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AstroGeo - Geschichten aus Astronomie und Geologie· Staffel 2· Folge 84

AstroGeoPlänkel: Glitzernde Schwarze Löcher und Stein-Thermometer

Donnerstag, 25. Januar 2024 · 56 min

MP3

Shownotes

Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke! (astrogeo.de/unterstuetze-uns)

Im AstroGeo-Podcast erzählen Karl Urban und Franzi Konitzer in jeder Folge eine Geschichte, die ihnen die Steine des kosmischen Vorgartens eingeflüstert oder die sie in den Tiefen und Untiefen des Universums aufgestöbert haben. Und eure Fragen, Kommentare, Anmerkungen, Wünsche, Feedback zu diesen Geschichten? Das findet ein Zuhause im AstroGeoPlänkel: eine Extrafolge von AstroGeo, die nach jeweils zwei Geschichten erscheint.

Dieses Mal mit Feedback zu den Folgen 75 – Schwarzes Loch im Zentrum, 82 – das hellste Licht und zu Folge 83 – das Dolomitproblem.

Weiterhören bei Astrogeo

• Folge 75: Schwarzes Loch im Zentrum: der etwas andere Quasi-Stern (astrogeo.de/ein-schwarzes-loch-im-zentrum-der-…)

• Folge 82: Der hellste Gammablitz aller Zeiten (astrogeo.de/der-hellste-gammablitz-aller-zeiten)

• Folge 83: Das Dolomitproblem: Wie das große Rätsel gelöst wurde (astrogeo.de/das-dolomitproblem-wie-das-grosse-…)

Weiterführende Links

• Raumzeit-Podcast aus dem CERN: Geschichte (raumzeit-podcast.de/2023/07/05/rz111-cern-gesc…), Beschleuniger-Kette (raumzeit-podcast.de/2023/07/19/rz112-cern-die-…), ALICE (raumzeit-podcast.de/2023/08/02/rz113-cern-der-…), CMS (raumzeit-podcast.de/2023/08/16/rz114-cern-cms), ATLAS (raumzeit-podcast.de/2023/09/24/rz115-cern-atlas), LHCb (raumzeit-podcast.de/2023/10/13/rz116-cern-lhcb)

• Spektrum: Geothermometer (spektrum.de/lexikon/geowissenschaften/geotherm…)

Episodenbild: Gary A. Glatzmaier / UCSC; CERN

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Karl Urban Hallo bei Astrogeo, dem Podcast der Weltraumreporter. Ich bin Karl Urban.

Franziska Konitzer Und ich bin Franzi Konitzer.

Karl Urban Und wir sind zwei Wissenschaftsjournalisten, die sich hier abwechselnd eine Geschichte aus der Astrophysik und aus der Geologie erzählen. Und heute ist es endlich mal wieder Zeit, dass wir uns mit eurem Feedback zu unseren Geschichten beschäftigen. Zur Erinnerung, neuerdings haben wir euer Feedback zu jeweils zwei unserer Geschichten in eine Sonderfolge ausgelagert.

Karl Urban Und das hier ist eben eine solche, nämlich das Astro-Geo-Plenkel und gleichzeitig Folge Nummer 84 dieses Podcasts.

Franziska Konitzer Korrekt. Und wenn ihr euch gar nicht für Feedback oder Geplänkel interessiert oder ihr die vorangegangenen zwei Folgen noch nicht gehört habt, dann könnt ihr wahlweise zwei Folgen zurückspringen und erstmal die Geschichten anhören oder ihr überspringt einfach dieses Astro-Geo-Plenkel und wartet auf die nächste Geschichte von Karl und mir.

Franziska Konitzer Die kommt voraussichtlich schon in zwei Wochen raus.

Karl Urban Genau, es hat sich auch niemand beschwert über diesen wunderschönen Namen, ne? Astrogeoblänke. Aber es hat auch keine anderen Vorschläge, ne? Doch.

Franziska Konitzer Doch, doch, doch, doch. Es gab ein bisschen Feedback tatsächlich. Es gab eine Mail von Vella, der oder die vorgeschlagen hat als Alternativtitel entweder Astrogeo Deep Dive, weil wir dann nochmal in die Fragen richtig abtauchen und in den Weltraum und in die Sedimente. Oder, was ich eigentlich auch ganz schön fand, Astrogeo-Anglitz.

Franziska Konitzer Weil wir die Themen aufgrund der Fragen nochmals wissenschaftlich anglitzert oder anglitzern. Genau, aber wir haben uns dann, also danke für die Vorschläge, wir finden die sehr schön. Ich konnte Karl dann letztendlich trotzdem für das Astrogeo-Plenkel breitschlagen, weil ich dämliche Wortwitze großartig finde. Ja.

Karl Urban Also ich finde es wirklich ziemlich dämlich, aber das ist ja auch so ein bisschen Teil von unserem Konzept, dass wir uns hier manchmal ins Wort fallen, um blöde Wortwitze zu machen, um die ganze Ernstigkeit unserer Themen aufzulockern. Und wir hoffen natürlich nicht zu schlimm, aber ab und zu muss das einfach sein. Eben.

Karl Urban Ja, bevor wir jetzt gleich zum Deep Dive und Anglitzern kommen, vielleicht ein Kommentar. Einer unserer Hörer, den wir kennengelernt haben in Bremen bei unserer Live-Veranstaltung letztes Jahr, also im November 2023. Hat uns darauf hingewiesen, dass er uns ja gerne finanziell unterstützt, aber das bisher direkt an die Weltraumreporter gegeben hat.

Karl Urban Zur Erinnerung, das ist das Magazin, das in dem Online-Portal der Riffreporter läuft und wo auch noch neben Franzi und mir noch ein paar andere KollegInnen mit dabei sind und dort eifrig schreiben zu Astro- und Raumfahrtthemen. Und bisher war es so, dass man dort ein Abo nur dieses Magazins machen konnte.

Karl Urban Es gab jetzt ein paar interne Umstellungen aus verschiedensten internen Gründen. Auf jeden Fall ist es jetzt nicht mehr möglich, so einzelne Gruppen innerhalb der Riffreporter zu unterstützen, sondern einfach nur noch ein Abo des Gesamtportals, des Gesamtprojekts, was sich auch wirklich lohnt, würde ich sagen, aber es sind natürlich ein paar Euro mehr und ich verstehe, wenn das nicht jeder von euch mag, sozusagen das große Ding zu unterstützen, Wenn man eigentlich nur Karl und Franzi unterstützen will oder die Weltraumreporter.

Karl Urban Nichtsdestotrotz sind diese kleinen Abos der kleinen Gruppen, der kleinen Magazine jetzt nicht mehr möglich und wurden auch gekündigt. Da solltet ihr, falls ihr zu denen gehört, auch Mails bekommen haben. Und ja, falls euch das nicht aufgefallen ist, ein freundlicher Hinweis. Ihr könnt, wenn ihr nicht die Riffreporter als Abo euch leisten könnt oder wollt, auch gerne uns direkt unterstützen.

Franziska Konitzer Genau. Also den Podcast direkt. Astrogeo direkt unterstützen. Und dafür sind die Infos auf unserer Webseite. Entweder direkt über Überweisungen geht das oder über Steady.

Karl Urban Ja, genau.

Franziska Konitzer Das war das Housekeeping.

Karl Urban Das war das Housekeeping. Dann machen wir jetzt weiter mit dem Anglitzern. Ich finde.

Franziska Konitzer Das passt auch zu Sternen.

Karl Urban Nicht zu schwarzen Löchern, aber zu Sternen passt es immerhin. Ja.

Franziska Konitzer Aber ich rede jetzt ein bisschen über schwarze Löcher. Es gab ein Feedback zur Astrogeo-Folge 82. Da habe ich was über Quasi-Sterne erzählt. Quasi-Sterne sind hypothetische Gebilde, die es im frühen Universum gegeben haben könnte und die als so eine Art Saatkörner gedient haben könnten, damit sich daraus später die Supermassen der reichen schwarzen Löcher entwickeln, die sich heutzutage im heutigen Universum im Inneren von Galaxien befinden.

Franziska Konitzer Und da war eine Frage von Bengun2000 über Spotify. Diese Person schrieb, moin, wieso verteilt sich das akkretierte Material bei einem Quasi-Stern kugelförmig um den Stern und nicht auch als Scheibe wie bei normalen schwarzen Löchern? Meine zusammengeschusterte Antwort darauf ist, es ist halt einfach kein normales schwarzes Loch, sondern man kann sich das tatsächlich eher wie ein Stern vorstellen.

Franziska Konitzer So ein Gebilde würde existieren, wenn ich einen riesigen Protostern habe, also eine riesige Wolke, Gas, was kollabiert und zwar direkt in ein schwarzes Loch. Und dann sind aber diese äußeren Schichten von diesem diesem Protostern so massereich, so dicht, so viel Material, dass es eben nicht dann entweder auch gleich ins schwarze Loch mit reinstürzt oder dann eben von der Energie nach außen gedrückt wird und weggeblasen wird, sodass dann nur noch quasi das nackerte schwarze Loch übrig bleibt, sondern diese äußeren Schichten bleiben bestehen.

Franziska Konitzer Also es bildet dieses kugelförmig um dieses schwarze Loch rum und dann bildet sich tatsächlich so eine Art Gleichgewicht, wo Material reinfällt in das schwarze Loch und gleichzeitig ja dadurch auch Energie erzeugt wird und dann ein Druck nach außen kommt. Ich habe den Druck nach innen und den Druck nach außen und dadurch ist dieses ganze Gebilde mit diesem schwarzen Loch in der Mitte und diesen äußeren Hüllen, das ganze Gebilde ist der Quasi-Stern und der ist auch tatsächlich eine Zeit lang in einem Art Gleichgewicht und das ist ganz ähnlich wie bei einem Stern, der ja auch in diesem hydrostatischen Gleichgewicht ist und deshalb ist das alles kugelförmig.

Franziska Konitzer Es ist eben kein normales schwarzes Loch, was ja seine Materie nur über diese Aggressionsscheibe eben aufnehmen kann. Deshalb funktioniert es tatsächlich eher wie ein Stern, nicht wie ein schwarzes Loch. Daher die Bezeichnung Quasi-Stern. Aber auch nochmal, ob es das wirklich so gegeben hat im frühen Universum, weiß man nicht.

Karl Urban Aber ich finde die Formulierung wie bei einem normalen schwarzen Loch. Also wie sich das gehört. Ja.

Franziska Konitzer Ein schwarzes Loch war es auch nicht. Nicht über der Eddington-Grenze irgendwie materiell. Nein, nein, nein, ein normales schwarzes Loch, so langweilig wie das in unserer Milchstraße im Zentrum. Dann gab es noch eine Frage zum schwarzen Löcher. Also schwarze Löcher sind echt, das ist so der… Die gehen.

Karl Urban Da geht was.

Franziska Konitzer Schwarze Löcher gehen immer. Ein Feedback von Stefan via Astrogeo, die tatsächlich zu unserer Geplänkel-Folge, wo ich auch was über schwarze Löcher erzählt habe.

Karl Urban Du, ich glaube, wir machen mal Geplänkel-Folgen zu Geplänkel-Folgen, oder? Ja. Das müssen wir dann irgendwie anders nennen.

Franziska Konitzer Bildet sich fraktal auf. Ich lese die ganze Frage nicht vor, aber Stefan war auf jeden Fall, hat er auch geschrieben, dass seiner Erinnerung nach keine Information einem schwarzen Loch entweichen kann und er versteht auch nicht, wie das mit einem rein hypothetischen Graviton funktionieren soll, dass eben trotzdem Schwerkraft dem schwarzen Loch entweicht.

Karl Urban Also die grundlegende Frage, warum nichts im schwarzen Loch entweichen kann, aber trotzdem Graviton, also die Schwerkraft trotzdem Informationen zu uns sendet. Ja.

Franziska Konitzer In dem Sinne ja. Und das ist ein bisschen durcheinandergebracht. Also Stefan hat auch in der Frage die Hawking-Strahlung aufgebracht und das ist ja so, die populärwissenschaftliche einfache Erklärung ist, es entsteht ein virtuelles Teilchenpaar und ein von den virtuellen Teilchen fällt ins schwarze Loch und das andere entkommt.

Franziska Konitzer Das war eine sehr vereinfachte Erklärung, die auch so nicht so ganz richtig ist. Also das ist ein sehr vereinfachtes Bild. Und auch die Geschichte mit den Gravitonen ist so, kein Mensch weiß, ob sie diese Gravitonen wirklich kennen. Wenn du innerhalb der Teilchenphysik ein schwarzes Loch erklären möchtest, dann hast du ja die vier Grundkräfte, die alle ihre Wechselwirkungsteilchen haben.

Franziska Konitzer Bei der elektromagnetischen Kraft sind es die Photonen und bei der Gravitationskraft hat man dieses hypothetische Teilchen eben Graviton genannt. Aber ob das überhaupt geht oder ob es das überhaupt gibt, das weiß man nicht. Und in der allgemeinen Relativitätstheorie, das ist eine andere Theorie, gibt es eben keine Gravitonen, weil die Schwerkraft, die Gravitation ist in dem Sinne keine Kraft, sondern eine Krümmung der Raumzeit.

Franziska Konitzer Lange Rede, kurzer Sinn, man kann versuchen, ein schwarzes Loch mit der allgemeinen Relativitätstheorie zu erklären, man kann es versuchen, mit der Teilchenphysik zu erklären. Was man eigentlich dafür bräuchte, wäre eine Quantengravitation, wo man diese beiden Theorien miteinander zusammenbringt, aber so eine Theorie gibt es noch nicht.

Franziska Konitzer Und deshalb kommt das immer darauf an, in welchem theoretischen Gebilde man schwarze Löcher betrachtet. Und dann habe ich entweder Hawking-Strahlung oder eben nicht und Gravitonen oder eben nicht oder eine Krümmung der Raumzeit oder eben nicht. Man weiß es einfach noch.

Karl Urban Darf ich eine verwirrte Frage stellen? Das Higgs-Teilchen ist kein Wechselwirkungsteilchen, ne?

Franziska Konitzer Ähm, doch.

Karl Urban Doch auch. Das ist das Higgs-Boson. In welcher Beziehung steht das Higgs zu diesem hypothetischen Graviton?

Franziska Konitzer Das Higgs ist nicht das Graviton. Das Higgs sorgt, das ist auch die vereinfachte Erklärung, das Higgs sorgt dafür, dass alle anderen, weil alle Teilchen mit dem Higgs-Feld wechselwirken. Und dadurch sorgt das Higgs-Feld, das ein Teilchen des Higgs-Bosons ist, dafür, dass alle anderen Teilchen überhaupt eine Masse haben.

Franziska Konitzer Da ist quasi noch eins drunter, denke ich.

Karl Urban Genau, also da geht es erstmal um die Eigenschaft, eine Masse zu haben.

Franziska Konitzer Ja, aber wie immer möchte ich darauf hinweisen, ich habe noch nicht mal an der Uni eine Vorlesung über Teilchenphysik gehört und bin dann immer traurig überfragt.

Karl Urban Also ich bin mir sicher, dass wir zu diesem Thema wieder Fragen bekommen werden. Da müssen wir einfach durch, Franzi.

Franziska Konitzer Da müssen wir durch. Ja, ich muss, ich muss, ich muss.

Karl Urban Du musst durch, also ich muss auch durch, weil ich muss die Fragen ja stellen, gell? Du musst sie beantworten, das ist doch 50-50, oder? Ja.

Franziska Konitzer Aber im Gegensatz zum Graviton ist man sich ziemlich sicher, dass es das Higgs-Boson gibt, weil das in Masse wurde ja nun auch vermessen. Aber auch das ist in dem Sinne ein Wechselwirkungsteilchen, weil es ist halt mit diesem Higgs-Feld verbunden. Wie gesagt, in der Teilchenphysik im Standardmodell gibt es ja, ne, Welle-Teilchen-Dualismus ist sowieso whatever, aber da beschreibt man die Dinge so, dass ich habe diese Felder und die Felder äußern sich oder äußern sich dann in Teilchen, das sind dann lokale Anregungen dieses Feldes.

Franziska Konitzer Ja, hurra.

Karl Urban Ich würde ganz kurz eine Hörempfehlung zum Thema Teilchenphysik hier reinschmeißen. Die meisten von euch, die uns hören, die hören wahrscheinlich sowieso den Raumzeit-Podcast von Tim Prittler, den es ja schon ein paar Jährchen länger auch gibt. Und ich unterstütze ihn redaktionell seit ein paar Jahren auch, also organisiere Themen.

Karl Urban Und Tim war letztes Jahr in Genf am CERN und hat da, ich glaube, sechs Gespräche geführt. Also sechs grob einstündige Gespräche zu den verschiedenen Detektoren, auch zur Gesamtanlage, zum LHC und da geht es auch ganz viel um Six-Teilchen. Ich will aus den Gesprächen gar nicht so viel wiedergeben, weil das ist für mich auch relativ schwer zu begreifen und ich fand auch, es ist herausfordernd im Podcast, aber da waren einige Leute dabei, die sehr gut erzählen konnten.

Karl Urban Also das ist super Deep Dive zum Thema Teilchenphysik und auch gerade LHC, was der so macht. Sehr zu empfehlen. Ich habe jetzt mehrere Monate gebraucht, bis ich mal dazu kam, das mal alles durchzuhören zwischen den Feiertagen und es sind wirklich sehr gute Gespräche dabei. Sehr hörbar.

Franziska Konitzer Könnten wir ja dann in den Shownotes auch verlinken.

Karl Urban Auf jeden Fall, genau.

Franziska Konitzer Genau, dann kann ich es mir auch anhören und weiß dann hoffentlich auch hinterher mehr über die Teilchenphysik. Dann hatte ich noch eine Frage, aber ich glaube das war auch die letzte. Das war nämlich zu Folge 81, da ging es um Boat oder Brightest of All Time. Da habe ich eine Geschichte erzählt vom bislang hellsten jemals gemessenen Gammablitz. Die Weihnachtsfolge.

Franziska Konitzer Die Weihnachtsfolge, da hat Jotel via Spotify angemerkt, wie eine astrophysikalische Weihnachtsgeschichte ohne Weihnacht gehen soll, klingt wie Whisky-Soda ohne Whisky, wo meine unqualifizierte Antwort darauf werde, Whisky mit irgendwas drinnen ist bäh, aber das ist natürlich Geschmackssache, wenn man da Soda und Eis reinmachen will. Ich kann dazu gar nichts sagen.

Karl Urban Nein.

Franziska Konitzer Die eigentlich fachliche Frage kam von Ulrich, der angemerkt hat oder den Eindruck hatte, dass ich etwas durcheinander gebracht hatte, weil ich in der Folge davon spreche, dass Lichtteilchen mit sehr hohen Energien, also Photonen, die eben in diesen Gamma-Blitzen erzeugt werden und dann eben durchs Weltraum reisen, dass die nicht weit durch das Universum reisen können, da die Lichtteilchen vorher mit dem Hintergrundleuchten reagieren sollen.

Franziska Konitzer Und er schreibt dann weiter, dass das tatsächlich für Protonen oder andere geladene Teilchen zutrifft, dass eben geladene Teilchen sich nicht sonderlich weit durch den Weltraum ausbreiten können und dass das ja aber nicht für Photonen gelten würde, weil die ja elektrisch neutral sind. Und da kann ich sagen, vielleicht habe ich mich etwas missverständlich ausgedrückt, Ulrich, aber falsch schlage ich nicht, Gott sei Dank.

Franziska Konitzer Weil was ich eigentlich meinte, ist, dass auch diese hochenergetischen Photonen in diesen Gammablitzen werden vom extragalaktischen Hintergrundleuchten absorbiert. Und was ist dieses extragalaktische Hintergrundleuchten? Das ist tatsächlich wie so eine Art... Ja, Hintergrundleuchten in Ultraviolett, im optischen, das ist letztendlich das übrig gebliebene Licht aller Sterne und von Sternentstehung und, ne, also so ein diffuses Licht.

Franziska Konitzer Das ist was anderes als die kosmische Mikrowellenhintergrundstrahlung, beziehungsweise die ist halt in einem anderen Wellenlängenbereich. Und es ist dann so, dass je hochenergetischer ein Photon an sich ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es mit diesem extragalaktischen Hintergrundlichtwechsel wirkt.

Franziska Konitzer Und dann trifft Photon auf Photon und es entsteht ein Elektron-Positron-Paar und dann ist das Licht also weg. So, deshalb, die Gesamterklärung ist auch zu lange, aber das Too Long Didn't Read ist, es ist gerade, je höher, je mehr Energie ein Lichtteilchen hat, ein Photon, das sich durch den Weltraum ausbreiten möchte, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es eben mit diesem extragalaktischen Hintergrundleuchten interagiert und damit weg ist. So.

Franziska Konitzer Keine Frage zu schwarzen Löchern, aber eben zu Gammablitzen. Und ich hoffe, ich habe das damit beantwortet. Ja. Alle Fragen abgehandelt.

Karl Urban Sehr schön, Franzi. Dann bin ich jetzt dran, ne?

Franziska Konitzer Ja, du bist dran.

Karl Urban Genau. Also ich habe nur Feedback zur letzten Folge, die ich gemacht habe. Ausgabe 82, wo ich über das Dolomit-Rätsel schwadroniert, wollte ich schon sagen, vom Dolomit-Rätsel erzählt habe und wie es möglicherweise… Stopp.

Franziska Konitzer Bist du sicher, dass es 82 ist? Muss es nicht 83 sein?

Karl Urban Ja, das stimmt. Das ist falsch hier. Ja, okay. Das lassen wir so drin, weil das ist ja direkt ein höherer Feedback hier von der Franzi. Sehr gut. Aha. Also, Folge 83. Dolomit-Rätsel. Das Dolomit-Rätsel, kurz zusammengefasst, was besagt, dass ein Karbonatgestein, das zweithäufigste Karbonatgestein nach dem Kalkstein, Also durchaus ein wichtiges Gestein auf der Erde.

Karl Urban Bis vor sehr kurzer Zeit hatten die Geologen keine Ahnung, wie das entstanden ist. Und zwar konnten sie nur sagen, dass es bei relativ oberflächennahen Temperaturen entstanden sein muss. Also die Aussage war sowas wie unterhalb von 60 Grad Celsius. Und tatsächlich gab es im Labor keine Möglichkeit, das irgendwie nachzubauen.

Karl Urban Also es ist im Labor einfach bei diesen Temperaturen nicht entstanden. Und da habe ich zwei Fragen zu diesem Temperatur-Ding bekommen. Zum einen schreibt die Tanja. Woher weiß man, dass Dolomit bei 60 Grad entsteht und nicht bei anderen Temperaturen? Habe ich eventuell überhört? Tanja, hast du nicht überhört? Ich habe mich drum herum gedrückt.

Karl Urban Ich habe immer behauptet, dass es so ist, weil das steht auch in diesen ganzen Papers. Ich habe mich vornehm zurückgehalten.

Franziska Konitzer Da noch nachzubohren.

Karl Urban Vielleicht nur, weil du jetzt ja auch mehrere Spotify-Kommentare zitiert hast. Ihr dürft uns sehr gerne auf Spotify kommentieren. Seid euch bloß gewahr, dass wir keine Möglichkeit haben, da direkt drauf zu antworten in Textform. Also auf Spotify könnt ihr als Hörer schreiben und wir können nicht direkt antworten.

Karl Urban Das heißt, wenn ihr irgendwie eine schnelle Antwort wollt, ist es vielleicht besser, auf unserer Webseite den Kommentar abzusetzen, astrogeo.de. Ansonsten, wir sehen die Spotify-Kommentare und wir behandeln alles schön im Geplänkel, was irgendwie Sinn ergibt. Insofern müsste dann im Zweifel nur ein bisschen geduldiger sein.

Karl Urban So wie die Tanja, die jetzt von mir eine Antwort bekommt. Also wie war das mit den 60 Grad? Ich habe nochmal nachgelesen. Und ja, meine billige Antwort dazu war ja, wie gesagt, das stand da im Paper. Ich habe es den Forschern geglaubt, dass es mal so ist. Zumal es auch in älteren Papern schon drinsteht und bei neueren genauso.

Karl Urban Und deswegen, ich habe da irgendwo das Wort Geothermometer ja auch erwähnt und auch in diesen Papern gelesen und habe gedacht, naja, das ist ein Thema für sich und das ist das Thema, was ich jetzt mal aufmachen muss. Was ist ein Geothermometer? Also woher weiß ein Geologe, bei welcher Temperatur ein Gestein entstanden ist und dazu braucht er halt dieses Konzept eines Geothermometers.

Karl Urban Es gibt nicht das Geothermometer, sondern es ist eine Zusammenstellung verschiedener Verfahren für verschiedene Gesteine, für verschiedene Entstehungsbedingungen. Ganz prinzipiell ist es ja so, ein Gestein entsteht in irgendeiner Art und Weise und... Dieser Entstehungsprozess findet bei einer bestimmten Temperatur statt.

Karl Urban Also es gibt vielleicht sogar noch den Sonderfall, dass ein Gestein erst bei einer bestimmten Temperatur entsteht und später nochmal überprägt wird, also nochmal eine andere Temperatur erfährt, wo es dann sich chemisch nochmal verändert. Das lassen wir jetzt mal raus, weil das macht die Sache dann noch komplizierter.

Karl Urban Das ist gemein. Passiert natürlich. Aber nehmen wir mal so ein einfaches Beispiel an. Wir haben eine magmatische Schmelze, also ein flüssiges Magma irgendwo im Erdinnern. Das hat eine bestimmte Temperatur, weil es ist ja flüssig, befindet sich in einer bestimmten Tiefe. Das heißt, es hat auch einen bestimmten Druck.

Karl Urban Einfach durch das Gestein, was oben drauf liegt. Und wenn diese Schmelze jetzt so mit der Zeit kälter wird, dann können unter einem bestimmten Druck und einer bestimmten Temperatur bestimmte Minerale ausfallen. Das heißt, aus dieser Schmelze fällt was Festes aus. Wie so ein Salzkristall im Ozean. Wenn da zu viel Salz drin ist, im Toten Meer oder so.

Karl Urban Im Fall von dieser magmatischen Schmelze ist es dann zum Beispiel Quarz. Das häufigste Mineral in der Erdkruste entsteht sehr gerne in so einer Schmelze. Da gibt es dann verschiedene Varietäten von Quarz. Es gibt zum Beispiel Alpha- und Beta-Quarz. Das sind nur zwei Beispiele, es gibt sehr viele Arten von Quarz.

Karl Urban Aber diese Umwandlung von Alpha- zu Beta-Quarz, die passiert bei einer bestimmten Temperatur, nämlich sind das 573 Grad Celsius.

Franziska Konitzer Aber muss ich dafür quasi Quarz im Labor nachbauen? Ja. Und irgendwie 573 Grad Celsius?

Karl Urban Genau, also dass man das weiß, das hat man natürlich im Labor rausgefunden, nicht direkt im Vulkan. Aber das ist jetzt nur ein Beispiel. Also wenn ich so ein festes Gestein finde und da ist Alpha- und Beta-Quarz drin, man findet beides, dann ist das vielleicht ein Zeichen dafür, dass es gerade in diesem Übergangsbereich stattgefunden hat.

Karl Urban Und dann kann man relativ sicher sein, dass diese Temperatur dort gegeben war. Den Druck muss man natürlich auch noch berücksichtigen. So, das war ein Beispiel. Es gibt viel kompliziertere Gemische von flüssigen Phasen, also von flüssigen Gesteinen. Es gibt auch tiefes Grundwasser, was natürlich eine Temperatur haben kann und darin gelöste Stoffe, gelöste Metalle.

Karl Urban Und die Geologinnen und Geologen haben viele Jahrzehnte zugebracht, im Labor alle möglichen Stoffe zusammenzukippen, zu kochen, unter Druck zu bringen und diese empirischen Daten können sie jetzt verwenden, um zu sagen, bei welcher Temperatur zum Beispiel dieser Granit entstanden ist, den ich hier im Schwarzwald finde. Toll.

Franziska Konitzer Ja, aber zum Dolomit, da hast du ja recht, weil ich sage, okay, bei 60 Grad, aber das Problem war ja gerade, dass man das Dolomit eben nicht im Labor nachbauen konnte.

Karl Urban Genau. Also wir haben keinen Granit, sondern Dolomit. Und das ist ja, wie ich erzählt habe, ein Sedimentgestein, das in einem Meeresbecken aus Ozeanwasser ausgefallen ist. Also das Beispiel totes Meer trifft es da eher. Da hat irgendwie die Sonne draufgebrezelt, das Wasser wurde warm und Wasser ist verdunstet und dann ist die Konzentration immer weiter gestiegen.

Karl Urban Und bei welcher Temperatur ist jetzt diese Dolomit entstanden, da verwendet man ein anderes Geothermometer, also kein Quarz, weil Quarz spielt ja keine Rolle, nämlich ein Isotopengeothermometer. Und genauer verwendet man einen Wert namens Delta 18 O und das ist ein Kürzel für das Verhältnis von zwei stabilen Sauerstoffisotopen.

Karl Urban Also ich erkläre es nochmal gleich im Detail, aber es geht um zwei Isotope des Sauerstoffs, nämlich 18O und 16O. Und vielleicht für den Anfang ganz wichtig, wenn man jetzt Isotop hört, dann klingt das nach radioaktivem Zerfall, den es hier nicht gibt, weil es sind zwei stabile Isotope des Sauerstoffs.

Karl Urban Also die zerfallen beide nicht, die sind beide stabil. 16O ist das weit verbreitete Sauerstoffisotop, also der Sauerstoff sozusagen. Der macht nämlich 99,8% allen Sauerstoffs auf der Erde aus. Und 18O ist ein anderes stabiles Sauerstoffisotop, das macht aber nur 0,2% aus. Wenn jetzt aber Wasser in einem Meeresbecken verdunstet, dann verdunstet das 16O ein bisschen häufiger als das 18O.

Franziska Konitzer Weil es leichter ist.

Karl Urban Weil es ein bisschen leichter ist, genau. Diese Zahl sagt ja letztlich, das ist die Kernmasse, korrekt?

Franziska Konitzer Das ist die Kernzahl.

Karl Urban Die Kernzahl, ne?

Franziska Konitzer Das gibt dir die gesamte Anzahl an Nukleonen an.

Karl Urban Genau, also die Summe aus Protonen und Neutronen im Kern. Genau, das heißt 16O hat zwei Neutronen weniger als das 18O. Und deswegen ist es ein bisschen leichter. Das heißt, wenn jetzt so ein Meer kein Frischwasserzustrom hat, wird es mit der Zeit an leichterem 16 Uhr angereichert. Und abgereichert. Also das 16 Uhr verdunstet tendenziell ein bisschen häufiger und das 18 Uhr bleibt tendenziell eher am Wasser zurück.

Karl Urban Das ist natürlich nur eine ungefähre Aussage, ist einfach eine Wahrscheinlichkeit. Aber deswegen kann es halt bei einem bestimmten Verhältnis von von 16 und 18 O, oder kann man an diesem Verhältnis von 16 und 18 O ablesen, bei welcher Temperatur ein Karbonatgestein, was sich dann am Grund absetzt, vom Meer entstanden ist. Ja.

Karl Urban Ha. Ja, also das ist so die in erster Näherung, mein Versuch, dieses Geothermometer hier zu erklären. In Wahrheit ist es tatsächlich noch mal deutlich komplizierter. Und wer es genauer erklären kann, möge mir bitte eine E-Mail schreiben und wir machen für die nächste Feedback-Folge ein Interview, weil mir solche Geothermeter als ziemlich tiefer Kaninchenbau erscheinen, in dem ich gerne mal noch ein bisschen tiefer reinkriechen würde. Also ich habe das alles angelesen.

Karl Urban Hier bei dem Dolomit ist tatsächlich auch die Frage, ob es hinterher noch Prozesse gab, die die chemische Zusammensetzung verändert haben, also dass da ein bisschen wärmeres Wasser noch durchgeflossen ist, da muss man noch verschiedene Dinge ausschließen, aber da gibt es auch ganz andere Geothermometer noch.

Karl Urban Wenn man sich irgendwelche Sedimente anguckt, wo Kohle mit drin ist, da reichen dann kleine Anteile, also irgendwelche Pflanzenreste, die unter hohem Druck sich zu Kohle umgewandelt haben, dann gibt es so in Kohlungsreihen, wo man dann quasi sagen kann, wie stark ist diese Kohle verändert und das kann man dann auch wieder auf eine Temperatur zurückführen.

Karl Urban Also es gibt ganz abgefahrene Sachen und auch andere Isotope, die man sich angucken kann, je halt, was für ein Gestein man hat. Ich.

Franziska Konitzer Hätte nie gedacht, dass Massenspektrometer so nützlich sind. Ja gut, Massenspektrometer sind schon verdammt nützlich.

Karl Urban Sind schon verdammt nützlich, ja, auf jeden Fall.

Franziska Konitzer Den unqualifizierten Kommentar oder den Gedanken, den ich jetzt als Trapperl hatte, wo ich denke, okay, wenn ich jetzt mein ganzes Leben lang anfange, nur noch schweres Wasser zu trinken, wann würde ich den Unterschied auf einer Waage bemerken? Bitte schreibt uns diese Frage nicht, ansonsten müssen wir die beantworten.

Franziska Konitzer Der menschliche Körper besteht zu was? 70% aus Wasser?

Karl Urban Diese Fraktionierungsprozesse, also so heißt das, dass verschiedene stabile Isotope verschiedene Dinge tun, die sind relativ mächtig. Da macht man in Geowissenschaften ganz viel mit. Mit ganz verschiedenen Elementen. Insofern, dein Körper macht sich ja auch da eine Selektion, Franzi.

Franziska Konitzer Ich weiß nicht.

Karl Urban Ob zu deinem Gunsten, das kann ich nicht sagen.

Franziska Konitzer Oder würde ich echt einfach nur schwer sein? Ich glaube, da hat man eine Studie, die haben irgendwie auch gesagt, dass man tatsächlich, dass schweres Wasser tatsächlich anders schmeckt als normales Wasser. Aber Selbstversuche kann ich nicht empfehlen, weil schweres Wasser ist sauteuer. Ja.

Karl Urban Das ist wahrscheinlich pelzig im Abgang oder so.

Franziska Konitzer Auf jeden Fall Dolomitgestein.

Karl Urban Dolomitgestein.

Franziska Konitzer 60 Grad Geothermometer.

Karl Urban Ja, Geothermometer haben wir quasi, habe ich jetzt, ich hoffe, hinreichend angerissen zumindest. Eine andere Frage, die während unseres Gesprächs aufkam. Franzi, du wolltest wissen, ist der Dolomit eigentlich härter als Calcite oder als gewöhnlicher Kalkstein? sein. Und das kann ich jetzt tatsächlich, habe ich auch nochmal nachgelesen, kann ich auch ein bisschen anschaulicher noch erklären, als die Sache mit dem Geothermometer.

Karl Urban Und ich hatte ja in der Folge vermutet, es müsste eigentlich schon so sein, dass der Dolomit härter ist, weil in den Alpen ja auch ziemlich schroffe Berge ausbildet. Aber genau wusste ich es aus dem Kopf in der Folge nicht. Und diese Frage kann ich tatsächlich eigentlich ziemlich schnell beantworten, denn da gibt es einen eindeutigen Wert, der besagt, wie hart ein Mineral ist, wenn es so vermutlich Die Moosche-Herteskala, kennst du die?

Franziska Konitzer Das ist eher ertig, dass du denkst, dass ich das kenne, aber nein.

Karl Urban Also ich habe es auch erst im Studium gelernt. Ich hatte null Geologie in meiner Schulzeit.

Franziska Konitzer Nee, wir hatten nur Erdkunde und haben da immer nur irgendwelche Hauptstädte uns merken müssen. Alle Landeshauptstädte in Deutschland.

Karl Urban Ja, das war bei mir so ähnlich. Ich hatte einmal in der Oberstufe Vertretungsunterricht bei einem, ich glaube in Physik eigentlich, aber das war dann Erdkundelehrer, der da kam und der hat Steine mitgebracht und ich habe gedacht, oh Steine, cool.

Franziska Konitzer Aber die Moosche-Herteskala ist mir auf jeden Fall neu. Und die ist Skala für Härte von Steinen?

Karl Urban Von Mineralen. Je nachdem, wer härter ist, ritzt halt den anderen und bleibt selber unbeleckt und unbeschädigt letztlich.

Franziska Konitzer Von da ist dann quasi Diamant on top.

Karl Urban Richtig. Das war die, Verständnis- und Gedächtnisfrage an dich. Jetzt hast du sie schon beantwortet.

Franziska Konitzer Oh nein. Oh nein.

Karl Urban Gut, Franzi. Also Moos kennst du nicht, aber du weißt, dass der Diamant oben ist. Das ist doch richtig.

Franziska Konitzer Ganz, ganz oben. Härteste Kinski-Bumsi. Genau.

Karl Urban Also diese Moosische Härteskala geht von 1 bis 10. Das weichste ist Talg, also Talg mit K. Das ist ein Mineral, ich glaube, relativ Hochdruckmetamorph. Das heißt, es ist ziemlich tief in der Erde entstanden, ist aber trotzdem ziemlich seifiges, weißes Zeug, womit man überall Striche machen kann, wenn man will.

Karl Urban Und es gibt pro Pro von 1 bis 10 immer ein Mineral, was genannt wird, was für die Härte bei dieser Zahl spricht. Ich kann mal durchgehen. Also es fängt bei Talg an. Talg ist Moosische Härte 1. Und da kommt Gips, Calcid, Fluorid, Aparthid, Orthoglas, Quarz. Quarz ist 7. Das weiß ich noch aus dem Kopf. Den Rest wüsste ich nicht mehr aus dem Kopf.

Karl Urban Topaz, Korund und bei 3 sind wir dann, äh, bei 10 sind wir dann beim Diamant.

Franziska Konitzer Ah.

Karl Urban Genau. Und... Der Calcite ist, habe ich gesagt, Moscheehärte 3, also auch noch relativ weich. Dolomit hat eine Moscheehärte von 3,5 bis 4. Also da gibt es ein bisschen Variabilität, ist tatsächlich eine Spur härter. Was ich auch witzig fand, war der Appetit, weil unsere Zähne bestehen ja aus einem Appetitmineral.

Karl Urban Also wir könnten eigentlich...

Franziska Konitzer Moment mal, das heißt doch eigentlich, dass ich in Dolomit-Kischern reinbeißen könnte.

Karl Urban Genau, du kannst in Dolomit reinbeißen. Also ich weiß nicht, ob unser Appetit, das ist dann wieder nochmal ein spezieller, ob es dem so gut täte. Du solltest aber nicht in Granit beißen, weil Granit besteht hauptsächlich aus Quarz und der hat schon sieben. Also da kommen wir nicht gegen.

Franziska Konitzer Und auch ein Diamant ist nicht zu empfehlen.

Karl Urban Richtig. Genau, also diese Frage haben wir geklärt. Die andere Frage, was ich vermutet habe, ob die Form der Dolomiten auch mit dieser Härte zusammenhängt, die ist tatsächlich nicht so leicht zu beantworten. Aber ich habe mich da versucht, zumindest in der Wikipedia sind da ein paar gute Zitate auch dazu.

Karl Urban Und... Was ich dort gefunden habe, ist, das ist leider wie so oft in der Geologie, wenn man sich dann so im Detail anguckt, wie irgendwas von der Natur gemacht wurde, viel, viel, viel komplizierter ist. Also, erstens, die Dolomiten bestehen ja gar nicht nur aus Dolomit, sondern aus Wechsellagen von Dolomit und Calcitgestein. Das ist mal das Erste.

Karl Urban Auch da, wo man den Berg, Hauptdolomit, keine Ahnung, das ist nicht nur Dolomit-Mineral, sondern das sind auch andere Minerale mit dabei. Zweitens, dann gibt es Bereiche, die aus alten Kalkriffen bestehen, also miteinander verbackene Skelett- und Schalenreste, die naturgemäß etwas härter sind, als so Kalk, der aus dem Wasser ausgefallen ist.

Karl Urban Obwohl das Kalkstein schon ein bisschen Richtung Dolomit-Härte Dann gibt es Bereiche, in denen nach der Bildung der Sedimentgesteine noch Magma in Form von länglichen Gängen eingedrungen ist. Der Geologe sagt, Kalk und Dolomit wurde von Magmagängen durchschlagen und hat dadurch verschiedene Dolomitblöcke getrennt voneinander, also so ein bisschen herauspräpariert und dadurch möglicherweise auch für Verwitterungen Sollbruchstellen geboten.

Karl Urban Dass diese Blöcke jetzt einfach stehen bleiben, weil links und rechts so Lava-Gestein war. Und dann zwischendrin ist auch noch vulkanisches Eruptivgestein, also quasi feinere und weichere Gesteine aus ehemaliger vulkanischer Asche, die sehr schnell verwittert, also die deutlich weicher ist als Kalk oder Dolomit.

Karl Urban Und weshalb man am Fuß besonders schroffer Gipfel der Dolomiten auch gelegentlich vulkanische Gesteine findet. Also am Fuß, da ist nicht mehr viel übrig. Zum Beispiel am Latema in den Dolomiten, der hat Einschnitte, die schnell mal 200 Meter tief sind, also Schluchten, aber nur wenige Meter breit. Und da ist oft so vulkanisches Eruptivgestein einfach schnell weg erodiert worden.

Karl Urban Das heißt, genau, und über das alles hinaus, in erster Näherung kann man wahrscheinlich schon sagen, dass der bei Berggipfeln mit hohem Dolomitanteil, die es gibt, auch in den Dolomiten, schon geholfen hat, dass das Mineral relativ hart ist. Was man übrigens auch an der gelben Färbung solcher Gipfel erkennen kann, weil Dodomit ist ein bisschen gelber als Kalkstein und da das Beispiel, was die Wikipedia da zitiert, sind die drei Zinnen oder der Rosengarten, das sind ja schon diese, somit die ikonischsten und unschroffsten von diesen Gipfeln, so richtige Bergkenner, also ich bin kein ganz großer Bergkenner, die würden vielleicht widersprechen, ich weiß es nicht, widerspricht gerne, also ich kenne die auf jeden Fall so optisch und ich Ich finde die schon so

Karl Urban ein bisschen gelblich und sehr schroff.

Franziska Konitzer Also ich bin an den 13. Freigelaufen. Ja, schon gelblich. Also gelber als alle anderen Berge, die ich in den Tagen davor gesehen hatte, auf jeden Fall, durch die ich auch durchgelaufen bin, also vorbeigelaufen, nicht hochgeklettert, aber ja.

Karl Urban Okay.

Franziska Konitzer Das ist ja schön, also dieser Nationalpark auch Dolomiten, da wo die drei Zinnen sind, da kann man ja auch durchtickern, ohne auf die drei Zinnen hochzuklettern.

Karl Urban Genau, das sind auch schöne Wanderungen.

Franziska Konitzer Das sind schöne Wanderungen, aber ich meine, das war die letzte Etappe bei einer Alpenüberquerung, wo man irgendwie von Berchtesgaden eben da bis zu den drei Zinnen läuft. Das war das, ich meine, ohne dass ich mich irgendwie mit Geologie oder Steinen auskennen würde, das fand ich sehr beeindruckend, wie man auf diese relativ kurze Strecke in der Luftlinie diese sehr unterschiedlichen Berge sieht und rübergeht, unterschiedliche Beschaffenheiten, unterschiedliche Farbe.

Franziska Konitzer Das war schon, das ist schon beeindruckend. Also, wenn man irgendwie sagt, Berg sind die Alpen, schaut alles gleich aus. Nein, das war toll.

Karl Urban Ja, und es ist auch tatsächlich so, dass halt zwischendrin mal so irgendwie bei den ganzen Gipfeln irgendwo da mitten in den Alpen halt auch wirklich mal so alte Vulkane dazwischen stehen. Ja, weil es halt diesen, ich glaube, das ist der tertiäre Vulkanismus, also der nicht sonderlich alt, ein paar Jahrmillionen alt in der Zeit, wo die Alpen dann halt sich gehoben haben und man dann so ein bisschen Subduktionsvulkanismus bekommen hat.

Karl Urban Genau, also da steckt immer die komplexe geologische Geschichte halt drin, also gerade in so einem Hochgebirge und ich glaube die Alpen sind da nochmal extrem, also andere Hochgebirge, Himalaya oder Anden, die sind auch nicht einfach aufgebaut, aber in den Alpen ist es alles ein bisschen verworrener.

Karl Urban Weshalb auch bestimmte geologische Gesetzmäßigkeiten von den lange erst mal europäisch geprägten Geologen nicht so ganz gut verstanden wurden. Also erklärt so ein bisschen den Timelake, den die Geologie auch hatte, weil die Alpen da einfach nicht so einfach zu verstehen waren.

Franziska Konitzer Ja, auf jeden Fall sehr schön. Man sollte da mal wieder hinfahren.

Karl Urban Auf jeden Fall. Das Schöne an den Alpen ist, oder an den Bergen ist, finde ich, man muss sie auch nicht verstehen, um sie schön zu finden.

Franziska Konitzer Eben.

Karl Urban Ja, gut. Also das war meine letzte Folge. Dann würde ich zum Abschluss noch zu einer Mail kommen, die uns die Amrei geschrieben hat. Und Amre schreibt, ich lese sie nicht vor, aber so sinngemäß, sie hat auch Geowissenschaften studiert und lebt jetzt einige Zeit in Melbourne und interessiert sich, sie schreibt das für das tollste Fach der Welt.

Karl Urban Also sie ist offenbar eine überzeugte Geowissenschaftlerin, aber ist nicht so richtig motiviert, irgendwie in so einem klassischen Geologenjob anzufangen. Und sie schreibt, mich interessiert weder, wie man möglichst Gewinn bringt, viele Rohstoffe aus der Erde kratzt, noch ein Job im Consulting. Ich möchte, wie ihr, mehr über die Geschichte der Erde lernen und sie mit anderen teilen.

Franziska Konitzer Das ist ein lohnenswertes Ziel.

Karl Urban Auf jeden Fall, was wir definitiv empfehlen können. Und sie fragt, wie wir denn eigentlich so in unsere Tätigkeit gekommen sind und in den Journalismus und ob wir da auch irgendwelche Chancen sehen als Science Reporter in Australien im Besonderen. Weiß nicht, ob ich dazu viel sagen kann, aber zumindest können wir so ein bisschen vielleicht noch kurz erzählen, wie wir dorthin gekommen sind, wo wir sind.

Franziska Konitzer Also Karl, wie bist du in den Wissenschaftsjournalismus abgedriftet?

Karl Urban Genau, also ganz prinzipiell, ich glaube, ich habe mich schon immer auch dafür interessiert, Dinge der Allgemeinheit zu vermitteln. Also ich habe als Schüler angefangen, Texte über Raumfahrt und Astronomie zu schreiben und auf so einer Webseite zu veröffentlichen und irgendwann ist dann auch irgendwie ein Blog noch draus geworden und ein bisschen gepodcastet habe ich in den 2000ern, wo das ja auch noch ziemlich neu war mit diesem Audio im Internet, auch schon darüber.

Karl Urban Rüber und dann habe ich Geologie studiert, unabhängig davon und aber bis zum Ende meines Physikstudiums, das war 2010, war ich mir relativ sicher, dass ich halt Geologe werde, ja, und irgendwie durch die Welt reise und irgendwie mir die Hände dreckig mache mit irgendwie Steinen und so.

Franziska Konitzer Also bis zum Ende deines Geologiestudiums.

Karl Urban Meines Geologiestudiums, genau. Also mir war während des Studiums überhaupt nicht klar, dass das realistisch ist, damit Geld zu verdienen. Also für mich war dieses Öffentlichkeitsarbeit versus Journalismus irgendwie tatsächlich ein Hobby immer. Mhm. Und dann hatte ich zwei Anknüpfungspunkte, die mir geholfen haben, diese Entscheidung dann doch zu treffen.

Karl Urban Und zwar habe ich am Ende von meinem Studium zwei Kurse an der Uni belegt. Also in Geowissenschaften hier in Tübingen, wo ich studiert habe, gab es halt die Möglichkeit, ich glaube ein Drittel aller Credits, also aller Vorlesungen und Seminare, die ich gehört habe, frei zu wählen. Also fakultätsunabhängig zu wählen.

Karl Urban Das fand ich super. Da gab es irgendwie Leute, die irgendwie BWL gemacht haben oder VWL oder Jura oder irgendwas. Und ich habe da halt auch vereinzelt solche Sachen mir dann angehört. Also es gab eine Kurseinführung in den Wissenschaftsjournalismus. Da haben wir so Filmchen gemacht. Da habe ich gelernt, dass Fernsehen nicht so meins ist. Das ist ja auch eine Erfahrung, eine negative.

Karl Urban Und ein anderes Seminar, da habe ich eine Redakteurin von Bild der Wissenschaft kennengelernt. Und die hat mir am Ende ein Empfehlungsschreiben geschickt mit ihrem Redaktionsbriefkopf. Und das hat mir dann geholfen, in so ein Mentoring-Programm reinzukommen. Das war dann irgendwie dreiviertel Jahr Seminar, also in so einer kleinen auslesenden Gruppe von Naturwissenschaftlern, die alle schreiben wollen oder Radio machen wollen, hatten wir verschiedene Seminare zusammen.

Karl Urban Wir hatten Praktika einzeln, aber wir haben uns da ausgetauscht und darüber habe ich ein ziemlich gutes Netzwerk aufgebaut zu Redaktionen und das war so mein Startpunkt in den Journalismus und ich bin ja seitdem und bis heute Freiberufler. Also ich habe mich in meinem Leben noch nie irgendwo beworben auf eine feste Stelle.

Franziska Konitzer Wann hast du zum letzten Mal eine Lohnsteuerkarte gesehen?

Karl Urban Damals, als ich Zeitungen ausgetragen habe als Pimpf. Gibt es sowas noch, Lohnsteuerkarten? Keine Ahnung. Genau, also zusammenfassend, also ich glaube, man kann nichts davon auf irgendwas übertragen. Es spielt auch ganz viel Glück eine Rolle, aber ich glaube, sich bewusst sein, was man gerne macht und das einfach machen, hilft auf jeden Fall.

Karl Urban Und es gibt ja Beispiele auch im Journalismus für Leute, die irgendwie auf YouTube irgendwie durchgestartet sind und halt dann irgendwann auf Funk übernommen werden, also im Öffentlich-Rechtlichen plötzlich landen oder einfach auf YouTube glücklich sind und da halt auch ihr Auskommen finden. Also man muss ja heute auch nicht zwingend irgendwie eine feste Stelle anstreben und von dem, gleich lasse ich dich Franzi, aber von dem, was ich so beobachte unter KollegInnen ist dieses Anstreben der festen Stellen, also wenn man jetzt sagt, ich will eigentlich nicht alleine in meinem stillen Kämmerlein arbeiten, das ist so ein größerer Stressfaktor.

Karl Urban Also das führt bei vielen dazu, dass sie entweder sehr hartnäckig sind und das dann irgendwann schaffen oder halt dann auch irgendwann sagen, naja Andi, ich mach jetzt doch lieber was anderes, weil dieses Eigenkämpfer sein ist irgendwie nix für mich. Also das muss man wahrscheinlich auch einfach ausprobieren.

Franziska Konitzer Ja, da ticken ja die Menschen auch vollkommen unterschiedlich. Für manche Menschen ist halt die Festanstellung super und anderen treibt es bei den bloßen Gedanken irgendwie. Ja, es ist halt einfach nichts, ne? Also kommt darauf das Gemüt einfach drauf an. Manche Menschen haben das Gemüt für ein freiberufliches Dasein und andere halt nicht. Das findet man aber auch dann irgendwann recht raus. Genau.

Karl Urban Aber da ist der Journalismus tatsächlich, also wenn man eher auf Festanstellungen aus ist, nicht so richtig dankbar, weil es gibt einfach, also verglichen mit der Zahl der Leute, die freiberuflich arbeiten, gibt es einfach sehr, sehr wenige feste Stellen tatsächlich. Also so wahrscheinlichkeitsmäßig ist das einfach nicht so wahrscheinlich, dass man da so schnell hinkommt.

Franziska Konitzer Naja, mein Argument dabei wäre ja, als jemand, der auch freiberuflich arbeitet, wenn man einen fachlichen Hintergrund hat, einen naturwissenschaftlichen Hintergrund, ist es mit dem Journalismus halt schon so, vor allem wenn man eine Festanstellung anstrebt, wenn man sowieso eine Festanstellung anstrebt, dann muss man schon arg für den Journalismus brennen, weil ansonsten kannst du mit der Ausbildung auch einfach dir in der Wirtschaft oder Industrie auf gut deutschen Hintern vergolden lassen, verglichen mit allem, was man im Journalismus verdient.

Franziska Konitzer Das muss man auch ehrlich so sagen. Also PR wird immer geiler zahlen als Journalismus und wie gesagt mit solchen fachlichen Qualifikationen, wirst du in jeder Festanstellung der Welt weniger arbeiten müssen und besser verdienen als im Journalismus. Also es ist dann schon eher, ja, es ist eine Entscheidung.

Karl Urban Aber keine Einbahnstraße, ne? Ja genau.

Franziska Konitzer Das ist nicht davon abzuhalten, das ist jetzt auch nicht so, wenn man irgendwie im Journalismus ist und dann merkt man, boah, das taugt überhaupt nicht und jetzt sitze ich hier fest, das ist nicht so. Man kann immer raus wechseln, man wird immer was anderes finden und so weiter und so fort, aber es muss halt klar sein.

Franziska Konitzer Das ist auch so, es gibt sicherlich, das hast du ja auch eben gesagt, es gibt immer die Menschen, die dann irgendwie den Raketenstart, wie ja damals über Blogs oder heute über YouTube oder Twitch, whatever hinlegen, aber aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen, dass dieses steht der Tropfen höhlt den Stein, vor allen Dingen im Freiberuflichen, das wird dann schon, aber es braucht ein bisschen.

Franziska Konitzer Also wenn man als freiberuflicher Journalist, Journalistin anfängt, da geht schon was, aber man wird nicht von Anfang an die vollen Auftragsbücher haben. Das kommt dann irgendwann von alleine, so meine Erfahrung, aber vor allen Dingen am Anfang, wie du selber sagst, du warst ja in so einem Mentoring-Programm und hast dir einfach das Netzwerk aufgebaut.

Franziska Konitzer Das hat sehr geholfen. Freiberuflichen Tätigkeiten so, dass man halt erstmal sich das Netzwerk aufbauen muss und halt auch feststellt dann recht schnell, was taugt mir. Habe ich trotzdem lieber eine Festanstellung oder taugt mir das ganz gut, dass ich mir die Zeit prinzipiell frei einteilen kann oder alleine arbeiten kann?

Franziska Konitzer Und das kommt echt einfach einfach austesten.

Karl Urban Aber ich finde ja, in diesem Social-Media-Zeitalter ist es auch einfacher geworden, rauszustechen. Also einfach Dinge zu machen, die natürlich jetzt irgendwie noch nicht so viele andere machen oder vielleicht noch nicht in der gleichen Tiefe jemand anders macht. Also dass man einfach, dass man was anfängt und was aufbaut, ohne jetzt auf jemanden anders angewiesen zu sein.

Karl Urban Und also das kann ja auch irgendwie ein TikTok-Kanal sein oder irgendwas. Und ich glaube, da gibt es schon, ich beobachte auch so meine wachsende Lebenserfahrung, so irgendwie jetzt nach über einem Jahrzehnt Berufserfahrung, dass so Leute auch schneller in den Hierarchien dann von irgendwelchen Sendern oder Tageszeitungen hochkommen, die so ganz draußen kommen.

Karl Urban Das ist schon irgendwie eine Neuentwicklung und auch was eigentlich eine positive Nachricht finde ich für junge Leute.

Franziska Konitzer Das ist eine positive Nachricht, ich meine umgekehrt und deshalb, ich meine, ich finde das auch gut. Ich meine, jeder, das ist die technischen Möglichkeiten sind dann auch einfacher geworden als vor, als vor 10, 20 Jahren. Andererseits, und da bin ich vielleicht sehr, sehr, sehr old school oder kommt der, kommt der, kommt der geheime Boomer in mir hoch.

Franziska Konitzer Es gibt schon ein argument für redaktionen und auch für eine redaktionelle bearbeitung und und und so weil das ist ja der witz am journalismus letztendlich wir sind halt keine oder oder wir sind wir sind keine influenza und auch nicht in dem sinne ein content creator die darüber, also sondern der witz für mich am journalismus ist halt dass ja das ist halt auch mindestens über das Vier-Augen-Prinzip läuft, dass halt Inhalte auch redaktionell überprüft werden, dass man sich da auch keinen Quatsch erzählt.

Franziska Konitzer Man will ja in dem Sinne nichts verkaufen oder irgendwie so. Und das ist für mich ein gutes Argument auch für Redaktionen, ob jetzt öffentlich-rechtlich oder privat oder wie auch immer. Wir haben ja jetzt bei diesem Podcast, bei Astro G, haben wir ja auch keine Redaktion dahinter sitzen, aber wir sind zu zweit.

Franziska Konitzer Und wenn ich dem Karl morgen erzählen würde, übrigens, ich erzähle dir die Geschichte, dass heute im Himmel Jahrmarkt ist, dann würdest du ja auch sagen, sag mal, ne?

Karl Urban Also es gibt ja auch noch andere erfolgreiche Astrophysikerinnen, mit denen ich hier podcasten kann.

Franziska Konitzer Nein, nein, nein, aber du weißt, ich hoffe, was ich meine, kommt rüber, dass es diese redaktionelle Überprüfung, dass man eben nicht Content Creator XY ist, Der halt aber sehr nett sein muss zu den Menschen, mit denen er sich unterhält oder halt auf Clickbait gehen muss oder irgendwie, dass es halt jedes Mal knallt.

Franziska Konitzer Das ist halt eigentlich nicht der Sinn und das Ziel, das im Journalismus oft sollte eigentlich nicht sein.

Karl Urban Die Währung im Journalismus ist natürlich die Aufmerksamkeit, die spielt schon auch eine Rolle, aber auch die Glaubwürdigkeit. Die Glaubwürdigkeit.

Franziska Konitzer Die Einordnung auch.

Karl Urban Genau, diese Glaubwürdigkeit, ich meine, die stellen wir auch dadurch her, dass wir halt sowas wie hier machen. Also Feedback folgen, wir stellen Fehler richtig, weil Fehler passieren und ich finde, da muss man auch offen mit umgehen. Und das gehört einfach dazu, dass man das richtig stellt. Ja.

Franziska Konitzer Die Einordnung. Also wir kriegen ja keinen Extra-Keks und das kann zumindest ich sagen, ich schieße mir lieber ins Knie, als wenn ich hier irgendwann anfange im Podcast irgendeine VPN-Werbung oder Matratzen oder irgendwas vorzulesen, um irgendwie zu finanzieren. Also, nee, nee.

Karl Urban Franzi, sag doch nochmal kurz, wie das bei dir war. Also wie bist du zu dem geworden, was du bist? Ich.

Franziska Konitzer Habe ja immer rumgeblödelt, dass ich sämtliche große Lebensentscheidungen aufgrund von irgendwelchen Pissing-Contests getroffen habe. Aber ja, das war die nicht jugendfreie Variante. Nein, die Kurzgeschichte ist die, dass ich Physik mit Astrophysik studiert habe und wollte von Tag 1 an der Uni eine akademische Laufbahn einschlagen.

Franziska Konitzer Habe dann angefangen zu promovieren und habe innerhalb von zweieinhalb Monaten festgestellt, dass das eine ganz schlechte Idee war, weil ich die Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfischs habe. Und dass sich mit einer Promotion, wo man fünf Jahre lang das gleiche Thema oder dasselbe Thema bearbeitet, jetzt nicht so doll ist.

Franziska Konitzer Planlos, geldlos, zukunftslos nach München gezogen. Die.

Karl Urban Beste Stadt dafür.

Franziska Konitzer Ja, beste. Nee, furchtbar. München hat gegenüber Berlin nur gewonnen, dass es nach München zu dem Zeitpunkt ein Bayern-Ticket gab und nach Berlin nicht. Also der Umzug wäre teurer gewesen. Dann habe ich die Arbeitslosenquoten in München und Berlin zu dem damaligen Zeitpunkt verglichen und habe gedacht, naja, die Chance, dass ich irgendwas in München finde, ist höher als in Berlin.

Franziska Konitzer Und dann hat die Frau, bei der ich in die WG gezogen bin, schon während des Vorstellungsgesprächs gesagt, du redest so viel über Musik, geh doch zu M94.5. Und M94.5 war und ist ein Aus- und Fortbildungskanal in München, wenn man Radio machen lernen möchte. Und dann habe ich mich da beworben in der Musikredaktion und habe ein schickes Praktikum gemacht und bin dann aber letztendlich da auch in die Wissenschaft gegangen und natürlicherweise da hingedriftet, weil ich mag zwar sehr gerne Musik, weiß aber trotzdem mehr über schwarze Löcher zu erzählen als über Bands.

Franziska Konitzer Und ja, und dann war ich da eben und hab mir dann auch gedacht, okay, freier Journalismus wäre ganz nett, was sind denn so, für wen, für welche Auftraggeber könnte ich denn arbeiten? Und bei denen hab ich mich dann für Praktiker beworben und bin da auch hin, drei Monate zum Beispiel bei Sterne und Weltraum in Heidelberg und so und dann hab ich hinterher angefangen als Freie zu arbeiten, so Stück für Stück.

Franziska Konitzer Ich mein, das lief bei mir auch langsamer mal an, weil ich hab dann ja noch, angefangen, Kunst zu studieren, freie Kunst und bin dann immer so zweigleisig gearbeitet und das Studium nebenbei. Dann ist es so, ja, seitdem bin ich eigentlich Wissenschaftsjournalistin und auch halt frei beruflich. Auch ich möchte keine, also ja, Festanstellung ist irgendwie so, ne. Ja.

Karl Urban Die gibt's schon auch, ne? Die gibt's schon auch.

Franziska Konitzer Das ist ein Gemütsding. Ich meine.

Karl Urban Ich glaube.

Franziska Konitzer Wir sind Die sind ungefähr gleich lange dabei im Journalismus. Ich habe irgendwann auch festgestellt, weil das ist schon eine Frage, nachdem man die Fragen überstanden hat von, kann man von Journalismus leben, kommt dann oft, oh, ich könnte das ja nicht irgendwie so freiberuflich. Und mein Argument wäre dann immer ja, die Motivation, Miete zu zahlen, ist eine große Motivation, sich an den Schreibtisch zu setzen.

Franziska Konitzer Aber das ist echt so eine Gemütsfrage. Ich habe irgendwann festgestellt, ich habe das Gemüt für ein freiberufliches Dasein. Und das passt.

Karl Urban Und was mir ja auch geholfen hat, so rückblickend, ist einfach mit Kollegen oder zukünftigen potenziellen Kollegen zu reden. Also einfach Leute anzuquatschen. Und meine persönliche Erfahrung ist auch, gerade die freien Journalisten, wo ich mal denke, die arbeiten doch frei, die müssen doch jede Sekunde abzählen, die kann ich doch jetzt nicht einmal anrufen.

Karl Urban Die freuen sich in der Regel total und sind auch total hilfsbereit. Und ich persönlich erlebe auch wenig Konkurrenzdenken. Obwohl wir ja alle Konkurrenten sind, die wir Freiberufler sind. Aber einfach da keine Berührungsängste, auch wenn die Leute euch nicht kennen. Einfach mal eine Mail hinschreiben.

Karl Urban Ich habe da persönlich sehr gute Erfahrungen gemacht und es hat mir über die Jahre immer viel gebracht. Genau, insofern Amrei, wenn du da tiefer einsteigen willst, melde dich gerne. Wir können gerne mal quatschen.

Franziska Konitzer Was den australischen Arbeitsmarkt im Wissenschaftsjournalismus betrifft, kann man, das glaube ich, nicht sagen.

Karl Urban Das kann man nicht sagen. Also ich denke gerade so einen YouTube-Kanal über die Geologie Australiens. Warum nicht? Also keine Ahnung. Man muss es nur unterhaltsam machen. Ich glaube, dann läuft es.

Franziska Konitzer Twitch-Scream während man live mit einem Geologenhammer durch die Gegend hartscht, wäre auch schön.

Karl Urban Ich würde ja so gern mal ins, wie heißt das, in die Shark Bay. Heißt die Shark Bay? Also da, wo die ersten Stromatoliten sind. Also die ersten Spuren des Lebens auf der Erde, die man kennt. Das fände ich schon mal cool. Aber ich glaube, das ist sehr, sehr weit im Osten Australiens, im total nichts und unter, extrem unangenehmen Klima. Also ja, aber ich würde es trotzdem gerne mal sehen.

Franziska Konitzer Ja, man muss ja irgendwas noch auf der Bucketlist haben.

Karl Urban Genau. Ja, gut. Ich glaube, dann haben wir es. Das war ein langes Geplänkel. Und zum Schluss, wir machen es hier nicht ganz so ausführlich wie sonst, also es geht ganz schnell. Aber ihr müsst noch kurz dranbleiben, denn wir wollen wieder ganz groß Danke sagen. sagen, Astrogeo ist ja immer noch ein ehrenamtliches Projekt.

Karl Urban Das heißt, Franzi und ich sind, wie gerade ganz ausführlich erzählt, Wissenschaftsjournalisten, verdienen also unser Geld mit solchen Recherchen. Aber leider können wir den Aufwand für Recherche und Produktion dieses Podcasts noch nicht finanzieren. Was aber heißt, dass es da draußen einige, viele mittlerweile von euch Hörerinnen und Hörern gibt, die uns schon finanziell unterstützen.

Franziska Konitzer Und deswegen wollen wir heute auch allen unter euch Danke sagen, die uns uns regelmäßig oder auch gelegentlich unterstützen und etwas überweisen. Und speziell danken wir diese Woche unseren neuen Unterstützern. Karl, dein Einsatz.

Karl Urban Ganz schön viele, nämlich Christian, Martin, Lukas, Christoph, Markus, Timo, Max, Raphael, Stefan, Dieter, Michael, Bernd, Jens, Christoph. Ganz lieben Dank an euch.

Franziska Konitzer Ja, vielen lieben Dank auch von mir. Vielen, vielen lieben Dank, wirklich. Das ist toll. Genau.

Karl Urban Und das war Ausgabe 84 und unser zweites Astro Gelaber, heißt das gar nicht Astro, wie heißt es?

Franziska Konitzer Astro Geo Plenkel Danke.

Karl Urban Plenkel Schickt uns gerne weiter mehr Feedback auf allen Kanälen, wir lesen alles und alles was Sinn ergibt, gehen wir gerne drauf ein, das kommt ja alles rein und bis dahin sagen wir Tschüss, macht's gut Ad Astra und Glück auf bis zum nächsten Mal.

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