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Shownotes
Wo versteckt es sich nur, dieses Element, das im Periodensystem noch fehlt? Element Nummer 75 wird die Lebensmission von Ida Tacke und ihrem Freund Walter Noddack. Werden sie es finden?
Wie würdet ihr ein Element nennen, wenn ihr es entdeckt? Was sind eure Merksätze fürs Periodensystem? Und wo kann das antike Periodensystem von Luisa einziehen? Meldet euch!
“Behind Science” gibt’s jeden Samstag – am Science-Samstag. Zwischendurch erreicht ihr uns per Mail und Instagram (instagram.com), und hier gibt's unsere Links, die gerade wichtig sind (linktr.ee/behindscience).
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Schön Zeit Samstag, das sagen wir jetzt hier schon seit zweieinhalb Jahren. Und während wir das sagen, können wir euch ja auch mal noch ein bisschen mehr erzählen, sitzen wir meistens ganz gemütlich zu Hause. Und bei mir bedeutet zu Hause an meinem Schreibtisch in meinem Wohnraum, nenne ich es mal. Weil das ist gleichzeitig Küche, Esszimmer, Wohnzimmer.
Ihr seid also hier mittendrin in meinem Leben. Alles einen Schritt entfernt. Und bei dir hat sich das Zimmer auch ein bisschen verändert jetzt nochmal, so würde ich sagen, im letzten halben Jahr. Ja, auf jeden Fall. Ja, ich sitze im Büro und das Büro war vorher auch so ein bisschen Gästezimmer, könnte man sagen.
Und jetzt ist alles, was an Gästezimmer erinnert, verkauft und das Ganze ist ein Wäscheraum geworden. Und natürlich immer noch mit Schreibtisch und so drin, aber hier steht dauerhaft ein behängter Wäscheständer, weil, ich weiß nicht warum, aber sobald ein Kind in ein Leben tritt, muss man so viel waschen.
Es ist wirklich, es hängt mir so zu den Ohren raus, zu waschen. Also das ist bisher das, was ich glaube ich am nervigsten finde. Ja, und viele Bäuerchen hängen in deinen Klamotten, ne? Deswegen passiert das. Ja, sehr, sehr viele. Aber ich glaube, wir haben die Bäuerchenphase jetzt überwunden. Ah ja. Also, boah, den Tag markiere ich mir auch wirklich rot im Kalender.
Das ist ein bisschen weniger waschen dann, glaube ich. Ja, aber was kommt dann? Jetzt kommt die Krabbelphase da und die Brei-Phase. Ja, ich wollte gerade sagen. Dann kommt die nächste. Aber jetzt hast du doch Karotte und Süßkartoffel überall. Genau. Und das geht wirklich nicht raus. Oh Gott, jetzt wird es ein Mom-Podcast. Okay, wir brechen ab, Leute. Aber Karotte ist wirklich Error.
Storno. Storno. Erzählt doch ihr mal, wie es bei euch aussieht, während ihr uns hier zuhört. Das interessiert mich ja sehr. Ja, also ich frage mich zum Beispiel, ob ihr so irgendwie so nerdige wissenschaftliche Gegenstände um euch habt oder gar nicht. Ganz ein anderes Setting. Ja, mal uns irgendwie so ein bisschen an so einen Ort denken.
Also bei mir stand hier auch jetzt eine Weile noch ein richtig fettes Chemiebuch neben mir. Aber ich habe es jetzt aussortiert. Also ich fand das eine Weile so cool, wenn man dann irgendwie so, wenn Leute zu Besuch kamen, sagen konnte, ja, ja, genau, ich habe das mal studiert. Ja, ich bin schlau. Ja, genau, ich bin schlau, auch wenn ich mich nicht mehr an alles aus dem Buch erinnere. An nichts.
Aber jetzt habe ich es auch gemacht wie du mit den Gästezimmersachen. Ich habe es jetzt einfach secondhand verkauft und jetzt ist es bei einem Chemiestudenten im fünften Semester gelandet. Ich hoffe, da erfüllt es noch einen Zweck. Ja, du hast mich inspiriert, auch mal meine Chemiebücher vielleicht irgendwie bei Kleinanzeigen reinzusetzen.
Aber ich habe was anderes aussortiert, was sehr lange bei mir im Hintergrund hing und zwar ein riesiges Periodensystem. Und ich könnte mir vorstellen, wir haben das hier uns zusammen erdacht. Dass jemand von euch das besser gebrauchen kann, hinter sich irgendwie oder neben sich oder vor sich oder unterm Kopfkissen oder so.
Deswegen wollen wir euch das gerne verschenken an einen hier aus der Community. Ja, und du musst mal beschreiben, wie toll das aussieht. Also das ist jetzt nicht einfach nur so ein riesiges Plakat oder so, sondern das ist, wie beschreibt man das? Das ist auf alt gemacht. Das sieht aus wie so eine Landkarte, so eine alte.
Stimmt. So aufgerollt. Ja, genau, so ein aufgerolltes Plakat quasi. Und so ein bisschen, es sieht halt aus wie ein altes Periodensystem von damals. Aber man kann da halt noch ziemlich gut mit lernen. Es sieht schön aus und man kann damit lernen. Wobei ich finde, das Periodensystem sieht irgendwie immer schön aus.
Ich mag diese bunten Kästchen und so und was man da alles rauslesen kann. Total. Aber ja, wir wollen euch das verschenken hier in der Community. Also schreibt uns total gerne mal, wenn ihr ein Periodensystem gebrauchen könnt und wofür, dann verschönern wir damit gerne den Raum, in dem ihr vielleicht uns immer hört.
Dann könnt ihr da vielleicht mal nachgucken, wenn wir hier ein Element erwähnen oder wenn ihr es einfach nur so haben möchtet, um für eine Prüfung zu lernen oder weil ihr es schön findet, schreibt uns total gerne und dann wählen wir jemanden aus und schicken dieser Person das Periodensystem, was bei mir ausgedient hat.
Ja, ich würde sagen, weil wir es jetzt auch hier über diesen Kanal verkündet haben, ihr dürft einfach über jeden Kanal euch melden, den ihr möchtet. Und wir werden bei Instagram vielleicht ein Bild nochmal davon teilen, dann könnt ihr es auch sehen. Aber meldet euch auch gerne hier in den Kommentaren oder per Mail bei uns und dann sammeln wir mal bis Freitag.
Und dann können wir euch am nächsten Samstag verraten, wer es gewonnen hat. Oh ja, da freue ich mich drauf. Ja, das ist schön. Och, und es passt auch zur Folge heute. Es passt sehr, sehr gut zur Folge. Wir sprechen nämlich heute über Ida Tacke und die Entdeckung des letzten fehlenden Elements im Periodensystem.
Behind Science – Geschichten aus der Wissenschaft Mit Marie Eickhoff und Luisa Pfeifenschneider, Erinnerst du dich noch, als der Chemie-Prof damals gesagt hat, ihr müsst für die Prüfung das Periodensystem auswendig können. Und das war wirklich so, wie bitte? Das Ganze? Es kam einem wirklich so riesig, also auch mit dir allen Zahlen, die irgendwie irgendeine Bedeutung haben.
Und wir dachten so, oh mein Gott, das ist dasselbe, als würde er sagen, ihr müsst den Duden auswendig lernen. Und dann weiß ich noch, wir waren ja immer zu dritt in dem Studium, mit der dritten im Bunde, saß ich dann in der BIP und dann haben wir uns immer gegenseitig abgefragt, mussten immer alle Ordnungszahlen und so weiter aufsagen und dann habe ich immer, statt Iridium, Imodium gesagt und ich weiß nicht, ob du Imodium kennst, das ist ja ein Durchfallmedikament. Ach du Scheiße.
Ja, genau. Ach du Scheiße. Und irgendwie hat man das immer in so Urlauben, die etwas weiter weggehen, dabei und ich immer Imodium und sie so Nein, Iridium. Oh Mist. Und ich erinnere mich, richtig witzig, ich erinnere mich auch noch an einen Merksatz. Ja, ich erinnere mich nämlich an keinen mehr. Nee, und zwar ist das, Halli, hallo, liebe Nathalie, komm rüber, Cäsar friert.
Also Wasserstoff H, Lithium, Natrium, Kalium, Rubidium, Cäsium und Frankium. Also Halli, hallo, liebe Nathalie, komm rüber, Cäsar friert. Also die erste Reihe kannst du noch. Die erste Reihe, aber das war es dann, glaube ich, auch. Also die Alkali-Metalle, die sind noch drin. Ich bin beeindruckt. Dafür reicht. Null Wissen mehr da.
Ja, aber Hammer, also ich bin hin und weg und vielleicht, das ist doch auch toll, kommentiert gerne mal eure Merksätze. Oh ja, wenn ihr sowas mal hattet in der Schule oder in der Uni oder auch nur privat oder wie auch immer, vielleicht könnt ihr uns da ja auf die Sprünge helfen, dass wir da wieder drauf kommen.
Ich finde es richtig schade, dass man sowas vergisst, also was ist los mit dem Gehirn, dass man sowas nicht einfach behalten kann. Man muss es halt immer wieder auffrischen, ne? Ja, aber ich weiß auch noch, dass also wirklich Merksätze gefehlt haben und dass wir uns die selber ausgedacht haben zum Teil.
Und das ist ja oft so bei so Merksätzen, die du dir selber ausdenkst, die sind viel zu kreativ, um die sich lange zu merken. Ja, genau. Das muss schon so eine Geschichte sein. Ja. Also es ist gar nicht so leicht, sich sowas auszudicken. Ja, deswegen schreibt mal euer Best auch hier in die Kommentare.
Und genau, wir haben uns manchmal auch Elemente rausgesucht mit lustigen Namen. Oh ja. Das war auch so ein kleiner Sport von uns. Da kommen wir bestimmt gleich noch zu. Vielleicht noch mal ganz kurz, für alle, die jetzt auch nicht in so einem Hörsaal saßen, wo ein Periodensystem an der Wand hing, ganz kurz noch mal, was ihr im Periodensystem überhaupt findet.
Also es ist ja eine Übersicht von allen bekannten chemischen Elementen. Und die sind in diesem System nach ihren chemischen Eigenschaften sortiert. Das Periodensystem hat acht Spalten mit Haupt- und Nebengruppen und sieben Zeilen, das sind die Perioden. Und ganz oben links in der Ecke ist zum Beispiel Wasserstoff, weil das das Element mit der kleinsten Masse ist. Genau.
Und warum steht es da? Weil es so eine kleine Masse hat. Genau. Ja. Und ich würde sagen, weil du es gerade schon angesprochen hast, ein Element mit lustigen Namen war für mich auf jeden Fall Wolfram. Ich glaube, das war mein Top-Element. Wie witzig. Ja, ich weiß jetzt nicht, was mein Top-Element war.
Das klingt so menschlich. Ja, ist das nicht auch ein Name? Ja, Wolfgang. eher, ne? Aber Wolfram gibt's auch, ne? Ja, denke ich irgendwie auch. Ist auch schon cool, wenn man wie ein Element heißt. Also das Luisa-Element gibt's leider nicht. Aber ich weiß noch, dass wir auch gesagt haben, Pfeifenschneiderium könnte auch gut ein Element sein.
Weil es sind ja dann doch einige auch nach Nachnamen erbenannt. Die kommen euch vielleicht auch bekannt vor, sowas wie Rutherfordo, nochmal, Rutherfordori. Rutherfordium, Meine Güte, Röntgenium oder Maidnerium, diese Maidner haben wir hier auch schon mal vorgestellt zum Beispiel und noch mehr sind auch nach Ländern benannt, zum Beispiel Polonium, Germanium, Europium, also da kann man mal wirklich gucken, was man da so für Elementgruppen, wie die so benannt werden, so finden kann.
Seltener sind Städtenamen dabei, aber es gibt zum Beispiel auch Darmstadium. Und das Element, das als allerletztes entdeckt wurde, ist das Element Nummer 75. Das heißt Renium, benannt nach dem Rhein. Das finde ich ganz besonders schön, weil wir ja sehr geprägt sind vom Rhein. Und das haben wir uns rausgepickt, das allerletzte Element für dieses Periodensystem, damit es komplett wurde.
Oh ja, das wollen wir uns jetzt heute genauer angucken. Und jetzt könnte man sich schon fragen, ist das vielleicht ein Hinweis, dass es im Rheinland entdeckt wurde? Nee. Ich würde sagen, noch besser. Die Entdeckerin höchstpersönlich kommt aus dem Rheinland und deshalb möchten wir sie euch heute vorstellen.
Also nicht deshalb, aber ich fühle mich jetzt deshalb schon besonders nah. Noch verbundener, ne? Genau, und zwar ist Ida Tacke in Wesel-Lackhausen geboren, 1896, also vor 129 Jahren. Sie hat zwei ältere Schwestern und ihre Eltern, die haben einen technischen Betrieb, denn ihr Papa ist Lackfabrikant, also sie haben eine Lackfabrik.
Und Ida hat irgendwie so ein Faible fürs Technische. Ihr wird erzählt, dass sie das vielleicht von ihrem Großvater geerbt hat, den hat sie aber leider nie kennengelernt. Trotzdem folgt sie so ein bisschen ihrem Interesse, kann dann auch eine Privatschule für Mädchen besuchen, das ist so die Schule für höhere Töchter, macht dann ihr Abitur in Aachen und zieht dann fürs Studium nach Berlin.
Also durchläuft da ja so eine ganz klassische Grundausbildung. Ja, das klingt jetzt ganz klassisch, aber dass sie das macht, ist sehr beeindruckend, denn an der TU Berlin startet sie damals als einzige Frau im Studiengang Ingenieurwissenschaften und ich habe mal nachgeguckt, wie die Quote heute ist. 2023 waren 26 Prozent der Menschen, die ein Ingenieurstudium in Deutschland abgeschlossen haben, Frauen.
Also rein starten und abschließen ist natürlich eh irgendwie nochmal ein bisschen eine andere Nummer, aber sagen wir mal, immerhin ungefähr fast ein Viertel heute sind Frauen. Ida ist damals ganz alleine und sie geht dann. Ja, sucht sich so ein bisschen Gruppen, wo sie nicht alleine ist, also sie geht in eine Damenverbindung, hört sich Vorlesungen und Vorträge an von Frauenrechtlerinnen, sie schleicht sich auch mal verkleidet als Mann in Vorlesungen, wo eigentlich, ja.
Nur Männer gesehen werden möchten. Also bei ihr war das damals eine Philosophie-Vorlesung, lag jetzt nicht unbedingt am Fach, aber da war wohl so ein Prof, der nicht wollte, dass Frauen dazuhören. Und dann hat sie auch mal diese Methode ergriffen zu sagen, okay, dann verkleide ich mich halt, um reinzukommen. Sie sucht sich da so ihren Weg.
Ja, sie muss sich ihren Weg suchen. Lässt sich auf jeden Fall nicht aufhalten oder einschüchtern. Und sie hat 1921 dann ihren Doktortitel der Titel in Chemie in der Tasche, also das Ganze zahlt sich wirklich aus, dass sie da dran geblieben ist und damit bekommt sie ihre erste Festanstellung in einem Chemielabor in Berlin bei einer Turbinenfabrik der AEG und in der Zeit lernt sie auch Walter kennen, Walter Noddack.
Er promoviert zur gleichen Zeit wie sie und sie beschließen sich zusammen auf die Suche nach etwas sehr, sehr Besonderem zu machen und zwar nach dem letzten stabilen Element, das im Periodensystem noch fehlt. Und zwar Element Nummer 75. Das klingt wie so ein Roman, Element Nummer 75. Die Suche nach Element 75. Ja, und jetzt fragt ihr euch vielleicht, warum wussten die eigentlich, dass genau das noch fehlt?
Das liegt daran, dass die Elemente im Periodensystem Ordnungszeilen haben. Das haben wir hier eben schon mal benutzt, dieses Wort. Und vielleicht ist euch das auch schon mal begegnet. Also wenn man sich das Periodensystem anguckt, steht die immer oben links und es sieht eigentlich so aus, als hätte nur jemand mal die Elemente durchnummeriert.
Aber diese Zahl, die Ordnungszahl gibt an, wie viele Protonen im Atomkern von einem Element sind und diese Zahl ist für jedes Element ganz charakteristisch. Wasserstoff steht ja ganz vorne oben links, Hallihallo, ihr erinnert euch. Hat ein Proton, Helium hat zwei und so geht das dann weiter. Und welches Element 75 Protonen hat, das ist damals noch unklar.
Also man kennt die Nachbarn, man weiß, welches 74 und 76 hat, aber welches genau 75 hat, das weiß man noch nicht. Und um dieses Element jetzt zu finden für diese Mission, kündigt Ida ihren Job. Und das ist ein krasser Schritt, denn ab jetzt arbeitet sie unbezahlt mit Walter zusammen. Er ist als Assistenz an der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt angestellt.
Sie ist ja nur... Seine unbezahlte Assistentin, vielleicht könnte man es so formulieren. Ja, diese berufliche Mission verbindet die zwei aber so intensiv, dass sie das mitmacht. Und man muss sagen, eventuell verstehen sie sich auch darüber hinaus recht gut. Ja, vielleicht komme ich auch deswegen darauf, dass sich das andert wie ein Roman.
Die Suche nach dem Element 75 und die Suche nach der Liebe. Die haben sie schnell gefunden. Ja, wirklich. Ja, und als Ida und Walter dann heiraten, ist auch ihrem Vater, also Idas Vater klar, die Lackfabrik in Wesel, die wird Ida leider nicht übernehmen. Sie hat ja eine andere Mission. Sie beginnt ja jetzt, das Element Nummer 75 zu suchen mit ihrem Jetzt-Ehemann.
Aber die beiden bemerken schnell, dass es sehr, sehr selten sein muss. Deshalb versuchen sie mit Mineralien zu arbeiten, in denen möglichst viele Elemente vorkommen. Also man muss sich ja jetzt vorstellen, das ist ja wirklich wie die Suche nach der Nadel im Heuhauchen. Also man muss jetzt gucken, wo könnte sich das irgendwie verstecken, also wo könnte das sich aufhalten sozusagen. Und jetzt ist da quasi die Hoffnung da, dass das Element Nummer 75 eben dabei ist, wenn sie sich verschiedene Mineralien anschauen.
Sie arbeiten jetzt auch mit Literatur von 100 Jahren, also gucken 100 Jahre sozusagen zurück, arbeiten diese Literatur durch, um mehr über die Nachbarn im Periodensystem zu erfahren. Das sind Wolfram, dein Lieblings-Element und Osmium, um die Eigenschaften vielleicht für dieses unbekannte Element herausfinden zu können und daraus ableiten zu können und quasi dann über die Eigenschaften daran zu kommen, wie man dieses Element herausfindet.
Finden kann, also wie man das da raus gewinnen kann. Superspannend und komplex, was sie sich da vorgenommen haben. Das klingt echt so menschlich, weil man sagt, ja, wir gucken uns mal die Nachbarn an, die Nachbarschaft hier, Wolfram. Wolfram ist eigentlich schon Wolfram. Für jemand ist, der in der Mitte wohnt.
Die so drauf sind und mal gucken, wer da ist. Genau. Also sie haben, sie wissen schon, an welche Stelle dieses Element soll, aber wissen halt nicht, wie sie es finden. Und deswegen Deswegen verarbeiten sie insgesamt hunderte Mineralien und fragen sich immer wieder, wenn Element Nummer 75 mit hier drin ist, was müssten wir dann tun, um es von den anderen zu trennen?
Und dabei hilft ihnen jetzt ihr Kollege Otto Berg, der ist Experte für Röntgenspektroskopie und mit dieser Technik schaffen sie es 1925. Ida sagt später, es war in den ersten Junitagen, also es muss ein sehr einschneidendes Erlebnis für sie gewesen sein, sie schaffen es drei charakteristische Linien des Elements Nummer 75 zu entdecken.
Also wie diese Spektroskopie funktioniert, da könnt ihr euch vielleicht die Folge über Gustav Kirchhoff nochmal anhören, da erklären wir das ein bisschen ausführlicher, aber sie entdecken da jetzt auf jeden Fall charakteristische Spektrallinien. Die für dieses Element stehen müssen. Und in der Anlehnung an Idas Heimat taufen sie dieses Element, was sie da entdecken konnten, auf den Namen Renium.
Sehr schön, das hätte ich mir auch vielleicht sogar überlegt, weil ich dem Rhein so verbunden bin. Aber wahrscheinlich hätte ich Pfeifenschneiderium genommen, weil ich es auch irgendwie lustig passend klingt, finde. Vielleicht findest du das noch. Vielleicht. Aber ich glaube, ja, es sind ja wie gesagt schon alle entdeckt.
Da muss ich irgendwas anderes entdecken. Eine Schnecke oder ein Käfer. Da bin ich ja immer noch von überzeugt, dass das auch schön wäre. Naja, als sie auf jeden Fall später gefragt wird, ob sie stolz auf ihre Entdeckung war. Und da sagt sie dann so, also winkt das quasi so ein bisschen ab. Ja, teils stolz, aber sie hätten ja fest damit gerechnet.
Also klingt fast so ein bisschen als, ja wirklich, so richtig bescheiden. Ja, mein Gott, wir wussten ja, dass es da ist. Also es war nur eine Frage der Zeit. Es war tatsächlich sehr, sehr viel Fleißarbeit, die nur durch die Hartnäckigkeit von Ida abgearbeitet werden konnte. Und deswegen konnte das Ganze geschafft werden. Also ich finde, das ist keine kleine Leistung.
Also bitte, liebe Ida, wenn du uns hören kannst, red das hier nicht klein, dass du das Element entdeckt hast. Auch wenn es nur in Anführungsstrichen Fleißarbeit war, auch die musste man ja leisten. Und obwohl man jetzt wusste, das ist da, muss man ja da erst mal hinterkommen, wie man es zeigt, dass es da ist.
Wir wissen ja jetzt, dass das auf jeden Fall ein sehr seltenes Element ist. Renium ist ein Schwermetall, aber mit einem ganz besonders hohen Schmelzpunkt. Und 3.180 Grad, das ist der höchste Schmelzpunkt von einem Element im Periodensystem nach Wolfram. Also nur das ist noch höher. und man muss sagen, wenn Rhenium geschmolzen ist, ist es ein silberweißes Metall, so könnt ihr es euch vorstellen und deshalb wurde das in den USA damals dann auch ziemlich schnell beliebt, um es für Schmuck zu verwenden oder für medizinische Instrumente.
Aber weil es so selten ist, es ist sogar seltener als Platin und Gold, ist es auch sehr wertvoll. Und wertvoll wirklich im Sinne von, es hat einen hohen Wert und ist teuer. Selten, gleich wertvoll, gleich teuer. Ja, gleich teuer. Also wirklich teurer als Platinum und Gold. Das ist schon wirklich krass.
Und um damals das erste Gramm-Rhenium herzustellen, waren 30.000 bis 50.000 Mark nötig, schätzt wieder später in einem Interview. Es wurde im Panzerschrank der Firma Siemens deshalb sofort gesichert. Ja, also schon verrückt, dass irgendwie die entdecken dieses Element und dann muss das am Ende in so einem Panzerschrank gesichert werden.
Ja, aber auch irgendwie ... Das ist aufregend, finde ich. Ja, natürlich, sonst hätte es ja schon mal jemand vorher gefunden. Es wird damals tatsächlich dann eher technisch genutzt, zum Beispiel in der Flugzeug- und Raketentechnik und Ida und Walter werden mehrmals auch für den Nobelpreis nominiert für diese Isolierung des Elements 75, bekommen ihn aber tatsächlich nie.
Ida forscht trotzdem weiter ihr Leben lang. Sie sagt selbst. Schön ist es zu forschen und man kommt nicht davon los. Klingt ein bisschen wie so eine Sucht bei ihr. Auch nicht die erste, wo wir feststellen, das ist wirklich wie so ein bisschen fast besessen von Forschung und dass es irgendwie immer was Neues zu entdecken gibt.
Also so geht es ihr da auch. Sie kommt wirklich gar nicht davon los. Ist umso trauriger, dass sie diesen Nobelpreis nicht bekommen hat. Und es gibt aber noch eine Situation, von der müssen wir euch erzählen. Die hat jetzt nichts mit dem Renium zu tun. Aber sie sorgt da schon für sehr viel Wirbel. Denn 1934, da legt sie sich mit ganz großen Physikern an und sagt was voraus, was andere damals noch nicht sehen. Und zwar Kernspaltung.
Es gibt damals den italienischen Physiker Enrico Fermi. Der beschießt damals Elemente mit Neutronen. auch Uran und er deutet das Produkt, das dabei entsteht, als Transuran. Ein Element mit höherer Ordnungszahl als Uran und auch ein schwereres Element. Ida widerspricht ihm und sagt ... Nee, ich glaube, dass diese Atomkerne des Urans in Bruchstücke zerfallen.
Sie sieht da Kernspaltung. Und ja, widerspricht damit echt den ganz Großen. Mhm, Kernspaltung, darüber haben wir auch schon einige Folgen gemacht, auch was später daraus geworden ist, der Bau der Atombombe, also da haben wir hier eine ganze Reihe bei Behind Science, könnt ihr euch gerne mal durchhören.
Und dass schwere Kerne in kleinere, leichte Bruchstücke zerfallen, wird von der Wissenschaft damals wirklich ausgeschlossen. Also das ist, da über diese Grenze, über diese Linie wagt sich auch irgendwie keiner. Es widerspricht nämlich dem Wissensstand von damals. und Fernie bekommt für seine These mit dem Transuran tatsächlich den Nobelpreis, aber später kommt dann raus, Recht hatte er eigentlich nicht.
Ja, wissen wir jetzt nicht so genau, woran es gelegen hat. Wer hatte denn dann wohl Recht? Auch Otto Hahn glaubt Idas Theorie nicht. Otto Hahn ist auch einer der sehr wichtigen Player, wenn es um Kernspaltung geht. Der taucht auch in unseren Folgen immer wieder aus. Und er glaubt es nicht, bis er selbst die Kernspelchung 1938 bestätigt.
Und das ist, finde ich, ja wieder der Klopper. Er bekommt dann dafür den Nobelpreis. Die alte Geleier. Ja, genau. Er hat wohl damals dann irgendwann zugegeben. Und sie, also Ida, hatte doch recht. Also das hat er dann wohl doch auch gesagt. Aber sie bekommt den Nobelpreis eben nie. Immerhin bekommt sie 1931 als erste Frau.
2022 war sie auch die einzige Frau damit. Die Liebig-Gedenkmünze der Gesellschaft Deutscher Chemika, also die Anerkennung bekommt sie. Und ja, immerhin das aber kein Nobelpreis. Kurz darauf kommen dann die Nazis in Deutschland an die Macht und auch das hat nochmal einen großen Einfluss auf Idas Arbeit. Den Abstecher müssen wir hier noch machen.
Die Nazis versuchen nämlich die Forschung an nationalsozialistische Ideologien anzupassen und sogenannte deutsche Chemie zu fördern. Und Ida und Walter ziehen in der Zeit danach Freiburg um. Walter übernimmt dort eine Professur, die vorher ein ungarisch-jüdischer Chemiker hatte, der geflüchtet war. Und auch Ida und Walter geht es an der Uni nicht so gut.
Ida als Frau in der Wissenschaft passt nicht zur Weltsicht der Nazis. Frauen sollten an den Herd, sollten Mütter sein, sollten zu Hause bleiben, also keine berufliche und wissenschaftliche Verantwortung tragen. Also wie so viele Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen leiden auch sie dann unter dieser Zeit leider, aber zum Glück konnten sie ihr Element 75 vorher entdecken.
Also da konnten sie schon einen Haken dran machen. Ja, und also das ist auch wieder so einfach so unlogisch, weil sie soll eine Mutter sein, aber sie bekommen überhaupt gar keine Kinder und deswegen ist für Ida doppelt klar, sie möchte weiterforschen und das macht sie auch. Sie machen dann zusammen noch weitere Stationen in Straßburg, in Bamberg.
Und in Bamberg gründen sie schließlich auch ein eigenes kleines Forschungsinstitut für Geochemie. Und da nehmen sie dann einfach die Laborausstattung mit, die sie durch den Krieg retten konnten. Also bauen sich da was Privates auf. Besonders schön finde ich, dass sie, egal wo sie starten, sie sind immer nur im Team zu haben.
Das ist echt... Das sind so die Curies. Ihr Ding, genau, ihr Ding bis zum Ende, bis dann 1960 Walter ohne erwartet stirbt, aber selbst dann setzt Ida die gemeinsame Forschung noch alleine fort. Ja, wie sie eben gesagt hat, man kommt nicht davon los. Nee, sie kam es nicht. Eine Lebensaufgabe, zumindest für Ida Tacke.
Oh ja, und weil auch wir ja nicht von diesen Geschichten aus der Wissenschaft loskommen, werden wir euch ganz bestimmt nächste Woche die nächste erzählen und gebt uns auch gerne wieder Ideen dafür rein. Wenn ihr Themenbudget habt, freuen wir uns immer drüber. Ihr erreicht uns per Mail oder per Instagram. Alle weiteren wichtigen Infos findet ihr in unserer Beschreibung.
Alle weiteren wichtigen Infos findet ihr da und alle wichtigen Dinge, die ihr vielleicht jetzt noch zu tun habt, falls ihr es noch nicht gemacht habt, wären uns Bewertungen zu schreiben und Feedback auch gerne zu schicken. Und lasst doch vielleicht auch ein paar Sterne da. Das geht bei Spotify. Wir kratzen da gerade wieder an so einer schönen, runden Marke.
Also gerne diesen Podcast mit Sternen bewerten. Wir freuen uns natürlich, wenn es fünf Sterne sind, aber das nur am Rande erwähnt. Wir freuen uns aber auf jeden Fall auf nächste Woche mit euch, mit einer neuen Geschichte aus der Wissenschaft. Bis dahin, macht's euch schön und tschüss. Music.