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Shownotes
Wir basteln einen weiteren Baustein zur Impfgeschichte dazu. Nach der Folge über Emil von Behring (open.spotify.com/episode/6iCShIcdh86aqBW8DNSuA…)und der über Dorothy Horstmann (open.spotify.com/episode/2QaNbHXQlorBbx7iaEUlF…), die beide die Impfgeschichte geprägt haben, gehen wir der Geschichte der allerersten Impfung nach. Edward Jenner hatte eine entscheidende Idee, um die Pocken auszurotten - genial! Seine Forschungsmethoden waren dabei aber äußerst fragwürdig...
“Behind Science” gibt’s jeden Samstag – am Science-Samstag. Zwischendurch erreicht ihr uns per Mail und Instagram, und hier gibt's unsere Links, die gerade wichtig sind.
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Einen fabelhaften Feindsamstag euch, weil wir uns aktuell nicht so häufig sehen. Wir haben es letztens festgestellt. Wir sehen uns tatsächlich leider meistens dann nur für Aufnahmen, sonst haben wir uns ja auch privat mal so einfach gesehen, aber irgendwie haben wir gerade viel um die Ohren beide. Frage ich dich einfach mal, wie geht es dir? Marie, erzähl mal. Erzähl es uns allen.
Ja, mir geht's gut. Also hier bei diesen Aufnahmen, da habe ich immer Spaß. Da vergesse ich so alles andere auch, ja. Ja, irgendwie ist gerade echt, gehen wir so ein bisschen unter in diversen privaten und beruflichen Dingen. Aber das hier ist immer eine Oase, finde ich. Für mich auf jeden Fall auch, ich hoffe für euch auch.
Da mache ich es mir auch immer ganz gemütlich. Guck mal, da habe ich nochmal eine kurze Jogginghose heute angezogen, weil ich dachte, nee, wir sind hier jetzt unter uns. Genau, jetzt wird es hier ein Glas Wasser dazu, was habe ich hier noch? Es ist auch gar nicht aufgeräumt, aber das ist so der private Moment, den wir hier teilen.
Schön. Schön, dass für dich die Oase schon mit einem Glas Wasser gegeben ist. Nehme ich nochmal einen Schluck. Es braucht kein Cocktail oder ein fancy Tee oder so. Es reicht das Glas Wasser, um kurz dem Alltag zu entfliehen. Ja, auf jeden Fall auch immer schön von euch ein stilles aus Köln mit Kalk versetzt. Klar.
Mineralien sind da direkt inklusive. Wahnsinn. Sehr gut, du achtest auf dich, das finde ich super. Es ist auf jeden Fall auch immer schön von euch zu hören, denn ihr schickt uns hier ab und zu mal so coole Nachrichten. Wir bekommen hier Mails von euch. Wir fragen ja auch häufiger mal, wo ihr uns hört und das ist wirklich so unglaublich spannend, was wir hier schon so dabei hatten.
Neulich zum Beispiel hat uns Martina eine Mail geschrieben und zwar gestaltet sie hobbymäßig Upcycling-Taschen aus gebrauchter LKW-Plane und Sicherheitsgurten. Wie cool ist das denn? Die sehen richtig, richtig schön aus und das Beste ist, dabei hört sie Behind Science. Also für sie anscheinend auch eine kleine Oase, die sie sich quasi rausnimmt, während sie ihrem Hobby nachgeht. mega cool, dass sie sowas, dass du, Martina, sowas machst.
Also quasi auch eine Erfinderin, denn Martina erfindet ja die Designs komplett selber. Das ist ja auch, also ich. Da bin ich wirklich meilenweit von entfernt, mir selbst sowas auszudenken. Das finde ich super, super beeindruckend. Ja, und das, obwohl ja, wir haben da jetzt leider auch eine besorgniserregende Nachricht kürzlich gelesen und direkt hin und her geschickt und gesagt, oh Gott, das ist ja eine ganz traurige Nachricht.
Ich gar nicht. Denn die Tagesschau hatte so den Titel, dass es immer weniger Garagentüfteleien gibt. Und das ist ja mal eine ganz erschreckende Nachricht. Also, ja, die Unterzeile, sehr lustig, läuft nicht mehr bei Daniel Düsentrieb, das ist ja so der Prototyp, haben wir uns doch schon mal drüber enthalten, über Daniel Düsentrieb hier, wenn ich ganz sicher war, woher der nochmal kommt, aus welchem Comic.
Ja, es werden immer weniger Patente angemeldet von freien ErfinderInnen und das finden wir super, super schade. Deswegen freuen uns so Nachrichten von Martina natürlich nochmal mehr, wenn da Leute sind, die mit ihren eigenen Händen was erschaffen. Aber es ist natürlich einfach immer schwieriger, Neues zu erfinden.
Ich meine, wo kann man... Noch was Neues entwickeln, was nicht hyperkomplex ist und wo man super technisch, ja, wenn man eine wirklich gute Idee hat, dann vielleicht nicht, aber ich glaube, es wird schon immer, immer schwieriger. Wir haben ja schon so ein paar Sachen vorgestellt, die so Garagentüfteleien so daraus entstanden sind.
Zum Beispiel der Kaffeefilter, der einfach in der Küche entstanden ist. Oder der Geschirrspüler oder Herzkatheter, der so am WG-Tisch entstanden ist. Also ja, alles Dinge, die heute noch genutzt werden. Vielleicht haben wir hier auch mal eine Community-Erfindung. Das würde ich mir sehr wünschen. Ach, das wäre schön.
Ja, bitte lasst euch davon nicht entmutigen. Und wir werden alles tun, um euch weiter zu inspirieren. Und deswegen geht es natürlich auch heute wieder um eine fantastische Erfindung. Also es ist nicht so eine Erfindung, bei der jetzt irgendwelche Drähte zusammengelötet wurden. Nicht so was Technisches, aber es ist definitiv eine Erfindung, die auch heute noch im Einsatz ist.
Denn wir sprechen heute über Edward Jenner, bekannt als der Mann, der das Impfen erfand. Mit Marie Eickhoff und Luisa Pfeifenschneider. Es ist quasi ein weiteres Puzzleteil, was wir euch heute erzählen. Was noch so ein bisschen in der Geschichte vom Impfen fehlte. Denn wir haben ja hier schon immer mal wieder verschiedene Geschichten aus der Impfgeschichte erzählt.
Aber jetzt geht es quasi um das allererste Puzzleteil. Wir haben schon euch erzählt von Emil von Behring, der die erste Diphtherie-Impfung durchgeführt hat. Oder Dorothy Horstman, die an der Entwicklung des Podio-Impfstoffs beteiligt war. Da kennt ihr also schon zwei Bausteine, die so beim Thema Impfen sehr prägend waren.
Die Folgen werden wir euch auf jeden Fall auch unter dieser verlinken. Aber jetzt erzählen wir euch, wer überhaupt mit dem Impfen war. Angefangen hat. Oh ja, und das ist Edward Jenner. Ihr habt es euch wahrscheinlich schon gedacht. Der wird 1749, also vor 276 Jahren, in England geboren. Als Achtes von neun Kindern.
Und mit nur fünf Jahren wird er dann weise. Beide seine Eltern sterben sehr früh oder in seinem Leben sehr früh. Und deshalb wird er von seinen älteren Schwestern aufgezogen. Es ist wahrscheinlich ein harter Start ins Leben gewesen, Aber damals gar nicht ungewöhnlich, denn die Menschen sind unter anderem Infektionskrankheiten wirklich schutzlos ausgeliefert.
Und als 1757 die Pocken ausbrechen, wird auch Edward mit anderen Kindern einer Variolation durch den ortsansässigen Apotheker unterzogen, an der er beinahe stirbt. Diese Variolation ist quasi so ein bisschen der Vorgänger von der Impfung, könnte man sagen. Da werden Viren kollektiver aus den Wunden von Pockenkranken genutzt, die die Krankheit überstanden haben.
Meist hat man dann erkrankten Personen mit so einer Lanzette Material aus einer Pustel entnommen, das man dann gesunden Personen durch so kleine Wunden in den Arm oder ins Bein eingebracht hat. Und dadurch wurden sozusagen gesunden Personen abgeschwächte Viren appliziert. Aber ja, es ist halt häufiger auch mal schiefgegangen, weil das Ganze natürlich immer noch eine krasse Infektion war und deswegen sind auch Menschen daran gestorben.
Es ging also damals um die Übertragung von Mensch zu Mensch und das ist schon so ein erster Schritt zu der Art Impfung, die später dann von Edward Jenner selbst war. Erfunden wird. Ja, obwohl er selbst daran eben auch fast gestorben wäre. Jedenfalls schlägt er direkt die Karriere eines Arztes ein. Also dieses Thema, das interessiert ihn schon.
Mit nur 13 Jahren geht er bei verschiedenen Medizinern und Naturwissenschaftlern in die Lehre und baut sich einen richtig großen Wissensschatz auf in diesen verschiedenen Bereichen. Also er weiß das schon ganz früh, dass ihn das schon sehr interessiert. Ja, ich finde das, also es ist immer wieder, haben wir ja hier so Geschichten.
Wo Leute einfach so ganz früh schon so einen Weg eingeschlagen haben und so erwachsen sein mussten. Das finde ich so beeindruckend. Und spricht dafür, Kinder häufiger mal nicht nur als Kinder zu behandeln, also dass sie auch eigene Entscheidungen treffen können und auch fähig sind, alleine Dinge zu tun.
Heutzutage ist man ja viel länger Kind, was irgendwie auch seine guten Seiten hat. Aber ja, hat so zwei Seiten. Kurzer Abstecher. Ich habe es ja schon gerade gesagt, also kommen wir zurück zu der Geschichte von Edward Jenner. Infektionskrankheiten wüten in der Zeit wirklich unerbitterlich. Es bedrohen etliche todbringende Seuchen die Menschen, da ist die Pest, die in Wellen über Europa hereinbricht und ganze Länder entvölkert.
Polio, besser als Kinderlähmung bekannt, macht unzählige Mädchen, Jungen und Erwachsene bewegungsunfähig oder ja, tötet auch. Darüber haben wir neulich erst eine Folge gemacht. Die verlinken wir uns euch hier, wie gesagt. Diphtherie lässt Hals und Rachen erkrankter anschwellen, bis sie nicht mehr atmen können. Also es ist wirklich richtig extrem.
Und das ist wie so eine unsichtbare Gefahr, die halt überall lauert und die wirklich viele Menschenleben kostet. Es gibt zudem Masern, Schweißfieber, Grippe, Cholera, Typhus, Syphilis. Die Liste ist wirklich lang und eben die Pocken. Jeder zehnte Brite stirbt im 18. Jahrhundert daran. In den Städten, wo man eng beisammen lebt, sogar jeder fünfte.
Also es muss in dieser Zeit eine Lösung her. Das liegt so ein bisschen auf der Hand. Es ist so eine unsichtbare Gefahr. Das spüren alle. Man kriegt es irgendwie nicht so richtig gepackt. Denn was die Menschen damals noch nicht wissen, all diese Krankheiten werden durch Viren und Bakterien ausgelöst. Also winzige, unsichtbare Erreger.
Ich sage jetzt unsichtbar, weil man sie mit dem bloßen Auge nicht sehen kann. Und sie verbreiten sich dadurch in Windeseile. Am schlimmsten, und das ist so dramatisch, trifft es immer die Kinder. Viele erleben ihren fünften Geburtstag gar nicht. Und Edward weiß nicht, Weil er eben genau wie alle anderen in dieser Zeit lebt, da muss dringend eine Lösung her.
Und er hat bald schon irgendwie eine ganz heiße Spur. Denn er spricht mit Kollegen über die Krankheit, über die Pocken. Und er hört, dass Melkerinnen zwar oft an Kuhpocken erkranken, aber nur selten an Menschenpocken. Und das macht ihn so ein bisschen stutzig und neugierig. Ja, sehr mysteriös, er ist da was auf der Spur.
Es könnte also sein, denkt er sich, dass die Kuhpocken, die Melkerinnen vor dieser mörderischen Krankheit der Menschenpocken irgendwie schützen. Und von diesen Gedanken ist Edward richtig begeistert, aber er muss sie natürlich noch überprüfen. Es reicht nicht, das jetzt so zu vermuten. Und verhandelt jetzt so ein bisschen nach einem menschlichen Versuchskaninchen und findet ihn auch einen kleinen achtjährigen Jungen namens James Phipps.
Der arme James muss jetzt dran glauben. Es ist so krass, denn sein Vater ist der Gärtner von Edward. Und deshalb ist er ihm quasi so ein bisschen untergeordnet, könnte man sagen, und soll ihm irgendwie wohl auch gehorchen, sagt sein Vater. Und war wohl damals auch so. Ja, also es wäre natürlich heute unvorstellbar, dass man da jetzt so ein Kind als Versuchskaninchen aussucht.
Und James wird erst mal von Edward, Also es wird jetzt ein bisschen explizit, wenn ihr das nicht so gut hören könnt. Es gibt ein bisschen, aber ja, er wird von Edward geritzt. Er bekommt so eine kleine Wunde in die Haut und da wird Eiter reingerieben. Also wirklich, ja. Wir finden es auch etwas eklig hier beim Erzählen. Ihr wisst, was weiter ist, diese eklige gelbe Flüssigkeit.
Und die stammt aus den Hautbläschen einer Frau, die an Kuhpocken erkrankt ist. Also es ist definitiv infizierte Flüssigkeit. Und kurz danach bekommt James dann, den überrascht es, ebenfalls Kuhpocken. Also er hat sich infiziert. Das war auch der Plan von Edward. Und das ist natürlich für James super unangenehm, diese Pust in die Jucken.
Aber es ist nicht gefährlich, weil es ja eben nur die Kuhpocken sind. Nach zehn Tagen ist James wieder gesund. Aber dann wird es richtig wild. Denn jetzt will Edward James auch mit Menschenpocken infizieren. Denn das ist ja eine der grausamsten Krankheiten, die es damals gibt. Richtig, richtige Horrorvorstellung. Du denkst echt so, bitte, Edward, mach nicht. Vater kommt zu dir und sagt so, ja wirklich, lass den Arm James in Ruhe.
Ja, da ist man schon mal in dieser Zeit acht Jahre alt geworden. Also hat diese Marke vom fünften Geburtstag schon überschritten und dann muss man so ein Experiment über sich ergehen lassen. Aber es gibt jetzt kein Entkommen. Und weil es damals noch nicht so richtig Spritzen gibt, ritzt eben, du hast es gerade auch schon gesagt, Edward ja in die Haut von diesem Jungen und führt dann da die Krankheitserreger ein.
James zuckt wahrscheinlich kurz, als das Messer in seine Haut schneidet, so stelle ich mir das vor. Und Edward bringt dann da auch wieder Eiter aus der Pustel einer pockenkranken Person ein, also beschmiert quasi diese Wunde in der Haut von James und dann heißt es erstmal abwarten, das stelle ich mir am schlimmsten vor, also du wartest, was passiert und als James dann nach Hause geht, weiß eben niemand, wird er jetzt erkranken, wird er vielleicht schwer erkranken, wird er vielleicht...
Daran sterben, also man weiß es nicht. Und die Antwort auf diese Frage ist jetzt nicht nur für James und Edward wirklich wichtig, sondern für die gesamte Menschheit. Also alle haben ein Interesse daran, wie dieser Menschenversuch, muss man sagen, ausgehen wird. Ja, dieser Kinderversuch ist noch schlimmer als auch.
Ja, stimmt, das macht es noch irgendwie extremer, weil er gar kein Mitspracherecht so richtig hatte. Und jetzt Leute, haltet euch fest, ihr werdet es nicht glauben, es ist wirklich unfassbar, aber Trommelwirbel. James überlebt das Experiment und er wird noch nichtmals richtig krank. Also das ist natürlich eine absolute Sensation damals. Das habe ich ehrlich gesagt auch erst gar nicht kommen sehen bei dieser Geschichte.
Aber offensichtlich hat sein Körper nach der Infektion mit Kuhpocken jetzt so eine Art Abwehrkräfte gegen die Menschenpocken entwickelt, sodass er nicht infiziert wird. Edward nennt sein Verfahren jetzt Vaccination von vacca, dem lateinischen Wort für Kuh. Und Vaccination, das gibt es ja heute auch noch. Das heißt Impfung auf Englisch. Ja, so ist es.
Und tada, die erste Impfung ist geboren. Und ja, dieses Verfahren nutzen wir quasi heute noch. Und um seine Methode dann bekannter zu machen, schreibt Edward darüber einen Artikel und reicht ihn bei der Royal Society ein. Der Gesellschaft der Gelehrten des Landes. Also ein super wichtiger Baustein quasi. quasi das musste man dann erstmal, die mussten das erstmal anerkennen, bis sowas überhaupt unter die Menschen kommen könnte.
Die weist ihn aber zurück, weil Edward seine Impfung nur an einer Person getestet hat. Und deshalb müssen jetzt quasi mehr Menschenversuche gemacht werden, nenne ich es jetzt nochmal. Deshalb infiziert Edward weitere Menschen, sogar sein erst elf Monate altes Baby, seinen Sohn. Und schließlich wird seine Methode von der Royal Society dann auch anerkannt.
Ja, er wollte es anscheinend echt wissen, war sich seiner Sache aber offenbar auch sehr sicher, wenn er seinen eigenen Sohn infiziert hat. Das ist wirklich sehr... Beeindruckend in allerlei Hinsicht. Aber es sind längst nicht alle davon begeistert, auch von dieser Erkenntnis nicht. Denn Menschen mit Kuhpocken infizieren, das ist gottlos.
Meinen zum Beispiel Vertreter der Kirche Zeitungen drucken auch so Spottbilder, auf denen sich Patienten nach der Behandlung in Kür verwandeln. Also wie so Sketche werden da mitgemacht, so Parodien. Und die Kritik an der Impfung, die wird anhalten. Noch heute gibt es ja Menschen, die Impfungen ablehnen.
Doch Edwards Gegner können den Siegeszug seiner neuen Methode nicht stoppen. Und schon 1807 führt Bayern dann eine Impfpflicht ein. 1815 folgt Preußen, 1867 England. Und als 1871 in Deutschland eine schwere Pocken-Epidemie ausbricht, sterben daran rund 180.000 Menschen. Und in der folge davon führt der staat unter otto von bismarck 1874 mit dem reichsimpfgesetz dann auch hier eine impflicht ein und greift damit das muss man so sagen in das leben des individuums ein es gibt damals impfanstalten und amtsärzte die auf bauernhöfen menschen immunisieren und wer sich nicht, Impfen lassen möchte, der das verweigert, dem drohen echt Sanktionen.
Und das sind damals Geldstrafen, Haftstrafen oder auch die Zwangsimpfung. Und ihr könnt euch vorstellen, das bringt natürlich dann noch mal viele Impfgegner auf den Plan. Ja, also viele fühlen sich davon sehr angegriffen und in ihrer Freiheit beschnitten. Ja, allerdings geht es mit der Entwicklung der Impfstoffe weiter.
Ende des 19. Jahrhunderts entwickeln Forscher weitere Impfstoffe gegen Tollwut, zum Beispiel Cholera und die Pest. Und heute werden Kinder in Deutschland gegen mehr als ein Dutzend Krankheiten geimpft und die Pocken sind nicht mehr darunter, denn 1980 verkündet die Weltgesundheitsorganisation, die WHO, die Pocken sind besiegt.
Also das ist wirklich Wahnsinn. Da hat diese Impfung, die mit diesem allerersten Versuch von einem kleinen achtjährigen Jungen begann, doch wirklich diese erschreckende Krankheit komplett ausgerottet. Also ja, ziemlicher Siegeszug für diese Idee von Edward Jenner. Heute wissen wir, dass vor allem die Herdenimmunität bei Impfungen wichtig ist, also dass möglichst viele Menschen geimpft sind.
Diese Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie zum Beispiel auch Masern, könnt ihr euch vorstellen wie so ein Staffellauf. Also ein Kranker steckt gesunde Menschen an, die ihm nahe kommen. Und je nachdem, wie viele das sind, sind das mehr oder weniger. Und die geben die Erreger weiter und sind dann genug Menschen geimpft, also immunisiert, wird die Staffel ganz schnell unterbrochen.
Und der Kranke trifft zu wenige Menschen, die er anstecken kann. Das heißt, die Ausbreitung wird verhindert. Und alle sind sicher, sogar Menschen, die nicht geimpft sind. Das nennt man Herdenimmunität. Also vor allem, dass eben so eine breite Masse immun ist, ist gefährlich. Wichtig, damit sich eine Krankheit nicht so schnell oder erst gar nicht verbreiten kann.
Und es gibt auch schon bevor das dann geklappt hat, die Pocken ganz aus der Welt zu rücken, auch Anerkennung für Edwards Methode. Also es gibt nicht nur Gegner und ein sehr prominenter Bewunderer von Edward ist Napoleon, der seine Soldaten gegen Pocken impfen lässt. Und obwohl er zu dem damaligen Zeitpunkt mit England im Krieg steht, honoriert er Edward mit einer Ehrenmedaille dafür und entlässt auf Bitten von Edward unter anderem zwei seiner englischen Freunde aus der Gefangenschaft.
Also ja, es hat wirklich... Vorteile. Reicht bis in hohe politische Kreise. Ja, genau. Es hat echt auch politischen Einfluss dann seine Erfindung. Danksagungen erreichen Edward auch aus Russland zum Beispiel von der Kaiserin in Form eines Diamantrings, den sie ihm schickt, sowie von Thomas Jefferson.
Er kommt durch seine Erfindung also nicht nur zur Anerkennung, sondern auch zu Geld. Und das, obwohl er komplett auf das Patent für die Impfung verzichtet hat, denn er hatte Angst, die Impfung könnte dann für ärmere Menschen zu teuer werden. Ja, finde ich sehr edel von ihm. Ja, edel ist da das richtige Wort.
Und wenn ihr jetzt sagt, ach, die Geschichte mit den Kuhpocken und der ersten Impfung und so weiter, kenne ich doch schon alles, weil die ist schon ziemlich bekannt. Da gibt es vielleicht noch was, was ihr über Edward Jenner noch nicht gehört habt. Damit könnt ihr dann ja demnächst mal irgendwen auf einer Party beeindrucken.
Er war nämlich auch ein sehr guter Naturbeobachter. Und er ist es, der erstmals festgestellt hat, jetzt wird es ein bisschen random, es ist ein ganz anderes Thema, dass ein junger Kuckuck seine Stiefgeschwister nach und nach aus dem Nest drängt, bis er als alleiniger Schützling seiner Gastgeber, nenne ich es mal, gefüttert wird.
Also ihr wisst, Kuckuckseier werden einfach vom Kuckuck in fremde Nester gelegt und dann schubst ein junger Kuckuck alle anderen Eier daraus, die eigentlich da reingehören und wird dann durchgefüttert. Außerdem bemerkt er eine Grube am Rücken der geschlüpften Kuckucke, die das Herausschieben der anderen Eier oder der Jungvögel des Wirtes aus dem Nest erleichtern. Also die haben da quasi so eine Vorrichtung, damit das leichter fällt.
Auch noch. Ja, das ist doch mal was. Der Mann, der die Impfung erfunden hat, wusste auch einiges über Kuckuck. Und ich hoffe, damit konnten wir euch zumindest... Hier an dieser Stelle was komplett Neues erzählen, falls ihr den anderen Part der Geschichte schon ein bisschen kanntet. Eigentlich ist es in beiden Geschichten so, dass er durch sehr gutes Beobachten auf schlaue Ideen gekommen ist.
Stimmt, das ist tatsächlich in der Wissenschaft alles. Also in all unseren Geschichten. Ich glaube, das vereint quasi alle, dass es gute Beobachter waren. Oder Leute, die gut abgeschrieben haben. Aber auch, dass es ja beobachten. Ja, also Edward hat auf jeden Fall gut in der Natur beobachtet und da dann seine Schlüsse rausgezogen und war dann auch so mutig, ein Risiko einzugehen und einfach mal seiner Intuition zu folgen.
Und das war in diesem Fall ziemlich gut. Am Ende müssen wir aber auch James danken, dem Kind, dem ersten Mensch, an dem der Pockenimpfstoff durchgeführt wurde. Denn ohne James hätten wir die Pocken wahrscheinlich auch nicht besiegen. Ja, und steht so ein bisschen sinnbildlich für andere Menschen, die sich als Probanden auch der medizinischen Forschung zur Verfügung stellen.
Hut ab auf jeden Fall dafür. Das ist schon ein krasser Dienst an der Gesellschaft, finde ich, wenn man sowas macht, weil man ja auch vielleicht sogar seine eigene Gesundheit aufs Spiel setzt, damit vielleicht neue Medizin entwickelt werden kann. Und ein Danke aber auch noch mal an euch, an die beste Community, denn diese Folge war auch wieder ein Tipp von euch.
Belly the Bee hat uns bei Instagram geschrieben. Sie schreibt, dass sie eigentlich Sozialpädagogin ist. Dabei hätte sie viel lieber Archäologin werden wollen oder Geschichte studiert. Vielleicht hat sie deswegen irgendwie auch Spaß an den Geschichten von Behind Science. Sie schreibt, im nächsten Leben wird sie das dann vielleicht noch.
Aber sie hat uns auch einen Wunsch mitgeschickt und zwar die Folge über Edward Jenner mit der Pockenimpfung und die haben wir wohl hiermit erfüllt, hoffen wir. Check. Wenn ihr auch jemanden habt, den ihr hier mal hören möchtet, wo ihr gerne eine Folge zu hättet, dann meldet euch immer sehr gerne über Instagram, per Mail oder über Kommentare bei uns.
Das haben wir alles im Blick und wir hören uns natürlich nächste Woche wieder. Ja, das ist ja euer Wunscherfüll-Podcast. Ihr müsst euch nur melden mit euren Ideen. Ja, wir erfinden keine Geschichten für euch, aber wir erfüllen euch gerne Wünsche. Oh ja, ja, das machen wir sehr, sehr gerne. Wir hören uns nächste Woche wieder.
Bis dahin, macht's euch schön und tschüss. Tschüss.