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Shownotes
Es wäre ein Traum: Fliegen zu können. Also so richtig gleitend wie ein Vogel. Das geht auch Abbas bin Firnas so. Er wird "muslimischer Leonardo da Vinci" genannt, weil er noch vor Leonardo überlegt hat, wie Menschen fliegen könnten. Und er hat es selbst probiert! Aber klappt sein Testflug oder bleibt das Fliegen ein Traum? Immerhin steht in Bagdad eine Statue von Abbas (en.wikipedia.org/wiki/Abbas_ibn_Firnas#/media/…) mit Flügeln.
“Behind Science” gibt’s jeden Samstag – am Science-Samstag. Zwischendurch erreicht ihr uns per Mail und Instagram (instagram.com), und hier gibt's unsere Links, die gerade wichtig sind (linktr.ee/behindscience).
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Schönen Science-Samstag oder um euch schon mal so ein bisschen in der Sprache zu begrüßen, die der Erfinder gesprochen hat, über den wir heute reden. Assalamu alaikum. Also hier, Friede sei mit euch. Ja, das hast du schön gesagt. Ja, und Dank sei mit euch, denn die Idee für diese Folge kam mal wieder von euch.
James hat uns geschrieben. Eine Insta-Nachricht, ganz lieb. Ja, genau. Da könnt ihr uns immer schreiben. Hallo Luisa und hallo Marie. Ich habe vor ein paar Tagen euren Podcast entdeckt und bin regelrecht süchtig. Eine sehr gute Sucht, haben wir, glaube ich, hier schon mal festgestellt. Auch wenn ich wahrscheinlich eher für meine mündliche Abiturprüfung lernen sollte, verbringe ich die Zeit viel lieber mit euch und den wirklich immer interessanten Geschichten, die ihr zu erzählen habt.
Und vielleicht kann ich davon auch etwas in meiner Chemieprüfung verwenden. Falls ich dann nicht mehr weiß, was ich noch sagen soll, das finde ich richtig cool und kenne es so gut, dass man einfach viel lieber Podcasts hört oder irgendwie sonst wie prokrastiniert, anstatt zu lernen. Also das ist wirklich, noch nie war die Wohnung ja irgendwie so sauber, wie wenn man lernen musste.
Oder noch nie hat man seine Fenster überhaupt geputzt, außer in der Klausurenphase. Weil man ja auch denkt so, ich muss das jetzt erstmal sortieren hier bei mir zu Hause, sonst kann ich ja gar nicht lernen. Genau, sonst ist in mir drin Chaos und dann geht das überhaupt nicht mit dem Ausfindigen. Ja, aber wenn ihr unseren Podcast dabei hört, ist das natürlich eh die allerbeste Idee, weil dann lernt ihr ja währenddessen, ohne es zu merken. Ja, stimmt.
Also quasi im Schlaf. Das wäre doch auch mal ein Experiment. Also einfach den Podcast so im Schlaf laufen lassen und gucken, ob man sich am nächsten Morgen vielleicht noch an Sachen erinnern kann. Vielleicht machen das ja Leute. Vielleicht werden wir ja auch zum Einschlafen gehört. Ja, stimmt. Das hat uns auf jeden Fall... Irgendwer hatte uns das schon mal geschrieben.
James tut das auf jeden Fall nicht. Der lernt quasi parallel mit Podcast und Chemieprüfung. Wir hoffen, alle Prüfungen haben gut geklappt. Ja, haben geklappt. Er hat uns nochmal geschrieben. Ich hatte nochmal nachgefragt. Er hat sein Abi bestanden. Also... Alles top gelaufen mit unseren Folgen. Sehr gut.
Wir können herzlichen Glückwunsch sagen und sowieso an alle, für die das die letzten Monate vielleicht anstand fürs Abi lernen oder was sonst bei euch anstand. Erzählt uns gerne immer, was so eure Pläne sind und wobei wir euch gerade begleiten, in welcher Lebensphase. Oh ja, ich glaube, wir haben auch schon mal Nachrichten bekommen, wo Leute irgendwie für ihre Ausbildung gelernt haben und so.
Also wir scheinen ganz gut zum Prokrastinieren herhalten zu können. Und das Coolste ist, James hat hier auch noch ein bisschen mitgearbeitet. Er hatte noch einen Wunsch, den wir mit dieser Folge sehr, sehr gerne erfüllen. Quasi so als, ja könnte man sagen als Abi-Geschenk oder so. Man bekommt doch manchmal was geschenkt zum Abi. Das ist unser ganz persönliches Geschenk für dich, James und für alle, die vielleicht gerade eine Prüfung bestanden haben. Das ist schön. Wir verschenken Geschichten.
Und wir sprechen heute über Abbas Binfirnaz, den ersten Mensch, der wie ein Vogel geflogen ist. Behind Science – Geschichten aus der Wissenschaft mit Marie Eickhoff und Luisa Pfeifenschneider. Wir haben euch ja schon mal verraten, was unsere liebste Superpower wäre, wenn wir uns eine aussuchen könnten.
Und zwar wäre das das Fliegen. Ist jetzt nicht so super ungewöhnlich, aber es wäre einfach doch das Allerschönste. Und ich weiß nicht, ob ich es auch schon mal erzählt habe, aber ich träume ja in relativ regelmäßigen Abständen sogar davon, dass ich fliegen kann. Und es ist jedes Mal einfach so ein schönes Gefühl. Ja, dafür liebe ich Träume, dass man sowas einfach, dass sowas auch in Traum eingebaut wird. Wie cool.
Als Kind habe ich das oft gemacht. Da bin ich dann auch irgendwie, das waren oft Wälder, wo ich dann so hergeflogen bin. Herrlich, ja. Oder über Häuser halt so einfach. Man musste so ganz schnell laufen und dann bin ich irgendwann abgehoben. Genau, genau. Und dann schwebt man einfach so durch die Luft.
Also richtig, richtig coole Vorstellung. Wie schön muss es sein, das nicht nur in Träumen zu können. Wir haben hier auch schon mehrere Erfinder vorgestellt, die sich diesen Traum erfüllen wollten. Sorry, Erfinder und Erfinderinnen. Zum Beispiel Käthe Paulus mit ihrem selbstgenähten Fallschirm oder die Montgolfier-Brüder mit Heißluftballonen.
Sally Wright ist zum Beispiel in der Rakete geflogen. Also wir hatten hier schon sämtliche Flugobjekte mit dabei. Und heute reisen wir richtig weit in die Vergangenheit ins 9. Jahrhundert. Das ist sogar noch weiter zurück als bei Leonardo da Vinci. Den haben wir ja auch schon mal sehr, sehr weit in der Vergangenheit besucht.
Aber ganz kurz, bevor wir hier so weit zurückreisen als Einordnung, Vielleicht hört ihr hier so ein paar Hintergrundgeräusche, die ganz gut passen können zu dieser Folge, weil wir uns auch sehr viel draußen befinden. Wir nehmen heute oder ich nehme heute an einem sehr ungewöhnlichen Ort auf und zwar sitze ich in einem Zelt, weil ich gerade beim Camp bin.
Ihr könnt es euch nicht vorstellen. An einem See in Schweden. Das ist so cool. Wir schalten ja immer, also wir machen Videokonferenz, während wir hier so sprechen. Und wie das heute bei Luisa aussieht, wir haben eben schon mal einen Screenshot gemacht, den müssen wir irgendwie mit euch teilen, auch bei Instagram oder so.
Du sitzt in diesem Zelt, es ist wahrscheinlich recht dunkel bei dir, weil das sieht aus, die Kamera reguliert das, als wäre so ein Nachtsichtgerät an. Ich verstehe auch nicht, es ist so lila irgendwie, das Licht. Also ganz komisch, ich weiß nicht, wo das herkommt, es ist nicht lila hier in diesem Zelt.
Wie eine Forscherin auf Expedition. Genau, es sieht halt aus, als wäre ich irgendwie in so einem Polarzelt oder irgendwie sowas. Dabei sind hier 30 Grad und ich bin gerade frisch in den See gesprungen, so ungefähr. Aber deswegen hört ihr vielleicht so ein bisschen Wind und vielleicht irgendwie mal ein Wohnmobil, was hier wegrollt oder irgendwie andere Geräusche, Vogelzwitschern oder so.
Also ja, es ist hier gerade Folge von unterwegs. Aber es passt irgendwie ganz gut auch zu dieser Folge, wie gesagt, weil wir viel draußen sein werden. Und ich glaube, es ist auch noch nicht so oft vorgekommen, dass ein Podcast aus dem Zelt aufgezeichnet wurde. Auf dem Auto, in dem Zelt. Genau, stimmt. Wir sind so ein Dachzelt tatsächlich, nicht auf dem Boden.
Ja, aufregend. Erfrierend. Ja, so Leute. Wieder zurück. Denkt euch das Zelt wieder ein bisschen weg, denn wir wollen uns jetzt in die Welt eines Mannes denken, der der erste war, der geflogen ist wie ein Vogel und zwar Abbas bin Fianas. Er wird 810, also vor 1215 Jahren, so lange her, in Ronda geboren, das heute zur Provinz Malaga gehört und damals als Malaka Teil des Emirats von Cordoba war.
Damals war Al-Andalus ein Gebiet, das von einem berberisch-muslimischen Feldherrn und Eroberer erobert wurde. Und auch die Familie von Abbas gehört zu dieser Gruppe der Berber und ist muslimisch. Und dieses Spanien damals, das war so eine Nation, die war extrem bekannt für ihre Wissenschaften und Erfindungen, also auch über ihre Grenzen hinweg.
Das finde ich schön, weil heute... Denke ich bei Spanien auch so, ach, von Deutschland aus irgendwie so ein Ferien-Urlaubs-Ziel, so Strand, aber nicht direkt als erstes an Wissenschaft und damals war das ganz anders. Stimmt, ja das stimmt, das war so eine richtige Hochburg oder so ein Hotspot der Wissenschaft irgendwie.
Wobei ich sagen muss, also sowohl Malaga als auch, aber vor allem Cordoba sind so schöne Reiseziele und also genau, ich war mal da für zwei Wochen oder so. Da kommt man schon sehr gut in diese Stimmung von damals, also es ist, da ist auch sehr viel erhalten, eine super schöne Altstadt. Cordoba unbedingt auf die Liste schreiben der Reiseziele, die man vielleicht nochmal besuchen will.
Also ich glaube, es ist mit eine meiner allerliebsten Städte überhaupt, die ich jemals sehen konnte. Und da kann man ganz gut spüren, wie es da früher gewesen sein muss, weil es noch sehr, sehr, sehr schön erhalten ist. Oh, ja gut, dass wir da jetzt gedanklich schon mal hinreisen. Ja, auch Abbas wird tatsächlich in den Wissenschaften ausgebildet, in Astronomie und Medizin.
Und weil es aber schon sehr, sehr lange her ist, gibt es natürlich nicht so viele Quellen, die sich irgendwie so auf seine Kindheit beziehen. Da schauen wir ja gerne mal als allererstes rein bei den Menschen, die wir hier vorstellen. Aber er war wohl bekannt dafür, dass er ein Kind war, der immer alles so auseinandergepflückt hat, also erstmal auseinandergebaut hat und dann beim Zusammenbauen genauer verstehen wollte, wie es gebaut ist und wie es funktioniert.
Ja, das ist scheinbar irgendwie sowas, was viele Menschen mit Erfindergeist so auszeichnet, haben wir hier auf jeden Fall schon mal häufiger vorgestellt. Irgendwie, also wenn man das vielleicht bei seinem eigenen Kind beobachtet, vielleicht ist das schon irgendein Zeichen. Also ich finde es faszinierend, wie oft wir das hier erzählen können, dass das irgendwie diese ganzen Erfindermenschen so verbindet.
Und auch, was wir schon immer mal wieder erzählt haben bei anderen Geschichten, ist, dass scheinbar Erfinden, Kreativsein, Wissenschaft und Musik so zusammenhängt. Also er ist auch sehr interessiert an Musik, macht selber auch Musik und ist auch fasziniert von Poesie, also von arabischen Gedichten, Schriften.
Das ist auch eins seiner Hobbys und was er auch selber macht. Das finde ich richtig schön, weil das ganz oft auch schon hier vorgekommen ist. Also häufig hat man so dieses Vorurteil, dass Menschen, die so in technischen oder wissenschaftlichen Berufen arbeiten, halt so rein nach so Schema F irgendwie so, das passiert, weil das und so und es gibt für alles eine Erklärung und für alles einen Grund und so.
Aber ganz häufig ist so Philosophie, Poesie, Musik so ganz eng verknüpft mit so einem wissenschaftlichen Denken. Also hatten wir wirklich schon, Max Planck haben wir gerade genannt mit den legendären Musikabenden und so. Also das scheint irgendwie so... Häufig ein Interessensgebiet zu sein. Oder bei ihm jetzt auch, dass er an so schöner Sprache interessiert war.
Obwohl ja wahrscheinlich die wissenschaftliche Sprache, also mir fällt das zum Beispiel richtig schwer, wissenschaftlich zu schreiben, irgendwie doch sich da unterscheidet. Aber er hatte so ein Faible auch für schöne Worte. Deswegen haben wir uns ja auch hier entschieden, nicht wissenschaftlich zu schreiben, sondern die Geschichten zu erzählen in schönen Worten. Ja, auf jeden Fall.
Ja, er kann irgendwie anscheinend beides und er bildet sich dann in Cordoba weiter fort und macht aber auch Reisen nach Bagdad. Es war damals so ein echtes Wissenschaftszentrum und in der Zeit wurde auch zum Beispiel viel aus dem Persischen ins Arabische übersetzt. Das bekommt er alles mit und saugt das total begeistert auf.
Also er ist da, ja, für den Lebensentwurf und die Begeisterung, die er so mit sich bringt, ist er genau an den richtigen Orten und bekommt die richtigen Möglichkeiten, damit er das weiter ausbilden kann. Ja, ich glaube, er hat auch Glück, dass er diese Möglichkeiten bekommt. Das spricht alles so ein bisschen dafür, dass seine Familie jetzt auch nicht so ganz arm war. Also das hilft ihm auf jeden Fall alles, seinen Wissensdurst zu stillen.
Und er ist so vielseitig interessiert, dass er später auch einen Spitznamen bekommt. Und zwar Hakim Al-Andalus, also der Weise von Al-Andalus. Ja, das irgendwie, ich glaube, dieser Spitzname sagt auch schon sehr viel über ihn. Ja, muss man sich erstmal verdienen auf jeden Fall. Dass er so bekannt ist als der Weise.
Ja, wirklich. Ja, und jetzt wollen wir natürlich gucken, wie kam dieses Thema Fliegen denn in sein Leben? Und das kam so ein bisschen schleichend, also er hat irgendwann einen ersten vorsichtigen Versuch selber gemacht, das ist 852, da springt er vom Minarett, manche sagen auch, es war ein Turm, also...
In Cordoba, wir stellen uns jetzt einfach mal vor, es war wirklich das Minaret der Moschee schon dann irgendwie ein sehr auffälliger Ort und springt darunter mit einem Segeltuch als Falschirm. Ich muss gerade so lachen, weil du gesagt hast, den ersten vorsichtigen Versuch und als nächstes folgt dann so von einem Turm mit einem Falschirm.
So, was ist daran vorsichtig? Das ist schon sehr wachhalsig. Sehr. Aber ich wollte ausdrücken, er hatte nicht so viel dabei. Aber du hast recht, in dem Fall ist das dann doppelt mutig. Also Hut ab. Ja. Quasi mit nichts springt er da runter. Stimmt, quasi mit nichts. Einfach mit so einem selbst gebastelten Mini-Fallschirm. Aber wenn Käthe das hören würde, die hätte wahrscheinlich auch hier Käthe Paulus, die die Fallschirme später selbst genäht hat.
Die wäre mitgesprungen, glaube ich. Mitgesprungen, aber die hätte vielleicht auch ein bisschen entsetzt, so die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und gesagt, Mann, ich nähe dir dann gescheiten. Ja, wirklich, jetzt wach doch mal ab hier. Genau, aber ja, wir müssen sagen, also er überlebt, es läuft aber auch nicht so ganz gut.
Ja, nicht so ganz gut. Ich glaube, es war nicht so eine angenehme Landung. Und trotzdem ist er irgendwie immer noch sehr fasziniert und gefesselt von diesem Gedanken, selbst zu fliegen und arbeitet deswegen weiter an einem Fluggerät. Und das ist jetzt echt so eine Aufgabe, die wird ihn bis an sein Lebensende begleiten. Ja, also er ist da wirklich komplett fixiert auf diese Idee zu fliegen.
Das lässt ihn nicht mehr los. Und es ist ein bisschen tatsächlich wie bei der Geschichte von Horst Bendix, dass der Durchbruch erst so spät kommt. Horst hat ja das größte Windrad der Welt entworfen. Da habt ihr uns übrigens auch nochmal geschrieben, also Horst Bendix hat wirklich viel ausgelöst hier in der Community, dass das jetzt wirklich gebaut wird, also dass da jetzt der Startschuss quasi gefallen ist für den Bau dieses größten Windrades.
Also wir bleiben da weiter für euch dran und werden davon berichten. Und ihr bleibt mit dran, das ist super. Genau, ja, ihr baut teilweise dran mit, das ist wirklich sehr, sehr cool. Und bei Abbas ist es, wie wir jetzt gerade gehört haben, noch ein bisschen waghalsiger, weil er ja halt auch selber das Ganze ausprobiert.
Also Abbas muss da auch körperlich viel in Kauf nehmen und er entwirft jetzt ein Fluggerät, mit dem es möglich sein soll, als Mensch tatsächlich zu fliegen. Also das, wovon wir, wovon so viele Menschen träumen. Und dafür baut er jetzt keine aufwendige Maschine, sondern er baut sich einfach Flügel. Weil, sind wir mal ehrlich, wir können heute fliegen mit einem Flugzeug natürlich, aber es ist nicht dasselbe wie die Vorstellung, mit eigenen Flügeln zu fliegen.
Oder eigentlich träumen wir doch davon. Also wirklich aus eigener Kraft zu fliegen. Das ist was ganz anderes. Also ich muss mir vor, wenn du träumst, dass du fliegst, wie sieht das dann aus? Hast du da Flügel oder bewegst du deine Arme? Bei mir ist das meistens eher so ein Laufen durch die Luft. Ich hebe dann ab und kann so in der Luft weiterlaufen.
Ja, ich habe dann irgendwie auf einmal so einen Widerstand unter mir und kann so weiterlaufen. Aber richtiges Fliegen hast du schon recht, wer eigentlich wirklich... Mit Flügeln irgendwie, dass man gleiten kann oder so. Ja, ja, ja. Also mittlerweile gibt es natürlich da auch Möglichkeiten. Du kannst irgendwie Paragliding machen und so. Aber das kommt vielleicht dem Fliegen am nächsten.
Aber ja, so richtig das, wovon wir beide hier immer noch träumen. Ich glaube, das bleibt ein Traum. Ja, und es war aber auch das, wovon Abbas geträumt hat. Und deswegen hat er sich Flügel gebaut. Die sind aus so einem Holzgestell. Er bespannt sie mit Seide und polstert sie dann auch noch mit echten Federn.
Also das waren wohl verschiedene Federn von Raubvögeln unter anderem. Vielleicht hat er einfach die größten genommen, die er so gefunden hat. Und dann ist er damit wirklich los. Also er hat einen Testflug gemacht. Zu dem Zeitpunkt muss er schon mindestens so 65 bis 70 Jahre alt gewesen sein. Das heißt, also auch in der Zeit ist das ja ein echt hohes Alter.
Er war jetzt nicht irgendwie ein waghalsiger Teenager oder so, sondern er war wirklich irgendwie schon alt, können wir so sagen. Und für seinen Testflug steigt er jetzt wieder etwas höher und zwar direkt auf einen Berg im Jemen, auf dem Berg Jabal al-Arus. Und dort wird er jetzt von einer Klippe springen mit seinen Flügeln.
Es ist wirklich, das ist so mutig einfach. Also in dem Alter, ich meine heute, das ist jetzt nicht alt oder so, aber du hast schon gesagt, er war kein Teenager mehr oder so. Und damals war das natürlich total besonders überhaupt, so ein tolles Alter zu erreichen. Und dann ist es ja noch mutiger, sozusagen seine Gesundheit aufs Spiel zu setzen.
Ja, und Abbas springt tatsächlich ab. Auch das stelle ich mir unglaublich vor, sich da zu überwinden, diesen Absprung zu schaffen und bleibt tatsächlich einige Minuten in der Luft. Wie lang genau, wie viele Minuten genau, das variiert so ein bisschen je nach Quelle. Und das Fliegen scheint... Tatsächlich gut zu klappen, was er allerdings nicht beachtet hat und auch in dem Moment erst nicht bedenkt, weil er so auf das Fliegen konzentriert ist.
Wie will er eigentlich landen? Also da hat er sich irgendwie nicht so richtig Gedanken drüber gemacht und legt deswegen eine ziemliche Bruchlandung hin. Ja, nicht besonders sanft. Und er soll sich dabei tatsächlich auch beide Beine gebrochen haben. Richtig schmerzhaft. Ich stelle mir das vor, er springt so ab.
Dann hat er so diesen richtigen Hype-Moment, weil er das Gefühl hat, er fliegt. Oh mein Gott, es klappt. Ja. Und dann sieht er so alles von oben und gleitet. Und dann so. Wie komme ich eigentlich wieder hier runter? Irgendwie. Boom. Irgendwas fehlt. Genau. Zack. Ja, also das war glaube ich wirklich gar keine angenehme Landung, aber trotzdem lässt er sich nicht entmutigen, denn er konnte einfach in der Luft spüren, es ist möglich, man kann scheinbar wirklich mit Flügeln fliegen und er versucht jetzt weiter nachzuvollziehen, warum das mit der Landung nicht so geklappt hat.
Er hat dann irgendwann so den Gedanken, ja, wahrscheinlich lag das daran, dass meine Konstruktion keinen Steuerschwanz hat, also er macht einfach weiter dann Zeichnungen, trägt das damit ein, so Steuerelemente, ich glaube, er beobachtet das auch einfach dann nochmal an Vögeln, also was war jetzt der Unterschied von mir und anderen Vögeln, bei denen es klappt?
Warum sinken die nicht wie so ein Stein zu Boden oder knallen auf den Boden? Und das versucht er jetzt alles in seinen Zeichnungen zu berücksichtigen, also die werden immer detaillierter, aber das können wir schon mal spoilern, er selbst wird nicht nochmal einen Flugversuch wagen. Aber er gilt als Ideengeber für den Ornithopter, also ein Flugobjekt, das Vögel nachahmt.
Es wird auch Schwingenflugzeug genannt und bewegt seine Flügel halt wirklich so hoch und runter, also so wie man sich das vorstellt. Aber als Maschine dann. Genau, also nicht mehr quasi aus eigener Körperkraft. Leonardo da Vinci soll tatsächlich der Erste sein, der einen Ornithopter gezeichnet hat und er hat es ja auch geliebt, die Natur so zu beobachten für seine Maschinen, aber wahrscheinlich war er auch inspiriert von Abbas.
Also er hat nicht nur selber die Natur beobachtet und daraus seine Schlüsse gezogen, sondern hat sich vielleicht auch so ein bisschen die Quellen gesucht und eine davon könnte Abbas gewesen sein, das finde ich auch ganz interessant. Ja, und beide sind auf jeden Fall auch sehr inspiriert von allerhand Mythen.
Denn dieses Thema Fliegen, das finden nicht nur wir spannend, nicht nur die beiden, sondern das ist was, das kommt einfach auch in ganz vielen Geschichten, alten Geschichten damals vor, zu fliegen. Das ist so ein Traum, den die Menschen haben. Und es gibt zum Beispiel diese berühmte griechische Sage von Icarus, der so nah an die Sonne fliegt, dass dann seine gewachsten Federn schmilzen und er ins Meer stürzt.
Also so ein bisschen ähnlich wie bei Abbas, auch mit so einer Bruchlandung. Und ich glaube, es war einfach ein sehr aufgeladenes Thema. Das waren ja heilige Geschichten, diese mystische Welt dieser Sagen und so. Und Abbas ist halt der erste Mensch, der wirklich mit Flügeln fliegt. Das ist schon eine heftige Vorstellung. Und ich glaube auch für die Leute damals so, krass, der macht jetzt das, was wir nur aus diesen Geschichten kennen. Ja, stimmt, stimmt.
Ja, seit Menschen irgendwie Geschichten erzählen, erzählen sie Geschichten vom Fliegen und einfach so dieses Überwinden der... Natur quasi, also dass Menschen eben nicht fliegen können und sich das aneignen, das ist ja das Größte, was man irgendwie erreichen kann. Also ja, aber erst einige Jahrhunderte später probiert ist tatsächlich nochmal jemand mit selbstgebauten Flügeln und zwar der osmanisch-türkische Luftfahrer Ahmet Celebi im Jahr 1638.
Da sind wir schon sehr, sehr weit, nachdem das Abbas ausprobiert hat. Er springt damals vom Galata-Turm in Istanbul und gleitet etwa drei Kilometer über den Bosporus. Wenn ich das ausspreche, bekomme ich Gänsehaut, weil ich es irgendwie so eine schöne Vorstellung finde. Ja, das erlebt Abbas offensichtlich nicht mehr, aber er hält ganz viel von seinem Wissen in Büchern fest, bevor er stirbt.
Ein Glück und so können wir nämlich seine Geschichte so viele Jahre, tausende Jahre noch nacherzählen und die Flüge sind tatsächlich auch nicht seine einzige große Erfindung, die er macht. Also ja, da wollten wir besonders gerne drüber sprechen, aber er hat auch noch so ein paar andere Ideen, die er in seinen Büchern festhält.
Ja, und die auch eigentlich super krass und spannend sind. Er entwickelt zum Beispiel Uhren, die mit Wasser angetrieben werden. Klebshydra heißt die Uhr. Also das ist wirklich eine Uhr, die Wasser als Energiequelle nutzt. Und er beschäftigt sich ja auch ganz viel mit Astronomie und er baut so ein mechanisch aufklappbares Planetarium.
Also das stelle ich mir auch ganz schön vor, wo man dann sehen konnte, wie die Planeten sich umeinander bewegen. Das hat sogar wohl so Toneffekte oder so, wenn er da so Sturmblitz und Donner imitieren will. Also auch ganz krasses Ding. Und er experimentiert gerne mit Glas und dabei entwirft er auch ein Glas, das farblos ist und das man für Sehhilfen verwenden kann. Also...
Was man so bearbeiten kann, dass es quasi wie ein Brillenglas funktioniert. Vielleicht war das das erste Brillenglas. Damals wird das noch Lesestein genannt. Vielleicht, weil es so dick war, keine Ahnung. Es waren auf jeden Fall schon Korrekturgläser, mit denen man dann scheinbar besser lesen konnte.
Ja, Marie, du bist doch bestimmt auch jeden Tag dankbar um deine Lesesteine. Richtig. Und ich bin froh, dass sie nicht mehr so dick sind wie Steine. Lesestein, das ist ein richtig schönes Wort. Ja, richtig krass, dass wir seinen Namen heute irgendwie überhaupt nicht kennen. Also vor dem Hinweis von James, dass wir mal eine Folge mit ihm machen sollen.
Mir ist das kein Begriff. Finde ich ganz toll, dass wir ihn jetzt kennen. Wobei mittlerweile auch einiges nach ihm benannt ist. Also zum Beispiel in Bagdad steht eine Statue von Abbas in der Nähe des Flughafens. Ein Flughafen im Norden der Stadt ist sogar nach ihm benannt. Oder in Katar gibt es im Flughafen ein Computersystemmanagementprogramm mit seinem Namen.
Also doch, er ist schon ganz gut konserviert. Und in Cordoba gibt es tatsächlich eine Brücke, die nach ihm benannt wurde. Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich da natürlich mal drüber gelaufen und hätte geschaut, wie sich das anfühlt. Und auf dem Mond ist ein Krater nach ihm benannt. Also alles trägt seinen Namen. Das finde ich sehr, sehr schön, dass er diese Anerkennung bekommt.
Ja, ich finde es schön auf jeden Fall, dass es alles so Sachen sind, die grob mit Fliegen zu tun haben. Stimmt. Dass man dann seinen Namen auch direkt damit verbindet. Und diese Statue, da können wir auch mal einen Link anhängen, dass ihr die sehen könnt. Da sieht man ihn nämlich auch mit den Flügeln. Also er ist quasi in so einer Pose, als würde er gerade abheben. Ja, richtig schön.
Das hätte ihm, glaube ich, sehr gefallen, dass er da so in den Köpfen bekannt bleibt sozusagen. Jetzt auch mit der Geschichte dahinter. Wir hören uns nächste Woche mit einer ganz neuen Geschichte wieder, einer ganz neuen Welt, in die wir reisen. Zum Überbrücken bis dahin haben wir aber noch eine Podcast-Empfehlung für euch.
Wir müssen jetzt mal ganz kurz hier in eine neue Welt beamen. Es ist nämlich ein Podcast, in dem es auch darum geht, was hinter den Kulissen passiert, aber in einer ganz anderen Branche. Ich bin dieser Branche sehr verbunden, weil ich selbst Fußball spiele in einer Damenmannschaft. Und deswegen hatten wir natürlich große Sympathie für den Podcast.
Der ist aber auch wirklich interessant. Und zwar möchten wir euch den Podcast Seitenwechsel empfehlen. Das ist ein Sport- und Fußball-Podcast, der sich alles anguckt, was neben dem Spielfeld passiert. Also weg von der klassischen Spielberichterstattung hin zu dem, was wir als Mäuschen so erleben wollen.
Und vielleicht seid ihr eh gerade so ein bisschen durch die Frauenfußball-EM so ein bisschen im Hype. Dann könnte euch das interessieren. Es geht aber auch viel um Themen, die eben außerhalb von so Spielfeldern stattfinden und die ihr auch aus unseren Geschichten kennt, die auch hinter Wissenschaft passieren.
Es geht nämlich um Erfolgsdruck, es geht um Ruhm und Berühmtheit, es geht aber auch um Mobbing und vieles davon kennen die zwei Hosts auch selbst. Denn Dr. Turit Knark war selbst Nationalspielerin und Fabi Klos, der hat auch als Profi bei Arminia Bielefeld gespielt. In ihrem Podcast sprechen sie aber mit ganz vielen Gästen. Also ihr lernt nicht nur die beiden kennen.
Und sie wollen, dass man beim Hören auch immer was für seinen persönlichen Alltag mitnehmen kann. Und deshalb ist es auch was, wenn man klar kein Sportprofi ist, sondern zum Beispiel was über Psychologie und psychische Gesundheit lernen will. Auch dann seid ihr bei Seitenwechsel richtig. Findet ihr überall, wo es Podcasts gibt.
Also große Empfehlung hier von uns. mit diesem Podcast-Tipp wünschen wir euch eine gute Woche wir hören uns nächsten Science-Samstag wieder, bis dahin macht's euch schön und tschüss tschüss.