandten des Königs, der einer der Gegner der Revolution ist, einer der großen.
Dementsprechend nehmen wir doch einfach die Farben von Paris, nämlich das Blau und das Rot und fügen das Weiß der Bourbonen des Königshauses hinzu um unsere Loyalität im Könige genüber, die wir weiterhin besteht. Das Ziel war ja von vielen damals ja nicht die Enthauptung des Königs, wie es dann später passiert ist, sondern es war eher die Idee, wir machen das nach englischem Vorbild und haben so eine Art konstitutionelle Monarchie.
Das war am Anfang auf jeden Fall so in radikaler Stufe 2 oder 3 war das eher so das Ziel und dementsprechend wird dann von, wären das die Franzosen, die französischen Flaggenfarben. Also so kommt, wir kommen wieder zur modernen französischen Flagge, die Nationalgarde in Paris zu diesem Zeitpunkt unter Lafayette, fügt den Pariser Farben des Weiß der Bourbonen hinzu und damit haben wir die französische Flagge.
Ja, damit hat jetzt die Revolution dann auch Truppen, die ihr zur Verfügung stehen und es wird immer zunehmend unmöglich quasi Paris von außen einzunehmen mit fremden Truppen, weil du jetzt zunehmend also alle königlichen Truppen aus der Stadt raus sind, die nicht revolutionär gesinnt sind und die ganze Stadt sich in der Hand bewaffnet der Revolutionäre befindet.
Und trotz des sehr chaotischen Charakters der Ereignisse und des Blutvergießens während und nach dem Sturm, wurde das sehr schnell so eine mächtigen Symbol der Revolution. Am Morgen des 15. Juli am Tag danach meldete der Herzog der La Rochefouca Leancourt, der König Ludwig XIV. den Sturm der Bastille in Versailles, als der König fragte, ob es sich um einen Aufruhrhandele gab, der Herzog folgende Antwort, die in die Geschichte eingehend.
Soll ich das auch auf Französisch lesen? Ja klar. Aber spricht man das auch Syr aus oder Syr? Ich würde sagen Nossyr, aber die können auch sagen Nossyr, finde ich schön. Nossyr ist eine Revolution. Nein eure Majestät, das ist kein Aufruhr, sondern eine Revolution. Und spannenderweise fanden zur gleichen Zeit überall in Frankreich auch weitere Stürme auf Klöster und Burgen statt, wie wir das ähnlich 1525 in unserer Folge zum deutschen Bauernaufstand behandelt haben.
Nur dieses Mal in Frankreich und das kam eben dezentral überall zur Verbrennung von feudalen Aufzeichnungen, um die Beweise und Infondienstforderungen an die Bauern und vielleicht offene Schulden und sowas an die Klöster und Lehensherren zu vernichten. Nach dieser Logik, wenn ich den Papierweg vernichte, weiß keiner mehr, wie mich was schulde.
Und es führte dann dazu, dass aber auf dem Land, zu nehmen, die Bauern auch ein bisschen paranoid wurden und überall, wo beraffnete Reiter aufgetaucht sind, die Bauern sich zusammengerottet haben, angefangen haben auf die Steine zu werfen und so, weil die gesagt haben, die kommen um uns zu bestrafen.
Wir haben natürlich das ultimative Verbrechen hier verübt und unsere Klöster niedergebrannt und so. Die kommen bestimmt bald um uns zu bestrafen. Und auf einmal machen sich nicht mehr nur die Bürger in der Stadt sorgen und die South-Kylotten in der Stadt, dass sie vielleicht Ärger bekommen mit deutschen Truppen, weil man macht sich hier Leute in weiten Teilen des Landes diese Sorgen.
Und das sorgt natürlich zu einer Loyalität zwischen Stadt und Landbevölkerung, weil auf einmal alle was Angestellte im Zuge der Revolution und alle sich ein bisschen sorgen machen, dass das schlecht enden kann. Das schweißt zusammen, gemeinsames Verbrechen. Wenn ihr der gute Tipps Podcast hier, wir lernen aus der Geschichte, was richtig zusammenschweißt, hat die Konzession gezeigt sind, gemeinsame Verbrechen gegen den Staat.
Das ist, muss ich sagen, das ist ein satire Podcast, wenn ich solche Sachen hier erzähle oder alle Juristen hier uns zuhören. Was muss ich genau sagen, um nach solchen kleinen Ausflügen hier wieder zu planten auf dem... Ja, und spannenderweise, es gibt also Geschichten von Deutschen, die nach Paris fahren und auf der Suche nach der Bastille sind, weil die die im Geschichtsunterricht gesehen haben, die gemäht im Geschichtspunkt von diesem großen Burg.
Und dann laufen die durch Paris und suchen die und sind ganz enttäuscht, wenn sie die am Place de Bastille nicht finden und so, weil die Bastille wurde quasi offiziell zwei Tage danach, wurde der Beschluss gefasst, dass sie abgerissen werden soll. Es gab dann nach der Erstürmung so einen richtigen Tourismus, reiche Ladies haben sich eine Nacht lang dort einschließen lassen, um zu zeigen, wie es gab Führung tagsüber dadurch.
Und einer von denen, die bei der Erstürmung dabei waren, hat sich die Rechte gesichert für den Abriss. Und das war ein sehr, sehr geschäftstüchtiger Mann, nämlich Pierre-François Palois. Und der ließ aus den Steinen der Bastille kleine Detailgetreue Bastillemodelle meiseln, die in alle neuen, also zu der Zeit, wo die dann auch Frankreich ganz neu geordnet in die Departements, die wir heute kennen, und in alle neuen 83 Departements Hauptstädte hat er dann diese Modelle liefern lassen und die dort mit Pump als Trophäen eingeweiht.
Und zusätzlich dazu hat er aus den Schlössern der Zellen und den Ketten der Fußkugeln der Gefangenen anscheinend, anscheinend daraus, 60.000 Medaillen mit Freiheitsmotiven geprägt. Und Palois hat dann angefangen, in ganz Frankreich so kleine Boxen zu verkaufen, mit Andenken, mit so kleinen Sets drin.
Und es ist eine ganz spannende Mischung aus so einem Reliquien-Kästchen, so einem Holzkästchen, aber für die Revolution. Also so eine Mischung, der Modell im Übergang zwischen Reliquien verkaufen und moderne Merge sehen. So, Bastille Merge ist quasi, ist jetzt hierbei der Französischen Revolution, so viel habe ich super gespannt, dass der einfach so ein Merge-Shop aufmacht, richtig, richtig reich wird mit dem Überresten der Bastille, die ja an die neuen Fans der Revolution vertickt.
Weil was für ein besseres Symbol gibt es denn als Original-Bastille-Steine, so ein bisschen wie Berliner Mauer, dass danach mehr Berliner Mauer-Stücke verkauft wurden, wahrscheinlich um die Berliner Mauer 10 mal wieder aufzubauen und für Zweifel auch, dass alle 60.000 Medaillen aus den Fußketten der Gefangenen gemacht wurden.
Von den ganzen sieben Gefangenen hat er 60.000 Medaillen geprägt, wieder auch beeindruckt. Also es ist spannend, wie aus dieser Revolution direkt wieder Profit geschlagen werden muss, so wie ein Geschäftsmann. Ja, es würde heute wahrscheinlich ganz genauso ablaufen. Revolution, sicher, absolut. Und Revolution sind halt tatsächlich immer der Übergang von einer herzlichen Klasse zu anderen, bis jetzt gewesen ist, Trabel. Also es gab aber keine Revolution, die anders lief.
Es ging immer darum, dass die eine Zeit entlastet wird, die mit anderen das Ruder übernimmt. Und natürlich wurden in der Französischen Revolution extrem viele bürgerliche Freiheiten geschaffen und erfunden. Und ich finde, die ganzen Historiker, die sich nur auf die Gewaltexzesse irgendwie konzentrieren, vergessen dabei immer, wie viel Neues geschaffen wurde.
Und was das für eine experimentelle Zeit war. Also die Französische Revolution ist extrem spannend, weil da unsere Moderne erfunden wurde. Da wurde die Welt erfunden, in der wir als Europäer jetzt und ein großer Teil der restlichen Welt auch leben. Also diese Lebensrealität, wie wir uns selbst wahrnehmen, wie wir uns selbst als politische Wesen empfinden, das ist alles die Französische Revolution, die das im Endeffekt natürlich wurde davor in der Aufklärung, da wurde viel darüber geschrieben und nachgedacht.
Aber dass das irgendwas an unserer Lebensrealität verändert hat, das ist da passiert. So ganz nach Marx, die Philosophen haben die Welt nur beschrieben, aber es geht darum, die sich zu verändern, das wurde hier gemacht. Da wurde er radikal versucht innerhalb von wenigen Monaten zu sagen, wir ändern das System, in dem wir leben komplett und wir machen alles besser.
Und viel davon wurde tatsächlich besser langfristig. Nicht alles direkt und nicht alles gleich und mit vielen Setbacks und so, aber langfristig die Ideen, die Ideen von diesem Versuch zu sagen, schau, wir machen es anders und es hat funktioniert. Und dann ist irgendwas passiert. Die war nicht mehr aus der Welt zu schaffen und die ist immer wieder aufgetreten.
Und deswegen ist es auch ganz spannend, wenn man heute dann die Bastille nicht findet, weil sie abgerissen wurde von Palois, aber man dann den Plastibastille findet. An der Stelle, wo damals das Gefängnis stand, dann hat diese Bastille Säule nichts mit der Revolution 1789 zu tun, sondern die wurde für die Juliere Volte 1830 aufgestellt.
Und die Namen der Toten, die einkrabiert sind, sind auch die von der Revolution 1830, in der dann vollsteht, also in der letztlich dann die Französische Monarchie letztendlich endgültig gestürzt wurde. Nach dem Napoleon wieder zurück kam und so weiter. Also genau, da müssen wir mal separat drüber reden, aber wenn ihr dann in Paris endlich den Plastibastille gefunden habt, da kein Burg steht und nur die Säule, dann ist nicht mal die Säule für diesen Irstensturm an den Alledenken.
Und am Nationalfeiertag, der Bastille Tag auch heißt, am 14. Juli, wo in Paris Paraden, Feuerwerke und Party ist und so, findet größtenteils auch nicht am Plastilabastille statt, obwohl der Bastille Day heißt, die Militärparade zum Tag der Bastille beginnt zum Beispiel am Tag der Triumph und führt dann über das Chancelissé bis zum Plastilac Concorde, aber nicht hier vorbei überhaupt nicht.
Und es ist eher so, dass bei Protesten, Reden politischen Geschehnissen heutzutage der Plastilabastille eine Rolle spielt, weil der Platz ist, zum Demonstrieren immer noch. Jetzt wurde die Gefängnis weg und noch mehr Platz. So viel zum Sturm auf die Bastille, bei dem es weniger darum ging, politischen Gefangenen zu befreien und mehr um Schießpulver.
Und das auch nicht so richtig geplant war, sondern eher so ein bisschen chaotisch. Aber es zeigt einfach, wie komplex und unordentlich Geschichte oft ist und dass es oft einfach nicht so einfach ist und auch den Symbolen für Dinge, die wir gut finden, wenn wir uns die genauer anschauen, finden wir oft.
Also die Enthauptung war zum Beispiel komplett unnötig. Man hätte die Bastille erstürmen können und dann einfach nicht in der Mobgewalt sagen, man muss hier im Taschenmesser enthaupten. Das wäre auch ohne gegangen. Aber die Fakten werden ja ganz gerne, und auch wer alles befreit wurde, nur Angefangenen und so. Das wird alles ja gern verschwiegen.
Es geht ja immer gern darum, dass da eben das große Symbol der despotischen Unterdrückung rechtmäßig gestürmt wurde erfolgreich. An Sicht kamen die deutschen Truppen nie auf Paris. Das Schießpulver hätte man nicht gebraucht. Das gab die schon. Also am Ende sind sieben von den Besatzern von den Verteidigern gestorben und offiziell 98 Tote und 73 Verwundete unter den Angreifern zu beklagen gewesen.
Davon einer, der von der Zubrücke zermatscht wurde. Alles nicht ganz optimal gelaufen, würde ich sagen. Aber trotzdem wegen der symbolischen, also militärisch komplett unbedeutend, aber wegen den politischen und symbolischen Auswirkungen, eigentlich ein beispielloses geschichtliches Ereignis in der europäischen Geschichte. Es gibt wenigstens vielleicht der Fall der Berliner Mauer noch, die in so kurzen, mit so wenigen Toten oder so einer kleinen Auseinandersetzung so viel bewirkt haben und zu so einem großartigen Symbol wurden von etwas, was mit dem eigentlichen Akt jetzt nicht so viel zu tun hatte.
Das waren hungrige Pariser Bürger, die Pist waren wegen ihren Brotpreisen und die sich Sorgen gemacht haben über einwandl-deutsche Truppen und die Schießpulver wollten so. Und dass das Ganze dann auch so eskalierter ist, wären die beim Frühstück saßen, die Unterhändler und so, hätte alles auch anders laufen können.
Aber ja, History ist messy und kompliziert. Ja, wir hatten unsere erste kleine Ausflug in die französische Revolution gefallen, Jonas, sollen wir da mal wieder irgendwann eintauchen. Hast du Lust, noch ein bisschen über die Flucht des Königs mal zu hören, die ist auch sehr lustig. Warum er dann letztlich hingerichtet wurde, weil die Familie dann geflogen ist aus Paris, unter der so heimlich geflogen ist und ertappt wurden auf den letzten Kilometern vor der Grenze.
Ganz lustig. Ja, ich meine. Klar, die Themen gehen uns nicht aus. Ich habe neu auf die Themenliste geschaut und gemerkt, die letzten Folgen haben überhaupt nicht meine Themenliste abgearbeitet, die ist immer noch genauso lange wie vorher. Und ich habe jetzt einfach zu anderen Themen Folgen vorbereitet, die mich interessiert haben über den Sommer.
Aber früher oder später habe ich jetzt auch mal Lust, zu ein paar von den Themen zurückzukehren, die ich mir da aufgeschrieben habe in unserer langen Folgenliste und die über den Herbst auch abzuarbeiten. Ich bin immer noch überlegen, ob wir den Podcast meine Weile lang zweiröchentlich machen sollten, um noch ein bisschen mehr Zeit für die Vorbereitung zu haben für die einzelnen Folgen.
Aber das fällt mir bis jetzt immer noch schwer, weil ich so viele Folgen gerne besprechen würde. Ich habe große Freude an dem Podcast zu machen. Aber ja, falls wir jetzt in nächster Zeit mal auf zweiröchentlich schalten sollen, macht euch keine Sorgen. Ich glaube, das ist da nicht dauerhaft, sondern vielleicht mal halbis Jahr zweiröchentlich und dann schauen wir mal, ob wir das Ganze wieder aufwöchentlich kriegen oder so.
Also das wird alles nur temporär sein, denke ich. Ich habe ja, wie gesagt, viel Freude hier. Ich hoffe, ihr auch. Vielen Dank für alle, die uns hören. Vielen Dank für alle, die uns unterstützen auf Patreon. Wir haben jetzt einige neue Patreon-Unterstützer dazu bekommen. Es hat uns sehr, sehr gefreut.
Wenn ihr uns da unterstützen wollt, kommt gerne vorbei auf Patreon. Slash alle Zeit der Welt oder bei YouTube, bei YouTube Premium haben wir jetzt auch ein paar Leute, die uns da unterstützen. Da kriegt ihr die Folgen halt einfach früher und ohne Werbung und ab und zu meine Premium-Folge und ein bisschen behind the scenes Sachen hier.
Genau, wer bald sich das interessiert, könnt ihr uns da für den Gegenwert von einem Bier oder einem Mittagessen, je nachdem, wie viel ihr wollt, im Monat unterstützen. Und wir bedanken uns ansonsten bei unseren lieben Patreons, die auf der Nennungsliste stehen. Onkel Diddy, Freya Stewart, Fanny Dietrich und dem Kuhlerinnenherfischer vom Ardenngymnasium.
Und ansonsten empfehlt uns gerne weiter. Kommentiert, was ihr vom Schwurm auf die Bastille haltet, ob ihr hier irgendwas Neues dazu gelernt habt, irgendwas Interessantes oder ob ihr das alles genau schon so wusstet. Und das hat eher eine langweilige Folge geworden. Ich bin gespannt. Apropos Jonas, die Person, die dein Buch empfohlen hat, hat sich nochmal im YouTube-Kommentar unter einem der letzten Videos gemeldet.
Ja, ich habe es gesehen. Und hat sich sehr gefreut über... Ja, cool. Ich meine, mit so Science Fiction kriegt man mich. Das wollte ich nochmal erwähnen. Gute Science Fiction. Was gibt es besser jetzt? Ja, wir können auch gerne mal über Worldbuilding reden, so ein bisschen Infantasy und Science Fiction und was das über unsere Welt aussagt.
Irgendwie so, das ist ja alles auch immer sehr historisch beeinflusst, also Asimov zum Beispiel ist ja eigentlich ein historiker Zukunft. Ich sehe es. Oder ja, so ein bisschen über Sci-Fi-Leute reden. Unsere Philippe Kedik-Folge kam ja auch ganz gut an mit Benny. Vielleicht müssen wir da ein bisschen was weggehen von der dunklen Realität unserer echten Geschichte.
Naja, es wird meistens nur in den Weltraum von Nagat. Also, es ist trotzdem noch eine dunkle Geschichte. Das stimmt, es wird selten so wirklich utopisch, aber ja, wer dann auch schnell unrealistisch ist, ich meine. Über die Utopisten haben wir auch schon geredet, oder dass die auch oft dann in komischen Kommunen und Sekten enden.
Das ist ja auch ein Problem. Okay, kommt das noch in die Aufnahme mit Rainer eigentlich? Wir haben uns immer noch nicht verabschiedet, so richtig? Ne, genau, wir müssen uns noch verabschieden. Ich dachte, das ist doch ein guter Ausgelang, wenn wir noch ein bisschen was... Ich tue mir ein bisschen schwer, so gelabert, nach vorne heranzu-packen, weil ich denke dann immer, die Leute, die wirklich an dem Thema interessiert sind, dann einschalten, die nervt das doch bestimmt, wenn wir jetzt hier ein bisschen über unser Leben reden oder unsere Pläne für den Podcast.
Aber so ganz am Ende noch ein bisschen was zu erzählen ist eigentlich was, was wir vielleicht mehr machen. Am Ende sind sowieso nur noch die 33 Prozent dabei, die uns gut fanden. Dann können wir es auch ein bisschen schneifen lassen. Oder was wir so planen. Ne, aber dann können wir die Aufnahme jetzt beenden. Ich finde, das war doch eine erfolgreiche Aufnahme.
Und ja, nächste Woche, schau mal, vielleicht bereite ich mal was Unerfreulicheres vor wieder. Jetzt hängst du ein bisschen bei mir, aber liegt wohl an dem Internet. Wir müssen noch verabschieden. Tschüss Leute. Ach so. Bis nächste Woche. See you soon. Okay, das Ende war ein bisschen komisch.