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Shownotes
Bienen tanzen sich den Weg zur nächsten Blüte vor und können so einen exakten Futterort beschreiben. Als Karl Ritter von Frisch das beobachtet, nennt er es: Die folgenreichste Beobachtung seines Lebens. Und die Bienen sollen ihn sein Leben lang nicht mehr loslassen. Er vertagt die Flitterwochen, spannt seine gesamte Familie für die Beobachtungen ein und verbringt jede freie Minute seiner Ferien im Salzkammergut - alles, um die Sprache der Bienen zu entschlüsseln. Ob er sie entschlüsseln kann und warum er Welsen auf einer Flöte Musik vorspielte, hört ihr in dieser Folge.
Noch mehr tierisches gibt's hier:
Interview (open.spotify.com/episode/1OCrIbMukVBXaZ8BrfbZ0…) mit zwei echten Tierforscherinnen, auch bekannt aus dem "tierisch" Podcast.
Interview (open.spotify.com/episode/6ZVGalj4RagIc5n1RcrnV…) mit Jasmin Schreiber.
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Einen schönen Sein-Samstag wünschen wir euch und hoffen, dass ihr gut reingestartet seid ins Wochenende und jetzt Lust habt auf eine richtig schöne Geschichte aus der Wissenschaft. Und in der Zwischenzeit, wenn wir uns hier nicht zum Geschichtenerzählen verabreden, lesen wir immer ganz fleißig eure Kommentare. Und das ist ja, das rettet immer schon den Tag, bevor er losgeht bei uns ganz oft.
Wir sind nämlich jetzt zum Beispiel wieder mit einer ganz schönen Nachricht aufgewacht von einer Hörerin, die uns am liebsten zum Einschlafen hört. Das haben jetzt schon mehrere von euch berichtet. Das finden wir ja ganz toll. Also wenn ihr uns zum Einschlafen noch gerne im Ohr habt, das ist doch wohl ein gutes Zeichen.
Das größte Kompliment, was man einem machen kann, oder? Zu deiner Stimme kann ich gut einschlafen. Fast schon so ein Liebesantrag, finde ich. Also richtig, richtig schön. Ja, und wenn dann die Folge im Schlaf irgendwie weiterläuft, vielleicht lernt man dann ja am besten im Schlaf unterbewusst. Auf jeden Fall.
Und kann sie am nächsten Tag nochmal hören. Also ja, super schön. Richtig cool ist dann, wenn ihr uns dann auch noch Personen schreibt oder Themen irgendwo aufgeschnappt habt. Das ist nämlich jetzt auch passiert. So eine Nachricht hat uns neulich erreicht und zwar von Cora. Sie schreibt, hallo, ich habe einen Themenvorschlag für euch.
Karl Ritter von Frisch, den Namen fanden wir schon stark. Und zwar schreibt sie weiter, ich studiere Tiermedizin und in einer Vorlesung meines Nebenfachs Biologie der Bienen wurde in einem Nebensatz dieser Name erwähnt. Er ist Zoologe, Verhaltensforscher und hat unter anderem die Kommunikationstänze der Bienen entdeckt und interpretiert, wofür er auch einen Nobelpreis erhalten hat.
Was diese Tänze alles aussagen und dass die Bienen ihn mit den vergehenden Stunden mit der Sonnenrichtung anpassen können, ist komplett verrückt. Liebe Grüße, Cora, PS, ihr seid mein Lieblings-Podcast. Oh, das ist wirklich Musik in unseren Ohren. Wir meinen natürlich auch das Kompliment, klar. Aber auch, dass ihr so aufmerksam auf Leute achtet, die euch unterkommen, die wir vielleicht dir vorstellen können.
Karl Ritter von Frisch. Das ist auch ein Name, der hängen bleibt. Der Name bleibt hängen und alles, was sie danach so geschildert hat, das hat uns natürlich sehr angefixt. Auch dieses Nebenfach, Biologie der Bienen. Wie cool klingt das schon? Hätten wir ganz bestimmt belegt, wenn es das bei uns gegeben hätte. Das klingt fantastisch und deswegen sind wir ganz happy, dass wir da heute mit euch reintauchen.
Ja, wir tauchen da ein ganz bisschen rein in die Biologie der Bienen. Wir sprechen heute über Karl Ritter von Frisch und die Kommunikation der Bienen. So, ja, aber jetzt müssen wir noch mal uns diesem Namen widmen. Ein Ritter, das klingt schon sehr cool. Wir hatten ja, glaube ich, schon mal Leute hier, die dann später irgendwann zum Ritter geschlagen wurden.
Zum Teil auch aufgrund ihrer Leistung. Aber so einen echten Ritter, der das Ritter im Namen trägt, das ist schon was. Ja, es ist so witzig, weil wahrscheinlich hat er überhaupt gar nichts mit Ritter oder so zu tun. Also seine Vorfahren. Aber ich finde den Namen auch sehr, sehr stark. Und ja, wir freuen uns auf jeden Fall sehr auf die Folge, weil das Ganze nicht so abstrakt ist, was er sich angeschaut hat, sondern sich eigentlich so vor unseren Augen abspielt.
Vor allem jetzt irgendwie so im Sommer, also Frühling, Sommer so, aber ja, zur aktuellen Zeit. Und nichts ist, was man nur in Anführungsstrichen mit dem Mikroskop sehen kann, wo man direkt so ein voll ausgestattetes Labor braucht. Also man braucht vielleicht einen Garten oder einen Bienenstock oder so.
Aber man kann das beobachten und das finden wir besonders spannend. Ja, genau. Also ich habe heute schon sehr viele Wespen beobachtet. Die sind ja gerade auch wieder aktiv. Wo hast du die beobachtet? In der Bäckerei wahrscheinlich, ne? Nee, wie sie um mein Eis herumgeflogen sind in der Mittagspause. Und da habe ich auch nochmal alle Menschen gesagt, die da rumstanden und man wird ja dann schnell hektisch und so.
Ich muss dann immer mich selber daran erinnern, die Wespen haben immer nur ein Jahr, in dem sie leben und stehen unter Naturschutz. Deswegen muss man echt freundlich sein zu ihnen. Stimmt, hast du recht. Und die machen ja auch im Normalfall, sind ja völlig gechillt. Wenn sie da ein bisschen Eis schlabbern können, sind die auch wieder weg.
Auch super spannend zu beobachten. Also das mache ich im Moment viel. Aber vielleicht klappt es mit den Bienen jetzt auch noch mal diesen Sommer. Und jetzt starten wir erst mal in das Leben von Karl Ritter von Frisch. Er wird 1886, also vor 139 Jahren, in Wien geboren. Er verbringt dort seine Kindheit und Schulzeit, die er dann mit der Matura, also dem österreichischen Abitur, abschließt.
Und schon in seiner Kindheit ist er unheimlich interessiert an Tieren, aber an allen Tieren, die ihm so über den Weg laufen. Also er fängt zum Beispiel Frösche und Lurche und betrachtet sie so gut er kann. Und später wird ihm folgendes Zitat zugewiesen, das ihn ganz gut beschreibt. Und zwar, wer auch das kleinste Wesen nicht verachtet, der hinblickt im Vorübergehen und aufmerksam mit Liebe es betrachtet, kann Wunder über Wunder sehen.
Ja, schön. Also wenn das kein schönes Lebensmotto ist, herrlich. Danke. Und überall entdeckt er die Wunder, seit er quasi irgendwie so laufen oder krabbeln kann. Also er ist irgendwie immer schon in der Natur unterwegs. Er sieht die zu Hause im Garten und ja, bei ihm muss es wohl auch wild ausgesehen haben zu Hause.
Er pflegt als Kind und Jugendlicher wohl neun verschiedene Säugetiere zu Hause. Ich muss überhaupt überlegen, erst mal auf neun Säugetiere zu kommen und die dann alle zu Hause. Dann hat er auch noch 16 Vögel und 27 Fischarten in mehreren Aquarien. Natürlich jetzt nicht so von Anfang an, aber er baut sich da quasi so einen eigenen kleinen Zoo auf, könnte man sagen.
Ja, wahrscheinlich irgendwie auch so aus der Nachbarschaft. So hier, ich habe einen verletzten Vogel gefunden. Ja, so eine kleine Aufwandstation. Genau, gibt es hier jemanden, der sich auskennt? Und ach ja, der Karl, der kennt sich damit aus, dem bringen wir das mal rüber. Und ich erinnere mich, vielleicht haben wir von dem auch schon mal erzählt, du hast mal gesagt, dass es bei euch auch so jemanden in der Nachbarschaft gab.
Ich wusste auch schon eben, als wir erzählt haben, dass er so diese kleinen Frösche und Kröten und Lurche gesammelt hat. Das habe ich ja auch immer versucht und dachte dann immer, ich habe dann, wenn ich nur Molch gefunden habe, dachte ich, das ist jetzt ein Feuersalamander, ein richtig cooles Tier. Und dann gab es so diesen einen alten Bioprof in der Nachbarschaft, wo wir dann oft hin sind und der hat dann gesagt, ja, ist nur ein Molch, aber lass ihn ruhig hier im Teich.
Oh, wie schön. Schön. Also in dieser Geschichte wäre Karl das wahrscheinlich höchstpersönlich gewesen. Ich denke auch. Ja, und seine Ferien verbringt Karl auch an einem ganz besonderen Ort und zwar im Salzkammergut am Wolfgangsee, wo seine Eltern ein Sommerhaus haben. Das klingt ja auch einfach nach einer wunderschönen Kindheit und auch nach so einem richtig guten Sommerort.
Und dort vertieft er jetzt seine Studien über die Tiere und auch seine Beziehung zur Natur, weil es dort ist. Natürlich draußen, da kann er sich jetzt noch viel besser aufhalten, rumstreunern, wie er sich das wünscht und wie es ihm Spaß macht. Er lernt dort, auf die kleinsten Ereignisse der Natur zu achten, zum Beispiel auch Ameisen.
Er guckt sich jetzt zum Beispiel bei den Ameisen ganz genau an, wie sie die Rinde hochklettern. Oder wenn er Schnecken anguckt, dann guckt er sich an, wie sind die jetzt hier auf den Blättern unterwegs. Und bald kennt er also alle kleinen und größeren Lebewesen, die er dort in diesem und um dieses Sommerhaus herum entdecken kann.
Und diese Tierliebe, die lernt er auch nicht nur aus sich heraus, sondern das ist auch was, das hat er so ein bisschen von seiner Mutter. Denn auch die interessiert sich lebenlang für Tiere. Sie kümmert sich um kranke und verletzte Tiere und auch sein Papa prägt sein Interesse, denn er ist Arzt und ich glaube, von beiden lernt Karl viel, von seinem Papa zum Beispiel dann auch noch, wie er richtig mit einem Mikroskop umgehen kann.
Ja, aber wenn es so um die Forschung von Natur und Tieren geht, da ist er richtig wissbegierig und will eigentlich alles entdecken und das noch so kleinste Lebewesen will er entdecken und beobachten. Ja, und es interessiert ihn total, was da draußen los ist. Was ihn überhaupt nicht interessiert, ist das, was im Klassenraum los ist.
Also Schule war für ihn Horror, also er ist dann ja in Wien zur Schule gegangen und das hat er richtig so abgesessen, also ist ganz ungern in die Schule gegangen und lieber immer nach dem Unterricht raus in den Wald und in die Seen und hat da eigentlich die viel bessere Schule gehabt. Erinnert so ein bisschen auch an Leonardo da Vinci, der ja auch eigentlich gesagt hat, also gut, der hatte jetzt nicht so die Wahl, weil er...
Er durfte oder konnte halt keine höhere Schule besuchen, deswegen hat er sich so in der Natur weitergebildet, aber eigentlich hat auch Leonardo da Vinci gesagt, so die Umwelt, die Natur, das was um uns herum ist, das ist die viel bessere Schule, als die Schulbrang zu drücken und Latein zu lernen. Ja, ich glaube Karl hätte ihm da auf jeden Fall zugestimmt. Erinnerst du dich so an kurz vor den Sommerferien, wenn man manchmal noch so eine Stunde draußen Unterricht gemacht hat? Ja, das war das Beste.
Das war das Beste. Können wir halt draußen Unterricht machen? Und das sind doch diese Stunden, die einem auch im Kopf bleiben. Stimmt, ja, ja. Ja, oder wir waren, das finde ich auch armselig, dass das nur einmal war. Aber deswegen ist mir hingeblieben, wir waren einmal im Schulgarten im Biologieunterricht und haben da irgendwas angepflanzt oder so.
Und das ist mir total präsent in Erinnerung, weil ich das so schön fand. Und sowas gibt es ja ganz selten. Also man guckt sich dann irgendwie im Biobuch an, wie eine Tomate wächst, aber pflanzt keine Tomatenpflanze. Also das ist eigentlich ein bisschen schade. Vor allem, wenn ihr den Garten hattet. Aber das war dann wahrscheinlich so eine AG, die sich darum gekümmert hat.
Genau, irgendwie so. Oder es gab dann nur engagierte Lehrer, die das dann gemacht haben und die anderen nicht oder so. Also wir waren doch leider nur einmal und das ist mir sehr präsent und sehr positiv in Erinnerung geblieben. Apropos Lehrer, die sind von Karl relativ beeindruckt, denn auch wenn ihm Sprachen und Mathe, also diese Fächer, die eigentlich in der Schule zählen, nicht so liegen, kann er sie beeindrucken mit seinem zoologischen Wissen.
Also auch denen fällt das auf und deshalb quält er sich mit Fleiß und mit viel Hilfe von seinen drei großen Brüdern irgendwie weiter durch die Schule und auch durch die Fächer, die ihm nicht so liegen und ihn nicht so interessieren, wohingegen er seiner Leidenschaft in der Natur wirklich mit allergrößter Sorgfalt nachgeht.
Also das fällt ihm leicht und davon kann er nicht genug bekommen. Er sammelt alles an, Insekten, Fischen, Säugetieren, was ihm unterkommt. Und bald hat er, du hast es schon gesagt, wie so ein kleines Zoo zu Hause, aber auch ein kleines Museum. Und zwar an Tieren, die nicht mehr leben, sondern die ausgestopft oder anderweitig konserviert sind.
Also er hat wirklich, ja, so ein uriges, kleines Privatmuseum zu Hause. Total cool. Ja, aber auch wirklich spannend. Kenne ich niemanden, der sowas in der Schulzeit hatte. Ja, genau. Und er versucht, alle Tiere der Umgebung in diesem Museum jetzt auszustellen. Heute sind seine Sammlungen sogar öffentlich in einem Museum wirklich echt zugänglich.
Aber die Bediensteten des Hauses, also es gab Bedienstete dort, die sind wohl damals ehrlich gesagt nicht so begeistert von seinem Sammelsurium, von seiner Sammelleidenschaft. Die finden das so ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber ist nicht egal. Das verstehe ich schon auch. Dann wedelst du da Staub und dann hängen da überall so tote, ausgestopfte Vögel oder so. Das ist, glaube ich, nicht jeder Manns Sache.
Aber es ist gut, dass sie ihn gelassen haben, denn du hast schon gesagt, man kann die Sammlung heute anschauen und die ist auch richtig, richtig wertvoll. Nicht nur so, um es zu sehen, sondern es zeigt auch ganz gut, wie die damalige Artenvielfalt war, also was so Käfer, Schmetterlinge, überhaupt alle Insekten angeht und ja, wo quasi jetzt Lücken sind, also welche Arten vielleicht auch ausgestorben sind oder nicht mehr so vertreten sind.
Und das zeigt eben, es ist so eine Momentaufnahme der Artenvielfalt von damals. Und auch später bleibt jetzt Karl der Natur im Salzkammergut treu und führt dort tatsächlich auch die meisten Versuche durch, die ihn später weltberühmt machen. Also dieses Sommerhaus, das hat ihn sein Leben lang begleitet.
Aber seine frühen Versuche und seine Sammelleidenschaft ist wohl tatsächlich schon in der Kindheit ziemlich krass. Jetzt nur mal als Beispiel, das ist auch so eine Anekdote, man kann es nicht so ganz beweisen. Als Achtjähriger soll er zum Beispiel schon mal einen toten Hund in einem Suppentopf gekocht haben, um so ein sauberes Skelett zu erhalten.
Ich stelle mir das so geil vor und kommt irgendwie... Weiß nicht, die Köchin oder so rein und erschreckt total, dass da Karl an dem Topf steht und guckt dann da rein, was stinkt denn hier so? Und dann kocht er da diesen toten Hund aus und er ist aber so, hä, also das ist doch das Normalste der Welt, ich brauche halt das saubere Skelett, was ist schon dabei?
Also was ziehst du dich quasi so? Es macht so viele Bilder im Kopf auf. Mit acht Jahren hatten wir andere Hobbys, aber gut, das war für was gut. Gut, mit acht Jahren habe ich meine Freunde zum Kaugelmi-Automaten eingeladen, aber keine toten Hunde. Wobei wir haben auch, wenn jemand Frosch oder sowas überfaden wurde oder so, dann haben wir den auch beerdigt und so.
Aber weiter ging es dann irgendwie auch nicht. Ja und diese Leidenschaft zahlt sich auf jeden Fall aus. Erstmal studiert er, jetzt aber noch an der Uni, also nicht nur in der Natur, im Selbststudium. Erst versucht er sich dann in der Medizin, weil der Papa ist ja auch in der Medizin tätig, hat also so ein bisschen Tradition da.
Die ersten zwei Jahre des Studiums gefallen ihm auch ziemlich gut, weil er da die ganzen Naturwissenschaften kennenlernt. Besonders die Physiologie hat es ihm angetan. Also die Lehre von den chemisch-physikalischen Vorgängen in lebenden Organismen. Am Anfang macht man beim Medizinstudium ja so alle Grundlagen einmal durch.
Ja, und dazu kommt, er hört die Vorlesungen hier im Fach Physiologie bei seinem Onkel Sigmund Exner, der eben an der Uni lehrt. Deswegen ist das noch mal spannender für ihn, weil er sich da vielleicht auch noch mal mehr Zeit für seinen Neffen nimmt und seine Fragen nimmt. Und dieser Onkel verbringt dann tatsächlich auch seine Ferien immer häufiger im Salzkammergut.
Und die beiden können sich dann auch da über die Vorlesungen hinaus ganz gut austauschen über naturwissenschaftliche Fragen. Und tatsächlich gehen auch einige Erkenntnisse, die sie in ihrer Ahrung, in ihrer beider Arbeit haben, aus diesem gemeinsamen Austausch hervor. Also das stelle ich mir auch ganz schön und spannend vor, was die da zusammen dann so sich erarbeitet haben im Gespräch einfach.
Ja, das hat bestimmt richtig verbunden, könnte ich mir vorstellen. Ja, der Onkel und der Neffe, die da irgendwie so eine Themengrundlage hatten. Richtig schön. Ja, und da konnte man bestimmt bei Kai auch richtig punkten, wenn man dann irgendwie immer im Sommer da in dieses Sommerhaus gekommen ist und sich auch mit interessiert hat. Aber auch einfach schon mal eine gute Wissensgrundlage, die da in dieser Familie herrscht.
Viele Menschen, die seine Fragen beantworten können, sehr gut. Aber als dann im fünften Semester die medizinischen Fächer in den Vordergrund treten, da verliert Karl das Interesse am Medizinstudium. Und so wechselt er das Studium und widmet sich dann doch der Zoologie in München und Wien. Er promoviert und schon zwei Jahre später habilitiert er sich mit seiner Arbeit über Farbwechsel und Farbensinn der Fische als Privatdozent für Zoologie und vergleichende Anatomie in München.
Er kann damit also beweisen, dass Fische Farben wahrnehmen. Das ist richtig toll. Das ist jetzt meine richtige aufgeschriebene Erkenntnis. Das ist richtig neu auch und deswegen geht er da wirklich so eine steile Akademikkarriere. Jetzt muss er aber von den Fischen erstmal zu den Bienen kommen, werden wir angekündigt. Eigentlich ist er bekannt für die...
Sprache der Bienen. Jetzt sind wir ja noch unter Wasser. Genau, wie passiert das? Ja, natürlich passiert das mal wieder in den Sommerferien im Salzkammergut. Er widmet sich jetzt seinen Bienenstöcken und möchte den Farbensinn der Bienen erforschen. Also dieses Farben und ob Tiere Farben wahrnehmen und wie und so weiter, das lässt ihn nicht so richtig los.
Und damals gilt tatsächlich die Annahme, dass Insekten farbenblind sind. Und das kann Karl aber nicht so richtig glauben, denn Bienen spielen ja bekanntlich eine große Rolle bei der Bestäubung von Blüten, indem sie Nektar sammeln und dabei Blütenstaub aufnehmen, den sie dann wiederum auf anderen Blüten verteilen.
Da liegt es ja nahe, dass die Blüten durch ihre Farben und den Duft, also diese Kombination, die Bienen anlocken. So, hey, ich bin die Schönste, die Größte hier und komm doch zu mir und lande doch auf uns hier. Ja, spricht eigentlich dafür, dass Bienen Farben sehen können. Aber wie kann man das jetzt nachweisen?
Das ist also die nächste Herausforderung und das Salzkammergut mit seinen Bienen stöcken ist da der perfekte Ort für. Ja, und wie kann er das jetzt wirklich nachweisen? Dafür überlegt er sich einen Versuchsaufbau und sein erster sieht so aus. Er versucht eine Farbdressur mit verschiedenen grauen Platten, also so Kacheln wie Fliesen, die er nebeneinander auf einen Tisch legt und auf die Tafeln stellt er Schälchen.
Jetzt legt er eine Tafel dazu, die blau ist. Und auf die kommt ein Schälchen mit Zuckerwasser, das die Bienen natürlich anzieht, das Zuckerwasser. Die fliegen also alle zu diesem Schälchen auf der blauen Platte. Und dann wechselt er mehrfach die Position der blauen Platte, damit sich die Bienen nicht jetzt an diesen einen Ort gewöhnen können.
Und immer wieder finden die Bienen aber die blaue Platte mit dem Zuckerwasser. Und jetzt bietet er die Platten ohne Schälchen mit Zuckerwasser an und die Bienen suchen zunächst Fabierter nach. Du hast gerade einen schönen Versprecher. Zuckerwatte statt Zuckermasser. Komm, das können wir so gut stehen lassen.
Kleine Kürmisch. Schade. Oh, das ist ja... Das ist ja auch schön, Zuckerwatte. Ja, nach dem Süßen, das haben sie ja gesucht. Ja, ist eigentlich wurscht. Hätte man wahrscheinlich auch Zuckerwatte drauf packen können. Ja, aber die wäre halt wieder in sich schon bunt gewesen. Ja. Schade. Naja gut, also die blaue Platte mit dem Zuckerwasser, die suchen jetzt auf jeden Fall auch die Bienen.
Sie sind jetzt erstmal verwirrt, dass da jetzt nur noch die Platten sind, ohne das Schälchen mit dem Zuckerwasser. und sammeln sich dann aber nach und nach doch wieder an dieser blauen Platte. Also als hätten sie sich das gemerkt. Und das ist jetzt für Karl ein erster Hinweis, dass Bienen Farben wahrnehmen können.
Ja, weil sie ja quasi, ohne dass es da irgendeinen anderen Hinweis gibt, wieder zu dieser Platte fliegen. Also irgendwie müssen sie gesehen haben, das ist doch die, wo gerade Zuckerwasser drauf war. Also checken wir die mal ab. Genau, gesehen haben. Genau. Ja, leider werden die ersten Erkenntnisse, die er auf diesem Gebiet macht, durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen, wie das so oft in unseren Geschichten hier ist.
Und im Weltkrieg arbeitet er dann kurzzeitig tatsächlich wieder als Arzt und versorgt verletzte Soldaten, was ihnen sogar die Wiederaufnahme des Medizinstudiums in Erwägung ziehen lässt, weil er das dann doch ziemlich spannend findet. Aber die Bienen halten ihn sozusagen davon ab. Die begleiten ihn nämlich noch immer bei seinen Urlauben im Salzkammergut, wo er dann noch weitere Experimente durchführt, um dieser Frage nachzugehen.
Können Bienen denn jetzt Farben sehen? Und tatsächlich findet er auch in dieser Zeit die Liebe. Er heiratet die Krankenschwester Margarete Mohr, die auf einen Teil der Flitterwochen dann aber verzichten muss, weil er mit seinen Bienenforschungen beschäftigt ist. Also nicht nur die Eltern, die Geschwister und die Bediensteten müssen auf seinen Forscherdrang in der Kindheit Rücksicht nehmen, auch später muss sein Umfeld da sein.
Einfach sich gut anpassen. Die arme Margarete. Aber ich glaube, sie wusste, dass sie nicht nur Karl heiraten wird, sondern auch diese Bienen. Wahrscheinlich. Die Bienen und die, wie war das, 16 verschiedenen Fische und 27 verschiedenen. Wahnsinn. Auch die Totentiere. Ja, ja, das war ein Gesamtpaket. Aber man kann sagen, Karl nutzt jede Gelegenheit, um weiter zu forschen. und auch seine Flitterwochen.
Und er ist wohl in dieser Zeit auch erfolgreich und kann bald nachweisen, dass sich die Bienen aus der Entfernung von Farben leiten lassen. Aus der Nähe, aber eher vom Duft. Und das kann er mit verschiedenen Düften zeigen, die er in bunte Kästchen stellt. Und ja, kann das einfach jetzt auch zeigen. Und da macht er jetzt, Zitat, die folgenreichste Beobachtung seines Lebens. Das wollen wir jetzt natürlich wissen, was das ist.
Er beobachtet nämlich eine Kundschafterinnenbiene, wie sie zurückkommt in den Bienenstock und sieht, dass sie bei Ankunft im Bienenstock einen kleinen Tanz vorführt. Und dieser Tanz, der versetzt die anderen Bienen in dem Stock irgendwie komplett in Aufregung und bringt sie dazu, zu der ursprünglichen Futterquelle zurückzukehren, wo die Kundschafterin herkam.
Also irgendwie scheint das so eine Art Freudentanz, Lockentanz, ein eindeutiges Zeichen für diesen ganzen Bienenstock zu sein. Ja, also super, super spannend, was er da beobachtet. Die folgenreichste Entdeckung seines Lebens oder Beobachtung seines Lebens. Ja, und jetzt muss tatsächlich die ganze Familie ran.
Im Sommerhaus spannt er die gesamte Familie ein, um die Verständigung der Bienen weiter zu erforschen. Also er springt von seinem ersten Forschungsanliegen, ob sie denn jetzt Farben sehen können, zum nächsten, wie diese Bienen kommunizieren und was er da beobachtet hat. Ja, kennt man auch ganz gut solche Projekte, wo die ganze Familie anpacken muss.
Ich weiß nicht, ob du sowas auch schon mal hattest. Oder wo man in der Nacht vor einer Abgabe von irgendwas, einem Kunstprojekt oder so, gesagt hat, Mama, ich schaff's nicht oder Papa, du musst mir helfen. Und dann haben alle mit angepackt irgendwelche Kreise ausgeschnitten und waren mit von der Partie. Oder?
Ja, erzähl mal. Ich habe als erstes an die Röblings gedacht mit ihrer Brooklyn Bridge, wo auch die ganze Familie gebraucht wurde am Ende, damit sie es schaffen. Das aber nur, weil andere Familienmitglieder tot waren. Das ist ein bisschen makaber. Ja, das ist ein bisschen makaber. Ich habe tatsächlich unseren Podcast im Kopf. Da müssen ja auch immer Leute irgendwie, wir haben ja über Leonardo schon eine Folge gemacht, da mussten wir Hilfe haben, um die Leonardo-Brücke zu bauen und so.
Also es ist auch immer ein Gemeinschaftsprojekt hier. Da spannen wir oft viele Menschen ein. Wenn ihr wüsstet, wer hier noch im Hintergrund alles so rumspringt, auch mal in so einer Nacht-und-Nebel-Aktion. Also das ist ja auch ein Familienprojekt quasi. Absolut. Ja, also manchmal müssen alle mit anpacken. So ist es jetzt eben auch bei diesem Familienprojekt Bienen beobachten, wie sie da eben diese Tänze vollführen.
Und da kommen jetzt spannende Erkenntnisse raus. Also klar ist, dass damit irgendwas kommuniziert wird und was sie jetzt herausfinden ist, dass sie mit diesem sogenannten Rundtanz erstens den Ort der Futterquelle angeben und zweitens den Duft der Futterquelle übermitteln. Also mit ein paar Bewegungen können diese Bienen jetzt vermitteln, erstens hier befindet sich was, was gut ist, was lecker ist und zweitens danach riecht das. Also das könnte sozusagen dann...
Der Hinweis sein, was genau das ist. Also richtig stark, was sie da jetzt als. Innenfamilienleistung quasi herausfinden. Und nachdem dieser Tanz vollführt wurde, fliegen die Sammlerbienen los, um die Futterquelle zu finden. Also die interpretieren jetzt den Tanz und fliegen dann los. Und damit glaubt Karl, die Sprache der Bienen gefunden zu haben.
Allerdings hat er an der Stelle noch eine wichtige Sache übersehen. Mensch, Mensch, das klingt schon so vielversprechend. Ja. Ganz kurz, was jetzt bei Kai ansonsten noch so los ist. Also inzwischen lehrt er in Rostock als Hochschulprofessor, wo er eine gesellige Zeit hat mit vielen anderen jungen Kollegen.
Er genießt diese Zeit sehr, untersucht aber trotzdem auch weiter, was so abgeht in der Natur und unter anderem, ob Fische auf Musik reagieren. Also irgendwie dieses Ding mit Musik, Tanz und so, das ist so ein bisschen bei ihm geblieben. Und er dressiert dafür zum Beispiel einen Wels, den er Xawal nennt.
Also er gibt diesen Tieren jetzt auch Namen und er trainiert ihn, dass er bei Pfiffen auf ihn zuschwimmt. Und ich musste da irgendwie direkt an diesen Wels denken, den man da jetzt in Bayern gefunden hat. Oder den, den man erschossen hat. Warte, war der auch in Bayern? Ich habe Blick nicht mehr durch bei diesen ganzen Welsen.
Ja, ich glaube, es war nur einer, oder? Aber es war ja so ein bisschen das Sommerlocht hier. Ja, total. Aber das war ja der Witz. Es waren zwei. Ach so. Einer wurde erschossen und dann tauchte ein paar Wochen später ein anderer auf in einem anderen See. Ich glaube ja, aber der musste dann auch rausgefangen werden, also total schräg.
Oh mein Gott, ja vielleicht hätte man es einfach machen können wie Karl. Ein Nachkomme von Xaver, ja, man pfeift. Man hätte ihn einfach so ein bisschen auf Pfeifen trainiert, ein bisschen konditioniert. Stimmt, oh mein Gott. Wie so ein Haustier oder so. Ja wirklich, wie süß, dass er eben einfach auch Namen gegeben hat, das finde ich sehr lustig, dem Forschungsobjekt.
Pass auf, er hat das ja wieder nur gemacht, also dir muss ich das nicht sagen, du weißt es schon, aber hier für alle anderen, auch wenn das jetzt lustig klingt, ist das natürlich wieder eine wichtige Erkenntnis, die er da jetzt zusammen hat und zwar, dass die bisherigen Erkenntnisse widerlegt werden können und zwar dachte man bis jetzt, dass Fische kein Hörvermögen haben, aber das, was die zwei da jetzt erleben, das beweist das Gegenteil.
Ja, also irgendwie, genau, von den Farben zum Tanzen. Also er hat immer so ein bisschen so kuriose Ideen, was man jetzt oder wie man bei Tieren Sachen beobachten und erforschen kann. Ja, finde ich auf jeden Fall eine lustige Vorstellung, wie er da mit einer Flöte neben dem Aquarium stand und seine Fische herbeigefiffen hat.
Also hat schon so ein bisschen auch eigensinniger Professor-Vibes, aber ja, leider ist es nicht so, wie wir es uns vorstellen. Also ich stelle es wirklich wie in so einem Comic vor. Leider ist das Leben natürlich immer so ein bisschen schwieriger, als man es dann nachher erzählen kann. Es beginnt da auch wirklich eine schwierige Zeit, weil die Inflation voranschreitet.
Karl muss zusehen, dass er seine Familie ernährt bekommt und sogar einmal seine alten Schuhe zum Beispiel verkaufen, damit er Essen für seine Familie kaufen kann. Also das ist eine sehr magere Zeit und als er dann wieder in München an die Uni geht, kann er seine Untersuchungen des Gehörs von Fischen dann aber zum Glück erfolgreich weiterführen.
Während er dann so neben den Aquarien pfeift, muss das gesamte Institut tatsächlich auch still sein. Da gab es dann wohl so Hinweisschilder, wo draufsteht irgendwie, bitte nicht singen, bitte nicht pfeifen, damit da nichts durcheinander kommt. Also damit da kein Student auf die Idee kommt, vor dem Labor rumzuflöten.
Also ja, irgendwie kurios. Das waren Experimente, wichtige Versuche. Ja, kleiner Ausflug zu dem Gehör von Fischen war das hier. Vor allem jetzt heute ist uns das ja total klar, man kennt so Wahlgesang, es gibt auch Heringe, kommunizieren auch über das Gehör quasi, aber die machen Pupsgeräusche. Stimmt, ja, wo habe ich das denn auch nochmal leulich gelesen.
Aber so, ich glaube, heute irgendwie hinterfragt man es gar nicht mehr, dass Fische hören können, aber damals war das halt echt ein revolutionärer Gedanke. Ja, und auch so dieses, dass er die Fische auch richtig dressiert hat. Also, dass die quasi auf einen bestimmten Pfeifton gekommen sind und sich da Futter abgeholt haben. Das ist halt schon genial.
Also, weil man ja wahrscheinlich irgendwie erst dachte, ja, so ein Fisch, der kann sich eh nichts merken. Ja, und kann gar nichts hören. Ja, und das passt ganz gut. Ihr fragt euch vielleicht, warum machen wir hier noch diesen Ausflug zu den Fischen oder warum macht er den, eher besser gesagt. Es ist dann so, dass er im Winter immer mit den Fischen forscht.
Genauer beschäftigt er sich da auch vor allem mit Ellritzen und im Sommer mit den Bienen in seinem Sommerhaus. Also er holt sich da quasi so die perfekten Tiere herbei, die dann für die Jahreszeiten. Das ist so Saisonforschen. Saisonforschen, genau, das macht er, hat er wirklich perfektioniert. Und auch da hilft ihm wieder seine ganze Familie mit, wenn er zum Beispiel den Geschmackssinn der Bienen untersucht und Zuckerwasser anbietet.
Da müssen seine Kinder dann sich durch verschiedene Zuckerwasserlösungen probieren. Fanden sie wahrscheinlich nicht ganz so schlimm, schätze ich mal. Das für den Job hätte ich mich auch angeboten. Ich auch, definitiv. Das ist die Aufgabe, ja. Als die Nazis dann aber immer mehr Macht bekommen, wollen sie Karl eigentlich loswerden.
Aber weil eine Bienenseuche ausbricht und er ja der berühmteste Bienenforscher ist, wird er unabdingbar. Trotzdem ist der Krieg natürlich auch für ihn eine sehr harte Zeit. Sein Wohnhaus in München, sein Zoologisches Institut werden zerstört und er geht dann ins Salzkammergut. das bleibt so ein bisschen sein sicherer Ort, um dort seine Untersuchungen fortzusetzen.
Ja, immer wieder das Sommerhaus. Ich glaube, das war wirklich so sein größtes Glück. Es war wohl damals so, dass die Mutter den Vater überzeugt hat von diesem Ferienhaus und ich glaube, das war wirklich so, ja, eigentlich der Ort ja seines Schaffens. Und jetzt kann er da, jetzt kommen wir endlich dazu, die Tänze der Bienen noch detaillierter beobachten und beschreiben.
Und da bemerkt er jetzt, dass der Rundtanz nicht nur über Reichtum und Art der Futterquelle aussagt, sondern auch über dessen Lage. So ein bisschen angedeutet hatte sich das ja schon. Und der Rundtanz zeigt jetzt sogar, dass die Stelle, die es zu finden gilt. Nicht weiter als 50 bis 100 Meter entfernt ist.
Also er findet heraus, Rundtanz wird aufgeführt gleich. Es wird eine Futterquelle angezeigt, die 50 bis 100 Meter entfernt ist und ist sie weiter entfernt, kommt es stattdessen zu einem anderen Tanz und zwar zum Schwänzeltanz. Also das ist jetzt quasi das Neue, was er bei seiner ersten Erforschung nicht rausgefunden hat, dass das verschiedene Tänze sind und dabei nimmt das Tanztempo mit zunehmender Entfernung ab.
Also es ist wirklich total ausgeklüngelt, wie diese Tänze aufgeführt werden. Also entspricht jede Entfernung einem bestimmten Tanztempo. Und das heißt also, wenn jetzt die Futterquelle weiter weg war, dann haben die langsamer getanzt. Genau, ja, genau. Und je langsamer, desto weiter war sie entfernt. Und es war quasi, also wirklich auch sehr exakt, 50 bis 100 Meter war eben dieser eine Tanz.
Und dann, wenn das weiter entfernt war, war es dieser Schwänzeltanz. Also unglaublich. Ja, und auch die Richtung wird bestimmt. Ein Schwänzlauf nach oben zeigt an, dass der Futterplatz in der Richtung der Sonne liegt. Weicht er nach rechts oder links um einen bestimmten Winkel ab, bedeutet das eine andere Flugrichtung, die um den gleichen Winkel nach rechts oder links vom Sonnenstand abweicht. Also es ist unglaublich.
Es ist also eine viel exaktere Kommunikation als wir Gründer. So drauf haben. Also klar, wir können sagen, keine Ahnung, geh in die Annastraße rein. Also wir haben uns quasi eigene Systeme ja natürlich in unserer Kultur überlegt. Aber wenn wir jetzt so auf dem platten Land sind, ja, dann kann man sagen an der Birke rechts oder so. Aber die können quasi neue Orte, die sie gefunden haben, exakt beschreiben.
Nur durch diese ganz differenzierten Winkelangaben und Längenangaben. Also das ist richtig beeindruckend. Also das kommt on top jetzt. Umso beeindruckender, dass er dieses System entschlüsselt. Und es ist aber jetzt natürlich, wir sprechen über Entfernungen, die man auch jetzt nicht mehr nur, also es sind zwar kleine Tiere, aber es bedeutet nicht, dass das alles hier im Miniaturformat stattfindet.
Wir reden ja über weite Entfernungen jetzt und deswegen muss auch Karl kreativ werden und sich echt was überlegen, wie er auch diese Entfernungen überbrücken kann. Und dafür hat er wohl zum Beispiel, es gab ja auch noch keine Walkie-Talkies oder so irgendwelche Funkgeräte, wo man jetzt hätte sagen können, du stellst dich an den Baum, ich an den anderen und dann gucken wir, wenn sie bei dir vorbeikommen.
Er hat einen Kuhhorn wohl manchmal zur Hilfe genommen. In das man dann hineinblasen konnte, damit man ja einfach einen lauten Ton erzeugt, den auch du, wenn du jetzt bei den Bienen am Bienenstock gestanden hättest, noch gehört hättest oder auch eine Kuhglocke hat wohl funktioniert manchmal und dann konnte man sich so ein bisschen gegenseitig informieren, okay.
Sie ist da oder sie ist noch hier. Ja, es ist wirklich ganz spannend, wie er das da gemacht hat. Und er hat die wohl auch mit Farben dann markiert und so. Also klar, sonst kannst du die ja wahrscheinlich eher nicht auseinanderhalten. Also richtig spannend. Er ist da wirklich seinem Kindheits-Ich treu geblieben, dass genau dort die ersten Frösche und Lurche gefangen hat.
Ja, und seine Anstrengungen lohnen sich sehr. Seine Beobachtungen sind so umfangreich, dass er sie veröffentlichen kann und 1973 den Nobelpreis erhält für diese Erkenntnis der Bienentänze, der Kommunikation der Bienen. Und diese wachsende Berühmtheit wird ihm aber auch schnell zu viel, sodass er zum Beispiel bei der Auszeichnung des Nobelpreises seinen Sohn Otto schicken muss, der den die Auszeichnung, also den Nobelpreis entgegen nimmt.
Also er ist da dann doch eher der, der Ruhe in der Natur finden muss, als so das große Rampenlicht zu suchen. Und es überwältigt ihn auch so ein bisschen, wie viel... Aufmerksamkeit er dann da bekommt im hohen Alter ja auch noch. Ja, er forscht wirklich bis ins ganz hohe Alter. Er hat auch mit 90 noch so einen kleinen Unfall beim Forschen, denn da stürzt er, während er eine Ringelnatter untersucht, gerade beobachtet, von der Brücke runter.
Also er kann einfach seine Augen nicht von Tieren lassen. Das wird ihm da fast noch zum Verhängnis. Sechs Jahre später stirbt er dann, also mit 96 Und vorher warnt er noch, dass es wichtig ist, die Biologie als Ganzes zu betrachten, dass alle biologischen Prozesse ineinander greifen und dass es wichtig ist, das zu bewahren, bevor es zu spät ist.
Auch das schon nochmal ein wichtiger Schlussappell, wo er doch sein Leben lang auch Artenvielfalt beobachtet hat. Ja, genau. Und auch in seinem sehr langen Leben ja beobachten konnte, dass die auch abnimmt. Also wenn man weiß, was schon mal da war, ist das natürlich umso schlimmer, wenn man sieht, dass verschwindet.
Das sogar schon in einer Generation. Ja, das als Schlussappell seines Lebens und als Schlussappell dieser Folge. Ich glaube, ich werde Bienen nie wieder mit denselben Augen sehen können und das ist auch gut so. Wir machen jetzt einen Schwänzeltanz zum nächsten Eis, würde ich sagen. Ich hoffe, ihr habt noch einen schönen Sommertag, genießt es und vielleicht beobachtet ihr demnächst die nächste Biene beim Tanzen.
Oder ihr hört noch eine Folge, wir haben ja auch hier noch mehr Folgen aus der Natur mit Forscherinnen, fällt mir gerade ein, die selber auch ganz viele Tiere beobachten. Wir hatten ja das Spezial mit dem Tierisch-Podcast. Tierisch-Podcast oder auch mit Jasmin Schreiber. Das passt, glaube ich, beides gut. Da krabbelt es auch ordentlich.
Jasmin Schreiber ist auch so ein bisschen der Karlritter von Frisch dieser Zeit, finde ich. Weil sie auch so absolute Tierliebe hat und da auch wirklich Kuriose sammelt. Stimmt, gute Empfehlung. Verlinken wir euch nochmal. Also wir haben hier jede Menge, was euch die Zeit bis zum nächsten Science Samstag überbrücken kann.
Bis dahin, macht's euch schön und tschüss. Tschüss.